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Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz



Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon Micha@Power am Fr 14. Aug 2015, 20:43

Hallo Freunde,

mir ist heute durch einen Bekannten (Apotheker)mitgeteilt wurden das wohl der Apothekerverband gegen das Cannabiskontrollgesetz bzw. sich daher evtl. ableitende Gesetzte oder Verordnungen die ja über kurz oder lang kommen werden, Sturm läuft bzw. Sturm laufen wollen. Laut meinem Bekannten will der Apothekerverband das komplette Cannabisgeschäft an sich reißen (nach Schätzungen würde sich der Jahresumsatz in Deutschland auf ~ 50 Milliarden EURO belaufen) und erreichen das ausschließlich Apotheker diese Waren verkaufen dürfen. Wenn man hierzu den >Gesetzesentwurf der Grünen nimmt wäre das zum jetzigen Zeitpunkt für die Apotheker nicht möglich aber wir wissen ja das da eine riesige Lobby dahinter steht. Einmal der Apothekerverband und ein mal die Pharmabranche die auch was vom Kuchen abhaben will.

Mir würde das gar nicht gefallen wenn das so käme. Ich würde meine "Tomaten" lieber bei einem Gleichgesinnten kaufen wollen in einem lizensierten Cannabisfachgeschäft und nicht in einer sterilen Apotheke wo hinter mir schon die Mutti mit dem Kleinkind auf dem Arm wartet endlich bedient zu werden.

Wie seht Ihr das? Schreibt Eure Meinung zu diesem Thema das interessiert mich brennend. ;)

der Micha
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon Sabine am Fr 14. Aug 2015, 20:57

Da passt ja diese Meldung wie die Faust aufs Auge :

"Mortler: Gesetz zur Kostenübernahme für Cannabis kommt später als angekündigt"

https://hanfverband.de/nachrichten/news ... gekuendigt


Ich sehe das auch mehr als skeptisch. Zumal man es auch mit Apothekenangestellten/chefs zu tun hat, die Cannabis gegenüber eine stark ablehnende Haltung einnehmen (schon erlebt). Und so jemand soll dann über mich "bestimmen" bzw. sich mit meinem Arzt austauschen ?!
Außerdem würde mir der Austausch mit anderen Patienten/Konsumenten fehlen.

Werde, wenn es sich terminlich noch ausgeht, nächste Woche mit dem Chef der örtlichen Apotheke auf dessen ! Wunsch auch ein Gespräch führen. Er hat gerade damit angefangen, Cannabis für Patienten anzubieten. Und ich habe die Apotheke in den letzten Wochen gut mit dem DHV-Medizin-Flyern versorgt. ;)

Das verspricht, äußerst spannend zu werden.
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon Sabine am So 16. Aug 2015, 17:38

"So könnten Land-Apotheken überleben /Interview
...
Politiker von Grünen und der Linkspartei denken daran, den Apotheken eine neue Aufgabe zu geben: Sie fordern eine Legalisierung von Cannabis, wollen die Abgabe zur besseren Kontrolle aber in die Hand der Apotheker legen. Sie wollen doch neue Betätigungsfelder, oder?
Zunächst einmal: Die Apotheker als Berufsstand sind eher gegen eine Freigabe von Cannabis. Wir sehen als Pharmazeuten vor allem die gesundheitlichen Risiken. Insofern kann ich nicht sehen, dass wir uns freiwillig als Vertriebskanal zur Verfügung stellen. Ein Monopol der Apotheken auf die Abgabe von Drogen? Das wollen wir nicht.

Sie geben aber auch andere Drogen ab, etwa Diamorphin als Substitution für Heroinabhängige.
Hier gibt es aber einen medizinischen Grund, eine Indikation. Bei Cannabis zur Behandlung bestimmter schwerer Erkrankungen wäre das auch der Fall. Aber bei Haschisch zum Kiffen aus Spaß? Da gibt es keinen medizinischen Grund. Aber klar ist auch: Wenn Politik und Gesellschaft den Apothekern diese Aufgabe zuweisen, werden wir sie übernehmen. Ob wir das gut finden oder nicht."


http://www.fr-online.de/wirtschaft/inte ... 67672.html
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon Florian Rister am Di 18. Aug 2015, 15:24

Der Apothekerverband hat sich schon immer klar und deutlich gegen eine Abgabe von Cannabis als Genußmittel in Apotheken ausgesprochen. Von "das Geschäft an sich reißen" wollen, kann da insofern keine Rede sein.
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon PommesPuppe am Di 18. Aug 2015, 16:00

Naja, aber ich gehe mal davon aus, dass auch die Apotheker mitbekommen, dass sich eine "Re-Legalisierung" kaum aufhalten lässt (wann immer die auch kommen mag). Wie auch die Pharma Lobby, die vehement dagegen arbeitet. Und da hier höchstwahrscheinlich Umsatzeinbußen in, ich behaupte einmal, nicht geringer Menge zu erwarten ist, möchten sie sich dann dieses Geschäft nicht entgehen lassen.

Natürlich versucht der Apothekerverband eine Freigabe mit allen Mitteln zu verhindern. Denn anders wie in anderen Ländern, bekommt man in Deutschland selbst wirkungsvolle Kopfschmerztabletten bisher nur in Apotheken. Und das ist ein Monopol!

Da sich nun öffentlich immer mehr Menschen (sei es Strafrechtsprofessoren, Politiker, BürgerInnen) für eine Legalisierung aussprechen, wird diese, und sei es "nur" der Steuereinnahmen wegen, kommen.
Und ich bin überzeugt, das genau über diesen Fall auch Apotheker bereits nachdenken - auch wenn der Apothekerverband sich dazu noch nicht öffentlich geäußert hat (und dies auch unter keinen Umständen, bis es so weit sein wird, tun wird). Sollte aber eine Freigabe kommen, werden genau die ganz laut HIER schreien.

Meine Einschätzung.
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon Sabine am Di 27. Okt 2015, 10:50

"Cannabis-Freigabe: Apotheker sind skeptisch
Cannabis über die Ladentheke kaufen und das ganz ohne Rezept. So wollen es die Parteien in Düsseldorf – mit Ausnahme der CDU. Die SPD begründet die mögliche Legalisierung damit, dass seit der Kriminalisierung von Cannabis der Drogenkonsum nicht zurückgegangen sei und daher andere Wege ausprobiert werden sollten. Mit einer Sondergenehmigung sollen Verkaufsstellen, möglicherweise in Apotheken, eingerichtet werden, um das Rauschmittel legal und ohne medizinische Indikation zu verkaufen. Doch der THC-Wert der Pflanzen ist heute teilweise rund zehnmal höher als noch vor einigen Jahren – die Wirkung also viel stärker. Apotheker in Schmallenberg und Meschede beurteilen eine mögliche Legalisierung skeptisch."


http://www.derwesten.de/staedte/nachric ... 22794.html
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon recker am Di 27. Okt 2015, 17:24

Die Entwicklung wird über das Modell "Cannabisabgabe in Apotheken" hinwegrollen. In zwei Jahren dürfte sich das "Modell Colorado" auf dem amerikanischen Doppelkontinent mehrheitlich durchgesetzt haben, und wer weiss wo sonst noch. Da noch schnell ein kompliziertes Apothekenabgabegesetz in die Gänge zu bringen, das weder von den Apotheken noch von den Konsumenten gewünscht ist, wäre schon ziemlich affig.
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon Unbegreiflich am Di 27. Okt 2015, 18:07

Ich hatte den Bericht auch gelesen über diese Düsseldorfer Idee.
Ist ja ganz nett das sich die Leute Gedanken machen, aber das geht so nicht.
Sieht man auch am Ausland.
Cannabis ohne Rezept aus der Apotheke wird aus vielerlei Gründen nicht funktionieren.

Gerade die Städte müssten anders zusammenarbeiten und mal einen wirklichen Dialog anstoßen, welcher irgendwann mal einen anderen Umgang ermöglicht.
Was man sich in Düsseldorf vorstellt ist nicht erfolgsversprechend.

Wenn zum Beispiel »Düsseldorf«, »Berlin Friedrichshain-Kreuzberg«, »Frankfurt am Main«
und »Hamburg Altona« einen anderen Umgang mit Cannabis wünschen, dann sollen sich diese einfach zusammen tun und eine Arbeitsgruppe zu dem Thema gründen.
Manifest verabschieden und der gleichen.
Wenn man da geschlossen auftritt hat das viel mehr Gewicht, als wenn ne Gemeinde alleine versucht das zu ändern.
Da müsste man dann Parteiübergreifend arbeiten, aber wenn man das selbe Ziel hat sollte das ja kein Problem sein.
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon Wasteland am Fr 27. Mai 2016, 20:55

Die Abgabe in Apotheken hat beim Modelversuch in Schleswig-Holstein in den 90ern schon nicht geklappt und heute bekommen sie es nichtmal hin den paar Leutchen mit medizinischem "Freifahrtschein" ihre Medizin umfassend und flächendeckend zu besorgen..und die wollen den ganzen Markt versorgen wenns mal soweit ist?..das finde ich ziemlich lachhaft und unrealistisch..
Ein Grabstein für den ganzen Schlamassel und darauf gehört die Inschrift:Menschheit,du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu!

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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon WeedForAll am Di 14. Nov 2017, 14:05

Cannabis über Apotheken um deren Umsatz zu steigern? Gieriges Pack...macht nur Sinn, wenn die Preise konkurrenzlos sind; und das wollen die sicher nicht!
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Re: Apothekerverband vs. Cannabiskontrollgesetz

Beitragvon KONOPJA am Mo 20. Nov 2017, 00:13

So lange die viel zu geringe freigegebene Importmenge durch den Staat reguliert und vorgeschrieben wird, werden die Apotheken versuchen durch hohe Preise den Gewinn zu steigern.

Erst wenn es Cannabis in ausreichenden Mengen gibt, und das Konstant, werden die versuchen die Gewinne durch hohe Verkaufzahlen zu erzielen.

Aber auch hier ist eine Prognose schwer denn wenn die Krankenkassen zahlen, oder die Privatzahler Ihre Medizin benötigen, zahlen die auch den Preis den die Apotheken fordern. Und das ist den Apotheken bewusst.

Falls es also jemals dazu kommt, muss der Gesetgeber auch die Preise kontrollieren.
Dies wiederum könnte weitere Probleme mit sich bringen.

Alles in allem ein sehr schwieriges Thema.
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