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"Der Hauptverdächtige nimmt sich das Leben"



"Der Hauptverdächtige nimmt sich das Leben"

Beitragvon Sabine am So 7. Mai 2017, 10:34

"Drogenpolitik – ein Stück deutscher Leid-Kultur
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Als Beamte der Amberger Kripo gemeinsam mit einer Spezialeinheit aus Nürnberg im September 2016 in Burglengenfeld bei einem großangelegten Zugriff sieben Kilogramm Haschisch und Marihuana sicherstellen und dabei zunächst vier Personen festnehmen, wird dies seitens der Polizei als „herausragender Ermittlungserfolg“ bezeichnet.

Im Polizeifoto sieht man Grasbeutel und Haschplatten, die von einer Büchse, im ersten Moment einfach ein Gewehr, gekrönt werden – die sieht gefährlich aus, ist aber frei verkäuflich und als solche im Bild themenfremd. Genauso gut hätte man ein Ofenrohr dazu legen können. Ein Verdacht auf Diebestouren (auf dem durchsuchten Gelände befinden sich laut einem damals veröffentlichten Bericht der Tageszeitung unter anderem gestohlene Fahrräder) erhärtet sich zumindest für den Hauptverdächtigen nicht.

Dieser, ein 38jähriger Burglengenfelder, wird eingesperrt, U-Haft in der JVA Amberg. Dort nimmt er sich das Leben. Er hinterlässt eine Tochter; sie wohnt jetzt bei ihrer Mama. Ein Abschiedsbrief deutet an, was die Obduktion später festmacht: „Anhaltspunkte für eine Gewalteinwirkung durch fremde Hand fanden sich nicht“, so die Staatsanwaltschaft Amberg auf Nachfrage. Er hat sich erhängt.
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Die seitens der Polizei aufgrund der Gesetzeslage praktizierte Nulltoleranz – jeder Krümel, jedes Hanfblatt wird zur Anzeige gebracht – schadet den Beamten, die davon ausgehen können, dass ihre kleineren Aufgriffe von der Staatsanwaltschaft wegen Geringfügigkeit eingestellt werden. Das könnte man sich sparen und die frei werdende Zeit für dickere kriminelle Fische verwenden als für irgendwelche Freizeitkiffer.

An dieser Stelle – als kurzer Einbschub – ein „Weiter so, Jungs!“ an die offenbar unterbeschäftigten Sicherheitsleute, die beim Palmator auf dem Adlersberg den einen von über 10.000 Besuchern rausziehen, der sich einen Joint bastelt. Dazu ein Auszug aus dem entsprechenden Polizeibericht: ...

Diese Nulltoleranz schadet auch dem, der abends ein Tütchen rauchen will. Die Beschaffung macht ihn zunächst einmal potentiell kriminell. Da kann er sonst so brav sein wie er will, arbeiten, Steuern zahlen, sich um sein Umfeld kümmern – geraucht wird, was der Staat erlaubt. Und wehe, Du gehst fremd – dann doch lieber ein paar Schnaps. Auf dass die Leber erblühe.
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Hätte der 38jährige, der sich in der JVA Amberg das Leben nahm, in Deutschland Alkohol verkauft oder hätte er Colorado gelebt, wäre er nicht in der Illegalität gelandet, sondern würde vermutlich noch leben und für erkleckliche Steuereinnahmen sorgen."


http://www.regensburg-digital.de/drogen ... /04052017/
Sabine
 
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Fr 18. Apr 2014, 08:15


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