Cannabis und Führerschein (ohne Rezept)

Helmerts
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Helmerts »

Erfahrungsbericht nach Cannabisdelikt & Führen eines KFZs unter dem Einfluss von Cannabis

Letztes Jahr im Februar wurde ich von der Polizei im Zuge einer allgemeinen Verkehrskontrolle auf Cannabis positiv getestet. Hatte am Vorabend Cannabis konsumiert, es wurden keine Hanfprodukte in meinen KFZ entdeckt. Ich dachte mir, dass ich den einen oder anderen darüber informieren kann, wie dieser Prozess abläuft.

Nachdem sich bereits ein leichter Staub des Vergessens über mein Delikt gelegt hatte (nach rund zwei Monaten), flatterte ein gelber Brief der Polizeiinspektion bei mir in den Briefkasten. Dieser informierte mich über das Ergebnis des Bluttests (3,1 ng/ml Blutserum THC-OH (aktiv), 67,0 ng/ml Blutserum THC-COOH (passiv)) und konfrontierte mich mit meinen Vergehen (Führen eines KFZ unter Einfluss berauschender Substanzen) [Ordnungswidrigkeit] und Verstoß gegen das BTM-Gesetz [Straftat]. Ferner wird in einem kleinen Nebensatz erwähnt, dass die Fahrerlaubnisbehörde über dieses Delikt informiert wurde.

Die Strafe für die Ordnungswidrigkeit belief sich auf 500€ Bußgeld, 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg und rund 350€ Gebühr für die Bearbeitung des Verfahrens. *Man könnte ja meinen, wäre Strafe genug für einen Studenten.*

Das Strafverfahren würde konsequenzlos eingestellt. *Bei Kleinstdelikten normalerweise die Regel*

Die Fahrerlaubnisbehörde (im folgenden FEB genannt) verlangte lediglich ein ärztliches Gutachten (äG).
Die FEB handelt auf Grundlage des §14 FeV (https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__14.html)

Die Kosten des äG sind selbstverständlich vom Beweisbringenden zu tragen. In meinem Falle 550€ für eine körperliche Untersuchung, einem psychologischen Gespräch und zwei Urinscreenings. Dieses äG wird in der Regeln von einer anerkannten MPU-Stelle durchgeführt und kann nicht vom Arzt des Vertrauens durchgeführt werden. IdR ruft die MPU-Stelle am Vortag an, damit am Folgetag das Screening nicht manipuliert werden kann. Die Untersuchung war in Ordnung, der behandelnde Arzt hat lediglich Herz- und Lungenfunktionen, sowie neurologische und motorische Funktionen getestet. Das Urinscreening hingegen ... naja ... :cry:
Man befindet sich grundsätzlich in einer sehr angespannten Situation, dann noch vor den Augen des Arztes zu urinieren mag gekonnt sein. Darüber hinaus darf man nicht zuviel trinken, der Urin ist optimalerweise gelb um den Kreatininspiegel und damit die Konzentrationsdichte von löslichen Stoffen zu ermitteln. Sollte man also im Hochsommer bei 30°C im Schatten - am Nachmittag - getestet werden, bereits zwei schriftliche Prüfungen absolviert haben, kann einem auf dem Weg zur MPU-Stelle auch ganz schnell mal das Licht ausgehen. (War bei mir der Fall :shock: )
Das psychologische Gespräch wurde von mir ehrlich beantwortet, ich habe also eingeräumt dass es auch in der Vergangenheit zu gelegentlichen Cannabiskonsum gekommen war, jedoch seit der Polizeikontrolle im Februar eine Abstinenz vorherrscht.

Das äG umfasste 12 Seiten feinsten Copy-Pastes und wurde von mir wortkarg aber persönlich der Sachbearbeiterin in der FEB überreicht. Dies geschah Ende August, mehr als sechs Monate nach der Polizeikontrolle, in denen ich weiterhin am Straßenverkehr [als potenziell nicht verkehrstüchtig] teilnehmen durfte (bis auf einem Monat OWi-Fahrverbot). Seitdem herrscht absolute Funkstille zwischen der FEB und mir, schlafende Hunde soll man bekanntlich nicht wecken und deshalb werde ich mich ganz sicher nicht über den Bearbeitungsstand informieren. Darüber hinaus grasiert ja aktuell Corona, die die Bürokraten dieses Landes (wenn überhaupt) zum Homeoffice zwingt und den Prozess der Bearbeitung noch weiter verlangsamen sollte.

Unterm Strich:
------------------
- 1.350€ Kosten für äG, Verwaltung und Bußgeld.
- 2 Punkte in Flensburg
- 1 Monat Fahrverbot

Sollte es dabei bleiben, könnte man meinen ich wäre mit einem blauen Auge davon gekommen. Es ist jedoch so, dass ich mich so sehr in die Sache hereingesteigert habe, dass ich einen Hang zur Depression in dieser Zeit entwickelt habe von der ich mich so langsam wieder erhole...
Sollte die FEB nach 14 Monaten, in denen ich ohne Probleme als KFZ-Führer am Straßenverkehr teilnehmen durfte, noch Bedenken zu meiner Fahrtauglichkeit haben - werde ich den Führerschein kampflos abgeben. Das ganze hat mir nicht nur viel Geld sondern noch mehr Nerven gekostet und auf die will ich nun wirklich nicht verzichten.

Mit freundlichen Grüßen & bleibt gesund
Helmerts
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Hans Dampf
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Hans Dampf »

Danke für deinen ausführlichen Bericht!

Und viel Glück mit deinem Schein, wäre ja ärgerlich - und nach so langer Zeit des Weiterfahrens auch lächerlich -wenn da noch was käme.

Grüße!
"Das Schöne an der Mitgliedschaft im DHV ist dass man nichts tun muss außer zahlen und die Legalisierung trotzdem voranbringt. Aktiv mit-Menschen reden und sie offen für Neues zu machen erzeugt aber die größte Wirksamkeit für eine L. hier in D."
CEDWolf
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von CEDWolf »

Hallo.

Danke für den Bericht.

Eine kurze Frage habe ich:

Handelt es sich um einen Patienten mit ärztlich verordnetem Cannabis oder Um einen "Freizeitkonsument"

Dank und Gruß
crappy
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von crappy »

@CEDWolf

Wenn man Cannabis vom Arzt auf Rezept verschrieben kriegt, begeht man weder eine Ordnungswidrigkeit (Drogenfahrt nach § 24a StVG), noch eine Straftat nach §29 BtMG.
HanfAachen
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NRW: Cannabis 8g Brutto vom Zoll im Auto gefunden

Beitrag von HanfAachen »

Hallo alle,
wir wohnen in NRW und gestern wurde bei meinem Freund 5g Netto (8g Brutto) Cannabis im Auto vom Zoll bei der Grenze zwischen NL und DE gefunden. Die haben das Cannabis weggenohmen und ein Anhoerungsbogen/Beschlagnahmeanzeige ihm gegeben. Da stehen seite persoenliche Daten und bei der Erklaerung ist "Ich will mich nicht aussern" angekreuzt. Wir sind EU Staatsbuerger (Slowakisch) und sind ein wenig jetzt beaengticht wegen der Situation. Wir konsumieren Cannabis jeden Tag (mein Freund hat es eigentlich fuer mich gehohlt und er wollte aufhoehren aber na ja ironie des Lebens das er dann gestern erwischt wurde). Auf alle Faelle hatten die Maenner vom Zoll das Auto durchsucht nichts weiter gesagt (ausser seinen Rechten und das es Illegal ist in NRW) und ihm das Papier gegeben und er konnte dann weiterfahren. Was kommt jetzt auf uns zu? Kann mann deswegen eine MPU bekommen, oder sein Fuehrerschein wegnehmen? Er ist nicht Vorbestraft und hatte noch nie mit der Polizei oder Zoll zu tuhn gehabt und wurde das 1. mal erwischt. Wir werden natuerlich nicht mehr konsumieren damit wir nichts schlimmeres reskieren, ich habe aber Angst das aus einer in NRW geringen Menge jetzt eine wirklich wirklich schlimme Sache wird. Ich hab schon zich Artikels und Webseiten auf dem Internet durchgelesen. Hatte jemand mit sowas Erfahrung vorher? Ich hab gesehen das es bei geringen Mengen das Verfahren eingestellt werden kann bis zu MPU wird verwiesen und Fuehrschein kann weg bis zu es wird eine Gerichstssache draus und wir rechnen def. mit einer Geldstraffe. Danke fuer Eure Hilfe Vorab, HA
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Martin Mainz
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Martin Mainz »

Hallo HanfAachen und herzlich willkommen im Forum!

Schau mal ein paar Beiträge weiter oben, da ist so ein Fall ganz gut beschrieben:
viewtopic.php?f=12&t=7436&start=420#p80644

Ob nun so oder bei Grenzübertritt ist wahrscheinlich egal. Da hier keine Rauschfahrt vorliegt, könnte dein Freund Glück haben und es kommt nichts von der Führerscheinstelle.

Verfahren wird wohl eingestellt, da in NRW die geringe Menge bei 10g liegt. Wenn sonst nichts vorliegt bleibts wahrscheinlich bei einer Geldbuße und einem Eintrag ins Polizeiregister. Beim nächsten Mal ist die Kontrolle dann noch wahrscheinlicher (siehe auch hier: viewtopic.php?f=12&t=7300)
Ehrenamtlicher Foren-Putzer und Teilzeitadmin
Medixander35
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Re: NRW: Cannabis 8g Brutto vom Zoll im Auto gefunden

Beitrag von Medixander35 »

HanfAachen hat geschrieben: Do 9. Apr 2020, 08:30 Hallo alle,
wir wohnen in NRW und gestern wurde bei meinem Freund 5g Netto (8g Brutto) Cannabis im Auto vom Zoll bei der Grenze zwischen NL und DE gefunden. Die haben das Cannabis weggenohmen und ein Anhoerungsbogen/Beschlagnahmeanzeige ihm gegeben. Da stehen seite persoenliche Daten und bei der Erklaerung ist "Ich will mich nicht aussern" angekreuzt. Wir sind EU Staatsbuerger (Slowakisch) und sind ein wenig jetzt beaengticht wegen der Situation. Wir konsumieren Cannabis jeden Tag (mein Freund hat es eigentlich fuer mich gehohlt und er wollte aufhoehren aber na ja ironie des Lebens das er dann gestern erwischt wurde). Auf alle Faelle hatten die Maenner vom Zoll das Auto durchsucht nichts weiter gesagt (ausser seinen Rechten und das es Illegal ist in NRW) und ihm das Papier gegeben und er konnte dann weiterfahren. Was kommt jetzt auf uns zu? Kann mann deswegen eine MPU bekommen, oder sein Fuehrerschein wegnehmen? Er ist nicht Vorbestraft und hatte noch nie mit der Polizei oder Zoll zu tuhn gehabt und wurde das 1. mal erwischt. Wir werden natuerlich nicht mehr konsumieren damit wir nichts schlimmeres reskieren, ich habe aber Angst das aus einer in NRW geringen Menge jetzt eine wirklich wirklich schlimme Sache wird. Ich hab schon zich Artikels und Webseiten auf dem Internet durchgelesen. Hatte jemand mit sowas Erfahrung vorher? Ich hab gesehen das es bei geringen Mengen das Verfahren eingestellt werden kann bis zu MPU wird verwiesen und Fuehrschein kann weg bis zu es wird eine Gerichstssache draus und wir rechnen def. mit einer Geldstraffe. Danke fuer Eure Hilfe Vorab, HA
Es wir eine Geldstrafe geben. Schätze diese auf 2500 Euro und dann sollte es das gewesen sein. Den Führerschein können sie euch nehmen. Macht SOFORT wenn ihr clean seit einen freiwilligen Drogentests über 6 Monate. Das kommt immer gut...und natürlich einen Anwalt !! Niemals ohne !! Das Problem ist das ihr wahrscheinlich angegeben habt täglich zu konsumieren. Wenn das der Fall ist/war dann sieht’s schlecht aus mit Führerschein. Aber wie gesagt ihr MÜSST zum Anwalt 👍🏻 Auf jedenfall muss man deswegen keine Panik schieben. Das ist geringe Menge, keiner hat Vorstrafen dies bezüglich und somit wird das fallengelassen 👍🏻

Drück euch trotzdem die Daumen
bluesky768
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Ist mein Führerschein weg?

Beitrag von bluesky768 »

Hallo,

Als erstes möchte ich mich entschuldigen, falls es schon so einen Beitrag gibt aber hoffe Ihr könnt mir vielleicht ein wenig weiter helfen :D . Nun mein Fall. Ich war letzte Woche zu Fuß unterwegs und wurde von den Helfern in Blau durchsucht. Es wurden 4g Gras bei mir gefunden. Die strafrechtlichen Konsequenzen sind mir relativ egal wichtig ist mir nur mein Führerschein. Ich hatte ca. 1-2 mal die Woche etwas geraucht und meinen Konsum nun komplett eingestellt. Kommen wir zu meinen Fragen.

1. Wann kann ich mit Post von der Führerscheinbehörde rechnen?

2. Welche Maßnahmen kann ich erwarten? Erst nur ein Gespräch? Drogentests? Ärztliches Gutachten? Sogar MPU?

3. Was denkt ihr wann mein Urin wieder sauber ist? Im Internet ließt man ja verschiedenste Sachen von paar Tagen bis zu Monaten. Ich bin ja keiner der jeden Tag raucht aber auch keiner der nur selten mal was raucht.

Mfg
HabAuchNeMeinung
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Re: Ist mein Führerschein weg?

Beitrag von HabAuchNeMeinung »

Hallo Bluesky,

erstmal herzlich willkommen im Forum.

Zu deinen Fragen.
Da Du zu Fuß erwischt wurdest, ist kein Bezug zum Straßenverkehr gegeben.
Damit hat die FeB ersteinmal kein handhabe Dir deine Fahrerlaubnis zu entziehen.
Maximal könnte ein ärztliches Gutachten auf Dich zukommen, wobei sie deine
Konsumgewohnheiten abklären wolllen.
Wann und ob sie sich melden kann Dir keiner verlässlich sagen ausser der Sachbearbeiter...
Wann Du wieder Clean bist kommt auf viele Faktoren an aber wenn deine Konsumangaben stimmen
würde ich so auf maximal 4 - 6 Wochen tippen.
Bestell Dir halt ein paar Teststreifen mit einem CutOff von 25.
Wenn der Negativ ist "bist Du clean".
In welchem Bundesland lebst Du denn?

Du bist aber ab jetzt bei der Polizei als BTM Konsument "gelabelt".
Damit hast Du falls sie Dich mal anhalten, zu 100% einen Drogenvortest "gebucht".
Diesen auf jedenfall verweigern auch wenn Du weisst das Du clean bist.
Dann bleibt nämlich die Polizeidiensstelle auf den Kosten für die Blutentnahme "sitzen".

VG
HabAuchNeMeinung
crappy
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Re: Ist mein Führerschein weg?

Beitrag von crappy »

HabAuchNeMeinung hat geschrieben: So 26. Apr 2020, 12:13 Da Du zu Fuß erwischt wurdest, ist kein Bezug zum Straßenverkehr gegeben.
Damit hat die FeB ersteinmal kein handhabe Dir deine Fahrerlaubnis zu entziehen.
Da kenne ich aber auch andere Fälle in denen der Führerschein entzogen wurde wenn man zu Fuß unterwegs war. Ich meine bei so einem Musikfestivall wurden reihenweise die Besucher kontrolliert und hatten danach Post von der Führerscheinstelle. (War das beim Summerjam Köln?)

Die FeB kann jederzeit die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen prüfen. Das steht in Anlage 4 FeV https://www.gesetze-im-internet.de/fev_ ... age_4.html


Ob das ein gelegentlicher Konsum mit gegebenem Trennungsverbögen ist/war muss man dann nachweisen. Meistens durch eine MPU.

Also, es kann passieren, dass die Polizei eine Meldung an die FeB rausschickt. Muss aber nicht unbedingt passieren. Man kann ja auch mal Glück haben.
HabAuchNeMeinung
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Re: Ist mein Führerschein weg?

Beitrag von HabAuchNeMeinung »

crappy hat geschrieben: So 26. Apr 2020, 13:04
HabAuchNeMeinung hat geschrieben: So 26. Apr 2020, 12:13 ...

Die FeB kann jederzeit die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen prüfen. Das steht in Anlage 4 FeV https://www.gesetze-im-internet.de/fev_ ... age_4.html


Ob das ein gelegentlicher Konsum mit gegebenem Trennungsverbögen ist/war muss man dann nachweisen. Meistens durch eine MPU.
....
Hi crappy,

bitte beschäftigt euch mal mit dem Thema...

Ich habe nichts anderes gechrieben. Die FeB kann jederzeit, wenn berechtigte Zweifel an der Fahreignung betehen (z.b. wenn man mit Cannabis erwischt wurde,) diese überprüfen.
Wenn kein Bezug zum Straßenverkehr gegeben ist, kann das aber niemals eine MPU sein, da diese zur Wiedererlangung der Fahreignung dient und nicht zum Abklären irgendwelcher Konsumgewohnheiten. Dazu sind ärtztliche Gutachten geeignet/gedacht.
Wenn man aber das äG nicht beibringt oder dieses negativ (weil man z.B. regelmäßigen Konsum "zugibt" oder z.B. Abbaustoffe im Blut hat) ausfällt, wird die Fahrerlaubnis entzogen. Zur Wiedererlangung ist dann eine MPU erforderlich.
Ob Trennvermögen besteht oder nicht spielt ausschlieslich dann eine Rolle wenn ein Bezug zum Straßenverkehr gegeben ist.

https://www.zeit.de/wissen/2014-10/mari ... ettansicht
FAHRERLAUBNISVERORDNUNG
a) Ohne Verkehrsbezug
Erlangt die zuständige Fahrerlaubnisbehörde Kenntnis davon, dass ein Fahrerlaubnisinhaber Cannabisderivate konsumiert, kann die Fahrerlaubnis wegen Annahme der Ungeeignetheit auch ohne Verkehrsbezug des Cannabiskonsums entzogen werden. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
– BverwG, Beschluss vom 23.10.2014 = NJW 2015, 2439 –
ist regelmäßiger Cannabiskonsum per se eignungsausschließend, →§ 11 Abs. 7 FeV. Er führt zur sofortigen Entziehung der Fahrerlaubnis. Die Erstellung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens zur Untersuchung der Fahreignung ist nicht erforderlich. Regelmäßiger Konsum bedeutet täglicher oder beinahe täglicher Konsum. Dabei kommt es nicht darauf an, ob dieser Konsum noch aktuell stattfindet. Es reicht für die Fahrerlaubnisbehörde aus, wenn auch in der Vergangenheit und somit bis zu 10 Jahren zurückliegend ein solcher Konsum stattgefunden hat. In diesem Fall ist nach Entziehung der Fahrerlaubnis regelmäßig von den begutachtenden Stellen ein Jahr Abstinenz zu fordern, nach welchem dann erst eine medizinische-psychologische Untersuchung zum Nachweis der Fahreignung angegangen werden kann.
https://fuehrerscheinkampagne.de/fakten ... erordnung/
https://www.strafverteidiger-schueller. ... -nr-2-fev/
https://www.strafverteidiger-schueller. ... -cannabis/
https://www.strafverteidiger-schueller. ... enverkehr/

HabAuchNeMeinung
bluesky768
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Re: Ist mein Führerschein weg?

Beitrag von bluesky768 »

HabAuchNeMeinung hat geschrieben: So 26. Apr 2020, 12:13 ...
Bestell Dir halt ein paar Teststreifen mit einem CutOff von 25.
Wenn der Negativ ist "bist Du clean".
In welchem Bundesland lebst Du denn?
...
VG
HabAuchNeMeinung
Hallo,

Danke für deine Antwort. Ich lebe in Baden-Württemberg. Ich habe vor mir ein paar Teststreifen zu holen allerdings denke ich, dass das jetzt noch kein Sinn macht. Die Konsumangaben stimmen so wirklich und deshalb hoffe ich dass sich die FeB noch etwas Zeit lässt damit ich im Falle eines ärztlichen Gutachten auf jeden Fall clean bin.


Lg
HabAuchNeMeinung
Beiträge: 438
Registriert: So 1. Jun 2014, 02:17

Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von HabAuchNeMeinung »

Hallo Zusammen,

bin auf drei interessante Threads im Verkehrsportal gestossen die ich hier mal für die Nachwelt festhalten will:
1. MPU mit KK & ohne AB-Nachweis, aktiv 2ng THC und 40ng THC-COOH
http://www.verkehrsportal.de/board/inde ... pic=128509

2. Anordnung einer MPU wegen Cannabis, Anordnung zurückgezogen nach Berufung auf Probierkonsum
http://www.verkehrsportal.de/board/inde ... pic=128035

3. MPU (wg. THC pos. 1,3ng/ml) ohne Abstinenznachweis?, MPU gefordert ohne Hinweise auf Abstinenznachweise
http://www.verkehrsportal.de/board/inde ... pic=127859

HabAuchNeMeinung
Wurlitzer1920
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Wurlitzer1920 »

Kriminalität Warnschüsse der Polizei halten 19-Jährigen nicht auf
Vefolgungsjagd unter Drogen

Bad Dürkheim.Ein 19 Jahre alter Autofahrer hat sich in der Nacht zum Mittwoch im Landkreis Bad Dürkheim eine Verfolgungsjagd durch mehrere Ortschaften mit der Polizei geliefert. Dabei feuerten die Beamten mehrere Schüsse ab.

Die Polizisten hatten das Auto mit drei Insassen kontrollieren wollen, wie die Dienststelle mitteilte. Statt anzuhalten, flüchtete der Fahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit. Auf einem Parkplatz ließ er zwei Beifahrer aussteigen und setzte die Flucht fort. Selbst Schüsse auf die Reifen tangierten ihn nicht. Erst auf einem Feldweg kam das Auto schließlich zum Stehen.

Der Streifenwagen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf. Der Fahrer wurde festgenommen, im Auto fanden die Beamten rund drei Gramm Marihuana. Der 19-Jährige stand unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

https://www.morgenweb.de/mannheimer-mor ... 34467.html

Richter Müller sagte ja bei einem Vortrag, das wenn man am Abend einen Joint
geraucht hat, man am nächsten Tag wieder fahrfähig ist.

Nähere Umstände leider unbekannt. Wenn ich mir vorstelle, der ist nicht bekifft
gefahren, sondern hat nur wegen Angst, das er auf Grund von völlig bescheuerten
Tests den Führerschein verliert....

Die Tatsache, das er seine Beifahrer noch aussteigen lassen hat, finde das
anständig, so beeinträchtigt kann er nicht gewesen sein.

Auch das fällt mir immer häufiger auf, das Leute flüchten, fahren ohne
Führerschein....

Ich rauche schon eine ganze Zeit nicht mehr, bin in der letzten Zeit 2 mal
nachts aufgewacht, Grund waren Träume von einer Polizeikontrolle, war
echt ätzend.
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Cookie
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Cookie »

Wurlitzer1920 hat geschrieben: Do 30. Apr 2020, 19:23 Ich rauche schon eine ganze Zeit nicht mehr, bin in der letzten Zeit 2 mal
nachts aufgewacht, Grund waren Träume von einer Polizeikontrolle, war
echt ätzend.
Ich "rauche" auch nicht mehr seit fast 2 Jahren, aus vorsorglich gesundheitlichen Gründen, und bin deswegen aufs "Vaporizieren" ausgewichen... und habe es lieben gelernt!

Egal, was ich eigentlich sagen wollte ist, dass ich solche Träume niemals hatte, obwohl ich schon mehrmals kontrolliert wurde im bekifften Zustand (bisher nicht aufgefallen). Ich kann es unter Anderem deswegen nicht verstehen, warum der Fahrer sich ein Rennen mit der Polizei geliefert hat - das er aller Wahrscheinlichkeit nach verliert. Vermutlich war es das jugendliche Alter in Verbindung mit der Prohibition, aber er hätte wissen sollen, dass die 3g eigentlich kein Thema sind in RLP - außer dass er vermutlich seinen Führerschein auf Probe abgeben muss. Nun, jetzt muss er es erst recht und kriegt eine dicke Strafe obendrein.

Ich möchte noch hinzufügen, dass ich selbstverständlich nicht stolz bin darauf, aber "coolness" ist die einzige Chance.
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Hans Dampf
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Hans Dampf »

Cookie hat geschrieben: Fr 1. Mai 2020, 15:10 ... Ich möchte noch hinzufügen, dass ich selbstverständlich nicht stolz bin darauf, aber "coolness" ist die einzige Chance.
Ist halt typabhängig. Ich wäre gerne cool in solchen Situationen, Störungsbedingt geht das aber nicht immer 🤷🏼‍♂️
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Cookie »

Hans Dampf hat geschrieben: Fr 1. Mai 2020, 15:36 Ich wäre gerne cool in solchen Situationen, Störungsbedingt geht das aber nicht immer 🤷🏼‍♂️
Es mag auch Glück dabei gewesen sein, aber selbst wenn ich innerlich zunächst angespannt war, kam ich im richtigen Augenblick wieder runter. Ich glaube, das ist es, was ich kann, aber ich gebe zu, es ist nicht leicht zu erklären oder zu lernen. Die beste Sache war, als ich wegen Karneval kontrolliert und nach Alkohol gefragt wurde... das konnte ich besten Wissens wahrheitsgemäß verneinen ("Alkohol? Ich? Keinen Tropfen!" oder so ;)).
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Wurlitzer1920 »

Vor der Neuregelung ca. 1997 bin ich häufiger kontrolliert worden, war
freundlich und die Beamten waren eigentlich immer OK, es hat keinen interessiert. Ich bin häufig in dem Zustand gefahren und noch häufiger mitgefahren mit
Leuten, die in dem Zustand gefahren sind. Es gab nie einen Unfall.
Bei Leuten, die Alkohol getrunken haben, bin ich nicht mitgefahren, 1-2 Bier OK,
wenn ich denjenigen kannte. War einfach so, bin nicht stolz darauf, konnte
eigentlich immer gut einschätzen, wann es zu riskant war.
Nach der Gesetzesänderung, hatte ich kein Problem mich anzupassen, d.h. habe es nicht mehr gemacht, bis auf ein einziges Mal 3 Std. nach Konsum.
Ich bin seitdem nur 1 Mal kontrolliert worden, Jahre her, morgens auf dem Weg
zur Arbeit, hatte am Abend vorher konsumiert, hatte damals solche Schmerzen in der Schulter, das ich den Führerschein nicht aus der Jackentasche bekam.
Freundlich gefragt, ob ich aussteigen darf, weil ich mich dann besser bewegen kann.
Der Beamte fragte dann noch, ob ich auf dem Weg zur Arbeit bin, am Auto war alles OK und ich konnte weiterfahren.
Wir beide gehören vom Alter sicher nicht zur Hauptzielgruppe. In Bayern möchte
ich nicht unterwegs sein, habe z.B. wieder lange Haare...ganz schlecht.
Dann wurde bei mir, zu spät Diabetes 2 festgestellt, kam keiner drauf, bin ein dünner Hering, warscheinlich genetisch bedingt, habe eine Polyneurophatie in den
Beinen, d. h. nicht mehr so sicher auf den Beinen, da geht die Coolness dann
langsam stiften, sehe das aber auch so wie Du.

Es gab zaghafte Versuche Ärzten klar zu machen, das mir Cannabis bei Restless Legs und Krämpfen nachts geholfen hat, diverse WS - Geschichten usw., will sagen, ich kann mich einfach besser bewegen und auch besser fahren, wenn ich abends eine geraucht habe, kann dann z.B. auch durchschlafen.

Mir tun die jungen Leute leid, da müssen einfach anständige Regeln her....
Bei einem Verkehrstag nannte eine Ärztin das "mit Kanonen auf Spatzen schiessen", das stand aber leider nur in einer Zeitung....

PS: Ich rauche Tabak und bin bei meinem 1. Versuch mir das abzugewöhnen,
vor 2 Jahren nach 14 Tagen gescheitert, habe damals abends immer einen
kleinen Pur-Stickie geraucht. Vaporisiert habe ich noch nie. Habe mit 15
angefangen, Tabak zu rauchen....
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Cookie
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Cookie »

In den neuen DHV News ist das übrigens auch Thema - aber nichts Neues dazu.
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa
crappy
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von crappy »

Hallo Wurlitzer1920,

was für eine Gesetzesänderung meinst du? Das "Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften" von 2017?

Es ist halt besser ein Rezept zu haben wenn man am Straßenverkehr teilnimmt. Dann begeht man zumindest keine Ordnungswidrigkeit nach § 24a II StVG.

https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__24a.html
... Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.
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