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»BfArM« - Janusköpfig?

helft uns bei detaillierten Recherchen


Re: »BfArM« - Janusköpfig?

Beitragvon Unbegreiflich am So 18. Okt 2015, 08:39

Habe mir noch mal einiges angesehen und jetzt habe ich auch einige Fragen.
Der Anbau von “medizinischem Cannabis” ist sehr komplex und es betrifft auch viele Bereiche.
Was man beachten muss:
-Internationale Verträge (Single Convention on Narcotic Drugs)
-BfArM und Bundesopiumstelle
-Gesundheitsminesterium
-Neues “Amt” gründen

-Man muss sich noch mal die aktuelle Gesetzeslage vergegenwärtigen im Bezug auf “medizinisches Cannabis” in Deutschland.
-Dann muss man begreifen das “medizinisches Cannabis” (eigentlich) kein “illegales Cannabis” ist.
Vor allem wenn man dieses “medizinische Cannabis” kultivieren will.
Da schleichen sich schnell Fehler beim Denkprozess ein.
Wohl auch beim “BfArM” und vielen in der Politik. Das ist fatal in diesem Fall.


Gehe nochmal detaillierter auf die Auslagerung von “medizinischem Cannabis” ein und warum das so wichtig ist. Einiges war mir so auch noch nicht bewusst.
"Medizinisches Cannabis" ist kein "registriertes" Produkt, aber es gibt viel schwerwiegendere Gründe.


“Cannabis” ist in allen Ländern mit “medizinischem Cannabisanbau” verboten.
Die haben ja alle die selben Verträge unterzeichnet (Single Convention on Narcotic Drugs).
Ich glaube in den Niederlanden ist “Cannabis” offiziell in der gleichen Kategorie wie in Deutschland.
“Klasse II”. Also bestimmt nicht legal.

Bei diesen “Verträgen” gibt es wohl einige “Artikel”, die sich mit “Ausnahmeregelungen“ beschäftigen.
Dort wird auf die “medizinische Bedeutung” eines Teils der betroffenen Drogen eingegangen.
“Wenn eine verbotene Pflanze, medizinisch verwendet werden kann.
Dann kann man diese Pflanze (wohl unter ganz bestimmten Voraussetzungen) zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken aus der Liste herausnehmen” (befreien).

Dabei bleibt die illegale Pflanze “Cannabis” verboten.
Zu medizinischen Zwecken ist die Pflanze (in gewissem Umfang) aber erlaubt.

Ganz bestimmte Voraussetzungen: (Habe ich wie folgt verstanden)
Da es sich um eine illegale Pflanze (Blüten) handelt, geht das nur unter gewissen Voraussetzungen.
Man könnte wohl stark verkürzt sagen.
“Der medizinische Verwendungszweck, ist Voraussetzung genug um so eine Änderung zu veranlassen. Denn Unteruchungen bestätigen die Wirksamkeit und so weiter”.

Ein weitere Voraussetzung besagt, das Aufgrund der geltenden Verträge nur Apotheken, Ärzte und wohl auch Tierärzte diese “medizinische Behandlung” veranlassen können (siehe dazu auch “rezeptpflichtig“).
Nur diese Berufsgruppen und Einrichtungen dürfen auch solche Medikamente in größerem Umfang vorrätig haben (keine Ahnung wie viel das ist. Aber schon einige Gramm. Große Verpackungseinheiten bei “Bedrocan“ enthalten wohl 250 Gramm).

In gewissem Umfang:
Muss man dann regeln.
-Denke mal ein Medikament für Volljährige.
(Ausnahmen bestätigen sicherlich die Regel. Ich bin aber kein Arzt).
-Verschreibungspflichtig, das geht nicht anders. Sieht die “Single Convention” wohl so vor.
(BTM-Rezept ist aber äußert fragwürdig. Glaube in den Niederlanden, Israel und Kanada gibt es kein BTM-Rezepte. Bin mir aber nicht sicher).
-Ich denke es sollte zwischen “Patient” und “Arzt” geregelt werden, ob “medizinisches Cannabis” angebracht ist oder nicht. Eine Instanz wie das “BfArM/Bundesopiumstelle” sollte sich da nicht zum obersten Richter erheben.
-Forschung zulassen.
-Klinische Studien zulassen.
-Ausschließliche Belieferung an Apotheken und Krankenhäuser.

So in etwa haben andere Länder das wohl gemacht.

Denke das ist wirklich die einzige Möglichkeit um von diesen “Ausnahmeregelungen” in den “Verträgen” wirklich Gebrauch zu machen.
Vor allem, wenn man “medizinisches Cannabis” in größerem Umfang anbauen möchte.

Ein Staat, welcher die “Verträge” damals unterzeichnete, muss wohl einiges ändern wenn er “Cannabisanbau zu medizinischen Zwecken“ zulässt.

Und nun?
Wie sollte das aussehen ohne neue “Einrichtung”?
Will das “BfArM” einzelne Ausnahmegenehmigungen erteilen an Betriebe?
Die Betriebe bekommen eine “Dauerhafte Ausnahmegenehmigung mit Expansionsgarantie”?
Wie soll man das gesetzlich Regeln, mit den heutigen “Einrichtungen” und “internationalen Verträgen“?
Vielleicht liegen da ja auch einfach Missverständnisse vor und ich übersehe einige Dinge.

Sieht aber so aus, als könne nur ein neues “Amt” das im vollem Umfang regeln.
So das es auch mit internationalen Verträgen harmonisiert.

Das “BfArM” soll doch weiterhin “Fertigarzneimittel” prüfen und gegebenenfalls zulassen.
Die “Bundesopiumstelle” kümmert sich um alle anderen “Medikamente” die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.
Ebenso um den Grundstoff-Handel der für diese Medikamente nötig ist.
Dabei geht es ja in den allermeisten Fällen um irgendwelche Medikamente auf der Basis von Opium.

“Medizinisches Cannabis” ist was anderes.
Dieser “Grundstoff”, wird zukünftig von dem neuen “Amt” kontrolliert.

Nur so, kann man “medizinisches Cannabis” überhaupt von dem “illegalen Cannabis” sinnvoll trennen.
“Illegales Cannabis” bleibt komplett unberührt.
Nur anerkanntes “medizinisches Cannabis” bekommt eine neue “Einrichtung”.
Welche sich um das ganze Aufgabenfeld kümmert.

Klingt bestimmt seltsam für einige. Aber Politik ist in großen Teilen seltsam.
Bei “Cannabis” erst recht.
Wenn man das nicht so macht, wird die Trennung von “illegalem Cannabis” und “medizinischem Cannabis” eigentlich unmöglich.
Alleine die Verwaltung, würde sonst eigentlich immer im Widerspruch mit sich selber stehen.

Bei unseren “Staatlichen Einrichtungen” gibt es keine direkte Trennung und man sieht, wie unfassbar schwer man sich bei den Entscheidungsträgern “BfArM/Bundeopiumstelle” tut.
Keine 500 Patienten in Deutschland.
Man möchte solche Rezepte für “medizinisches Cannabis” kaum rausrücken.
Man hat dort doch kein wirkliches Zutrauen in “medizinisches Cannabis”.
Man bekommt den Eindruck das “medizinisches Cannabis” dort als “illegale Droge“ betrachtet wird .

Die müssen sich klar werden das "Cannabis" illegal ist.
"Medizinisches Cannabis" wiederum ist eine “nicht registrierte” aber anerkannte Arzneipflanze und somit im Status “legal“. Da diese ja auch “legal” produziert wurde um damit die “Apotheken” und “Kliniken” zu beliefern.

Darum auslagern an eine Stelle, die nicht andauernd mit sich ringen muss.
Illegal - Legal ?
Kiffer - Patient?

Ganz “verbindlich” kann man doch mal festhalten.
Das sind Patienten die eine hilfreiche Arzneipflanze benötigen und nix weiter.
Diese Pflanze ist zu medizinischen Zwecken anerkannt und wird legal produziert, somit ist diese nicht im herkömmlichen Sinne als "illegal" einzustufen.
Kein Betäubungsmittel das verboten ist sondern eine anerkannte Arzneipflanze.
Dann ist das endlich mal getrennt.

Die eigentliche Rechtslage in Deutschland sieht doch momentan so aus.
“Cannabis” ist “illegal” und es gibt keine spezielle "Einrichtung" für "medizinisches Cannabis".
Das “BfArM”, gibt bei manchen Patienten seinen “Segen” und lässt die Behandlung mit “medizinischem Cannabis” zu.
Dabei befördert ja das “BfArM”, das in Deutschland eigentlich “illegale Cannabis” welches unter das Betäubungsmittelgesetzt fällt, auf die anerkannte Ebene des “medizinischen Cannabis”.
Man macht da einfach eine Ausnahme, die mit was genau gerechtfertigt wird?
(Keine Ahnung ob das “Einheitsabkommen” das überhaupt gestattet)
Das geschieht nach Einzelfallprüfung und ist echt fraglich.
Oder habe ich da was falsch verstanden?

Das “Betäubungsmittelgesetz” ändern, so wie sich das eventuell “Frau Mortler” und die anderen Vorstellen funktioniert denke ich nicht.
“Cannabis” bleibt auch zukünftig “illegal”.
“Medizinisches Cannabis” bekommt eine neue “Einrichtung”, denn dieses wird ja “legal“ produziert und ist anerkannt.
Wie will man das auch in einem Gesetz vereinen?
“Medizinisches Cannabis”, welches unter den legalen vorgaben des Gesetzgebers angebaut wurde,
fällt nicht im bekannte Sinne unter das Betäubungsmittelgesetz.
Ist halt einfach “medizinisches Cannabis”.

Zu den Patientenzahlen in Deutschland.
Einfach eine unterirdische Quote:
2012 gab es in Kanada schon knapp 28.000 Menschen welche eine Genehmigung hatten um “medizinisches Cannabis” zu nutzen. Kanada hat ca.33 Millionen Einwohner. Das waren 0.085% der Bevölkerung.

In Deutschland haben heute 463 Patienten ein Rezept. Wir haben 80 Millionen Menschen. Das sind 0.00058% der Bevölkerung.
Einfach lächerlich. Hier bekommt eigentlich niemand diese Arzneipflanze.
Wie gesagt 60.000-150.000 potenzielle Patienten in Deutschland ist nicht einmal übertrieben.
Das sind halbwegs realistische Zahlen.

Wie schon gesagt. Andere Länder haben das auch hinbekommen. Mehr Patienten profitieren von dem “medizinischen Cannabis” und die Welt geht nicht unter. Außerdem könnte man den Rückstand in der Forschung endlich aufholen.


Ärzte in Deutschland erkennen in vielen Fällen “medizinisches Cannabis” an.
Selbst Gerichte, haben zugunsten von Patienten geurteilt was den Eigenanbau angeht.
Da muss dann jetzt der Gesetzgeber aktiv werden.

Kann mir jemand sagen, bei welchen Krankheiten man “medizinisches Cannabis” in Deutschland schon verschrieben hat?
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Re: »BfArM« - Janusköpfig?

Beitragvon bushdoctor am Mo 19. Okt 2015, 16:34

Unbegreiflich hat geschrieben:Kann mir jemand sagen, bei welchen Krankheiten man “medizinisches Cannabis” in Deutschland schon verschrieben hat?

http://www.alternative-drogenpolitik.de ... diagnosen/

Musste ein wenig runterscrollen... etwa ab der Hälfte gibt es ein "Update" mit der Liste der bisherigen Diagnosen...

Grundsätzlich gibt es aber in der BRD keine "Positivliste" für medizinisches Cannabis. Prinzipiell kann bei jeder Krankheit eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Wichtigste Voraussetzung ist allerdings, dass Cannabis nur mittel der "letzten Wahl" sein kann und alle anderen verfügbaren Medikamente bis zum Leberversagen ausprobiert werden müssen...
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Re: »BfArM« - Janusköpfig?

Beitragvon Unbegreiflich am Mo 19. Okt 2015, 19:48

@bushdoctor ...
Vielen Dank für den Link.
Ich habe mal in das »Urteil des BVerwG vom 19. Mai 2005« geschaut.

Der Urteilstext betäubt und fällt somit unter »§X Abs.? Nr.# des Verdummungsgesetz«, eine Dauergenehmigung wird daher abgelehnt.
Spaß beiseite.

Ich kannte diesen Prozess nicht.
Muss mir das Urteil mal genauer anschauen, aber das dauert.
Ist ja auch schon 10 Jahre alt das Urteil.
Ging ja wohl um einen Patienten mit »Multipler Sklerose«.

Da steht so vieles drin was sich echt positiv anhört.
Pro Patient und zwar ziemlich Pro.
Am Schluß liegt es im Ermessen der Behörde zu entscheiden und da wird es halt schwammig, bei so einem Gerichtsurteil (persönliche Wertung).

Ob das Urteil noch zeitgemäß ist bezweifle ich.
Das es rechtskräftig ist bezweifle ich nicht.

Vor allem heutzutage hat sich die »allgemeine Einstellung« gegenüber »medizinischem Cannabis« ziemlich verändert.

Das ganze müsste wirklich von der Politik überarbeitet werden.
Vor allem wenn »medizinischer Cannabis-Anbau« dazu kommt.
Die Mehrheit der Bevölkerung ist wohl dafür das »medizinisches Cannabis« genutzt werden kann und Ärzte verschreiben es häufiger als noch vor 10 Jahren.

Würde mich auch interessieren, wie man so einen Fall heutzutage gerichtlich beurteilen würde.

Es gibt da sehr viel was man heute sicherlich anders bewerten würde.



Des weiteren, habe ich mir nochmal Gedanken gemacht zu den Patientenzahlen in Deutschland.
Mich wunderte es extrem das es nichtmal 500 sind.
Dann ist mir was heftiges aufgefallen.

Momentan gibt es ja wohl nur »Bedrocan« auf dem deutschen Markt.
Es gab ja auch schon Lieferengpässe.
Ist klar, die von »Bedrocan« können nur ihre Überschüsse exportieren und haben Produktionsgrenzen.
Das bedeutet mal ganz klar ausgedrückt - Das ist alles was an »medizinischem Cannabis« in Deutschland auf dem Markt ist und mehr gibt es momentan nicht.
Mit dem Cannabis kann man nichtmal gesichert die 500 Patienten versorgen.
Das bedeutet, jeder weitere Patient ist für das jetzige System eigentlich nicht verkraftbar.
Geschweige denn noch 1000 oder 10.000 Patienten.
Das ist richtig übel und bringt mich echt ins grübeln.
Wenn mehr Einträge eingehen würden (von seriösen Patienten) dann könnte man das in der Praxis gar nicht alles bewilligen.
Ist ja jetzt schon so.
Es gibt zu wenig »medizinisches Cannabis« auf dem Markt. Das ist Fakt!
Darum kommen die neuen Patienten hierzulande denke ich nur in »homöopathischen Dosen« dazu.
Anders ginge es momentan doch gar nicht.
Selbst Länder mit »medizinischem Cannabis-Anbau« haben manchmal einen Aufnahmestop bei neuen Patienten. Man kommt nicht hinterher mit der Produktion.


@ay_caramba ...

»ay_caramba« schrieb ... Es gab wohl noch eine zweite Firma, die sich um den offiziellen Cannabis-Anbau beworben hat. Allerdings gibt auch Bedrocan an, es sei nicht leicht ein Top-Produkt zu gutem Preis anzubieten und dann noch Gewinn zu machen.



-Früher gab es sogar eine zweite Firma in den Niederlanden welche »medizinisches Cannabis« anbauen durfte. Das war ganz am Anfang als man begann »medizinisches Cannabis« anzubauen.
Das war damals »SIMM« (Stichting Institute of Medical Marijuana).
(Eine lange Geschichte, die jetzt den Rahmen sprengen würde. Vor allem wenn es nicht nur eine Seite der Geschichte gibt)

-Es gab auch einige andere Firmen, die sich bei diesen Ausschreibungen für den
»lizensierten Cannabis-Anbau« beworben hatten. Wieviele kann ich nicht sagen.
Momentan ist »Bedrocan« der einzige lizensierte Züchter der Niederlande.

-Ja, am Anfang war auch »Bedrocan« in den »roten Zahlen«.
Aber man konnte schon bald Gewinne verbuchen.
Aller Anfang ist mühsam.
Man darf auch nicht vergessen, das damals (ab 1993) ganz vieles über Private Initiativen in den Niederlanden gelaufen ist um »medizinischem Cannabis« überhaupt bekannter zu machen. Nix Gewinn. Helfen!
Bis zum »BMC« und »Bedrocan« war es ein langer Weg.
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Re: »BfArM« - Janusköpfig?

Beitragvon Unbegreiflich am Di 20. Okt 2015, 19:50

Noch einiges abhaken.
Ist ja ein umfangreiches Thema und auf manches konnte ich noch nicht richtig eingehen.

»ay_caramba« schrieb ...
Bei der genormten Growbox ging es mir darum, diesen Dezentralisierungsprozess langfristig zu vereinfachen. So wie heute schon Industrie-Küchengeräte über Netzwerkanbindung verfügen, um bspw. ihre Temperatur periodisch zu melden, hätte ein Apotheker damit ein verlässliches Protokoll über den Anbau. Mit standardisierten Sorten und Hydroponik müsste dieser eigentlich nur der Bedienungsanleitung folgen. Gäb's das Ding, wäre es für's BfArM in Zukunft leichter Genehmigungen zu erteilen. (vgl. "Niwa" auf Kickstarter.com)


Möglich wären so kleinere Gärten durchaus.
Es gibt so viel geniale Technik, sogar ganze Systeme.
Aber ich glaube nicht das die Regierung oder »BfArM« solchen Projekten zustimmen würde.
Ich denke die haben ein gewisses Maß an Misstrauen gegenüber alles und jedem. Es könnte ja jemand 2 Stecklinge von so einer Pflanze schneiden und dann ein Drogenimperium aufbauen. Zwar schon absurd aber so stelle ich mir das vor.

Gibt aber einiges was generell für große Betriebe spricht (aus wirtschaftlicher und politischer Sicht).
Einige große Betriebe sind viel einfacher zu kontrollieren.
Das ganze wird auch billiger, wenn man das im großen Maßstab produziert.
Ich hatte gelesen das »Bedrocan« damals mit 126 Lampen schon einen Stromverbrauch von »230.000KWh« hatte.
(Ist die Frage ob man überhaupt solche Stromfresser als Lichtquelle nutzen sollte)
Das sind nachher Großabnehmer mit vergünstigten Stromtarifen und so weiter.
Die Industrie ist leider unschlagbar (günstig).
Außerdem will man ja an die potenziellen Gewinne kommen, die man mit »medizinischem Cannabis« erwirtschaften kann.
Wenn die Politik mit jemanden halbwegs gut auskommt, dann mit den Konzernen.
Noch ist das alles so.
Generell hätte ich nichts dagegen wenn Patienten sogar selber anbauen dürften. Wie »bushdoctor« schon meinte. So etwas sollten Volljährige selber entscheiden dürfen. Kann ich nix gegen sagen. »Menschenrechte« und so.

Es gibt natürlich einen großen Vorteil, wenn man das an größere »lizensierte Züchter« auslagert.
Man kann (wenn das hier alles anders wäre) mit dem Ausland Geschäfte machen.
Ne »Lizenz« ausstellen für nen Züchter aus »Kanada« oder »Israel« und umgekehrt.
Wenn mehr Sorten durch Lizenzvergabe auf den einheimischen Markt kommen, dann könnten einige Patienten davon profitieren.
Das könnte ne kleine Apotheke nie leisten in dem Umfang.

In Kanada gibt es wohl auch einige einheimische Züchter.
Mal ein Auszug aus ner Liste (es gibt locker 20 lizensierte-Züchter in Kanada).
»OrganiGram«, »Broken Coast Cannabis« oder »Canna Farms«.

»MedReleaf« ist zum Beispiel ein Züchter von »medizinischem Cannabis« aus Israel und es ist, ebenso wie »Bedrocan« in Kanada erhältlich.

Kann man mal im Netz schauen, die haben alle ne Website.
»MedReleaf«, »OrganiGram«, »Broken Coast Cannabis« oder »Canna Farms«.
Da gibt's ne große Angebotsvielfalt.

Ich kann mir nicht vorstellen das wir am Anfang so viele Lizenzen ausstellen werden.
Habe das Gefühl, das in den Augen unserer Regierung das alles Verbrecher sind und keine Betriebe die Arzneipflanzen produzieren.

Genau da müssen die umdenken.
Das ist »medizinisches Cannabis« und kein »illegales Cannabis«.
Sieht auf den ersten Blick gleich aus.
Aber es wurde legal produziert und hat einen breiten medizinischen Verwendungszweck.
Das nutzt ja keiner nur so zum Spass.

Nochmal generell zur Industrie.
Denke sogar das Pharma Firmen nur Interesse an der Forschung und Entwicklung neuer Medikamente haben.
»Medizinisches Cannabis« würde bestimmt von Firmen angebaut, die heute schon Arzneitees produzieren und auch teilweise die Pflanzen hier kultivieren. Alles pharmazeutische Qualität.
Gibt da einige doch auch große Unternehmen.
In solchen Betrieben rennt auch jemand mit Apothekerausbildung rum. Garantiert!
Die wissen wie man Pflanzen kultiviert die zum medizinischen Gebrauch bestimmt sind.
In solchen Betrieben wäre das »medizinische Cannabis« gar nicht schlecht aufgehoben.

»ay_caramba« schrieb ...
Dass die niederländischen Politiker da tatsächlich viel Arbeit rein investiert haben ist ja interessant. Umso trauriger, dass noch so viele Patienten auf Coffeeshops zurückgreifen.



-Klar muss man da ein bisschen was machen.
Man sollte ja schließlich die »internationalen Verträge« beachten.
Darum muss man »medizinisches Cannabis« vom »illegalen Cannabis« trennen.
Nur so kann man auch wirklich »medizinisches Cannabis« zulassen.
Ist Aufgabe der Politik.
Das hat dann Hand und Fuß.

Momentan verhelfen »Gerichte« den Patienten zu ihrem Recht.
Siehe »Urteil« zur »Einzelfallprüfung«.
Siehe »Urteil« zum »Eigenanbau durch Patienten«.
Siehe »Urteil« zur »Kostenerstattung durch die Krankenassen«.
Das ist ein Konvolut von Gerichtsurteilen und keine wirkliche »Gesetzliche Basis«.

-Mit den Patienten und den Coffeeshops ist das wohl so ne Sache.
Ich schrieb ja schon was dazu.

Der Coffeeshop war früher günstiger als »medizinisches Cannabis«.
Am Anfang wurde »medizinische Cannabis« ungern verschrieben und die Leute wurden weggeschickt.

Vielleicht hast du mal von »Stichting Mediwiet« (Stiftung Arzneigrass) gehört.
Ist so ab 1994 entstanden das Projekt.
Um nicht zu sehr ins Detail zu gehen.
Einige erkannten das Cannabis, medizinischen und therapeutischen Nutzen haben kann.
Es gab aber kein »medizinisches Cannabis« aus der Apotheke.
Also gründete »Wernard Bruining« diese »Stiftung«.
Er tingelte durchs Land und fragte bei den Coffeeshops nach, ob man ein wohltätiges Projekt unterstützen wolle.
Den kranken Menschen das Cannabis zu knapp 50% des Preises zu verkaufen. Also praktisch ohne Gewinn.
Im Jahr 1996 machten wohl schon mehr als 50 Coffeeshops mit.
So gesehen die ersten Versuche, »Patienten« mit Cannabis zu helfen.
Freiwilliges Engagement.

Wer war da, als es kein »medizinisches Cannabis« aus der Apotheke gab und der Staat sich nicht angemessen um diese kranken Menschen kümmerte?
Die oben genannte Akteure.

Das hat Nachwehen bis Heute.
Viele Patienten haben das alles sicherlich nicht vergessen.
Bestimmt auch eine Erklärung für die wenigen Patienten.

Außerdem will nicht jeder Gammastrahlen Cannabis rauchen.
Oder man möchte eine spezielle Sorte aus dem Café.

Am Anfang lief vieles über Stiftungen und es gab kein Gammastrahlen Cannabis.
So wie sich das viele Patienten wünschen würden.
Heute gibt es Konzerne und extrem teures »medizinisches Cannabis«.
Gut für die Industrie.

Man kann unendlich darüber debattieren.
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Re: »BfArM« - Janusköpfig?

Beitragvon Unbegreiflich am So 1. Nov 2015, 04:37

Wochenende!
Da ist man schon mal lange wach.
Gerade nochmal ins Netz geschaut und ich kann es nicht fassen.

Es kommt eine »Agentur für Cannabis« in Deutschland!!!
Leute was geht ab?

Hier einige Links:

Der deutsche Staat organisiert Anbau von Cannabis - Die Welt
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... nabis.html

Regierung organisiert Anbau und Handel von Cannabis für Patienten - Rhein-Zeitung
http://www.rhein-zeitung.de/nachrichten ... jV38mt5mSM

Bundesregierung will Cannabisagentur - BZ
http://www.bz-berlin.de/deutschland/bun ... bisagentur

Keine Ahnung was ich sagen soll, bin Platt!
Das Wort »Cannabisagentur« erkennt die Rechtschreibprüfung nicht mal.
Bin gespannt was da kommen wird.

Aber hört sich an, wie das was andere Länder schon haben.
Jetzt kann ich schlafen erstmal vergessen. Das erwartet man nicht von CDU/CSU.
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