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REITOX Studie 2015

helft uns bei detaillierten Recherchen


REITOX Studie 2015

Beitragvon Sabine am Mi 20. Jan 2016, 08:15

"Aktueller REITOX-Bericht zur Drogensituation in Deutschland und Europa

Der REITOX-Bericht 2015 ist erschienen: Als Standardwerk zur Situation illegaler Drogen in Deutschland liefert der Bericht jedes Jahr umfangreiches Zahlenmaterial über die Entwicklung des Drogenkonsums und zur Behandlung von Suchterkrankungen in Deutschland. Der aktuelle Bericht, den die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) als REITOX-Knotenpunkt der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) zuliefert, erscheint erstmalig in einer europaweit einheitlichen Struktur.

Die neue Struktur ist übersichtlicher und behandelt die Einzelthemen in so genannten ‚Workbooks‘: „Drogenpolitik“, „Rechtliche Rahmenbedingungen“, „Drogen“, „Prävention“, „Behandlung“, „Gesundheitliche Begleiterscheinungen und Schadensminimierung“, „Gefängnis“, „Drogenmärkte und Kriminalität“, „Research und Best Practice“. Als Partner in der DBDD liefert die BZgA insbesondere Informationen zur Situation der Prävention des Konsums illegaler Drogen in Deutschland zu."


http://www.bzga.de/?sid=1519
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
Sabine
 
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Re: REITOX Studie 2015

Beitragvon bushdoctor am Mi 20. Jan 2016, 19:04

Sehr interessante Passage aus dem REITOX-Bericht 2015:
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Drogenkonsum und Unfallgeschehen

In einer Meta-Analyse auf der Basis von 66 Studien wurde das Risiko für einen Verkehrsunfall unter dem Einfluss von Drogen ermittelt (Elvik 2013). Es wurden die Odds Ratio zur Unfallbeteiligung berechnet (u. a. für Amphetamine, Schmerzmittel, Antidepressiva, Benzodiazepine, Cannabis, Kokain, Opiate und Zopiclon).

Bei Gebrauch der meisten Substanzen wurde ein kleiner und mittlerer Anstieg im Unfallrisiko beobachtet. Die meisten Studien, die die Dosis-Wirkungsbeziehung evaluiert haben, konnten deren Existenz bestätigen. Effekte von Drogenkonsum auf Unfallrisiko aus gut kontrollierten Studien tendierten dazu, kleiner zu sein als in schlechter kontrollierten Studien.

Seit 2003 gibt das Statistische Bundesamt jährlich in seinem Verkehrsunfallbericht auch darüber Auskunft, ob die an einem Unfall beteiligten Fahrzeugführer unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel als Alkohol standen. Seit 1998 ist das Fahren unter demEinfluss von Drogen rechtlich als Ordnungswidrigkeit eingestuft worden6. Dies gilt auch dann, wenn mangelnde Fahrtüchtigkeit nicht nachgewiesen werden kann. Als Anhaltspunkt für die zu berücksichtigenden Grenzwerte der jeweiligen Substanzen können nach der Rechtsprechung die Empfehlungen der sog. Grenzwertkommission dienen. Das sind bei THC 1 ng/ml, bei Morphin 10 ng/ml, BZE 75 ng/ml, bei Ecstasy 25 ng/ml, bei MDE 25 ng/ml und bei Amphetamin 25 ng/ml (Burhoff 2006).

Im Jahr 2014 ereigneten sich in Deutschland insgesamt 302.435 polizeilich registrierte Verkehrsunfälle mit Personenschaden, an denen 459.704 Führer von Kraftfahrzeugen beteiligt waren. Davon standen 13.011 Unfallbeteiligte (4,3 %) unter dem Einfluss von Alkohol und 1.509 (0,5 %) unter dem Einfluss von „anderen berauschenden Mitteln“ (Statistisches Bundesamt 2015b). Aufgrund der größeren Probleme bei der Feststellung von Drogenkonsum im Vergleich zu Alkohol muss aber nach wie vor mit einer deutlichen Untererfassung der Rauschmittelfälle gerechnet werden.

Die Polizei benötigt zuverlässige und schnelle Methoden, um mit Fahrern, die unter Drogeneinfluss stehen, am Straßenrand in kurzer Zeit ein Drogenscreening durchführen zu können (Musshoff et al. 2014). Obwohl Oralflüssigkeit für Testungen von unter Drogeneinfluss stehenden Fahrern vor Ort geeignet sein mag, sind die Messinstrumente für Oralflüssigkeiten heute immer noch zu wenig sensibel (Methamphetamin, Benzodiazepine) und zu unspezifisch (THC). Die schlechten Bewertungen von Benzodiazepintestungen könnten auch auf die geringe Zahl positiver Testergebnisse zurückzuführen sein.

Obgleich die Sensibilität der Testverfahren für THC etwas höher ausfällt als in der Literatur beschrieben, lässt die Testspezifität (nur <90 %) noch zu wünschen übrig. Des Weiteren leidet die Spezifität der Tests unter herabgesetzten Schwellenwerten, die zu vielen falsch positiven Testergebnissen führen.

-----

Kurzzusammenfassung:
1)
Das Unfallrisiko wird durch illegale Drogen nur mäßig erhöht.
Was hier selbstverständlich unterschlagen wird, ist, dass einige Ergebnisse der DRUID-Studien von 2011 sogar eine Verringerung des Unfallrisikos für bestimmte "Drogen" unter bestimmten Voraussetzungen (dosisabhängig) (Cannabis, Amphetamine) ergaben.

2)
Es passieren 10mal mehr Unfälle unter Alkoholeinfluss als unter allen Drogen und Medikamenten zusammen. Dies hat auch schon die DRUID von 2011 so ergeben:
66% aller Unfälle mit Personenschäden verursachen nüchterne Fahrer

28% aller Unfälle mit Personenschäden verursachen besoffene Fahrer

3% aller Unfälle mit Personenschäden verursachen Fahrer, die legale, verschriebene Medikamente genommen haben

3% aller Unfälle mit Personenschäden verursachen Fahrer, die illegale "Drogen" oder deren Abbauprodukte in der Blutbahn haben

Übermüdung und Schlafmangel sind die allerhäufigsten Gründe für schwere Unfälle... Leider wurde Schlafmangel noch nicht gesetzlich verboten!!!

3)Vorsicht bei Drogenschnelltests: Die Drogenbeobachtungsstelle der Bundesregierung warnt explizit davor, dass die THC-COOH-Test häufig falsch-positiv sind, d.h. eine Drogenbeinflussung anzeigen, obwohl keine vorliegt!

Diese Schnelltests sind also grundsätzlich mit Verweis auf den REITOX-Bericht der Bundesregierung abzulehnen!
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Re: REITOX Studie 2015

Beitragvon Unbegreiflich am Mi 20. Jan 2016, 22:55

Einfach zu heftig!

"bushdoctor" schrieb ...
...
2)
Es passieren 10mal mehr Unfälle unter Alkoholeinfluss als unter allen Drogen und Medikamenten zusammen. Dies hat auch schon die DRUID von 2011 so ergeben:
66% aller Unfälle mit Personenschäden verursachen nüchterne Fahrer

28% aller Unfälle mit Personenschäden verursachen besoffene Fahrer

3% aller Unfälle mit Personenschäden verursachen Fahrer, die legale, verschriebene Medikamente genommen haben

3% aller Unfälle mit Personenschäden verursachen Fahrer, die illegale "Drogen" oder deren Abbauprodukte in der Blutbahn haben

Übermüdung und Schlafmangel sind die allerhäufigsten Gründe für schwere Unfälle... Leider wurde Schlafmangel noch nicht gesetzlich verboten!!!

3)Vorsicht bei Drogenschnelltests: Die Drogenbeobachtungsstelle der Bundesregierung warnt explizit davor, dass die THC-COOH-Test häufig falsch-positiv sind, d.h. eine Drogenbeinflussung anzeigen, obwohl keine vorliegt!

Diese Schnelltests sind also grundsätzlich mit Verweis auf den REITOX-Bericht der Bundesregierung abzulehnen!

Sehr gut zusammengefasst!

Was soll man dazu noch sagen?!?
Das was hier abläuft im Bezug auf Cannabis ist einfach eine totale Frechheit.
Das sind derartige Ungeheuerlichkeiten, da zieht es einem die Schuhe aus.
Dieses ganze Verhalten gegenüber Cannabis Konsumenten ist mit nichts mehr zu rechtfertigen.
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