Deutscher Hanf Verband • Thema anzeigen - Info-Stand in der City

Info-Stand in der City

Tips und Ideen für Aktionen vor Ort


Re: Info-Stand in der City

Beitragvon andishanti am So 26. Okt 2014, 20:28

Vielen Dank für die rasche Antwort!
Dann werde ich mich mal zu diesem Thema erkundigen!
Ob ich einen Stand finanzieren kann weiß ich leider noch nicht. Ich bin gerade ein Einzelkämpfer und hoffe eben mit meinen Aktionen andere Leute zu gewinnen... Dann werde ich mit Flyern anfangen, evtl. eine Petition einreichen und der Rest wird sich dann schon entwickeln! Vielen Dank
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Re: Info-Stand in der City

Beitragvon bushdoctor am So 26. Okt 2014, 20:36

Flyer verteilen ist ein guter Start! In Ulm haben wir auch mal so angefangen... man braucht halt ein paar zuverlässige Leute und dann klappt das mit dem Infostand ganz gut.

Alleine und ohne Unterstützung würde ich mich an ein "Projekt Infostand" nicht heranwagen an Deiner Stelle.
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Re: Info-Stand in der City

Beitragvon Sabine am So 17. Mai 2015, 08:41

Mal eine Frage an die, die schon öfters einen Info-Stand "betreut" bzw. mit Mitmenschen diskutiert haben und zwar in Hinsicht auf die Menschen, die sich ganz klar gegen eine Legalisierung aussprechen.
Wie argumentiert ihr da ? Nur mit Daten, Studien und Gerichtsurteilen ? Irgendwie ist mir das zu wenig und zu abgehoben, habe das Gefühl, man kommt nicht wirklich an den "Menschen von der Straße" heran.

Oder versucht ihr auch mal die tieferen, oft irrationalen Ängste der Menschen heraus zu kitzeln ?
Z.B. das folgendes Szenario vorgestellt wird :

- man sitzt gemütlich in einer Runde zusammen, die meisten trinken ihr Bier/ihren Wein. Nun holt jemand einen Vapo heraus und nimmt ein paar Züge. (Vapo deshalb, damit nicht die Argumente "es stinkt, man inhaliert es mit, etc." kommen)
Was stellen Sie sich vor, passiert dann ?

Bin selber ausgebildete Erzieherin mit Schwerpunkt Jugendarbeit gewesen und eines der Leitsätze war, man solle die Leute dort "abholen", wo sie stehen. Dies scheint mir ein guter Ansatz auch bei dieser Diskussion zu sein.

Wie seht ihr das ? Auch andere Argumentationshilfen sind (bei mir) gerne willkommen.
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Re: Info-Stand in der City

Beitragvon grünlingen am So 17. Mai 2015, 09:42

Frage: Braucht die Gesellschaft noch eine Droge ?
Antwort: Kein Mensch hat das Recht einem Vorzuschreiben wie er sich berauschen darf. Ich plediere hier nicht für
den Konsum von Drogen , sondern gegen die Bevormundung des Staates. Moral kann man nicht per
Gesetz verabschieden.

Frage: Ich bin gegen Drogen !!
Antwort: Wenn du gegen alle Drogen bist , wie auch Alkohol, Nikotin und Koffein dann Respektiere ich deine
Meinung. Ansonsten ist es eine heuchlerische Doppelmoral die entweder aus Unwissenheit hervorruft
oder gezielt Lobbyarbeit für die Alkoholbranche anstrebt. Danach entwickelt sich das Gespräch sehr
ehrlich weiter.

Frage: Medizin ja, Legalisierung nein .
Antwort: Ich führe das Gespräch in diese Richtung . Kläre auf über perverse Situation der Bundesopiumstelle.
Füge als Beispiel das Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag von der CDU und SPD hinzu.
Danach lenke ich das Gespräch in die Legalisierungsebene...

Frage: Ich bin gegen die Legalisierung, weil dann der Reiz fehlt etwas Verbotenes zu machen.
Antwort: Was heist Antwort. Zuerst kriege ich von so einem Argument Hirnkrebs, schaue in mit grossen Augen an
und beginne das Gespräch mit anderen Argumenten Anzufangen.

Frage: Wo soll es aufhören ? Alle Drogen legalisieren ?
Antwort: 1. Ich verweisse auf die anerkannte Drogenrangliste und mache klar dass Alkohol fast auf einer Stuffe
mit Heroin ... steht.
2. Ich gebe einen Denkanstoss : Solange es für harte Drogen Konsumräume , wie Biergärten , Kneipen
Weinstuben gibt mit 100 000 toten im Jahr, warum kämpft dann die Gesellschaft dann so erbittert gegen
den Konsum von weichen Drogen , wie Cannabis , LSD und Pilzen mit 0 Toten Weltweit ( zumindest bei
Cannabis )

Frage: Würde es dann nicht einen Anreiz schaffen , dass meht Leute konsumieren, besonders Jugendliche ?
Antwort: 1. Ich verweisse wieder auf die Bevormundung des Staates.
2. Die die es nehmen , nehmen es sowieso , weil man Drogen sich überall beschaffen kann.
3. Ich verweisse auf die 40 Jahre NL Coffeeshop, den Jugendschutz und kläre auf das es in NL genau
so viele Jugenliche Kiffer gibt ( sogar etwas weiniger ) , aber das vor alle bei NL Jugendlichen der
Problemkonsum um ein vielfaches geringer ist als im Prohibitionistischem Deutschland
4. Ich sage mit einem kleinem Augenzwinkern. Und auch wenn. Ist es nicht besser dass es mehr Kiffer
, als Alkoholtrinker gibt bei der Totenzahl , Gewaltexzessen und Komasaufen mit Todesfolge ?...

Frage: Ich bin doch über Wochen nicht fahrtüchtig ?
Antwort: Dies fragte mich eine Lehrerin. Ich klärte sie über den Unterschied vom Aktivem THC und Abbauprodukten
auf. Machte ein Bsp. über den Führerscheinverlust , wenn man beim Trinker die Leberwerte heranziehen
würde. Als Gegenfrage kam " warum macht man das dan ". Nach der Aufklärung über die MPU
und Drogentests Wirtschaft war sie geschockt und bedankte sich sehr höflich über die allg. Aufklärung

Frage: Durch Drogen wird doch das Leben zerstört ?
Antwort: 1. Gegenfrage --- Durch Drogen oder das Verbot welches die Leute in die Kriminalität ,Führerschein-
entzug und Arbeitsplatzverlust führt ?
2. Hinweis auf die Bevormundung
3. Nicht die Droge sondern der Grund wieso man es nimmt ist entscheidend. Und den Hinweiss auf eine
völlige Entkriminalisierung von allen Drogenkonsumenten , weil sie beim Problemkonsum Ärztliche
Hilfe und keinen Staatsanwalt brauchen

Frage: Super, was du machst...wann wird es endlich legal ?
Antwort: Kommt drauf an wieviele sich dafür einsetzen .

Fage: Allgemein Psychosenfragen
Antwort: Cannabis ist und bleibt eine Droge , die ich nicht verharmlosen will. Nur ein geringer Anteil entwickelt eine
Psychose. Von denen wiederum hatten schon vor dem Konsum eine Genetische disposition. ...

Frage : Aber das Zeug verursacht doch Halluzinationen, beeinflusst das Kurzzeitgedächtniss und macht Träge ?
Antwort: Da muss ich erstmal schmunzeln... Danach sage ich, dass das ja auch der erwünschte Rausch ist im
gegensatz zum Aggresiv werdenden Alkohol. Jeder muss selbst entscheiden dürfen natürlich ob er sich
berauschen will und wenn ja dann mit welcher für in passender Substanz bzw. Situation.
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Re: Info-Stand in der City

Beitragvon Mörnest am So 17. Mai 2015, 10:23

Super Grünlingen, du hast dir da echt gute Argumente zurecht gelegt. Gut vorbereitet.
Privat Sponsor des DHV seit 06.10.2009... Wann machst du mit? :D
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Re: Info-Stand in der City

Beitragvon Sabine am So 17. Mai 2015, 11:27

Jepp, ne super Liste ! Bild


Finde es auch wichtig, das man sich so auf die "Arbeit" am Stand vorbereitet. Manche, die sich in der Sache noch nicht sicher fühlen, könnte das evtl. abschrecken. Und nicht jeder ist aufgrund diverser Umstände nicht sicher in Gesprächsführung.
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Re: Info-Stand in der City

Beitragvon Doc_A am So 17. Mai 2015, 11:49

Frage: Braucht die Gesellschaft noch eine Droge ?

Cannabis-Konsum ist in der Gesellschaft sehr weit verbreitet (Millionen Konsumenten, die sich aufgrund der Illegalität bedeckt halten). Es ist nicht die Frage, ob eine "neue" Droge eingeführt werden soll, sondern wie mit einer Droge umgegangen werden soll, die schon sehr weit verbreitet ist und offensichtlicherweise geringen Schaden verursacht.
:shock:
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Re: Info-Stand in der City

Beitragvon bushdoctor am So 17. Mai 2015, 20:38

Vielen "Gegnern" ist die ganze Problematik mit der aktuellen gesetzlichen Lage gar nicht bewusst:
Neulich kam ein älterer Mann zu uns an den Stand mit einer eindeutig negativen Meinung zur Legalisierung, vor allem im Hinblick auf die Jugendlichen ("falsches Signal", "kontraproduktiv gegen Präventionsarbeit")...

Der gute Mann konnte aber zum Nachdenken angeregt werden, als er erfahren musste, dass gerade die aktuelle rechtliche Lage eine gute, vernünftige Präventionsarbeit behindert:

Ich fragte ihn einfach, was er als Lehrer tun würde, wenn einen Schüler mit einer Flasche Wodka erwischen würde.
"Selbstverständlich sofort wegnehmen!"

Danach fragte ich ihn, was er tun würde, wenn der Schüler einen Joint hätte. "Auch sofort wegnehmen!"

Upps! :oops:
Dann wurde er verlegen, als ich ihm erklärte, dass er sich soeben strafbar gemacht hätte und er nur eine einzige Möglichkeit hätte, nämlich sofort die Polizei zu rufen. Ihm war nicht bewusst, dass das BtmG nur den unerlaubten Besitz kennt und keine Unterschiede für Lehrer etc. macht!

Danach kann man dann noch anführen, dass alle in der Prävention tätigen Organisationen keine echte, schadensminimierenden Aufklärung betreiben DÜRFEN, weil die gesetzliche Lage es eben nicht erlaubt.

Überzeugt war der Mann danach zwar noch nicht. Aber er hat dennoch eingesehen, dass seine Vorstellungen von Jugendschutz in der aktuellen Lage nicht gegeben sind: Dass man seine Schutzbefohlenen gleich mit der Polizei und dem Strafrecht kommen muss und das nicht "selber regeln" darf, war diesem Mann sichtlich unverständlich!
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Re: Info-Stand in der City

Beitragvon Florian Rister am Mo 18. Mai 2015, 13:03

bushdoctor hat geschrieben:Überzeugt war der Mann danach zwar noch nicht. Aber er hat dennoch eingesehen, dass seine Vorstellungen von Jugendschutz in der aktuellen Lage nicht gegeben sind: Dass man seine Schutzbefohlenen gleich mit der Polizei und dem Strafrecht kommen muss und das nicht "selber regeln" darf, war diesem Mann sichtlich unverständlich!



Finde ich einen ganz wichtigen Punkt bei dieser Sache: Man kann nicht jeden immer sofort überzeugen, aber man kann Akzente setzen und Denkprozesse befördern, die von alleine vielleicht nicht in Gang gekommen wären.
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