Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Wo kann Cannabis als Medizin helfen, welche Erfahrungen wurde mit spezifischen Medikamenten gemacht?
Sabine
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Sabine »

Dr. Grotenhermen ruft dazu auf, Apotheken, die Cannabis unzerkleinert anbieten, bei ihm zu melden, damit er eine Liste online stellen kann für uns Patienten.

"Cannabis: Streit um Apothekerpreise

Cannabis auf Rezept: Das ist für die Betroffenen eine gute Nachricht. Cannabis als Rezeptur: Das ist den Krankenkassen an und für sich zu teuer. Auch ein Arzt wirft den Apothekern Geldgier vor. Er sucht im Internet nach Pharmazeuten, die günstiger abrechnen.
...
Der Mediziner sieht nicht ein, dass Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel eingestuft werden. Schließlich werde die gelieferte Ware nicht verarbeitet, sondern allenfalls umgefüllt. Den Zuschlag von 90 beziehungsweise 100 Prozent hält er für überzogen. Er fordert die Apotheken auf, Cannabisblüten wie Fertigarzneimittel zu behandeln und die entsprechenden Kosten abzurechnen. "


http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichte ... kerpreise/


Das wirklich Erschreckende sind die Kommentare der Apotheker?! über Patienten. Da wird von Gesindel, Junkies und Kiffern gesprochen. Einige Apotheker sind froh, wenn kein Cannabis-Patient ihren Laden aufsucht. Andere sind froh darüber, das bald synthetische Ersatzstoffein den Handel kommen und raten Patienten, dann doch in Holland im Coffee-Shop ihre geliebten Blüten zu kaufen. "Lösung: Es wird bald Fertigarzneimittel geben. Dann gibt es keine Blütlein mehr auf Kassenkosten. Findet ihr Scheiße? Ab nach Holland."
Duck
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Duck »

Da geht es ja rund.
Unglaublich wo wir gelandet sind. :roll:
darksoul
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von darksoul »

Mein Fazit mittlerweile, es ist echt unterste Schublade, wie man teils behandelt wird! Der Wahnsinn, wie uninformiert die Apotheker teils sind und sich auch nicht informieren wollen. Es ist wirklich einfach traurig.
Oli
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Oli »

Tjo , was war zu erwarten ?

Die Folgen ,einer fantasievollen Prohibitionspolitik ,bekommt man jetzt zu spüren.

Es bleibt wohl nur eine Sammelklage zum Eigenanbau übrig. :ugeek:

Erst wenn der Umgang mit Cannabis alltäglich wird((Gehen wir mal von jahren aus)) , wird sich an der Meinung vieler ((der Mehrheit))etwas ändern.
Viele Jahrzehnte hat man ja allen von Kindheit an eingeredet wie gefährlich und schädlich Cannabis doch ist,
um die Ideelogie hinter der Prohibition abzusichern.

Ich werde am Montag auch schlauer sein :D Kanns kaum noch erwarten, meinem Arzt alles was er wissen muss Schriftlich und mit Verweisen zur Bfarm oder cannabis-med.org, vorzulegen :lol:
Notfalls fülle ich das Rezept selbst aus für ihn


Ich erhoffe mir vom DHV da mehr Druck auf die Politik , momentan kommt mir der DHV so vor als wäre er Zuschauer.Man muss der Politik die richtigen Signale senden !

mÖÖp
crappy
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von crappy »

Meine Lieferung sollte am Montag/Dienstag in der Apotheke ankommen. Wenn dir mir etwas anderes als die üblichen versiegelten Dosen geben, können die das neu bestellen. Ich gehe aber davon aus, dass es so läuft wie immer und die mir einfach nur die Dosen aushändigen und nichts sieben o.ä. Wird übrigens als Fertigarzneimittel abgerechnet. Die Apotheke kann ich gerne per PN nennen falls gewünscht.
Sabine
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Sabine »

Bringt die Ärzte noch mehr durcheinander bzw. die sollen wohl schon mal eingenordet werden :evil:

"Cannabis: Fertigarzneimittel bevorzugen

Statt Cannabisblüten sollen Ärzte lieber geprüfte Fertigarzneimittel mit Cannabis-Inhaltsstoffen verordnen. Das forderte Privatdozent Dr. Michael Überall, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS), am Donnerstag bei einer Presseveranstaltung der Firma Almirall in Berlin. Prinzipiell sehe die DGS zusammen mit anderen Fachgesellschaften in der mit dem sogenannten Cannabisgesetz geschaffenen Möglichkeit, Patienten Cannabis-haltige Arzneimittel auf Kassenrezept zu verordnen, eine große Chance für die bessere Versorgung schwerkranker Patienten. Von einer bedenkenlosen Abgabe von getrocknetem Medizinalhanf distanziere man sich aber. «Wir sprechen uns klar für den bevorzugten Einsatz von Cannabinoid-basierten Fertigarzneimitteln mit einem standardisierten Wirkstoffgehalt und definierten Dosierungen aus, um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu gewährleisten», so Überall.

In einem gemeinsamen Positionspapier zum Cannabisgesetz warnen Überall und elf weitere Unterzeichner davor, dass Patienten primär mit Cannabis-haltigen Extrakten, Rezepturarzneien und Cannabisblüten behandelt werden, obwohl Cannabis-haltige Fertigarzneimittel besser erforscht und risikoärmer seien."


http://www.pharmazeutische-zeitung.de/i ... p?id=68278
Duck
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Duck »

Hmm so so kompetenzenzen der Partienten .... und deren einfluss auf das gesundheitswesen will er stärken.
Der her Überall, überall die finger drinn vieleicht :lol:
Xxxx
Zuletzt geändert von Duck am Mi 20. Jun 2018, 06:51, insgesamt 1-mal geändert.
Sabine
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Sabine »

"Piraten fordern Krankenkassen auf, die Kosten für medizinisches Marihuana zu übernehmen

Seit Mitte März ist Cannabis für Schwerkranke auf Rezept erhältlich, jedenfalls in der Theorie. Denn die Krankenkassen weigern sich bisher, für diese Behandlung aufzukommen. Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert die Krankenkassen dazu auf, die Kosten zum Wohl ihrer Versicherten zu übernehmen. Es kann nicht sein, dass Patienten ein wirksames Medikament aus Kostengründen vorenthalten wird.

»Für viele Menschen ist Cannabis die einzige Hoffnung auf ein schmerzfreies Leben ohne gesundheitsschädliche Nebenwirkungen. Ihnen dies vorzuenthalten ist verantwortungslos und unmenschlich. Durch das Verhalten der Krankenkassen werden viele Schmerzpatienten, die ein Anrecht auf medizinisches Cannabis haben, doch wieder in die Illegalität gedrängt«, kommentiert Falk-Peter Hirschel, Fachanwalt für Strafrecht und Listenplatz 2 der Piratenpartei Baden-Württemberg für die Bundestagswahl."


https://piratenpartei-bw.de/2017/03/16/ ... bernehmen/
Sabine
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Sabine »

So, jetzt gehen sie sich gegenseitig an die Kehle oder sind das nur Spiegelfechtereien, damit sich die "Gegner" beim Thema Fertigarzneimittel dann glückselig in die Arme fallen und einen gelungenen Kompromiss feiern ?

"Schmerzliga kritisiert Krankenkassen-Spitzenverband scharf

Als "Schlag ins Gesicht chronisch kranker Menschen" bezeichnet die Deutsche Schmerzliga die Kritik des Krankenkassen-Spitzenverbandes GKV an der Kostenübernahme für Cannabis als Medizin.
...
Die Schmerzliga kritisiert den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für dessen Zweifel an der Wirksamkeit von Cannabis und der damit begründeten Infragestellung des Leistungsanspruchs auf Kassenrezept."


http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... charf.html
crappy
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von crappy »

Hat denn schon jemand einen positiven Bescheid der KK wegen der Kostenübernahme gekriegt? Bei mir haben die trotz Ausnahmegenehmigung wieder den MDK eingeschaltet zur Prüfung. Wenn die 3-Wochen, bzw. mit Beauftragung des MDK 5-Wochen-Frist abläuft haben die das automatisch bewilligt. Mal sehen.
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M. Nice
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von M. Nice »

Bewilligt ist bei mir noch nichts, aber ich kann Euch meine Apotheke nennen, in der gibt es ohne Probleme ganze Cannabisblüten!

Meine Apotheke ist die

Forum-Apotheke

Telefon: 0941 / xxxxxx

Paracelsusstraße 2,

93051 Regensburg, Bayern



MfG
M. Nice

PS:
Bitte nur seriöse Anfragen an meine Apo stellen ! ! ! :!:
Die Telefonnummer habe ich gelöscht, das kann man aber googeln.
Zuletzt geändert von M. Nice am So 19. Mär 2017, 00:00, insgesamt 1-mal geändert.
Rauchst du zwei Stund Hanf hinein, wirst du müd und schläfst bald ein!
Sabine
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Sabine »

"Dank eines neuen Gesetzes können sich Schwerkranke jetzt Cannabis von den Krankenkassen bezahlen lassen. Was hat sich für die Patienten seither verändert? Was für die Ärzte? Wie sind erste Erfahrungen?"

http://www.br.de/mediathek/video/sendun ... e-100.html

Ich versuche jetzt mal ein paar Monate zurück zu denken, war da nicht die Sprache davon, das der MDK nur in Zweifelsfällen hinzugezogen werden sollte?
Duck
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Duck »

Der doc verschreibt das 1 bis 2 mal am tag :shock:
Und ja es hiess es muss gezahlt werden nur in ausnahmen darf abgelehnt werden.
Aber die realität kennen wir ja. :oops:
Sabine
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Sabine »

Franjo Grotenhermen • vor 2 Tagen

E-Mail vom 16.03.2017

Sehr geehrter Herr Dr. Kiefer,

ich möchte mich bei Ihnen in aller Form für meine Kritik in den ACM-Mitteilungen entschuldigen. Ich werde meine Entschuldigung auch in der nächsten Ausgabe der ACM-Mitteilungen öffentlich machen.

Ich bin leider in der Kürze der Zeit zwischen Freitag und Samstag (vom 10. bis zum 11. März), dem Erscheinungsdatum der ACM-Mitteilungen falsch informiert worden.

Inhaltlich bleibt das Problem der Erhöhung der Preise in den Apotheken nach Inkrafttreten des Gesetzes, auf das so viele Patienten gewartet haben. Nun müssen viele, die die Cannabisblüten weiterhin selbst bezahlen müssen, feststellen, dass das Gesetz eine Verschlechterung für sie bedeutet. Aber das ist ein Problem, das die Apotheker nicht lösen können.

Es tut mir sehr leid, dass ich Sie und andere Apotheker zu Unrecht attackiert habe, und ich werde das entsprechend richtig stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Franjo Grotenhermen
ACM, Vorstandsvorsitzender


http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichte ... kerpreise/
Duck
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Duck »

Ich fall vom stuhl :shock:
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Martin Mainz
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Martin Mainz »

Mal aus der anderen Perspektive

https://apothekentheater.wordpress.com/ ... -querelen/

Extremismus hilft keinem weiter. Und auf Häme sollte man besser auch verzichten.
Ehrenamtlicher Foren-Putzer

Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bitte einfach eine PN an mich :mrgreen:
Bitte seid nett zueinander - die Welt da draußen ist schlimm genug
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von joejac »

https://apothekentheater.wordpress.com/ ... -querelen/

"3. Da es sich nicht nach deutschem Recht um ein Fertigarzneimittel mehr handelt, sondern um eine Rezeptursubstanz handelt, gehe ich davon aus, dass eine Prüfung in der Apotheke zu erfolgen hat. Falls das für Cannabis nicht gelten sollte, dann bitte ich um die Quelle des Gesetzgebers oder einer Fachzeitung."

Ich sehe nur, dass ein fehlendes Zettelchen zum Anlass genommen wird, ein Medikament zum doppelten Preis verkaufen, sich den Gewinn in die Tasche stecken (?) zu können.

Völlig egal dabei:
1. wie der Patient seine Medizin bezahlen soll, brauchen tut er sie ja doch (Beschaffungskriminalität?)
2. wie die Krankenkassen sich die Unsummen zurückholen könnten, außer auf Kosten aller Versicherten
3. wer auf dieses fehlende Zettelchen hinweisen wird, das dem unsittlichen Treiben ein Ende setzen würde

Was könnte's für ein Motiv sein, außer Geldgier?


PS
Was ich nicht weiß, ob nicht doch wenigstens eines der drei zugelassenen Importunternehmen einen deutschsprachigen Beipackzettel für die Döschen mit dem Cannabis im Angebot hätte ...
Prohibitionsindustrie nein danke!
Sabine
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Sabine »

Mein Fazit :

die Situation ist für alle Beteiltigten mehr als unbefriedigend und wird, wenn sich nichts ändert, wieder in die alte Ausgangssituation führen = Einkauf auf dem Schwarzmarkt + nicht genehmigter Eigenanbau.

Vielleicht sollte man doch mal einen Blick nach Israel wenden, was machen die dort anders?

Mein bisheriger Kenntnisstand zu Israel :

- kleine, eher bescheiden eingerichtete Med.Cannabis-Fachgeschäfte mit ausgebildeten Personal
- man bekommt dort als Neupatient, der sich mit Cannabis gar nicht auskennt, eine Einführung zu Dosierung, Einnahmemöglichkeiten, (Neben)wirkungen und, wenn ich das richtig verstanden habe, ist bei der ersten Einnahme auch Fachpersonal anwesend, damit Neu-Patienten nicht unbegleitet die Wirkung von Cannabis erleben.
- nach diesem Procedere wird der Patient als mündig genug eingestuft, die Rohware selbst zuzubereiten
- Abgabe in ganzen Blüten, aber auch zermahlen möglich bzw. als Tropfen, Öle etc.

Worüber ich nicht informiert bin :

- befinden sich die Fachgeschäfte in staatlicher oder privater Hand?
- Herstellungskosten und Einkaufspreis für die Fachgeschäfte
- Kalkulation der Fachgeschäfte, um alle laufenden Kosten bedienen zu können und auch etwas zu verdienen
- Steuern auf Medikamente
- wie schwer wird es dort Ärzten gemacht, Cannabis zu verschreiben? Stichwort "Wirtschaftlichkeitsprüfung"
- wieviel müssen Patienten zuzahlen? bzw. wie funktioniert dort das Krankenversicherungssystem?
- welche anderen Hürden müssen Patienten dort überwinden, um anerkannter Cannabispatient zu werden? Denke an eine Art MDK, die ja hier in Deutschland den nicht unberechtigten Ruf hat, eine Patientenkostenabwehreinrichtung zu sein.

Persönlich hätte ich erstmal nichts dagegen, wenn das Apothekenpersonal einen kurzen! Blick auf die Ware werfen würde, um sie einer sensorischen Prüfung zu unterziehen (Schimmel, Feuchtigkeit, Geruch, Krabbeltierchen etc.) und dies auch bezahlt bekommen. Denke da an einen niedrigen Fixpreis, nicht an % auf diesen und jenen Grundpreis.
Auch ein einmaliger Aufpreis, im besten Fall übernommen von den Kassen, für die Einführung, wäre denkbar. Damit wäre denjenigen geholfen, die eigenverantwortlich in Zusammenarbeit mit dem Arzt mit Cannabis umgehen können und wollen. Und auch denen, die bisher gar nichts mit Cannabis zu tun hatten und evtl. die reisserischen Nachrichten der letzten Jahre im Hinterkopf mit sich rumtragen.

Puuh, jetzt hakts, ist aber auch verdammt früh am Sonntagmorgen für solche Überlegungen :lol:

Habt Ihr noch weitere Anregungen, um diese Situation zu entschärfen und zur Zufriedenheit aller Beteiltigten zu lösen? joejac hat ja schon das Beispiel "Beipackzettel" ins Rennen geworfen, wobei ich jetzt nicht daran glaube, das damit alle Probleme gelöst sind, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.
joejac
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von joejac »

Aurora hat geschrieben:
... "Beipackzettel" ins Rennen geworfen, wobei ich jetzt nicht daran glaube, das damit alle Probleme gelöst sind, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.


Wenn ich ganz ehrlich sein darf, glaube ich nicht daran, dass bei den politischen Parteien diese unnötige "Erinnerung" an die gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der Abgabe von Arzneimitteln große Freude auslöst, nicht nur keine Probleme beseitigen wird, sondern sogar noch mehr Probleme macht ...

Trotzdem: Echte 50 € Spende von mir für den DHV wenn's doch klappen sollte! :D
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Sabine
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Sabine »

"Alter, mach isch Dir Apothekerpreise!

Cannabis als Medizin ist legalisiert – und schon gibt es Kritik an den Apotheken. Nicht wegen der schlechten Beratung. Und auch nicht weil besonders konservative Vertreter des Berufsstands die Abgabe verweigern. Sondern weil die Gewinnspanne bei 100 Prozent liegt. Die Kassen haben eine Lösung gefunden und Dealer vor der Offizin platziert.

Der jungen Mutter fällt die Medizini aus der Hand, als sie beim Verlassen der Apotheke von hinten angeraunt wird: „Brauchst du Gras? Geb isch dir korrekt.“ Die rüstige Oma flüchtet vor dem zwielichtigen Fremden schnell in die Offizin – „kraaassss“, ruft der ihr hinterher. Der ältere Herr schließlich, der sich mit forschem Schritt nähert, zögert eine Sekunde zu lange und findet sich prompt in ein Gespräch verwickelt wieder.

„Hab isch Internet gelesen, dass Apotheke Cannabis verkauft“, so der Dealer. „Ischwör Alter, ist viel zu teuer.“ Mit verschwörerischer Miene zaubert er eine kleine Plastiktüte aus der Jackentasche. „Mach isch Dir Rabatt“, sagt er. Und das Beste: „Zahlt Krankenkasse. Bin isch Rahmenvertrag.“ Auf die „1A-Pharmazeutikqualität“ verweist er dann noch. „Made in Germany!“ Denn er weiß: Die Kundschaft ist anspruchsvoller geworden. "


http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichte ... kerpreise/

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichte ... heck-test/

Die Apotheken brauchen sich über unseren Protest nicht wundern, das geflügelte Wort "Apothekerpreise" ist schon sehr lange in Gebrauch und zutreffend.
Konkret bedeutet das für z.B. für mich : außer den notwendigen Medikamenten lasse ich sonst alles, was in einer Apotheke angeboten wird, links liegen, weil ich es in anderen Läden wesentlich günstiger bekomme. Und das muss dann noch nicht mal ein Drogeriemarkt sein.

Scheinbar geht es den Apotheken allmählich ans "Eingemachte", denn Herr Gröhe will ja Versandapotheken verbieten.
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bushdoctor
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von bushdoctor »

Aurora hat geschrieben: - befinden sich die Fachgeschäfte in staatlicher oder privater Hand?
Soweit ich informiert bin, sind die Hersteller, wie z.B. Tikun Olam im privatrecht anzusiedeln. Vor der Ausgestaltung her tippe ich auf eine Genossenschaft isrealischer Prägung, d.h. genossenschaftliche Organisation bedingt keine Kapitalerträge, wie sie z.B. in der "freien Wirtschaft" abverlangt werden. Es reicht, wenn die Kosten gedeckt sind und die Genossenschafter "genießen" können... das sind m.E. alles liebe Menschen, denen es um das Gemeinwohl geht und die arg, arg haben kämpfen müssen für die Sache!

...in der BRD leider unmöglich!

Der israelische Staat übernimmt aber z.B. die Aufsicht über die Geschäfte ("Endverkaufsstellen"). Dort kann man immer einen Soldaten/Polizisten mit Uzi vor der Türe sehen.
Aurora hat geschrieben: - Herstellungskosten und Einkaufspreis für die Fachgeschäfte
- Kalkulation der Fachgeschäfte, um alle laufenden Kosten bedienen zu können und auch etwas zu verdienen
Der israelische Staat subventioniert die gesamten Kosten und verlangt von den Patienten eine monaltliche Pauschale als Beteiligung. (s.u.)
Aurora hat geschrieben: - wie schwer wird es dort Ärzten gemacht, Cannabis zu verschreiben? Stichwort "Wirtschaftlichkeitsprüfung"
Es ist nicht so leicht, wie es sein könnte...
Aurora hat geschrieben: - wieviel müssen Patienten zuzahlen? bzw. wie funktioniert dort das Krankenversicherungssystem?
Die Israelis haben m.E. ein super System: Der Patient zahlt unabhängig von der benötigten monalichen Menge eine monatliche Pauschale von umgerechnet ca. 80 Euro (Stand 04/2016)
Aurora hat geschrieben: Habt Ihr noch weitere Anregungen, um diese Situation zu entschärfen und zur Zufriedenheit aller Beteiltigten zu lösen? joejac hat ja schon das Beispiel "Beipackzettel" ins Rennen geworfen, wobei ich jetzt nicht daran glaube, das damit alle Probleme gelöst sind, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Das Verhandeln mit diesem völlig korrupten System ist m.E. vorbei... man sollte einen Anbauantrag bei der BfArM stellen und der Ablehnung widersprechen und alle Schriftstücke für eine evtl. Gerichtsverhandlung aufheben.
Nur die Summe aus Anträgen und (medienwirksamen) Gerichtsverfahren wird dieses System in irgendeiner Weise beeinflussen können...
...Widerstand nach Art 20 Ziffer 4 Grundgesetz bleibt ebenfalls noch zur Prüfung: Der "Staat" könnte den Boden der demokratischen und rechtstaatlichen Verfassung des Grundgesetzes bereits verlassen haben...
Fraagender

Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Fraagender »

bushdoctor hat geschrieben: ...Widerstand nach Art 20 Ziffer 4 Grundgesetz bleibt ebenfalls noch zur Prüfung: Der "Staat" könnte den Boden der demokratischen und rechtstaatlichen Verfassung des Grundgesetzes bereits verlassen haben...
Im Grunde hast du recht! Aber heikel heikel :roll:
joejac
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von joejac »

bushdoctor hat geschrieben:
Das Verhandeln mit diesem völlig korrupten System ist m.E. vorbei... man sollte einen Anbauantrag bei der BfArM stellen und der Ablehnung widersprechen und alle Schriftstücke für eine evtl. Gerichtsverhandlung aufheben.
Nur die Summe aus Anträgen und (medienwirksamen) Gerichtsverfahren wird dieses System in irgendeiner Weise beeinflussen können...

Ein Verhandeln mit diesem tatsächlich völlig korrupten System hat m.E. noch gar nie stattgefunden. Sich ausgerechnet auf einem Gebiet (Arzneimittel) austauschen zu wollen, auf dem der Gegner das "Hausrecht", einschließlich der Möglichkeit zu Willkür [GG Art. 38 Abs. 1 Satz 2] besitzt, halte ich für hoffnungslos, kann ich hier nur nochmals wiederholen.

Was soll's denn überhaupt sein? "Jack Herer" auf allen staatlichen Grünflächen, kostenlos zum Selberernten ... egal an was man genau leidet? Kann mich noch an den SensiSeeds-Hochglanzpapierkatalog aus den 90ern erinnern, mit dieser Sorte als Siegerin ... Applaus!! Applaus!! ... soll aber nicht so potent sein wie "NL#5" ungekreuzt, bei der mann stundenlang mit einem Ständer rumlaufen soll ... aber was soll ich auch beim Einkaufen mit dem Fahrrad in den Läden?

:?
bushdoctor hat geschrieben:
...Widerstand nach Art 20 Ziffer 4 Grundgesetz bleibt ebenfalls noch zur Prüfung: Der "Staat" könnte den Boden der demokratischen und rechtstaatlichen Verfassung des Grundgesetzes bereits verlassen haben...

Das Widerstandsrecht nach GG Art. 20 verträgt sich nicht mit einem Konjunktiv:

"Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."

Das vorletzte (!) Wort hätte in der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor das Bundesverfassungsgericht [GG Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a]! Wenn man kein negatives Gerichtsurteil zu einem Grundrecht in den Händen hat, würde man vom BVerfG aber zuerst z.B. an den Petitionsausschuss o.ä. verwiesen werden usw.

Rein Privat gäbe es hinsichtlich dem im Grundgesetz verbrieften Menschenrecht auf Besitz von Cannabispflanzen als Lebens- und Genussmittel kein damit kollidierendes Verfassungsrecht und auch keinen damit verbundenen bürokratischen Verwaltungsakt wie bspw. "Antrag bei der Bundesopiumstelle":

" In der freiheitlichen Demokratie des Grundgesetzes haben Grundrechte einen hohen Rang. Der hoheitliche Eingriff in ein Grundrecht bedarf der Rechtfertigung, nicht aber benötigt die Ausübung des Grundrechts eine Rechtfertigung."
[BVerfG, 06.06.2007 Az.: 1 BvR 1423/07]
Prohibitionsindustrie nein danke!
Duck
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von Duck »

Xx
Hier seite 15 wird doch die einhaltung des grundrechts angezweifelt?

Ok is schon spät aber ich denke schon das dem so ist.
Zuletzt geändert von Duck am Mi 20. Jun 2018, 06:55, insgesamt 1-mal geändert.
joejac
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Re: Musterverordnungen und anderes rund um Cannabis-Rezepte

Beitrag von joejac »

Es blieben medizinische Einzelfallentscheidungen, auch wenn die Masse der Ablehnungen überhand nehmen sollte – der Nachteil auf diesem Terrain ... wünsche viel Glück!
Prohibitionsindustrie nein danke!
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