Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatient

Schwierig, aber nicht unmöglich: Kostenübernahme durch Krankenkassen.
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littleganja

Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatient

Beitrag von littleganja »

Erhalten habe ich eine Ablehnung mit der Begründung:

:twisted: "Der MDK kommt in seiner Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass die vom Gesetzgeber formulierten weichen, teilweise unbestimmten Kriterien nicht auf Ihren konkreten Einzelfall zutreffen. Somit ist eine Kostenübernahme durch die Barmer leider nicht möglich." :evil:

Mehr wird als Begründung nicht aufgeführt.

Zu meiner Person: - Ich bin 36 Jahre alt Ausnahmeerlaubnisinhaber seit Ende 2015, mein Antrag auf Eigenanbau beim Bfarm bleibt weiterhin aufrecht.

Meine Krankheiten:

1. Hodenkrebs (kompletter Hodenverlust!) (als schwere Behinderung anerkannt vom Landratsamt)
2. 3x Chemotherapie (Flüssig)
3. Nebenwirkungen Testosteron Medikament, wird täglich eingenommen (als schwere Behinderung anerkannt vom Landratsamt)
4. Hyperhidros Grad 3 (Austherapiert) -> Ausnahmeerlaubnis (als schwere Behinderung anerkannt vom Landratsamt)
5. Persönlichkeitsstörung (als schwere Behinderung anerkannt vom Landratsamt)
6. Fatigue
7. Tinitus
8. Stressstörungen
usw......................

Mein Schwerbehinderungsgrad liegt bei 60%, ohne Befristung, anerkannt durch Landratsamt, Hyperhidrose, Hodenverlust+tägliche Hormongabe & Persönlichkeitsstörung.
Am Telefon wurde mir gesagt meine Erkrankungen wären nicht schwer genug, schriftlich bekomme ich dass natürlich nicht. Alleine die Persönlichkeitsstörung ist ähnlich wie ADHS eine schwere Erkrankung, wird als solches auch in Listen geführt genau wie der Tinnitus.
Liste schwere Krankheiten:
1. https://sozialversicherung-kompetent.de ... licht.html
2. https://ec.europa.eu/health/major_chron ... iseases_de

Die von mir eingereichen Unterlagen u.a. von Dr. Grotenhermen werden kurz erwähnt, die Befunde jedoch nicht berücksichtigt! Ebenfalls das Schreiben vom Landratsamt (Schwerbehinderung), sowie ein Schreiben der Hautklinik an der ich an der Botox Studie teilgenommen habe, bezügl. der Hyperhidrose, wird keine Aufmerksamkeit geschenkt. Der MDK empfiehlt eine komplette Operative Entfernung der Schweißdrüsen, davon wird in dem Schreiben der Hautklink eindeutig abgeraten!

Die Begründung alleine ist laut dem neuen Gesetz überhaupt nicht zulässig, erstens dürfen die nur in Begründeten Ausnahmefällen ablehnen. Zweitens müssen die einen wichtigen Grund für die Ablehnung benennen. Vor dem neuen Gesetz wurde mir vorgeworfen meine Erkrankungen wären nicht tödlich verlaufen, welches Leben ist nicht tödlich verlaufend? Jetzt bin ich nicht schwer erkrankt, die haben recht ich bin Chronisch erkrankt, das ist noch viel schlimmer. Meiner Meinung nach, sitzen die wirklich Kranken als Angestellte bei der Krankenkasse.
Mein Anwalt schreibt den Widerspruch diese Woche noch, was haltet Ihr davon?!?!
can
Beiträge: 38
Registriert: Do 29. Mär 2012, 14:02

Re: Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatie

Beitrag von can »

Es ist eine Schweinerei, wie sich die Krankenkasse um die Kostenübernahme drücken will.

Ich finde es toll, dass du dich dagegen wehrst. Nur durch Menschen wie dich, wird es langfristig zu einer Besserung im Umgang mit Cannabis in Deutschland kommen. (Siehe Günter Weiglein u.a.)

Vielen Dank für deinen Einsatz.
Wäre toll, wenn du uns auf dem Laufenden hältst.
Duck
Beiträge: 1204
Registriert: So 29. Jan 2017, 14:56

Re: Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatie

Beitrag von Duck »

Ich habe die erfahrung das diagnosen von privat Ärzten bei 90% der kk ärzte keine aufmerksamkeit finden.
Immer wird versucht diese zu wiederlegen.

OP statt medizin?
Gibt es nicht ein Gesetz der Körperlichen unversehrtheit?
An den Achseln lass ich mir nicht mehr tumschnipprln :oops:

Ich kenne auch einen fall wo ein medikament gegen eine OP antreten musste :shock:
Ergebnis bei gleichen kosten selbes ergebnis, darum keine zulassung.
Dumm das die op nur einmal gemacht werden kann und eh zu 80% in einem desaster endet :shock:
Das medikament hätte man bei neu erkrankung wieder einsetzen können :oops:

Unglaublich wo wir leben.
Auf jedrnfall wiederspruch ob klagen was bringt :?
littleganja

Re: Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatie

Beitrag von littleganja »

In dem Schreiben vom MDK wurde auch behauptet das Nabilon (Cannabis-präparat) bei Nachtschweiß helfe. Dieses wäre in einer kleinen Studie nachgewiesen. Aber bei Hyperhidrose nicht :lol:

Selbst wenn ich eine OP wegen der Hyperhidrose machen würde, kommt es laut Dr. Grotenhermen zu verlagerungen, d.h. wenn du angenommen unter den Achseln den Schweißdrüsen entfernst, kann es sein dass du dann an den Füßen oder Kopf um so mehr schwitzt. Ebenfalls macht meine Krebserkrankung eine solche OP unmöglich, wegen der Wundheilung und anderen evtl. Komplikationen. Weiterhin bleiben noch die anderen Erkrankungen, beim Tinnitus z.b. gibt es keine Medikamente die wirken. Zumal dieser Stressbedingt und durch die Chemo aktiviert wurde und wird.

Ich halte euch auf dem laufenden..........
Duck
Beiträge: 1204
Registriert: So 29. Jan 2017, 14:56

Re: Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatie

Beitrag von Duck »

Machst du gleichzeitig zum wiederspruch auch Druck bei der Aufsichtsbehörde deiner krankenkasse?
littleganja

Re: Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatie

Beitrag von littleganja »

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, ich warte mal ab wie die auf den Widerspruch vom Anwalt reagieren. Wenn die bei der Haltung bleiben und weiter so ein Dünnschiss labern, dann mit Sicherheit.

Hier gibts neue Hoffnung Einstweilige Anordnung Sozialgericht April 2017:

https://www.cannabis-med.org/german/acm ... php?id=233

Hier das Urteil !Sozialgericht! Einstweilige Anordnung April 2017:

http://www.cannabis-med.org/german/sozi ... 2017_04_05
CBDManiaK
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Registriert: Di 21. Mär 2017, 20:53

Re: Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatie

Beitrag von CBDManiaK »

sehr gut, die kk sollen merken das wir zwar krank sind, aber dennoch um unsere medizin kämpfen (und den kampf gewinnen)
littleganja

Re: Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatie

Beitrag von littleganja »

Habe eben mit der Advocard Hotline telefoniert, in meinem Vertrag ist Gott sei Dank Sozialrecht bei Widerspruch inklusive.

Advocard ist Anwalts Liebling :lol:
Duck
Beiträge: 1204
Registriert: So 29. Jan 2017, 14:56

Re: Barmer Ablehnung Kostenübernahme Cannabis bei Krebspatie

Beitrag von Duck »

Denn hau mal auf den putz ;)
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