Deutscher Hanf Verband • Thema anzeigen - Warum ich die Forderung des DHV unterstütze

Warum ich die Forderung des DHV unterstütze

Hier wollen wir über unseren und andere cannabisbezogene Vorschläge beim Zukunftsdialog von Frau Merkel sprechen und uns überlegen wie wir möglichste viele davon unter die TOP 10 bringen.


Warum ich die Forderung des DHV unterstütze

Beitragvon Gerd50 am Do 17. Mai 2012, 22:22

Veröffentlichung von His Master's Voice im Dialog über Deutschland - Cannabis legalisieren = den Markt für Erwachsene regulieren! - am 16.05.2012.

https://www.dialog-ueber-deutschland.de ... dIdea=2070

Warum?

- Weil jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro Steuergelder sinnlos in die Verfolgung von größtenteils unbescholtenen Bürgern gesteckt wird, ohne dass
das vermeintliche Ziel, die drogenfreie Gesellschaft erreicht wird.

- Weil im Gegenzug dem Steuerzahler rund 2,5 Milliarden Euro jährlich an Steuereinnahmen aus Cannabis-Handel durch die Lappen gehen,
Geld das dringend gebraucht wird. (Durch die Einführung eines geregelten Marktes für Cannabis könnte z.B. das staatliche Kindergeld
kostenneutral um 10 % erhöht werden)

- Weil gleichzeitig durch die Aufrechterhaltung des Schwarzmarktes Milliarden Euro jährlich STEUERFREI an das organisierte Verbrechen gehen
und weil dieses damit noch mehr Verbrechen finanzieren kann (Waffenhandel, Menschenhandel, Prostitution, Politik/Wirtschaftserpressung
Korruption (Schmiergelder), etc.)

- Weil die Milliarden, nachdem sie gewaschen sind, der Mafia dazu dienen, legalen Einfluss auf die Politik und die Wirtschaft zu nehmen, was
auch Nicht-Kiffern schadet.

- Weil durch den Schwarzmarkt zu 90 Prozent mit Streckmitteln verseuchtes Gras und Dope im Umlauf ist (Der Witz ist übrigens, dass ein Dealer
weniger hart bestraft wird, wenn er den Wirkstoffgehalt pro Gramm auf diese Weise senkt, weil der dann "weniger hartes Zeug" verkauft hat. Die
werden dafür sogar noch juristisch belohnt!!)

- Weil dadurch hunderttausende Kranke nicht mehr auf gefährliche, süchtig machende Chemie der Pharmaindustrie angewiesen wären, sondern
sich auf natürliche Weise mit Cannabis mild therapieren könnten.

- Weil die neuroprotektiven, enzündungshemmenden, schmerzstillenden, antidepressiven, antikarzinogenen und antioxidativen Eigenschaften
des Cannabis es als milde, nahezu nebenwirkungsfreie Medizin so wertvoll machen (Stattdessen versucht die Pharmaindustrie, synthetisches THC
als medizinischen Wirkstoff zu entwickeln. DAS kann man nämlich im Gegensatz zur Pflanze patentieren)

- Weil Cannabis bei vielen Krankheiten und Beschwerden helfen kann, z.B.: Multiple Sklerose, Krebs, Tourette-Syndrom, ADS, PTBS, Schmerzsympthomatiken, Alzheimer, Morbus Crohn, PMS, Asthma, Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Depressionen, Alkoholsucht
(Ausstiegsdroge)

- Weil die Gesundheitsgefahren äußerst gering sind (Statt 10 Patienten erkranken z.B. unter Cannabis-Konsumenten 12 von 1000 an einer
Psychose, die aber im Gegensatz zur Alkohol- oder Kokain-psychose in der Regel heilbar ist)

- Weil THC ein körpereigener Antagonist und nicht wie Alkohol ein körperfremdes Nervengift ist

- Weil an THC niemand sterben kann, aber an Alkohol sterben jedes Jahr in Deutschland ca. 70.000 Menschen

- Weil man aus Hanf ca. 50.000 Produkte des täglichen Bedarfs herstellen kann und der Anbau von Industriehanf durch ein total strenges Genehmigungs- und Kontrollverfahren bis heute wirksam ausgebremst wird (Gerade die Erdölindustrie hat da mächtig was dagegen, alle möglichen Plastikwaren durch Hanfprodukte zu ersetzen, z.B. PC-Gehäuse, die sogar wieder verrotten)

- Weil das Cannabis-Verbot von geldgierigen Lobbys überhaupt erst initiiert wurde

- Weil das Verbot nur wenigen nutzt, die ohnehin schon sehr viel Geld und Einfluss haben:

Mafia (Drogenhandel, stabile Milliardeneinnahmen mit wenig Risiko=neues Investitionskapital in legale Geschäfte=mehr und mehr Einfluss und Macht),

Militär (War on Drugs, Krieg durch destabilisierte Regionen, Afghanistan, Mittelamerika etc.),

Pharmabranche (hunderte patentierbare Medikamente, insbesondere Schmerzmittel, die Cannabis seit 1900 ersetzt haben),

Textilbranche (Baumwolle statt Hanf (=7x länger haltbar = weniger Profit, wächst auch in gemäßigten Breiten=mehr Konkurrenz)),

Chemische Industrie (Produktion von Kunststoffen, Kunstfasern, synthetischen Ölen ist durch Hanf bedroht),

Papier- und Holzindustrie (Holzpapier statt Hanfpapier, Konkurrenz für Holzbesitzer durch Hanf, weltweit müsste kein Baum mehr für
Papierherstellung gefällt werden!!)

- Weil gesundheitliche Gefahren, die für einige von Cannabis ausgehen (Jugendliche, psychisch Kranke) nicht dazu führen dürfen, dass man
sämtliche Konsumenten kriminalisiert (Macht man ja z.B. mit Katzenhaltern wegen der paar Katzenhaarallergiker auch nicht)

- Weil durch die Einführung eines geregelten Marktes endlich echter Jugendschutz praktiziert werden könnte

- Weil es nicht sein kann, dass man für das Mitführen von Cannabis seinen Führerschein verliert (Wohlgemerkt nicht nur im Auto. Man wird
dann generell als fahruntauglich eingestuft!! Aber zwei Kisten Bier im Auto stören keinen)

- Weil man den aktuellen Grenzwert für THC im Blut (=1 ng/ml!!; 0,5 Promille Alk entsprechen etwa 20 ng/ml) noch 2 Wochen nach Konsum
eines Joints feststellen kann und dann als fahruntüchtig seinen Lappen los ist, sowie zwei Mal innerhalb eines Jahres zur MPU antanzen darf
(Preis je Screening 500 Euro)

- Weil das Verbot gegen das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit verstößt

- Weil das Verbot gegen das Verhältnismäßigkeitsprinzip verstößt

- Weil das Verbot gegen das Willkürverbot verstößt

- Weil das Verbot überhaupt nicht durchgesetzt werden kann

- Weil durch die strafrechtliche Umsetzung des Verbots das Verhältnis Bürger-Staat anhaltend und dauerhaft ausgehölt wird

- Weil in diesem Fall das Strafrecht für ideologische Zwecke auf unzulässige Weise missbraucht wird

- Weil Kiffer niemandem an Leib, Leben, Eigentum oder sonstwie schaden, aber trotzdem als Straftäter behandelt werden.

Beispiele (alles belegte Fälle):

Kindesmissbrauch in 4 Fällen -> 1 Jahr 3 Monate auf Bewährung
Veruntreuung von Steuergeldern in Höhe von 20.000 -> 2 Jahre auf Bewährung

7 Gläser Cannabis-Butter und 4 Pflanzen Hanf (alles Eigenbedarf, kein Handel) -> 3 Jahre auf Bewährung (eigentlich 1 Jahr und 4 Monate OHNE Bewährung, aber weil der Altenpfleger selbst die 7 Gläser gestanden hat bekam er "nur" 3 Jahre Bewährungsstrafe)
7 Gramm Gras Besitz -> 5 Monate auf Bewährung

Ok also Geld veruntreuen ist ein Verbrechen, is klar, Kindesmissbrauch ist definitiv ein Verbrechen, ist auch klar. Aber wo ist bei den
Cannabis-Typen das Verbrechen? Im Besitz von ein paar Hanfblüten? Im Zubereiten von Butter? Im Anbau von 4 Pflanzen? Es wird mit
Panzerfäusten auf Spatzen geschossen. Noch dazu wegen einer Pseudo-Straftat!

120.000 Ermittlungsverfahren werden jedes Jahr wegen geringfügiger Verstöße gegen das BtMG in Deutschland eingeleitet, alles für die Katz...

Im Moment sitzen 10.000 Menschen wegen geringer Mengen Cannabis-Besitzes (unter 30 Gramm und Pflanzenanbau) im Gefängnis.

Ca. 1.000.000 Menschen in Deutschland haben seit 1990 wegen geringfügiger Verstöße gegen das BtMG einen Eintrag in ihrer Akte oder gelten als vorbestraft (ganze Existenzen sind daran gescheitert, gleicht in bestimmten Branchen einem Berufsverbot)

Aber weiterhin bekennen sich 4-6 Millionen Menschen in Deutschland zu regelmäßigem Cannabis-Konsum, 16 Millionen, sprich jeder 4. über
18 Jahren ist damit schon in Kontakt gekommen (alle übrigens nicht in harte Drogen eingestiegen)

Die 40 Jahre Strafverfolgung haben gar nichts bewirkt, außer die Mafia und einen Haufen Profiteure reich und die Betroffenen gegenüber dem
Staat wütend und misstrauisch zu machen.


Cannabis ist eine Volksdroge!


Argumente für die Aufrechterhaltung der Prohibition (alle widerlegt oder kaum nachweisbar):

Die wichtigsten:
- Einstiegsdroge (-) das gibts eigentlich gar nicht, sind aber wenn, dann Alkohol und Tabak;
- Psychoserisiko (-) äußerst gering, kaum signifikant nachweisbar, i.d.R. reversibel
- Suchtgefahr (-) gibts bei anderen, legalen Sachen auch
- Jugendschutz (-) gerade jetzt NICHT existent
- Alle kiffen nur noch (-) Konsumentenzahlen in Holland sind gesunken, und: macht jetzt auch jeder nach gusto
- Antriebslosigkeit macht sich breit (-) 1. Zusammenhang Amotivation-Cannabis nicht nachweisbar, 2. im Moment auch nicht so, außer bei sozialen Randgruppen, da aber sind es andere Ursachen.

Es gibt KEIN stichhaltiges Argument für die strafrechtliche Verfolgung.
Das Verbot wird letztlich einzig damit begründet, dass es schließlich existiere und dass es dafür wohl schon einen Grund gegeben haben müsste...
Es ist alles eine riesen Gehirnwäsche von Seiten der Lobbys! (Die Krönung ist das darauf erwiderte Argument, dass das alles dem kranken Hirn eines Drogensüchtigen entsprungen sei und daher keine Gültigkeit hätte!)

Wer sehen möchte, wie es geht, ohne dass jemand gestresst ist, gibt mal bei Ju tube ein:
CANNABIS SOCIAL CLUBS ENGLISH
(In den Ergebnissen ganz oben: Video von GanjazzArtClub)
So wie es die Spanier in diesem Filmchen machen, ist es voll ok.
Man bräuchte nicht mal Coffeeshops...

@HMV, da ich finde das dein Beitrag gelesen werden sollte, hab ich den hier rüber kopiert. Im DüD ist der zu schnell unter gegangen.
Ich finde auch es ist eine sehr gute Quelle für sachliche Argumente, sollte man in der Diskussion mal zu emotionalen Ausbrüchen neigen
und nach Halt suchen. Anlass für Emotionen gab es in den letzten Tagen genug. Ich habe keine Probleme damit, was diese Person, die
im DüD provoziert, schreibt. Mich macht sauer, wie sie schreibt, polemisiert, diffamiert.

Im Real Life würde ich einer solchen Person sagen, der Ton macht die Musik. Bitte ändere deinen Ton, dann können wir miteinander reden.
Ich glaube an alles. Außer an Menschen.
Benutzeravatar
Gerd50
 
Beiträge: 1807

Registriert:
Di 6. Mär 2012, 01:01


Re: Warum ich die Forderung des DHV unterstütze

Beitragvon cocolores am Mo 25. Mär 2013, 10:30

Dem Text von Gerd50 schließe ich mich als Betroffener in jedem Punkt an. Bei gelegenheit werde ich das erläutern, und das Thema ausweiten
cocolores
 
Beiträge: 12

Registriert:
Mo 25. Mär 2013, 10:15


Re: Warum ich die Forderung des DHV unterstütze

Beitragvon Dopeworld am Mo 25. Mär 2013, 14:30

des irre ist ja die prohibitionisten werden auf solche fakten mit genau den gleichen argumten wieder kommen :mrgreen:
D O P E W O R L D
Dopeworld
 
Beiträge: 342

Registriert:
So 20. Jan 2013, 02:04


Re: Warum ich die Forderung des DHV unterstütze

Beitragvon bushdoctor am Mo 25. Mär 2013, 19:45

Dopeworld hat geschrieben:des irre ist ja die prohibitionisten werden auf solche fakten mit genau den gleichen argumten wieder kommen :mrgreen:

Da fällt mir die "Logik-Endlos-Schleife" von Professor Nutt ein:
(MP= Mitglied des Parlaments)
MP "You can't compare harms from a legal activity with an illegal one."

Professor Nutt "Why not?"

MP "Because one's illegal."

Professor Nutt "Why is it illegal?"

MP "Because it's harmful."

Professor Nutt "Don't we need to compare harms to determine if it should be illegal?"

MP "You can't compare harms from a legal activity with an illegal one."


Und täglich grüßt das Murmeltier...! :twisted:
Benutzeravatar
bushdoctor
 
Beiträge: 2263

Registriert:
Mo 27. Feb 2012, 15:51

Wohnort:
Region Ulm

Re: Warum ich die Forderung des DHV unterstütze

Beitragvon Dopeworld am Di 26. Mär 2013, 00:30

dazu passt auch eigentlich ganz gut ein paar zeilen von dyckmans:
"Ein Vergleich der unterschiedlichen gesundheitlichen Gefahren zwischen einzelnen Suchtsubstanzen erscheint mir aus suchtpolitischer Sicht wenig zielführend. Die Bundesregierung setzt weiterhin auf ein gesetzliches Cannabisverbot, da sie dies neben anderen Maßnahmen als eine erforderliche Strategie zur Nachfragereduzierung für Deutschland ansieht."

öhm ... ja :mrgreen:
D O P E W O R L D
Dopeworld
 
Beiträge: 342

Registriert:
So 20. Jan 2013, 02:04



Zurück zu Cannabis beim Zukunftsdialog von Merkel

Wer ist online? Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste