Deutscher Hanf Verband • Thema anzeigen - Der bürgerlich konservative Mittelstand im Dialog

Der bürgerlich konservative Mittelstand im Dialog

Hier wollen wir über unseren und andere cannabisbezogene Vorschläge beim Zukunftsdialog von Frau Merkel sprechen und uns überlegen wie wir möglichste viele davon unter die TOP 10 bringen.


Der bürgerlich konservative Mittelstand im Dialog

Beitragvon Gerd50 am Fr 18. Mai 2012, 23:45

Es gibt nur wenige Menschen dieser 'Fraktion', die sich im DüD an der Diskussion zum Vorschlag des DHV

Cannabis legalisieren = den Markt für Erwachsene regulieren!

beteiligen. Bei diesen wenigen ist nicht klar, ob sie Doppel- oder Mehrfachidentitäten benutzen, um eine größere Anzahl vorzutäuschen. Die
wenigen, die sich beteiligen, sind hartnäckig. Verweigern sich jeglicher Argumentation für eine Legalisierung bisher noch illegaler Drogen. Das
der War on Drugs gescheitert ist, passt nicht in ihr Weltbild. Das ein globales und nicht nur nationales Problem zu lösen ist, verstehen die
Erbsenzähler der Nation nicht. Parolen wie - wir wollen kein Kifferparadies - wir wollen keine kalifornischen Verhältnisse - ihr müsst euch an
die Gesetze halten, die gibt es nicht grundlos - Dyckmans weiß was sie tut - stellen einen krampfhaften Versuch dar, ihre vermeintlich heile
kleine Welt zu retten.

Kerstin Blasius sehe ich als das typische Mittelstandssprachrohr im Dialog. Die Sorte konservativer Mittelstand, die keine Ahnung davon hat,
was in den Arbeiter- und HartzIV Vierteln Deutschlands los ist. Bei Ihren eigenen Kindern schaffen sie es vll. noch, das Einstiegsalter für Drogen
wie Nikotin, Alkohol, Cannabis relativ hoch zu halten. 15 bis 16 schätze ich und was die Kids hinter dem Rücken ihrer Eltern machen, bekommen
diese in der Regel nicht mit.

In die Viertel Szene habe ich genauere Einblicke, bin sozusagen mit der helfenden Berufssparte verheiratet. Die beobachtet, das das
Einstiegsalter in den Armen Wohnvierteln schon bei 10 - 12 Jahren liegt. Nicht nur Hanf, sondern alle möglichen Substanzen die der
Schwarzmarkt zu bieten hat, werden konsumiert. Kifft euch lieber einen und lasst das synthetische Zeug sein ist ein gängiger Ratschlag,
sofern man nicht Präventionsvorgaben zu erfüllen hat, will man seinen Job nicht verlieren. Suchttherapeuten beschweren sich darüber,
das Cannabis 'Täter' unter dem Aspekt Therapie statt Strafe in ihre Therapien geschickt werden. 'Täter' die eigentlich keine Therapie
brauchen und anderen Patienten die Therapieplätze wegnehmen.

Die Helferszene hat zu wenig Einfluss, zu wenig Zeit, steht zu sehr unter Druck, um lautstark fordern zu können, Hanf freigeben, um dadurch
wenigstens den Konsum synthetischer Substanzen einzudämmen und überflüssige Therapien zu verhindern.

Dem konservativen Mittelstand geht das am Arsch vorbei, lebt den Ego Trip und denkt mit dem Blick auf das eigene soziale Umfeld, mit
noch härteren Sanktionen könnten sie die Situation unter Kontrolle behalten. Den Blick über den Tellerrand wagen sie nicht, denn dann
müssten sie sich eingestehen, das sie schon lange verloren haben. Dieser Mittelstand denkt, es geht nur um ihn und das ist fatal für Deutschland.
Bedeutet Stillstand in vielen Belangen, nicht nur in der Drogenpolitik.

In einen Schockzustand geraten die Erbsenzähler, wenn man auch nur vorsichtig andeutet, das nicht nur Hanf aus der Illegalität befreit
werden muss, um ein globales Problem zu lösen. Kokain, Heroin, MDMA, Psilocybin, Meskalin, Lysergsäurediethylamid müssen ebenfalls
frei verfügbar sein, will man zumindest einen kleinen Sieg gegenüber der organisierten Kriminalität erringen. Probleme wie Menschenhandel,
Sklaverei, unfreiwillige Prostitution, illegaler Waffenhandel, Schutzgelderpressungen, Erpressung von Politik und Wirtschaft blieben weiterhin
bestehen.

Kerstin fragte mich im DüD, was denn die Mafia machen würde, wenn Hanf legalisiert würde. Das meine liebe Kerstin geht mir am Arsch
vorbei, was die machen würde. Wir müssen endlich einen Anfang machen, wenn wir in nächsten Schritten auch Menschenhandel und
unfreiwillige Prostitution unterbinden wollen. Westlich nationaler Egoismus mit dem Anspruch, die Bevölkerung vor Drogen schützen zu
wollen (erfolglos), ist kein geeignetes Mittel um ein globales Problem zu lösen und unmoralisch gegenüber Ländern wie Afghanistan und
den Ländern Lateinamerikas.

Die Kerstin Blasiusse dieses Landes und anderer westlicher Nationen denken, Konsumenten von Rauschmitteln brauchen nur nichts mehr
kaufen, dann ist alles in Butter. Das ist ein unrealistischer, utopischer Gedanke. Wenn sie den Gebrauch von Drogen, angefangen bei
Nikotin und Alkohol, eindämmen, verringern wollen, müssen sie schleunigst damit beginnen, sich für die Abschaffung von Armut und die
Einrichtung von mehr und besseren Bildungseinrichtungen stark zu machen. Rauschmittel ganz aus der Welt schaffen wird ihnen nicht gelingen.
Mit Verboten schon gar nicht. Das haben die letzten 40 Jahre Prohibition bewiesen.

Das Kerstin ist meine Antwort an Sie zu Ihrer Mafia Frage im DüD, für die 1500 Zeichen nicht ausreichen. Ich hoffe Sie können die
Wahrheit vertragen und etwas damit anfangen. Im Sinne von einen Anfang machen. Es ist nicht erst fünf vor zwölf, es ist schon fast 13.
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Re: Von Portugal Entkriminalisierung lernen

Beitragvon Gerd50 am Sa 19. Mai 2012, 17:57

Im DüD kommentiert KB obigen Beitrag von mir mit einem Satz. Ich sei für die Freigabe aller Drogen. Das stimmt. Auf das Portugal Modell
hatte ich im DüD verwiesen, so etwas wird von KB offensichtlich ignoriert, gelesen schon gar nicht:

http://www.heise.de/tp/artikel/34/34857/1.html

http://www.alternative-drogenpolitik.de ... -und-prave

Weiterhin bezweifelt KB, das durch eine Freigabe von Drogen ein Schwarzmarkt zum erliegen kommen könnte. Doch auch die Austrocknung des Schwarzmarktes hat in Portugal funktioniert.
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Re: Der bürgerlich konservative Mittelstand im Dialog

Beitragvon Gerd50 am Sa 19. Mai 2012, 23:29

Kerstin K. schrieb am 19.05.2012 um 13:24 Uhr im DüD

Geschwindigkeit= Egal Die ganze STVO ist egal warum brauchen wir diese Regeln überhaupt?


Frau Blasius scheint wie viele bürgerlich konservative der Ansicht zu sein, Kiffer seien durchweg Anarchisten.

In Bezug auf die STVO, Geschwindigkeit, befürworte ich schon seit langem eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km/h auf deutschen
Autobahnen.

Und wer verhindert es? Die bürgerlich konservativen, die nicht darauf verzichten wollen, wie die besengten über die Pisten zu brettern.

Mutti Merkel hat schiss, Wählerstimmen der Bleifüße in Autos und Organspender auf zwei Rädern zu verlieren. Ihren Geschwindigkeitsrausch
verteidigt die Nation der Motorisierten mit harten Bandagen. Bedauerlich an Organspenden von Kradfahrern ist, das sie auch von ihren Opfern
stammen können.

Motorräder gehören m.E verboten. Sie dienen selten dem Zweck, sich von einem Ort zum anderen mit einem Ziel vor Augen zu bewegen.
Das Ziel ist der Kick. Droge Motorrad. Männer, Mädchen und Maschinen und Sprit vergeuden, der immer knapper wird.
Die wenigen, die in Großstädten Kräder benutzen, um den Arbeitsplatz zu erreichen, können bei einem Verbot von Motorrädern auf
den preiswerten ÖPVN umsteigen. Im Hinblick auf die Luftverschmutzung in den Städten wäre ein Umstieg schon jetzt sinnvoll.

Diese bürgerlich konservativen lieben ihr Verständnis von Freiheit. Doch anderen Menschen wollen sie deren Verständnis von Freiheit
und sei es nur die Freiheit des kiffens verbieten? Das Spiel spiele ich so nicht länger mit, ebensowenig wie viele andere, wie in den
Kommentaren im DüD zu lesen ist.
Zuletzt geändert von Gerd50 am Mo 21. Mai 2012, 02:19, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Der bürgerlich konservative Mittelstand im Dialog

Beitragvon CosmicWizard am So 20. Mai 2012, 10:29

Jo, stimmt. Wer hat denn die Doppelmoral erfunden, wenn nicht die bürgerlich-konservative Mittelschicht? Sich bei jeder Gelegenheit eine Flasche Wein reinsaufen, aber die bösen Kiffer verurteilen. Nur ein Beispiel...
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Re: Kalifornische Verhältnisse

Beitragvon Gerd50 am So 20. Mai 2012, 22:15

Am 16.05.2012 um 22:45 Uhr schrieb Kerstin K. im DüD:

Das heißt das bei einer legalisierung von Cannabis zu Medizinischen Zwecken die Ärzte sehr genau überwacht werden müssten.
Es sollten auch nur ganz spezielle Ärzte diese Medis dann verschreiben dürfen um den Mißbrauch zu verhindern.
Wir wollen doch keine Kalifornischen Verhältnisse hier in Deutschland!


Ärzte handeln selbstverantwortlich und das bleibt hoffentlich so. Der bürgerlich konservative Kontrollwahn hat schon genug Schaden
angerichtet. Siehe Ersatzstrafrecht Fahrerlaubnis angewendet bei Cannabis Konsumenten.

Wen eine Einzelautorin mit 'Wir' meint, möchte sicher nicht nur ich gerne wissen???

Wir und damit denke ich spreche ich für viele Forenmitglieder, wollen auch keine kalifornischen Verhältnisse. Wir wollen keine
Verhältnisse wie beispielsweise in den Slums von Los Angeles.

viewtopic.php?f=5&t=327#p3715

Wenn der bkM nicht schnellstens aufwacht, werden wir diese Verhältnisse schon sehr bald haben. Der bkM wird hinter hohen Mauern
leben müssen (Königstein im Taunus macht es vor, brasilianische Verhältnisse dürften bekannt sein). Wollt ihr das? Ihr werdet diese
Verhältnisse nicht verhindern können, wenn ihr nicht schleunigst etwas gegen Armut, für besser Bildung, für Präventionsarbeit die
ihren Namen verdient, unternehmt und wenn ihr nicht schnellstens von Portugal lernt.

viewtopic.php?f=27&t=491#p4971
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Re: Abhängigkeitsentwicklung bei Cannabis Konsumenten

Beitragvon Gerd50 am Mo 21. Mai 2012, 18:07

Unter einem groß teil der Bevölkerung kursiert das Gerücht, Cannabis Konsumenten sind generell Abhängige von Hanf, suchtkrank.

Kerstin K. schrieb am 21.05.2012 um 11:01 Uhr im DüD:

Mehr will ich dazu nicht sagen da es ja auch generell heißt das der Suchtkranke seine Sucht verdrängt und den Tatsachen nicht ins Auge
sehen kann.


Das ist richtig, doch übersehen wird, das lediglich 2 % der Cannabis Konsumenten eine Abhängigkeit von Hanf entwickeln.


Die Kleiber-Kovar-Studie[54] für das Bundesministerium für Gesundheit kam 1994 zu dem Ergebnis, dass etwa 2 Prozent der Probanden,
die ausschließlich Cannabis konsumierten, abhängig waren.


Quelle: Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Cannabis_a ... te_note-53

Kleiber-Kovar-Studie:

http://web.archive.org/web/200805040928 ... nabis.html
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Re: Das Märchen vom gestiegenen THC Gehalt

Beitragvon Gerd50 am Mo 21. Mai 2012, 19:18

Die bürgerlich konservativen, allen voran die Drogenbeauftragte Dyckmans und BKA Chef Ziercke, versuchen mit dem Märchen von
gestiegenem THC Gehalt in heutigen Hanf Sorten die Bevölkerung zu verunsichern, manipulieren. Durch das streuen des Märchens
von genmanipulierten Hanf wird zusätzlich versucht, die Bevölkerung zu verunsichern.

Wegen des gestiegenen THC Gehalts kann man bei Hanf nicht mehr von einer weichen Droge sprechen wird fälschlicherweise versucht
zu vermitteln.

His Master's Voice schrieb am 21.05.2012 um 18:04 Uhr im DüD:

Mal ganz allgemein zur Mär vom erhöhten THC-Gehalt bei heutigen Cannabis-Produkten:


Die Quelle auf die ich mich hier berufen möchte, stammt ironischerweise von einem LegalisierungsGEGNER. Bei der Anhörung vor
dem Gesundheitsausschuss zur Frage nach der Einführung von Cannabis Social-Clubs durch die Linkspartei in 01/2012, trat Staatsanwalt
J. Patzak mit einer Stellungnahme für die Gegenseite auf. In dieser Stellungnahme hat er versucht, mittels Daten des LKA Rheinland-Pfalz
eine Steigerung des THC-Gehalts zu belegen. Wer sich die Daten aber genau anschaut, wird sehen, dass mitnichten von einer Steigerung zu
sprechen ist.

Patzaks Stellungnahme:
http://webarchiv.bundestag.de/cgi/shows ... df&id=1177

dort auf S. 2 und folgend auf S. 3

So wie ich die Tabelle auf S. 2 lese, ist Marihuana seit 2004 im THC-Gehalt rückläufig von 9,9 auf 3,4 Prozent. Blüten auch von 12,0 auf
11,0 Prozent. Beim Haschisch stagniert er um die 7-8 Prozent (min 5,3-max 9,0).


Auch in der auf S. 3 der Stellungnahme vorgelegten Tabelle kann ich keine signifikante Steigerung der THC-Konzentration erkennen. So sehe
ich beim "Dutch weed - most popular" seit 2002 eine um die 18% pendelnde Konzentration, ebenso beim "Imported hashish". Einzig beim
"Imported weed" gibt es in den letzten 3 Jahren eine leichte Erhöhung, die aber 2010 auch schon wieder auf dem Stand von 2004 liegt. Also
auch nicht gerade ein signifikanter Trend.

(Link berichtigt)
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