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"Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

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"Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

Beitragvon Sabine am Mi 25. Nov 2015, 18:26

"Neue Studie zeigt außerdem noch deutlicher die Nebenwirkungen bei ADHS-Patienten.
Die Mittel werden millionenfach von Kindern geschluckt - trotzdem ist ihr Nutzen begrenzt, und Nebenwirkungen können den Alltag stark beeinträchtigen. Ärzte rufen deshalb dazu auf, vorsichtiger mit der Verordnung von Ritalin und Co. gegen Aufmerksamkeitsmangel und Hyperaktivität (ADHS) zu sein und sorgfältiger abzuwägen, ob Kinder und Jugendliche davon profitieren. "Die Erwartung, die wir an die Behandlung haben, ist vermutlich größer als es gerechtfertigt wäre", sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Morris Zwi aus London. "Wir sehen zwar Hinweise auf einen Nutzen, aber die wissenschaftlichen Beweise sind von sehr schlechter Qualität."
...
Nebenwirkungen der Medikamente sind hingegen deutlicher auszumachen. Ritalin löst zwar keine ernsthaft bedrohlichen Komplikationen aus, auch wenn die Cochrane-Autoren betonen, dass die Studiendauer im Mittel nur 75 Tage betrug und über Langzeitfolgen daher wenig gesagt werden kann. Das Risiko für Schlafstörungen erhöhte sich unter den Stimulanzien um 60 Prozent, das für Appetitmangel sogar um mehr als das Doppelte im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die Scheinmedikamente bekam."


http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/b ... -1.2751800
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Re: "Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

Beitragvon overturn am Mi 25. Nov 2015, 19:15

Wenn man derartige Syndrome als einheitliche und klar abgrenzbare Krankheiten betrachtet (wie es bspw. auch im Falle der "Sucht" erschreckend verbreitet scheint) und diese ferner auf einzelne biochemische Phänomene reduziert, sollte es meinem Verständnis nach nicht verwundern, wenn Medikamente, die bspw. irgendwie auf diese gemutmaßten physiologischen Prozesse einwirken, bei einem mehr oder weniger großen Teil der Behandelten dennoch keine befriedigende Erfolge erzielen (vgl. SSRIs und Depressionen).
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Re: "Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

Beitragvon bushdoctor am Mi 25. Nov 2015, 19:56

overturn hat geschrieben:Wenn man derartige Syndrome als einheitliche und klar abgrenzbare Krankheiten betrachtet (wie es bspw. auch im Falle der "Sucht" erschreckend verbreitet scheint) und diese ferner auf einzelne biochemische Phänomene reduziert, sollte es meinem Verständnis nach nicht verwundern, wenn Medikamente, die bspw. irgendwie auf diese gemutmaßten physiologischen Prozesse einwirken, bei einem mehr oder weniger großen Teil der Behandelten dennoch keine befriedigende Erfolge erzielen (vgl. SSRIs und Depressionen).

Was für ein Satz, overturn! ...und es ist wirklich nur EIN Satz! Ich könnte aufjauchzen vor Freude über Deine punktgenaue Analyse eines sehr komplexen Themas in diesem einen Satz!

Danke! :mrgreen:
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Re: "Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

Beitragvon Sabine am Mi 2. Dez 2015, 11:19

"Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "
"Maxi war fünf Jahre alt, als er das erste Mal die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kempten betrat und dort in Windeseile Brigitte Fuhrmanns Büro auf den Kopf stellte. "Innerhalb von Sekunden hat er den gesamten Raum ausgeräumt und dabei einiges zu Bruch gehen lassen", sagt die inzwischen in Kaufbeuren niedergelassene Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche. "Das war der schwierigste Fall an ADHS, den ich je hatte", sagt Fuhrmann.

Obwohl sich Maxis Eltern sehr liebevoll um ihr Kind bemühten, Maxi fiel unangenehm auf. Auch im Kindergarten. Dort saß er nie still, warf mit Bauklötzchen, schlug andere Kinder - nie aus böser Absicht, sondern als Ausfluss seines "überschießenden Temperaments".
Zehn Jahre lang hat Brigitte Fuhrmann Maxi (Name geändert) behandelt, schließlich aber weigerte er sich, weiterhin die verordneten Medikamente zu nehmen. "Er sagte, er wolle so sein, wie jeder andere auch", sagt Fuhrmann. Maxi geriet gar auf die schiefe Bahn, fing an zu klauen und Drogen zu nehmen. "Maxi ist nicht der Regelfall, sondern die Hardcore-Variante einer hyperkinetischen Störung", sagt Fuhrmann.
...
Der jetzige Bericht aus Humls Ministerium beruht letztlich auf einem Besuch von Landtagsabgeordneten in Sochers Schule. Die Abgeordneten wollten wissen, was Sache ist. Für die SPD-Gesundheitsexpertin Kathrin Sonnenholzner steht nun fest: "Es braucht mehr solcher Angebote, die auf den Bedarf von Kindern mit ADHS eingehen." Die Grünen verwiesen in der Diskussionsrunde indes auf eine neue Studie. Die kommt zu dem Schluss, dass Ritalin - ein häufig benutztes ADHS-Medikament - "nicht so gut wirkt, wie man es sich bislang gedacht hat". Humls Haus müsse jetzt dringend dieser Studie nachgehen, forderte die Grüne Rosi Steinberger.""


http://www.sueddeutsche.de/bayern/mehr- ... -1.2762576
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Re: "Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

Beitragvon Sabine am Sa 9. Jan 2016, 10:40

"Kinder werden mit Drogen kalt gestellt

Der frühere Chefarzt der Kinderklinik des Sanaklinikums kritisiert die medikamentöse Behandlung von verhaltensauffälligen ADS-Kindern.
...
Nach Beobachtungen des Remscheider Kinderarztes nehmen die Fälle zu, in denen Kinder mit Konzentrationsstörungen (ADS) und einer Hyperaktivität (ADHS) medikamentös behandelt werden. Eine Entwicklung, die dem Kinderarzt Sorge bereitet, denn die Diagnose für Kinder mit "ADS" oder ADHA" entbehre jeder seriösen wissenschaftlichen Grundlage. "Es handelt sich hier nur um eine subjektive Bewertung eines Verhaltens", sagt Ibach. Die Ursache für diese Verhaltensauffälligkeiten liege in den veränderten Lebensbedingungen. Es herrsche immer mehr Druck in den Familien, in den Schulen, in der Gesellschaft. Unruhige Kinder passen nicht in eine Gesellschaft des ständigen Leistungsdrucks. Mit einer Pille werden sie ruhig gestellt, damit alles weiter reibungslos funktioniert.

Für diesen Umgang mit Kindern findet Ibach deutliche Worte: "Eine Gesellschaft, der nichts Besseres einfällt, als nicht konforme Kinder mit hochprozentigen Drogen kalt zu stellen, aus denen es kein Aussteigen gibt, bedient sich der Methoden totalitärer Staaten."


http://www.rp-online.de/nrw/staedte/rem ... -1.5678689

Deutliche Worte ! Bild
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Re: "Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

Beitragvon Ganjadream am Mi 20. Jan 2016, 17:26

Ich kenne etliche Leute, bei denen es so stark wirkt, dass sie es nicht mehr nehmen. Ich würde gewiss zu diesen Leuten gehören, ich vertrage ganz viele Dinge gar nicht!

Es hat vielleicht ganz andere Gründe, warum wir so viel Ritalin schlucken sollen: Weniger denken, mehr Arbeiten!
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Re: "Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

Beitragvon Sabine am Do 8. Jun 2017, 14:00

"»Ich wusste, das ist nicht zu packen, außer vielleicht mit Ritalin«

Drei Studenten, derzeitige und ehemalige, über ihre Erfahrungen mit dem leistungssteigernden Medikament: wie es ihnen beim Lernen half und fast alles andere im Leben ruiniert hätte."


http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte ... it-Ritalin
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Re: "Ritalin wirkt deutlich weniger als gedacht "

Beitragvon Ganjadream am Mo 26. Jun 2017, 19:58

Hey, ich dachte immer, das wirkt wie Sau aber knallt nicht rein. :lol:
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