Deutscher Hanf Verband • Thema anzeigen - Sammlung Patienten vor Gericht

Sammlung Patienten vor Gericht



Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Di 12. Apr 2016, 19:42

"Selbsternannte Priesterin baut Cannabis an

„Ich gärtnere gerne, da habe ich gedacht, ich könnte die Cannabispflanzen auch einfach selbst anbauen“, erklärte die 56-jährige Riebauerin im Amtsgericht. Und zeigte sich während der Verhandlung uneinsichtig.

26 Pflanzen standen vor dem Bauwagen in Riebau. Ein Hinweis per E-Mail hatte die Polizisten im August des vergangenen Jahres in das Dorf gerufen. „Die Angeklagte war kooperativ, wollte die Pflanzen bei unserem Eintreffen selbst ernten, weil die Pflanzen eine Seele haben“, gaben die Beamten zu Protokoll.

Sie bräuchte das Marihuana als Schmerztherapie für ihre Borreliose und Migräne, erklärte die Riebauerin. Von ihrer Ärztin habe sie kein Rezept bekommen, da ihre Diagnose eine Erlaubnis zum medizinischen Konsum nicht rechtfertigen würde. „Da lag es für mich nahe, selbst anzubauen. Nach einem heißen Kaffee und einem Joint konnte ich ohne Probleme in meinen Alltag starten. Und nach einer größeren Tüte kamen mir Erkenntnisse über das Leid der Welt“, so die Angeklagte, die als selbsternannte Priesterin tätig ist. Rund 761 Gramm Marihuana hätten die Pflanzen nach der Ernte erbracht, ergab die Laboranalyse. „Ein Gramm pro Tag reicht mir, um meine Schmerzen zu vergessen“, so die 56-Jährige.

Für Unruhe im Gerichtssaal sorgten die Unterstützer der Angeklagten."


http://www.az-online.de/altmark/salzwed ... 04887.html

Die Frau hat Cojones ! Nicht einzuknicken vorm Richter, das machen wenige.

Jetzt würde es mich mal interessieren, wie denn die Unruhe, die von den Unterstützern ausging, ausgesehen hat ? Zwischenrufe, Tragen von provokanten T-Shirts ... ?
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon bushdoctor am Do 14. Apr 2016, 19:04

Cannabis-Anbau: Schwerkranker Andreas Butzmann schöpft Hoffnung

Ein Bundesgericht hat einem Mann erlaubt, Cannabis zu therapeutischen Zwecken anzubauen. Der Schwerkranke Andreas Butzmann aus Pfaffenhofen hofft, von dem wegweisenden Urteil zu profitieren

[...]

Der 32-Jährige hat Cannabis angebaut. Zu therapeutischen Zwecken, wie er betont. Deshalb hat ihn das Amtsgericht Neu-Ulm verurteilt.

[...]

Das Leipziger Urteil lässt ihn nun neue Hoffnung schöpfen. Was seinen Strafprozess betrifft, hat Butzmann Berufung gegen seine Verurteilung einlegt. Die Berufungsverhandlung findet im Mai am Landgericht Memmingen statt. Berufung hat der 32-Jährige auch gegen eine Entscheidung des Sozialgerichts Augsburg eingelegt. In nächster Instanz muss nun das Landessozialgericht in München darüber befinden, ob die Krankenkasse die Cannabis-Therapie des Pfaffenhofners finanzieren muss.
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Fr 22. Apr 2016, 06:08

"Prozess in Kempten: Drogen des Tanzlehrers landen bei Jugendlichen

Gericht verurteilt 54-Jährigen zu Geldstrafe. Er muss 4.400 Euro zahlen

Drogen in der Tanzschule? Kein Schüler hat konkrete Angaben gemacht, da sind nur viele Andeutungen. In mindestens einem Fall allerdings landete Marihuana, das einer der bekanntesten Tanzlehrer des Allgäus an Zwischenhändler verkaufte, bei einem Jugendlichen.
Der Händler hat ihn belastet. Im Gerichtssaal sitzt ein gebrochener Mann eigenen Tanzschülern im Zuhörerraum gegenüber. An Marihuana will der 54-Jährige künftig über die Bundesopiumstelle und per Rezept kommen.
Wer will sagen, wie die Geschichte ohne jenen Unfall vor zwölf Jahren ausgegangen wäre? Querschnittsgelähmt, an den Rollstuhl gefesselt und unter Spastiken leidend, sei er seit zwölf Jahren auf Marihuana angewiesen, sagt der Angeklagte. Von einer Situation „die sich keiner wünscht“, wird am Ende auch der Kemptener Amtsrichter Sebastian Kühn sprechen. Trotzdem verlässt der Mann am Ende als verurteilter Täter den Saal.
...
Um den eigenen Konsum zu bezahlen, hat er auch Drogen verkauft.
...
Wie geht es weiter?

Sein Haus hat der Mann gerade verkauft. Das Tanzen will er trotz der schweren Behinderung und der Verurteilung nicht aufgeben. Man habe ihm den Einstieg in eine andere Tanzschule angeboten, sagt er vor Gericht. In sozialen Netzwerken ist er zuletzt mit aggressiven Kommentaren aufgefallen. Vor Gericht hat er sich selbst verteidigt."


http://www.all-in.de/nachrichten/rundsc ... 57,2257826
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Di 26. Apr 2016, 21:17

"Landau
Hobbygärtner baute vier Kilogramm Marihuana an - zum Eigenbedarf

Eine solche Menge an Marihuana ist dem Vorsitzenden Richter Michael Piringer am Amtsgericht noch nicht untergekommen. Man würde eine größere Bande vermuten oder Handel im großen Stil, doch so war es nicht.

Am Dienstagnachmittag wurde wegen eines schweren Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verhandelt. Ein 54-Jähriger hatte fast vier Kilogramm Marihuana angebaut. Der Mann aus dem südwestlichen Landkreis zeigte sich geständig und wurde zu zwei Jahren Haft, die auf Bewährung zu drei Jahren ausgesetzt wurden, verurteilt.
...
Im Sommer 2015 ging bei der Polizei Dingolfing ein anonymer Anruf ein, der den Anbau auf dem Grundstück anzeigte. „Normalerweise gehen wir solchen sporadischen Hinweisen nicht nach, da sie sich meistens nicht bewahrheiten“, so ein Zeuge der Kriminalpolizei, „doch wir ließen den Polizeihubschrauber einmal das Gelände überfliegen und haben festgestellt, dass es sich wohl doch um eine größere Plantage handeln könnte“.
...
Gleich nach Beginn der Verhandlung erklärte sich der Angeklagte selbst für schuldig. „Ich habe die Pflanzen nur für den Eigengebrauch groß gezogen. Ich hatte nie die Absicht, sie zu verkaufen“, so der Angeklagte. Denn wie sich herausstellte, wollte der gelernte Schreiner die Pflanzen zu Cannabisöl weiterverarbeiten. Er und seine Frau leben autark. „Wir bauen alles selbst an. Von Paprika über Tomaten bis Kartoffeln. Wir haben schon immer alternativ gelebt“, erzählte der Angeklagte. „Nachdem wir beide jahrelang in der Schwerstbehindertenpflege gearbeitet hatten, verspürten wir immer mehr Schmerzen in unseren Gelenken und Schultern und haben gehört, dass hierbei Cannabis ein gutes Heilmittel sei, wenn man es auf der Haut aufträgt oder einnimmt.“
Die Krux an der Sache: Dafür besaß das Paar keine Erlaubnis und musste sich nun dafür vor dem Gericht verantworten. „Ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass das so ein großer Ertrag wird. Ich habe das zum ersten Mal gemacht“, rechtfertigte der Hobbygärtner seine Tat. Mittlerweile haben die Zwei auch ein Alternativmittel aus der Apotheke gefunden. „Wenn wir das schon eher gefunden hätten, wäre uns das alles erspart geblieben“, resümierte der Angeklagte. Das befand auch der Vorsitzende mit einem Schmunzeln für richtig.
...
Diesen Eindruck verdeutlichte die Verteidigung anschließend mit negativ ausgefallenen ärztlichen Tests auf Cannabinoide. „Für uns war es glaubhaft nachvollziehbar, dass dieser Mann keinen Handel mit dem Marihuana betreibt und es nicht konsumiert, da wir nichts Weiteres fanden und er eine Cannabisart zog, die keinen hohen THC-Gehalt hatte.“
...
Dazu muss der Verurteilte 1.200 Euro an den Hospizverein Dingolfing-Landau zahlen und alle drei Monate eine Urin- und Haarprobe abgeben, um dem Gericht zu bestätigen, dass er wirklich kein Gras konsumiert. „16 Pflanzen mit einem Ertrag von fast vier Kilo sind schon der Wahnsinn“, staunte der Richter, „mit dieser Bewährungsstrafe hatten Sie wirklich Glück. Sie waren schon tatsächlich ein Naivling, wenn Sie dachten, dass Sie damit ungestraft davon kommen“."


http://www.idowa.de/inhalt.landau-hobby ... 59353.html

Hier passt in meinen Augen was nicht zusammen :
16 Pflanzen = 4 kg, das ist doch bei bestimmten Sorten nicht unüblich, oder ? Und diese Sorten haben doch normal einen hohen THCgehalt, ausser man erntet sie wesentlich früher.

Das keine Cannabionide (seit wann werden andere als THC abgecheckt?) im Blut gefunden wurden, sagt meines Erachtens überhaupt nichts zum Thema Handeltreiben aus.

Dann hoffe ich mal, das die beiden von der Apotheke/Arzt keine Chemiebomben empfohlen bekommen haben, sonst könnte sich dieser Satz "„Wenn wir das schon eher gefunden hätten, wäre uns das alles erspart geblieben“, resümierte der Angeklagte. " bitter rächen.
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Mi 27. Apr 2016, 05:29

Ein ähnlicher Fall wie der vorherige, nur mit extrem unterschiedlichen Ausgang :

"Haft für Hobbygärtner mit Cannabis-Plantage

Polizei findet 21 Kilo. Doch für den Handel waren die Drogen nicht gedacht

Als Polizisten an einem Oktobermorgen im vergangenen Jahr ein altes Bauernhaus im Landkreis Neu-Ulm durchsuchen, staunen sie nicht schlecht: Im Dachboden über dem ehemaligen Stall reihen sich Beete und Kästen mit Cannabispflanzen und deren Setzlingen.
...
„Es wirkte wie eine gut organisierte Plantage“, erinnert sich einer der Beamten. Ganze 21 Kilo bringen die Pflanzen schließlich auf die Waage – 300 Gramm reiner Wirkstoff THC.
...
Ebenso auf der Anklagebank saß seine 41-jährige Ehefrau, die als Komplizin verdächtigt wurde.
...
Um die Gründe zu begreifen, mussten die Anwesenden in das Leben des Mannes eintauchen: Als Kleinkind war er in einen Bienenschwarm geraten und hatte einen allergischen Schock erhalten. Dutzende Male war er danach in Behandlung, lebte traumatisiert und entwickelte unzählige Allergien, etwa gegen Lebensmittel. „Am Höhepunkt habe ich nur noch knapp 60 Kilo gewogen“, sagte der Mann, dessen Arm im Prozess unentwegt stark zitterte. Als sein Freund dann Suizid begangen hatte, habe er versucht, auch seinem Leben ein Ende zu setzen. Seine Frau fand ihn in letzter Minute. Nach psychiatrischer Behandlung rauchte er Joints: Daraufhin kam sein Hungergefühl zurück, er wurde ruhiger und konnte wieder schlafen. Da er stets ein Hobbygärtner war und nicht in die Dealer-Szene rutschen wollte, begann er, die Pflanzen selbst zu züchten.
...
Haarproben deuteten darauf hin, dass auch die Frau Marihuana konsumierte. Dies solle jedoch auf das Passivrauchen zurückzuführen sein, verteidigte sich diese. Nur im gemeinsamen Kinozimmer hätte der Mann geraucht – abgeschieden von den beiden Kindern. Aus einem Mangel an Beweisen wurde die Anklage gegen die 41-Jährige gegen eine Geldauflage von 700 Euro fallen gelassen.
...
Da lediglich der Besitz, nicht aber Handel nachgewiesen werden konnte, verurteilte Richterin Brigitte Grenzstein den Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Abgezogen davon wird der Zeitraum der Untersuchungshaft, die der Mann seit sieben Monaten absitzt. Zudem muss er eine Therapie machen. Damit liegt die Strafe unter den drei Jahren und drei Monaten, die die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Verteidiger Müller sprach von einem „einzigartigen Fall“. Aufgrund der therapeutischen Wirkung des Anbaus und Konsums für seinen Mandanten hatte er sich für eine Bewährungsstrafe ausgesprochen. „Für den Eigenbedarf hätte er nicht in so großem Stil anbauen müssen“, sagte die Richterin abschließend, „Und zum Gärteln hätten es auch Tomaten getan.“"


http://www.augsburger-allgemeine.de/neu ... 03757.html

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen : aus Mangel an Beweisen 700 € Geldstrafe !

Und eine langjährige Haftstrafe für 300 g THC. Weiss die Richterin eigentlich, wieviel an Cannabis ein Patient braucht ?! Da ist es mit 10g nicht getan.
Falls der Arbeitgeber der Frau von dieser Verhandlung was mitbekommt, dann wars das mit dem Job. Und wieder eine Familie in die Sozialhilfe geschickt ...

Bei so manchen Richterkommentaren zu Urteilen möchte ich denen sämtliche Gesetzesbücher unterdessen am liebsten um die Ohren schlagen. Die sind manchmal an Sarkasmus und Gehässigkeit nicht mehr zu übertreffen.
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Di 10. Mai 2016, 16:43

"Marihuana gegen die chronischen Schmerzen

Zwei Herzinfarkte und einen Suizidversuch hat Rudolf Menke (Name geändert) hinter sich. Den 54-jährigen Tölzer plagen chronische Schmerzen. Am Montag musste sich Menke wegen unerlaubten Anbaus von Betäubungsmitteln vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten.

Dieses berücksichtigt seine Krankheitsgeschichte und setzte die zehnmonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung aus.

„Seit über zehn Jahren muss ich mir sagen lassen, was gut für mich ist. Ich will selbst über meinen Körper bestimmen dürfen.“ Diese Worte Menkes aus der Verhandlung zeigen das Gewissenskonflikt-Potenzial dieses Falls: Menke hat keine Straftat begangen, um jemand anderem zu schaden, sondern um sich selbst zu helfen.
...
Der Angeklagte wirkte resigniert, mied sogar seinen Pflichtverteidiger. Er habe alles schon bei der Polizei eingeräumt, teilte er mit. Als Richter Helmut Berger ihn zum Ende der Beweisaufnahme auf seine Krankheitsgeschichte ansprach, redete er doch noch – was sich deutlich zu seinen Gunsten auswirkte. „Ich habe mit den Ärzten wirklich alles ausprobiert, aber mir hat nichts geholfen.“ Wenn doch, seien die Nebenwirkungen unerträglich gewesen. Mit dem Rauchen von Marihuana habe Menke seine Schmerzen lindern sowie seine „innere Unruhe“ bekämpfen können. Er habe dann weniger Schmerzmittel und Antidepressiva gebraucht.

Seit die Beamten, mit denen der 54-Jährige laut Sachbearbeiter „total kooperierte“, die Drogen sichergestellt haben, gehe es „stets bergab: Ich habe einen guten Job verloren, und mich grüßt keiner mehr in Tölz“, sagte Menke. In der „Gerüchteküche“ sei er nur noch der „große Dealer“."


http://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/ ... 86910.html

So schauen bayerische Urteile im Angesicht einer geplanten Gesetzesänderung aus... Pfui !
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Mi 25. Mai 2016, 16:22

"Krebskranke Frau baut Cannabis an: Bewährungsstrafe
Das Bayreuther Schöffengericht verhängt gegen eine 56-Jährige wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln eine Bewährungsstrafe.

Die Diagnose lautet "Krebs", und das schon seit mehr als 35 Jahren. Seitdem musste eine 56 Jahre alte Frau aus der Fränkischen Schweiz insgesamt fünf schwere Operationen über sich ergehen lassen. Doch der Krebs kam immer wieder.
Sämtliche Therapien wurden versucht: von der klassischen Chemo über Natron-Behandlungen bis hin zu bestimmten Meditationsformen. Nichts hat geholfen. Nicht verwunderlich, dass jemand in dieser Situation jeden Rettungsanker ergreift. Auch dann, wenn er nicht legal ist.

Die 56-Jährige war nun wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmittel in nicht geringer Menge vor einem Bayreuther Schöffengericht angeklagt. Sie hatte zuhause eine Aufzuchtanlage für Cannabispflanzen eingerichtet, die Polizei stellte über 900 Gramm davon sicher.
...
Aus rund 500 Gramm getrocknetem Pflanzenmaterial wollte sie bis zu 50 Gramm des wertvollen Öls gewinnen, dass sie anschließend einnehmen wollte. Eine andere Möglichkeit, um wenigstens die Schmerzen zu lindern, habe sie nicht gesehen, zumal sie auf herkömmliche Medikamente aller Art mittlerweile allergisch reagiere. Auf der anderen Seite linderten auch herkömmliche Kräuter den Schmerz nicht mehr. "Der Krebs ist mittlerweile sehr bösartig, da ist mit Brennnessel und Co. nichts mehr zu machen", sagte die Angeklagte.

Vor Gericht räumte die Frau ein, dass sie niemanden persönlich kenne, der durch die Cannabis-Therapie wieder gesund geworden ist. Im Internet habe sie allerdings von einem amerikanischen Heilpraktiker gelesen, der Krebspatienten dank Cannabis vom Sterbebett geholt habe.
...
Das Schöffengericht entschied schließlich auf sechs Monate. Von den sonst üblichen Arbeits- oder Geldauflagen sahen die Richter ab."


http://www.infranken.de/regional/kulmba ... 12,1893525

Die ganze Arbeit umsonst und alles futsch bzw. vernichtet. :( :evil: Auch ne Art von Todesstrafe ...

Und bitte, woher soll die Frau jemanden kennen, der gesund geworden ist ? Es hält doch fast jeder seine Klappe, damit ihm kein Strafverfahren droht. Geheilt, aber dafür in den Knast?!

In dem Artikel wird nicht erwähnt, wie die Polizei auf die Angeklagte kam. Wieder mal ein "wohlwollender" Nachbar ?!
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Di 31. Mai 2016, 18:11

"Cannabis-Züchter will freigesprochen werden

46-Jähriger darf das Rauschgift gegen Schmerzen nutzen.

Im August vor drei Jahren entdeckte die Polizei in einer Werkstatt und einem Schuppen eine Cannabis-Plantage. Über 195 Gramm Rauschgift wurden sichergestellt. Seit Dienstag muss sich der Besitzer vor dem Amtsgericht verantworten. Der 46-Jährige will unbedingt einen Freispruch. Denn inzwischen hat er eine Genehmigung, dass er Cannabis als Schmerzpatient legal nutzen darf. Der Antrag, die Pflanze auch privat anbauen zu können, wird geprüft.
...
2010 habe ihm dann ein Arzt geraten, Cannabis gegen seine Schmerzen einzusetzen. „Ich habe das dann als Selbst-Therapie gemacht. Und zwar sehr erfolgreich“, erklärte der Angeklagte, „ich bin seit zwei Jahren wieder voll erwerbsfähig.“
...
Die Erlaubnis aus medizinischen Gründen hatte der 46-Jährige aber vor drei Jahren noch nicht. Wohl aber die Schmerzen. Amtsrichterin und Staatsanwaltschaft waren am Dienstag bereit, das Strafverfahren einzustellen. Das reichte dem Angeklagten aber nicht, er will mit einem glatten Freispruch aus dem Saal gehen."


http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/ca ... -1.2197805



an die Düsseldorfer OG :

Könnte ihr den Patienten unterstützen, wenn ihr seinen Namen rausbekommt ? Z.b. mit einer Spendenaktion + Infostand. Die Gutachten + nächste Verhandlung scheinen ja recht teuer zu werden.
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Mi 1. Jun 2016, 07:07

"Kiffer vor Gericht
Er besaß eine eigene Haschplantage in der Werkstatt

Gerhard D. (45/ Name geändert) nimmt täglich seine Dosis Marihuana. 0,5 bis 1 Gramm. Und das ganz legal.

Und auf Rezept. Grund: Nur mit den Drogen bekommt er seine Schmerzen in den Griff.
...
Weil er schon vor der offiziellen Erlaubnis, Gras zu nehmen, in der eigenen Werkstatt eine Haschplantage besaß.
...
„Dafür müssten sie Gutachter untersuchen und feststellen, dass es wirklich nicht ohne Marihuana geht.“ Die medizinischen Atteste reichen ihr nicht aus.

Eine Einstellung lehnte Gerhard D. aber ab. Er hätte dann auf Anbaumaterialien verzichten und seine Kosten, auch die des Anwalts, selbst tragen müssen."


http://www.express.de/duesseldorf/kiffe ... t-24149840

Eine unsägliche Wortwahl :evil: Und auch die Richterin :roll:
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Wasteland am Sa 4. Jun 2016, 16:32

Die Justiz muss schlicht und ergreifend viel mutiger werden wenn es um Fälle zum medizinischem Nutzen geht.Es gibt schon einige Richter die das erkannt haben und sich nicht mehr hinter dem Deckmäntelchen des geltenden Rechts verstecken aber das ist zuwenig.Wenn diese Amtsträger von unten herauf die Gesetzgebung mit Freisprüchen aushöhlen wird die Gesetzgebung erkennen müssen das die unsinnigen Gesetze keine Anwendung finden und werden gezwungen über Änderungen nicht nur nachzudenken sondern Lösungen voran zu treiben.
Ein Grabstein für den ganzen Schlamassel und darauf gehört die Inschrift:Menschheit,du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu!

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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Mo 1. Aug 2016, 05:42

"Marihuana: Droge oder Heilmittel?

Weil er chronische Schmerzen hat, baute ein Neutraublinger illegal Cannabis an. Fachleute bezweifeln eine lindernde Wirkung.
...
Der Überzeugung, dass Marihuana gegen Schmerzen hilft, war auch ein Ehepaar in Neutraubling. Der Ehemann ist seit über zehn Jahren chronischer Schmerzpatient und ertrug sein Leiden jahrelang nur mit Morphium. Nachdem er wegen dieses Opiatkonsums eine lebensgefährliche Erkrankung nicht bemerkt hatte und in Lebensgefahr geriet, probierte er Cannabis aus und merkte, dass die Droge bei ihm fast genauso gut wirkte, um den Schmerz in den Griff zu bekommen.

Das Ehepaar begann, in seiner Garage, Cannabis anzubauen. Durch Zufall flog die kleine Privatplantage auf. Weil das Ehepaar glaubhaft versicherte, das Cannabis nur für den Eigengebrauch angepflanzt zu haben, fiel das Urteil mit einer Bewährungsstrafe vergleichsweise mild aus. Das Gericht unterstrich zugleich, dass es keinen legalen Anbau für Cannabis gibt. Die Staatsanwaltschaft bezweifelte den Schmerzaspekt, auch weil nicht nur der Ehemann sondern auch seine Frau laut Tests starke Konsumenten waren.
...
Auch Dr. Willi Unglaub, Vorstandsmitglied der Regensburger Drogenhilfe Drugstop e.V., sagt, dass Cannabis bei Schmerzen nicht sicher wirksam ist. Gesichert sei die Wirkung nur bei spastischen Erkrankungen wie beispielsweise bei Multiple Sklerose (MS). Für solche Fälle gebe es Medikamente, die Cannabis-Wirkstoffe enthalten. Man dürfe dabei nicht vergessen, dass Cannabis nicht frei von Nebenwirkungen ist, betont der Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Die Behauptung, dass das Rauchen von Marihuana gegen Schmerzen hilft, hält auch Unglaub „in der Regel für vorgeschoben“.

Der Drugstop-Vorstand verweist auf einen Kongress, der vor kurzem in München stattfand. Dort hätten Experten bestätigt, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis gibt, dass Cannabis schmerzlindernd wirkt."


http://www.mittelbayerische.de/region/r ... 10896.html

Es kann nicht sein, was nicht sein darf :roll:
Und jetzt versucht man hier Patienten noch zu unterstellen, sie würden lügen, um an diese ach so gefährliche Droge zu kommen. Weil ja Morphium, wie hier, soo ungefährlich ist. :evil:
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Do 6. Okt 2016, 05:53

"Schwetzingen: Bewährungsstrafe für Cannabisanbau - Zur Schmerztherapie?

Ein wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Amtsgericht Angeklagter kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Durch angeborene Blutgerinnungskrankheit konnte der jetzt vor dem Amtsgericht Angeklagte den linken Arm plus Finger nicht voll bewegen, er war offiziell zu 80 Prozent schwer behindert. In seinem kleinen Schrebergarten hatte er versucht, durch den Anbau von Cannabis-Pflanzen gewisse Linderungen durch den Konsum der Betäubungsmittel zu erreichen, das hatte zur Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTMG) geführt und sollte nun in der Verhandlung unter Vorsitz von Richter Hans-Jörg Schneid verhandelt werden. Doch das wurde durch Vorgaben von Krankheit und angeblich bis jetzt noch nicht legalisiertem Cannabisanbau zur Schmerzlinderung etwas schwierig.
...
Richter Schneid kam auf die sechs Einträge im Bundeszentralregister zu sprechen, meist Verstöße gegen das BTMG: "Hier waren wohl auch andere Beweggründe als Eigenmedikation vorhanden, zwei Bewährungsstrafen stehen für andere Ziele!"
...
Doch im Urteil des Schöffengerichts wurde klar verdeutlicht: "Der Anbau von Cannabis zur Eigenmedikation ist bisher nun einmal verboten und wird daher mit einer Strafe von zehn Monaten zur Bewährung (drei Jahre) und 90 Stunden sozialer Arbeit belegt. Frühere Fahrten des Beklagten nach Holland sprechen wohl auch von anderen Gründen des Konsums von Rauschmitteln!"

Nach der Petition vom 6. Juni 2016 von Leipzig gelten jetzt offenere Bewertungen des Anbaus von Cannabis zur Schmerzlinderung bei Eigenmedikationen und deren Strafbarkeit - der Eigenanbau soll bald straffrei bleiben, eine Entscheidung steht zu erwarten."


http://www.rnz.de/nachrichten/metropolr ... 26312.html

Sagt mal, können die bei Gericht alle nicht lesen und! verstehen? Die Krankheit ist angeboren! Frühere BTM-Vergehen sehe ich schon in diesem Zusammenhang, damit wurde damals nur nicht vor Gericht argumentiert, weil es eh nichts gebracht hätte. Ist, wie man sieht, ja heute noch sehr schwer und es schwebt meist der unausgesprochene Verdacht im Raum, die Krankheit nur vorzuschieben.
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Do 27. Okt 2016, 05:03

"Cannabis unterm Dach

Ein chronischer Schmerzpatient erhält eine Bewährungsstrafe, weil er auf dem Speicher vier Hanfpflanzen gezüchtet hat.

Schnell war am Mittwoch im Sitzungssaal II im Ebersberger Amtsgericht klar: der Mann im beigen Hemd, mit Brille und ergrauten, kurzen Haaren, der dort auf der Anklagebank saß, hat es nicht leicht. Chronische Leiden an der Wirbelsäule, den Gelenken und der Schulter; seit einem Jahr Krebspatient. Dazu ein Beruf, der heutzutage kaum Aufträge verspricht - der 58-Jährige repariert Radio- und Fernsehgeräte.
...
Inzwischen wurde auch die Untermieterin des 58-Jährigen auf dessen Cannabisanbau aufmerksam.

Zuerst habe es um das Haus herum nur nach Marihuana gerochen, im Sommer seien ihr dann auch die Pflanzen am Balkon aufgefallen, sagte sie Richter Markus Nikol. "Ich hatte die Befürchtung, dass meine Kinder das spitz kriegen." Diese sollten nicht auf jemanden treffen, der Drogen nimmt. Zum Schutz der Familie habe sie die Situation "nicht aufrecht erhalten können" und sei ausgezogen. Dann erstattete die Frau Anzeige.
...
Eigentlich sei für das Vergehen des Angeklagten eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vorgesehen, erinnerte die Staatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer. "Das erscheint mir aber ungerecht", sagte sie. Der 58-Jährige habe das Cannabis gezogen, um es zur Schmerzlinderung zu verwenden."

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebe ... -1.3223231

Einen Schmerzpatienten hinzuhängen, (und das hat die Untermieterin mit Garantie gewußt) wie tief kann man noch sinken. Pfui Deifi :evil:

Auf der andren Seite freut es mich für den Angeklagten, das er am Ebersberger Gericht so milde davon gekommen ist. Das da nicht unbedingt üblich.
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Do 27. Okt 2016, 07:01

Der Merkur macht diese Leidensgeschichte auch groß auf, am Anfang werden hier die Vorurteile übelster Art der Mieterin breit ausgewalzt ohne Richtigstellung seitens der Zeitung :

"Vaterstettener Krebspatient muss wegen Cannabis-Anbau vor Gericht

Die Polizei hat im Reihenhaus von Günther K. in Vaterstetten fast 300 Gramm Cannabisblüten gefunden. Jetzt musste sich der 58-Jährige, der an Krebs leidet und die Droge zur Schmerzbehandlung anbaute, vor dem Ebersberger Schöffengericht verantworten.

Von einem Tag auf den anderen lebt Brigitte H.* in Angst vor ihrem Nachbarn und Vermieter Günther K.* Sie hat Angst davor, dass er ihre Kinder verdirbt, Angst davor, dass seine Umtriebe Einbrecher anlocken, Angst um sich selbst.

Bald hält Brigitte H. (53) es nicht mehr aus. Sie kündigt ihren Mietvertrag und zieht mit ihrer Familie weg aus Vaterstetten, weg von ihrem Nachbarn, dem Gefährder. Erst dann traut sich Brigitte H. zur Polizei zu gehen. Mit Günther K. spricht sie nicht. „Ich weiß ja nicht, wie ein Drogendealer reagiert“, sagt sie später aus. Im Wintergarten ihres Nachbarn und Vermieters hatte sie mehrere Hanfpflanzen gesehen, als sie beim Rauchen auf dem Balkon stand."


http://www.merkur.de/lokales/ebersberg/ ... 11292.html
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Do 27. Okt 2016, 08:39

Dazu einen Kommentar des Merkurs :

"Gebt endlich das Hanf frei!

Cannabis als Medikament für Schwerkranke bezahlt die Krankenkasse nicht. Unser Autor findet: Höchste Zeit für eine Gesetzesänderung.
...
Es ist höchste Zeit, dass die medikamentöse Behandlung mit Cannabis für Schwerkranke – und nur für diese – von der Krankenkasse übernommen wird. Dafür braucht es noch lange keine Legalisierung für alle."


http://www.merkur.de/lokales/ebersberg/ ... 11407.html

Oh doch, werter Herr Ametsbichler, eine Legalisierung für alle ist dringend nötig!
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Fr 28. Okt 2016, 05:58

"Drogen statt Schmerzmittel?

Zu einer Freiheitsstrafe von einem halben Jahr, die zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt wurde, hat das Amtsgericht Bersenbrück einen Mann aus dem Altkreis verurteilt, der sich auf seinem Grundstück im Anbau von Cannabis versucht hat.

Um möglicherweise die Schmerzmittel, die er bereits seit Jahren gegen ein erblich bedingtes Rückenleiden einnimmt, absetzen und so deren Nebenwirkungen vermeiden zu können, hat ein 42-jähriger Agrarwissenschaftler auf seinem Hof im Altkreis mehrere Cannabis-Pflanzen angebaut.
...
„Selbst wenn sie die Pflanzen nur in der Hoffnung der Schmerzlinderung angebaut haben“, fasste die Richterin zusammen, „haben sie sich eines Verbrechens schuldig gemacht.“ Weil der Angeklagte jedoch geständig war und keinerlei Vorstrafen besaß, sah sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch das Gericht die Tat als einen minderschweren Fall an. Die sechsmonatige Freiheitsstrafe wurde zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der Verurteilte 3000 Euro an die Drogenberatung des Diakonischen Werks zahlen."


http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde- ... annabis-an

THC-Gehalt der Pflanzen? Spielt das keine Rolle mehr? Gerade, wenn es sich wie hier, um eine eher schlechte Ernte handeln sollte ...

Und die Überschrift ist auch eine Frechheit!
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Mörnest am Sa 29. Okt 2016, 08:40

Aurora hat geschrieben:"Krebskranke Frau baut Cannabis an: Bewährungsstrafe
Das Bayreuther Schöffengericht verhängt gegen eine 56-Jährige wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln eine Bewährungsstrafe.

Die Diagnose lautet "Krebs", und das schon seit mehr als 35 Jahren. Seitdem musste eine 56 Jahre alte Frau aus der Fränkischen Schweiz insgesamt fünf schwere Operationen über sich ergehen lassen. Doch der Krebs kam immer wieder.
Sämtliche Therapien wurden versucht: von der klassischen Chemo über Natron-Behandlungen bis hin zu bestimmten Meditationsformen. Nichts hat geholfen. Nicht verwunderlich, dass jemand in dieser Situation jeden Rettungsanker ergreift. Auch dann, wenn er nicht legal ist.

Die 56-Jährige war nun wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmittel in nicht geringer Menge vor einem Bayreuther Schöffengericht angeklagt. Sie hatte zuhause eine Aufzuchtanlage für Cannabispflanzen eingerichtet, die Polizei stellte über 900 Gramm davon sicher.
...
Aus rund 500 Gramm getrocknetem Pflanzenmaterial wollte sie bis zu 50 Gramm des wertvollen Öls gewinnen, dass sie anschließend einnehmen wollte. Eine andere Möglichkeit, um wenigstens die Schmerzen zu lindern, habe sie nicht gesehen, zumal sie auf herkömmliche Medikamente aller Art mittlerweile allergisch reagiere. Auf der anderen Seite linderten auch herkömmliche Kräuter den Schmerz nicht mehr. "Der Krebs ist mittlerweile sehr bösartig, da ist mit Brennnessel und Co. nichts mehr zu machen", sagte die Angeklagte.

Vor Gericht räumte die Frau ein, dass sie niemanden persönlich kenne, der durch die Cannabis-Therapie wieder gesund geworden ist. Im Internet habe sie allerdings von einem amerikanischen Heilpraktiker gelesen, der Krebspatienten dank Cannabis vom Sterbebett geholt habe.
...
Das Schöffengericht entschied schließlich auf sechs Monate. Von den sonst üblichen Arbeits- oder Geldauflagen sahen die Richter ab."


http://www.infranken.de/regional/kulmba ... 12,1893525

Die ganze Arbeit umsonst und alles futsch bzw. vernichtet. :( :evil: Auch ne Art von Todesstrafe ...

Und bitte, woher soll die Frau jemanden kennen, der gesund geworden ist ? Es hält doch fast jeder seine Klappe, damit ihm kein Strafverfahren droht. Geheilt, aber dafür in den Knast?!

In dem Artikel wird nicht erwähnt, wie die Polizei auf die Angeklagte kam. Wieder mal ein "wohlwollender" Nachbar ?!

Ekelhaft, hier wünsche ich den Richter, Schöffen und Staatsanwalt das gleiche schwere Schiksal der Frau. Was soll die Strafe? Sie wollte sich nur selber behandeln. Was für ekelhafte Paragrafenreiter. Ich hätte der Frau alles zurück gegeben. Ich frage mich, woher wusste die Polizei davon?
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Mi 2. Nov 2016, 16:22

Falsch informierte Richter und ein unmenschliches Strafsystem, mit Verlaub gesagt, es ist zum Kotzen :evil:

"Ein kaputter Lüftungsschlauch verrät den Kiffer

Der Anruf auf der Leonberger Polizeiwache war nicht gerade alltäglich: „Kommen Sie her, hier riecht es nach Gras!“, meldete ein besorgter Nachbar. Wenig später stürmten die Beamten die Wohnung eines 44-Jährigen, der dort Cannabis-Pflanzen angebaut hatte. Der installierte Lüftungsschlauch hatte den Geist aufgegeben und wurde dem Maschinenarbeiter zum Verhängnis. Jetzt ist der Mann am Schöffengericht zu einer Bewährungsstrafe verdonnert worden.

Der Angeklagte hatte vier Cannabis-Pflanzen aufgezogen, deren Ernte insgesamt 150 Gramm Marihuana ergab. Außerdem stellte die Polizei bei der Wohnungsdurchsuchung im Dezember 2014 neben der Cannabis-Bibel „Weedology“ auch einen Vorrat von weiteren 40 Gramm sicher.
...
Außerdem wies der Leonberger auf die medizinische Wirkung hin. „Wenn ich rauche, lindert das meine Kopfschmerzen, die ich regelmäßig seit meiner Krebs-Erkrankung habe“, berichtete dieser. „Sie wissen aber schon, dass Sie sich Cannabis auch von einem Arzt verschreiben lassen können?“, merkte der Staatsanwalt an.

Das sei ihm durchaus bekannt. „Aber da ich keine psychische Erkrankung habe, war das nicht möglich“, erklärte der Angeklagte. Mit dem Eigenanbau habe er übrigens angefangen, weil er sich nicht mehr länger mit der minderwertigen Qualität vom Schwarzmarkt abspeisen lassen wollte.
...
Dies rechnete ihm auch der Vorsitzende Richter an. „Sie machen einen guten Eindruck, haben seit vielen Jahren einen festen Job, jetzt müssen Sie nur noch einen klaren Kopf behalten“, sagte Armin Blattner, der den bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getretenen Mann zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilte, diese aber zu Bewährung aussetzte. Außerdem muss der Leonberger eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro bezahlen.
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Weil der Maschinenarbeiter noch vor Gericht die Ansage machte, auch künftig nicht auf seinen Joint verzichten zu wollen, gab ihm der Richter einen guten Rat mit auf den Weg: „Vielleicht sollten Sie darüber nachdenken, sich ins Werk nach Kalifornien versetzen zu lassen!“, sagte dieser mit einem Augenzwinkern. Dort ist nämlich der Konsum von Cannabis zu medizinischen Zwecken weitgehend erlaubt."


http://www.leonberger-kreiszeitung.de/i ... 9bb96.html

Was ich von diesem zynischen Schlusswort des Richters halte, geht leider nicht durch die Nettiquette.
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Sa 12. Nov 2016, 08:10

"Keine Gnade für kranken Joint-Raucher

Er hat eine behördliche Genehmigung zum Marihuana-Rauchen. Trotzdem muss ein 58-jähriger Schleswiger jetzt ins Gefängnis – weil er Cannabis-Pflanzen illegal in seiner Wohnung anbaute.

Ohne Marihuana läuft bei Heinz Willy Callsen (58) gar nichts. So sieben bis acht Joints am Tag müssen es sein, sagt er, „sonst übernimmt mein Körper die Regie.“ Ein Zustand, den er mehr als alles andere fürchtet, denn er leidet seit seiner Kindheit unter dem sogenannten Tourette-Syndrom, das mit nervlichen Zuckungen und schweren Bewegungsstörungen einhergeht. Nur dank seines regelmäßigen Marihuana-Konsums könne er überhaupt mit dieser Krankheit leben, erklärt der Schleswiger, deshalb züchte er in seiner Wohnung („in Vaters altem Jagdschrank“) Cannabis-Blüten für den eigenen Verbrauch. Deshalb aber auch musste er sich nun vor dem Amtsgericht verantworten – und erhielt ein sehr hartes Urteil: Acht Monate Gefängnis.
...
In der gut dreistündigen Schöffenverhandlung zeigte sich Heinz Willy Callsen offen gegenüber allen Fragen von Amtsrichter Martin Krauel und vom Staatsanwalt. Ja, er züchte die Cannabis-Pflanzen und medikamentiere sich mit dem Betäubungsmittel selbst. Ja, er beziehe den Samen aus Holland. Und ja, Drogen aus der Apotheke werde er sich trotz Genehmigung niemals leisten können, da auch von der Krankenkasse keine Hilfe zu erwarten sei.
...
Das wünscht sich Callsen auch für Deutschland. Er ist einer von insgesamt 40 Patienten bundesweit, die eine medizinisch begründete Erlaubnis für Marihuana besitzen. „Und wenn man mir nicht zubilligt, dass ich das Mittel, das ich nicht bezahlen kann, selbst herstelle, dann bringt man mich um.“

Nach halbstündiger Beratung, zu der sich der Amtsrichter mit zwei Schöffinnen zurückgezogen hatte, fiel das Urteil für Heinz Willy Callsen überraschend hart aus: Keine Bewährung, außer acht Monaten Haft kommen die Verhandlungskosten auf ihn zu, und: alles Zubehör für die Marihuana-Produktion wird eingezogen. Der Angeklagte habe „keine gute Sozialprognose“, hieß es, da er auch vor Gericht zugegeben habe, sich nicht vom Marihuana-Anbau abbringen lassen zu wollen. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert, weil Callsen aus einer Notlage heraus handele und Dritte nicht betroffen seien. Er bringe mit seinem Handeln niemanden in Gefahr, sagte Ley. Was wollen er und Heinz Willy Callsen jetzt unternehmen? Dazu Callsen gegenüber den SN: „Ich werde nicht ins Gefängnis gehen. Auf gar keinen Fall. Da war ich schon mal, und nach drei Tagen mussten die mich wegen meiner Krankheit entlassen.“ Anwalt Ley will nun Rechtsmittel einlegen: „Entweder gehen wir in Berufung, in die nächste Instanz vor das Landgericht Flensburg, oder in Revision – gegebenenfalls ziehen wir am Ende bis vor das Bundesverfassungsgericht.“ "


http://www.shz.de/lokales/schleswiger-n ... 19601.html

Heinz, nicht unterkriegen lassen! Bild
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Re: Sammlung Patienten vor Gericht

Beitragvon Sabine am Di 15. Nov 2016, 07:37

"Er kifft gegen die Schmerzen - droht ihm deswegen ein Prozess?

Roman U. hilft nur eines gegen seine chronischen Schmerzen: Marihuana. Und genau deshalb muss der schwerbehinderte Rentner nun vielleicht vor Gericht.

Schon als Kind ist Roman U. nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt. Eine Wäscheschleuder reißt ihm den Arm ab, als er fünf Jahre alt ist, mit dem Rücken prallt er auf die Badewannenkante. Mit 26 wird U. Rentner. Und ist bis heute bettlägerig. Etliche Male müssen Ärzte ihn operieren, weil er unter chronischen Analfisteln leidet. „Seit sieben Jahren konnte ich meine Wohnung nicht mehr verlassen“, sagt U. Rund um die Uhr betreuen ihn Pfleger. Gegen die Wund- und Nervenschmerzen können auch sie nichts tun. „Mir helfen nur die Joints“, sagt er.
...
Andere Schmerztherapien haben mir nicht geholfen oder wurden nicht bewilligt. Mit blieb nur das Kiffen.“ Aber eine staatliche Erlaubnis hat er nicht – darin sieht die Justiz ein Problem. Im Januar 2014 klingelte die Polizei bei U. an der Wohnungstüre des 53-Jährigen. Nach einem Einsatz in der Nähe hatten sie durch Zufall das Gras gerochen. „Plötzlich standen acht Beamte in meinem Zimmer.“ Sie fanden 430 Gramm sowie zwölf Anbau-Pflanzen. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft.
...
Aber vielleicht existieren aber auch juristische Auswege: zum Beispiel eine Ausnahme-Genehmigung für den 53-Jährigen. Diese stellte die Bundesopiumstelle selten aus, obwohl die therapeutische Wirksamkeit in vielen Fällen bewiesen ist."


http://www.merkur.de/lokales/muenchen/s ... 74976.html

Was nutzt ihm eine Ausnahmegenehmigung, wenn er das Cannabis nicht bezahlen kann! :twisted:
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