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"Medizinischer Hanf für Schmerzpatienten" Wie weggeblasen" "



"Medizinischer Hanf für Schmerzpatienten" Wie weggeblasen" "

Beitragvon Sabine am Mi 20. Apr 2016, 05:44

"Thorsten Hetfeld hat zehn Jahre lang im Rollstuhl gesessen. Mit Cannabis könnte er in Zukunft wieder schmerzfrei gehen, aber jetzt ist er pleite

Es ist Mittag, die Sonne scheint über Forstinning und Thorsten Hetfeld hat sich gerade seinen dritten Joint angezündet. Joint? Hetfeld, ein IT-Ingenieur, würde das anders formulieren, "Hanftüte" klingt da schon viel seriöser. "Ich bin kein Genusskiffer", sagt Hetfeld, Jeans, Hemd, Pferdeschwanz, beim Gehen zieht der 47-Jährige seinen Fuß nach. Dass er sich überhaupt wieder schmerzfrei auf seinen Beinen durch den Garten bewegen kann, komme ihm noch immer unwirklich vor, sagt Hetfeld und bläst eine weiße Dunstschwade über den Tisch. "Das geht nur durch die starke Dosierung", sagt er, selbst Gewohnheitskiffer würde es damit wahrscheinlich nach zwei Zügen umhauen. "Es ist aber die einzige Medizin, die mir je geholfen hat", sagt er.

Die Krankenakte von Hetfeld, dem Ingenieur aus dem Landkreis Ebersberg mit genetischem Knochendefekt, liest sich wie ein Schauermärchen. Nur das die Geschichte wahr ist und vielleicht eine Wendung nimmt, in der die Schmerzen am Ende besiegt sind. Ausgerechnet Marihuana, das in Bayern als Einstiegsdroge verschrien ist und Polizeifahnder zu Höchstleistungen treibt, könnte für Hetfeld die Rettung sein.
Hetfeld hatte in seiner Kindheit und Jugend andere Probleme, als von der Polizei wegzulaufen. Seine Beine hat Hetfeld überhaupt nur deshalb noch, weil er bereits mit Anfang 20 vier große Knochentransplantationen mitmachte. Nachdem ihm 2005 das linke Wadenbein in den rechten Oberschenkel operiert wurde, saß Hetfeld zuletzt zehn Jahre im Rollstuhl, gegen die Schmerzen schluckte er täglich bis zu 80 Morphium-Tabletten.
...
Hetfeld ist ein Extremfall, weil seine Krankheit äußert selten und seine Dosis mehr als doppelt so hoch ist wie in den meisten Fällen üblich. Umso härter trifft es ihn, dass seine Krankenkasse davon keinen Cent übernimmt. Von den 500 000 Euro für das Morphin Effentora, die Hetfelds Apotheke für 2013 und 2014 auflistete, musste Hetfeld so gut wie nichts bezahlen. Nach seinem Umstieg auf Cannabis verringerten sich die Kosten auf 50 000 Euro - also ein Fünftel der bisherigen Jahreskosten. Doch die AOK lehnte seinen Antrag auf Erstattung ab, weil es sich dabei um Medizinalhanf handelte.
...
In der Rezeptfrage hatte sich Mortler zwar Anfang 2015 dafür ausgesprochen, Cannabis für chronisch kranke Schmerzpatienten auf Kassenrezept zuzulassen. Ein Gesetzentwurf wurde bisher allerdings nicht vorgelegt, weswegen Versicherungen sich leicht zu erklären wissen.
Die AOK Bayern bezieht sich auf SZ-Anfrage zum Fall Hetfeld auf ein Präzedenz-Urteil des Bundessozialgerichts vom 27. März 2007, wonach eine Cannabis-Schmerztherapie "nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden darf". Ähnlich argumentieren andere Versicherungen, wenn sie Anträge von Cannabis-Patienten ablehnen. Dafür, so die AOK, würde die Pharmaindustrie alternativ "viele hochwirksame Schmerzmittel zur Verfügung" stellen, bei denen die Kosten übernommen würden."


http://www.sueddeutsche.de/muenchen/med ... -1.2957293


Sehr detaillierter SZ-Bericht, der außerdem auf die Demo am Samstag in München hinweist.

Jetzt bin ich mal gespannt, wann Mortler, Gröhe und der Rest im Bundestag sich endlich mal zusammen setzen und das Ganze klären. So kann das doch nicht weitergehen.
Unterdessen wünsche ich jeden, der da verhindert und sperrt, eine sehr schmerzhafte Krankheit an den Hals, die erst mit den üblichen Pharmazeutika und deren Nebenwirkungen behandelt wird. Dann kann er/sie ja gerne mal Cannabis und zwar die Blüten mit dem gesamten Heilspektrum probieren. Um es ihnen dann vor der Nase wieder wegzuziehen und "Ällerlätsch" zu sagen.
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
Sabine
 
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Re: "Medizinischer Hanf für Schmerzpatienten" Wie weggeblase

Beitragvon Sabine am So 18. Jun 2017, 04:16

Neues von Thorsten und Wenzel :

"Laut BILD München hat der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU-Landesleitung) einen Antrag von Vaclav Wenzel Cerveny für eine medizinischen Hanf-Plantage an das Bundesministerium für Gesundheit weiter geleitet.

In dem Artikel geht es zuvorderst um den Patienten Thorsten Hetfeld, dessen Krankenkasse - wie bereits berichtet - jährlich rund 190.000 € SPAREN würde, wenn sie Cannabis als Medizin für 60.000 € erstatten würde, anstatt 250.000 € für Schmerzmittel und Opiate zu bezahlen. Das ist eine Geldverschwendung zulasten der Versicherten UND des Patienten!

[Micha]"


https://www.facebook.com/dhvmuenchen/po ... 2635006363


Wobei hier die "Bild" mit veralteten Infos arbeitet : Der Besitzer des Hauses hat die Vermietung an eine cannabisaffine Firma schon letztes Jahr abgelehnt.
viewtopic.php?f=22&t=5439&p=34713&hilit=forstinning#p34713

Dabei wäre das doch ideal : Regional, evtl. noch Bio und das alles in Sicht- und Laufweite meines Hauses ;)

Mich könnten sie dann auch gleich auf die Liste der AbnehmehrInnen setzen.
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
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