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Sammlung Uruguay



Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Sabine am So 2. Jul 2017, 10:56

Martin Mainz hat geschrieben:Kann man nur hoffen, daß die Apotheken hierzulande die Gelegenheit nutzen und auch von dort importieren um die aktuellen Engpässe zu umgehen.



Nicht nur von dort, es würden sich doch auch noch näher liegende Staaten eignen : z.B. Israel dürfte doch gut eingedeckt sein. Wäre auch wegen der Entfernung sinnvoller und nicht um die halbe Erde geschippert/geflogen.
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Martin Mainz am So 2. Jul 2017, 16:57

Sabine hat geschrieben:Nicht nur von dort, es würden sich doch auch noch näher liegende Staaten eignen : z.B. Israel dürfte doch gut eingedeckt sein. Wäre auch wegen der Entfernung sinnvoller und nicht um die halbe Erde geschippert/geflogen.


Stimmt natürlich. Wo immer man kann.
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Sabine am So 2. Jul 2017, 17:35

"Jetzt wird der Staat zum Dealer
Uruguay wagt das Experiment: Als erstes Land weltweit verkauft es nun selbst angebautes Cannabis – in Apotheken an Freizeitkiffer. Das gefällt natürlich nicht jedem.
...
Um das uruguayische Cannabisgesetz zu verstehen, sagt Julio Calzada, müsse man zuerst das Land verstehen. Der ehemalige Generalsekretär des Nationalen Rats für Drogen der Regierung sitzt in einem Café in Montevideo und wirkt ziemlich entspannt. Er sagt: "Wir haben ein soziales Modell für die Drogenpolitik etabliert." Bis 2015 war Calzada im Amt, er ist der strategische Kopf hinter der Legalisierung.

Uruguay sei immer schon progressiv gewesen, sagt Calzada, fortschrittlicher als andere Länder Südamerikas. Früh durften die Frauen hier wählen, sich scheiden lassen, abtreiben – Letzteres ist bis heute beispielsweise in Chile verboten. In Uruguay finden es die Menschen laut Umfragen gut, dass der Staat einen großen Einfluss auf ihr Leben hat. Vom Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit über die Prostitution bis zur Wirtschaft ist vieles umfangreich geregelt – nun halt auch der beliebte Hanf.

"Ich lege Wert darauf, dass wir den Cannabiskonsum nicht freigeben", sagt Calzada. "Das Gegenteil ist der Fall: Es handelt sich um ein Modell der streng regulierten Abgabe, in dem Preis, Menge und Qualität der Droge in staatlicher Hand sind." Das sei auch der Unterschied zu den Niederlanden, wo das Marihuana für die Coffeeshops weiter vom Schwarzmarkt kommt – mit allen Qualitätseinbußen und Gefahren, die das haben könne. Mit giftigen Stoffen gestrecktes Cannabis oder minderwertige Blüten sollen in Uruguay nicht über den Apothekentisch gehen. Staatlich geprüfte und garantierte Cannabisqualität? Das gibt es nicht einmal in den USA, wo private Firmen untereinander um Preis, Menge und den Gehalt des Hanf-Wirkstoffs THC konkurrieren. Nach Calzadas Überzeugung fördere das den Drogenkonsum noch.
...
Jeder Kiffer, das war der umstrittenste Punkt des Gesetzes, muss sich beim Staat registrieren. In der Apotheke identifiziert sich der Käufer per Fingerabdruck. "Der Apotheker sieht auf seinem Display nur ein OK, keinen Namen", erzählt Calzada, "die Daten sind sicher und verschlüsselt." Ein Massenabgriff der Daten soll nicht möglich sein, auch nicht die Weitergabe an Einwanderungs- und Zollbehörden anderer Länder oder den eigenen Arbeitgeber.

4.200 Uruguayer haben sich schon für den Weg über die Apotheke registriert, weitere 10.000 sind als Selbstanbauer oder Cannabisclub-Mitglied eingetragen. Das ist rund ein Viertel der 55.200 regelmäßigen Konsumenten im Land.

Nur Touristen sollen in der Apotheke leer ausgehen, auch weil Uruguay keine Probleme mit den Nachbarländern Argentinien und Brasilien bekommen will. "
...
So locker sehen die Legalisierung nicht alle. Vor allem unter den Apothekern regt sich Widerstand. "Wir müssen uns vor Überfällen schützen. Deshalb werden wir ganz sicher kein Marihuana verkaufen", sagt Beatrice. ... Wer ein von Drogen gezeichnetes Gesicht habe, den lasse sie nicht rein.
...
Beatrice hat für die Idee, Drogen in Apotheken anzubieten, nur Verachtung übrig: "Wir werden daran nichts verdienen und nur Probleme bekommen", sagt sie. "Wir werden draußen ein Schild anbringen, damit die Crackköpfe und die anderen schon vorher wissen, dass wir nichts im Lager haben." Nur 20 der 120 Apotheken im Land haben sich für einen Verkauf von Cannabisblüten gemeldet, auch wenn sie ein Drittel der Einnahmen behalten dürfen sollen. ...
Während die Freigabe in anderen Staaten von Graswurzelbewegungen gefordert und ermuntert wurde, hat die linke Regierung in Uruguay ihr Vorhaben von oben und zunächst gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt. "


http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/20 ... l-apotheke
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Sabine am Mi 19. Jul 2017, 21:20

"STRACK-ZIMMERMANN: Uruguay hat vernünftige Drogenpolitik verstanden
...
„Im Gegensatz zur Bundesregierung und zur Drogenbeauftragten Marlene Mortler hat Uruguay verstanden, wie vernünftige Drogenpolitik funktioniert. Statt durch ein Cannabisverbot den Schwarzmarkt und illegalen Drogenhandel zu befeuern, würde kriminellen Drogenbanden durch eine Legalisierung das lukrative Geschäft entzogen werden.

Gleichzeitig würde mit einer Legalisierung von Cannabis ein verbesserter Jugendschutz einhergehen. Der kontrollierte Verkauf von Cannabis an erwachsene Personen in Apotheken würde zu einer Austrocknung des Schwarzmarktes führen und verhindern, dass Konsumenten über diesen mit harten Drogen in Kontakt kommen.

Ich fordere die Bundesregierung auf, sich endlich der Realität zu stellen und eine Legalisierung von Cannabis zu beschließen. Und so nicht nur für einen besseren Jugendschutz zu sorgen, sondern auch dringend notwendige Kapazitäten bei der Polizei freizumachen, die bisher noch durch Bagatelldelikte unnötig blockiert werden.“"


https://www.liberale.de/content/strack- ... verstanden
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Sabine am Sa 22. Jul 2017, 15:19

Ist ja schon ne kleine Mogelpackung mit der Legalisierung in Uruguay, zumindest was das in Apotheken verkaufte Cannabis angeht :

beide Sorten enthalten nur 2% THC (und 6,5 bzw. 7% CBD), wie man hier im Artikel (Bild 2) auf den Packungen sehen kann.

http://derstandard.at/2000061548072/Uru ... r-Apotheke

Zumindest mit dem Apothekencannabis wird man so den Drogenhandel nicht eindämmen können.


Auf Infos, welche Sorten angebaut werden dürfen, bin ich leider bisher noch nicht gestossen.
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Sabine am So 23. Jul 2017, 05:45

"Morgens Mate, abends Marihuana

Uruguay in Südamerika ist der erste Staat der Welt, der Marihuana komplett legalisiert hat. Seitdem wird es nicht unbedingt mehr konsumiert, aber sichtbarer. Viele junge Leute bauen Cannabis selber an, beschäftigen sich mit der Heilwirkung der Pflanze - und erfinden neue Produkte.
...
Mehrheit der Uruguayer sieht Legalisierung skeptisch

Jugendliche fühlen sich ausgeschlossen, weil sie nicht kiffen. Auch wegen solcher Folgen sieht die Mehrheit der Uruguayer die Legalisierung laut Umfragen skeptisch. Allerdings geben die Statistiken bisher keinen Grund, Alarm zu schlagen. Der Konsum ist in den letzten vier Jahren nicht bedeutend gestiegen. Es wird nur offener konsumiert. Der würzige Duft von Marihuana liegt in Montevideo häufig in der Luft: im Fußballstadion, am Strand, im Café. Da der legale Verkauf erst in diesen Tagen beginnt, haben viele Uruguayer in den letzten Jahren angefangen, sich selbst zu versorgen - wie Federico Moleri.

Federico will sein Extrakt seinem Opa verabreichen. Der hat Parkinson. Marihuana soll da beruhigen und das Zittern stoppen.
...
Bienen hat er schon – und natürlich Cannabis. Dabei geht es ihm beim Marihuana nicht nur um den Rausch, sondern auch um den Anbau an sich.
...
In einem anderen Glas hat Federico Marihuana in Olivenöl eingelegt. Das wird er mit Bienenwachs mischen. Am Ende hat er dann eine Salbe, die könnte vielleicht der Großtante seiner Freundin helfen, die an starken Rückenschmerzen leidet. Do-It-Yourself – Möbel bauen, gärtnern, einwecken – das ist ein weltweiter Trend. In Uruguay ist oft Cannabis mit im Spiel.
...
"Es ist in Uruguay gerade wirklich sehr in Mode, sich mit Marihuana zu beschäftigen. Die Neugierde ist groß und es kursieren viele Informationen im Netz. Wir zeigen hier im Kurs, dass man die Pflanze mit Sorgfalt nutzen muss. Das ist wichtig für die Sicherheit der Leute."
...
Einige Uruguayer hoffen, dass aus dem Trend bald auch eine Chance für das Land wird – Marihuana-Produkte als Exportschlager. Der Direktor des Cannabis-Museums, Eduardo Blasina, selber Landwirt und Cannabis-Bauer, beobachtet die Entwicklung genau:

"Mein Traum ist, dass Uruguay in fünf Jahren Südamerika mit Marihuana-Medikamenten versorgt. Und ich hoffe, dass wir viele Dinge erfinden, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Bekannte von mir stellen Cannabis-Pasta her. Sehr lecker. Ein Winzer aus Argentinien hat angefangen, Champanabis herzustellen – Sekt mit Cannabis."

Vom uruguayischen Staat bekommen solche Initiativen allerdings kaum Unterstützung. Der aktuelle Präsident Tabaré Vázquez ist ein Gegner der Cannabis-Legalisierung, die sein Vorgänger José Mujica beschlossen hat. Initiativen, um medizinisches Cannabis im großen Stil herzustellen, haben die Behörden bisher gestoppt. Und auch die Hersteller der Marihuana-Mate warten immer noch auf ein OK der Gesundheitsbehörden, um es zu verkaufen."


http://www.deutschlandfunk.de/cannabis- ... _id=391742
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Martin Mainz am So 20. Aug 2017, 20:35

Apotheken in Uruguay werden aufgrund legalen Hanfhandels von Banken verschmäht

https://hanfjournal.de/2017/08/18/apoth ... rschmaeht/

"Nachdem man in Uruguay fortschrittliche Wege einschlug, um die eigene Bevölkerung von Schwarzmarkthändlern illegaler Substanzen fernzuhalten, scheinen sich unerwartete Hürden im ersten Land der Re-Legalisierung von Cannabis aufzutun. Die Apotheken in Uruguay werden aufgrund legalen Hanfhandels von Banken verschmäht und müssen um ihre bisher gepflegten Geldkonten bangen. Entweder der Cannabisverkauf würde eingestellt, oder man verzichte auf den ehemals geschätzten Kunden, heißt es aufseiten der Geldinstitute.
...
Selbst wenn die Regierung in Uruguay keine strafrechtliche Verfolgung für den öffentlich stattfindenden Handel mit Cannabis vorsieht – sogar hinter dem staatlichen Vertrieb steht – fühlen die Banken des mutigen Landes ihre Hände an das international geltende Recht gebunden.
"

Selbes Problem wie in den USA - da haben wir endlich mal einen Punkt, der bei uns besser klappt. Die Banken zieren sich hierzulande nicht, das Geld von Apotheken anzunehmen - auch wenn die aktuell ja nix in der Richtung zu verkaufen haben.
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Sabine am Mo 28. Aug 2017, 06:35

Hier ist das mit den Banken noch etwas ausführlicher dargestellt :

"Probleme beim Marihuana-Verkauf in Uruguay
Der legale Verkauf von Cannabisprodukten durch Apotheken wird von den Banken boykottiert. Sie drohen mit der Sperrung von Konten
...
In Uruguay selbst haben die Banken damit keine rechtlichen Probleme, da ihre Kunden dort aufgrund des Cannabis-Vertriebs nicht verfolgt werden, aber international, vor allem bei Geschäften in den USA. Diesem Widerspruch begegnet Jorge Polgar, Präsident der staatlichen Banco de la República eindeutig: "Wir werden keine Beziehung zu den Apotheken aufnehmen, die Genehmigungen zum Marihuana-Vertrieb erhalten haben, um eine internationale Isolierung der Bank zu vermeiden", erklärte er.
...
Neben technischen und juristischen Problemen gibt es politisch und auf gesellschaftlicher Ebene rund um die Frage teils heftige Auseinandersetzungen. Im populären Lifestyle-Magazin "Vice" wird Uruguay als die Cannabis-Republik mit Vorbildcharakter gepriesen. Der Ex-Präsident und aktuelle Senator José Pepe Mujica gilt als Held und Vorreiter für die weltweite Legalisierungsbewegung. In Uruguay selbst ist sein Ansatz, dem Drogenhandel durch Legalisierung entgegenzutreten, jedoch umstritten, zudem sehen viele – vor allem Datenschützer – die Privatsphäre der Cannabiskonsumenten bedroht. Vor der weitreichenden neuen Gesetzgebung wären die Konsumenten liberaler behandelt worden, konstatiert ein Blogger.

"Es stört mich, dass ein Experiment, das weltweite Anerkennung genießt, sterben gelassen werden soll", erklärte Mujica, als er von der Banksperre erfuhr. Und er holte noch weiter aus, sieht gar die Demokratie bedroht und bezeichnet die Banken als Handlanger der Drogenhändler. "Wenn der Verkauf gestoppt wird, wird das die komplette Parlamentsarbeit lahmlegen", sagte der 82-jährige.
...
Unterdessen hat die Regierung versprochen, sich in dieser Woche mit den Apotheken zusammenzusetzen, um eine Lösung zu finden."


https://amerika21.de/2017/08/183602/pro ... uf-uruguay

Könnten unsere Banken hier auch auf die Idee kommen ? :?
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Reggeldo am Do 9. Nov 2017, 13:59

Klar ist das möglich bei der Masse. Deutschland hat auch nicht die Kapazität so eine Masse anzubauen um die für 1,30 zu vekraufen. heisst aber nicht dass es nicht möglich wäre :D
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitragvon Martin Mainz am Di 27. Mär 2018, 09:28

http://www.shareribs.com/rohstoffe/soft ... 08102.html

In Uruguay verfügt ICC Labs über eine Lizenz für den Anbau und die Produktion von 2.000 Kilogramm Cannabis und geht davon aus, dass diese auf 10.000 Kilogramm ausgeweitet wird. Einen Eindruck von den Produktionsstätten des Unternehmens können Sie sich auch in diesem Video verschaffen: https://youtu.be/vddfsYNK_qc

Neben dem heimischen Markt zielt das Unternehmen auch auf eine internationale Expansion und dürfte hier von seinen geringen Produktionskosten profitieren. Bei GMP Securities geht man davon aus, dass das ICC Labs eine gute Ergebnisdynamik entfalten könnte. Das Umsatzpotential wird auf 450 Mio. USD geschätzt, bei einem EBITDA von 150 Mio. USD. Bei einer branchenüblichen Bewertung, vom sechs- bis achtfachen des EBITDA, könnte dies eine Bewertung von ICC Labs von 7,00 CAD rechtfertigen, so GMP Securities.

ICC Labs meldete am 7. März, dass man seit Juli 2017 mehr als 1.000 Kilogramm Cannabis für den legalen Markt in Uruguay produziert habe. Seitdem sei die Zahl der registrierten Cannabis-Konsumenten im Land auf knapp 22.000 gestiegen. Damit einher geht eine steigende Nachfrage, die ICC Labs veranlasste, die Produktion von 2.000 auf 5.000 Kilogramm im Jahr steigern zu wollen. Die Erlaubnis für den Verkauf der zusätzlichen 3.000 Kilogramm muss nun von Cannabis Regulation and Control Institute erteilt werden.
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