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"Coffeeshops auf Mallorca in der Grauzone"



"Coffeeshops auf Mallorca in der Grauzone"

Beitragvon Sabine am Do 8. Jun 2017, 09:26

"Mallorcas 30 Raucherclubs sind ein gutes Beispiel für eine schon seit vielen Jahrzehnten verkorkste Drogenpolitik (siehe Printausgabe 892 vom 8. Juni und E-Paper). Sie existieren in einer von widersprüchlichen Gesetzen und ihren Interpretationsspielräumen geschaffenen Grauzone: Der Konsum von Cannabis in den eigenen vier Wänden ist in Spanien erlaubt, der Anbau für den Eigenbedarf wird toleriert, der Handel ist verboten. Mit etwas Wohlwollen lässt sich daraus folgern, dass Konsumenten sich in geschlossenen Räumen zusammentun können, um für den Eigenbedarf angepflanztes Marihuana zu paffen, solange sie damit keine Gewinne erzielen. Mit weniger Wohlwollen kann argumentiert werden, dass ein Vereinslokal keine Privatwohnung ist und dass die Belieferung von 150 Clubmitgliedern nichts mehr mit dem einzelnen Pflänzchen auf dem Balkon zu tun hat. Der Leiter des Drogendezernats unterstreicht denn auch, dass die spanische Ver­sion der Coffeeshops jederzeit vom Gesetz her geschlossen werden kann.
...
Wie auch anderswo mit Arrangements gelebt wird, die dem Rechnung tragen, dass ein Teil der Bevölkerung nun einmal Cannabis konsumiert und sich der daraus resultierende Schaden in Grenzen hält. Daraus folgen müsste eigentlich eine umfassende Legalisierung, die die Gesundheitsrisiken minimiert und die Bekämpfung des Schwarzmarktes erleichtert. Doch das traut man sich nicht, dafür sind die Widerstände in der Gesellschaft zu groß. So bleibt nur eine Politik der kleinen Schritte, wie sie jetzt der Linkspakt auf den Balearen zu Recht verfolgt."


http://www.mallorcazeitung.es/meinung/2 ... 51775.html
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
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Re: "Coffeeshops auf Mallorca in der Grauzone"

Beitragvon Sabine am So 18. Jun 2017, 03:45

"Cannabis auf Mallorca: Kiffen im Verein

Auch auf der Insel gibt es Coffeeshops. Marihuana-Freunde nutzen dafür eine gesetzliche Grauzone. Ein Besuch in einem Raucherclub in Palma mit anschließendem Ausflug auf den Schwarzmarkt

„Wenn du Mitglied im Raucherclub werden willst, dann musst du von einem anderen Mitglied geworben werden", sagt Onofre (Namen geändert) am Telefon kurz angebunden. Der Gründer eines Coffeeshops in Palma lässt sich überzeugen, ein Interview zu geben und der MZ den Club zu zeigen. „Aber ohne Namen und Fotos! Ich brauche keine Werbung." Die clubes de fumadores agieren in einer rechtlichen Grauzone. Sie bauen für ihre Mitglieder Cannabis an und verteilen dann das Marihuana im Club. Zudem gestatten sie das Kiffen in den eigenen Räumen. ... "


http://www.mallorcazeitung.es/report/20 ... 52002.html



"Parlament arbeitet an Gesetzesentwurf zum Umgang mit Cannabis

Leiter David Abril will der Gesellschaft die Angst vor der Droge nehmen

Ein Ausschuss des Balearen-­Parlaments hat in den vergangenen zwei Monaten über den Umgang mit Cannabis debattiert. Der Més-Abgeordnete David Abril koordinierte die Anhörungen, bei der nicht nur Politiker, sondern auch Ärzte und Marihuana-Fürsprecher wie FAC-Verbandschef David Rabé zu Wort kamen. David Abril ist von Beruf Lehrer. Ihm macht besonders der unkontrollierte Marihuana-Konsum unter Jugendlichen Sorge.

Wie kam es zu dem Ausschuss?
Im Wahlkampf 2015 haben sich die meisten spanischen Parteien gegenüber dem Cannabis-Verband FAC dazu verpflichtet, die Gesetzeslage zu überprüfen. Die Initiative ging aber vom linken Spektrum aus.
...
Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?
Konfus. Man darf Marihuana nicht besitzen, aber rauchen – in den eigenen vier Wänden, ohne gesehen zu werden oder jemanden zu stören. Der Anbau ist eigentlich illegal, wird aber für den Eigenbedarf mit zwei bis drei Pflanzen toleriert.
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Sie plädieren für eine umfassende Legalisierung?
Ja, man sollte Cannabis unbeschwert rauchen und sicher kaufen können. Was nicht heißt, dass alles erlaubt wäre. Eine Legalisierung ginge auf jeden Fall einher mit einer höheren Qualität des Marihuanas. Derzeit kommen 99 Prozent des Cannabis vom Schwarzmarkt. Wenn man es in der Apotheke kaufen könnte, wäre die Qualitätskontrolle leichter. Zudem würde ich Cannabis von der internationalen Liste der harten Droge streichen. Man muss der Gesellschaft langsam die Angst vor Marihuana nehmen, die sich durch die lange Zeit des Verbots aufgebaut hat. Besonders die ältere Generation ist skeptisch.
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Mit Ihren Vorschlägen würden Sie den Konsum fördern.
Mir ist egal, dass mehr Leute ­Marihuana rauchen, wenn es sich um einen verantwortungsvollen Konsum handelt. Heute weiß man nicht, was in einem Joint steckt. Da ist Cannabis nicht zwangsläufig die schlimmste Substanz."


http://www.mallorcazeitung.es/report/20 ... 52004.html
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
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Re: "Coffeeshops auf Mallorca in der Grauzone"

Beitragvon Sabine am So 18. Jun 2017, 03:50

Und noch ein Artikel :

""Wir haben die Raucherclubs auf Mallorca unter Kontrolle"

Der Chef-Ermittler der Nationalpolizei über Marihuana-Anbau und seine Möglichkeiten, die Coffeeshops zu schließen

Im Flur des sechsten Stocks im Hauptquartier der Nationalpolizei in Palma riecht es stark nach Marihuana. Der Geruch kommt aus einer großen Plastikkiste in der Ecke, die bis zum Rand voll mit den getrockneten Blüten und Blättern der Cannabis-Pflanze ist. „Hier riecht es immer so", sagt der Leiter des Drogendezernats mit einem müden Lächeln. Sein Name oder sein Foto dürfen nicht veröffentlicht werden. Denn er ist als Einsatzleiter auch bei Razzien im Außendienst tätig.

Ende Mai hat er mit seinem Team binnen einer Woche drei Cannabis-Plantagen auf der Insel aufgespürt. In den vergangenen zehn Jahren habe der Anbau auf Mallorca stark zugenommen. „Es hat sich herumgesprochen, dass man mit einer Plantage innerhalb von vier Monaten gut Geld verdienen kann", sagt der Polizeikommissar. „Zudem ist das spanische Strafmaß bei Cannabis wesentlich lockerer als bei Kokain oder Heroin."
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Hinter den meisten Plantagen stecken Investoren, die den Anbau finanzieren. „Bei der Plantage in Marratxí, bei der wir vor zwei Wochen 1.000 Pflanzen fanden, gestand der Züchter, dass 40.000 Euro als Investition notwendig gewesen waren. Im Gegenzug erhoffte er sich Einnahmen in Höhe von 90.000 Euro."

Mit den so erzielten Einnahmen stieg manch Züchter danach etwa in den Kokainhandel ein. „Erst dadurch lässt sich im großen Stil Geld verdienen", so der Polizeikommissar.
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Ruhiger geht es da bei den Ermittlungen gegen die Raucherclubs zu. Dieser Trend komme aus Barcelona und greife langsam auf Mallorca über. „Wir haben vor einiger Zeit Passanten gefilzt, die Marihuana bei sich trugen. Sie zeigten uns den Mitgliedsausweis ihres Clubs und meinten, dass es dadurch legal sei. Das ist es aber sicher nicht. Wir haben die Clubs ganz gut unter Kon­trolle und leiten derzeit rechtliche Schritte ein, um gegen die Betreiber vorzugehen und ihre Lokale zu schließen."
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Selbst wenn die Raucherclubs als Vereine keinen Gewinn erwirtschaften, machten sie sich dennoch dadurch strafbar, dass sie ihre Mitglieder in den Einrichtungen Marihuana rauchen lassen, sagt der Polizeikommissar. „Der Konsum ist nur in privaten Wohnungen erlaubt. Alles, was darüber hinausgeht, zählt als öffentlich zugänglich und ist somit strafbar."

Ein ähnlicher Irrtum besteht bei dem Anbau von Cannabis für den Eigenbedarf. „Ein Richter eröffnet kein Verfahren, wenn es sich nur um zwei oder drei Pflanzen handelt." Sollte der Kommissar oder ein Polizist bei einer Durchsuchung aber auf eine Cannabis-Pflanze treffen, so wird das durchaus geahndet. „Nicht strafrechtlich, aber es gibt einen Strafzettel.""


http://www.mallorcazeitung.es/report/20 ... 52006.html
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
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