Deutscher Hanf Verband • Thema anzeigen - GMM - bitte anpassen!

GMM - bitte anpassen!

Global Marijuana March 2017 - mach mit!


GMM - bitte anpassen!

Beitragvon Popel am So 14. Mai 2017, 01:53

Die jährlichen GMM in allen Ehren - aber hier läuft etwas falsch!

Die Zahlen der Teilnehmer sind nicht dazu geeignet, die Öffentlichkeit aufzurütteln oder zumindest zu interessieren. Das Thema geht im sonstigen Politikbetrieb völlig unter.

Sowie ich das sehe, ändert sich das auch nicht durch Demos mit 50 bis 500 Teilnehmern! Selbst wenn sich in der Summe 7000 Teilnehmer (was ich schwer anzweifle) finden sollten, so geht die tatsächliche Wahrnehmung in der Öffentlichkeit gegen Null. Eine Hypochonder-Selbsthilfegruppe bringt vermutlich genauso viele Leute auf die Straße.

Dazu kommt eine gewisse Unbeholfenheit der Veranstalter. Beispiel Duisburg: dort wurde aus Ärger über die „Altparteien“, wegen denen die Demo um 200m ins Abseits verschoben worden sein soll, zur Wahlverweigerung aufgerufen. Sinngemäß hieß es, man solle nicht zur Wahl gehen, sondern über die Kaufkraft („Eure Euros entscheiden“) Hanfprodukte erwerben und so den erforderlichen Wandel vorantreiben. Es klang nach Klassenkampf. Hallo?! Es geht um regulierte Legalisierung, nicht mehr und nicht weniger. Als ich den Aufruf zur Wahlverweigerung das zweite Mal hörte, habe ich mich von der Demo verabschiedet.

Ein weiteres, etwas polemischeres Beispiel findet sich bei Ole:
Ole hat geschrieben: Lieber DHV, ich weiß ja nicht, ob für die Demo in München Spendengelder (anteilig) verwendet wurden. Wenn ja, schade drum! Sehr, sehr schade sogar, denn alles was erreicht wurde war, die Bewegung der Lächerlichkeit Preis zu geben.


Die angeblich über vier Millionen Konsumenten in Deutschland können nicht nur Anfang 20 sein und sich im Zustand sorgloser Anomie befinden. Wir alle sind in soziale Beziehungen eingebunden, viele haben Sorge um ihren Führerschein, ihre Arbeit und um soziale Beziehungen. Von denen will sich nicht jeder auf einer Demo von 50 Leuten entdecken (!) lassen, die im Wesentlichen aus Kifferklischees besteht, die (zum Glück) diese Sorgen nicht zu haben scheinen.

Beim GMM sind die meisten dieser Konsumenten eben NICHT DA. Sie wünschen sich aber eine Möglichkeit, ernst genommen und wahrgenommen zu werden. MIT DEM HEUTIGEN GMM GEHT DAS NICHT!!!

Lieber DHV, liebe Ortsgruppen, liebe engagierte Mitstreiter, bitte, bitte, bitte (!) beschränkt doch im nächsten Jahr den GMM auf einige wenige zentrale Veranstaltungen mit deutlich mehr Momentum, mit mehr Wahrnehmung, mit realistischen Aussagen. Schließt Euch zusammen! Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin - DANN kommen einige Tausend Leute zusammen, die als Masse auch Einfluss nehmen können.
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Re: GMM - bitte anpassen!

Beitragvon Martin Mainz am So 14. Mai 2017, 05:06

Gewagte These, das bei Zusammenlegung der GMMs wirklich die Teilnehmerzahlen sprunghaft ansteigen. Das "Klientel" wird erst mal dasselbe bleiben und viele werden eher gar nicht hingehen, weil es dann vielleicht zu weit weg ist.

Neben den GMM gibts ja auch noch die anderen großen Messen zum Thema, die sind zentral und haben dann entsprechen ein paar tausend Teilnehmer. Welche Veranstaltung in meiner Stadt mehr Wirkung erzielt ist für mich klar: die einzelnen GMMs, denn die Hanfparade (als Beispiel) wird bei uns in Mainz außerhalb der Szene überhaupt nicht wahr genommen.

Das mit dem nicht wählen gehen find ich allerdings auch ein bisschen panne, auch wenn ich das irgendwo verstehen kann.

Ich nehm Deine Kritik auf jeden Fall in die Nachbesprechung mit.

Gruß, Martin
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Re: GMM - bitte anpassen!

Beitragvon Sabine am So 14. Mai 2017, 07:05

Naja, in Österreich gibt es auch nur eine Demo in Wien und schau, wie viele da zusammen kommen. Das macht schon was her.
" ... Aber jeder solle das Recht haben, dass es bezahlt werde, wenn es helfe." Zitat v. Frau Mortler https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ntscheidet
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Re: GMM - bitte anpassen!

Beitragvon Martin Mainz am So 14. Mai 2017, 15:38

Sabine hat geschrieben:Naja, in Österreich gibt es auch nur eine Demo in Wien und schau, wie viele da zusammen kommen. Das macht schon was her.


Ja, stimmt schon. Aber warum soll ich deswegen auf einen GMM in Mainz einmal im Jahr verzichten? Sowieso ist der DHV da ja auch nur unterstützend tätig und hat keine direkte Steuerfunktion, wer was zum GMM macht.
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Re: GMM - bitte anpassen!

Beitragvon Popel am So 14. Mai 2017, 22:58

Martin Mainz hat geschrieben:Ja, stimmt schon. Aber warum soll ich deswegen auf einen GMM in Mainz einmal im Jahr verzichten? Sowieso ist der DHV da ja auch nur unterstützend tätig und hat keine direkte Steuerfunktion, wer was zum GMM macht.


O.K., der DHV wirbt doch aber für die GMM-Veranstaltungen, oder? Ich glaube auch, dass sehr viele Leute hier eine Führungsrolle des DHV sehen, die vielleicht nicht gegeben ist.

Es ist ja nichts gegen Hippie-Sponti-Anti-Demos einzuwenden, das hätte ich in meinen langhaarigen Studententagen auch begeistert mitgemacht. Es hätte mich auch nicht groß gestört, wenn das in der Gesamtbevölkerung kaum jemanden interessiert hätte, da hielt ich mich auch jugendlich überlegen. Es ist auch toll, dass es Leute gibt, die überhaupt die Veranstaltungen auf die Beine stellen, aber das ist anscheinend noch nicht alles.

Ohne eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung wird sich politisch nichts bewegen. Die nötige Akzeptanz erreichen wir aber nicht mit Happenings im Sponti-Stil, wie beim GMM.

Ich bin über 50 und zunehmend genervt von der aktuellen Lage, habe Familie und Arbeit und würde es gerne so weiter halten. So geht es vielen vielen anderen auch, so dass alle Ihre Füße still halten.

Gelegentlich mache ich mir einen Spaß und spreche bei Wahlwerbung gerade die Werber an CDU-Ständen an. Blankes Entsetzen und joviales Stottern, wenn ich mich oute und so gar nicht deren Klischees entspreche.

Nicht ohne Grund tritt Georg Wurth stets seriös und kompatibel für Anzugträger, Omi und Opi und die bürgerliche Mitte auf. Sehr zu recht, denn ohne die Wahrnehmung derer, die in anderen Threads (siehe Ole und München) als "Spießer" verunglimpft werden, wird es keinen Wandel geben. Dafür sitzen die dämlichen Vorurteile der 80er zu tief. Und werden durch die GMM aktuell aufs schönste bestätigt.

Wie aber können wir Masse und Wahrnehmung erreichen?

Mir ist es nicht gelungen, Freunde in ähnlicher Lebenssituation zum Mitgehen zu bewegen. Leute in gesettelten Lebenssituationen haben wenig Interesse, vor Kameras gut identifiziert zu werden und am nächsten Tag in der Zeitung zu sein. Das könnte nicht nur ich mir beruflich nicht leisten. Da hilft vielleicht Masse, die einen unsichtbar macht... und andere aufmerksam.

Vielleicht sollte ich für's nächste Jahr irgendeinen der GMM zur Verabredung einer Gruppe Ü40 nutzen? Oder der DHV regt das an - schließlich habt Ihr doch die größere Reichweite. Wie man es nennt, ist egal, wichtig wäre wieder, diese Variante möglichst zentral zu organisieren.

Oder vielleicht legt Ihr die Hanfparade mal auf ein Wochenende außerhalb der Sommerferien? Wegen Ferienzeit war es mir mehrfach nicht möglich teilzunehmen, auch das könnte zahlreiche Andere betreffen.

Wäre schön, wenn sich etwas in diese Richtung bewegen könnte.
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Re: GMM - bitte anpassen!

Beitragvon Martin Mainz am Mo 15. Mai 2017, 04:47

Hey popel.

Bin selber 47 und organisiere den GMM in Mainz. Bei uns ist ziemlich gemischtes, wenn auch eher junges Publikum unterwegs. Aber alle trauen sich, "vor" die Kamera zu treten. Wenn Du Dich nicht traust, und die Masse zur Anonymität suchst, dann nimm doch in einer der größeren Städte teil, wo genau das der Fall ist. Zusätzlich kann man sich ja mit etwas Gesichtsfarbe auch etwas abtarnen. Von der Ferienzeit mal abgesehen, sollte das doch eine gangbare Lösung sein.

Der Termin des GMM, der ja eine weltweite Veranstaltung ist, kann vom DHV nicht wirklich beeinflußt werden. Auch jetzt schon findet der GMM in den Städten teilweise an unterschiedlichen Wochenenden statt. Es gibt dafür zahlreiche andere Termine, die dann zentral z.B. in Berlin stattfinden (Hanfparade demnächst als Beispiel). Den GMM kann man ja trotzdem, wie gehabt, dezentral organisieren. Ich finde das auch wichtig, um zu sehen, wo in den Städten das Thema wie weit ist.

Wir "Spießbürger" müssen uns schon auch mal ein bisschen was trauen.

Gruß, Martin
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