Deutscher Hanf Verband • Thema anzeigen - CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

CBD - eine eierlegende Wollmilchsau



CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon Fraagender am Sa 31. Aug 2013, 10:38

Hallo zusammen,

ich möchte eine "kurze" Zusammenfassung einiger der Einsatzzwecke von CBD vorstellen.

CBD - eine lang unterschätzte Substanz. Wichtig: Nicht zu verwechseln mit THC oder CBN


- 2 x so entzündungshemmend wie Hydrocortison

- Antibiotische Wirkung bishin zu Fällen in denen Antibiotika nichts bringen

- Angstlösend

- "Anti-psychotisch" (Eine Studie von Uniklinik Köln im Vergleich zu hochpotenten Neuroleptika)

- hilft bei Diabetes

- bekämpft Krebs

- hilft bei Epilepsie (teils besser als Pharma-Produkte)

- Schützt Nerven und Hirn



CBD ist in "niedrigen Dosen" fokus verstärkend und nicht sedativ. Erst bei hohen Dosen kommt es zu einer Sedierung. Das sind zumindest die Infos die so langsam aus Amerika rüberschwappen - dort gibt es schon CBD "dominante" Produkte, was bedeutet, dass nur wenig - oder gar nur Spuren - von THC vorhanden sind - dafür aber sehr viel CBD.

Diese Substanz sollte schon längst auf dem Markt sein, da sie viele Psychopharmaka und andere Medikamente ersetzen kann. Dies mit weniger Nebenwirkungen. Die Substanz gilt als sicher bei der Anwendung an Tier und Mensch.

Einige Studien:
[i]

Cannabis wirksam gegen resistente Bakterien


Wissenschaftler der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Cra-Cin in Rovigo und der Università del Piemonte Orientale in Novara konnten zeigen, dass die Cannabis-Pflanze besonders wirksam gegen resistente Bakterien, wie sie z.B. in Krankenhäusern auftreten, sind...

Quelle: http://www.die-topnews.de


Wissenschaft/Mensch: Cannabidiol ist ähnlich wirksam bei der Schizophrenie wie ein Standard-Medikament

http://www.nature.com/tp/journal/v2/n3/ ... 1215a.html
Meine Beiträge sind rein informativ zu verstehen. Ich möchte niemanden zu keiner Zeit dazu auffordern gegen geltendes Recht zu verstoßen.
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon Svabo am Di 1. Okt 2013, 18:53

Selbstverständlich ist CBD nicht DAS neue Wundermittel, doch ist es neben THC sicherlich der wichtigste und vielversprechenste Inhaltsstoff in der Cannabispflanze. Ich würde mich freuen wenn weitere interessante Artikel und Quellen hierzu ihren Weg in diesen thread finden.

Cannabidiol (CBD)
Pharmacology: Indirect antagonist to CB1/CB2 agonists; Agonist to GPR55, 5-HT1a R, PPARG, (Vanilloid R stimulation)
Proposed application: Epilepsy, MS spasms, anxiety disorders, Bipolar Disorder, schizophrenia nausea, convulsion and inflammation, inhibition of cancer cell growth

"Manche Effekte von Cannabiszubereitungen werden durch die Wirkungen anderer Cannabinoide als THC verursacht. So hat beispielsweise CBD – das Cannabinoid, das in vielen Cannabissorten nach THC in der höchsten Konzentration vorkommt – antiemetische, neuroprotektive und antiinflammatorische Eigenschaften. Zu seinen komplexen Wirkmechanismen zählen eine antagonistische Wirkung am CB1-Rezeptor, eine Stimulation des Vanilloid-1-Rezeptors, [eine Hemmung der Hydrolyse von Anandamid (10)] und eine Aktivierung des Zellkernrezeptors PPAR-Gamma (13)."
- aus “Das therapeutische Potenzial von Cannabis und Cannabinoiden” Deutsches Ärzteblatt Int 2012; Grotenhermen (Übersichtsarbeit) - http://www.aerzteblatt.de/archiv/127598

Was für die Betroffenen, die von diesen Substanzen profitieren, wichtig ist, ist die Verfügbarkeit dieser Wirkstoffe in nutzbaren Präperaten (incl. inhalieren etc.) Das erste wirklich Marktreife Präperat nennt sich Nabiximol, ein extrakt aus der Cannabis Sativa Pflanze. In Europa hat es den Handelsnamen Sativex.

Nabiximol
Zugelassen ist in Deutschland seit 2011 ausschließlich ein Cannabisextrakt, der THC und CBD im Verhältnis 1:1 enthält, für die Behandlung der mittelschweren bis schweren, therapieresistenten Spastik bei Multipler Sklerose (MS). Im Juni 2012 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über die Nutzenbewertung des Cannabisextraktes in dieser Indikation beschlossen und einen „geringen Zusatznutzen“ festgestellt. Es wurde eine befristete Genehmigung bis zum Jahre 2015 erteilt. Ein Hub enthält 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD.
- ähnlich wie in: “Das therapeutische Potenzial von Cannabis und Cannabinoiden” Deutsches Ärzteblatt Int 2012; Grotenhermen (Übersichtsarbeit) - http://www.aerzteblatt.de/archiv/127598

"Intention-to-treat (ITT) analysis showed a highly significant difference in favour of nabiximols (P = 0.0002). Secondary end-points of responder analysis, Spasm Frequency Score, Sleep Disturbance NRS Patient, Carer and Clinician Global Impression of Change were all significant in favour of nabiximols."
- aus: A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, enriched-design study of nabiximols* (Sativex(®) ) [mainly CBD], as add-on therapy, in subjects with refractory spasticity caused by multiple sclerosis. Novotna http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2136 ... t=Abstract
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon mr wayne2 am Mo 14. Okt 2013, 14:40

Ich kenne mich nicht besonders damit aus, aber habe mal gelesen, dass es spezielle Züchtungen gibt, wo der CBD Gehalt höher ist als bei den üblichen Pflänzchen.

Als z.B. 5% THC und 5% CBD.

Gibt es Erfahrungsberichte ? Zum Beispiel zur schmerzstillenden Wirkung, wie ist die Wirkung auf die Psyche (ruhig oder aufgedreht ?), machen diese Sorten einen sehr schläfrig - alles im Vergleich zu den üblichen Sorten, die viel THC enthalten.

Ich habe gelesen, dass man bei Sorten mit viel CBD geistig aktiver ist und den Alltag problemloser bewältigen kann als mit Sorten mit viel THC. Dazu gehört, dass man keine roten Augen bekommt bzw. nicht so stark und auch allgemein nicht so aussieht als hätte man was genommen.

Sprich: Sanft und beruhigend ?
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon bushdoctor am Mo 14. Okt 2013, 17:11

mr wayne2 hat geschrieben:Ich kenne mich nicht besonders damit aus, aber habe mal gelesen, dass es spezielle Züchtungen gibt, wo der CBD Gehalt höher ist als bei den üblichen Pflänzchen.

Als z.B. 5% THC und 5% CBD.

Hallo mr wayne,
ich hoffe Du verstehst Englisch, denn dieses Video sollte viele Deiner Fragen beantworten:
http://www.youtube.com/watch?v=mtEi6vwvaEA (ab Minute 0:37)

Es gibt also bereits Cannabis-Sorten mit unter 1% THC und gleichzeitig 17% CBD. Dem Videoreport von CNN nach zu urteilen, taugt das Zeug gut gegen Epilepsie. Mit einer "typischen" Rauschwirkung ist bei diesen Sorten eigentlich nicht mehr zu rechnen und wenn, dann nur sehr schwach ausgeprägt.

CBD an sich ist aber ebenfalls ganz leicht psychoaktiv, weil es unter bestimmten Umständen an CB1- und CB2-Rezeptoren binden kann. Primär scheint CBD aber CB1 und CB2 für THC zu blockieren, so dass es gewissermaßen der Wirkung des THC entgegen wirkt. Dieser Mechanismus ist aber noch nicht geklärt... Stoffe, die sowohl Agonist als auch Antagonist an ein und dem selben Rezeptor sind, stellen die Wissenschaftstheoretiker immer vor Probleme... Es gilt nun die Bedingungen zu erforschen, wann CBD eben selber andockt oder "nur" blockiert

Gleichzeitig sorgt CBD aber auch dafür, dass das körpereigene Cannabinoid Anandamid, welches an CB1 bindet, länger aktiv bleibt, weil CBD den (enzymatischen?) Abbau behindert. Normalerweise wird Anandamid sehr schnell an den Nervenzellen abgebaut.

Das Endocannabinoid-System ist sehr komplex und die Wissenschaft steht gerade erst am Anfang...
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon mr wayne2 am Mo 21. Okt 2013, 23:23

Danke für die Antwort.
Wie viel Prozent CBD bräuchte man, um eine zufriedenstellende schmerzstillende Wirkung (z.B. bei Arthrose und Rückenschmerzen) zu erzielen und trotzdem einigermaßen klar im Kopf zu sein ? Also um problemlos zu arbeiten, zu lernen usw.
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon bushdoctor am Di 22. Okt 2013, 10:52

mr wayne2 hat geschrieben:Wie viel Prozent CBD bräuchte man, um eine zufriedenstellende schmerzstillende Wirkung (z.B. bei Arthrose und Rückenschmerzen) zu erzielen und trotzdem einigermaßen klar im Kopf zu sein ? Also um problemlos zu arbeiten, zu lernen usw.

Dafür kenne ich (noch) keine verlässlichen Informationen. Wenn ich aber die Aussage der Wissenschaftler noch richtig im Kopf habe, dann kann man CBD auch in sehr, sehr hohen Dosen "gefahrlos" einsetzen, sofern es als "Reinsubstanz" verabreicht wird.

Allerdings würde ich auf einen guten Cannabinoid-Mix, wie ihn die Hanfpflanze natürlicherweise bietet, bei den von Dir genannten Indikationen nicht verzichten. Gerade bei Entzündungsprozessen scheint THC-Carbonsäure (das nicht psychoaktive Endabbauprodukt von THC) eine nicht zu unterschätzende Rolle zu spielen. Man darf auch nicht vergessen, dass THC ebenfalls wichtige Wirkungen in diesen Fällen entfalten kann.

Prinzipiell könnte man sich aus normalen Nutzhanfblüten mit durchschnittlich 2% CBD und 0,2% THC ein Konzentrat anfertigen, dass alles Leisten kann... Man bräuchte halt die entsprechende Menge an Ausgangsmaterial im Kilogramm-Bereich.

Falls man die im Video genannte Sorte mit 17% CBD herankommen könnte, dann wäre das sicherliche ein gute Ausgangsbasis...
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon GreenMan72 am Mi 29. Jan 2014, 16:27

Hi@all,

gibst es zu diesem CBD ÖL schon erfahrungen bzw. ist das in DE Legal oder braucht Mann oder Frau der wieder eine Sondergenehmignung von der Bundesopiumstelle?

http://www.royalqueenseeds.de/217-royal ... -10ml.html

Hofe der Link geht bin neu hier ;)

LG vom GreenMan72
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon hanfologe am Mi 29. Jan 2014, 16:48

Hallo GreenMan72,

CBD als natürliches Cannabinoid fällt in Deutschland auch unter das Betäubungsmittelgesetz und bedarf somit auch einer Ausnahmegenehmigung.
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon bushdoctor am Mi 29. Jan 2014, 21:11

hanfologe hat geschrieben:CBD als natürliches Cannabinoid fällt in Deutschland auch unter das Betäubungsmittelgesetz und bedarf somit auch einer Ausnahmegenehmigung.

Nicht ganz richtig... CBD unterliegt als Substanz nicht dem BtmG... Wenn Hanf als Ausgangsbasis für CDB genutzt werden soll, dann unterliegt dieser Prozess aber dem Btmg, weil die ganze Pflanze Cannabis dem BtmG unterliegt.

An CBD in Reinform kann man in der BRD auf legalem Wege nur sehr schwer herankommen. Man könnte z.B. GW Pharmaceuticals bitten, deren Reinsubstanz "GWP42003" als Versuch an einen Arzt zu schicken. Wie dies Arzneimittel- und Importrechtlich aussieht, weiß ich nicht. Es sollte aber theoretisch möglich sein, da die Substanz CBD nicht dem BtmG unterliegt.
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon hanfologe am Mi 29. Jan 2014, 21:29

bushdoctor hat geschrieben:Nicht ganz richtig... CBD unterliegt als Substanz nicht dem BtmG... Wenn Hanf als Ausgangsbasis für CDB genutzt werden soll, dann unterliegt dieser Prozess aber dem Btmg, weil die ganze Pflanze Cannabis dem BtmG unterliegt.

Ah. Interessant. Das wusste ich nicht. Danke für die Info.
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon WeedHouse am Fr 14. Feb 2014, 23:11

-hilft bei Diabetes ?
Was genau ist damit gemeint ?
Bei Diabetes selbst oder bei durch den Diabetes verursachten Folgeschäden ?
Typ I oder Typ II Diabetes ?
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon bushdoctor am Sa 15. Feb 2014, 10:33

WeedHouse hat geschrieben:-hilft bei Diabetes ?
Was genau ist damit gemeint ?
Bei Diabetes selbst oder bei durch den Diabetes verursachten Folgeschäden ?
Typ I oder Typ II Diabetes ?

Im Prinzip beides:
Cannabinoide wirken direkt auf den Zuckerstoffwechsel der Zelle ein... genauso (aber nicht gleich!) wie Insulin
Cannabinoide wirken "neuroprotektiv", was die Nervenschädigungen durch zu viel Blutzucker reduziert. Gerade die Sehnerven werden bei Diabetes oft als erst erstes in Mitleidenschaft gezogen.

Es ist also egal, ob Diabetes Typ I oder II.

Was man aus epidemologischen Studien weiss, ist, dass "Kiffer" im Alter statistisch (signifikant! OR<0,5) weniger häufig, eine Diabetes entwickeln.
http://bmjopen.bmj.com/content/2/1/e000494.full

siehe auch:
http://cannabis-med.org/german/acm-mitt ... diabetes#2
http://www.aponet.de/aktuelles/kurioses ... nabis.html
http://www.amjmed.com/webfiles/images/j ... M11994.pdf
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon bushdoctor am Do 20. Feb 2014, 15:39

bushdoctor hat geschrieben:An CBD in Reinform kann man in der BRD auf legalem Wege nur sehr schwer herankommen. (...) Es sollte aber theoretisch möglich sein, da die Substanz CBD nicht dem BtmG unterliegt.

Mich hat es gerade aus den Socken gehauen:
CBD ist in der BRD voll verschreibungsfähig!

Dieser Artikel brachte mich dazu bei der Firma THC-Pharm anzurufen:
http://www.op-online.de/lokales/rhein-m ... 75885.html

Dort wurde mir erklärt, dass es rechtlich keine Probleme gibt, an CBD in Reinform heranzukommen (Produkt-Katalog THC Pharm)

Für die Klärung von Detailfragen wurde Ich an die Bock Apotheke, Frankfurt verwiesen, wo ich dann sofort anrief und nachfragte...

Ergebnis:
Alles was man braucht, ist ein Arzt, der einem das CBD verschreibt. Theoretisch kann jede Apotheke das CBD beziehen. Es handelt sich aber um eine Rezepturarznei, was bedeutet, dass die Krankenkasse nicht zahlen muss. Laut Auskunft der Bock-Apotheke kostet es auf Privatrezept "einige Hundert Euro"...
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon Mörnest am So 23. Feb 2014, 08:00

Wie Geil ist dass denn? Da könnte man ja mal so ein ähnliches Öl wie das von Rick Simpson machen und Medienwirksam Krebs heilen. Zum Beispiel Hautkrebs.
Privat Sponsor des DHV seit 06.10.2009... Wann machst du mit? :D
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon bushdoctor am So 23. Feb 2014, 09:33

Mörnest hat geschrieben:Wie Geil ist dass denn? Da könnte man ja mal so ein ähnliches Öl wie das von Rick Simpson machen und Medienwirksam Krebs heilen. Zum Beispiel Hautkrebs.

Naja, mit CBD alleine kommt man wohl nicht so weit...
Bei der direkten Krebsbekämpfung hat sich ein THC:CBD-Verhältnis von ungefähr 4:1 als am besten erwiesen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/article ... figure/F1/

CBD ist wirkt hauptsächlich der Verbreitung von Krebs entgegen (Metastasierung), für den "programmierten Zelltod" scheint man THC zu brauchen...
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon Mörnest am So 23. Feb 2014, 14:24

bushdoctor hat geschrieben:
Mörnest hat geschrieben:Wie Geil ist dass denn? Da könnte man ja mal so ein ähnliches Öl wie das von Rick Simpson machen und Medienwirksam Krebs heilen. Zum Beispiel Hautkrebs.

Naja, mit CBD alleine kommt man wohl nicht so weit...
Bei der direkten Krebsbekämpfung hat sich ein THC:CBD-Verhältnis von ungefähr 4:1 als am besten erwiesen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/article ... figure/F1/

CBD ist wirkt hauptsächlich der Verbreitung von Krebs entgegen (Metastasierung), für den "programmierten Zelltod" scheint man THC zu brauchen...

Schade dass es dann noch immer nicht legal ist, VERDAMMT
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon Sabine am Fr 18. Apr 2014, 09:31

Hallo !

Nehme seit 3 Wochen das CBD-Öl und möchte hier meine Erfahrung damit einfliessen lassen.

Aber "kurz" ;) noch etwas zu mir und meiner Erkrankung, damit die Hintergründe besser verstanden werden.

Bin seit 6 Jahren Krebspatientin.
Es fing mit 2 verschiedenen Brustkrebsarten in beiden Brüsten an, schon damals wurden Knochenmetastasen festgestellt. Und von Beginn an signalisierten mir die Ärzte, das meine Art von Krebs unheilbar ist. Alles, was sie tun können, ist den Verlauf zu verlangsamen und mich mit Mitteln zu behandeln, die mir noch Lebensqualität erhalten soll.
Bis vor 5 Monaten wurde ich durchgehend mit diversen Antihormonen und Bisphosphonaten behandelt. Ohne Chemo und Bestrahlung !
Leider werden die Tumore nach einiger Zeit "immun" gegen die verschiedenen Anti-Hormone.
Vor 2 Jahren stand wieder ein Wechsel an, nur leider bemerkte niemand (wie auch innerhalb von 2 Monaten), das dieses Anti-Hormon bei mir überhaupt nicht anschlug.
Das Metastasenwachstum galoppierte rasant und eine Metastase zerstörte mir einen Brustwirbel. Das sind Schmerzen... höllisch. Leider waren diese Schmerzen ähnlich wie bei Morbus Bechterew, wodurch ich die Ärzte erst auf eine falsche Spur führte. Ich habe nämlich den positiven Titer für MB und könnte auch über die chronische Regenbogenhautentzündung, die damit einher geht, berichten. Nun gut...

Nachdem ich dann wieder mal in eine Röhre mußte, wurde das Ausmass des Versagens sichtbar :
- Brustwirbel zerstört (eine falsche Bewegung und ich wär querschnittsgelähmt gewesen)
- neue Knochenmetastasen an diversen Stellen
- und ganz neu : 2 Lebermetastasen von ca. 6-7cm Größe

Gegen die Schmerzen etc. wurde ich mit Tilidin, Lyrica, Omeprazol, Jurnista, Amitriplylin und Palladon zugeballert.
GottseiDank konnte ich alles ohne größe Entzugserscheinung nach und nach wieder ausschleichen.
Meine Wirbelsäule wurde über 5 Wirbel hinweg versteift.
Und danach fingen die Probleme mit meiner Rückenmuskulatur an :cry:

Meine Zehen und der vordere Teil des Fußes fühlen sich pelzig und taub an. Längeres Sitzen und Stehen verursacht Rückenschnerzen und jede Bewegung ist mit Ächzen und Stöhnen verbunden. Es sind jetzt nicht solche Schmerzen, das ich Schmerzmittel einnehmen müßte, aber alles ist mehr als beschwerlich.
Gerade Zahnarzt- bzw. Wellnessstühle, die ja die gleiche "bequeme" Form haben, sind für mich eine Tortur. Dito generell gerade auf dem Rücken liegen. Meine Rückenmuskulatur beginnt, sich krampfartig zusammenzuziehen. Von rechts nach links, unten nach oben, quer, so wie sie lustig sind.

Letzten Dezember war das besonders schlimm, als ich ins PET-CT mußte :
erst 3 Stunden Wartezeit auf einen unbequemen Stuhl, dann 45 Minuten im CT auf dem Rücken mit nach hinten gerade durchgestreckten Armen, damit die Infusion einlaufen kann.
Das ist schon für gesunde Menschen mehr als stressig, aber für mich war es die Hölle. Obwohl ich vorher noch einige Reste des Tilidins genommen habe, war es fast nicht auszuhalten. War nur noch am heulen, der Arzt fragte dann auch an, ob er abbrechen soll. Aber wer macht das ? PET-Ct ist sehr teuer und dann hätte ich die Qualen doch wieder. Bei der Ärzteschaft war keinerlei Bereitschaft zu erkennen, etwas gegen die Schmerzen zu unternehmen bzw. sich Gedanken darüber zu machen, wie bei solcher Problematik gehandelt werden soll. Im Gegenteil, als ich einen Arzt darauf ansprach, das es doch sinnvoll wäre, sich fürs nächste Mal einen besseren Ablauf, evtl. unterstützt von diversen Schmerzmitteln, zu überlegen, wurde ich angeschnauzt, ob ich mich für was besseres halten würde ! :evil:


Durch das PET-CT wurde festgestellt, das meine Metastasen minimal weiter wachsen. Heißt, mit der Anti-Hormontherapie kommt man bei mir nicht mehr weiter.
Ich bekomme jetzt eine Mini-Chemo, heißt, ich muß für 2 Wochen täglich Chemotabletten einnehmen, dann eine Woche Pause. Solange es gut von meinem Körper vertragen wird, ist es als Dauermedikation gedacht.
Da bei dieser Therapieform sehr häufig das sogenannte Hand-Fuß-Sydrom auftritt, wurde ich vorab gefragt, ob ich an einer Hanföl-Studie teilnehmen möchte.
Nach genaueren Recherchen entschied ich mich dagegen, da ich dann nur die Creme und Ölkapseln einer bestimmten Firma hätte einnehmen dürfen. Auch war mir das Risiko, die Placebos zu erhalten, zu groß.

Aber das Ding ziehe ich auf eigene Verantwortung und mit selbst gewählten Produkten durch, war dann mein Motto !

Die ersten Hanfkosmetika besorgte ich mir beim Body-Shop. Handcreme, Handwaschmittel und Fußcreme. Nebenbei setzte meine Internetrecherche ein. Unterdessen sind diverse Kleidungstücke, Shampoo und Duschgel, Hanfsalatöl, Hanfnüsse z.b. fürs Bärlauchpesto dazu gekommen.

Tja und das nächste PET-CT steht an, um nachzuschaun, ob die Therapie anschlägt. Allein der Gedanke an das letzte Desaster läßt mich in Panik verfallen. Zumal wieder keinerlei Bereitschaft im Vorfeld zu erkennen ist, mir meine Lage während der 45 Minuten zu erleichtern. Gel-Unterlagen= gibts nicht, Narkose = geht nicht, Schmerzmittel = nicht unser Zuständigkeitsbereich usw. usw.

Vor 4 Wochen bin ich nun im Internet übers CBD-Öl gestolpert und dessen guter Wirkung bei spastischen Muskelkrämpfen bei MS-Patienten. Ein Versuch ist es wert, dachte ich mir und bestelle es bei Hanf-Zeit. Dieses Öl hat zwar etwas weniger CBD%te als die englischen und holländischen Produkte, aber dann habe ich keine Probleme mit dem Zoll, wenn dumm läuft. Den Stress brauch ich wirklich nicht auch noch :roll:

Und was soll ich sagen : es wirkt phänomenal ! :P
Nehme 3x tgl. ca. 6 Tropfen/halbe kleine Pipette ein und das auf dem Rückenliegen mit nach hinten durchgestreckten Armen stellt für mich kein Problem mehr dar.
Auch sonstige Alltagsarbeiten gehen mir leichter von der Hand, bei einem großen Garten und Haus kein zu unterschätzender Faktor. Könnte und würde mir gerne eine Haushaltshilfe leisten, aber sobald die hören, das ich sie anmelden werde, lösen die sich in Luft auf.... :twisted:

Jetzt rühre ich gerade in der Familie die Werbetrommel, meine Schwester hat sich das Öl auch bestellt und nimmt es seit einigen Tagen( Trigeminusnerv, langjährige chronische Verspannung in der Schulter mit Entzündung) und berichtet auch über erste positive Eindrücke. So positiv, das sie sich gleich die große Flasche bestellen will. ;)

So, das waren erstmal meine ersten Eindrücke zum CBD-Öl, falls Ihr noch Fragen habt, beantworte ich sie gerne. Auch würde ich gern über meine weiteren Erfahrungen damit berichten.

Hoffe, alle können die kommenden Feiertage (schmerzfrei) geniessen :P

Aurora
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon cansym am Fr 18. Apr 2014, 13:32

ist es das CBD-Massage-Öl, dass Du einnimmst? Ich finde bei Hanf-Zeit nur Massageöl..
Wie sieht es rechtlich aus mit CBD? Kann ich da Probleme bekommen?
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon Sabine am Fr 18. Apr 2014, 14:31

Hi cansym !

Genau das ist es.

Es ist legal, weil es a) unter 0,2 % THC beinhaltet und b) weil es als Massageöl verkauft wird. Die Problematik hierbei dürfte die gleiche wie bei Stevia sein, das durfte jahrelang auch nur als Badezusatz verkauft werden.

Ums THC geht es mir auch gar nicht, irgendwie habe ich mich damit abgefunden, das mein Messie mich irgendwann mal unter die Erde bringen wird. Aber bis dahin will ich ihm sein "Leben" so schwer wie möglich machen :lol:
Und das gelingt mir seit 6 Jahren und mit der bisher relativ guten Hilfe der Ärzte ja scheinbar ganz gut ;)

In erster Linie ist CBD für mich interessant, damit ich mit meinem Rücken besser durch den Alltag komme. Ich wurde Anfang des Jahres vom Versorgungsamt ohne Nachfragen etc. nur aufgrund der OP-Berichte und sonstigen Befunde als 100% schwerbeschädigt mit den Kennziffern B, G und aG eingestuft.

Nach den 6 Jahren und diversen Versuchen mit so manchen Mittelchen und Naturtherapien stehe ich vielen Heilversprechungen mehr als skeptisch gegenüber.
Zumindest als Mittel gegen die Muskelverkrampfungen hat CBD bei mir ! vom ersten Tag an gewirkt. Das haben viele Muskelrelaxansien nicht/nie geschafft.

Mir wurde letzte Woche von den Ärzten in meiner Klinik, die keine kleine ist, mitgeteilt, das ich eine der extrem wenigen Patientinnen bin, der es nach 4 Zyklen so gut geht. Zufall ? Egal, ich mach weiter mit allen möglichen legalen Hanfprodukten.

P.S. Hanf-Zeit darf keinerlei medizinische Aussagen zum Massageöl machen und tut dies auch nicht !
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Re: CBD - eine eierlegende Wollmilchsau

Beitragvon cansym am Sa 19. Apr 2014, 01:23

Hat jemand Erfahrungen mit CBD und Rheuma (speziell Morbus Bechterew)??
Freu mich über jede Antwort!
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