Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-Fall

Antworten
Vorarim
Beiträge: 417
Registriert: Mo 13. Feb 2012, 13:09

Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-Fall

Beitrag von Vorarim » Fr 24. Feb 2012, 11:30

Ahoi,

zu allererst:

Wir können und dürfen hier keine Rechtsberatung geben,

im Zweifelsfall fragt immer zuerst einmal die Grüne Hilfe, die euch dann auch einen Anwalt in eurer Gegend empfehlen können, auch wenn dieser natürlich Geld von euch möchte.
Weiterhin werden euch die Jungs, gerade bei geringen Mengen schon mal ein wenig beruhigen können.

In solchen Situationen ist es immer gut einen Gesprächspartner zu haben, spreche da aus Erfahrung, egal ob ihr grad keinen Bock mehr habt, mit den Nerven am Ende seid oder am liebsten die Wände hoch rennen wollt.
  • Bitte nicht einfach den DHV anschreiben/anrufen, das Team ist an sich ausgelastet, kann euch in dieser Situation auch nicht helfen und ist dafür auch nicht verantwortlich.
Ebenfalls solltet ihr darauf achten:
Gegenüber Polizisten oder anderen Anhängern der Strafverfolgungsbehörde keinerlei Aussage zu tätigen
, bevor ihr nicht mit eurem Anwalt Rücksprache gehalten habt!
Bei eventuell zu befürchtenden Führerscheinrechtlichen Problemen (Z.B. weil ihr doch Angaben zum Konsumverhalten gemacht habt, oder weil eine Blutprobe entnommen wurde) unbedingt den Konsum einstellen und eventuell freiwillig auf eigene Kosten einen Drogentest machen, als Gegenbeweis.
Nochmal: Der Anwalt will Geld von euch, ja.. Aber er dient allem voran eurem Schutz, denn wenn das Kind erst vollends in den Brunnen gefallen, eine Aussage eurerseits gemacht wurde, ist meist bereits alles zu spät.
Wichtig ist ebenfalls, das ihr euch einen themenkundigen Anwalt sucht.
Euer Anwalt für Familienrecht ist hier die falsche Person ( fern davon, dass dann evtl auch
noch eure Verwandten davon erfahren, wenn es ganz unglücklich läuft).
Für gute und themenkundige Anwälte empfiehlt es sich immer die Grüne Hilfe anzurufen.
Dieser Verein führt eine List mit Anwälten, die sich auf das Betäubungsmittelsgesetz spezialisiert haben und kann euch Spezialisten in eurer Umgebung empfehlen.
Am besten ist es, wenn ihr die Nummer des Anwalts im Kopf habt, denn Handys werden gerne und schnell beschlagnahmt und wer morgens um 7 Uhr bei einer Hausdurchsuchung erstmal anfängt in Blätterstapeln herumzuwühlen, steht vor dem Problem, das die Polizisten bei einer eventuellen Hausdurchsuchung wahrscheinlich nicht so lange werden warten wollen.
Wichtig ist also vor allem:
  • Ruhe bewahren
  • Grüne Hilfe anrufen - Dafür sind die Jungs da, um euch zu helfen und machen das auch gerne
  • Handys werden gerne beschlagnahmt - PIN oder generell Passwörter müsst ihr NICHT mitteilen
  • Keine Aussagen zum Tathergang machen
  • Aussagen werden fast immer gegen euch verwendet, also schweigt am besten
  • Telefonnummer des Anwalts parat haben
  • Keine Angaben zum Konsum machen, auch nicht bezüglich Alkohol (Mischkonsum)
  • Nichts unterschreiben was euch ausgehändigt wird
  • Schnelltests (Urintests und ähnliches) verweigern (Lieber einen Tag auf der Wache verbringen als weitere Monate in der Fahrschule oder MPU-Vorbereitung..) (grenzwertig und leider Situationsabhängig)
Auf Hausdurchsuchungen & die Führerscheinthematik werde ich in einem separaten Thread genauer eingehen, das soll erstmal nur als grober Leitpfaden für den akuten Ernstfall verstanden werden.

Wir wünschen euch viel Glück und Durchhaltekraft, und werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass der alltägliche Irrsinn rund um Cannabis endlich ein Ende findet.

P.S. Die Grüne Hilfe ist ein gemeinnütziger Verein, wenn ihr irgendwann einmal auf die Jungs angewiesen sein solltet, so würden Sie sich sicher über eine kleine Spende freuen.

Wichtige Links:

Grüne Hilfe
Führerscheinberatung seitens Theo Pütz für DHV-Privatsponsoren
Hanfige Gruesse

Vorarim

Bot-Schrecken und Forenputze ;)

P.S. Habe ich einen Fehler gemacht? Dann schreibt mir einfache eine PN :)

frekase
Beiträge: 83
Registriert: Mi 16. Jan 2013, 08:59
Wohnort: Hannover

Re: Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-

Beitrag von frekase » Mi 17. Jul 2013, 17:04

Grüne Hilfe war mir keine Hilfe. In Niedersachsen gibts leider keinen Anwalt auf deren Liste.

Erreichbar war auch nur das Berliner Büro, sonst keines. Das war fast genua vor einem Jahr.

Vielleicht ist es ja nun anders. (Glaub ich nicht wirklich, so verplant wie die am Telefon geklungen haben).


Mit einen Anwalt aufsuchen und Nummer parat haben wäre ich vorischtig, hier liegt m.E. schon eine Rechtsberatung vor.

Ich hätte mir meinen Anwalt komplett sparen können, immerhin 600 € auf einen 600 € Strafbefehl. Warum? Weil der Anwalt außer Akteneinsicht nichts gemacht hat und der Strafbefehl vom Amtsgericht selbst kam, ohne Aufforderung oder das jemals mein Anwalt mit dem Richter oder Staatsanwalt gesprochen hat (offiziell ->Flurfunk weiß ich nicht..)

Von daher würde ich, wenn ich hier lese "Nimm dir einen Anwalt" und ich ihn doch nicht brauchte, wahrscheinlich dem DHV ne 600 € Rechnung zukommen lassen.

Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2361
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-

Beitrag von bushdoctor » Mi 17. Jul 2013, 18:58

frekase hat geschrieben: Von daher würde ich, wenn ich hier lese "Nimm dir einen Anwalt" und ich ihn doch nicht brauchte, wahrscheinlich dem DHV ne 600 € Rechnung zukommen lassen.
Mann, frekase, Du schiebst ja grad mächtig Frust...
Jetzt kann ich zumindest nachvollziehen, warum Du grad dermaßen auf dem DHV rumhackst. Aber dem DHV die Schuld zu geben, dass Dir ein Anwalt keinen Freispruch erringen konnte, geht m.E. etwas zu weit.

In vielen Fällen ist zumindest eine einmalige Beratung durch einen (möglichst spezialisierten) Anwalt angeraten. Leider ist es so, dass in BtmG-Sachen nur sehr wenige Anwälte wirklich Ahnung haben.

Das Vorhalten einer Anwaltsdatenbank der Grünen Hilfe als "verbotene Rechtsberatung" vorzuwerfen halte ich für sehr übertrieben. Zumindest gibt es für die vielen Betroffenen eine erste Anlaufstation in Sachen BtmG-Verstoß. Das sollte man nun wirklich positiv sehen!

Dafür, dass man Dich verurteilt hat, kann nun von UNS hier niemand etwas, denn WIR sind ja schließlich hier, um etwas zu verändern.

...und ja, mir geht es auch zu langsam! Aber Veränderungen brauchen manchmal Zeit...

frekase
Beiträge: 83
Registriert: Mi 16. Jan 2013, 08:59
Wohnort: Hannover

Re: Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-

Beitrag von frekase » Mi 17. Jul 2013, 19:25

Ich hätte mir meinen Anwalt komplett sparen können, immerhin 600 € auf einen 600 € Strafbefehl. Warum? Weil der Anwalt außer Akteneinsicht nichts gemacht hat und der Strafbefehl vom Amtsgericht selbst kam, ohne Aufforderung oder das jemals mein Anwalt mit dem Richter oder Staatsanwalt gesprochen hat (offiziell ->Flurfunk weiß ich nicht..)
Ich bin OHNE Anwaltshilfe verurteilt worden. Bin mit dem Urteil auch nach der aktuellen Gesetzeslage vollstens zufrieden, kannste im DHV FB einsehen, der aus Hannover... Wer gibt hier dem DHV die Schuld???? Ich nicht...war meine eigene Blödheit am falschen Ort zur falschen Zeit zu sein. Hat der DHV also mal gar nichts mit zu tun.
Das Vorhalten einer Anwaltsdatenbank der Grünen Hilfe als "verbotene Rechtsberatung" vorzuwerfen halte ich für sehr übertrieben. Zumindest gibt es für die vielen Betroffenen eine erste Anlaufstation in Sachen BtmG-Verstoß. Das sollte man nun wirklich positiv sehen!
Es geht nicht um die Liste, sondern um die Tatsache der Empfehlung vom DHV, einen Anwalt zu nehmen, völlig unabhängig davon um wieviel es geht, siehe u.a.:
Am besten ist es, wenn ihr die Nummer des Anwalts im Kopf habt, denn Handys werden gerne und schnell beschlagnahmt und wer morgens um 7 Uhr bei einer Hausdurchsuchung erstmal anfängt in Blätterstapeln herumzuwühlen, steht vor dem Problem, das die Polizisten bei einer eventuellen Hausdurchsuchung wahrscheinlich nicht so lange werden warten wollen.
Ist ja nur ein nett gemeinter Hinweis für den DHV die Formulierungen zu überprüfen, aber wie ich schon mitbekommen habe kommt Kritik ja nicht gut an...

Den "Frust" auf den DHV kann ich dir gerne per PN erörtern.


Jedenfalls war wie gesagt die Grüne Hilfe für mich keine Hilfe, weil halt für ganz Niedersachsen nicht ein Anwalt bekannt war.

Diese Kanzlei hatte ich übrigens in Hannover: Prof. Barten, Klawitter & Kollegen -> Hr. Dr. Nitz. Macht auch große Fälle... von den 600 € waren 500 € sofort zu zahlen.

Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2361
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-

Beitrag von bushdoctor » Mi 17. Jul 2013, 20:17

frekase hat geschrieben: Ich bin OHNE Anwaltshilfe verurteilt worden. Bin mit dem Urteil auch nach der aktuellen Gesetzeslage vollstens zufrieden, kannste im DHV FB einsehen, der aus Hannover... Wer gibt hier dem DHV die Schuld???? Ich nicht...war meine eigene Blödheit am falschen Ort zur falschen Zeit zu sein. Hat der DHV also mal gar nichts mit zu tun.
Entschuldigung! Ich habe Dich da wohl missverstanden. Habe jetzt alles nochmal durchgelesen. Dannach war´s mir auch klar! Sorry, nochmal!

Mir ist nur aufgefallen, dass Du in vielen Beiträgen grad verstärkt Frust an/mit dem DHV äußerst. Ich habe Deine z.T. berechtigte Kritik wohl überinterpretiert.

Ich glaube aber dem DHV, dass derzeit arbeitstechnisch etwas "Land unter" ist. Das Wachstum in den letzten Monaten war schon enorm. Die "Legalisierungsbewegung" befindet sich grad in einer gewissen Konsolidierungsphase, wo sich die neuen, (wild) gewachsenen Strukturen erst einspielen müssen. Mittelfristig wird sicherlich eine Neustrukturierung des DHV nötig werden, um das wachsende Interesse und Engagement der "Community" zu ordnen und zu bündeln...

Danke aber trotz allem an Dich, frekase, dass Du Dich hier immer wieder einbringst. Ich bitte nur momentan im Namen der langjährigen "Legalisierer", dass man "Gut Ding" auch mal "Weile" haben lassen muss.

Geduld, es hilft nichts, nun überstürzt an alle Projekte gleichzeitig ranzugehen. Ich denke, Georg hat das ganz gut im Griff momentan... man merkt, dass er gerne auch mehr tun würde, wenn er könnte!

@alle: Jeder, der wirklich in naher Zukunft etwas für die "Legalisierung" tun möchte, kann das am 10.08.2013 in Berlin tun. Niemand wird gezwungen, zu Hause zu bleiben und NICHTS zu tun...

skyy
Beiträge: 4
Registriert: Mo 14. Apr 2014, 09:09

Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-Fall

Beitrag von skyy » Mo 14. Apr 2014, 09:53

Für einige sicher interessant - der Umgang mit Ermittlungsbehörden.

http://youtu.be/3T-n1KH2GXU

JK420
Beiträge: 72
Registriert: Sa 6. Sep 2014, 11:56

Re: Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-

Beitrag von JK420 » Mi 24. Sep 2014, 10:30

Bei mir kommt, dass das Youtube-Video privat ist^^
Eine öffentliche Version wäre ganz schön :)

Benutzeravatar
Gerd50
Beiträge: 1806
Registriert: Di 6. Mär 2012, 01:01

Re: Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-

Beitrag von Gerd50 » Do 6. Nov 2014, 12:29

Rechtstipp vom 05.11.2014

Schweigen ist Gold!

http://www.anwalt.de/rechtstipps/fuehre ... 64028.html
Ich glaube an alles. Außer an Menschen.

Benutzeravatar
BUMMBUMM
Beiträge: 417
Registriert: Do 23. Aug 2018, 10:43
Wohnort: Hannover

Re: Disclaimer: Generelle Handlungsempfehlung im Worst-Case-Fall

Beitrag von BUMMBUMM » Mo 18. Feb 2019, 19:44

Aufgrund der Häufung von Leuten die offensichtlich ein Bedarf hierfür haben:

Der TLDR des OP und Anmerkungen:
(gilt immer wenn BTM und Polizei bei deiner Situation als Stichpunkte vorkommen)
  • Schnauze halten
    Keine Angaben über garnichts an niemanden, "Sie haben das Recht zu schweigen *punch-in-belly* und so...". Die einzigen Sachen denen man nachkommen muss sind: Bescheid Haftantretung, gerichtliche Vorladung, richterlicher Bescheid (Hausdurchsuchung, Blutprobe, etc). Ansonsten gilt höfliches aber entschiedenes Ablehnen von allem (Selbst- und Fremdbeschuldigung, Konsumverhalten, Drogenteste, Übergabe von Beweismitteln, etc)
  • 3. Lernziel
    Alles lesen, alles verstehen, NICHTS unterschreiben! Letzteres gilt für alles, lesen&verstehen gilt aber besonders für richterliche Durchsuchungsbeschlüsse (was alles? wo überall? Räume/Besitz von wem?[Polizisten bei der Durchsuchung überschreiten gerne ihren Auftrag {Höschenschublade}])
  • Konsum einstellen
    JA SOFORT und auf unbestimmte Zeit, bei Strafsachen mindestens bis man Freispruch/Einstellung schwarz auf weiss in Händen hält, bei Führerscheinbesitz da noch mal 1 Jahr drauflegen zur Sicherheit.
  • Frühjahrsputz
    "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich gänzlich ungeniert." FALSCH, ist ein Fleck auf der Weste wird es Zeit die Bude auf Fordermann zu bringen. Alle Drogen fliegen raus, konsumieren is ja nicht mehr also Konsumutensilien auch alle. Inklusive Filter, Blättchen, Alufolie, Spritzbesteck; sonstiger illegaler Kram wie zb. einst normale Sportgeräte/Werkzeuge die nun verbotene Waffen sind (Schlau machen), Sachen die als Indizien dienen könnten(Fein-/Küchenwaagen, Frühstücksbeutel/kleine Ziplock-Tütchen, Drogengeld[im prinzip alle Scheine unter 100€], Grünabfälle, Kontakt-Daten[alles potenzielle Kunden oder Lieferanten], alles muss raus! [PC ohne Pornos ist verdächtig] Aber sonstige zur Sache beitragende digitale Beweise müssen weg. (Handy-Factory-Reset, Cloud-Wipe, Browser-History, Email-Konten und wo man sich sonst noch das Maul über illegalen Kram zerrissen hat)
Klingt erst mal panne, ich weiss, aber alles genannte wurde schon mal vor Gericht jemandem zur Last gelegt.
Ausserdem um der hier am häufigsten gestellten Frage eine verbindliche Antwort zu geben:
Du bist oder beachsichtigst Führerscheininhaber zu werden und deine Situation beinhaltet die Stichworte Polizei ODER BTM -> Böser Brief der Führerscheinstelle IST immer möglich!

Zum Thema Anwalt, der ist meiner meinung nach optional und kehrt im nachhinein auch bloß die Scherben zusammen, man SELBER ist aber der Elefant im Porzellanladen.
Bild

Antworten

Zurück zu „Repressionsfälle & Rechtsfragen“