Cannabis und Führerschein

Flöti
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Flöti » Mi 29. Mai 2019, 08:24

Frag vor dem Termin bei der MPU-Stelle ob sie Abstinenznachweise verlangen! Du verbrennst ansonsten dein Geld.
Viel Glück!

HabAuchNeMeinung
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Re: Wiedererlangung des FS

Beitrag von HabAuchNeMeinung » Mi 29. Mai 2019, 19:04

Nicole71 hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 21:44
Hallo ihr Lieben,
Bin neu hier und ziemlich ratlos.
Ich hoffe ihr könnt mir helfen....
...
Er sagt das er sich trotz 1gramm täglich nicht als Dauerkonsument sieht und die MPU mit "links" besteht, wenn er ein oder zwei Monate nicht kifft.
Ist das nicht etwas blauäugig, oder sind die Berichte darüber wie schwer es nach THC am Steuer ist die MPU zu bestehen, arg übertrieben?
Vielen Dank im voraus

Hallo Nicole71,

erstmal herzlich Willkommen hier im Forum.

Um es kurz zu machen, dein Mann wird die MPU nicht bestehen, da es ihm an Einsicht/Aufarbeitung fehlt.
Weiterhin hätte er bereits jetzt Abstinenznachweise sammeln können /müssen, die sind nämlich die "Eintritskarte" um eine positive MPU zu bekommen, da sie zeigen das einen Verhaltensänderung stattgefunden hat. Keine Ahnung ob dein Mann mit sich reden läßt aber, ohne AB Nachweise und einer gescheiten Aufarbeitung braucht man/er da nicht auflaufen, da kann man das Geld auch gleich in den Ofen stecken....

HabAuchNeMeinung

Lulu28
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Re: Hilfe ich will mein Führerschein behalten! Eignisprüfung nach Fahrerlaubnisverordnung (FeV) Führerschein los zu Fuß?

Beitrag von Lulu28 » Fr 31. Mai 2019, 01:20

HabAuchNeMeinung hat geschrieben:
Mo 27. Mai 2019, 20:46

Hallo Erstmal,

ich weiss es hört sich jetzt doof an aber Ruhe bewahren ist jetzt wichtig, vor allem nicht voreillig irgend einen Anwalt holen.
Du wurdest zu Fuß, ohne bezug zum Straßenverkehr mit BTM auffällig.
Lese Dir mal folgendes durch:
https://www.strafverteidiger-schueller. ... -cannabis/
Das dürfte deinen Fall am besten treffen.
Du kannst natürlich versuchen gegen die Anordnung als solches vorzugehen.
Eigentlich bestehen ja keinerlei "weiterer Umstände" ausser das Du schonmal einschlägig auffällig geworden bist. Was hast Du den bei der MPU angegegeben? Abstinenz?
Ein guter Anwalt könnte das vielleicht "wegargumentieren"....

Achso Konsum sofort einstellen wenn Du deinen FS behalten willst, so bitter wie es auch sein mag. Spätestens bei der nächsten allgemeinen Verkehrskontrolle wirst Du pinkeln sollen wollen müssen....
Der Gesetzgeber = Politik will Cannabiskonsumenten so "behandeln", das sie kein Hanf konsumieren, zumindest nicht wenn sie am Straßenverkehr teilnehmen wollen.
Daher hoffe ich das es schön so weitergeht bei den Wahlen für Union und SPD...

Langfristig dürfte Dir nur ein Rezept helfen, wenn Du fahren und konsumieren willst/musst...

VG
HabAUchNeMeinung
Hey sorry für meine späte Antwort ich stehe momentan unter Dauerstrom,
Ja genau den Link hatte ich auch gelesen, dieser hat mir bisher die einzige Hoffnung gebracht.. Aber wie gesagt wegen meiner ver*** Vorgeschichte habe ich jetzt super Angst bzw. selbst wenn ich den Führerschein auch nur eine Zeit lang abgebe und ein Gericht mir den wieder geben würde, wäre ich wohl trotzdem mein Job los..(habe noch ein Befristeten Vertrag)


Habe ich Nachteile wenn ich ein Anwalt hole? Derzeit sind Theo Pütz und/oder Rechtsanwalt Markus Cronjäger meine größten Hoffnungen.

Also ich musste damals 12Monate Abstinenz nachweisen und beim MPU Gespräch hatte ich halt gesagt das ich das ausprobiert habe und in den 3 Monaten öfters geraucht habe. (Ob das damals schon wegen Schmerzen war oder nicht sei jetzt mal dahin gestellt)

Klar den Konsum habe ich eingestellt, selbst wenn ich jetzt ein Rezept bekomme werde ich nicht konsumieren bis sich das geklärt hat. Hauptsache ich kann denen zeigen das auch ein Arzt der Meinung ist das Cannabis meine Schmerzen lindert und ich mich dann wenigstens in der gesetzlichen Grauzone befinde.

Liebe Grüße

matze
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von matze » Sa 1. Jun 2019, 02:12

Moin Freunde

ich wurde heute um 20 Uhr von der Polizei zum drogentest rausgezogen. Die waren wohl der meinung anhand meines nervösen Verhaltens feststellen zu können, dass ich unter drogen stünde.
Also haben sie mich, nachdem ich den Urintest verweigerte, zum Bluttest mitgenommen.

Nun stand ich während der Fahrt 100% nicht unter EINFLUSS von Drogen. Hatte aber am Vorabend um ca. 0 Uhr zum Einschlafen nen kleinen Krümel Hasch geraucht ( vielleicht 5mm³). Da ich massive Einschlafprobleme habe mache ich das so gut wie jeden Abend - Allerdings nicht bis zum "Rausch" oder so - nur zum schläfrig werden.

Steht da Schon der Entzug der Fahrerlaubnis zur Debatte? Und was bedeutet das Urteil vom letzten April für mich, nachdem die Fahrerlaubnis nicht mehr direkt entzogen werden kann!?

Könnte das bedeuten, dass ich zur MPU muss, aber dennoch so lange meinen Führerschein behalten kann?
Konsum habe ich natürlich jetzt direkt eingestellt und werde wohl anders Ruhe finden müssen :/

Hoffe auf eure Hilfe

Matze!

Flöti
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Flöti » So 2. Jun 2019, 23:42

Moin Matze,

da du regelmäßig konsumierst wird dein passiver Wert (thc-cooh) höchstwahrscheinlich relativ hoch sein. Ob der aktive Wert jetzt über oder unter 1ng liegt, ist ein reines Glückspiel. Liegt er drüber hast du eine Trunkenheitsfahrt begangen und darfst den Lappen einen Monat abgeben und 500€ blechen. Liegt er drunter hast du zumindest keine Ordnungswidrigkeit begangen und sparst etwas Geld.
In beiden Fällen ist davon auszugehen, dass deine Werte an die zuständige Führerscheinstelle weitergegeben werden. Die kennen da keinen Spaß und machen, was sie immer tun: sie stellen dein Trennungsvermögen in Frage. Ab diesem Punkt wird es orakelig. Prinzipiell kann der Sachbearbeiter damit umgehen wie er möchte. Er kann den Führerschein entziehen und zur Wiedererlangung eine MPU anordnen, kann eine MPU ohne FS-Entzug anordnen oder kann eine ärztliche Begutachtung anordnen.
Aus den ermittelten Werten und auch den Aussagen, die du bei der Polizei gemacht hast, wird dir ein bestimmtes Konsumverhalten unterstellt. Nur wenn deine Werte nicht auf einen regelmäßigen oder gelegentlichen Konsum deuten, provitierst du ganz evtl. von der neuen "Rechtsprechung" indem du einen Probierkonsum angibst.

Ich empfehle dir auf jeden Fall deine Werte bei der Polizei zu erfragen! Das kannst du meist sogar am Telefon machen. Warte mindestens eine Woche ab und rufe dann auf der Wache an. Dieses Recht hast du, auch wenn Polizisten oft durch massive Unfreundlichkeit vermitteln, dass du sie mit solchen Anfragen nervst. Die Werte teilen sie dir trotzdem mit. Anhand der Werte kann man eher ein Wahrscheinliches Vorgehen der Führerscheinstelle abwägen...
matze hat geschrieben:
Sa 1. Jun 2019, 02:12
Also haben sie mich, nachdem ich den Urintest verweigerte, zum Bluttest mitgenommen.
Kannst du das etwas genauer beschreiben? Hast du etwas unterschrieben? Hast du dem Bluttest zugestimmt?

LG Flöti

matze
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von matze » Mo 3. Jun 2019, 15:03

Hey Flöti,

erstmal danke für Deine Nachricht.
Die haben mich mit auf die Wache geschleppt, in ne Zelle gesperrt und dann parallel mit der blutabnahme nen wisch hingeklatscht, den ich unterschreiben sollte. Hab da dummerweise nicht viel drüber nachgedacht und unterschrieben. Im Nachhinein wird das wohl ne Zustimmung gewesen sein :/
Dachte zu dem Zeitpunkt ich muss das halt unterschreiben weil blut wird so oder so abgenommen... Hab mich wohl zu sehr unter Druck setzen lassen.

Das mit dem Werte-Erfragen hab ich auf jeden Fall auf dem Plan. Hab sonst keine ruhige Minute mehr :D

An Aussagen hab ich gar nix gemacht außer dass ich ganz am Anfang meinte gaaar nix zu konsumieren. Nicht mal Alk. Naja hat nicht geholfen

Die ganze Geschichte hat auf jeden Fall meine Meinung über die Polizei nicht sonderlich positiv beeinflusst :D
Benutze den Kram ja nicht mal zum Spaß und kiffe ausschließlich, um schlafen zu können wie ein normaler Mensch...

Flöti
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Flöti » Di 4. Jun 2019, 23:36

Hoi Matze,

genau das wirst du wohl unterschrieben haben. Ist ja auch eine beschissene Situation in die man da gerät und obwohl man es eigentlich besser weiß, glaubt man durch freundliche Kooperation mit einem blauen Auge davonkommen zu können. Leider wird das meist nix :(
Teile deine Werte gerne mal mit, dann lässt sich mehr sagen und du kannst dir eine Strategie zurechtlegen, bevor der Brief von der Führerscheinstelle kommt.

Das mit den Schlafproblemen kann ich sehr gut nachvollziehen. Bei mir hilft da gar nichts (ok alles habe ich nicht ausgetestet) so gut und nebenwirkungsfrei wie böses Haschkraut. Nach einigen teils unangenehmen Fehlversuchen mit Zopiclon, Mirtazapin u.ä. konnte ich meinen Hausarzt auch davon überzeugen...

matze
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von matze » Mi 5. Jun 2019, 17:30

Danke Dir! Werde die Werte sobald ich sie habe, auf jeden Fall mal hier in die Runde Werfen :D

Jürgen S.
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Frage einer "jungfrau" bitte nicht zu laut lachen

Beitrag von Jürgen S. » Do 27. Jun 2019, 10:10

Heute hatte ich einen netten Brief ic soll Beim Landratsamt vorsprechen.

Historie: Denunzuation: juli 2017
Durchsuchungsbefehl: märz 2018
Gwunden: ein paar Pflänzlein
Strafbefehl; März 2018
Nun führerschein Eignung fraglich
was soll ich da tun: Ein paar Tips wären hilfreich

Eich bin sonst noch nie mit Gras aufgefallen auch nicht mit alk.

LisaLotte
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Re: Frage einer "jungfrau" bitte nicht zu laut lachen

Beitrag von LisaLotte » Do 27. Jun 2019, 13:49

Moin,

einer Freundin von mir ist etwas ähnliches letztes Jahr passiert.
Als sie vorsprechen musste hat sie ihren Krankheitsverlauf dargelegt und konnte somit "beweisen", dass sie die 3 Pflanzen nur für sich selber gezogen hat.
Ob du auch eine Krankheit etc. hast und es damit rechtfertigen kannst konnte ich leider nicht aus deinem Post heraus lesen.
Das Ende vom Lied war eine Geldstrafe. Soweit ich weiß hatte sie weiter keine Konsequenzen (sie hat ihren Führerschein noch).
Ich hoffe ich konnte dir zumindest ein bisschen helfen.
Berichte doch bitte wie es dir ergangen ist.

mfg
Lisa

Jürgen S.
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Re: Frage einer "jungfrau" bitte nicht zu laut lachen

Beitrag von Jürgen S. » Do 27. Jun 2019, 17:40

Dankefür die tröstenden Worte

credence
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Konsum vor MPU

Beitrag von credence » Mo 1. Jul 2019, 20:08

Moin, ich habe vor einigen Tagen die letzte Haarprobe abgegeben und warte jetzt auf das Ergebnis. Anfang letzten Jahres habe ich meine Fahrerlaubnis wegen Cannabiskonsum verloren. Seit diesem Zeitpunkt lebe ich auch abstinent.

Da ich nächste Woche mit meiner Freundin in den Urlaub fahre, stellt sich mir die Frage ob es möglich ist einen Joint zu rauchen.
Die MPU wird nämlich sowieso erst Anfang/Mitte August stattfinden.

Normalerweise müsste dann bei der dortigen Urinkontrolle nichts auffällig sein, oder liege ich da falsch?

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Martin Mainz
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von Martin Mainz » Fr 5. Jul 2019, 11:15

Cannabis im Straßenverkehr

Ob die Behörde einschreiten darf, bemisst sich danach, ob ein Verdacht besteht, dass der M sich auch in Zukunft nicht an die Regeln des Straßenverkehrs halten wird. Sie fragt sich also, ob M Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr voneinander trennen kann.
Das ist nicht der Fall, wenn der Betroffene „under the influence“ erwischt wurde. Das ist auch nicht der Fall, wenn der Betroffene zwar nicht mit THC im Blut erwischt wurde, aber feststeht, dass aus anderen Gründen eine Trennung von Konsum und Straßenverkehr nicht möglich ist. Bei THC-COOH Werten (bis 25 ng/ml) kann davon ausgegangen werden, dass der Betroffene Verkehr und Konsum voneinander trennen kann. Bei gelegentlichem Kiff en (Werte (bis 75 ng/ml) kann die Behörde Gutachten einholen. Bei regelmäßigem Konsum (mehr als 75 ng/ml) kann die Behörde ohne weitere Überprüfung die Fahrerlaubnis entziehen.


Quelle: https://www.motorrad.net/cannabis-im-strassenverkehr/
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Patient_H
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Re: Konsum vor MPU

Beitrag von Patient_H » Fr 5. Jul 2019, 12:15

credence hat geschrieben:
Mo 1. Jul 2019, 20:08
Moin, ich habe vor einigen Tagen die letzte Haarprobe abgegeben und warte jetzt auf das Ergebnis. Anfang letzten Jahres habe ich meine Fahrerlaubnis wegen Cannabiskonsum verloren. Seit diesem Zeitpunkt lebe ich auch abstinent.

Da ich nächste Woche mit meiner Freundin in den Urlaub fahre, stellt sich mir die Frage ob es möglich ist einen Joint zu rauchen.
Die MPU wird nämlich sowieso erst Anfang/Mitte August stattfinden.

Normalerweise müsste dann bei der dortigen Urinkontrolle nichts auffällig sein, oder liege ich da falsch?
Da es einmaliger Konsum sein wird brauchst Du Dir wohl keine Sorgen machen.

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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von HabAuchNeMeinung » Sa 27. Jul 2019, 15:58

Neues Urteil des BVerwG zum Cannabiskonsum: Mogelpackung und Gelddruckmaschine für TüV, PIMA, Dekra und Co

Ich möchte hier nochmal eine Stellungnahme zum neuen Urteil des BVerwG zu den gelentlichen Cannabis Konsumenten mit erstmaligen Trennungsversagen abgeben (vgl. https://www.bverwg.de/pm/2019/29)
Dieses ist aus meiner Sicht eine Mogelpackung, die nur auf den ersten Blick die Rechte der Betroffenen stärkt.
Rein formal-rechtlich ist das Urteil richtig. Aber die Folgekosten für die Betroffenen sind in der Regel weitaus höher und unter dem Strich wird die Entziehung oft nur leicht verzögert.
Der springende Punkt ist regelmäßig die Frage, ob Abstinenznachweise zum Bestehen der MPU gebraucht werden und wenn ja: Für welchen Zeitraum?
Diese Frage ist gesetzlich nicht geregelt. Die entsprechenden Vorgaben finden sich in den Beurteilungskriterien für Kraftfahreignung.
Das ist ein Regelwerk, welches für die Begutachtungsstellen wie TüV, Dekra, PIMA etc eigentlich verbindlich ist. Aber halt nur eigentlich...
.....
Wer in eine Verkehrskontrolle gerät wegen Cannabis sollte deswegen so schnell es geht mit einem Urinscreening Programm anfangen (Haaranalysen sind zu anfällig für falsch positive Ergebnisse) und parallel pro aktiv einen Verkehrspsychologen aufsuchen und sich therapieren lassen.
Wer bei der MPU den Nachweis nicht erbringt, dass er sich nicht hat verkehrspsychologisch behandeln kann, fällt ohnehin mit 95 %iger Sicherheit durch und macht es dem Gutachter zu leicht.
Nur wer schnell handelt, wahrt seine Chancen, die Fahrerlaubnis nicht zu verlieren.
Insgesamt betrachtet kann man also nur schwerlich behaupten, das Urteil des BVerwG hätte überwiegend positive Effekte...
https://www.strafverteidiger-schueller. ... ra-und-co/

apli
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von apli » Mi 31. Jul 2019, 18:56

Moin Leute,

melde mich nach längerer Zeit zurück, da jetzt leider doch noch eine Frage aufgetaucht ist...

Ich war heute, wie so üblich, bei meinem Verkehrspsychologen. Der Stand bis davor war, dass ich circa Mitte September hätte die MPU machen können. Jetzt heute hatte sie mir aber gesagt, dass ich aufgrund hoher Werte doch erst im Februar (ab dann hatte ich mich für die Urinproben angemeldet) die MPU machen kann, da der Mediziner wohl sagen werden würde, dass ein halbes Jahr Abstinenz nicht ausreichen würde und ich dementsprechend dann durchfallen würde.

Dabei hatte die Verkehrspsychologin mich anfangs für 4x pinkeln angemeldet im Klinikum. Sie hatte zwar anfangs noch keine Werte von mir, aber die hatte ich ihr, als ich sie hatte, durchgegeben und auch da fielen noch keine Einwände.

Das ganze ist jetzt natürlich ein dumpfer Schlag, weil ich monatelang davon ausging, dass ich meinen Lappen im September wieder habe und nun doch ein halbes Jahr länger unmobil bin. Ist das ganze denn überhaupt richtig so? Würde der Mediziner denn wirklich sagen, dass das so nicht klappt, obwohl ich 4x negative Proben abgegeben werden habe und jetzt mal angenommen auch das psychologische Gutachten bestehe? Sie wollte den Vertrag mit dem Klinikum jetzt halt bis Februar erweitern.

Danke für eure Hilfe.

Liebe Grüße

HabAuchNeMeinung
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von HabAuchNeMeinung » Do 1. Aug 2019, 19:49

apli hat geschrieben:
Mi 31. Jul 2019, 18:56
Moin Leute,

melde mich nach längerer Zeit zurück, da jetzt leider doch noch eine Frage aufgetaucht ist...

Ich war heute, wie so üblich, bei meinem Verkehrspsychologen. Der Stand bis davor war, dass ich circa Mitte September hätte die MPU machen können. Jetzt heute hatte sie mir aber gesagt, dass ich aufgrund hoher Werte doch erst im Februar (ab dann hatte ich mich für die Urinproben angemeldet) die MPU machen kann, da der Mediziner wohl sagen werden würde, dass ein halbes Jahr Abstinenz nicht ausreichen würde und ich dementsprechend dann durchfallen würde.

....
Danke für eure Hilfe.

Liebe Grüße
Hallo,

Die "Frage" ist wie der MPU Gutachter die "Problemtiefe" einschätzt.
.....
Es gibt im Drogenbereich folgende Anlassgruppen (im Buch "Hypothesen" genannt):
1. Drogenabhängigkeit (Hypothese D 1) = 1 Jahr Abstinenz mindestens.
2. Fortgeschrittene Drogenproblematik (Hypothese D 2) = 1 Jahr Abstinenz min.
3. Drogengefährdung (Hyptothese D 3) = 3 - 6 Monate Abstinenz min.
4. Gelegentlicher Cannabiskonsum mit (erstmalig) fehlendem Trennungsvermögen (Hypothese D 4) = Im Regelfall keine Abstinenz erforderlich.
Diese Einordnung wird aber erst bei der MPU getroffen, somit kannst Du natürlich versuchen mit 6 Monaten AB Nachweisen bei der MPU anzutreten. Wenn deine "Werte" und deine Aufarbeitung zu D3 passen kannst Du die MPU bestehen. Wenn der Gutachter dich aber in D2 einordnet war es rausgeschmissenes Geld :-(
....
Wie man sich vorstellen kann, verspüren die Gutachterstellen wenig bis gar keine Neigung dazu, die Betroffenen in die Hypothese D 4 zu verorten, sondern sind oftmals viel zu schnell dabei, die Hypothese D 3 oder gar D 2 anzunehmen bei gelegentlichen Konsumenten von Cannabis mit Trennungsversagen.
Warum denn nur einmal prüfen und kassieren, wenn man das auch mehrmals machen kann? Da spielen natürlich auf Akquisegesichtspunkte mit rein und wer das negiert, dürfte es nicht so ernst mit der Wahrheit nehmen.
....
https://www.strafverteidiger-schueller. ... ra-und-co/
Wie hoch waren denn deine Werte?

HabAuchNeMeinung

EDIT:
Ausgangssituation war, dass ich berauscht mit 19 Gramm Cannabis beim Autofahren erwischt wurde.
Da der Gutachter auch das aus den Akten entnehmen kann, wird es wohl auf D2 oder gar D1 rauslaufen.
19g sind schon eine ordentliche Menge...

apli
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von apli » Do 1. Aug 2019, 23:07

HabAuchNeMeinung hat geschrieben:
Do 1. Aug 2019, 19:49
...
Da der Gutachter auch das aus den Akten entnehmen kann, wird es wohl auf D2 oder gar D1 rauslaufen.
19g sind schon eine ordentliche Menge...
Hm scheiße, dann wirds wohl leider keinen Weg vorbei an 1 Jahr Abstinenz geben...

meine Werte lagen bei 20 ng aktiv und 200 ng passivem THC.

Ärgert mich echt, war schon echt froh, meinen Lappen bald wieder zu haben, aber kann man jetzt wohl leider nicht dran ändern. :/

Danke dir für die Auskunft. :)

Liebe Grüße,
Zuletzt geändert von Martin Mainz am Fr 2. Aug 2019, 12:14, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat gekürzt

HabAuchNeMeinung
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von HabAuchNeMeinung » Do 1. Aug 2019, 23:24

apli hat geschrieben:
Do 1. Aug 2019, 23:07
....
Hm scheiße, dann wirds wohl leider keinen Weg vorbei an 1 Jahr Abstinenz geben...

meine Werte lagen bei 20 ng aktiv und 200 ng passivem THC.

Ärgert mich echt, war schon echt froh, meinen Lappen bald wieder zu haben, aber kann man jetzt wohl leider nicht dran ändern. :/

Danke dir für die Auskunft. :)

Liebe Grüße,
Hallo,

bitte verzichte auf Vollzitate, das macht das ganze etwas unleserlich.
bei 20ng aktiv und 200ng passiv wird es mit sicherheit nicht leicht die MPU zu bestehen.
Wie sieht denn deine sonstige Aufarbeitung aus?
Hier mal ein Beispiel was man so machen kann:
http://www.verkehrsportal.de/board/inde ... pic=127015

apli
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Re: Cannabis und Führerschein

Beitrag von apli » Do 1. Aug 2019, 23:45

Sorry :D

Also so etwas, wie der Typ aus dem Link hab ich bisher nicht gemacht, halt nur die ganz normale MPu-Vorbereitung.
Praktisch lebe ich jetzt halt nur ein Leben ohne Gras und hab das ganze natürlich in den Monaten seit ich hochgenommen worden bin auch fleißig reflektiert.

Würde mir das was bringen? Also könnte man, wenn man sowas tut, tatsächlich mit einem halben Jahr Abstinenz durchkommen? Oder wär das quasi nur was für einen persönlich?

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