Keine Wahl ??

Tips und Ideen für Aktionen vor Ort
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nico786
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Keine Wahl ??

Beitrag von nico786 » Sa 3. Jan 2015, 23:51

Hallo,
es kann doch nicht sein das wir nur am diskutieren sind
aber im Grunde so gut wie nichts voran kommt..
Ich kann schon keine Umfragen zur Legalisierung mehr sehen
genauso wie Diskussionen, da unsere Meinung anscheinend eh egal ist.

Die Aktion von Oliver Becker
(mal abgesehen davon das er krank ist uns alle verarscht hat)
war schon ansatzweise ein Schritt in die richtige Richtung.

Ich wollte fragen ob man durch einen Hungerstreik (o.ä.)
im großen Ausmaß für genug Aufmerksamkeit sorgen könnte um das Gesetz für die Legalisierung durchzusetzen.

Da die Werbespots des Hanf Verbands leidet nicht im Tv
erlaubt werden, sollte man irgendwie versuchen alternativ für
noch mehr Aufmerksamkeit sorgen..

Ich würde mich auf jeden Fall auf so ein Projekt freuen und es
soweit es geht auch unterstützen. (Falls es im Umkreis liegt)
Wie viele andere auch denke ich.
Die Aktion müsste nur realistisch und durchsetzbar sein,
außerdem sollte sie dafür sorgen das sich noch mehr Leute
dem DHV anschließen.

Aus politischer Sicht kann das ja noch Ewigkeiten dauern..
Außerdem können leider sehr viele nicht zur Hanfparade
erscheinen um für die Legalisierung zu demonstrieren.
(Ansonsten wären es vieeel mehr Teilnehmer/innen)

Ich denke auch der Hanfverband hätte schon viel mehr Likes
wenn nicht viele Menschen Angst hätten das Bekannte sehen
welche Themen ihnen "gefallen".

Klärt mich bitte auf falls es so ein Projekt vielleicht
schon gibt und wie man realistisch eine Legalisierung
durch Proteste o.ä. durchsetzten kann.

Kann doch nicht sein das Anträge eingereicht werden,
jahre lang verhandelt und diskutiert wird und im Grunde
fast alle gestellten Anträge wieder abgelehnt werden
mit Legislaturperioden von drölf Jahren.....

Danke

Gruß,
Nico

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Gerd50
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Re: Keine Wahl ??

Beitrag von Gerd50 » So 4. Jan 2015, 12:40

Wir haben nur die Wahl der kleinen politischen Schritte. In den USA dauerte es seit Gründung
von NORML 1970 fast 30 Jahre, bis erste größere Erfolge der Re-Legalisierung gefeiert werden
konnten.

Wir haben erst seit drei Monaten die Aufmerksamkeit der Presse und damit auch der Öffentlichkeit.
Das ist ein Erfolg, der vor einem Jahr noch nicht absehbar war und es wird noch einige Jahre dauern,
bis die Stimmung in der Bevölkerung zu unseren Gunsten kippt. Von Aktionen wie Hungerstreiks halte
ich nichts. Es könnte als "Erpressung" gewertet werden und zu weiterer Ablehnung führen, somit einen
Prozess der Re-Legalisierung verzögern.
Ich glaube an alles. Außer an Menschen.

Sabine
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Re: Keine Wahl ??

Beitrag von Sabine » So 4. Jan 2015, 16:40

Nico, warum können deiner Meinung nach nicht so viele an Hanfparaden/GMM's teilnehmen ?

Für mich ist eine wie auch immer genannte Demo unterdessen das ! Mittel um Präsenz zu zeigen. Eh hallo, was eine Pegida schafft, müßten wir doch locker toppen ! Und vielleicht erwähnt uns Helikopter-Mutti dann auch in der nächsten Neujahransprache ;) Wobei ich eigentlich nicht so lange auf Erleichterungen warten möchte, meine Zeit, und nicht nur meine, rennt ! :evil:

Wir sind Millionen ! und nicht nur popplige 17.000...

Wie schauen denn eigentlich unterdessen die genauen Termine in den diversen Städten aus ? Hätte die jetzt gerne in der jetzigen SZ-Diskussion angebracht, das (sorry) endlose Anbringen der Pro-Argumente wiederholt sich. Ohne Resonanz seitens der Politik. Die Kohlsche Maxime des Aussitzens klappt bestens...zum Schaden vieler Menschen.

Nach anfänglichen Zögern im letzten Jahr werde ich dieses Jahr dabei sein, ob in München und/oder Berlin ! Zumindest werde ich es versuchen, wenn mein Messie-Krebs mir nicht einen Strich durch die Rechnung macht.

Gratzinger
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Re: Keine Wahl ??

Beitrag von Gratzinger » Mo 5. Jan 2015, 13:45

Also ich sehe es genau so wie nico786. Es wird immer nur gelabert und nix passiert und einen Hungerstreik habe ich auch schon in erwägung gezogen denn ich sehe das nicht als Erpressung. Vielmehr ist es ein Aufschrei um zu zeigen "jetzt reicht es". Über normale Demos sieht die Politik doch hinweg. Frei nach dem Motto "morgen ist alles vergessen" und mit den Hanfspots ist es doch ähnlich, das ist zwar ne gute Sache aber ewig kann sich das der DHV auch nicht leisten und die "alten CDU-Wähler" treffen wir eher vorm Fernseher bei ZDF und co an als im Kino. Die Fernsehsender wollen die Spots nicht und von einer Hanfdemo hab ich da auch noch nichts gehört aber ein Hungerstreik würde bestimmt das "sensationsgeile Interesse" unserer Medien wecken.
Ich lasse mich auch gerne eines besseren belehren aber meiner Meinung nach gibt es nur zwei Wege zur legalisierung. 1. durch das Gesetz, welches eigentlich auf unserer Seite ist, aber das BVG hat ja abgelehnt sich damit zu beschäftigen oder 2. durch die Politik und um auf diesem Weg etwas zu erreichen braucht es mehr als ne Hanfparade.

ay_caramba
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Re: Keine Wahl ??

Beitrag von ay_caramba » Mo 5. Jan 2015, 17:18

Hallo Nico und andere,

ich denke, wir verstehen alle deinen Frust nur zu gut und ich finde deine Anfrage an die Kanzlerin sehr löblich.
Allerdings leben wir nun mal in einer parlamentarischen Demokratie. Man könnte sagen, wir können uns unseren Schlächter selbst aussuchen... Wie Aurora schon richtig sagte, Frau Merkel ist bestens im Aussitzen geschult. Eine ähnliche öffentliche Frage durfte Georg Wurth schon vor einigen Jahren stellen, allerdings fällt mir der Name des damaligen Online-Propagandainstrumentes nicht mehr ein. Selbstverständlich ist auch dies im Sand verlaufen.

Laut Erzählungen von Teilnehmern gab es vor 2000 bereits Hanfparaden (deren Name an den Erfolg der Berliner Loveparade anknüpfen sollte) mit an die 100.000 Teilnehmern, während die Presse - wenn überhaupt - von 5% dessen berichtete.
Hungerstreik? Nachdem zuletzt die BfArM in Berufung ging, als schwerst erkrankte Menschen sich ihr Recht auf Eigenanbau erklagt hatten (!), ging auch eine der Betroffenen in Hungerstreik. Seitdem, oh Wunder, nichts Neues aus der Presse.

Mich freut es, dass du Engagement zeigst und hoffe du kannst deine Unzufriedenheit in sinnvolle Aktionen kanalisieren.
Nur was ist noch sinnvoll, wenn keiner zuhört? Rein gesetzlich haben wir keinerlei Handhabe und deswegen ist die Arbeit - nämlich Lobbyarbeit - des DHV so wichtig.
Es gilt also jeden zu lobbyieren, den man nur finden kann. An nur einem verregneten Sonntag kann man wirklich viele Verlage, Land- und Bundestagsabgeordnete, Gemeinde-/Stadt-/Bezirksvertreter, aber auch Verwandte und Bekannte anschreiben.
Das große Problem ist nun mal, dass man sich vermeintlich outet und, von Anfeindungen bis Hausdurchsuchungen, alles zu erwarten hat. Ein dickes Fell ist vonnöten.

Das Allermindeste ist, von meinem moralischen Standpunkt betrachtet, zuerst einmal dass Erkrankte (und nicht nur auf Multiple Sklerose beschränkt) viel leichteren Zugang bekommen müssen. Dass irgendwann auch der "hedonistische" Gebrauch legalisiert werden muss, ist ebenso klar. Ich sehe dabei die breite medizinische Verwendung sicher nicht als Hintertür, wie es gerne dargestellt wird, sondern klipp und klar als NOTWENDIG, denn was derzeit läuft ist purer Sadismus.
Jedoch wird Cannabis als Medizin, so denn es öfter verwendet werden wird, auch vielen die Augen öffnen wie gering die (negativen) Nebenwirkungen tatsächlich sind und damit auch auf Freizeit-Ebene für mehr Akzeptanz sorgen.

Ich hoffe ich konnte dir ein paar Argumente für den Diskurs mitgeben und danke Dir für dein Engagement!

Beste Grüße und ein erfolgreiches neues Jahr!

Ernst Berlin
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Re: Keine Wahl ??

Beitrag von Ernst Berlin » So 18. Jan 2015, 10:43

Ich sehe das so: Unser Ziel erreichen wir mit Vielfalt. Ja Gerd50 hat recht, aber auch alle anderen ein klein wenig. Hungerstreiks werden die Legalisierung alleine nicht bringen, aber sie werden das Thema in die Presse bringen. Demos alleine reichen auch nicht, vor allem wenn sie so extrem weit Links sind, weit weg von der Mitte der Gesellschaft. Auch der DHV alleine hätte keine Chance, aber das was derzeit abgeht, das sind alles Nadelstiche in die Prohibition. Ich kann mich gut erinnern als ich zum ersten Mal den DHV im Internet gefunden hatte, erst hatte ich bedenken, Dann wurde ich zum Sponsor und habe die Entwicklung verfolgt. Es hat sich seit dem eine Menge getan und der DHV ist hier nicht unschuldig. Ich kenne sonst niemanden der schon mal mit Politikern ins Gespräch gekommen ist. Und von Bundestags Politikern für voll genommen wird und als Experte geladen. Trotzdem müssen wir die Wähler erreichen und zwar das Stimmvieh das immer das Kreuz an der selben Stelle macht. Die müssen wir zum nachdenken bringen. Mit unseren ganzen Aktionen sind wir auf dem besten Weg, denkt nur mal daran wie es vor 10 Jahren war, damals hätte es keine Hanfspots in irgendein Kino geschafft.

Deswegen sollte jedeR der, die was ändern möchte, den DHV als Privatsponsor unterstützen und sich bei einer lokalen Gruppe einbringen. Ob jetzt eine DHV Ortsgruppe oder eine ganz andere ist doch Egal. Selbst die Streitereien sollten uns am Ende nicht auseinander bringen. Es hilft uns nicht wenn auf Facebook irgendjemand einen Shitstorm gegen Georg oder gegen Steffen Geyer auslöst. Oder sogar gleich gegen die Gruppen wie DHV oder Hanfparade. Ja es gibt genug Gründe gegen einzelne Akteure zu sein, aber letztendlich zählt nur eines, der Fall des BtmG in Sachen Cannabis.
Daher meine Meinung, es gibt kein Richtig oder Falsch.
Privat Sponsor des DHV seit 06.10.2009... Wann machst du mit? :D

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