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Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 19:01
von MaryJaneGrashopper
Hallo
Ich habe die Zusage vom MDK für Cannabisblüten,4x0,5g=60g im Monat.
Jetzt wollte ich mir das Rezept für Bedrocan abholen,aber der Arzt meinte,daß bei dieser Dosis,weil kein Krebspatient etc,dann wohl eine Überprüfung des Arztes zur Folge hätte.Daher würde man mir zerkleinertes Bedrocan für einen Verdampfer zu einer Gesamtmenge von 100mg(!) im Monat verschreiben.Das Rezept liegt jetzt bei der Apotheke.Vor Januar ist dieses allerdings nicht lieferbar.Es gäbe eine Warteliste für Apotheken.Meine Frage,wieso genehmigt man 60g Blüten im Monat und bekommt dann,wegen dem Arztbudget 100g,pulverisiertes Cannabis im Monat? Ich verstehe das nicht!
Kann mich da bitte jemand aufklären?!
Liebe Grüße und schon mal vielen Dank für eure Antworten!

Re: Cannabisblüten plus Kostenübernahme

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 19:12
von polyneuropathie
"Der behandelnde Arzt wird aufgrund seiner Therapiehoheit über die weiteren Verordnungen entscheiden." steht in meiner Zusage.

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 19:36
von Martin Mainz
MaryJaneGrashopper hat geschrieben:
Do 20. Dez 2018, 19:01
Gesamtmenge von 100mg(!) im Monat verschreiben....Meine Frage,wieso genehmigt man 60g Blüten im Monat und bekommt dann,wegen dem Arztbudget 100g,pulverisiertes Cannabis im Monat?
Also 60g auf dem Rezept und Du bekommst 100g von der Apotheke? Vielleicht gleich die 3-Monatspackung? Muss der Arzt dann aber auch so aufs Rezept schreiben.

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 21:01
von MaryJaneGrashopper
Nein, 60 Gramm bekam ich genehmigt im Monat und jetzt sollen es aus Budgetgründen nur 100 MILLIGRAMM werden

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 23:02
von Patient_H
100mg im Monat? Rauchen die das Zeug selbst zu oft?

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Fr 21. Dez 2018, 08:00
von moepens
Such dir einen neuen Arzt, am Besten einen Facharzt.

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Fr 21. Dez 2018, 09:26
von Martin Mainz
Also doch nur 0,1 g?? Das muss ein Missverständnis sein, die Dosen gibts minimal als 5g Dose. Frag lieber noch mal nach.

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Fr 21. Dez 2018, 15:51
von Jahkob
Leider ist das aus Sicht des Arztes verständlich. Da die Ärzte immernoch massiv unter Druck gesetzt werden zu einem späteren Zeitpunkt in Regress genommen zu werden wegen der Kosten. Und bei Grammpreisen von 20-25€ * 60 = 1200-1440€ pro Monat.

Falls das dein "Hausarzt" ist der dir das verschreibt dann hat dieser ein Budget von 20€ pro Quartal pro Patient. Deswegen warscheinlich die krasse Reduzierung. Auch Fachärzte können die Kosten für Cannabistherapien auch nicht unter Therapiebesonderheiten abrechnen, lediglich in Ausnahmefällen ist dies der Fall (z.B. Palleativmedizin). Auch bei Fachärzten besteht die Gefahr des Regresses.

So lange die Ärzte so unter Druck gesetzt werden wird sich auch so schnell nichts ändern. Es bleibt zu hoffen das die Preise für medizinisches Cannabis auf ein vertretbares Neviau fallen.(5-10€ max)

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Sa 22. Dez 2018, 00:15
von moepens
Wenn der Arzt Budgetprobleme bekommt bzw. einen Regress fürchtet, dann sollte der Patient erstmal versuchen einen neuen Arzt zu finden bei dem das nicht der Fall ist.
Bei Fachärzten stehen die Chancen definitiv besser.
Sollte er bei vielen Ärzten erfolglos gewesen sein, steht nach vermutlich abgelehntem Antrag auf Eigenanbau beim BfArm der Rechtsweg prinzipiell offen.

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Mi 2. Jan 2019, 11:49
von MaryJaneGrashopper
Vielen Dank für eure Antworten!
Also werde ich mir einen anderen Arzt suchen müssen.Ja,leider hat mein Arzt Angst vor einem Regress....was ich aus seiner Sicht verstehen kann.Allerdings hilft das dem Patienten nicht!
Warum gibt es dazu noch keine vernünftigen Regelungen?
Es kann doch nicht sein,daß der Arzt bestraft wird,wenn er die von der KK genehmigte Dosis verschreibt...das ist doch ...!

Bin eigentlich davon ausgegangen,daß es (noch) keine spezialisierten Ärzte zur Cannabis Therapie gibt?
Wie nennt sich denn ein Spezialist für Cannabis Therapie????
Gibt es einen in Heidelberg oder Umgebung?

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Mi 2. Jan 2019, 17:43
von mad
1) Wenn die Kostenzusage der KK vorliegt, können die Deinen Arzt nicht mehr in Regress nehmen. Wäre ja auch ziemlich blöd, wenn man eine Erlaubnis erteilt ind anschließend sagt: uns egal, ihr müsst uns doch eine „Strafe” zahlen. Wenn ein Arzt es auf einem Privatrezept verschreibt, gibt es dieses Problem noch weniger, da der Patient alles selbst zahlt. Und auch Kassenpatienten können ein Privatrezept bekommen - ganz ohne Auflagen oder Begleiterhebungen.
2) Spezialisten gibt es nur äußerst wenige (Grotenhermen, Müller-Vahl z. B.). Grundsätzlich kann aber jeder Arzt (Ausnahme Zahn und Tier) Cannabis verschreiben. Die Arbeitgemeinschaft Cannabis als Medizin hat einen Leitfaden für Ärzte. Den könntest Du deinem Arzt zeigen. Realistisch sind so 300-1000mg pro Tag in der Enddosis.

Ich würde Deinen aktuellen Arzt weiter aufklären, so weit wie du hier schon bist.

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Do 3. Jan 2019, 16:56
von Jahkob
Punkt 1 stimmt so nicht. Der Arzt kann sehr wohl trotz Kostenübernahme in Regress genommen werden. Schon mehrfach erlebt: Arzt stellt Antrag auf Kostenübernahme zusammen mit einer Bitte um Entbindung der Regresspflicht der verschriebenen Medikamente. Kostenübernahme genehmigt, Regressentbindung abgelehnt.

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Do 3. Jan 2019, 18:22
von mad
Da hast Du leider Recht, ich war falsch informiert. Wobei das Risiko eher gering ist:
https://www.leafly.de/regress-cannabis-auf-rezept/

Allerdings ist ein geringes Risiko immer noch ein Risiko.

Re: Frage zur Verschreibungsmenge

Verfasst: Do 3. Jan 2019, 19:26
von Jahkob
Das ganze Cannabismedizingesetz ist für mich eine Farce und wurde meinermeinung nach nur verabschiedet um den Anträgen auf Eigenanbau entgegenzuwirken nachdem klar wurde das die Anträge alle genehmigt werden würden - einfach nur lächerlich.