Cannabis vaporisieren und dadurch die Beeinflussung vom Enzym CYP2D6 der Leber umgehen?

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Crosser71
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Cannabis vaporisieren und dadurch die Beeinflussung vom Enzym CYP2D6 der Leber umgehen?

Beitrag von Crosser71 » Mi 2. Jan 2019, 17:51

Hallo,
ich habe gelesen, dass sowohl das Medikament Duloxetin als auch CBD das Enzym CYP2D6 der Leber beeinflussen und somit kann es eine Wirkungsveränderung von Duloxetin möglich machen. Die Einnahme von CBD-Öl habe ich daraufhin sicherheitshalber abgebrochen (wie ja z.B. NordicOil für sein Produkt selber "empfiehlt".
Scheiden damit grundsätzlich CBD-haltige Sorten in einer möglichen Behandlung mit Cannabis bei Depressionen aus oder wäre der Effekt beim vaporisieren auf das Enzym CYP2D6 zu vernachlässigen, anders als bei Einnahme von Tropfen (first-pass-Effekt der Leber)?
Vielleicht weiß das ja jemand zufällig.
Zu meiner Person und zu meinem Sachverhalt siehe https://hanfverband-forum.de/viewtopic. ... 843#p69843
Gruß und Danke
Crosser71

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BUMMBUMM
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Re: Cannabis vaporisieren und dadurch die Beeinflussung vom Enzym CYP2D6 der Leber umgehen?

Beitrag von BUMMBUMM » Sa 5. Jan 2019, 13:48

kompliziertes thema und paar mehr infos deinerseits wären wünschenswert gewesen aber hier:

Grundsätzlich gilt zumindest bei THC, also denke ich mal auch bei CBD, rauchen geht mehr auf die leber als essen. weil über die lunge aufgenommenes seinen firstpass komplett in der leber macht, das gegessene aber den fistpassmetabolismus noch im darm macht, bevor es in den blutkreislauf übertritt (das is der grund wieso essen n anderes high macht als rauchen). aber komplette metabolismus geht übern duzend schritte also is die menge an leberschonung durch andere einnahmemethode mit vorsicht zu genießen...

Nun wie gesagt das gilt bei thc, cbd metabolismus is mir jetzt nich so geläufig.

jedenfalls die sache mit dem cytochrom, laut beipackzettel vom duloxetin ist es wirksam im blutkreislauf bevor es von "Der Abbau von Duloxetin in der Leber erfolgt über bestimmte Enzyme (Cytochrom P450 1A2 und 2D6)" abgebaut wird.

nordicoil sagt tatsächlich "Es gibt eine Familie von Verbindungen in unserem Körper namens Cytochrom 450. Diese Verbindung stört den Stoffwechsel bestimmter Medikamente. CBD interagiert auch mit der gleichen Verbindung."
Soll heissen die grundsätzliche nebenwirkung wäre, dass duloxetin länger braucht, bis es abgebaut wird, es also grundsätzlich wirksamer und länger anhaltend macht.
Nordicoil sagt dazu richtig: "Bei hohen Dosen könnte CBD die Produktivität anderer Medikamente beeinträchtigen, indem es die Leberenzyme möglicherweise beeinträchtigt. Dies gilt als Nebenwirkung, könnte aber durch Anpassung der Dosierung vermieden oder leicht rückgängig gemacht werden."

Soll wiederum heissen, nebenwirkungen sind nur bei hohen cbd dosen ("Die Makro Dosis liegt im hohen Bereich zwischen 50mg-800mg CBD/Dosis/Tag") oder bei einer zugrundeliegenden lebererkrankung/insuffizienz zu erwarten. Andererseits, muss man nicht unbedingt die cdb dosis anpassen, man könnte auch die Pharmaprodukt-Dosis anpassen(bei duloxetin verringern that is).

anderes problem bei dem fall is wohl, dass man duloxetin nicht mit anderen serotoninsteigernden mitteln verwenden soll wegen serotoninsyndrom. und cbd macht genau das, serotoninspiegel im hirn steigern.
DAZU würd ich mal deinen Arzt befragen, wie er das risiko dessen bei deiner aktuellen medikation-dosis einschätzt.

die leberwechselwirkung mit cbd ist da eher risikoarm und kann durch beidseitige dosisanpassung problemlos umgangen werden.
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Crosser71
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Re: Cannabis vaporisieren und dadurch die Beeinflussung vom Enzym CYP2D6 der Leber umgehen?

Beitrag von Crosser71 » Sa 5. Jan 2019, 17:30

Hallo und danke für deine umfangreiche Antwort.
BUMMBUMM hat geschrieben:
Sa 5. Jan 2019, 13:48
kompliziertes thema und paar mehr infos deinerseits wären wünschenswert gewesen aber hier:
Sorry, was fehlt dir? Duloxetin nehme ich die normalen 60 mg am Tag (teilweise wird ja 90-120 mg genommen) und CBD 10% nahm ich - 2 x 10 Tropfen also 70 mg am Tag. Was ich festgestellt habe, ist dass es mir schlechter ging als ich mit dem CBD aufgehört habe. Ob es daran lag, dass ich das CBD nicht mehr hatte oder das der Wirkspiegel vom Duloxetin sich wieder verändert hat - keine Ahnung. In der Kombi habe ich mich auf jeden Fall besser gefühlt. Seit heute nehme ich sie wieder. Allerdings nur noch 35 mg am Tag. Mal schaun.
BUMMBUMM hat geschrieben:
Sa 5. Jan 2019, 13:48
Soll heissen die grundsätzliche nebenwirkung wäre, dass duloxetin länger braucht, bis es abgebaut wird, es also grundsätzlich wirksamer und länger anhaltend macht.
Nordicoil sagt dazu richtig: "Bei hohen Dosen könnte CBD die Produktivität anderer Medikamente beeinträchtigen, indem es die Leberenzyme möglicherweise beeinträchtigt. Dies gilt als Nebenwirkung, könnte aber durch Anpassung der Dosierung vermieden oder leicht rückgängig gemacht werden."

anderes problem bei dem fall is wohl, dass man duloxetin nicht mit anderen serotoninsteigernden mitteln verwenden soll wegen serotoninsyndrom. und cbd macht genau das, serotoninspiegel im hirn steigern.
DAZU würd ich mal deinen Arzt befragen, wie er das risiko dessen bei deiner aktuellen medikation-dosis einschätzt.
Ich habe mal Doc Grotenhermen angemailt. Freundlicherweise hat er mir noch am selben Tag geantwortet. Sehr nett von ihm. ich werde ihn nicht direkt zitieren - ich denke das gehört sich nicht, dass ich unseren Mailverkehr hier veröffentliche. Grundsätzlich hat er mir jedoch ähnliches geschrieben: Duloxetin und CBD lassen sich kombinieren. Die Verstoffwechslung über die gleichen Enzyme bedeutet nicht, dass sich eine Kombination verbietet. Nur halt, dass die Medikamente dann u.U. langsamer abgebaut werden und damit stärker wirken. Meinen Psychodoc brauche ich wegen der Interaktion von Duloxetin und CBD nicht ansprechen. Der hat davon keine Ahnung.
Ich denke, meine Vorgensweise ist okay und die CBD-Dosis nicht zu hoch.

Ich versuche jetzt noch einen Doc zu finden, der mir Cannabis mit einem ausgewogenen THC-CBD-Verhältnis verschreibt (auch erst als Privatrezept), um zu schaun, inwieweit ich damit meine Akutphasen überbücken kann.

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BUMMBUMM
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Re: Cannabis vaporisieren und dadurch die Beeinflussung vom Enzym CYP2D6 der Leber umgehen?

Beitrag von BUMMBUMM » Sa 5. Jan 2019, 20:40

also halbe maximaldosis duloxetin und geringe dosis cbd da gibts keine schwerwiegenden nebenwirkungen wie serotoninsyndrom(hohe dosis cbd fängt erst bei ca 300mg/tag an). Aber ich bin kein arzt, siehe https://hanfverband-forum.de/viewtopic.php?f=22&t=8942

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Crosser71
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Re: Cannabis vaporisieren und dadurch die Beeinflussung vom Enzym CYP2D6 der Leber umgehen?

Beitrag von Crosser71 » So 6. Jan 2019, 15:19

Ja, ich denke auch, dass es erst einmal so gehen sollte. Mal schaun. So langsam mehren sich auch die Verkäufer für mein CBD-Produkt, so dass der Preis weiter fällt.
Danke dir nochmals für deine Mühe.

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Re: Cannabis vaporisieren und dadurch die Beeinflussung vom Enzym CYP2D6 der Leber umgehen?

Beitrag von DerblaueWald » Mi 10. Jul 2019, 18:11

Ich kenn mich mit dem Thema noch nicht so richtig aus. Also verzeiht mir falls ich Mist rede. Ich nehme 150mg Amitriptylin hab aber bei einer Blutuntersuchung einen Wert der unter dem therapeutischem Wert ist. Jetzt ist die Frage welcher metabolisierer Typ ich bin. Da gibt's es wohl einen Test den die Krankenkasse aber nicht zahlt. Wäre daraus denkbar einen Antrag bei der Kasse zu stellen, wenn ich wegen der schnellen Metabolisierung eine schlechte Wirkung des Medikamentes habe?

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