Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

DrGreenthumb
Beiträge: 244
Registriert: Do 18. Mai 2017, 16:53

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von DrGreenthumb » Mo 20. Nov 2017, 22:57

Vielleicht steh ich mit der Meinung alleine da, aber es gibt bei Cannabis nicht die eine garantierte "Gute-Laune" Sorte.

Es ist bei THC nicht unüblich, das aktuelle Gefühle einfach verstärkt werden. Positive wie negative.

Ich wage aber zu behaupten, als erfahrener Konsument/Patient weiss man damit in der Regel umzugehn.

Benutzeravatar
Hans Dampf
Beiträge: 517
Registriert: Fr 29. Sep 2017, 12:31

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von Hans Dampf » Mi 22. Nov 2017, 07:06

Florian hat geschrieben:Hast du eine Sorte für dich entdeckt Hans Dampf die auch die Stimmung aufhellt? Mir gehts nämlich ähnlich.....wirkt zwar entspannend und schmerzlindernd , wär aber schön auch was zur Stimmungsaufhellung zu haben ;)
Primär geht es mir ja nicht um Stimmungsaufhellung, sondern zum einen um die Nebenwirkungen des Methylphenidats zu mildern, zum anderen (und vor allem) um die innere Impulsivität und Aggressivität zu verringern. Gute Laune hilft dabei.

Zum Teil hat DrGreenthumb recht, wobei ich aus früheren Jahren definitiv sagen kann, dass es wirklich Sorten gibt, die einem eher negativ/positiv drauf kommen lassen.

Von den medizinischen Sorten, die ich bisher probieren konnte, war Argyl eindeutig auf der negativen Seite und Pedianos22(neu) und Bedica auf der positiven Seite. Bedrocan war - für mich - zu unausgewogen.

Letztendlich glaube ich aber, dass es nicht die eine Sorte und Dosis gibt. Der Mensch verändert auf der langen Skala und die Körperfunktionen schwanken auch auf kleineren Zeitskalen, so dass immer ein bisschen Feintunig nötig ist. Aber ich bin da selbst noch lernender, frag mich in einem Jahr mal nochmal. :lol:
"Das Schöne an der Mitgliedschaft im DHV ist dass man nichts tun muss außer zahlen und die Legalisierung trotzdem voranbringt. Aktiv mit-Menschen reden und sie offen für Neues zu machen erzeugt aber die größte Wirksamkeit für eine L. hier in D."

Thuja
Beiträge: 115
Registriert: Fr 5. Mai 2017, 11:01

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von Thuja » Mi 22. Nov 2017, 19:16

Vielen Dank euch für eure Erfahrungen zu den verschiedenen Sorten. Ist schon gut, wenn man lesen kann, wie es anderen damit geht und obs so eine Richtung gibt.

Hans Dampf, wie ist das denn mit den beiden Sorten, die du gut fandest? Was genau hat dir da gut getan? Welche Wirkungen? Ich gehe davon aus, dass sind eher Sativas , oder?

Hallo Greenthumb,
Es ist bei THC nicht unüblich, das aktuelle Gefühle einfach verstärkt werden. Positive wie negative.
Ich wage aber zu behaupten, als erfahrener Konsument/Patient weiss man damit in der Regel umzugehn.
wie schafft das denn der gewöhnte Konsument? Es ist wirklich nicht einfach, wenn man sich nicht auskennt und den Stoff auch nicht gewohnt ist. Ich finde am schwierigsten, dass ich nie einschätzen kann, wie es auf mich wirkt. Das macht mir etwas Angst oder Unbehagen, denn ich will ja eine ganz bestimmte Wirkung erzielen. Mit Opioiden weiß ich was für eine Wirkung eintritt, mit Muskelrelaxantien auch usw.
Woran liegt denn diese Wirkung? Ist das THC doch so psychoaktiv, dass es eben das zeigt, was da ist. Ich gehe auch davon aus, dass LSD das macht -auch wenn meine Erfahrungen damit jetzt nicht nachvollziehbar wären, was da MEINS drin war in so einem Trip. Haben also alle Drogen, die man als "psychoaktiv" bezeichnet diese unberechenbare Wirkung?

Es ist schade, dass ich wohl schon auf die geringe Menge im Penelope so oder so reagiere, ebenso wie beim Argyle, dass ich mich nicht trauen würde, mehr Gehalt an THC nochmal zu probieren. Habe von einem ebenso medizinisch eingestellten Cann-Inhalierer mal zwei Züge vom Bedrocan gemacht und huih, ich war gleich dermaßen high, und es machte mir dann Angst. In meiner Jugend war mir das alles egal, aber heute ...

Nach wie vor gefällt mir am argyle, dass es wirklich entspannt, geistig , wie körperlich und angstlösend wirkt. Aber diese gewisse Trägheit ist eine nicht so gute Nebenwirkung, wenn man aktiv sein will :?

Ich merke jedoch, wenn ich nicht inhaliert habe abends, wie vorher....dass ich durchaus das Gefühl habe, es fehlt mir etwas...würde es keinen Suchtdruck nennen, aber es scheint ja doch was Positives zu bewirken, was mir fehlt.
Ich habe dann auch mal jetzt versucht und eine Mighty-Füllung halb/halb Penelope/Argyle genommen.

PS: das Penelope ist im Juli 17 abgelaufen gewesen. Es ist auch ziemlich trocken. Wirkt es noch wie zuvor? Muss man das Datum wirklich beachten? Wann ist es einfach zu alt?

Liebe Grüße die heute viel fragende Thuja :)

thcola
Beiträge: 247
Registriert: Mo 22. Mai 2017, 14:38

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von thcola » Mi 22. Nov 2017, 19:29

hallo thuja

das abgelaufene penelope kannst du sicher noch verwenden, meistens wird es jedoch schwächer wenn es schon lange liegt.

wichtig wäre mal zu wissen -wann- du deine einheiten einnimmst und wie du eingestellt bist (welche dosis), meiner erfahrung nach ist es auch sinnvoll bereits morgens nach dem aufstehen seine erste dosis zu nehmen, für einstellung und toleranz, es würde ja eventuell schon reichen wenn du zu anfang zb 25mg penelope morgens inhalsierst

wenn du richtig eingestellt bist, wirst du etwas mehr brauchen und auch sorten mit höherem thc gehalt wären weniger problematisch (dann natürlich wieder vorerst geringer dosieren)

auch ist eine höhere thc sorte für abends meiner erfahrung nach gut, und am nächsten tag/morgen wieder mit einer wenigen potenten sorte starten

DrGreenthumb
Beiträge: 244
Registriert: Do 18. Mai 2017, 16:53

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von DrGreenthumb » Mi 22. Nov 2017, 19:41

Also ich kann nur sagen wie es bei mir ist, jede Person reagiert in gewisser Weise anders auf bestimmte Substanzen.

Ich hatte in den Anfangszeiten auch öfter mal "Trips" die schon in die psychedelische Richtung gingen und evtl. sensible Personen schon etwas überfordern hätten können. Da muss man mit der Dosis auch sehr vorsichtig sein!

Nach der Zeit ging das aber bei mir eigtl. vollkommen weg bzw. das Gehirn hat sich einfach daran gewöhnt und man ist nicht mehr so überwältigt. Schwer zu beschreiben aber ich hoffe ihr versteht was ich meine. Ausserdem spielt auch die Toleranzbildung ne große Rolle. Man kann es auch Eingewöhnungsphase nennen...

Ich spreche jetzt aber auch von Zeiten, als ich meine Medizin noch nicht legal bekommen habe. Da war das dosieren natürlich immer schwierig. Mit Cannabis aus der Apotheke kann man ja ziemlich genau bestimmen, wieviel THC man jetzt zu sich nehmen möchte.

Cannabis bzw. THC hat halt auch einfach nicht so eine klar definierte Wirkung wie z.b. Opioide oder Benzodiazepine. Also man kann noch so schlecht drauf sein, Opdoide/Benzos geben einem immer garantiert ein gewisses Glücksgefühl oder Gelassenheit. Das steigert natürlich das Suchtpotenzial immens.

Jetzt mal ein blödes Beispiel: Wenn ich einen Anruf bekomme dass meine Oma gestorben ist, würde ich niemals direkt darauf Cannabis konsumieren.

Ich persönlich denke auch es ist wesentlich "einfacher" Cannabis bei Schmerzen einzusetzen als bei psychischen Erkrankungen als einziges Medikament.

thcola
Beiträge: 247
Registriert: Mo 22. Mai 2017, 14:38

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von thcola » Mi 22. Nov 2017, 19:50

bei psychischen erkrankungen ist es sicherlich schwerer, jedoch psychisch kann man sich auch alles mögliche einbilden
um dann von der wirkung von cannabis zu profitieren bedarf es meiner meinung nach eine einlaufzeit / einstellung
(nein kein einlauf :D )
wie läuft denn die standart therapie bei psych erkrankungen ab.. hier bekommst du AD die wirken erst in 2-3wochen und es kann in der einstellphase zu nebenwirkungen kommen,

@um dein beispiel drgreenthumb,

wenn ich eingestellt bin auf cannabis und schlecht drauf bin weil meine oma gestorben ist, nehme ich natürlich weiter meine medizin, wenn man abrupt absetzt...wird es nicht gerade besser, vorallem wenn es einem hilft und man bereits eingestellt ist

Benutzeravatar
Hans Dampf
Beiträge: 517
Registriert: Fr 29. Sep 2017, 12:31

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von Hans Dampf » Do 23. Nov 2017, 19:42

thcola hat geschrieben: @um dein beispiel drgreenthumb,

wenn ich eingestellt bin auf cannabis und schlecht drauf bin weil meine oma gestorben ist, nehme ich natürlich weiter meine medizin, wenn man abrupt absetzt...wird es nicht gerade besser, vorallem wenn es einem hilft und man bereits eingestellt ist
Danke dafür! Zuerst dachte ich auch, das ich in einer solchen Situation eher drauf verzichten würde. Aber das sind wirklich alte Zöpfe die da weg müssen.

thcola hat geschrieben: (...) du zu anfang zb 25mg penelope morgens inhalsierst
(...)
Mit den Mengenangaben* wäre ich ja eher vorsichtig, insbesondere wenn Ängste im Spiel sind.

@Thuja: Als ich mit meiner Medikamentation angefangen habe hatte ich auch überraschend viele Ängste, Unsicherheiten, etc. Das obwohl ich die Wirkungen (auch hochdosierte weniger tolle Erlebnisse) schon von früher kannte. Jahrelanges "reefer madness" hat auch mich verunsichert. Plötzlich sollte ich täglich Cannabis zu mir nehmen.
Das hat sich aber gut gelegt. Auch da ich es relativ langsam angegangen bin und zwischendurch auch mal die Medikamente abgesetzt habe um zu schauen, wie es mir damit geht.

*Ich habe mit circa 0,03-0,06 g mit Bedrocan angefangen (nach dem Argyle-Desaster :lol: ). Das war manchmal schon zuviel.
Thuja hat geschrieben: Hans Dampf, wie ist das denn mit den beiden Sorten, die du gut fandest? Was genau hat dir da gut getan? Welche Wirkungen? Ich gehe davon aus, dass sind eher Sativas , oder?
Entspannung. deutlich verminderter Aggressionslevel und geringere Impulsivität. Bessere Kommunikationsfähigkeit. Überhaupt auch Interesse am Gespräch. Das Ganze dann auch noch in den nächsten Tag hinein.

Das mit Indica/Sativa scheint ja nach neuesten Forschungen eh eher ohne Grundlage zu sein. :P Bisher kann ich da noch nicht die Unterschiede feststellen. Wenn es aber irgendwann mal eine Indica geben sollte, die mich couchlocked, dann lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. :mrgreen:
"Das Schöne an der Mitgliedschaft im DHV ist dass man nichts tun muss außer zahlen und die Legalisierung trotzdem voranbringt. Aktiv mit-Menschen reden und sie offen für Neues zu machen erzeugt aber die größte Wirksamkeit für eine L. hier in D."

DrGreenthumb
Beiträge: 244
Registriert: Do 18. Mai 2017, 16:53

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von DrGreenthumb » Fr 24. Nov 2017, 08:28

thcola hat geschrieben: @um dein beispiel drgreenthumb,

wenn ich eingestellt bin auf cannabis und schlecht drauf bin weil meine oma gestorben ist, nehme ich natürlich weiter meine medizin, wenn man abrupt absetzt...wird es nicht gerade besser, vorallem wenn es einem hilft und man bereits eingestellt ist
Das war jetzt eher darauf bezogen, wenn man noch nicht lange eingestellt ist und noch eine starke psychoaktive Wirkung hat. Ausserdem gibt es ja auch Patienten, die Cannabis als Bedarfsmedikament verwenden.

Thuja
Beiträge: 115
Registriert: Fr 5. Mai 2017, 11:01

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von Thuja » Fr 24. Nov 2017, 13:49

Vielen Dank euch allen mal wieder :)

Ich bin an einem Punkt, an dem ich merke, dass es nicht so läuft, wie ich es wohl erhoffte. Auch nicht mit
dem Argyle. Ich frage mich auch, ob es einfach so ist bei mir, dass die Cannabinoidrezeptoren bei mir einfach
nicht das Problem sind, so in der Richtung, sprich ich nicht so andocke da.
Ein Arzt hat mir geraten Tilidin anstelle Tramadol zu nehmen, fand Cannabis aber auch sehr gut.

Mit dem Argyle ist es jetzt so: allein wenn ich es abends inhaliere, ist zwar die erste Reaktion sehr gut: entspannt
und ohne Angst. Doch morgens drauf, gehts mir gar nicht gut. Katerstimmung, will überhaupt nicht aus dem Bett,
bin platt.
Nehme ich Tramadol, merke ich gar keine schmerzstillende oder andere Wirkung, weil seit Jahren auf der selben Dosis: 100mg retard morgens und abends. Tilidin wirkt gegen die Schmerzen
in kleinsten Dosen schon wunderbar und ich bin nicht "high" oder ähnliches. Nur schlafen kann ich nicht drauf.
Tags ein sehr wenig dosiertes AD auf SSRI Basis tut mir dazu gut und abends ein trizyklisches, auch wirklich miniminimalst dosiert (z.B. 4mg!!!) hilft beim schlafen und ich bin morgens ausgeruht und in positiver Stimmung.

Ich möchte aber nochmal sehen, ob die Cannabiswirkung im Urlaub ganz anders auf mich wirkt, als im Job. Ob ich mich wegen dem "ich will klar sein" tags dagegen wehre.

Es könnte auch sein, dass es doch einfach nicht meine Medizin ist, die am besten halt für alle o.g. Diagnosen passt, dass die Psyche eine zu große Rolle spielt bei mir. Ich glaube, es ist das Problem, dass Cannabis zwar ein breites Wirkspektrum hat, aber die Wirkung mir persönlich immer wieder unterschiedlich erscheint. Auch niedrig dosiert.
Ich habe ja schon probiert, es täglich so niedrig zu dosieren und auch tgl einzunehmen beim Penelope , aber es ist einfach eine innere Abwehr da. Warum weiß ich einfach nicht. Ein Freund nimmt es medizinisch und kommt super damit zurecht. Sein Körper scheint das aufzusaugen und er ist in keinster Weise high, egal wieviel er inhaliert, seine Symptomatik geht deutlich zurück (Morbus Crohn).

Es ist für mich sehr sehr schade, ich hätte mir so gewünscht, dass ich auf pflanzliche Mittel umsteigen kann, dass ich dann letztendlich eines Tages sogar ganz ohne Medikamente auskomme. Aber solange ich arbeiten muss, befürchte ich, wird das nicht gehen. In Frührente will ich auf keinen Fall.

Habe eine Frage: was ist, wenn ich nun aufhöre mit Cannabis, was mache ich mit dem Rest an Cannabis? Darf ich das jenem Freund geben, der ebenso von seiner Kasse und seinem Arzt Cannabis erhält? Ich fände es äußerst schade, würde das auf dem Kompost landen....wenn es ihm doch so gut hilft z.B.
Ansonsten gibt man es dem Arzt oder dem Apotheker zurück?

Lg Thuja

moepens
Beiträge: 602
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 07:45

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von moepens » Fr 24. Nov 2017, 16:27

Kurze Frage: Habt ihr beide auch mal versucht eine starke THC Sorte ausschließlich oral z.B. als Öl einzunehmen und mit einer reinen CBD-Sorte oral oder inhaliert zu ergänzen?

moepens
Beiträge: 602
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 07:45

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von moepens » Fr 24. Nov 2017, 16:53

Ich habe nämlich festgestellt dass eine starke THC-Sorte (+-20%) als Öl oral ganz anders wirken kann als inhaliert, nämlich dass ich auch bei recht großzügiger Dosierung klar bleibe und die gewünschten medizinischen Eigenschaften trotzdem da sind. Das Öl nehme ich dann als "Grundlage" direkt nach dem Aufstehen. Mit einer CBD-Sorte lässt sich dann noch zusätzlich Einfluss nehmen um die Wirkung zu optimieren und direkt auf Anfälle zu reagieren.

Bei einer schwachen Sorte wie Argyle ist für mich übrigens auch als Öl der CBD-Anteil widerum zu hoch, die Wirkung ist ganz anders (ermüdend, weniger schmerzstillend).

Zwar kann Cannabis bestimmt nicht jedem helfen aber es gibt auch viele Möglichkeiten es therapeutisch einzusetzen...

moepens
Beiträge: 602
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 07:45

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von moepens » Sa 25. Nov 2017, 05:58

Für meine Therapie muss schon Bedrocan o.ä. im Öl sein und mit Bedrolite ergänze ich (Nutzhanf mit CBD geht bestimmt auch).
Das Problem ist die schlechte Vergleichbarkeit unserer Erkrankungen. Somit kann ich nicht sagen was das Richtige für dich ist sondern nur meine Erfahrungen schildern. Allerdings hatte ich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und jetzt ist alles gut.
Bei mir kommt es stark auf den Zeitpunkt an, d.h. ich muss eine genügend hohe Dosis (Bedrocan-Öl) einnehmen schon bevor ein Anfall entstehen kann. Bedrolite setze ich zeitlich etwas versetzt sowie bei Bedarf ein. Mit Inhalation ist die Bedrolite Wirkung ja auch schnell da.
Nach dem Aufstehen nehme ich also erstmal eine gute Dosis Bedrocan-Öl, danach bzw. wenige Minuten später folgt Bedrolite inhaliert und nach wenigen Stunden nochmal Bedrocan-Öl. Das kombiniere ich mit Bedrolite-Öl und einige Stunden später nochmal.
Durch Selbstwahrnehmung kann ich dann einschätzen: Bei Schmerzen war es zuwenig Bedrocan oder Bedrolite bzw. zu spät, bei Übelkeit zuwenig Bedrocan, bei Müdigkeit zuviel Bedrolite und wenn meine Wahrnehmung beeinträchtigt ist zuwenig Bedrolite.
Für mich ist aber im Allgemeinen eine gute Dosierung am Morgen und Vormittag sehr wichtig, abends inhaliere ich auch gerne eine Sorte mit ungefähr dem gleichen Verhältnis von THC und CBD, das wirkt sich positiv auf die Stimmung und auch auf den Krankheitsverlauf aus. Außerdem nehme ich vor dem Schlafengehen nochmals Bedrocan und Bedrolite als Öl, somit habe ich keine Probleme mehr mit Schmerzattacken im Schlaf und morgendlicher Übelkeit.

Ich hoffe, dass du das auf deine Situation übertragen kannst!

Genau, ich lasse das Öl eine Weile unter der Zunge.
Zuletzt geändert von moepens am Sa 25. Nov 2017, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.

moepens
Beiträge: 602
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 07:45

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von moepens » Sa 25. Nov 2017, 12:12

Gerne!

Bedrocan & Bedrolite am Morgen machen mich sehr aktiv. Früher kam ich morgens auch schlecht aus dem Bett.
Ich meine aber, dass es auch an der Wirkstoffkonzentration im Blut liegt dass ich eher morgens Probleme habe als nachmittags & abends. Schließlich kann ich nachts meine Medizin schlecht einnehmen ;)

CannaChris
Beiträge: 30
Registriert: Di 18. Okt 2016, 13:43

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von CannaChris » Sa 2. Dez 2017, 14:32

Blutdruck gemessen habe ich bei mir noch nicht, aber die körperl. Anspannung ist ohne Cannabis schon sehr da, Hände und Füße tropfen schon, und wird in Hochspannungsphasen, die Kleinigkeiten auslösen, zu einem psycho/physischen Kotzebrei und bin auf 180 :?

Ganz wichtig war die Dosierungseinheiten einzuhalten, wirklich alle 2 Stunden zu inhalieren, nicht zu sagen, "es geht doch grade", und dann sich wundern, warum man schon wieder "so komisch" is. Ich habe extra n Wecker/Erinnerungen im Handy, damit ichs nicht vergesse! ..."oh, hab wohl vergessen zu inhalieren, darum motze ich dich grad so an" :roll:

Argyle, Penelope und Bedica konnte ich bisher nicht ausprobieren, ist natürlich ne Kostenfrage, immer zusätzlich zu den verschriebenen Sorten noch weitere auszuprobieren. Brauche was belebendes am Morgen, P 22/1 is da nicht gut.

moepens
Beiträge: 602
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 07:45

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von moepens » Sa 9. Dez 2017, 11:31

CannaChris hat geschrieben:Brauche was belebendes am Morgen, P 22/1 is da nicht gut.
Also inhaliert funktionieren THC-reiche Blüten bei mir allgemein gegen ein hohes Stresslevel oder wenn die Schmerzattacke ungebremst anläuft.
Aber die Wirkung des Öls aus THC-Blüten, oral zusammen mit wenig Öl aus CBD-Blüten eingenommen, ist normalerweise viel besser - regelrecht belebend & aktivierend bei genügend THC, solange gleichzeitig eben nicht zuviel CBD vorhanden ist. Insgesamt hilft es mir im Alltag super gegen Schmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Angst.

Thuja
Beiträge: 115
Registriert: Fr 5. Mai 2017, 11:01

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von Thuja » Fr 15. Dez 2017, 21:20

Hi ihr!
Schön, dass ihr hier immer wieder mit dabei seid!

Also ich könnte morgens oder tags oder gar überhaupt nichts mit 22% THC zu mir nehmen. Hab von einem Freund zwei Züge inhaliert und war extrem und für mich unangenehm high. Sativa, Bedrocan. Überhaupt scheint mir Sativa doch weniger zu bekommen, bis auf paar Mal im Sommer, wo ich so schwimmmutig wurde und aktiv wurde, und mal raus bin. Aber meist macht es zu unruhig. Ich glaube, dass ich von Grund auf eine zu große Neigung zu innerer Unruhe und Stress habe, je aktiver ich sein kann, und leider leiste ich dann nur und verwende es nicht für mich in Form von Freizeitaktivität. Und dann verstärkt es den Stress. Daher ist wohl indica wirklich passender für mich. Ich bin froh, es probiert zu haben mittlerweile.

Jetzt habe ich vielleicht auch meine persönliche Lösung gefunden:
ich habe mit nur 5g Argyle ein Öl 1:2 gemacht und nehme so mal drei Tropfen abends und es tut sehr gut, ich schlafe prima. Will das auch tags über den Winterurlaub machen und sehen ob es arbeitstaublich ist. Wenn ja, ich wäre super happy.
Und hoffe, dass es nicht zu träge macht, bisher mit den Tropfen eigentlich abends nicht der Fall.

Was ist denn so anders, wenn man inhaliert oder wenn man Öl nimmt?

Liebe Grüße und schöne Advents-Vorweihnachts-Tage!
Thuja

moepens
Beiträge: 602
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 07:45

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von moepens » Sa 16. Dez 2017, 11:47

Hab nur Mut es auszuprobieren! Super dass du Fortschritte machst! :)

Die Konzentration der Cannabinoide im Blut steigt beim Rauchen schnell stark an, flacht dann aber bald ab. Oral steigt sie langsamer an und flacht viel später ab. Außerdem wirkt das über Magen & Schleimhäute aufgenommenen THC stärker an den Rezeptoren, die Toleranz lässt sich besser aufbauen und man imo nach etwas Gewöhnung mit dem Öl besser auf verschiedene Symptome reagieren. Und wenn man zuviel THC erwischt hat, kann man gut mit CBD "nachjustieren".

Mit dem Öl kann man recht diskret in der Öffentlichkeit die Cannabinoide einnehmen. Und man merkt über die Schleimhäute recht frühzeitig eine Wirkung, schon nach Minuten. Dann kann man z.B. mit CBD reagieren, falls es zuviel ist.

Thuja
Beiträge: 115
Registriert: Fr 5. Mai 2017, 11:01

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von Thuja » Mo 18. Dez 2017, 09:47

Danke euch beiden, für euren Zuspruch !!!! :P

Ich werde auch nochmal mit Penelope (frischem :D ) tags versuchen. Im Urlaub.
Heute kommt ein Freund, der auch Cannabis medizinisch verwendet. Mal sehen, was wir da austauschen können,
an Erfahrungen oder Tipps.

Bin selbst gespannt, wie es weitergeht, jetzt über Weihnachten und Neujahr...

Liebe Grüße an euch und hoffe, euch gehts soweit gut?

Thuja

PrettyT
Beiträge: 5
Registriert: Mi 24. Jan 2018, 11:48

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von PrettyT » Mi 24. Jan 2018, 11:58

Hallo, ich hoffe es ist in Ordnung wenn ich mich hier einklinke. Ich habe seit kurzem die Diagnose Fibromyalgie. Neben der Erleichterung endlich zu wissen, was mich belastet, steht bei mir trotzdem die Enttäuschung, dass es wohl keine Heilung gibt und auch die Therapie schwierig ist. Momentan bekomme ich Pregabalin, bin damit jedoch alles andere als zufrieden und fürchte mich ehrlichgesagt vor Nebenwirkungen. Nun bin ich auf das Thema medizinisches Cannabis gestoßen und fange an mich dazu zu belesen.
Wie ich das hier im Thread lese, scheint es tatsächlich sehr hilfreich zu sein. Gibt es denn dazu auch Studien? Wo kann ich dazu mehr lesen?

MoJo999
Beiträge: 6
Registriert: Do 25. Jan 2018, 11:27

Re: Mein Weg mit Cannabis: Fibromyalgie, Angst, PTBS

Beitrag von MoJo999 » Do 25. Jan 2018, 11:45

Hallo Thuja, danke für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht hier! Habe noch nicht alles gelesen, das werde ich aber die Tage noch nachholen. Für viele andere Patienten ist das sicherlich hilfreich.

@PrettyT, dass du mit einem Antiepileptika nicht so glücklich bist, das glaube ich gerne. Fibromyalgie ist praktisch ein Paradebeispiel für eine gewisse Hilflosigkeit der Medizin, da die Symptombekämpfung nicht gerade einfach ist. Medizinisches Cannabis ist kein Wundermittel, erzielt aber laut einer großen Studie aus den USA weitaus bessere Erfolge als alle anderen eingesetzten Medikamente:
"An einer Online-Umfrage der National Pain Foundation (USA) haben im Jahr 2014 mehr als 1.300 Patienten mit Fibromyalgie teilgenommen. Cannabis wurde von mehr als 60 Prozent der Betroffenen als wirksamstes Mittel zur Behandlung der Symptome genannt. Die meisten Patienten berichteten, dass keines der verfügbaren Medikamente die Beschwerden so effektiv beseitigt oder gelindert hätte, wie Cannabis."
Quelle: https://www.leafly.de/cannabis-als-medi ... romyalgie/
(Wenn dich die Studie interessiert, sie ist dort in den Fußnoten verlinkt)

Langzeitstudien gibt es meines Wissens noch keine, aber bei Fibromyalgie wird vermutet, dass es eine Erkrankung des Endocannabinoidsystems im Körper ist, dementsprechend scheinen Cannabinoide besonders gut zur Behandlung geeignet. Für dich ist es sicherlich sinnvoll, wenn du in Zusammenarbeit mit deinem Arzt ausprobierst, was dir am besten hilfst. Medizinisches Cannabis sollte zumindest in Betracht gezogen werden, da darf ein Arzt keine Berührungsängste haben. Hier im Thread wirst du bestimmt einiges finden.

Antworten

Zurück zu „Cannabis als Medizin“