Unzulässige Kostenübernahme Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

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Hans Dampf
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Re: MDK bei Widerspruch erneut eingeschaltet ! Ist das gesetzlich Legitim ?

Beitrag von Hans Dampf » Mo 20. Jan 2020, 17:41

Thal hat geschrieben:
Mo 20. Jan 2020, 17:20
Hallo,

also dass die KK das an den MDK per se erstmal weiter leitet, ist völlig normal. Die sehen nur "Oh da wird was verlangt was nicht in unserer Liste/Zuständigkeitsbereich liegt, also ab zum MDK". Das ist ultra normal.
Und mit dem Sativex/Dronabiol ist richtig. Es ist ein medizinisch anerkanntes Cannabis, was erst probiert worden muss, bevor es an die Blüten geht.
Ist das keine Option für dich?

Liebe Grüße
Thal
Das stimmt nicht!
Es muss NICHTS vor den Blüten verschrieben worden sein.
Überzeuge mich vom Gegenteil und zeige mir die Verordnung/Gesetz oder was auch immer aus dem diese Behauptung hervorgeht. Lasse mich gerne eines Besseren belehren, mir ist aber nichts derartiges bisher bekannt...
"Das Schöne an der Mitgliedschaft im DHV ist dass man nichts tun muss außer zahlen und die Legalisierung trotzdem voranbringt. Aktiv mit-Menschen reden und sie offen für Neues zu machen erzeugt aber die größte Wirksamkeit für eine L. hier in D."

Steven
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Re: MDK bei Widerspruch erneut eingeschaltet ! Ist das gesetzlich Legitim ?

Beitrag von Steven » Mo 20. Jan 2020, 17:58

Da liegst du definitiv falsch Thal , dies ist nicht so . Es gibt keine vorgeschriebenen Therapien oder Medikamente die zur Vorraussetzung einer Cannabis Therapie erfüllt oder eingenommen werden müssen . Diese Liste ginge ins Unendliche .....
Das sie den Erstantrag direkt weiterleiten ist zwar nicht schön unsd auch nicht unbedingt korrekt aber vertretbar .
Das aber der Widerspruch unbeachtet weitergeleitet wird ist für mich nicht nachvollziehbar

Steven
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Re: MDK bei Widerspruch erneut eingeschaltet ! Ist das gesetzlich Legitim ?

Beitrag von Steven » Mo 20. Jan 2020, 18:05

Achso , bezüglich der Nachfrage ob Sativex oder Dronabinol keine Alternative wäre ...
Nein ist es nicht . Durch die Blüten ihrer sehr schnellen Wirkung beim inhalieren bin ich flexiebel und kann sehr schnell auf sich ankündigende Attacken reagieren , das ist besonders im Berufsalltag sehr wichtig für mich . Für die Nacht bevorzuge ich Tee da die Wirkung deutlich länger hält . Damit fahre ich bisher sehr gut , warum sollte ich daran etwas ändern .
Desweiteren verweigere ich jegliche Art von synthetischen , pharmazeutischen Medikamenten , meines Wissens nach ist Sativex sowie Dronabinol zumindes Teilsynthetisch , korregiere mich aber wenn ich mich täusche

Gebetskette
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Re: MDK bei Widerspruch erneut eingeschaltet ! Ist das gesetzlich Legitim ?

Beitrag von Gebetskette » Mo 20. Jan 2020, 18:35

Also grundsätzlich ist es richtig, dass es keine gesetzliche Vorgabe über die Darreichungsform von Cannabis-Medikamenten gibt.

Allerdings empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) in ihrer Praxisleitlinie für Cannabis in der Schmerztherapie die vorrangige Verwendung von Cannabis-Fertigarzneien. Bzw. sie empfehlen die Verschreibung von Blüten aufgrund möglich variierender Wirkstoffkonzentration und/oder Überschneidung mit Freizeitgebrauch und weiterer Gründe ausdrücklich nicht.

https://www.dgs-praxisleitlinien.de/index.php/leitlinien/cannabis (Seite 59)

Ich würde jetzt mal vermuten, dass sich auch der medizinische Dienst der Krankenkassen an diese Handlungsempfehlung halten wird. Zumindest begründet das einen der vorgetragenen Ablehnungsgründe des MDK bezüglich der Verwendung von Sativex usw.

Wenn du natürlich nachweisen kannst, dass die Fertigarzneien bei dir nicht den gewünschten Erfolg versprechen, sieht die ganze Sache dann sicher anders aus. Ich denke aber nicht, dass eine individuelle Aversion gegen synthetische Arzneien ausreichend Grund bietet, den MDK bzw. die Krankenkasse von der Notwendigkeit der Verordnung von Cannabis-Blüten zu überzeugen.

JohnDoe42
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Re: MDK bei Widerspruch erneut eingeschaltet ! Ist das gesetzlich Legitim ?

Beitrag von JohnDoe42 » Mi 29. Jan 2020, 13:26

Ich bin auch ziemlich entsetzt vom Verhalten meiner Kasse....
Momentan läuft der zweite Antrag, eingereicht vor knapp 15 Monaten.
Es ist sofort der MDK befragt worden, nach knapp über 5 Wochen kam die Ablehnung, ein Woche später mein Widerspruch und dann kam keine Antwort bis MAI.
In der Zwischenzeit war ich in einer Klinik und habe mich nach der Entlassung erkundigt wie es denn mit einer Entscheidung aussieht, daraufhin wurde mir mitgeteilt dass kein Widerspruch vorliegt.
Nachdem ich das Schreiben mit dem Einschreibennachweis einreichte, teilte man mir mit dass das jetzt als neuer Antrag gesehen wird, also wieder zum MDK, der folgenden Ablehnung wieder widersprochen und auf den Widerspruchsausschuss gewartet..... :roll:
In der Zeit habe ich einen Anwalt hinzugezogen, der eine Frist zur Entscheidung gesetzt hat, dies wurde nun umschifft in dem das ganze noch einmal zum MDK ging.
Ich bin fassungslos und warte nun auf ein Ergebnis, das auch wieder seit Wochen überfällig ist.
Wie das aussehen wird kann ich mir schon denken....
Alle Anforderungen für eine Kostenübernahme sind übrigens erfüllt und ich bekomme seit der Gesetzesänderung Privatrezepte verordnet.

M. Nice
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Re: MDK bei Widerspruch erneut eingeschaltet ! Ist das gesetzlich Legitim ?

Beitrag von M. Nice » Mi 29. Jan 2020, 17:09

JohnDoe42 hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 13:26
Es ist sofort der MDK befragt worden, nach knapp über 5 Wochen kam die Ablehnung, ...
Dann ist die Genehmigungsfiktion eingetreten und die Kasse muß
zahlen.

search.php?keywords=+Genehmigungsfiktion


MfG
M. Nice
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JohnDoe42
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Re: MDK bei Widerspruch erneut eingeschaltet ! Ist das gesetzlich Legitim ?

Beitrag von JohnDoe42 » Mi 29. Jan 2020, 17:31

Jupp, interessiert nur keinen.
Die Genehmigungsfiktion ist schon beim ersten Antrag eingetreten, und mir wurde auch schon eine befristete Zusage für 2 Monate gemacht.
Die haben sich rausgewunden und halt endgültig abgelehnt. Der erste Antrag war leider auch etwas ungünstig formuliert....
Man hätte damals schon vehementer reagieren, bzw. hätte ich sofort klagen müssen, damals hatte ich aber null Kraft oder Geld dazu; es gibt ja auch Gründe für meinen Antrag...
Sozialgericht ist der nächste Schritt, ich warte jetzt aber bis die endgültige Ablehnung vorliegt.

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Re: MDK bei Widerspruch erneut eingeschaltet ! Ist das gesetzlich Legitim ?

Beitrag von Cookie » Mi 29. Jan 2020, 17:46

"Befristete Zusagen" sind auch nicht gestattet!
JohnDoe42 hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 17:31
Sozialgericht ist der nächste Schritt, ich warte jetzt aber bis die endgültige Ablehnung vorliegt.
Ja, das ist das einzige, was hilft.
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