Apotheken Preise Unterschiedlich

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Martin Mainz
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Re: Apotheken Preise Unterschiedlich

Beitrag von Martin Mainz »

Schön. Und nun zurück zum Thema.
Ehrenamtlicher Foren-Putzer und Teilzeitadmin
Patienten schauen auch hier gerne rein: https://www.cannabis-medic.de/
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DeltaNeun
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Registriert: Mi 27. Jan 2021, 17:53

Re: Apotheken Preise Unterschiedlich

Beitrag von DeltaNeun »

Wie ist das eigentlich mit den Preisen.
Viele Apotheken, welche fast den doppelten Preis zu günstigen Apotheken verlangen (Privatrezept), behaupten dass sie zu den absurden Preisen verpflichtet sind wg. der Preisbindung.
Diese Apotheken sagen den Kunden auch, dass diese nirgendwo einen besseren Preis bekommen können wg. der Preisbindung und vermutlich suchen manche Kunden dann auch nicht nach anderen Apotheken.
Freno
Beiträge: 239
Registriert: Do 7. Jan 2021, 17:00

Re: Apotheken Preise Unterschiedlich

Beitrag von Freno »

Die Wiederholung nicht scheuend:

Die Apotheken, die THC-haltiges Cannabis an den Endverbraucher - Patienten - abgeben, sind nach derzeitiger Rechtslage verpflichtet, den THC-Gehalt jeder Charge, die sie vom Großhandel bekommt, nochmals vor der Abgabe festzustellen bzw zu überprüfen. Diese Überprüfung ist sehr teuer, va wegen der sehr teuren Prüfsubstanzen. Das ist gerade bei Cannabis-Blüten relevant, die ja bekanntlich nur begrenzt haltbar sind. Günstige Preise für den selbstzahlenden Cannabis-Patienten (und auch für die Kassenpatienten) können daher nur diejenigen Apotheken anbieten, die große Mengen umsetzen, auf welche die Kosten für die Prüfungen dann "heruntergebrochen" oder verteilt werden können. Nur diese "Großen" können dementsprechend auch viele Sorten regelmässig lieferbar halten.

Hinzu kommt ein allgemeiner Umstand: der im Handel allgemein übliche und auch betriebswirtschaftlich durchaus legitime "Mengenrabatt" - die Einkaufspreise für die Apotheke beim Großhandel fallen, je mehr die Apotheke abnimmt. Grund dafür sind die "Transaktionskosten", die um so höher ausfallen, je kleiner die Menge wird. Beispiel Gewürzkräuter. Ich kaufe meine Küchenkräuter normalerweise online Kiloweise - sie sind nahezu unbegrenzt haltbar. Das Kilo Oregano zB kostet mich im online-Handel 10-15 € - im Supermarkt zahlt man 3 € für 30-50g - Döschen, die alle einzeln verpackt, gelagert und transportiert, schließlich ins Regal geräumt und an der Kasse abgerechnet und verbucht werden müssen, was jeweils entsprechende Kosten verursacht. Das ist bei jeder Handelsware so und auch bei Cannabis nicht anders.

Ich bin auch so ein "Selbstzahler" und kaufe von Beginn an (Sommer 2020) bei Grünhorn in Leipzig (vormals Markleeberg bei Leipzig), die auch als "Cannabis-Apotheke" recht aggressiv online wirbt. Ich kann mich nicht beklagen, die Abwicklung flutscht - man ist eben drauf eingerichtet und unterhält einen dementsprechend großen, professionell organisierten Apparat - der sich aber auch nur bei entsprechenden Mengen rentiert.

Ich vermute (!), daß "der Gesetzgeber" bei der Zulassung von medizinischem Cannabis großes Mißtrauen gegenüber den Handelswegen gehegt hat und daher doppelte und dreifache Prüfungen vorgeschrieben hat, um mit 300%-iger Sicherheit auszuschließen, daß medizinisches Cannabis auf dem Handelsweg "abgezweigt", durch Streckmittel ersetzt und in den Schwarzmarkt gebracht wird oder umgekehrt "schwarzes" Cannabis in die medizinische Versorgung "eingeschleust" wird.

Möglicherweise werden im Zuge der allgemeinen Legalisierung - so sie denn kommt - einige dieser kostentreibenden Umstände für die Patienten entfallen.

Was einem aktuell in Apotheken erzählt wird, ist oftmals barer Unfug - das habe ich zu Beginn meiner "Cannabis-Patienten-Karriere" in Leipzig hautnah erleben dürfen, zumal ich der erste Cannabis-Patient meines Psychiaters war, der sich erst vor kurzem niedergelassen hatte. (Ich hatte ihn noch davor als Mitarbeiter einer Klinik kennen und schätzen gelernt.) Er konnte mir also auch keine Tipps geben. Also bin ich einige Tage wie eine Flipperkugel durch die Leipziger Apotheken gesaust und habe mir allen möglichen Scheiss anhören dürfen, bis ich schließlich durch eine Bekannte auf die Idee gebracht wurde, doch mal ins internet zu gucken - manchmal steht man wirklich voll auf dem Schlauch. By the way: nur relativ selten hat man, wenn man in eine Apotheke geht, wirklich einen Apotheker als konkreten Ansprechpartner - meist sind es "Fachangestellte", die vielleicht öfters eine Einstellung zu medizinischem Cannabis haben, die nicht wirklich professionell ist ... aber auch das ist nur eine Vermutung !

Ich vermute (!) daß es sich bei den Apotheken und Apothekern nicht anders verhält, als bei den Ärzten: einige sind gegenüber Cannabis sehr positiv eingestellt, "kümmern sich" und spezialisieren sich sogar darauf - wie Grünhorn - andere sind negativ eingestellt und wimmeln ab, helfen auch nicht weiter und noch ein Teil der Apotheker ist verunsichert durch den "Hauch des Anrüchigen und Illegalen", der Cannabis ja immer noch umweht und die wissen nicht recht, wie sie damit umgehen sollen.
zero
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Registriert: Mi 4. Mai 2022, 01:01

Re: Apotheken Preise Unterschiedlich

Beitrag von zero »

Moin Moin,

also ich habe mich in der letzten Woche mal mehr oder weniger intensiv mit der Verfügbarkeit befasst und ein paar Preise erfragt, ist ja doch leider alles ziemlich undurchsichtig da man ja überall anrufen muss um überhaupt an einen Preis zu kommen.

Ich habe jetzt eine Apotheke gefunden, die bei ca. 10,23 € pro Gr. ist. Ist dass in Rahmen, was habt ihr für Preisliche Erfahrung gemacht?
(THC 21,7 - CBD 1,0 - deutscher Hersteller)


Habe hier immer wieder Grünhorn gelesen, ich werde da mal in der Woche anfragen, eventuell mag mir ja aber schon vorher jemand was zu den günstigen varianten dort sagen.

Was mich ein wenig irritiert, mein Hausarzt hat eine BTM Zulassung, ich habe mich ein wenig mit ihn unterhalten und er erwähnte, dass er ein ehemaligen Patienten hatte, der früher auf Privatrezept dort war, dem das ganze zu teuer wurde - er hätte wohl angeblich eine Sorte gefunden die es für 2,00 Euro pro Gr. gebe, wohl ein Import aus Portugal - auf nachfrage ob er die Sorte kenne, meinte er ich soll mal in den Apotheken nach den günstigsten Möglichkeiten fragen.

Ich werde mein Arzt nächstes mal drauf festnageln, dass wird allerdings noch ein paar Tage dauern, ich habe die Hoffnung das wenn ich dort erzähle das ich nichts dergleichen gefunden habe, er mal in das ausgestellte Rezept guckt und mir die Sorte nennt. eventuell war es aber auch nur Gerede von dem Patienten um die Sorte zu wechseln.

Ansonsten gibt's es in Hamburg eine Apotheke die tatsächlich für jede Sorte egal wie der THC / CBD gehalt ist 12,00 Euro pro Gr. nimmt.
Klar ist es sicherlich wie oben geschrieben, sodass der Import nicht unerhebliche kosten verursacht - allerdings wird ja mittlerweile auch in DE angebaut, stimmt es denn das den Apotheken wirklich eine Preisbildung vorgeschrieben wird, ich finde hierzu widersprüchliche Information.


Euch allen ein erholsames Wochenende :)!!
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