Verteilung von CBD in Nutzhanf

Antworten
marle.m
Beiträge: 2
Registriert: Sa 18. Okt 2014, 10:37

Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von marle.m » Sa 18. Okt 2014, 10:45

Hallo
Vieleicht kann mir hier einer meine Frage beantworten.
Ich wüsste gerne wie die verteilung von CBD in einer Nutzhanfpflaze ist.
Bei normalen Rauschhanf ist es ja so das in den Blütenständen mehr THC und weniger CBD ist und in den Blättern mehr CBD als THC ist.
Ist dies bei Nutzhanf genau so?
Ist es also sinnvoller die Bläter zu gaufen um an das CBD zu gelangen oder ist es so das die Blüten am meisten CBD enthalten?
Leider konnte ich über google nichts finden ausser den generellen gehalt dieser Sorte, aber halt nichts über die Verteilung
Es geht sich um die Sorte Futura 75 Nutzhanf.
Wer etws weiss bitte hier rein.
Danke im Vorraus
MfG marle.M

Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2337
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von bushdoctor » So 19. Okt 2014, 16:20

Bin kein Botanikexperte, meine aber mal gelesen zu haben, dass Cannabinoide fast ausschließlich in/auf den Blütenständen "produziert" werden.
Das, was man auf den Blättern finden kann, sind dann von den Blüten "abgefallene" Trichome.

Folglich müsste man auch bei "Nutzhanf" den höchsten CBD-Gehalt in den Blüten finden...

...aber vielleicht gibt es hier ja noch jemanden, der genauer in der Botanik steckt!

Benutzeravatar
Deew
Beiträge: 196
Registriert: Mi 23. Jan 2013, 08:50
Wohnort: Wuppertal

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von Deew » So 19. Okt 2014, 19:18

Hätte auch erst so geantwortet wie Bushdoctor.. allerdings hab ich einen Bericht auf royalqueenseeds gefunden in dem folgendes steht:
"In den Blättern der Pflanze ist mehr CBD enthalten als in den Blüten [...]"
(Quelle:http://www.royalqueenseeds.de/blog--n52)

Konnte dies durch meine kurze Internetrecherche allerdings nicht weiter bestätigen.

marle.m
Beiträge: 2
Registriert: Sa 18. Okt 2014, 10:37

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von marle.m » Mo 20. Okt 2014, 10:59

Genau das ist ja auch mein Problem hatte ich auch gelesen, aber Studien oder so fehlen für Industiehanf.
Den Blätter kosten 1 KG 39 € und Blüten 1KG 199 € deshalb die frage.
Ich möchte ja daraus das CBD extrahieren und dann macht es sinn dies zu wissen.
Fall noch jemand etwas weiß bitte hier rein.
Danke erstmal.
Marle.M

Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2337
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von bushdoctor » Mo 20. Okt 2014, 14:14

Meines Erachtens wird man in den Blüten immer mehr Cannabinoide bezogen auf das Trockengewicht finden als in den Blättern, so dass sich eine Extraktion aus den Blättern nicht unbedingt rentiert...

Wenn man 6 mal mehr Blätter braucht, um die selbe Menge CBD zu extrahieren, wie es bei Blüten der Fall ist, dann kommt man unterm Strich teurer. Es wird aber im Einzelfall auf einen Versuch ankommen...

Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass die Hanf-Cannabinoide immer in den sogenannten Trichomen gebildet werden... dass diese sich auch auf Blättern befinden, ist mir neu.
Was ich mir aber vorstellen kann, ist, dass Trichome von den Blüten auf die Blätter fallen und somit vom "System Pflanze" getrennt werden. Es werden dann also keine neuen Cannabinoide in diesen abgefallenen Trichomen gebildet und die bereits vorhandenen bauen sich zu molekular "stabilerem" CBD um (Einfluß von Licht, Wärme, Zeit).

Somit wäre es plausibel, warum das Vorkommen von CBD prozentual in (auf) den Blättern höher ist.

Bin aber kein Botaniker...

M. Nice
Beiträge: 377
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 14:28

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von M. Nice » Mi 22. Okt 2014, 19:55

bushdoctor hat geschrieben:Meines Erachtens wird man in den Blüten immer mehr Cannabinoide bezogen auf das Trockengewicht finden als in den Blättern, so dass sich eine Extraktion aus den Blättern nicht unbedingt rentiert...

Wenn man 6 mal mehr Blätter braucht, um die selbe Menge CBD zu extrahieren, wie es bei Blüten der Fall ist, dann kommt man unterm Strich teurer. Es wird aber im Einzelfall auf einen Versuch ankommen...

Ja, aus Blättern gewinnt man viel weniger Cannabinoide, als von den Blüten, auf denen am meisten der Trichome gebildet werden.


bushdoctor hat geschrieben:Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass die Hanf-Cannabinoide immer in den sogenannten Trichomen gebildet werden... dass diese sich auch auf Blättern befinden, ist mir neu.
Was ich mir aber vorstellen kann, ist, dass Trichome von den Blüten auf die Blätter fallen und somit vom "System Pflanze" getrennt werden.......

Ne, ne, da fällt nix von den Blüten auf die Blätter. Auch auf den Blättern bilden sich Trichome (je kleiner die Blätter, umso mehr -, je größer die Blätter, umso weniger Trichome), aber viel, viel weniger als auf den Blüten.

Auf dem zweiten Bild sieht man es sehr gut:
http://www.grow.de/408.0.html


Hier noch ein paar Bilder:
https://www.google.de/search?q=Trichome ... 67&bih=479



@ marle.M

Die Extraktion aus den Blättern wird sich nicht rechnen, denn je größer die Blätter, umso weniger Cannabinoide.



Mfg
M. Nice
Rauchst du zwei Stund Hanf hinein, wirst du müd und schläfst bald ein!

Sabine
Beiträge: 7662
Registriert: Fr 18. Apr 2014, 09:15

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von Sabine » Mi 22. Okt 2014, 20:05

Zur Extraktion habe ich vorhin bei den Kommentaren zu Colorado was gelesen und etwas Internet"forschung" betrieben. Ist zwar hauptsächlich für THC gedacht, aber CBD dürfte doch auch mitextrahiert werden ?

http://blog.head-shop.de/tag/ice-o-lator/

Doc_A
Beiträge: 722
Registriert: So 31. Aug 2014, 11:21

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von Doc_A » Mi 22. Okt 2014, 20:35

Aurora hat geschrieben:Zur Extraktion habe ich vorhin bei den Kommentaren zu Colorado was gelesen und etwas Internet"forschung" betrieben. Ist zwar hauptsächlich für THC gedacht, aber CBD dürfte doch auch mitextrahiert werden ?

http://blog.head-shop.de/tag/ice-o-lator/
Mit der Methode, die Du verlinkt hast, entfernt man in kaltem Wasser physikalisch die Harzdrüsen von Pflanzenteilen. Die Brühe wird dann filtriert (gesiebt). Das Rausgefilterte nennt sich gepreßt Haschisch.

Die Zusammensetzung hängt nur von der Genetik der Pflanze ab. Die Harzmenge, die eine Pflanze liefert ist auch genetisch fix. Evtl. "harzt" Faserhanf auch nicht so stark.
:shock:

Sabine
Beiträge: 7662
Registriert: Fr 18. Apr 2014, 09:15

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von Sabine » Do 23. Okt 2014, 06:44

Hi Doc_A !

Das CBD müßte auch in dem Harz des Nutzhanfes enthalten sein, oder ? Nur halt kaum THC. Darum mein Vorschlag.

Der Knackpunkt dürfte die Bestimmung des CBDgehaltes sein, dafür braucht man doch teure Geräte ? Kann mir vorstellen, das nicht umsonst die kleinen Fläschchen mit CBD-Öl so teuer sind und der Gedanke von merle, dies selber zu machen, erstmal naheliegend ist.
Wenn man alles zusammenrechnet (Arbeitszeit, Material, Geräte), schliesse ich mich der Meinung von M.Nice an, das es sich nicht rendiert.

Doc_A
Beiträge: 722
Registriert: So 31. Aug 2014, 11:21

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von Doc_A » Do 23. Okt 2014, 17:50

Aurora hat geschrieben:Hi Doc_A !

Das CBD müßte auch in dem Harz des Nutzhanfes enthalten sein, oder ? Nur halt kaum THC. Darum mein Vorschlag.

Der Knackpunkt dürfte die Bestimmung des CBDgehaltes sein, dafür braucht man doch teure Geräte ? Kann mir vorstellen, das nicht umsonst die kleinen Fläschchen mit CBD-Öl so teuer sind und der Gedanke von merle, dies selber zu machen, erstmal naheliegend ist.
Wenn man alles zusammenrechnet (Arbeitszeit, Material, Geräte), schliesse ich mich der Meinung von M.Nice an, das es sich nicht rendiert.
Es geht hier generell um zwei Dinge. Die Harzmenge, die eine Pflanze liefert und die Zusammensetzung dieses Harzes.

Nutzhanf ist möglicherweise auf andere Eigenschaften hin gezüchtet worden (Fasern, Samengröße -ölgehalt). Ob solche Pflanzen auch viel Harz produzieren und wie das zusammengesetzt sein kann, weiß ich nicht.

Die Bestimmung der Zusammensetzung muß nicht teuer sein. Es kommt darauf an, wie genau man es haben will. Zum groben Abschätzen müßte eine DC ausreichen. (Lösemittel/stat.Phase/RF-Werte nachlesen) Durch Vergleich der Fleckengrößen kriegt man da vermutlich eine gute quantitative Ahnung.

Für die Extraktion und die Entfernung des Lösemittels braucht man Laborgeräte, die nicht übermässig teuer sind, allerdings ist die Prozedur nicht ganz ungefährlich. (Lösemittel und Vakuum)
:shock:

Doc_A
Beiträge: 722
Registriert: So 31. Aug 2014, 11:21

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von Doc_A » Sa 25. Okt 2014, 21:56

Was auch gegen die Nutzung als CBD-Quelle spricht, ist der Umstand, daß es vor der Entdeckung von "charlotte's web" bei diesen special Breeder-Brüdern so schwer war, Blüten mit wirklich hohem CBD-Gehalt zu bekommen.

Wenn das in rauhen Mengen im (wie auch immer) Nutzhanf enthalten wäre, hätte es diese Engpässe nicht gegeben!?
:shock:

dahound
Beiträge: 70
Registriert: Mo 17. Mär 2014, 22:42

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von dahound » Mo 27. Okt 2014, 13:36

Laut meinem Buch (bezogen auf den Anbau in Frankreich) ist bei Nutzhanf nicht nur auf den Faserertrag bzw. Ölgehalt der Samen gezüchtet worden, sondern auch auf einen sehr niedriegen THC Gehalt. Dieser muss bei der Züchtung (leider) immer mit berücksichtigt werden.

Aus der Pflanzenzüchtung ist ja bekannt, dass man nur sehr schwer merhere Merkmale gleichzeitig verbessern kann durch Selektion. Ich denke daher, dass der heutige Faserertrag durchaus noch höher ausfallen könnte, wenn sich die Züchter nicht noch mit dem aberwitzigen Ziel eines geringen THC Gehalts abgeben müssten.
Die EU Grenze liegt momentan bei <0,02% THC und trotzdem haben sie in diese Richtung weiter gezüchtet und es gibt jetzt sogar Sorten mit <0,005% THC (z.B. Santhica 23, Santhica 27 und Santhica 70).

Also mal ehrlich, jede Geranie vor den Fenstern der nächsten Polizeistation ist giftiger.

Abgesehen davon ist der CBD Gehalt wie schon vorher erwähnt recht niedrig verglichen mit der Wunderpflanze Charlottes Web...
Im Buch ist eine Grafik dazu, diese zeigt einen maximalen CBD Gehalt bei Faserhanf von 2,6% auf. Ist erstmal nicht schlecht, aber da gibt es jede Menge andere Sorten bei denen der CBD Gehalt höher ist (dann natürlich auch der THC Gehalt und bei uns selbstverständlich und zu recht *hust* verboten).
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Doc_A
Beiträge: 722
Registriert: So 31. Aug 2014, 11:21

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von Doc_A » Mo 27. Okt 2014, 14:07

dahound hat geschrieben: Ich denke daher, dass der heutige Faserertrag durchaus noch höher ausfallen könnte, wenn sich die Züchter nicht noch mit dem aberwitzigen Ziel eines geringen THC Gehalts abgeben müssten.
Ein interessanter Gedanke. Hört sich plausibel an und wenn es stimmt, dann schädigen die Prohibitionskasper mit ihrem Getue die Industriehanfbranche und die Gesamtwirtschaft. (Sogar BMW produziert Autoteile mit Hanffasern)

Offensichtlicherweise reichen die verbrannten Gelder für die nutzlose Repression, die entgangenen Steuereinnahmen und ausgelassene mögliche Einsparungen im Gesundheitswesen nicht aus, nein, der Schaden muß sogar nochmal vergrößert werden.
:shock:

Cebedäus
Beiträge: 74
Registriert: Sa 3. Feb 2018, 17:50

Re: Verteilung von CBD in Nutzhanf

Beitrag von Cebedäus » Mi 14. Feb 2018, 05:34

Doc_A hat geschrieben:Es geht hier generell um zwei Dinge. Die Harzmenge, die eine Pflanze liefert und die Zusammensetzung dieses Harzes.

Nutzhanf ist möglicherweise auf andere Eigenschaften hin gezüchtet worden (Fasern, Samengröße -ölgehalt). Ob solche Pflanzen auch viel Harz produzieren und wie das zusammengesetzt sein kann, weiß ich nicht.
Ich habe da mal recherchiert und gedacht:
CBD(a) & THC(a) werden in der Pflanze (genauer gesagt in den Trichomen) aus https://www.geschenkideen-steigerwald.d ... e-b25.html (also aus Cannabigerol) umgebaut. Da aus Cannerbigerol entweder CBD(a) oder THC(a) oder eines der selteneren Cannabinoide entsteht, würde ich von einem Gesamtcannabinoidgehalt sprechen. Der Gesamtcannabinoidgehalt hängt wohl hauptsächlich von der Harzmenge ab. Nutzhanf ist ja 1. nicht auf einen hohen Harzgehalt gezüchtet, da die Pflanze die Energie in Fasern bzw. Hanfnüsse umsetzen soll (wobei zu wenig Harz auch weniger Vitalität bedeutet, zu Harzarm macht vermutlich auch bei Nutzhanf keinen Sinn) . Und 2. hat man aus "rechtlichen Gründen" den Nutzhanf THC(a)-arm gezüchtet, also CBD(a)-dominant (wobei es auch Nutzhanfsorten gibt die weder THC(a) noch CBD(a) in nennenswerten Mengen haben, weil das Cannabigerol nicht weiter umgewandelt wird). Heutzutage gibt es aber schon harzreiche CBD-Hanfsorten, mit 20%CBD(a) & mehr.

Um aber auf die Eingangsfrage von marie.m vom 18.10.2014 zurück zu kommen, das meiste Harz und damit die meisten Cannabinoide sind natürlich in (bzw. an) den Blüten, gefolgt von den kleineren Blättern in Blütennähe und darauf folgen dann später die Sonnensegel & unteren Stängel. Hanfnüsse & Wurzeln enthalten wahrscheinlich entweder keine Cannabinoide oder nur homöopathische Mengen. Traditionell angebauter Nutzhanf ist auch nicht Sinsemilla und hat von da her natürlich wesentlich weniger Cannabinoide überhaupt.

Antworten

Zurück zu „Cannabis als Nutzpflanze“