"Colorado: Trinkwasser mit Cannabis verseucht"

Alle Themen, die sonst nirgendwo hingehören könnt ihr hier diskutieren.
Antworten
Sabine
Beiträge: 7662
Registriert: Fr 18. Apr 2014, 09:15

"Colorado: Trinkwasser mit Cannabis verseucht"

Beitrag von Sabine » So 24. Jul 2016, 08:29

"In Colorado ist offenbar das Leitungswasser mit Tetrahydrocannabinol (THC), dem rauschwirkenden Bestandteil der Hanfpflanze, verseucht worden. Die Behörden der Kleinstadt Hugo im US-Bundesstaat Colorado haben die Bürger gewarnt und für die nächsten Tage vom Trinkwasser-Trinken abgeraten."

http://de.sputniknews.com/panorama/2016 ... eucht.html


"Wasser von US-Kleinstadt hat THC intus

Besteht für die Einwohner der US-Kleinstadt Hugo Grund zur Sorge? Wie Behörden melden, ist die gesamte Wasserversorgung mit dem Cannabis-Wirkstoff THC belastet. Es gebe Hinweise, dass sich jemand an eine Wasserquelle zu schaffen gemacht hat.

Schon 2014 wurde Cannabis im US-Bundesstaat Colorado legalisiert - doch nun gibt es Hinweise, dass die Wasserversorgung der US-Kleinstadt Hugo mit dem Cannabis-Wirkstoff THC kontaminiert ist. Wie der US-Sender CNN berichtet, hätten US-Behörden die psychoaktive Substanz im Leitungswasser nachgewiesen. Michael Yowell vom Lincoln County Sheriffs-Büro habe dies bei einer Pressekonferenz bestätigt. Derzeit werde weiter getestet, wie hoch die THC-Konzentration im Wasser sei. Weitere US-Behörden wie das FBI unterstützen demnach die Ermittlungen.
...
Die Bürger von Hugo wurden angehalten bis auf weiteres kein Leitungswasser zu trinken, erklärte eine Behördensprecherin gegenüber CNN. Über soziale Medien warnte die Polizei zudem, das Leitungswasser "weder zu trinken, zu duschen, noch damit zu kochen".
...
Laut Gesundheitsministerium sei die Wirkung von THC im Wasser von mehreren Faktoren abhängig: Darunter fallen dessen Konzentration, sowie die Menge und der Zeitraum über den das Wasser konsumiert würde. Im schlimmsten Fall könnten laut Behörde Koordinationsprobleme, Panikattacken, Paranoia und Halluzinationen die Folge sein."


http://www.stern.de/panorama/weltgesche ... 76196.html

Also ein "Hugo" der speziellen Art ;)


BTW :

aufgrund des im "Sputnik"artikel genannten Firmeninternen Drogentests habe ich mich gefragt, wie weit verbreitet in den USA diese Praxis ist und bin auf folgenden Artikel gestossen :

"Möchten Sie von einem koksenden Banker bei der Geldanlage beraten werden? Oder von einem zugedröhnten Chirurgen operiert werden? Kaum. Doch die Zahl der Drogenkonsumenten steigt – auch bei der Arbeit. In den USA greifen Arbeitgeber ganz selbstverständlich zur Selbsthilfe und gehen offen damit um.

Und auch zügig: So reichte ein anonymer Anruf, und die Firmenleitung von Keystone RV – einem Wohnwagen-Hersteller im US-Bundesstaat Colorado – legte kurzerhand die gesamte Fabrik für einen Tag lahm. Alle 220 Angestellten mussten sich nach Dienstantritt auf dem Innenhof des Unternehmens versammeln. Kleine Plastikbecher wurden verteilt. Anstellen zum Pipi-Test. Der Grund für diesen unangekündigten Drogentest? Ein Fabrikarbeiter hatte im Büro der Geschäftsführung gemeldet, dass mehrere Kollegen in der Mittagspause Marihuana rauchen würden. „Das ist für unsere Firma nicht akzeptabel“, erklärt Ken Julian, Personalchef von Keystone RV.
Das Ende vom Lied: Ein Viertel der gesamten Belegschaft wurde kurze Zeit später entlassen.
...
Drogentests zählen in den USA schon seit Jahren zum Unternehmensalltag: Nike, Starbucks, Boeing sind nur einige von vielen Unternehmen, die zum Schutze der Gesamtbelegschaft und der Kunden ihre Mitarbeiter auf Drogen testen.
In den 80er-Jahren ließ der damalige Präsident Ronald Reagan bei seinem Feldzug gegen Drogen, dem „War on Drugs“, Regierungsangestellte erstmals auf Drogen testen. Ein Urteil des US Supreme Courts segnete mit einem knappen Urteilsspruch diesen Eingriff ins Privatleben der arbeitenden Bevölkerung ab."


http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 29850.html


Bei Tätigkeiten, wo man Verantwortung für das Leben anderer trägt, kann ich diese Tests absolut nachvollziehen, aber bei Starbucks, Nike, Keystone etc. ?
Zumal ich die Befürchtung habe, das nicht nur nach Drogen gesucht wird, sondern z.B. auch nach Medikamenten, die Rückschlüsse auf Erkrankungen zulassen.
Eine Entwicklung, die ich so in Deutschland nicht haben möchte, die aber schon im Gange sein dürfte.

frihet
Beiträge: 172
Registriert: Mo 13. Feb 2012, 14:37

Re: "Colorado: Trinkwasser mit Cannabis verseucht"

Beitrag von frihet » So 24. Jul 2016, 15:11

Verständnisfrage: THC ist doch hydrophob, wie soll sich das denn in Wasser verteilen?

ay_caramba
Beiträge: 64
Registriert: Sa 24. Mai 2014, 09:20

Re: "Colorado: Trinkwasser mit Cannabis verseucht"

Beitrag von ay_caramba » So 24. Jul 2016, 16:07

Die Messung war falsch positiv: http://edition.cnn.com/2016/07/23/healt ... thc-water/

Also, kein THC im Trinkwasser...

Ernst Berlin
Beiträge: 775
Registriert: Fr 24. Feb 2012, 13:09
Wohnort: Berlin

Re: "Colorado: Trinkwasser mit Cannabis verseucht"

Beitrag von Ernst Berlin » Mo 25. Jul 2016, 09:20

Wollte gerade fragen wie sie es geschafft haben THC Wasserlöslich zu machen und warum man dann noch Butan oder Alkohol bräuchte. Ich glaube es war sofort jeden Konsumenten klar, dass das nicht stimmen konnte.
Privat Sponsor des DHV seit 06.10.2009... Wann machst du mit? :D

Doc_A
Beiträge: 723
Registriert: So 31. Aug 2014, 11:21

Re: "Colorado: Trinkwasser mit Cannabis verseucht"

Beitrag von Doc_A » Mo 25. Jul 2016, 10:51

Völlig unabhängig davon, ob es nun wirklich THC im Wasser gab oder nicht:

Wenn man wikipedia hernimmt, kann man nachlesen, daß sich bei 23°C ca. 2,8mg in 1l Wasser lösen.

Diese 2,8mg entsprechen ca. 18,7m(!)g hochwertigem Pflanzenmaterial (Gehalt 15%).

Bei Aufnahme (vulgo Trinken) von einem Liter würde man sich mit der Menge THC vergiften( ;) ), die in knapp 0,02g Graß enthalten sind.

Nicht berücksichtigt habe ich, daß das Wasser möglicherweise kälter war (weniger gelöst), und daß das THC durch Wechselwirkungen mit der Leitungsoberfläche zurückgehalten/gebunden wird.


Fazit: Um die Wirkung einer kleinen Marijuana-Zigarette zu erreichen, müßte man ca. 5l von diesem Wasser runterkippen. Um jegliche Beeinträchtigung auszuschließen, könnte man vom Verzehr abraten, der Hinweis für das Duschen ist völlig lächerlich. (Außer es wurde vermutet, daß noch andere, und im Gegensatz zu THC gesundheitsschädliche, Substanzen eingebracht wurden.)
:shock:

Sabine
Beiträge: 7662
Registriert: Fr 18. Apr 2014, 09:15

Re: "Colorado: Trinkwasser mit Cannabis verseucht"

Beitrag von Sabine » Di 26. Jul 2016, 19:39

Selbst heute veröffentlichen noch Medien die Mär über "verseuchtes" Leitungswasser :roll:

Über die Entwarnung dagegen findet "man" so gut wie nichts. Mal schaun, wann wir an Infoständen oder bei Frau Mortler & Co. dagegen argumentieren müssen ...

Antworten

Zurück zu „Sonstiges“