Ist Cannabis schlecht für die Leber?

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bushdoctor
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Ist Cannabis schlecht für die Leber?

Beitrag von bushdoctor » Do 4. Jul 2019, 15:54

Es wurde herausgefunden, dass CBD lebertoxisch wirkt und keinesfalls harmlos ist:
https://www.nutraingredients-usa.com/Ar ... ty-for-CBD

(Quelle: Originalstudie)

Mäuse bekamen 10 Tage lang ca. 600mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht... danach wurde beobachtet. Vier Tage später waren de Mäuse tot!

Damit wäre man als 75kg-Mensch nach spätestens 14 Tagen tot, wenn man 10 Tage lang hintereinander jeweils 45g reines CBD zu sich nehmen würde... Zumindest die Mäuse im Labor bei solchen "Äquivalenzdosen" gestorben, weil sich die Leber versagt hat.

Jetzt ist man natürlich besorgt und möchte erforschen, wie "harmlos" CBD nun wirklich ist, denn auch bei geringeren Dosen befürchtet man Gefahren für die Leber!

Meine Einschätzung:
Könnte meines Erachtens darauf hindeuten, dass gerade medial vorbereitet wird, dass Cannabis doch potentiell gefärliche (tödliche!) Wirkungen hat und es deshalb besser wäre, wenn man einen freien unregulierten CBD-Öl-Markt unterbinden sollte... es ist ja nur zum besten der Bevölkerung!

Macht euch bitte schonmal mental bereit, dass es in ein paar Jahren keine freiverkäuflichen CBD-Öle mehr zu kaufen geben wird!

...ich muss echt meinen Hut ziehen, vor so viel Bösartigkeit und genialer Strategie! Der dumme Pöbel muss halt vor dem bösen Hanf beschützt werden!

Die "Legalisierung" wird nur von kurzen Dauer sein, weil dann langsam "rauskommen" wird, wie tödlich gefährlich Cannabis DOCH ist...

So long, and thanks for all the fish!

Und: Wohl bekomm´s beim täglichen Trinken von ca. 0,45 Litern 10%igem-CBD-Öl :twisted: Da vermute ich, dass die Leber schon vorher beim Fettstoffwechsel Probleme bekommen wird! Wahrscheinlich wird der Magen aber noch früher "rebellieren"!
Von den mind. ca 30.000 Euro, die dieser 10-tägige Selbstmordversuch kostet, will ich hier mal gar nicht reden... ;-)

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bad guy
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Re: New mouse study finds level of liver toxicity for CBD

Beitrag von bad guy » Do 4. Jul 2019, 16:29

Also über ein halbes Gramm pro Kilo Körpergewicht. Von allem kann man sterben wenn man zuviel nimmt. 60g Kochsalz pro Tag bei einer 100kg Person wird auch nicht lange gut gehen.

Doc_A
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Re: New mouse study finds level of liver toxicity for CBD

Beitrag von Doc_A » Do 4. Jul 2019, 19:39

Zum Panik verbreiten eignet sich dieses Ergebnis wohl eher nicht.

Mäuse sterben also bei der Verabreichung der unnatürlich hohen Dosis von 600mg/kg Körpergewicht nach 4 Tagen!?

Bei Verabreichung eines guten Drittels dieser Menge an Acetylsalicylsäure (250mg/kg Körpergewicht) fallen die Mäuse sofort tot um.

https://de.wikipedia.org/wiki/Acetylsalicyls%C3%A4ure

Es ist hier eben so wie bei vielen anderen Dingen im Leben, man sollte Hirn walten lassen.
:shock:

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bushdoctor
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Re: New mouse study finds level of liver toxicity for CBD

Beitrag von bushdoctor » Do 4. Jul 2019, 21:16

bad guy hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 16:29
Also über ein halbes Gramm pro Kilo Körpergewicht. Von allem kann man sterben wenn man zuviel nimmt. 60g Kochsalz pro Tag bei einer 100kg Person wird auch nicht lange gut gehen.
Wohlgemerkt müssen die 0,6 Gramm CBD / kg Körpergewicht über mind. 10 Tage genommen werden... eine einmalige Gabe von über 2g/kg hat keine lebensbedrohliche Wirkungen auf die Leber gezeigt - das steht übrigens auch in dieser Mäuse-Studie.

Bedeutet also, dass man als Mensch ca. 150 Gramm reines CBD auf einmal zu sich nehmen könnte, ohne dabei bleibende Schäden davon zu tragen... Dies deckt sich mit den Aussagen von Prof. Dr. Ruth Gallily, die seit über 20 Jahren an CBD forscht: https://www.youtube.com/watch?v=aLR6ILW4e3s#t=3m31s

"CBD is extremely non-toxic"

...wie dem auch sei: Diese "neue Forschung" WIRD dazu mißbraucht werden, gegen CBD zumindest Stimmung zu machen, dass es nicht mehr frei verfügbar sein soll. Zumindest wird dies versucht werden! Die Hanfgegner haben nur auf so eine "Studie" gewartet!

Bin gespannt, welcher BRD-Poltiker, diese "Studie" als erstes erwähnen wird, bzw. in welchem Kontext die Medien darüber berichten werden.

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bushdoctor
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Ist CBD schlecht für die Leber? Die schockierenden Ergebnisse einer neuen Studie

Beitrag von bushdoctor » Do 4. Jul 2019, 21:41

Nachdem ich im englisch-sprachigen Internet auf diesen Artikel gestoßen bin:
https://www.nutraingredients-usa.com/Ar ... ty-for-CBD

hab ich gleichmal einen Thread im Forum aufgemacht:
https://hanfverband-forum.de/viewtopic.php?f=54&t=14140

Diese "Studie" war mir neu... irgendwie an mir vorbeigegangen. Ich hab auch gar nicht auf´s Datum geschaut, denn wie sich nun bei meiner Recherche im Netz herausstellte, ist die Studie schon "älter" (April 2019)

Jedenfalls verlinke ich hier mal den erst-besten Artikel eines bekannten deutschen Qual-itäts-Mediums auf diese Studie:
https://www.focus.de/finanzen/boerse/is ... 71114.html
In der subakuten (vermuteten ungiftigen) Phase der Studie wurde acht Wochen alten Mäusen zehn Tage lang eine Dosierung von 0 mg/kg, 61,5 mg/kg, 184,5 mg/kg und 615 mg/kg verabreicht. Das war der subakute Toxizitätsanteil der Studie (der akute Anteil lag bei Dosierungen von bis zu 2.460 mg/kg). Von den Mäusen in der subakuten Studie, die die höchste Dosis von 615 mg/kg erhielten, starben 75 % entweder oder waren am dritten oder vierten Tag kurz vor dem Tod. Diese Mäuse zeigten auch bereits viele Anzeichen, die auf Leberschäden hindeuteten (d. h. erhöhte Leberenzymwerte und bedeutende Erhöhungen des Gewichtsverhältnisses von Leber zu Körper), die in den höchsten Dosen der Akutstudie beobachtet wurden.

Hier kommt der Aha-Moment der Studie: Die Dosis von 615 mg/kg, die den Tod oder Beinahe-Tod von drei Vierteln der Mäuse in der subakuten Gruppe verursachte, ist das allometrische Äquivalent zur höchsten Dosis von GW Pharmaceuticals’ Epidiolex beim Menschen.

@Moderator: Die Diskussion dazu in der Rubrik Englische Artikel könnte man hier zusammenfassen, dann haben - glaube ich - mehr Leute was davon.

Ich bin mal (zu?) stark vorgeprescht, und behaupte, dass diese Studie von den Hanfgegner dazu missbraucht werden wird, um CBD-Öle nur noch in der Apotheke verkäuflich zu machen (ab einer gewissen Dosis nur auf Rezept)... ist einfach mal (m)eine Hypothese...

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Hans Dampf
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Re: Ist CBD schlecht für die Leber? Die schockierenden Ergebnisse einer neuen Studie

Beitrag von Hans Dampf » Do 4. Jul 2019, 23:01

Ich bin mal (zu?) stark vorgeprescht, und behaupte, dass diese Studie von den Hanfgegner dazu missbraucht werden wird, um CBD-Öle nur noch in der Apotheke verkäuflich zu machen (ab einer gewissen Dosis nur auf Rezept)... ist einfach mal (m)eine Hypothese...
Wenn sich die Ergebnisse der Studie bestätigen und auf den Menschen übertragen werden können (was ich beides eher nicht glaube(!)) dann stellt sich die Frage nach der Art und Weise wie stark reguliert potential gefährliche Stoffe werden sollen.
Viagra auf Rezept oder in Südostasien für ein paar Cent irgendwo gekauft?
Im Falle von Antibiotika wäre ich zum Beispiel für eine stärkere Regulierung weltweit.

Meiner Meinung nach sollte CBD überall verkauft werden dürfen, das wird sich von selbst regeln.
Bei THC würde ich den Verkauf in Fachgeschäften ab 18 bevorzugen und keine Mischungen mit Alk/Tabak kommerziell erlauben.
"Das Schöne an der Mitgliedschaft im DHV ist dass man nichts tun muss außer zahlen und die Legalisierung trotzdem voranbringt. Aktiv mit-Menschen reden und sie offen für Neues zu machen erzeugt aber die größte Wirksamkeit für eine L. hier in D."

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Martin Mainz
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Re: Ist Cannabis schlecht für die Leber?

Beitrag von Martin Mainz » Di 14. Apr 2020, 10:34

Vielstoffgemisch mit vielen Unbekannten

Darüber, wie Cannabis sich auf die Leber auswirkt, ist noch zu wenig bekannt. Der zunehmende Einsatz von medizinischem Cannabis erfordert eine intensivere Forschung zur Langzeittoxizität und zum Interaktionspotenzial.
...
Im Gegensatz zu den körpereigenen Endocannabinoiden, die aus Arachidonsäure gebildet werden und eine Fettsäure-Grundstruktur aufweisen, haben Phytocannabinoide eine C21-Terpenphenol-Grundstruktur. Sie werden daher anders verstoffwechselt und sind hinsichtlich einer möglichen Lebertoxizität anders zu bewerten.
...
Ein besonders starker PGP-Hemmer ist CBD, aber auch THC und CBN inhibieren das Transportprotein. Wird PGP gehemmt, können sich Zytostatika in der Zelle anreichern und es kann zu Intoxikationen.

Die Studien zum Interaktionspotential von Cannabis sind noch lange nicht abgeschlossen. Die Sicherheit und Unbedenklichkeit von Cannabisblüten in Bezug auf die Leber ist noch weniger untersucht als die von zugelassenen Präparaten auf Cannabis-Basis. Hier besteht noch Forschungsbedarf.


Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... en-116857/
Ehrenamtlicher Foren-Putzer und Teilzeitadmin

Hanfkraut
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Re: Ist Cannabis schlecht für die Leber?

Beitrag von Hanfkraut » Di 14. Apr 2020, 19:02

Die Menge macht grundsätzlich das gift!

Mich wundert es immer wieder das niemand Über Alkohol spricht!
Denn Alkohol ist und bleibt ein Nerven Gift!
Alkohol macht Agressiev, vernichtet Hirn Zellen, verkürzt die Lebenserwartung! Greift die Leber an!
Und darf ab 16 Jahren konsomiert werden!
So viel zu der Gesundheits Sorge!
2 Liter Schnaps auf ex und Mann ist dann auch wohl tot! Oder nicht?

So wie ich es öfter mal gelesen habe ist es sogar so das Cbd und thc sogar die Leber generiert!
Es wird sogar empfohlen wenn man Tabletten zu sich nimmt die auf die Leber gehen zusätzlich noch canabinoide zu sich nehmen sollte!


Bekanntlich nimmt man auch nur kleine Mengen und nicht gramm weise. Zu sich

Schön und gut oder kaputt reden kann man bekanntlich alles!

Aber dann sollte sich das so besorgte Deutschland mal beim Alkohol anfangen und kann beim Umweltschutz aufhören!

Auch die Erhöhte emmision in den Städten bringen tote mit sich!

Normalerweise dürfte kein Auto und kein Flugzeug mehr fliegen und Alkohol bzw. Zigaretten müssten dann erst recht dabu sein!

Das muss man mir mal genauer erklären!

Aber Sprüche wie.
Cannabis ist verboten weil es illegal ist o. Ä. Lass ich nicht gelten!

Das btmg Gesetz ist ein fake und beruft sich auf Lügen!

Und wir sind alt genug und benötigen kein Vormund.

Zumal das alles so keinen Sinn macht!

Das muss auch die Politik allmählich einmal einsehen!

Echt Traurig!
Sehr Traurig was weltweit so abläuft!
Ärzte weigern sich!
Das cannabis Medizin Gesetzt hat versagt! Apotheken liefern nicht ! Kassen zahlen nicht!
https://hanfverband.de/files/normenkont ... 190910.pdf

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Vaporisator
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Registriert: Do 27. Feb 2020, 23:00

Re: Ist Cannabis schlecht für die Leber?

Beitrag von Vaporisator » Di 14. Apr 2020, 22:41

Ich verstehe weder die Aufregung, noch würde ich die Richtigkeit oder Wichtigkeit der Studie anzweifeln ohne weitere qualitative wissenschaftliche Untersuchungen.
Ich verstehe ja nicht einmal die Wörter im Einleitungstext der Studie, wie könnte ich dann Anführungszeichen um die Studie setzen.
Diese hier nachgewiesene Schädlichkeit ist natürlich weiter zu untersuchen, sollte sie auch in geringeren Dosen auftreten wäre das zur medizinischen Anwendung doch wichtig zu wissen!
Auch der Vergleich mit Alkohol ist wenig zielführend, der mit Aspirin schon eher um die Menge einzuordnen.
Ich habe bisher noch keine Anzeichen dafür gesehen dass damit irgendwie Stimmung gemacht würde, wenn ja dann wäre das halt nur eine weitere Absurdität in der Argumentation der Prohibitionisten, jeder der sich das einmal anschaut sieht dass dahinter nicht viel steht.

Ich wünsche mir wirklich eine weniger emotionale, faktenbasiertere Argumentation zum Thema Cannabis.
Cannabis ist nicht völlig böse, aber es ist auch nicht völlig gut, wie alle anderen Dinge auch.
Wichtig ist es, die Risiken wissenschaftlich zu evaluieren und so möglichst vermeidbar zu machen, die guten Dinge zu erkennen, und zu untersuchen wie man sie am besten nutzt.
Cannabis muss nicht legal werden weil es etwa völlig harmlos ist und den Weltfrieden bringt, auch nicht weil es unschädlicher als Alkohol ist (Vergleiche sind generell oft nicht so Zielführend mMn), sondern weil das Verbot einfach völlig unverhältnismäßig und ein wissenschaftlich betrachtet völlig unwirksames Instrument zur harm reduction ist, gleichzeitig einen riesen Haufen Probleme schafft.

Diese teils allergische Reaktion auf negative wissenschaftliche Ergebnisse stört denke ich den Legalisierungsdiskurs, da, egal wie schädlich Cannabis wäre, es trotzdem legal sein müsste (wie mMn. auch alle anderen Drogen).
Die extrem emotionale Diskussion über bzw Verleugnung von wissenschaftlichen Studien, Fakten, teils wissenschaftlichem Konsens (Existenz einer psychischen Abhängigkeit z.B.) wirft ein schlechtes Licht auf die legalize- Bewegung und geht am Thema vorbei! Prohibitionisten können so auf die 5% zeigen und sagen "guck die mal die Aluhüte an"

Martin Mainz' Post ist dagegen schön konstruktiv :D
Ich persönlich würde mir keine Sorgen drüber machen dass CBD deswegen verboten wird, wenn, dann aus Prinzip weils Cannabis und darum verboten ist.
Auch nicht dass ich mir durchs vaporisieren die Leber kaputt mache. But we'll see!
Das kriminelle an Hanf ist das Verbot.

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