Sammlung Uruguay

Reggeldo
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitrag von Reggeldo » Do 9. Nov 2017, 13:59

Klar ist das möglich bei der Masse. Deutschland hat auch nicht die Kapazität so eine Masse anzubauen um die für 1,30 zu vekraufen. heisst aber nicht dass es nicht möglich wäre :D

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Martin Mainz
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitrag von Martin Mainz » Di 27. Mär 2018, 10:28

http://www.shareribs.com/rohstoffe/soft ... 08102.html

In Uruguay verfügt ICC Labs über eine Lizenz für den Anbau und die Produktion von 2.000 Kilogramm Cannabis und geht davon aus, dass diese auf 10.000 Kilogramm ausgeweitet wird. Einen Eindruck von den Produktionsstätten des Unternehmens können Sie sich auch in diesem Video verschaffen: https://youtu.be/vddfsYNK_qc

Neben dem heimischen Markt zielt das Unternehmen auch auf eine internationale Expansion und dürfte hier von seinen geringen Produktionskosten profitieren. Bei GMP Securities geht man davon aus, dass das ICC Labs eine gute Ergebnisdynamik entfalten könnte. Das Umsatzpotential wird auf 450 Mio. USD geschätzt, bei einem EBITDA von 150 Mio. USD. Bei einer branchenüblichen Bewertung, vom sechs- bis achtfachen des EBITDA, könnte dies eine Bewertung von ICC Labs von 7,00 CAD rechtfertigen, so GMP Securities.

ICC Labs meldete am 7. März, dass man seit Juli 2017 mehr als 1.000 Kilogramm Cannabis für den legalen Markt in Uruguay produziert habe. Seitdem sei die Zahl der registrierten Cannabis-Konsumenten im Land auf knapp 22.000 gestiegen. Damit einher geht eine steigende Nachfrage, die ICC Labs veranlasste, die Produktion von 2.000 auf 5.000 Kilogramm im Jahr steigern zu wollen. Die Erlaubnis für den Verkauf der zusätzlichen 3.000 Kilogramm muss nun von Cannabis Regulation and Control Institute erteilt werden.
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Martin Mainz
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Re: Sammlung Lateinamerika

Beitrag von Martin Mainz » Di 14. Aug 2018, 11:15

Uruguay: Cannabis vom Staat – der regulierte Genuss

Seit einem Jahr wird in Uruguay staatliches Cannabis verkauft. Es war der letzte Schritt in einem fünfjährigen Regulierungsprozess. Zeit für eine erste Bilanz
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Der Verkauf durch die Apotheken, der vor einem Jahr startete, leitete die letzte Phase eines nun knapp fünf Jahre andauernden Regulierungsprozesses ein. Zuvor erlaubte man registrierten Cannabisnutzern bereits den heimischen Anbau von bis zu sechs Pflanzen oder die Mitgliedschaft in sogenannten Cannabis-Clubs, in denen gemeinschaftlich gezüchtet wird. Abgeschlossen ist der Prozess noch nicht. Denn zum Gesetz gehört neben der Entkriminalisierung der Nutzer und der Förderung der öffentlichen Gesundheit auch die Stärkung der Sicherheit der Bevölkerung. Eines der Hauptziele des Gesetzes war und ist es, den Dealern den Markt zu entziehen und die Drogenkriminalität zu senken.
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Neben der Pitágoras-Apotheke haben fünf weitere ihre Lizenz wieder abgegeben. Ihre Banken haben ihnen ein Ultimatum gestellt: Entweder sie beenden den Verkauf der Droge oder ihr Konto wird gesperrt. Die uruguayischen Geldinstitute reagierten damit auf Drohungen US-amerikanischer Banken, mit denen sie zusammenarbeiten. Der Patriot Act verbiete es ihnen, finanzielle Beziehungen zu Firmen zu pflegen, die Substanzen wie Marihuana verkauften.
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Zurzeit gibt es im gesamten Land 14 lizensierte Apotheken. Gras bekommt man in der Regel nur gegen Bargeld. Wenn überhaupt. Denn von den vier Tonnen, die pro Jahr angebaut werden dürfen, wurde im letzten Jahr knapp eine verkauft. Nicht wegen fehlender Nachfrage – mittlerweile gibt es über 25.000 registrierte Konsumenten – sondern aufgrund von Lieferengpässen. "Wenn diese Probleme überwunden sind und die Produktion und legale Distribution steigen", so glaubt Baudean, „wird die überwältigende Mehrheit des Cannabismarktes für Erwachsene legal sein.“
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Die Apotheken bieten bislang zwei Sorten an: Alfa, ein Mix mit überwiegend Indica-Blüten, und Beta, bei dem der Sativa-Anteil größer ist.
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Ursprünglich hatten sich 3.500 Konsumenten angemeldet, inzwischen sind über 20.000 weitere hinzugekommen. Zwei Drittel von ihnen sind regelmäßige Kunden in den Apotheken.
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Zu überprüfen, ob jemand tatsächlich nur sechs Pflanzen in seinem Wintergarten heranzüchtet, ist Aufgabe des Instituts für die Kontrolle und Regulation von Cannabis (IRCCA), dem dafür gerade einmal sechs Inspektoren zur Verfügung stehen. Die Kontrollen erfolgen nach dem Zufallsprinzip oder aufgrund von Hinweisen. Teilweise sind es Anwohner, die ihre Nachbarn anschwärzen. Im vergangen Jahr wurden 192 Wohnungen inspiziert. Das sind 2,5 Prozent aller Heimzüchter. Hausbesuche sind prinzipiell nur mit Einverständnis des Bewohners oder mit Durchsuchungsbeschluss möglich. Die Cannabis-Clubs sind einfacher zu überwachen. Ihre Zahl ist überschaubar. Jeder zweite muss mit einer Kontrolle pro Jahr rechnen. Im vorletzten Sommer hat die Polizei über 800 Pflanzen eines Clubs beschlagnahmt, der seine Blüten über ein Hostel an Touristen weiterverkauft hatte.
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Marcos Baudean stellt aber klar, dass sich weder die Zahl der Intoxikationen, noch die der Todesfälle durch Cannabis geändert habe und beruft sich dabei auf offizielle Zahlen des Nationalen Drogenrats. Zudem betont er, dass die Entstigmatisierung der Cannabisnutzer als positiv zu bewerten sei: "Heutzutage akzeptiert man in Uruguay, dass Marihuanarauchen nicht synonym für Drogenabhängigkeit ist, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war."Ein riesiger Schwarzmarkt, der durch kleine Geschäfte unter Privatpersonen befördert wird. "Das ist ein neues Problem, dass Blüten illegal verkauft werden, die sicherlich aus lokaler Produktion stammen", bestätigt Marcos Baudean von Monitor Cannabis. Das IRCCA ist zurzeit noch zurückhaltend mit Razzien bei Privatpersonen. Man wolle Konsumenten nicht einschüchtern. Wer lässt sich schon gern registrieren, wenn er damit rechnen muss, dass ein paar Tage später die Ermittler vor der Tür stehen?
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Auch Monitor Cannabis soll zum Ende des Jahres eingestellt werden, die Finanzierung läuft im Dezember aus. Eine Plattform, die verschiedene Forschungsdisziplinen vereint und so umfassend Informationen zu dem Thema sammelt, erhebt und verbreitet, wird es dann nicht mehr geben. Dass die Regierung diese Lücke füllen wird, ist unwahrscheinlich.

Nach knapp fünf Jahren hätten man sich vielleicht ein paar mehr Fortschritte gewünscht. "Viel hat sich nicht geändert, weil hier alles nur schleppend anläuft", resümiert Marisol Rodríguez. "Aber klar, es war ein Fortschritt, wenn auch ein später."


Quelle: https://amerika21.de/analyse/207806/uru ... abis-staat
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DennisEF
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Re: Sammlung Lateinamerika

Beitrag von DennisEF » Mo 27. Aug 2018, 10:44

"Das kann eine Erfolgsgeschichte werden"
2013 sorgte Uruguay weltweit für Aufsehen, als das Land entschied, Cannabis weitgehend zu legalisieren. Inzwischen darf jeder nach einer Registrierung die Pflanze anbauen - entweder zu Hause oder gemeinschaftlich in einem der mehr als 100 sogenannten "Cannabis-Clubs". Vor einem Jahr startete in einigen Apotheken des Landes zudem der öffentliche Verkauf der Droge. Wie hat die Legalisierung das Land verändert? Der Soziologe Martín Collazo von Monitor Cannabis, einem Wissenschaftsverbund an der Universidad de la República in Montevideo, zieht Bilanz...

...Alles zusammengenommen klingt das nicht unbedingt nach einer Erfolgsgeschichte.

Das sehe ich anders. Das kann eine Erfolgsgeschichte werden. Die Regierung hat das Problem mit der Unterproduktion erkannt. Sie will Lizenzen an weitere Firmen vergeben, damit das staatliche Cannabis den Bedarf decken kann. Wir gehen davon aus, dass es dann eng wird für den Schwarzmarkt und die Drogenbanden. Das wiederum wird dazu führen, dass die Drogenkriminalität weiter zurückgeht und auch die Gewaltverbrechen. Sie werden oft von Banden begangen. Die Situation der Banden ist jetzt schon schwieriger geworden, weil der Staat ihnen durch die Legalisierung ja ein Drittel des Marktes abgenommen hat. Langfristig rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang der Mordrate, die ja in Uruguay, verglichen mit anderen Ländern Lateinamerikas, ohnehin schon ziemlich niedrig ist...
https://www.sueddeutsche.de/politik/int ... -1.4104733

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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von BUMMBUMM » Sa 9. Feb 2019, 16:04

Erste Lehren aus fünf Jahren legalem Cannabis in Uruguay
http://library.fes.de/pdf-files/iez/15119.pdf
Uruguays Reform in Kürze
  • Die Reform von 2013 stellt die gesamte Wertschöpfungskette von Cannabis unter staatliche Kontrolle.
  • Ziele sind die Stärkung der öffentlichen Sicherheit, die Eindämmung der gesundheitsschädlichen Folgen des Drogenkonsums sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen und der sozialen Inklusion der Konsument_innen.
  • Bezugswege für Cannabis zu Genusszwecken sind (nur für uruguayische Staatsbürger_innen und Personen mit dauerhaftem Wohnsitz in Uruguay):
  • Erwerb in Apotheken für registrierte Personen von Cannabis aus kontrolliertem Anbau durch lizenzierte Unternehmen (max. 40 Gramm pro Monat);
  • Produktion und Nutzung durch Mitglieder von sog. Cannabis-Clubs (Zusammenschluss von 15 bis 45 Personen, maximal 99 Pflanzen);
  • privater Anbau (bis zu sechs Pflanzen pro registriertem Haushalt).
  • Das Führen eines Fahrzeugs unter Einfluss von Cannabis sowie der Konsum am Arbeitsplatz sind untersagt.
  • Direkte und indirekte Werbung für Cannabis ist untersagt.
...
Es gibt also keinerlei empirische Beweise für die Dammbruch-Szenarien der Verbotsanhänger_innen.
...
Doch während man den Pionier_innen für ihren Mut auf die Schulter klopft, erschweren die bestehenden internationalen Konventionen und nationalen Regulierungen weiter deren Umsetzung.
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6 Seiten, schön zu lesen, kann ich uneingeschränkt empfehlen.
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