WHO zu Cannabis

Benutzeravatar
BUMMBUMM
Beiträge: 417
Registriert: Do 23. Aug 2018, 10:43
Wohnort: Hannover

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von BUMMBUMM » Do 7. Feb 2019, 07:59

Aus dem Vice-Artikel:
...Und so werden wohl noch weitere Länder Cannabis legalisieren, während die WHO und die UN gemütlich an ihren Paragrafen schrauben.
Die haben die Veröffentlichung der Empfehlungen zurückgehalten, weil sie sich nicht mit ihrer rückständigen Drogenpolitik lächerlich machen wollten, nur um es dann doch zu tun.
Einen unmittelbaren Effekt hat es auf jeden Fall, jetzt muss keiner mehr ein schlechtes Gewissen haben wenn er sich über diese vorsinflutlichen Drogenverträge hinwegsetzt.

FYI etwas genauere klassifizierung von Schedule 1 bzw die Abgrenzung zu der zusätzlichen Listung unter Schedule 4 ist, dass die Betäubungsmittel keinerlei substanziellen medizinischen nutzen haben, desaströses missbrauchspotenzial haben und stark schädigen.
Damit ist Cannabis in "nur noch" Schedule 1 als Betäubungsmittel genau so ungefährlich wie Kokain, Opium, Methadon.

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2606
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Cookie » Mi 27. Feb 2019, 16:44

CND: Keine Abstimmung über Cannabis-Empfehlung

Die Kommission der Vereinten Nationen für Suchtstoffe (CND) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht über die Cannabis-Empfehlungen der WHO am 7. März abstimmen. Denn bei der gestrigen Sitzung forderten viele Mitgliedsländer wie die USA und Deutschland mehr Zeit für die Prüfung der Empfehlungen.


https://www.leafly.de/cnd-keine-abstimm ... mpfehlung/
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

Benutzeravatar
BUMMBUMM
Beiträge: 417
Registriert: Do 23. Aug 2018, 10:43
Wohnort: Hannover

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von BUMMBUMM » Mi 27. Feb 2019, 23:51

wow das is so abfuck, die empfehlungen sind nur 2 seiten lang, die restlichen infos sind seit herbst öffentlich. jetzt auf mehr zeit zu plädieren hat null mit prüfung irgendwelcher sachen zu tun, sondern is nur verzögerungstaktik.

https://www.forbes.com/sites/sarabritta ... 898f4314e0
...The reality of the situation is CND does not have to vote, ever. The participating member states can, in fact, waffle and procrastinate indefinitely about cannabis, as they have with the WHO's recommendation to reschedule Dronabinol.
Perhaps member states should continue to progress individually, following Uruguay and Canada's lead, rather than sit around endlessly, passive aggressively pontificating and pinning their hopes on a perpetually postponed collective vote.
Somerset sieht das schon richtig, UN funktioniert nur wenn alle an einem strang ziehen, also nicht...
Die Geschichte des THC-Scheduling aka dronabinol hab ich paar seiten vorher hier ja gepostet.
Da sieht man mal wie entscheidungsfreudig dieses gremium ist. Rumeiern und auf später verschieben.

Echt traurig dass sich deutschland da ausgerechnet hervortun muss bei den Bremsklötzen, ich hab ja schon einiges recherchiert in die richtung aber rausgefunden wer den wirklich die teilnehmer sind hab ich nicht, also zumindest nicht vom CND. Also falls das wer weiss, Name und Kontakt/Anschrift des deutschen vertreters bitte per PM an mich.

Benutzeravatar
BUMMBUMM
Beiträge: 417
Registriert: Do 23. Aug 2018, 10:43
Wohnort: Hannover

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von BUMMBUMM » Do 28. Feb 2019, 18:04

BUMMBUMM hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 07:59
...Einen unmittelbaren Effekt hat es auf jeden Fall, jetzt muss keiner mehr ein schlechtes Gewissen haben wenn er sich über diese vorsinflutlichen Drogenverträge hinwegsetzt.
...
Jetzt wo ich die Mitschrift des Intersessional Meetings des CNDs gelesen hab, gehts mir schon wieder viel besser.
http://cndblog.org/2019/02/cnd-interses ... uary-2019/

Norwegen und Uruguay sagen vorweg gleich das mit der üblichen Verzögerungstaktik könnter euch dahin schieben wo keine sonne scheint.

Dann kommen die Schenkelklopferfragen:
...Canada: I admit I wasn’t aware we will have the opportunity this morning to converse with Geneva. I have some questions: Scheduling of cannabis and resin in schedule 1 – it is intended to be based on similarity principle, we are wondering if this is the approach taken by ECDD? THC content in CBD preparations – why has the ECDD settled on that particular figure? Why was the sharing of the results delayed?

Russia: We believe more dialogue will be needed on this matter. We welcome the participation of WHO and ECDD members in CND sessions. More time would be required to be prepared for this discussion. At this stage, we have this question: many countries use cannabis and its components for medical components and these are produced at an industrial scale, which actual limits exist bearing in mind the current scheduling?
...
Frage: wurde das ähnlichkeitsprinzip (vergleichen mit anderen drogen der einstufung) angewendet bei der belassung von cannabis in schedule 1?
Antwort: *rumgeeier* "...in terms of 1, we felt it did warrant to stay in that category..." :roll:
Also kein Vergleich mit den anderen Substanzen in Schedule 1 (Kokain, Opium...)

Frage: Wenn ihr doch sonst nicht sagen könnt wie gefährlich THC genau is, wie könnt ihr dann behaupten 0,2% wären ungefährlich.
Antwort: nun im Vergleich zu den anderen Substanzen wie Koka oder Opium/Morphin hat sich dieser Mengenanteil als unbedenklich etabliert.

Frage: Wieso hat das so lange gedauert?
Antwort: hey wir hatten letztes jahr 2 sitzungen statt nur einer, da waren wir total überlastet und konnten nicht schneller die 3 benötigten unterschriften zusammenbekommen.

Frage: Viele Länder benutzen Cannabis und inhaltsstoffe für medizinische zwecke/präparate und diese werden in industriellem Maßstab hergestellt. Welche Einschränkungen gelten eigentlich, betrachtet man die aktuelle Einstufung (I/I+IV Schlimmste dem Menschen bekannte Substanz sowohl als Betäubungsmittel, wie auch als Psychotrop)?
Antwort: ...[Kein Kommentar]...

Es gilt also:
...jetzt muss keiner mehr ein schlechtes Gewissen haben wenn er sich über diese vorsinflutlichen Drogenverträge hinwegsetzt...
Konsequenzen gibts keine, ausser Wissens- und Infrastrukturvorsprung gegenüber den Prohibitionistenstaaten.

PS: die bedeutung des Deutschen beitrags relativiert sich beim lesen, das hat weniger was mit dem thema zu tun, als das es der tradition des "dem Ami nachm Mund reden" folgt. 2te weltkrieg, feindstaaten, das deutschland überhaupt bei UN und Nato mitspielen darf und so die geschichte.

Benutzeravatar
Martin Mainz
Beiträge: 3102
Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Martin Mainz » Do 28. Feb 2019, 20:54

BUMMBUMM hat geschrieben:
Do 28. Feb 2019, 18:04
... PS: die bedeutung des Deutschen beitrags relativiert sich beim lesen, das hat weniger was mit dem thema zu tun, als das es der tradition des "dem Ami nachm Mund reden" folgt. 2te weltkrieg, feindstaaten, das deutschland überhaupt bei UN und Nato mitspielen darf und so die geschichte.
:roll: Da haste wohl recht. Und danke für den Link zur CND!

Benutzeravatar
Hans Dampf
Beiträge: 762
Registriert: Fr 29. Sep 2017, 12:31

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Hans Dampf » So 3. Mär 2019, 11:27

Und wieder ein Dankeschön an dich BUMMBUMM!

Was ich durch die von dir beschriebenen Vorgänge immer mehr verstehe ist, dass offensichtlich sehr viele Entscheidungen die auch direkte Auswirkungen auf den „einfachen Mann“ haben, in völlig undemokratischer Weise in klandestinen Hinterzimmern gestaltet und letztendlich auch beschlossen werden. Das Cannabisverbot ist daher für mich auch ein Zeichen für nicht ausreichend vorhandene echte Demokratie.
"Das Schöne an der Mitgliedschaft im DHV ist dass man nichts tun muss außer zahlen und die Legalisierung trotzdem voranbringt. Aktiv mit-Menschen reden und sie offen für Neues zu machen erzeugt aber die größte Wirksamkeit für eine L. hier in D."

Parade
Beiträge: 39
Registriert: Di 21. Aug 2018, 10:23

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Parade » Mo 4. Mär 2019, 02:29

Hans Dampf hat geschrieben:
So 3. Mär 2019, 11:27
Das Cannabisverbot ist daher für mich auch ein Zeichen für nicht ausreichend vorhandene echte Demokratie.
Jein, das mag für heute zutreffen, aber früher dürften Gründe wie Rassismus oder "Entartung" oder Kontrolle über 'Subversive' keine Minderheit gewesen sein.
Problem ist das ursprüngliche Gründe heute irgendwie nicht mehr interessieren, 'verboten weil illegal' trifft es.

Benutzeravatar
Martin Mainz
Beiträge: 3102
Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Martin Mainz » Di 5. Mär 2019, 16:03

Cannabis-Neuklassifizierung: Trump fragt das Volk

Wir haben bereits darüber berichtet, dass die Kommission der Vereinten Nationen für Suchtstoffe (CND) am 7. März wahrscheinlich nicht über die Cannabis-Empfehlungen der WHO abstimmen wird. Sowohl Deutschland als auch die USA forderten mehr Zeit, um unter anderem die Folgen für die Märkte abschätzen zu können (Leafly berichtete). Einem Medienbericht zufolge bittet nun die Trump-Regierung in den USA die Öffentlichkeit um ihre Meinung bezüglich der globalen Cannabis-Neuklassifizierung.
...
In dem Bericht heißt es, dass die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) möchte, dass „interessierte Personen Kommentare zu der Cannabis-Neuklassifizierung einreichen“.
...
Die USA bereiten sich dennoch auf eine Abstimmung in den nächsten Wochen vor. So können die öffentlichen Beiträge zur Cannabis-Neuklassifizierung bis zum 14. März eingereicht werden. Sollte sich die Abstimmung verzögern, erfolgt eine Fristverlängerung.


Quelle: https://www.leafly.de/cannabis-neuklass ... ung-trump/
Ehrenamtlicher Foren-Putzer und Teilzeitadmin

Chicken
Beiträge: 2
Registriert: Fr 8. Mär 2019, 23:11

CBD Cannabis(blüten) Ebay, Amazon, Biocompany, Rossmann, bla bla bla

Beitrag von Chicken » Fr 8. Mär 2019, 23:24

Why the fuck muss CBD Cannabis überhaupt noch auf ein Betäubungsmittelrezept und warum muss ein Antrag für Schwerkranke gestellt werden, wenn Apotheke, Drogerien, Supermärkte ungeprüften CBD Cannabisblütentee, Schokolade, Getränke usw freiverkäuflich verkaufen. Ist das nicht unfair? Die Gruppe CBD Patienten ist groß.


Vielleicht will ein Jurist mal vorstoßen. Wir befinden uns doch eh in einer zeitgemäßen Situation....

Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2401
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: CBD Cannabis(blüten) Ebay, Amazon, Biocompany, Rossmann, bla bla bla

Beitrag von bushdoctor » Sa 9. Mär 2019, 09:41

Psst..! Nicht zu laut Klagen!

Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass es zu einer etwas "verbindlicheren" Lösung bzgl. CBD-Blüten kommen wird. Momentan stehen mehrere Gerichtsverfahren zur Frage eines "legalen" Verkaufs von Nutzhanfblüten an... Wenn´s dumm läuft wird das BtmG genau und buchstabengetreu interpretiert und dann folgerichtig der Verkauf von Nutzhanfblüten in der BRD verboten.

Die Tatsache, dass "CBD Cannabis" auf Betäubungsmittelrezept verschrieben werden muss, um es legal besitzen zu dürfen, ist schlicht und ergreifen dem BtmG geschuldet.
Hanf (ganze Pflanze!) unterliegt nur dann nicht dem BtmG, wenn der Verkehr [Erwerb, Verkauf, Besitz] mit ihm ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließt und der Hanf und seine gehandelten Produkte aus "zertifiziertem" bzw, "lizensiertem" Anbau bzw. Import stammt.

"CBD Blüten", die medizinisch verschrieben werden können, sind nicht in der "Zertifizierungsliste der EU", die eine (Her-)Ausnahme aus dem BtmG ermöglichen würde.

...hoffentlich soweit verständlich. ;)

Chicken
Beiträge: 2
Registriert: Fr 8. Mär 2019, 23:11

Re: CBD Cannabis(blüten) Ebay, Amazon, Biocompany, Rossmann, bla bla bla

Beitrag von Chicken » Sa 9. Mär 2019, 15:35

Bedrolite granuliert (aus der EU)
Cannabistee in ganzen Blüten, frisch aus Brandenburg oder von Resellern über Amazon, Ebay, Drogerien usw

Alles ohne THC, alles Blüten, alles Cannabis, alles enthält CBD

Wo ist da der Unterschied?

Natürlich muss man laut klagen, es werden viele Patienten benachteiligt und bekommen ihre Therapie von der GKV nicht bezahlt obwohl sie den Wirkstoff CBD in Blüten oder Schokolade mittlerweile freiverkäuflich erwerben können.

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2606
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Cookie » Sa 13. Jul 2019, 10:52

Die WHO empfiehlt die Neuklassifizierung von Cannabis

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt den 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Neuklassifizierung von Cannabis. Dies könnte den weltweiten Umgang mit Cannabis grundlegend verändern und vor allem die medizinische Nutzung wesentlich erleichtern.
...
Die Stellungnahme sollte ursprünglich bereits im Dezember veröffentlicht werden, wurde dann jedoch ohne Angaben von Gründen verschoben. Dadurch wird sich die Entscheidung der UN-Suchtstoffkommission wohl etwas verschieben, da die jeweiligen Mitgliedsstaaten Zeit benötigen, um die Empfehlung zu prüfen, zu bewerten und zu kommentieren. Die Neueinstufung von Cannabis wird daher bis spätestens 2020 erwartet.
...
„Diese Stellungnahme der WHO ist ein Meilenstein in der Geschichte der weltweiten Cannabisdebatte. Angesichts der aktuell zahlreichen Beschlagnahmung von Nutzhanfblüten in Deutschland ist außerdem die Forderung der WHO wichtig, dass der Handel mit solchen Produkten keiner Einschränkung unterliegen sollte“, kommentiert Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands die WHO-Empfehlung an die Vereinten Nationen.


https://www.forschung-und-wissen.de/nac ... s-13373151
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2606
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Cookie » Do 23. Jan 2020, 10:25

Cannabis-Neubewertung: einheitliche EU-Position?

Können sich die europäischen Staaten auf eine gemeinsame Position in Sachen Cannabis-Neubewertung einigen? Die EU-Kommission hat dazu einen Vorschlag erarbeitet. Sie will Cannabisblüten und Cannabisharz aus der Liste der gefährlichsten Drogen entfernen.

[..]

Cannabis-Neubewertung: Worum geht es?

Ende 2018 untersuchte die WHO erneut die Risiken von Cannabis, THC und CBD (Leafly.de berichtete). Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die aktuelle Einstufung, die Cannabis mit Heroin in eine Gruppe einordnet, nicht gerechtfertigt sei. Gleichzeitig erkannte die WHO einen medizinischen Nutzen von Cannabis an.

Cannabis-Neubewertung: von Anlage IV zu Anlage I

Die WHO empfiehlt, Cannabisblüten und Cannabisharz aus der Liste der gefährlichsten Drogen, der Anlage IV der Single Convention, zu streichen und stattdessen nur noch in der Liste der weniger gefährlichen Drogen der Anlage I zu führen. Die Europäische Kommission unterstützt diese Forderung.


https://www.leafly.de/cannabis-neubewer ... -position/

Nach endlicher Zeit...
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

Wurlitzer1920
Beiträge: 243
Registriert: Mi 7. Feb 2018, 09:23

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Wurlitzer1920 » Mo 2. Mär 2020, 14:47

Opening of the 63rd Session of the Commission on Narcotic Drugs
March 2, 2020

http://cndblog.org/

http://www.unodc.org/documents/commissi ... evised.pdf

Wurlitzer1920
Beiträge: 243
Registriert: Mi 7. Feb 2018, 09:23

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Wurlitzer1920 » Mi 4. Mär 2020, 19:40

Die Reklassifizierung von Cannabis ist verschoben worden.
Hier sind drei kurze Videos mit Daniela Kreher vom Knowmad Institut.
(Deutsch)
https://www.facebook.com/knowmadinstitu ... ted_videos

Side Event: Informal dialogue with the WHO
March 3, 2020

Instituto Ria (Zara Snapp): Does the WHO believe that cannabis causes greater harm than substances that are legal such as alcohol or tobacco?
WHO: I can speak about the work of the ECDD – the harms of Cannabis have been reviewed and it is important to acknowledge them specifically among particular populations. The ECDD doesn’t recommend Cannabis to be legalized but the level of control has to be adjusted to the latest scientific findings. The ECDD mandate doesn’t allow harms to be compared such as that. We received a number of similar messages from MS. Cannabis use results in 13 thousand deaths globally, tied to road traffic accidents – this is in the millions for alcohol and some other drugs. Cannabis is an intoxicating substance and can result in use disorders – it is much less as with alcohol. There is research associating cannabis to cancer development but we will make an update of health consequences once we finish the scientific review. Lastly, alcohol and cannabis are not comparable.


Instituto Ria (Zara Snapp): Ist die WHO der Ansicht, dass Cannabis größeren Schaden anrichtet als legale Substanzen wie Alkohol oder Tabak?

WHO: Ich kann über die Arbeit der ECDD sprechen - die Schäden von Cannabis wurden überprüft, und es ist wichtig, sie speziell für bestimmte Bevölkerungsgruppen anzuerkennen. Die ECDD empfiehlt nicht, Cannabis zu legalisieren, aber das Kontrollniveau muss an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst werden. Das ECDD-Mandat erlaubt keinen Vergleich solcher Schäden. Wir haben eine Reihe ähnlicher Nachrichten von MS erhalten. Cannabiskonsum führt weltweit zu 13.000 Todesfällen, die mit Verkehrsunfällen verbunden sind - dies sind Millionen für Alkohol und einige andere Drogen. Cannabis ist eine berauschende Substanz und kann zu Konsumstörungen führen - viel weniger als bei Alkohol. Es gibt Forschungen, die Cannabis mit der Krebsentstehung in Verbindung bringen, aber wir werden die gesundheitlichen Folgen aktualisieren, sobald wir die wissenschaftliche Überprüfung abgeschlossen haben. Schließlich sind Alkohol und Cannabis nicht vergleichbar.

Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2401
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von bushdoctor » Mi 4. Mär 2020, 19:50

Ich habe den Eindruck, dass die WHO durchaus ehrlich die Position vertritt, dass man bei Cannabis die aktuelle (internationale) Drogenpolitik ändern sollte. Interessant sind die 13 Tausend "Cannabis-Toten" pro Jahr, die im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen genannt werden...

Einige Side-Event-Protokolle habe ich durchgelesen und muss leider berichten, dass die meisten Mitgliedsstaaten der UNO nicht an einer Änderung der Cannabis-Politik interessiert sind. Vor allem die islamisch geprägten afrikanischen Staaten sind hier echte "Hardliner"... Die meisten Staaten vertreten die Meinung, dass der Vorschlag, Cannabis umzustufen, keine Priorität hat und "warten kann"...
:(

Benutzeravatar
Hans Dampf
Beiträge: 762
Registriert: Fr 29. Sep 2017, 12:31

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Hans Dampf » Mi 4. Mär 2020, 20:54

bushdoctor hat geschrieben:
Mi 4. Mär 2020, 19:50
Ich habe den Eindruck, dass die WHO durchaus ehrlich die Position vertritt, dass man bei Cannabis die aktuelle (internationale) Drogenpolitik ändern sollte. Interessant sind die 13 Tausend "Cannabis-Toten" pro Jahr, die im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen genannt werden...

Einige Side-Event-Protokolle habe ich durchgelesen und muss leider berichten, dass die meisten Mitgliedsstaaten der UNO nicht an einer Änderung der Cannabis-Politik interessiert sind. Vor allem die islamisch geprägten afrikanischen Staaten sind hier echte "Hardliner"... Die meisten Staaten vertreten die Meinung, dass der Vorschlag, Cannabis umzustufen, keine Priorität hat und "warten kann"...
:(
Was für mich eigentlich total unverständlich ist, warum die - trotz jahrhundertealter Tradition - damit so ein Problem haben.

Das Leiden vieler Menschen hat für viele Staaten keine Priorität. Die meisten Länder sind korrupt und in der Hand einiger weniger.
"Das Schöne an der Mitgliedschaft im DHV ist dass man nichts tun muss außer zahlen und die Legalisierung trotzdem voranbringt. Aktiv mit-Menschen reden und sie offen für Neues zu machen erzeugt aber die größte Wirksamkeit für eine L. hier in D."

Wurlitzer1920
Beiträge: 243
Registriert: Mi 7. Feb 2018, 09:23

Re: WHO beschließt evt. Umstufung von Cannabis

Beitrag von Wurlitzer1920 » Do 5. Mär 2020, 21:49

Hier sind noch 2 Dokumente (Fragen an die WHO)

https://www.unodc.org/documents/commiss ... 000845.pdf

https://www.unodc.org/documents/commiss ... 001435.pdf

China, Japan und Russland sind "Hardliner".

1. Dok. S. 53

Europäische Union1) „Fußnote“ Die Einheitliche Konvention von 1961 ermächtigt die WHO, die Aufnahme eines Präparats in Anhang III zu empfehlen, wenn sie feststellt, dass das Präparat „aufgrund der darin enthaltenen Substanzen nicht missbräuchlich ist und keine schädlichen Wirkungen hervorrufen kann und dass das Arzneimittel darin enthalten ist nicht leicht wiederherstellbar “(1). Angesichts der Feststellung der 40. ECDD, dass Cannabidiol als Cannabispräparat nicht „einem ähnlichen Missbrauch oder ... negativen Auswirkungen auf die Gesundheit unterliegt, die unter die Konventionen von 1961 oder 1971 fallen“, warum empfahl die WHO, dass Präparate als reines CBD gelten sollte nicht geplant werden, anstatt zu empfehlen, diese Vorbereitungen in Anhang III aufzunehmen?
Es scheint, dass der Vorschlag, dem Übereinkommen von 1961 eine Fußnote hinzuzufügen, sich von dem Umgang der Übereinkommen mit anderen Stoffen unterscheidet. Eine vernünftige Alternative könnte sein, dass sogenannte minderwertige Zubereitungen gemäß der bisherigen Praxis in Anhang III des Übereinkommens von 1961 aufgenommen werden (2). Es ist nicht klar, warum eine umfassendere Ausnahme erforderlich ist als für jede andere Betäubungssubstanz. Warum ist eine umfassendere Ausnahme erforderlich, wenn man bedenkt, dass a) sie negative Auswirkungen auf die Möglichkeit haben könnte, den persönlichen Cannabiskonsum in Vertragsstaaten zu verfolgen, in denen dies eine Straftat darstellt, und b) die Kriminalisierung des persönlichen Cannabiskonsums eine rein nationale Angelegenheit ist. Warum wird die empfohlene Fußnote anstelle von Schedule III ausgenommenen Vorbereitungen bevorzugt?

Google -Übersetzer, leicht verändert.
(1) THC Extraktion aus CBD-Produkten
(2) minderwertige Zubereitungen - wenig THC drin

Der letzte Satz..... EU - "Hardliner".

Benutzeravatar
Martin Mainz
Beiträge: 3102
Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: WHO zu Cannabis

Beitrag von Martin Mainz » Fr 6. Mär 2020, 09:25

UN verschiebt die Neubewertung von Cannabis auf Dezember

...
Schließlich nannte man als Grund für die erneute Verschiebung, dass die „Klärung der Auswirkungen“ der Empfehlungen und die Wahrung der Integrität des Planungssystems im Auge behalten werden müssten. Das entsprechende Dokument umfasst insgesamt 90 Seiten, sodass die Mitgliedstaaten beim Studieren viel Zeit damit verbringen könnten.
...
Die USA zeigten sich über die erneute Verschiebung nicht sonderlich begeistert und ließen via stellvertretenden Hauptsekretär des Büros für internationale Drogen- und Strafverfolgungsangelegenheiten James A. Walsh vermitteln, dass es für die Vereinten Nationen an der Zeit wäre, im Bezug auf Marihuana „schwierige Entscheidungen“ zu treffen. Die USA wollen, dass die Vereinten Nationen dieses Thema schnell hinter sich lassen, damit man sich auf „dringlichere“ Drogengefahren wie Fentanyl konzentrieren könne, welches amerikanische Bürger während der aktuellen Opioid-Epidemie töte.
...
Er bekräftigte dabei die Dringlichkeit der Situation und sagte dazu, dass die Mitgliedstaaten voll und ganz bereit sein müssten, ihre Stimmen auf der Sitzung im Dezember abzugeben.


Quelle: https://hanfjournal.de/2020/03/05/un-ve ... -dezember/
Ehrenamtlicher Foren-Putzer und Teilzeitadmin

Wurlitzer1920
Beiträge: 243
Registriert: Mi 7. Feb 2018, 09:23

Re: WHO zu Cannabis

Beitrag von Wurlitzer1920 » Fr 13. Mär 2020, 02:16

Suchtstoffkommission-Tagung in Wien
Reklassifizierung von Cannabis erneut verschoben
Die Suchtstoffkommission der UNO hat die Empfehlungen der WHO zur Reklassifizierung von Cannabis erneut verschoben

...Die Aufgaben der Drogenbeauftragten werden auf ihrer Website wie folgt definiert: Sie koordiniert die Drogenpolitik der Bundesregierung, gibt Anstöße, nimmt Empfehlungen der Fachwelt auf und vertritt die Drogenpolitik des Bundes gegenüber Politik, Presse und Öffentlichkeit. Außerdem leitet sie die deutsche UN-Delegation in der Drogenpolitik und nimmt den deutschen Sitz in verschiedenen Gremien der Europäischen Union wahr.

Nach der Tagung der UN-Suchtstoffkommission hat Daniela Ludwig ihr Pflichtprogramm nicht erfüllt, sie hat die Bevölkerung nicht über die Ergebnisse der Tagung informiert – keine Pressemitteilung, kein Bericht auf ihrer Website. Da hat selbst ihre Vorgängerin Marlene Mortler – zumindest formal – ihr Pflichtprogramm besser erfüllt als Frau Ludwig. Marlene Mortler gab am 14. März 2019 eine Pressemitteilung zur Sitzung der CND-Suchtstoffkommission in Wien heraus. Auf der Webseite World Drug Report der Drogenbeauftragten fehlt beispielsweise jeder Hinweis auf den Bericht von 2019 – die Seite wurde seit 2018 nicht mehr aktualisiert. Für was wird die Frau eigentlich bezahlt?
Beitrag Deutschlands zur Sitzung der UN-Suchtstoffkommission

Dass die deutsche Delegation wegen des Corona-Risikos nicht angereist ist, muss nachgesehen werden. In Daniela Ludwigs Redebeitrag (der von einem Botschafter verlesen wurde) wird für Harm Reduction-Ansätze geworben, aber auch das globale Kontrollsystem gelobt und absurde Seitenhiebe auf prohibitionskritische Bewegungen ausgeteilt. Der Beitrag ist online auf der UNODC-Website in englischer Sprache aufrufbar. Übersetzt ins Deutsche wurde folgende Botschaft übermittelt:

„Herr Vorsitzender.
Frau Geschäftsführerin,
Exzellenzen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Produktion und der Handel mit illegalen Drogen sowie die unendliche Entstehung neuer psychoaktiver Substanzen sind nur einige der Aspekte des globalen Drogenproblems – ein Problem, das für uns alle eine große Herausforderung darstellt. Deshalb darf keiner von uns in seinen Bemühungen nachgeben. Im Gegenteil, wir müssen unser gemeinsames internationales Engagement sogar intensivieren!

Da das weltweite Drogenproblem keine internationalen Grenzen erkennt, haben wir in den letzten 60 Jahren gemeinsam ein internationales Drogenkontrollsystem entwickelt. In den letzten Jahren ist dieses Steuerungssystem jedoch zunehmend unter Druck geraten. Die Ideen, wie die internationale Drogenpolitik und -kontrolle in Zukunft fortgesetzt werden soll, driften immer weiter auseinander. Dies erschwert die internationale Zusammenarbeit zunehmend und kommt insbesondere denjenigen zugute, die durch illegale Produktion, Schmuggel und Handel mit Drogen massiv Geld verdienen.

Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass ein regelbasierter Multilateralismus, der im Geiste des Vertrauens betrieben wird, der einzige Weg ist, das weltweite Drogenproblem ernsthaft zu reduzieren! Und der Dialog ist entscheidend für die Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen, um auf die dringendsten Herausforderungen des globalen Drogenproblems angemessen zu reagieren! Aus diesem Grund veranstaltet die Bundesregierung zusammen mit internationalen Partnern aus Regierungen und der Zivilgesellschaft das einmal jährlich stattfindende Brandenburgische Forum für Drogen- und Entwicklungspolitik. Und deshalb trifft sich jedes Jahr Anfang März die internationale Staatengemeinschaft hier in Wien. Lassen Sie uns die CND-Sitzungen in diesem Sinne nutzen!

Deutschland bekennt sich zu einer starken und regelbasierten internationalen Ordnung. Der derzeitige Druck auf den Multilateralismus durch rein nationale und bilaterale Bestrebungen lenkt die Aufmerksamkeit von den Erfolgen ab, die er in den letzten Jahrzehnten erzielt hat. Und doch kommen aktiver Multilateralismus und eine regelbasierte Weltordnung allen zugute! Dies gilt sowohl für die Beziehungen zwischen Staaten als auch für den Alltag eines jeden von uns. Im Zentrum dieses regelbasierten Multilateralismus steht die UNO mit ihren Institutionen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Lassen Sie mich diese Gelegenheit nutzen, um Ihnen, liebe Frau Waly, meine Glückwünsche zu Ihrer Ernennung zur Exekutivdirektorin des UNDOC zu übermitteln. Deutschland respektiert die Arbeit der UNODC sehr. Wir sehen die Organisation als einen hoch geschätzten Partner in den Bereichen Sicherheit und Entwicklung. UNODC ist auch ein wichtiger Partner, wenn es beispielsweise um die Umsetzung der Ziele 3 und 16 für nachhaltige Entwicklung geht. Deutschland ist einer der wichtigsten Geber des UNODC und wird seine Unterstützung weiterhin leisten.

Deutschland wird zusammen mit UNODC und der Zivilgesellschaft auch weiterhin seinen Verpflichtungen im Bereich der alternativen Entwicklung nachkommen, denn progressive Drogenpolitik muss auch nachhaltige Entwicklungspolitik bedeuten. Ohne eine engere Zusammenarbeit können die Ziele für nachhaltige Entwicklung nicht erreicht werden. In Übereinstimmung mit dem Prinzip der geteilten Verantwortung sind wir alle verpflichtet, die Länder, die Drogen anbauen, bei ihren Bemühungen zu unterstützen, entwicklungsorientierte und nachhaltige Lösungen für das weltweite Drogenproblem zu finden.

Eine andere Tatsache, die wir nicht vergessen sollten, ist, dass Drogenpolitik in erster Linie öffentliche Gesundheitspolitik bedeutet. Wir müssen die Menschen in den Mittelpunkt all unserer Handlungen stellen. Dies haben wir im UNGASS-Ergebnisdokument 2016 sowie in der Ministererklärung 2019 bekräftigt. Angebotsreduzierung und Strafverfolgung werden das weltweite Drogenproblem nicht lösen. Wir müssen die Drogenabhängigkeit als die Krankheit erkennen, die sie ist! Und Menschen, die an einer Krankheit leiden, brauchen Beratung, Schadensminderung und Behandlung!

Je früher wir Drogenkonsumenten mit solchen Unterstützungsmöglichkeiten erreichen, desto besser ist das Ergebnis und desto geringer sind die negativen Folgen für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Die Möglichkeiten müssen evidenzbasiert sein und die Menschenrechte berücksichtigen. Insbesondere durch Schadensminderung und behandlungsbezogene Maßnahmen kann es möglich sein, die Drogenkonsumenten sowohl sozial als auch gesundheitlich zu stabilisieren. Dieser Ansatz kann auch verhindern, dass sie an den Rand gedrängt und stigmatisiert werden. Wie ich bereits sagte, müssen die Menschen in den Mittelpunkt unserer gemeinsamen Aktionen gestellt werden!

Lassen Sie mich mit einem Aufruf abschließen: Unsere Positionen können sich von denen anderer unterscheiden. Und wir können harte und umstrittene Debatten zu diesen Themen führen. Aber wir dürfen das Ziel, das wir alle teilen, niemals aus den Augen verlieren: Den Betroffenen – sei es denjenigen in Drogenanbaugebieten oder den Drogenkonsumenten selbst – Zugang zu der Hilfe und Unterstützung zu verschaffen, die sie benötigen!

Vielen Dank, Herr Vorsitzender!“............

https://blogs.taz.de/drogerie/2020/03/1 ... erschoben/

Georg Wurth kommt auch vor...

Antworten

Zurück zu „Deutsche Artikel“