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Sabine
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"Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträchtigen

Beitrag von Sabine » Mi 26. Okt 2016, 10:47

"Wer Cannabis als Medikament konsumiert, möchte seine Schmerzen lindern. Es kann gegen Epilepsie, Muskelkrämpfe oder Angst helfen. Aber es gibt auch Nebenwirkungen.

Cannabis als Medikament gegen Schmerzen hat eine lange Geschichte. Es kann Patienten mit Epilepsie, multipler Sklerose oder Ängstlichkeit helfen, mit „Kiffen“ hat das dann nichts zu tun. Aber Cannabis-Konsum kann unter Umständen auch zu Psychosen führen. Beat Lutz ist Professor für Physiologische Chemie an der Uni Mainz, seit 1997 erforscht er das Endocannabinoid-System. Ein Interview über Cannabis als Medikament, den Nutzen und die Risiken.
...
Cannabis als weiche Droge betrachtet: Kann schon ein einziger Joint schaden?

Lutz: Das weiß ich nicht, aber die Null-Dosis ist auf jeden Fall die beste. Ich bin gar kein Befürworter der Legalisierung von Cannabis als Genussmittel.

Warum?

Lutz: Weil ich denke, dass Cannabis durchaus schädliche Effekte haben kann. Wenn ich etwas legalisiere, dann meinen natürlich die jungen Menschen, dass es harmlos ist. Und das wäre ein verheerendes Signal. Wie gefährlich die Freigabe ist, hat man in den USA gesehen. Seit der Legalisierung in manchen Staaten gibt es dort viel mehr Fälle von Psychosen. Dass Alkohol und Nikotin ebenfalls schädlich sind, ist kein Argument, Cannabis zu legalisieren."


http://www.augsburger-allgemeine.de/wis ... 22032.html

Klasse, kaum gibt es einen Kontra-Beitrag, wird der Kommentarbereich geschlossen. Bloss keine Diskussionen, wäre ja schon ein falsches Signal :roll: :evil:

Edit :
sogar dieser eine Kommentar wurde gelöscht. Dabei war er sachlich vollkommen richtig und nicht beleidigend. Einzig ein paar Rechtschreibfehler waren zu finden.

Frei nach dem Motto : Gegenargumente könnten die Leserschaft verunsichern und wären ein falsches Signal. Erbärmlich ist das!

Sabine
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Re: "Psychose durch Cannabis? Die 5 wichtigsten Fragen"

Beitrag von Sabine » Mi 26. Okt 2016, 17:01

Nachtrag von heilpraxis.net :

"Liebe Leserinnen und Leser, wir haben eine Vielzahl kritischer Mails zu dem aktuellen Cannabis-Artikel erhalten und möchten unsere Position daher an dieser Stelle kurz erläutern: Wir befürworten aus einer Vielzahl von Gründen die Legalisierung von Cannabis, doch sollten bekannte Risiken nicht einfach ignoriert werden – insbesondere, wenn diese wissenschaftlich belegbar sind. Auch ist der Konsum in jungen Jahren sicher anders zu bewerten, als bei Erwachsenen. Daher muss die Legalisierung mit deutlich höheren Investitionen in die Prävention und Aufklärung einhergehen, es ist eine klare Altergrenze festzusetzen und die Abgabe vernünftig zu organisieren. Auch bedarf es zusätzlicher Studien zu den Risiken des Konsums, die ggf. staatlich finanziert werden müssen."

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpr ... 1025207377

Fraagender

Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Fraagender » Fr 28. Okt 2016, 13:20

Ich glaube schon lange nicht mehr alles was so erzählt wird...

Dass in den USA die Psychosefälle mehr wurden bezweifel ich.

Genauso wie sie sagen in den Niederlanden wäre das Coffee Shop Modell gescheitert weil angeblich mehr Menschen Cannabis rauchen... was vorne und hinten nicht stimmt!

Es werden viele Lügen in den Raum geworfen die so ohne weiteres nicht zu widerlegen sind. :x

Ernst Berlin
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Ernst Berlin » Sa 29. Okt 2016, 09:26

So ein Lügenbaron, wer macht denn bitte solche Schwachmaten zu Experten? Was macht einen Experten aus? Der Lutz hier ist experte in Tatsachen verdrehen und Lüge als Tatsache darstellen. Alkohol kann auch Psychosen auslösen und DAS ist schon sehr lange bekannt, nur sagt es niemand.
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overturn
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von overturn » Sa 29. Okt 2016, 10:20

Fraagender hat geschrieben: Es werden viele Lügen in den Raum geworfen die so ohne weiteres nicht zu widerlegen sind. :x
Die "Beweislast" liegt auf der anderen Seite. Die Behauptung, dass in einigen Staaten nun vermehrt sog. "Psychosen" auftreten, lässt sich nicht stützen. Man ist sich recht einig, dass derartige Folgen, wenn überhaupt, erst in einigen Jahren zu beobachten wären. Es wird hier also gehörig geblendet.

Zum gegenwärtigen Forschungsstand:

Curran et al. 2016: Keep off the grass? Cannabis, cognition and addiction

Haney/Evins 2016: Does Cannabis Cause, Exacerbate or Ameliorate Psychiatric Disorders?

McInnis/Porath-Waller 2016: Clearing the Smoke on Cannabis

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Doc_A
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Doc_A » Sa 29. Okt 2016, 11:23

overturn hat geschrieben:!!! Die "Beweislast" liegt auf der anderen Seite. !!!
Wir leben in einem Rechststaat, in dem das GG gilt. Darin sind Phrasen wie Würde des Menschen und freie Entfaltung der Persönlichkeit zu finden, die von Menschen wie diesem Beat Lutz geradezu verhöhnt werden.

Im Augenblick werden Drogenkonsumenten (noch) mit Gewalt überzogen. Diese Vorgehensweise wird von den Verantwortlichen auf solche Statements von "Experten" gestützt. Wenn die Gesellschaft schon auf rechtlich fragwürdige und inhumane Methoden zurückgreift, dann sollte zu 100% klar sein, daß die zugrundeliegenden Fakten/Gedanken stimmen, und daß die Methoden effektiv sind. Wenn es Zahlen gibt, die das Statement von diesem Beat Lutz stützen, dann soll er sie auf den Tisch legen! Wieviele Cannabiskonsumenten gibt es? Wieviele dieser Konsumenten haben Probleme mit dem Konsum? Wie ist 'Problem' definiert?

Nochmal zur Erinnerung: Das BVerfG hat 1994 angemahnt, sich bezüglich Cannabis mit der Rechtmässigkeit des Verbots auseinanderzusetzen. Die kurz darauf angefertigte Kleiber/Kovar-Studie hat klar ergeben, daß die Gefährlichkeit von Cannabis das rigorose Verbot nicht rechtfertigt. Das war vor 20 Jahren. Inzwischen ist es doch so, daß nicht einmal mehr der Passus mit der geringen Menge angewendet wird. Gestützt wird das auf Bauchgefühl, Stammtischphilosophie und das Vorführen von ein paar wenigen Individuen, die mit Cannabiskonsum offensichtlich Probleme haben. Ist das nicht etwas zu wenig, um einen Beschluß des obersten Gerichts zu ignorieren und Menschen sinnlose Gewalt anzutun?
:shock:

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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Ernst Berlin » So 30. Okt 2016, 16:21

Ich kenne mich leider zu wenig aus, aber gibt es nicht die möglichkeit erneut zu klagen? Die Regierung wieder vor den Kadi zerren und keine arihe geben bis Cannabis legal wird und alle die wegen Cannabis eine Strafe bekommen haben sollen rehabilitiert und eine wiedergutmachung erhalten.

Nein, ernsthaft, aber gibt es nicht einen Weg über die Gerichte? Die Bundesregierung, egal wer gerade dran ist, ignorier ja seit 20 Jahren das Urteil. Nur das der Union zuzuschieben wäre auch nicht richtig, auch wenn die als einzige richtige Gegner übrig sind.
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Cookie » So 30. Okt 2016, 17:03

Natürlich könnte man erneut klagen, und ich sehe die Chancen auch als äußerst gut an... zumindest sobald man vorm BVerfG steht. Leider muss man sich nämlich durch alle Instanzen klagen, bevor es dort verhandelt wird, außer ein Richter in einer gewissen Instanz sieht die Frage als ebenso wichtig an und reicht die Klage gleich durch "nach oben".
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von overturn » So 30. Okt 2016, 23:00

Eine offizielle und rigide Evaluation des BtMGs steht streng genommen weiterhin aus. Zugleich haben sich ursprüngliche Behauptungen weder bewahrheitet noch erhärtet. Die Platte hat einen Sprung.
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Ernst Berlin » Mo 31. Okt 2016, 09:57

Cookie hat geschrieben:Natürlich könnte man erneut klagen, und ich sehe die Chancen auch als äußerst gut an... zumindest sobald man vorm BVerfG steht. Leider muss man sich nämlich durch alle Instanzen klagen, bevor es dort verhandelt wird, außer ein Richter in einer gewissen Instanz sieht die Frage als ebenso wichtig an und reicht die Klage gleich durch "nach oben".
Na, das muss doch komplizierter sein, sonst könnte Leap doch mit den Strafrechtsproffesoren erneut klagen, oder wie du sagst nach Oben durchreichen. Oder bin ich gerade nur etwas Naiv? Hier habe ich echt zu Wenig Ahnung, nach welchen Paragraphen von welchem Gesetz berechtigt wehn vor das Bundesverfassungsgericht ziehen?
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Cookie » Mo 31. Okt 2016, 17:10

Hmmm, es gibt auch noch das Mittel der Verfassungsbeschwerde (Merkblatt). Das geht wohl sogar direkt.

Neben weiteren Argumenten würde ich hier vor allem auf das Verhältnismäßigkeitsprinzip abheben, denn daraus folgt direkt, dass das BtMG - insbesondere in Bezug auf Cannabis - nicht verfassungskonform und damit nichtig ist.
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Cookie » Mo 31. Okt 2016, 18:03

Cookie hat geschrieben:Das geht wohl sogar direkt.
Das ginge wohl auch direkt, müsste es korrekt heißen... der Gesetzgeber hat offenbar Hürden eingebaut, damit es sich die Bürger ja nicht trauen, frech zu werden ;)!

Auszug aus dem Merkblatt dazu:
c) Rechtssatzverfassungsbeschwerde
Gesetze, Rechtsverordnungen oder Satzungen können mit der Verfassungsbeschwerde nur ausnahmsweise unmittelbar angegriffen werden, und zwar dann, wenn sie den Beschwerdeführer selbst, gegenwärtig und unmittelbar beschweren. Die Verfassungsbeschwerde muss in diesem Fall binnen eines Jahres seit dem Inkrafttreten der Rechtsvorschrift erhoben werden (§ 93 Abs. 3 BVerfGG).

In der Regel bedürfen Rechtsvorschriften jedoch des Vollzuges, d.h. der Anwendung im einzelnen Fall durch eine behördliche oder gerichtliche Entscheidung, gegen die der Betroffene den Rechtsweg vor den zuständigen Gerichten erschöpfen muss. In aller Regel ist die Verfassungsbeschwerde daher in solchen Fällen erst nach der Entscheidung des letztinstanzlichen Gerichts zulässig (§ 90 Abs. 2 BVerfGG).
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Cookie » Mo 31. Okt 2016, 18:27

Mörnest hat geschrieben:... sonst könnte Leap doch mit den Strafrechtsprofessoren erneut klagen, oder wie du sagst nach Oben durchreichen
So wie ich das verstehe, gilt hier das altbekannte Prinzip "Wo kein Kläger, da kein Richter". Es reicht also nicht, Richter zu sein, sondern man muss klagen. Und da - wie oben gezeigt - auch ein unmittelbarer Bezug zum "Beschwerdeführer" existieren muss, heißt das konkret, dass man Genusskonsument sein muss, um dieses Recht per Verfassungsbeschwerde einzuklagen. Ein Richter, der seinerseits ein Genusskonsument ist, verliert aber nach geltendem Recht seinen Job.
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Franz54
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Re: "Gefahr einer Psychose: Cannabis kann Gehirn beeinträcht

Beitrag von Franz54 » Di 1. Nov 2016, 19:29

Ein schwer kranker Sozialhilfeempfänger, Schmerzpatient, der weiß dass sich mit Channabis seine Lebensquallität vervielfacht, sollte da doch gute Chancen haben? Der Streitwert kann ja auch nicht hoch sein? Der sollte doch zu finden sein? Denke ich da zu einfach? Der hat ja in der Regel nichts mehr zu verlieren.

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Sabine
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"Cannabis verdreifacht die Gefahr für Psychosen "

Beitrag von Sabine » Sa 12. Nov 2016, 06:59

Futter für overturn ;)

"Über den medizinischen Nutzen und die Risiken von Cannabis wird schon lange heftig diskutiert. Auf der einen Seite kann die Pflanze die Beschwerden einiger Krankheiten lindern, auf der anderen Seite steht sie aber auch unter Verdacht, Auslöser für diverse Beschwerden zu sein. Eine aktuelle Studie mit norwegischen Zwillingen kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass regelmäßiges Kiffen das Risiko für Psychose deutlich erhöht.

Wie die Wissenschaftler berichten, können genetische Faktoren sowohl den Missbrauch von Cannabis als auch Psychosen beeinflussen. In der Studie zeigte sich, dass Teilnehmer, bei deneb Symptome eines Cannabis-Missbrauchs feststellbar waren, ein 3,5-fach höheres Psychose-Risiko hatten als Teilnehmer ohne solche Symptome. Das berichten die Forscher um Ragnar Nesvåg vom Norwegian Institute of Public Health im Fachblatt Schizophrenia Bulletin. Für die umgekehrte Hypothese, also dass Psychosen zu Cannabis-Missbrauch führen kann, fanden die Forscher jedoch keine Hinweise. "


https://www.aponet.de/aktuelles/forschu ... hosen.html

Doc_A
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Re: "Cannabis verdreifacht die Gefahr für Psychosen "

Beitrag von Doc_A » Sa 12. Nov 2016, 11:31

Ich bin zwar nicht overturn, wie man recht deutlich hier auf der rechten Seite sehen kann, fühle mich aber trotzdem zur Antwort genötigt.

"Cannabis verdreifacht die Gefahr für Psychosen"

"Für die umgekehrte Hypothese, also dass Psychosen zu Cannabis-Missbrauch führen kann, fanden die Forscher jedoch keine Hinweise."

Das würde ich bitte gerne etwas genauer erklärt bekommen. Wie will man feststellen, ob eine latente Psychose durch Cannabis ausgelöst wurde oder eine Psychose "aus dem Nichts" durch Cannabis verursacht wurde? Durch die Beobachtung, daß eine symptomfreie Person nach dem Konsum Symptome aufweist? Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man zwei identische Individuen betrachtet, die sich über ihrem gesamten Lebenslauf nur in diesem Detail (Konsum ja/nein) unterscheiden. Alles andere sind Spekulationen und Gesülze.

Steigt die Zahl der Psychosefälle innerhalb einer Gruppe im gleichen Maß, wenn in dieser Gruppe der Cannabiskonsum ansteigt? Ist in den letzten Jahrzehnten in "unseren" westlichen Gesellschaften (,in denen der Cannabis-Konsum kontinuierlich angestiegen ist,) die Anzahl der "Psychotiker" proportional mit angestiegen?

---

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 15912.html

Man wird wahrscheinlich jedoch auch keinen Hinweis darauf finden, daß Psychosen zu Stadtleben-Mißbrauch führen können.


Meine Hypothese: Stadtleben (genauer: Das Leben außerhalb eines "starren" sozialen Gefüges) und Cannabiskonsum sind ungesund für (latente) Psychotiker.
:shock:

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Martin Mainz
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Re: "Cannabis verdreifacht die Gefahr für Psychosen "

Beitrag von Martin Mainz » Sa 12. Nov 2016, 16:30

Hier die Seite des Inisituts mit einem Bericht zur Studie: https://www.fhi.no/en/news/2016/cannabi ... psychosis/

Und die Studie selbst: http://schizophreniabulletin.oxfordjour ... bul.sbw101

Darin zu finden: "a population-based sample of 2793 young adult twins (63.5% female, mean [range] age 28.2 [19–36] y)"
Darunter 10.4 % Kiffer (Lifetime use), davon hatten 0.1% to 2.2% psychotic-like experiences (PLEs)

Meiner Ansicht nach etwas fadenwscheinig, aber ich bin zu wenig Mediziner, um das wirklich beurteilen zu können.

Und noch ein Hinweis, daß das jetzt gerne politisch genutzt wird:
"Nesvåg says that psychosis is associated with huge costs to society. These findings should be considered when evaluating the cost of policies for increased cannabis availability, such as decriminalisation or legalisation."


Dagegen wird in diesem Artikel etwas genauer auf das Thema eingegangen:
http://www.drugcom.de/topthema/april-20 ... om-kiffen/

"Erst durch das Zusammenspiel mit anderen Komponenten werde Cannabis zum Auslöser von psychotischen Erkrankungen. Dafür spricht auch die Tatsache, dass von den etwa 9 Millionen Menschen, die in Deutschland schon mal Cannabis konsumiert haben, nur ein sehr kleiner Teil irgendwann in ihrem Leben eine Psychose entwickelt."

und

". Dazu muss man aber auch wissen, dass das generelle Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken weltweit bei etwa 1 Prozent liegt. Aufgrund des generellen Erkrankungsrisikos ist demnach zu erwarten, dass von 10.000 Cannabiskonsumierenden etwa 100 an Schizophrenie erkranken, unabhängig vom Konsum. Durch den Konsum würde sich die Anzahl Erkrankter auf 141 erhöhen."

Das spräche dann schon für eine erhöhtes Risiko, aber mit Cannabis eher als Trigger/Auslöser denn als Verursacher.

Meine 10ct zum Thema
Ehrenamtlicher Foren-Putzer und Teilzeitadmin

Sabine
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"Studie: Psychose-Risiken durch C.-Konsum relativ gering"

Beitrag von Sabine » Sa 22. Apr 2017, 09:20

"Bislang gingen viele Mediziner davon aus, dass das Rauchen von Cannabis die vermehrte Entwicklung von Psychosen zur Folge hat. Forscher fanden jetzt allerdings heraus, dass die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Psychose durch den Konsum von Cannabis wesentlich geringer ist, als es bisher angenommen wurde.

Die Wissenschaftler der York University stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass das Rauchen von Cannabis die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Psychose bei den meisten Menschen nicht wesentlich verstärkt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse der Studie in der Fachzeitschrift „Addiction“.

Wenn Menschen regelmäßig hohe Mengen an Cannabis rauchen, kann das Risiko einer Psychose laut Aussage der Forscher trotzdem erhöht sein. ... Die größte Gefahr bei Cannabis bilde der kombinierte Konsum der Droge zusammen mit Tabak, erklärt Autor Ian Hamilton.
...
Die Studien zeigten eindeutig, dass umso stärker das Cannabis ist, desto wahrscheinlicher wurde die Entwicklung von psychischen Problemen, sagen die Experten.
...
Die allgemeine Regulierung von Cannabis würde dazu beitragen, dass alle gesundheitlichen Risiken durch den Konsum reduziert werden können, so Ian Hamilton. Ein regulierter Cannabismarkt würde eine Qualitätskontrolle einführen und so würden den Nutzern auch Informationen über die Stärke des Cannabis zu erhalten, betont der Experte. Super-Starke-Züchtungen von Cannabis sind verantwortlich für bis zu einem Viertel der neuen Fälle von psychotischen Geisteskrankheiten, warnen die Wissenschaftler. Eine starke Form der Droge, welche als Skunk bekannt ist, sei so stark, dass die Benutzer dreimal häufiger eine psychotische Episode erleiden, als abstinente Menschen ohne Konsum, fügen die Forscher hinzu."


http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpr ... 0421273846

Die obige Studie habe ich noch nicht auf den Seiten finden können, es gibt hier aber scheinbar so einige andere interessante Studien : http://www.addictionjournal.org/pages/top-papers

Fraagender

Re: "Studie: Psychose-Risiken durch C.-Konsum relativ gering

Beitrag von Fraagender » Sa 22. Apr 2017, 19:17

Ich habe schon immer geglaubt dass es nicht so heftig sein kann wie immer behauptet wird.

Wieso allerdings immer die "Skunk"-Sorten so schlecht geredet werden verstehe ich nicht ganz.

Es gab eine Untersuchung die zeigte dass Schizophrene Menschen die (ursprüngliches) Haschisch verwendeten weitaus weniger negative Folgen zu fürchten hatten wie "Patienten" die starkes Gras geraucht haben.

Einzig der CBD Gehalt scheint hier von Bedeutung zu sein. Der bei (ursprünglichem - also nicht aus Holland Sorten) Haschisch eine Ratio von etwa 1:3 CBD:THC hat. "Starkes Gras" hat nur "Spuren" von CBD.

Allerdings gab es solch ein Gras in der Natur auch schon immer. Vielleicht seltenst mit Höchstwerten um 20%, aber eben mit kaum CBD.

Wo der Unterschied liegt zwischen dem dreifachen Konsum von 5%igen Gras, im Vergleich zu einfachen Konsum von 15%igen Gras soll mir mal einer erklären. Ich denke es gibt keinen. Also eher ein Vorteil für die starken Sorten - denn : Man braucht weniger.

littleganja

Psychosen: Auch normale Zigaretten erhöhen das Risiko

Beitrag von littleganja » Sa 31. Mär 2018, 11:45

Nicht nur der Konsum von Cannabis kann den Ausbruch einer Psychose fördern. Auch normale Zigaretten erhöhen offenbar das Risiko für junge Raucher.

:arrow: https://www.youtube.com/watch?v=qBOIk2UU7o0

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