Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Schwierig, aber nicht unmöglich: Kostenübernahme durch Krankenkassen.
moepens
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von moepens »

Wenn die Info im Telefonat stimmt, dann war das imo nicht rechtens seitens der KK, ohne Gewähr ;)
Auf jeden Fall das Gutachten anfordern - wäre ja seltsam wenn das Gutachten zu einem anderen Schluss käme, oder...?
CannaPhil
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von CannaPhil »

Was bedeutet imo?
CannaPhil
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von CannaPhil »

Ok. Danke.

MdK sagt das sie das Gutachten heute an die KK geschickt haben. Am 22.8 war die 5 Wochenfrist zu ende.

Meiner Meinung nach müsste doch mein Antrag als genehmigt gelten. Da die KK die 3 Wochenfrist nicht eingehalten hat.
????
moepens
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von moepens »

Die Genehmigungsfiktion existiert in der alten Form nicht mehr, du hast da im Grunde keine Chance davon zu profitieren. Die einzige Chance die man als Antragssteller bei später Ablehnung noch hat, ist dass die Kosten bis zum Bescheid übernommen werden, solange man "gutgläubig" handelt - was manche Kassen aber wohl versuchen durch Formulierungen auszuhebeln, also muss man da wahrscheinlich mit Widerstand rechnen.
Die Kasse hat allerdings rechtlich keine Handhabe selbst auf medizinischer Grundlage ohne Gutachten zu entscheiden, ob man daraus etwas basteln kann ist fraglich, vermutlich wird der Inhalt des MDK-Gutachtens dabei die Hauptrolle spielen. Alles nur persönliche Einschätzung.
CannaPhil
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von CannaPhil »

Die Kasse meinte am Telefon, da ja zum ende der 5 Wochenfrist das MDK-Gutachten
noch nicht verfügbar war, mussten sie selber Entscheiden und da sie ja als KK einen großen Erfahrungsschatz hätten , dürften sie das auch.
moepens
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von moepens »

Es ist ja klar dass die Kasse mögliche Fehler nicht eingestehen will ... sieh dir das Gutachten an und überlege dann, am Besten erstmal ohne Austausch mit der Kasse.
Übrigens kann der VdK bei geringen Kosten sehr viel Unterstützung bieten, gerade auch was eventuelle rechtliche Schritte angeht. Vorher käme aber wohl der Widerspruch, der muss zeitnah eingereicht werden - die Frist beträgt einen Monat. Auch hier hilft der VdK.
CannaPhil
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von CannaPhil »

moepens hat geschrieben: Sa 4. Sep 2021, 12:45 Es ist ja klar dass die Kasse mögliche Fehler nicht eingestehen will ... sieh dir das Gutachten an und überlege dann, am Besten erstmal ohne Austausch mit der Kasse.
Übrigens kann der VdK bei geringen Kosten sehr viel Unterstützung bieten, gerade auch was eventuelle rechtliche Schritte angeht. Vorher käme aber wohl der Widerspruch, der muss zeitnah eingereicht werden - die Frist beträgt einen Monat. Auch hier hilft der VdK.
Ich haben schon Widersprochen, mit der Bitte um herausgabe des zur Ablehnung führenden Gutachtens bzw. Schriftverkehrs.

Im nachhinein hätte ich auch noch paar neue Befunde.

Ich würde auch gern nochmal was zusätzlich zum Antrag an die KK schreiben, oder ratet ihr mir davon ab ?
CannaPhil
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von CannaPhil »

Ich möchte der KK schriftlich mitteilen das ich vom Endokrinologen einen Befund habe, in dem steht das meine Hypophyse die Hormone LH und LSH nicht mehr ausschüttet und somit auch kein Testosteron mehr produziert wird und ich jetzt tägl. ein Testosterongel applizieren muss. Schuld dafür ist vermutlich meine langjährige Substitution (insgesamt ca. 10 Jahre) früher mit L-Polamidon( zum Schluss 18ml tägl.) und seit diesem Jahr das Substitut gewechselt auf Substitol (Morphium, 700mg tägl.). Hatte die starken Nebenwirkungen vom Polamidon nicht mehr ausgehalten (Übelkeit, Erbrechen, sehr starkes Schwitzen, Antriebslosigkeit, Motivationslos,...usw.).

Durch die Privatrezepte für med. Cannabis konnte ich das Morphium erheblich reduzieren.

Hinzukommt das ich unter starker Hyperhidrose leide (schon vor der Heroinsucht und der darauf folgenden Substitution). Aber die Hyperhidrose wird leichter wenn ich med. Cannabis einnehme , da ich das Morphium reduzieren kann und Cannabis alleine mir schon gut gegen das Schwitzen hilft besonders Sativasorten.
Es kommt noch dazu das mir Sativastrains sehr gut bei meiner Antriebslosigkeit helfen.
Von der Wirkung auf meine Schmerzsymptomatik mal ganz abgesehen...
Abends nutze ich Indicastrains für mein Polyschmerztrauma und Restlesslegs...

In dem Antrag an die KK ist mein Arzt nur auf meine Schmerzsymptomatik und mein Restlesslegs eingegangen , aber nicht über das was ich hier oben geschrieben habe.

Was denkt ihr ?
Zuletzt geändert von CannaPhil am Sa 4. Sep 2021, 17:23, insgesamt 2-mal geändert.
moepens
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von moepens »

Imo solltest du wirklich den VdK beauftragen. Ohne gute Vorbereitung macht man es der Kasse leicht abzulehnen.
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Martin Mainz
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von Martin Mainz »

Ein erneuter Antrag nach Ablehnung wäre auch möglich. Damit kannst du dann auch gut auf evt. Bedenken des MDK eingehen.
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Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bitte einfach eine PN an mich :mrgreen:
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yansche
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Re: Unzulässige Ablehnung Cannabis *Erste Hilfe*

Beitrag von yansche »

Hey, kurze Frage zum Widerspruch - der erste Antrag wurde eingereicht, dann kam erstmal eine Ablehnung. Widerspruch verfasst und am Montag zur Post, am Mittwoch noch kurz einen Anruf bekommen - alles eingegangen, jedoch müsste ich mich jetzt gedulden, es gäbe keine Fristen... Stimmt das?

Die 5-Wochen-Frist endete bei mir gestern am 16.09.21 - nun wird der Widerspruch bei der KK erneut an den MDK gesendet, dieser müsste bei erneuter Ablehnung auch eine andere Stelle einschalten, oder? Wie verhalte ich mich aktuell, wenn die erste Frist (5 Wochen) ja gestern abgelief/ der Widerspruch gerade in Prüfung geht? Ab wann kann ich zum Sozialgericht/ bzw. würde mir dann sicherlich rechtzeitig einen Anwalt/Anwältin suchen - und ab wann würdet ihr anfangen anzurufen/ nachzufragen wie der Bearbeitungsstand ist? Jemand Tipps für mich?

Liebe Grüße
JulyP78
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Re: Antrag auf Canabis richtig stellen

Beitrag von JulyP78 »

Guten Abend,

Ich habe erst kürzlich einen Antrag für die Kostenübernahme von Canabis gestellt. Ich wurde mit dem Fibromyalgiesyndrom diagnostiziert und habe schon mehrere Behandlungsmaßnahmen ausprobiert. Bisher hat mir jedoch nur Canabis geholfen.

Mein Antrag wurde aber trotzdem abgelehnt und ich weiß jetzt nicht wie ich meinen Wiederspruch schriftlich formulieren soll :( . Meine Krankenkasse weißt auf die behandlungen mit Amitriptylin hin. Ich habe das Medikament aber schon genommen und es hatte bei mir negative Auswirkungen.

Kannst du mir vielleicht erklären wie ich den Wiederspruch genau schreiben muss bzw. auf was ich achten muss :?:

Mfg

July
Heiko
Beiträge: 1
Registriert: Di 6. Sep 2022, 09:48

Antragsablehnung der Krankenkasse/Medizinischer Dienst

Beitrag von Heiko »

Hallo mein Name ist Heiko ich komme aus Mannheim in Baden-Württemberg , bei mir wurde 2010 ,nach meinem ersten Krampfanfall, Multiple-Sklerose und Epilepsie diagnostiziert. Dazu kommt noch das ich zwei kaputte Schultern habe. Bei der Linke war es durch einen blöden Unfall. Mir ist ein Stück von der Gelenkpfanne abgebrochen und wurde durch ein Stück aus meinem Becken mit zwei Schrauben befestigt, die unglücklicherweise nach einem Jahr abgebrochen sind, diese abgebrochenen Schraubenköpfe sind zwischen mein Gelenk geraten. Eine Notoperation wurde eingeleitet. Nachwirkungen sind gewisse Einschränkung meiner Bewegungen die natürlich mit Schmerzen verbunden sind. Im alltäglichen Leben nicht zu gebrauchen. Bei der rechten sieht es ganz anders aus, die selbe schoße wie bei der linken, bloß dass es kein Unfall war sondern durch meine ständigen Anfällen verursacht wurden. Das ständige auskugeln der Schulter(20 mal) machte eine OP unausweichlich! Ein Jahr ist die OP mittlerweile her, sie kann jetzt nicht mehr auskugeln, nur bei blöden Bewegungen hüpft sie kurz raus aber dann gleich wieder rein. Dass alles ist natürlich mit Schmerzen verbunden. Mein Orthopäde meint das man da nicht‘s machen kann es wird halt nie wieder so wie früher von den Bewegungen her. An die Schmerzen müsste ich mich gewöhnen oder zu Opiaten greifen da er nix von Cannabis hält! Mein Schubförmiger Verlauf bescherte mir meine ersten krasse Schübe. Erst die linke Seite und dann die rechte. Ich konnte nicht richtig laufen genauso hatte ich Probleme meinen Schlüssel in das Türschloss zu bekommen :/
Mein Neurologe setzt mich lieber an einen Tropf Cortison als mir einen wahrheitsgemäßen Antrag für die Krankenkasse auszufüllen. Ihn interessiert das Thema Cannabis überhaupt nicht, auch nicht wenn ich ihm sage dass es bei meinen Spasmen ( die auch bei dem Paket MS inbegriffen sind) sehr hilft. Zweck meiner Therapien gehe ich jetzt dann meine dritte an. Soviel Therapien wie die Krankenkasse verlangt um dann auf das Thema Cannabis zurück zukommen. Aber nein!!! Der verkackte Medizinische Dienst lehnt meine Anträge immer grundsätzlich ab :twisted: :evil: :evil: ich weiß einfach nicht mehr weiter und bin enttäuscht und deprimiert das jeder Arzt weiß was für einen Patienten am besten ist obwohl der Patient anderer Meinung ist!!! :evil: :evil: Kann mir bitte hier aus diesem Forum jemand helfen .
Lg Heiko✌🏽
moepens
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Registriert: Fr 16. Jun 2017, 07:45

Re: Antragsablehnung der Krankenkasse/Medizinischer Dienst

Beitrag von moepens »

Die Probleme sind systemisch, das kann nicht selten zum Kampf gegen Windmühlen werden.

Bleib an der Arztsuche dran (ist allerdings weniger aussichtsreich bei Neurologen, ausgenommen bzgl. der Verschreibung von Sativex im on-label Gebrauch), nimm alle therapeutischen Möglichkeiten wahr und dokumentier deinen Leidensweg (sofern das psychologisch unbedenklich erscheint).
xenumi
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Registriert: Mo 14. Nov 2022, 17:28

Re: Antragsablehnung der Krankenkasse/Medizinischer Dienst

Beitrag von xenumi »

Hi Heiko,

leider läuft es nicht immer so wie man es gerne hätte, aber ich hoffe du findest bald die richtige Lösung.
Neben der Arztsuche kann ich dir vielleicht noch empfehlen deine Versicherung zu fragen,hier kann man sich passende Versicherungen anschauen.
Auch Versicherungen profitieren davon, wenn es dir schnell besser geht.
Eine Versicherung kann daher auch Druck auf den Arzt ausüben.

Liebe Grüße
Antworten

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