Grundsätzlich gebe ich Dir recht, dass eine Argumentation auf Studienergebnissen auch nichts bringt, solange die Gegenseite nicht bereit ist, diese Studien auch zu lesen..Gerd50 hat geschrieben: Ich will weg von Argumentationen auf Studienbasis schrieb ich. Nach den Reden der Damen
von CDUFDPSPD am 17. 01. kann es eigentlich nur zwei Frage geben:
Haben Sie Belege dafür, das ein Cannabisverbot Jugendliche davon abhält, Cannabis zu
konsumieren?
Im Verlauf von mehr als 40 Jahren hat das Verbot nichts bewirkt. Glauben Sie tatsächlich, das
es in Zukunft etwas bewirken wird?
Nur: Unsere gesamte Politik basiert fast ausschließlich auf Studien! Weil die vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Kleiber-Studie nicht die gewollten Ergebisse lieferte, musste eine neue Basis für die Prohibition her: Dafür wurde Herr Thomasius engagiert und der lieferte die gewünschten Ergebnisse ("Thomasius-Studie").
Früher gab´s auch schon mal so eine Witzfigur, nämlich Herrn Täschner. Der war sich auch nicht zu schade für die Regierung den Kasper zu machen und lieferte "tolle Belege" für das mittlerweile in der Versenkung verschwundene "amotivationale Syndrom"...
Was ich aber sagen will ist folgendes:
In der Argumentation gänzlich auf Studienergebnisse zu verzichten halte ich nicht für zielführend. Es gibt nunmal diese "wissenschaftlichen" Belege. Die allererste "wissenschaftliche" Cannabis-Studie wurde von der britischen East India Company durchgeführt. Eigentlich vom Grundsatz her "prohibitionistisch" ausgelegt, kam diese Studie zu dem Ergebnis, dass man Hanf sehr gut für medizinische Zwecke nutzen kann. Daraufhin hat Dr. O'Shaughnessy (Mitglied der Company) 1840 seinen berümten Cannabis-Extrakt in Großbritannien eingeführt woraufhin der Hanf als Medizinalpflanze offiziell wiederentdeckt worden war und bis ca. 1930 ein fester Bestandteil der "westlichen Medizin" blieb.
Deine Fragen, Gerd, halte ich aber trotzdem für gut und wichtig, denn DAS sind wirklich die Hauptkerne unserer Argumentation.
1)
Hält das Verbot irgendjemanden davon ab, Hanf zu konsumieren? Eine EU-Studie sagt nein, es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem "Grad der Kriminalisierung" und der "Prävalenz"... (Punkt!)
2)
Das Verbot hat seit 40 Jahre nicht funktioniert! Im Gegenteil: Alles wurde dadurch schlimmer. Streckmittel, künstliche Cannabinoide (Spice), "Kräutermischungen", mehr Konsumenten als in den 70ern, mehr Kriminalität durch "Bandenkriege" (siehe auch Mexiko), Drogentote durch Verunreinigungen und Schwarzmarkt, HIV und Hepatitis-Neuinfektionen steigen,...
Auch hier gibt es Studien, die belegen, dass es auch ANDERS gehen kann: Bestes Beispiel ist Portugal, die mittlerweile auf 10 Jahre Erfahrung aufbauen können, und die auch schon von der UN-Drug-Irgendwas gelobt wurden, weil es anscheinend wirklich funktioniert, was dort umgesetzt wurde...