Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Der lange Weg von der Prohibitions bis zur Entkriminalisierung - und wie geht es weiter?
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overturn
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von overturn »

Hallo, Vorarim!
Vorarim hat geschrieben: Kleines Edit: Weshalb braucht man heutzutage Autos, die mehr als 130 km/h fahren können? Imho grenzt es an fahrlässigkeit wenn auf einer Autobahn der Bleifuss das Kommando übernimmt, von der dadurch beeinflussten Wahrnehmung des Fahrers ganz zu schweigen (Tunnelblick).. Aber da wir ein Land von Autofahrern sind und dem deutschen sein PS-Bolide heilig ist..
Die Auto-Lobby hat in der Bundesrepublik gewiss einen gewaltigen Einfluss, unabhängig davon, gehören deutsche Straßen aber, und das trotz fehlender, allgemeiner Geschwindigkeitsbegrenzungen auf weiten Teilen der Autobahn, zu den sichersten Straßen der Welt. Ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung also einen großen Einfluss auf die generelle Verkehrssicherheit hätte, wage ich zu bezweifeln. Viel wichtiger, zumindest für mich persönlich, sind Dinge wie die Lärmbelästigung der Anwohner, oder die Umweltbelastung, die mit höheren Geschwindigkeiten einhergehen. Aber auch in diesem Punkt, halte ich eine Einschränkung der Rechte für überflüssig, wenn man aufhören würde, endliche Ressourcen zu verbrennen, um von Punkt A nach B zu gelangen, und in neue Technologien und Ansätze investiert.

Grüße!
"Never doubt that a small group of thoughtful, committed citizens can change the world. Indeed, it is the only thing that ever has."
Vorarim
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Vorarim »

overturn hat geschrieben:Hallo, Vorarim!
Vorarim hat geschrieben: Kleines Edit: Weshalb braucht man heutzutage Autos, die mehr als 130 km/h fahren können? Imho grenzt es an fahrlässigkeit wenn auf einer Autobahn der Bleifuss das Kommando übernimmt, von der dadurch beeinflussten Wahrnehmung des Fahrers ganz zu schweigen (Tunnelblick).. Aber da wir ein Land von Autofahrern sind und dem deutschen sein PS-Bolide heilig ist..
Die Auto-Lobby hat in der Bundesrepublik gewiss einen gewaltigen Einfluss, unabhängig davon, gehören deutsche Straßen aber, und das trotz fehlender, allgemeiner Geschwindigkeitsbegrenzungen auf weiten Teilen der Autobahn, zu den sichersten Straßen der Welt. Ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung also einen großen Einfluss auf die generelle Verkehrssicherheit hätte, wage ich zu bezweifeln. Viel wichtiger, zumindest für mich persönlich, sind Dinge wie die Lärmbelästigung der Anwohner, oder die Umweltbelastung, die mit höheren Geschwindigkeiten einhergehen. Aber auch in diesem Punkt, halte ich eine Einschränkung der Rechte für überflüssig, wenn man aufhören würde, endliche Ressourcen zu verbrennen, um von Punkt A nach B zu gelangen, und in neue Technologien und Ansätze investiert.

Grüße!
Diesbezüglich stimme ich dir auch vollkommen zu: Die Verbrennung limitierter ( ich gehöre nicht der "Erdöl kommt aus Steinen"-Fraktion an) Ressourcen zur Fortbewegung ist imho noch das fatalste daran.. Dies dann stellenweise nur zur Belustigung anderer zu praktizieren...

Ich will aber auch gar keinen Nebenkriegsschauplatz aufmachen, sondern wollte lediglich ein weiteres Beispiel für ein Spiel mit der eigenen Wahrnehmung nennen, eben in Form eines "Geschwindigkeitsrausches", welcher in Deutschland einfach toleriert wird, aber deutlich fataler Enden kann, wie z.B. Alexander Alvaro seit diesem Wochenende leider weiß.
Hanfige Gruesse

Vorarim

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overturn
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von overturn »

Nur, dass ich nicht missverstanden werde: Ich bin generell auch für einen bedachteren, und gemäßigten Fahrstil, und auch für niedrigere Geschwindigkeiten. Nur gegen ein Tempolimit. Geschwindigkeit kann man ebenso durch angepasste Bauweisen einschränken, etc. - dafür benötigt man nicht zwingend weitere Restriktionen. Aber ein gelungenes Beispiel, weil viele Menschen in diesem konkreten Fall ähnlich denken, sich dies aber offensichtlich nicht auf gewisse Prinzipien stützt, denn es sind oftmals die Gleichen, die bei der "Drogenfrage" weiterhin die 'Verbotskeule' mitschwingen.

Grüße!
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Dopeworld
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Dopeworld »

jugendschutz
das vorgehen ist ja mittlerweile durchsichtig.
man sagt hanf ist für erwachsene sicher. - prohibitionspolitker sagen ok (kann sein)
man sagt dann legalisiert es. - politiker sagen: dann besteht die gefahr dass auch unter jugendlichen der konsum ansteigt und die suchtgefahr.

entweder widerlegt man dieses behauptung eindeutig. oder man besteht auf verhältnismäßigkeit zwischen jugendschutz und legalem zugang für erwachsene.
oder man besteht darauf auch hanf für jugendliche als akzeptabel anzusehen.

irgendwo muss man da ansetzen. sonst wird die sowieso schon verunsicherte masse sicher sagen dann lieber nicht ...
:?:
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Dopeworld »

mal kurz ot zur prohibitionspolitik. es wird ja stolz drauf verwiesen das kiffen sei bei jugendlichen zurückgegangen. aber so wie ich das seh geht der trend bei jugendlichen nun zum trinken und "koksen" (damit ist nicht nur koks gemeint, auch amphe, rc's etc.) z.b. http://www.emcdda.europa.eu/publication ... /barometer
mal wieder prohibitionspolitik at his best? ;)
auch die (gangster-)rap-szene welche früher stets mit cannabis in ihren texten auffiel hat sich hin zum koks entwickelt. :?

sieht das noch jemand ähnlich?
(von der ganzen RM --RC-kräutermischungs- legal-highs welt mal ganz zu schweigen)
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Dopeworld »

es gibt eigentlich nur ein argument gegen drogen und ist das kostenargument. alles andere sind persönlichkeitsrechte.
der ökonomische aspekt ist ziemlich umfassend und beinhaltet alle schäden welche der einzelne und die gesamte gesellschaft hat.
wenn drogenkonsum kostenneutral ist gibt es keinen grund für ein verbot. dass dies in der realität auch den tatsachen entspricht, erkennt man auch daran, dass sich niemaand über den drogenkonsum von reichen menschen aufregt, höchstens außer wenn ein promi abrutscht und/oder seine frau verprügelt. ;)

Prohibition ist der schlechteste Weg um Schäden vom Einzelnen und der Gesellschaft abzuwenden. Prohibition führt immer zu unregulierten Märkten, getrieben von den bekannten ökonomischen Prozessen. Drogenkranken ist mit Kriminalisierung nicht geholfen.

Bei Alkohol und Tabak hat die Gesellschaft es (fast) geschafft darüber rational und sachlich zu diskutieren [obwohl hier sich leider auch etwas Hysterie wieder breit macht]. Bei anderen Drogen ist das leider dank 40-70 Jahren finsterster Propaganda im Sinne des War on Drug nicht möglich.

Eine Lose-Lose-Situation für alle.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 84509.html
bei spon redet ein ökonom über das thema. klasse dass die so jemand auch mal fragen. 8-)
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Dopeworld »

kennt sich da jemand aus? (bitte möglichst genau mit § etc.)

ein erwachsener verkauft (un- oder /gewerblich) oder gibt ab an einen 12 jährigen 2 flaschen vodka (40%)?
was droht da schlimmstenfalls?

ein erwachsener kauft, besitzt 50 g cannabis (thc-gehalt mindestens 20%) zum eigenbedarf?
was droht da mindestens?

ich find der vergleich von verkauf von alkohol an minderjährige und der kauf von erwachsenen von hanf zum eigenbedarf zeigt echt krass was für ein krudes recht da gesprochen wird ...
:roll:
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bushdoctor
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von bushdoctor »

In einem Jura-Forum wäre diese Frage sicherlich besser aufgehoben, ich werde aber versuchen sie teilweise zu beantworten:
Dopeworld hat geschrieben: ein erwachsener verkauft (un- oder /gewerblich) oder gibt ab an einen 12 jährigen 2 flaschen vodka (40%)?
was droht da schlimmstenfalls?
Die reine gewerbliche Abgabe wäre eine Ordungswidrigkeit gemäß § 28 (10,11,11a) JuSchG. Wenn die Abgabe "nichtgewerblich" erfolgt, dann ist das keine Ordungswidtrigkeit und wird an sich NICHT bestraft.

ABER: Sollte der Minderjährige "zu Schaden" kommen wegen des Alkohols (mittelbar oder unmittelbar), so kann sehr wohl auch das Strafrecht greifen. Es gab schon Fälle, in denen sich Wirte der Körperverletzung strafbar gemacht haben...

Wenn Du es aber genauer Wissen möchtest, dann solltest Du in einem Jura-Forum vorbeischauen.
Dopeworld hat geschrieben: ein erwachsener kauft, besitzt 50 g cannabis (thc-gehalt mindestens 20%) zum eigenbedarf?
was droht da mindestens?
Nicht unter drei Monaten Gefängnis (auch zur Bewährung), da es sich um eine NICHT GERINGE Menge handelt (>7,5g THC)...
§ 29a BtmG (siehe Abs. 2: drei Monate bei minder schweren Fällen)

Vor Gericht gilt aber der alte Spruch: "Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand..." In Bayern ist man wegen 50g Hochpotenzkraut mit ziemlicher Sicherheit ohne Bewährung für ein Jahr im Knast!
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Dopeworld »

DANKE! ich denke das bestätigt worauf ich hinaus wollte.
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overturn
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von overturn »

ProSieben behauptet aktuell in einer Programmvorschau, 'Crystal Meth' führe bereits nach einmaligem Konsum zu Abhängigkeit. Kommt einem bekannt vor, denn diese und ähnliche Lügen wurden schon in den letzten Jahrzehnten, auch in Bezug auf Kokain und Heroin, verbreitet.
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