Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Xano
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Ärztliches Gutachten wegen Cannabis - Bluttest.

Beitrag von Xano » So 17. Feb 2019, 08:20

Mal angenommen, Person A wurde im Juli auf einem Roller kontrolliert und hatte die Werte: 0,9ng/ml & 53 THC-Cooh. Nun bekam Person A Post, dass er innerhalb 8 Tagen Blut abnehmen lassen muss (Anordnung: Zur Vorlage eines fachärztlichen Gutachtens in Form einer Blutuntersuchung zum Nachweis über die körperliche und oder geistige Eignung zum führen von Kraftfahrzeugen gem. § 14 Abs. 1 FeV). Person A hat aber in den letzten Tagen mehrere Joints geraucht, da Person A aufgrunddessen dass er unter 1ng/ml lag nicht von weiteren Konsequenzen ausgegangen ist. Zitat des Briefes mit dem Vorwurf bzw der Aussage:

"Durch die Mitteilung des Polizeipräsidium x vom x wurde mir bekannt, dass Sie am x im Rahmen einer Verkehrskontrolle kontrolliert wurden. Sie hatten Betäubungsmittel bei sich, die Sie anfangs der Kontrolle auf den Boden fallen ließen. Weiterhin wurden Longpaper bei Ihnen aufgefunden. Es ergaben sich Verdachtsmomente auf den Konsum von Betäubunsmitteln. Ein Drogenvortest reagierte positiv auf Cannabis und Amphetamine. Sie gaben weiterhin an früher regelmäßig Joints geraucht zu haben. Über die Länge des Zeitraumes und seit wann Sie nicht mehr regelmäßig konsumieren, machten Sie keine Angaben. Sie gaben an letztes Wochenende (8 Tage vorher) auf einer Party einen Joint geraucht und eine andere Substanz "so zeugs" konsumiert zu haben. Im Anschluss wurden Sie zum Zweck der Blutprobenentnahme auf die Polizeiwache x zugeführt. Dort wurde Ihnen durch den diensthabenden Arzt eine Blutprobe entnommen. Das Toxikologische Gutachten des Universitätsklinikum Düsseldorf vom x ergab einen THC-Wert von 0,9ng/ml, sowie einen THC-Cooh Wert von 53 ng/ml. Die befunde sprechen für einen gelegentlichen / hochdosierten Konsum von Betäubungsmitteln (cannabis). Das verfahren wurde durch die Staatsanwaltschaft x am x eingestellt."

Die Fragen:

1. Da Person A unter 1,0ng/ml liegt, wie sieht es hier nun mit dem Trennungsvermögen aus? Person A hat in den letzten Tagen bevor die Post kam mit der Aufforderung zur Blutabgabe / ärztlichen Gutachten noch mehrmals konsumiert, d.h Einmalkonsum ist unmöglich. Hat Person A die Möglichkeit hier auf vorhandenes Trennungsvermögen zu gehen? Wichtig ist diese Frage für Person A, weil wenn Person A hier nicht auf Trennungsvermögen bei gelegentlichem Konsum gehen kann, macht es ja keinen Sinn überhaupt Blut abzugeben, weil dann ja Einmalkonsum wegfällt.

2. Da Amphetamine im Blut nicht nachgewiesen werden konnten, aber die Aussage mit "so Zeugs" getätigt wurde, wie soll sich Person A am besten verhalten - bzw. was dann beim Arzt etc. gesagt werden soll?

3. Jetzt soll nur Blut abgegeben werden (laut Brief), kann das beim ärztlichen Gutachten (im Brief welcher vom Bürgeramt kam steht nur Bluttest wird gefordert) auch noch Urin, oder sogar Haarprobe verlangt werden?

4. Im Brief ist ja wie bei Frage 3 geschrieben nur eine Blutprobe verlangt, bei der aber noch THC-Cooh Werte auftauchen werden. Bedeutet das dann trotzdem für mich MPU, oder komm ich da irgendwie mit Trennvermögen noch irgendwie dran vorbei?

5. Falls MPU die Folge wird, muss ich dann erst mal 6 oder 12 Monate Abstinenz nachweisen und habe in der Zeit kein führerschein, oder?

Liebe Grüße

HabAuchNeMeinung
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Re: Ärztliches Gutachten wegen Cannabis - Bluttest.

Beitrag von HabAuchNeMeinung » So 17. Feb 2019, 12:26

Xano hat geschrieben:
So 17. Feb 2019, 08:20
... Ein Drogenvortest reagierte positiv auf Cannabis und Amphetamine. Sie gaben weiterhin an früher regelmäßig Joints geraucht zu haben. Über die Länge des Zeitraumes und seit wann Sie nicht mehr regelmäßig konsumieren, machten Sie keine Angaben. Sie gaben an letztes Wochenende (8 Tage vorher) auf einer Party einen Joint geraucht und eine andere Substanz "so zeugs" konsumiert zu haben
....
Liebe Grüße
Hallo und erstmal willkommmen,

Mit deinen Aussagen hast Du Dir keinen Gefallen getan.
Kurz zu deinen Fragen:
1.)
Du hast ja durchaus Trennvermögen gezeigt, mit 0,9THC aktiv. Allerdings ist eben auch der Verdacht auf harte Drogen da.
Auch passen deine Werte (0,9 - 53) halt überhaupt nicht zu deinen Konsumangaben. laut denen Du vor 8 Tagen das letzte Mal konsumiert hast.
Informiere Dich über Abbauzeiten, leg Dir eine passende Geschichte zurecht und sage deine Konsumangaben seien eine Schutzbehauptung gewesen, da der Schnelltest positiv auf Amphetamin gewesen und Du Dir das nicht erklären kannst....
2.)
Du hast noch nie und wirst auch nie harte Drogen konsumieren.
Warum der Schnelltest auf Amphetamin angeschlagen hat weisst Du nichts, da ja nichts im Blut nachzuweisen war. Harte Drogen und ein Führerschein schliessen sich gegenseitig aus.
3.)
Nein Urintest angeordnet -> Urintest wird gemacht
4.)
Du musst halt erklären können wann der letzte Konsum stattgefunden hat und wann Du wieder Fahrtüchtig sein wirst um weiterhin Trennvermögen zu beweisen.
Wird aber nicht leicht.
5.)
Vor einer MPU kommt erstmal der Entzug. Bei Drogenfragestellungen sind 12 Monate Abstinenz die Regel, 6 Monate dann, wenn es die sog. Problemtiefe es zulässt. Die Kriterien die dazu herangezogen werden kenne ich aber nicht.

Schau mal hier:
https://www.strafverteidiger-schueller. ... ehrsrecht/
Da findest Du so einiges zum Thema äG.....

Du bist nicht alleine:
...
So erging es auch dem Studenten Phillip K. aus Bad Waldsee in Baden Württemberg. Der hatte im Juni auf einer Party an einem dort rumgereichten Joint gezogen. Am folgenden Tag maßen Beamte einer Verkehrskontrolle einen THC-Wert von 0,5 ng/ml in seinem Blut, die Hälfte des Grenzwertes. Auch der Wert der Abbauprodukte, mit dem man gelegentlichen Cannabiskonsum feststellen will, war unauffällig. Trotzdem wurde K. von seiner Führerscheinstelle aufgefordert, auf eigene Kosten ein fachärztliches Gutachten erstellen zu lassen.
...
https://www.zeit.de/wissen/2014-10/mari ... ettansicht

Otterjunge
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Das Dilemma des nüchternen Autofahrers

Beitrag von Otterjunge » Di 19. Feb 2019, 02:46

Einen schönen guten Abend die Damen und Herren,

zu Valentinstag war es soweit - gerade auf dem Heimweg vom Einkaufen wurde ich von zwei furchtbar unfreundlichen Zivilpolizisten im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle aufgegabelt. Der letzte (Cannabis)-Konsum lag ungefähr 18-20 Stunden zurück und fand am vorigen Abend statt. Ich rauchte rund 3 Jahre lang täglich.

Ich willigte der Straßenrandakrobatik ein (Beine zusammen, Arme ausstrecken, Augen zu, Kopf in Nacken und eine halbe Minute abschätzen) und musste feststellen, dass dieser Test nicht wirklich zu schaffen ist. Vor allem dann nicht, wenn einem währenddessen unterstellt wird, dass sich Amphetaminreste in der eigenen Nase befinden (was definitiv nicht der Fall war).

Natürlich fing ich recht schnell an, mich sehr unwohl dabei zu fühlen, was sich in rhythmischen Kniebewegungen äußerte. (nein Spaß, mir ging die Muffe und ich zitterte)

Daraufhin veranlassten die Herren einen Speicheltest (dessen Ergebnis ich nie zu Gesicht bekam) und fragten, wann der letzte Cannabiskosum stattfand. Ich fühlte mich mäßig ertappt und (notlügte) vor zwei Tagen.

Naja ich wurde selbstverständlich ins nächste Krankenhaus gekarrt um mir dann unfreiwillig Blut abnehmen zu lassen.

———————-

Das soweit zur Vorgeschichte. In Anbetracht meines doch nicht gerade spärlichen Konsumverhaltens rechne ich mit >1ng/ml -OOH und eines neuen Revier-Rekords in Bezug aufs Abbauprodukt.

Ich besitze seit sechs Jahren die Fahrerlaubnis und habe keinerlei Einträge in Flensburg. Darüberhinaus fahre ich nie, wenn ich etwas geraucht habe! - Also nicht am selben Tag.

———————-

Es wird sich wahrscheinlich auf eine Ordnungswidrigkeit ~ 500€ / 1 Monat Fahrverbot ~ belaufen.

Aber soweit ich das Richtig verstanden habe, kommt das wirkliche Übel erst mit der Post der Führerscheinstelle.

Nun ist es so, dass ich Student bin und gerade die Semesterferien in der Heimat genieße jedoch etwaige Post zur Meldeadresse geschickt wird.
Die Führerscheinstelle fordert dann wohl in dem Schriebsel auf, mich wohl umgehend zum Drogenscreening zu melden um meine Abstinenz vom teuflischen Kraut nachzuweisen.

—————-

Am schicksalhaften Abend „vernichtete“ ;) ich die Restbestände und schmiedete triebhaft Ausreisepläne für angrenzende, als akzeptabel befundene Länder ( die Niederlanden sind bestimmt ganz nett :lol: )
Nein Scherz, ich mag die BRD eigentlich zu großen Teilen.

Ich habe selbstverständlich vor, den Konsum auf Null zu halten, schon alleine um auf kommende Drogenscreens vorbereitet zu sein.

—————-

Jetzt zu meinen Fragen:

1. Werde ich meine FE auf Dauer verlieren?
2. Nach welchem Zeitraum ist mit Post von der Führerscheinstelle zu rechnen?
3. Beim, von der Führerscheinstelle veranlassten, Drogenscreening werden ausschließlich Urinproben genommen?
3.1 Ich frage, weil ich kein Kind von Unterernährung bin und meine Fettzellen sicherlich noch in mehreren Monaten nur so mit Abbauprodukten Umsichwerfen.
4. Sollte ich über Rechtsbeistand zum Abwenden einer MPU nachdenken?
4.1 Ich werde mit großer Wahrscheinlichkeit eine MPU verkacken, weil ich in solchen Situationen furchtbar aufgeregt bin.
4.2 Darüber hinaus sind meine finanziellen Mittel als Student, milde ausgedrückt, bescheiden und ich würde einem Anwalt dann doch lieber meine Kohlen in den Rachen drücken.
4.3 Also ist es möglich, eine Abstinenz und Trennungsvermögen von Konsum&Verkehr ohne MPU nachzuweisen?

——————

Der nachfolgende Teil kann gerne überflogen werden, ich möchte nur ein paar Gedanken zu meiner ganzen Situation loswerden:

Wie man vielleicht an einigen Stellen lesen konnte, bin ich kein Kind von Traurigkeit und bereue eigentlich nicht, drei Jahre meines Lebens durch Cannabiskonsum „ruiniert“ :lol: zu haben. Im Gegenteil, ich studiere erfolgreich ein MINT-Fach und habe mit meinen 24 Jahren bereits meine Traumbranche gefunden, habe eine abgeschlossene Berufsausbildung und bin absolut glücklich über meine derzeitige Lebenssituation.

Wenn an Valentinstag nicht zufällig Kommissar Unfreundlich und Sergeant „Ich klemm dir die Beine aufn Rücksitz ein“ das innige Bedürfnis gehabt hätten, statt ihrer Frauen, halbstarke Golf-IV-Fahrer zu überwältigen, würde ich mich natürlich besser fühlen.
Aber jetzt wo man zwangsweise mit der Thematik konfrontiert wurde, fühlt man sich wie es Schwerkrimineller! Je mehr ich darüber nachdenke, umso absurder kommt mir diese ganze Thematik vor. Vorallem weil ich jetzt von meinem Bafög noch diesen ganzen Scheiß und ggf. noch einen Anwalt abstottern muss. Böse Zungen behaupten ein Aufbessern der Staatskasse.

Vorab schonmal vielen Dank für eure Hilfe und liebe Grüße!

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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz » Di 19. Feb 2019, 08:05

Hallo otterjunge und herzlich willkommen im Forum!

Ich habe Deinen Beitrag hierher verschoben, da kannst Du Dich schon mal grundsätzlich einlesen.
Dann auch noch diesen Thread: https://hanfverband-forum.de/viewtopic.php?f=12&t=168
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Ben2689
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Ben2689 » Di 19. Feb 2019, 12:29

Hallo liebe "Mitleidenden",

Habe vor zwei, drei Monaten hier bereits einen Beitrag erstellt.
Nun, nach unzähligen Terminen und Behandlungen, ist es nächste Woche soweit. Mein Arzt verschreibt mir cannabis.
Alle anderen Behandlungen (Injektionen, Medikamente, krankengymnastik) haben keine Wirkung gezeigt.
Der Brief für meine FE Entziehung kam vor ein paar Tagen. Werde meinen Führerschein daher jetzt demnächst abgeben. Für einen Monat definitiv, da ich ja auch ein 1monatiges Fahrverbot, aufgebrummt bekommen habe.

Nun zu meiner Frage.
Wenn ich jetzt cannabispatient werde, was bedeutet das für die mpu?
Die abstinenznachweise sollten ja dann theoretisch wegfallen oder? Ergibt ja keinen Sinn wenn ich die Medizin täglichen einnehmen muss (Arzt meinte wohl zwischen 1-2g täglich).

Habe mal bei einer mpu Beratung angefragt, und der unglaublich unfreundliche Herr am Telefon meinte "Dann kann ich es vergessen meine Mpu zu bestehen".

Das kann ich doch kaum glauben oder? Ich bin auf den Führerschein angewiesen.

Hat hier schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir sagen, wie diese Mpu als Patient dann abläuft oder wie ich mich darauf vorbereiten kann?

Viele Grüße

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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz » Di 19. Feb 2019, 13:22

Hallo zurück! 6 Seiten Beiträge sagen: Ja, es gibt andere die ähnliches erlebt haben. Einfach mal in den Beiträgen hier schmökern. Und Nein, die MPU brauchst Du nicht zu vergessen, eine Abstinenz brauchst Du als Patient nicht nachzuweisen.
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mad
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von mad » Di 19. Feb 2019, 18:03

1. Werde ich meine FE auf Dauer verlieren?

Wahrscheinlichkeit ist hoch!


2. Nach welchem Zeitraum ist mit Post von der Führerscheinstelle zu rechnen?

Wochen bis Monate. Dauert immer unterschiedlich lange.


3. Beim, von der Führerscheinstelle veranlassten, Drogenscreening werden ausschließlich Urinproben genommen?

Soweit ich weiß: ja.


3.1 Ich frage, weil ich kein Kind von Unterernährung bin und meine Fettzellen sicherlich noch in mehreren Monaten nur so mit Abbauprodukten Umsichwerfen.

Da hast Du Recht …


4. Sollte ich über Rechtsbeistand zum Abwenden einer MPU nachdenken?

Es schadet nie was. Aber hat kaum Aussicht auf Erfolg, meiner Meinung nach.

4.1 Ich werde mit großer Wahrscheinlichkeit eine MPU verkacken, weil ich in solchen Situationen furchtbar aufgeregt bin.
4.2 Darüber hinaus sind meine finanziellen Mittel als Student, milde ausgedrückt, bescheiden und ich würde einem Anwalt dann doch lieber meine Kohlen in den Rachen drücken.

4.3 Also ist es möglich, eine Abstinenz und Trennungsvermögen von Konsum&Verkehr ohne MPU nachzuweisen?

Das wird denke ich nicht möglich sein.

Otterjunge
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Otterjunge » Di 19. Feb 2019, 22:10

Vielen Dank mad für die schnelle Antwort.

Ich habe von zwei Freunden erfahren, dass die beiden erfolgreich eine MPU dank Rechtsbeistand abwenden konnten. Die Richter in meinen Breiten scheinen da relativ kulant zu sein. Den beiden wurden relativ hohe Blutwerte nachgewiesen, jedoch wurde vor Gericht argumentiert, dass sich diese auf sehr starkes Cannabis zurück führen lassen und es sich lediglich um Probierkonsum gehandelt hat.

Lässt mich persönlich hoffen, noch mit einem blauem Auge davon zu kommen..

Grüße

Pphil321
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Registriert: Fr 22. Feb 2019, 23:19

Es ist passiert, allgemeine Verkerhskontrolle

Beitrag von Pphil321 » Fr 22. Feb 2019, 23:34

Servus zusammen,

Nun ist es mir tatsächlich am Donnerstag, den 14.02.19 auch passiert.
Allgemeine Verkehrskontrolle mit anschließender Drogenkontrolle. - Dabei hatte ich natürlich nichts.


Zur mir / Vorgeschichte.

Ich würde mich selbst eher als gelegentlichen Kiffer einstufen. In den letzten Monaten habe ich zwar im Schnitt 2-3 Joints die Woche geraucht,
allerdings beschränkten sich diese auf einen Inhalt von vlt. 0,1-0,2g. Meist waren dies auch einfach nur Zigaretten Blättchen mit ein paar Krümeln und Tip. Meine Toleranz ist also recht niedrig. Wenn ich mal bei meinem Kollegen an einem richtigen Joint mit rauche bin ich meist schon nach 3-4 Zügen ziemlich weg.

Um einen Schluss auf meine möglichen Einlagerungen im Körper zu bekommen, habe ich mir kurz nach der Kontrolle Urin-Tests bestellt.
Ich habe mich dann 4 Tage nach der Kontrolle selbst getestet mit 50ng/ml Cutoff, sowie am Tag darauf nochmal mit 25ng/ml Cutoff.
Unter bedacht, dass ich noch nicht die Halbwertzeit erreicht hab, und unter Bedacht, dass ich die Tage kurz nach der Kontrolle knapp 2kg verloren hab da ich absolut kein Appetit, durch den Stress und die Angst hatte, und noch 1x beim Sport war.
Beide Tests vielen negativ aus - somit würde ich daraus schließen, dass ich nahezu keine Einlagerungen im Körper gehabt haben kann.

Ich selbst bin 1,83m Groß, wiege lediglich 68kg, bin also recht schlank (tendenziell um bzw unter 10% kfa), nehme auch nur sehr schwer zu und betreibe nebenbei Kraftsport (1-3x die Woche). Tendenziell also einen ziemlich guten Stoffwechsel, schätze ich.
Das letzte mal beim Sport war ich ebenfalls am Vortag der Kontrolle, morgens früh für eine Stunde.

Das letzte mal "richtig" gekifft hatte am am Samstag den 09.02. (an dem Tag verteilt vlt 0,3-4g).
Die Tage danach gab es vlt. Abends mal eine kleine selbst gedrehte "Zigarette" mit ein paar Krümeln drin.
Die letzte "Graszigarette" hatte ich am Vortag bzw am 13.02 gegen 19:00 - 20:00, werden ca 0,1g gewesen sein, nicht mehr, tendenziell sogar eher weniger und war auch nach vlt 6-7 Züge schon vorbei.

Zum Verlauf:

Das Blut wurde mir dann ziemlich genau am 14.02 um 14:30 abgenommen - also ca 18-19h nach der letzten Einnahme.
Leider habe ich beim Beamten etwas viel geplappert, und gesagt das ich mich ab und zu auf ein paar Geburtstagen in den letzten
Jahren hab überreden lassen mal mit zu ziehen, und den letzten Konsum vor (4 Tagen) hatte.
Allerdings ist mir im nachhinein aufgefallen das mich dieser NICHT nach meinen Rechten belehrt hat. (Laut Internet sind somit meine Aussagen eig nicht mehr Aussagekräftig).

Der Urinschnelltest den ich mit gemacht habe, viel meines Erachtens nach eig. auch eher als negativ aus. Der Beamte hatte lediglich 1 Minute gewartet und dann beschlossen das Ergebnis als Positiv zu werten obwohl langsam eine Linie im kommen war.
Soweit ich weiß spielt die Intensität der Linie keine Rolle und sei bei einer erkennbaren Linie als negativ zu werten.
Eingewilligt habe ich dem Bluttest auch nicht, es wurde einfach gesagt das ich da sowieso nicht drum herum komme - Unterschieben habe ich auch nichts. -> Wobei ein Kollege der in der selben Kontrolle war, belehrt wurde, sowie eine Unterschrift zur Abnahme abgeben musste.

Die Ärztin hatte mich nach der Blutabnahme noch gefragt, ob ich auf einer Linie gehen will, sowie bei verschlossenen Augen meine Finger vor dem Gesicht zusammen bringen.
Dem Test habe ich eingewilligt und mit Bravur Bestanden. - Dachte wird schon nicht schaden, weil ich mir sicher war das ich ganz klar war im Kopf - bis auf die Nervösität.

Fazit:

Nun meine Frage an euch, einfach aus diversen Erfahrungswerten, wie stehen meine Chancen, das ich unter dem Grenzwert von 1ng/ml bin ?
Ich weiß selbst das man das nicht genau beantworten kann, ich würde nur lediglich eure Einschätzungen gern hören.
Ich bin bei der Polizei noch nie negativ aufgefallen, habe also bis dato eine absolut reine Weste.
Bis auf 2 Punkte in Flensburg wegen 2 Geschwindigkeitsverstößen (jeweils 1 Punkt je Blitzer).
Lässt sich da im "worst case" rechtlich was machen mit einem wirklichen guten Anwalt ?
Lässt sich irgendwie auf die fehlende Belehrung und fehlende Einwilligung zur Blutabnahme plädieren unter Erwähnung des nicht ordnungsgemäßen auswerten des Urin-Tests.

Ich freue mich auf eure Antworten und bin gespannt.
Sobald ich die Blutwerte erhalte leite ich diese gerne weiter.

Gruß

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BUMMBUMM
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von BUMMBUMM » Sa 23. Feb 2019, 16:39

sieht eher schlecht aus was die chancen angeht unter 1ng/ml zu liegen.
weiße weste irrelevant, anwalt hilft auch kaum.
Nachdem du das maul aufgemacht hast, war der urintest eh unwichtig und wurde nur pro forma gemacht und in manchen bundesländern gibts keinen richtervorbehalt für blutabnahmen mehr, in den anderen arbeiten sie dran.

Belehrungen gibts nur bei festnahmen.

siehe auch: https://hanfverband-forum.de/viewtopic. ... 770#p71770
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eastside
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Führerscheinstelle Privatrezept

Beitrag von eastside » Mi 27. Feb 2019, 14:47

Moin ,

reicht es bei der Führerscheinstelle aus ein Privatrezept /wohlwollendes Attest vom Arzt vorzulegen ? Von meinem Kollegen ist der eingezogen und die Sachbearbeiterin sagte zu ihm, wenn er vom Arzt das verschrieben bekommt , das er keine MPU machen muss.

Auf vielen Seiten liest man, das man das erste Privat-Rezept nicht einlösen sollte? Verstehe den Sinn dahinter nicht?

Muss das Privatrezept von einem Kassenarzt sein? Oder ist dies egal?

Danke für Antworten :)

Cookie
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Cookie » Mi 27. Feb 2019, 15:45

Eigentlich müsst es reichen. Das Ausstellungsdatum muss wenn möglich vor dem Termin liegen, dann reicht's in jedem Fall ;).

Dass das Rezept ein privates sein sollte ist nur insofern interessant, als er "bald" ein Rezept braucht. Gibt's von einem Privatarzt genauso wie von einem "Kassenarzt"... in dem Moment bist Du Privatpatient.
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

420unicorns
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Führerscheinabnahme bei Diversionsverfahren (Bayern)

Beitrag von 420unicorns » Mi 27. Feb 2019, 18:53

Guten Abend,

vor ca. 2 Monaten wurden meine Schwester und ich von der Polizei mit 4g Cannabis verhaftet, nun läuft gegen uns ein Diversionsverfahren. Wir müssen ein Drogenseminar besuchen, ansonsten scheint es keine Folgen für uns zu geben.
Da uns aber keiner der Pädagogen oder Polizisten eine klare Antwort auf unsere Fragen geben konnten, wenden wir uns nun an euch.
Besteht die Möglichkeit, dass von der Führerscheinstelle nach knapp 2 Monaten seit der Verhaftung eine Ladung zum Drogentest kommt? Seit ca. 4 Wochen haben wir auf den Konsum verzichtet aus Angst wir könnten den Führerschein verlieren.
Wir haben in diesem Forum gelesen, dass Cannabis bei regelmäßigen Konsum 4-6 Wochen nachweisbar ist. Nun stellt sich für uns noch die Frage, ab wann man von "regelmäßigen Konsum" spricht.

Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit diesen Thema in Bayern gemacht? Wie lange wird der Führerschein in der Regel abgenommen?

Über eine Rückmeldung würden wir uns freuen.

mad
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von mad » Do 28. Feb 2019, 14:32

Hierzu gibt es bereits massig Einträge in diesem Forum. Bayern ist besonders schlimm. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Ihr Post von der Führerscheinstelle erhalten werdet. Vermutlich mit MPU und Abstinenznachweisen, bis ihr den Führerschein wiederbekommt. Wie lange THC nachweisbar ist, hängt von jeder Person ab: Dauer, Menge und Körpergewicht sind hier die wesentlichen Faktoren, es gibt aber viele weitere. Wenn man als normalgewichtige Person an Wochenenden 0,3g raucht, dann kann es sein, dass es nach 4 bis 6 Wochen im Blut nicht mehr nachweisbar ist. Wenn man übergewichtig ist und täglich 1g geraucht hat, kann es auch mal mehrere Monate dauern.

Es gibt THC-Tests, die man zu Hause machen kann. Das könnte sinnvoll sein.

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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz » Fr 1. Mär 2019, 12:56

Zu den Abbauzeiten gibts auch hier noch einen Strang: https://hanfverband-forum.de/viewtopic.php?f=11&t=7513
Foren-Putze und Teilzeitadmin

vin32
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Erstes Mal bei Fahrzeugkontrolle erwischt – welche Konsequenzen

Beitrag von vin32 » Mo 4. Mär 2019, 01:47

Hallo zusammen,

ein Bekannter von mir hat folgendes Problem: er wurde von der Polizei angehalten und dabei ist ein positiver Test auf Cannabis entstanden.

Es ist das erste Mal das er deswegen auffällig wurde und ist sonst auch ein unbeschriebenes Blatt. Welche Konsequenzen hat er zu befürchten? Ist der Lappen nur auf Fahrverbot weg (1 Monat, kleine Strafe und Punkt in Flenzburg) oder könnte eine MPU angeordnet werden und während dessen auch der Führerschein weg?

Würde mich auf Rückmeldung freuen.

Brooklyn
Beiträge: 4
Registriert: Sa 17. Nov 2018, 10:41

Dranobinol / Abstinenz / MPU

Beitrag von Brooklyn » Sa 16. Mär 2019, 10:42

Hallo.
Mir wurde der Führerschein letztes Jahr 8.2018 entzogen. (06.2018 Verkehrskontrolle 5.6 ng thc, 135ng thc-cool)
Habe seit 2007 chronische Schmerzen, seit 2016 Schlafstörungen durch Fehllagerung und Essstörungen seit 2017. Dies wurde die Straßenverkehrsamt direkt mitgeteilt, Antwort von Straßenverkehrsamt, „bringen sie das Rezept und dann schauen wir weiter“
Seit 11.2018 bekomme ich das medikament dranobinol. Danach sollte ich nochmal ein Antrag für führerschein stellen.
Dezember 2018 habe ich neue Antrag für den Führerschein gestellt.
Draufhin wollte die Straßenverkehrsamt folgende ärztliche Bescheinigungen sehen;
-warum mir das Medikament verschrieben wurde
-das Medikament und die Dosis. (Dranobinol täglich 14 Tropfen.)

Das haben sie nun auch bekommen.

Nun wird es komplizierter.
Mündlich wurde mir mitgeteilt, dass ich MPU und ein absinenz nachweiss erbringen soll.

Als ich beim mpu stelle angerufen habe haben sie es nicht verstanden wie das gehen soll da ich täglich 14 Tropfen nehmen muss.

Ich habe nochmal mit Straßenverkehrsamt telefoniert und sie meinten ich müsse 2 mal haarprobe abgeben, ein mal für Abstinenz Nachweis und da die Werte damals hoch waren nochmal einen „Missbrauchnachweiss“
Meine Frage ist, wie soll das gehen? Hat jemand Erfahrungen damit?

Brauche dringend Hilfe.

Bedanke mich schon mal.

Grüße

PacoEscobar
Beiträge: 60
Registriert: Mi 4. Okt 2017, 17:54

Re: Dranobinol / Abstinenz / MPU

Beitrag von PacoEscobar » Sa 16. Mär 2019, 11:38

Ich denke die wollen einmal sehen dass du nix anderes nimmst/genommen hast und dann noch ob die Werte zu hoch sind für deine Dosierung...

Ich musste als C Patient keine MPU machen sondern "nur" ein verkehrärztliches Gutachten (keine Psycho-Untersuchung)..müsste ich mir aber erkämpfen...erst hieß es mpu...dann hab ich Stress bei der Behördenleitung gemacht...und plötzlich doch keine MPU+neue Sachbearbeiterin.

Dann wurde geguckt ob die Verschreibung legitim ist...d.h. warum und welcher Arzt.
Musste dann noch Reaktionstests machen unter Einfluss...nur ein Urintest um zu sehen, ob ich bei den Reaktionstests auch unter Einfluss stehe. Dann wurde mir volle fahrtauglichkeit bescheinigt...hab den Wisch der FsS vorgelegt und hatte dann ne Woche später den Lappen wieder...hat insgesamt knapp ein halbes Jahr gedauert

Brooklyn
Beiträge: 4
Registriert: Sa 17. Nov 2018, 10:41

Re: Dranobinol / Abstinenz / MPU

Beitrag von Brooklyn » Sa 16. Mär 2019, 11:59

PacoEscobar hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 11:38
Ich denke die wollen einmal sehen dass du nix anderes nimmst/genommen hast und dann noch ob die Werte zu hoch sind für deine Dosierung...

Ich musste als C Patient keine MPU machen sondern "nur" ein verkehrärztliches Gutachten (keine Psycho-Untersuchung)..müsste ich mir aber erkämpfen...erst hieß es mpu...dann hab ich Stress bei der Behördenleitung gemacht...und plötzlich doch keine MPU+neue Sachbearbeiterin.

Dann wurde geguckt ob die Verschreibung legitim ist...d.h. warum und welcher Arzt.
Musste dann noch Reaktionstests machen unter Einfluss...nur ein Urintest um zu sehen, ob ich bei den Reaktionstests auch unter Einfluss stehe. Dann wurde mir volle fahrtauglichkeit bescheinigt...hab den Wisch der FsS vorgelegt und hatte dann ne Woche später den Lappen wieder...hat insgesamt knapp ein halbes Jahr gedauert



Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Dass ich nichts anderes nehme und die Werte kommt bei haaranalyse raus. Aber die Werte, da ich das Medikament seit halbes Jahr täglich nehme wär schon hoch. Da es sich ja verlagert und im Endeffekt bei jedem anders ist. Was ich nicht verstehe wieso gleich 2 mal? (Kostet ja jedesmal 250€)Nicht mal die Labore wo ich angerufen habe, verstehen das so nicht so richtig.
Wie wollen sie das herausfinden?

ManOnTheMoon
Beiträge: 1
Registriert: Mi 8. Mai 2019, 10:13

Führerscheinentzug & Wiedererteilung

Beitrag von ManOnTheMoon » Mi 8. Mai 2019, 10:35

hey Leute,

vor ca. zwei Jahre musste ich wegen Cannabis am Steuer meinen Führerschein abgeben, seitdem habe ich nichts mehr geraucht. Ich musste einen Bluttest machen, der einen aktiven Wert von 2,1 u. einen Abbauwert von 25,6 ergeben hat.
Im Sommer 2019 bin ich mit meiner Weiterbildung fertig, daher stellt sich für mich jetzt die Frage, wie ich wieder an meinen Führerschein komme.

Selbstverständlich habe ich mich bereits in das Thema eingelesen, doch blicke ich noch immer nicht wirklich durch :D
Brauche ich einen Abstinenznachweis oder sogar MPU?
Kosten??
Rechtsbeistand?
andere Möglichkeiten?

Danke für Eure Antworten !

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