Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Antworten
Stardawg
Beiträge: 2
Registriert: Do 7. Mai 2020, 02:25

Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Stardawg » Do 7. Mai 2020, 04:07

Hallo liebe Leute

Ich beschäftige mich seit ein paar Tagen mit dem Fortschritt in Deutschland;
Denn als Richter Müller den Antrag an das Verfassungsgericht schickte, durchströmte mich eine Euphorie, die leider nicht lange hielt: Was ich zuerst als Meilenstein in der deutschen Drogenpolitik empfand, entpuppte sich als kleiner Schritt.
Nicht falsch verstehen, 10 kleine oder 2 große Schritte führen beide zum Ziel.
Nur momentan oder bzw seit 2017, so empfand ich, machen die Leute sich zu viele Hoffnungen.
Ich kenne mich leider nicht ansatzweise gut genug in der Politik aus, um eine feste Meinung zu haben, aber was können wir denn außer Wählen tun? Nach meiner Auffassung leider nicht viel.. wir können bloß mit Aufklärung dafür sorgen, dass die Leute aufhören, Konservativ zu wählen.
Nur ist mein Problem bei der Sache: Sie werden wegen eines Themas nicht die Partei wechseln, vor allem weil die aktuellen TOP Probleme in der deutschen Politik Corona&Flüchtlinge sind. Die meisten Stimmen, die die Union bekommt, sind Leute die a) sich mit den aktuellen Erkenntnissen nicht auseinandersetzen oder b) sogar radikale Gegner sind. Ihr Hauptproblem ist nicht grade die verfassungswidrige Drogenpolitik und das ist wiederum unser Hauptproblem.
Die Union hat meistens bei Wahlen fast den doppelt Vorsprung, es wird noch gefühlt Jahrzehnte dauern, bis die Mehrheit der Konservativen ausgestorben ist und die „ neue Generation“ die höchste Wahlbeteiligung hat. Erst wenn die CDU und CSU abgedankt haben, werden wir über eine Legalisierung ernsthaft nachdenken können, denn:
Ich sehe wirklich 0 Hoffnung in der Einsicht. Wie ich lese, dass Konservative ( grade Mortler oder Ludwig ) mit falschen Zahlen belegen wollen ( mal dahingestellt ob absichtlich oder nicht ) oder bei Interviews die FAKTEN! wirklich unprofessionell ignorieren und ständig mit den selben Sätzen ( ich will’s ja nicht mal mehr Argumente nennen!!) kontern.
Ich habe wirklich keine Ahnung, wie eine derartige Realitätsverweigerung bei gebildeten Leuten überhaupt zu Stande kommen kann.. grade mit den ersten Legalisierungen ( USA, Kanada etc ) sollten öffentliche Beispiele der positiven Effekte gegeben sein und dennoch beharren die Konservativen auf ihre Meinung. Selbst wissenschaftliche Studien werden ignoriert.
Ich habe 50 Seiten des Antrages v. Müller gelesen und kann mir bei besten Willen nicht vorstellen, wie diese „ ah so gebildeten“ Leute ernsthaft den Antrag ebenfalls durchlesen und dann sagen: „ ne, also all die Sachen, die da stehen, überzeugen uns nicht. Tut mir leid, vielleicht beim nächsten mal! ¯\_(ツ)_/¯“

Oder was ist mit der Petition von 2017? Ich habe gehört, dass der Petitionsausschuss / die Antwort innerhalb einer Legislaturperiode erfolgen muss, nur bis jetzt kam anscheinend noch nichts? Und bis Ende 2021 ist nicht mehr lange.


EIGENTLICH wären sowohl diese Petition, als auch Müllers Antrag schon genug für mein Gewissen weil ich normalerweise den Leuten, die einen Job wie Politiker oder Arzt ausüben, genug Intelligenz und Weiterbildungsinteresse zumute.
Leider wurde ich in den beiden Punkten bitter enttäuscht.
Es scheint, als wäre das Thema Cannabis bei denen, die wirklich für eine Legalisierung sorgen könnten, an 14. Stelle.
Es scheint, als wären selbst die Menschen, welche die wichtigsten Entscheidungen treffen müssen, nicht frei von subjektivem Denken.


Herr Müllers Antrag sollte in ca 1-2 Jahren eine Antwort bekommen + der Petitionauschuss sollte zur etwa der selben Zeit erfolgen.
Ich weiß einfach jetzt schon , dass diese beiden „großkalibrigen Schüsse“ dennoch an den engen Stahlstirnen der Herrscher wie popcorn abprallen werden und das regt mich soooo unglaublich auf. Wenn in den nächsten Jahren nicht irgendwie zufällig bewiesen wird, dass ein hoher THC Gehalt die Lösung für ALLE Probleme ist, wird die Union daran nichts ändern XDD was ich damit sagen will: erst eine neue Partei wird es doch erst ermöglichen zu Legalisieren,

Oder?

Falls mein ganzes Konzept eine pessimistische Halbwahrheit ist, so lasse ich mich gerne eines besseren belehren!! So Sachen wie: „Das Bundesverfassungsgericht ist seit 1992 moderner geworden und hat großen Einfluss auf die Gesetzeslage“
Oder
„Eine eingereichte Petition mit der Mehrheit überwiegt die Meinung der Führenden“
Oder ähnliche Sachen wären ganz cool :D

ich habe jetzt erst seit 10 Jahren mit Cannabis zutun,
viele andere Leute kämpfen diesen Kampf nun seit 30-50 Jahren.. wenn es mir schon reicht, dann denen erst recht!

Mit freundlichen Grüßen:
D aus K :‘D

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2702
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Cookie » Do 7. Mai 2020, 07:16

Ich kann Deine frustrierten Punkte schon verstehen, sehe die Sache aber etwas anders. Ich bin seit etwa 30 Jahren dabei und es ist mühselig, das ist wahr, aber die Freiheit wird in rund 2 Jahren kommen, das halte ich für genau so wahr. Sie ist schon gekommen in so vielen Ländern in den letzten 7 Jahren, da werden die Konservativen es nicht schaffen, uns noch mal 10+ Jahre "aufzuhalten". Sie werden auch die Wahlen nicht "gewinnen", auch wenn das umfragemäßig so aussehen mag... Umfragen sind nur ein Stimmungsbild, mehr nicht.

Sei optimistisch. Das hilft und die Legalisierung kommt - wenn auch schrittweise (erster Schritt mit "Cannabis als Medizin" ist doch schon gewonnen)!
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

Stardawg
Beiträge: 2
Registriert: Do 7. Mai 2020, 02:25

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Stardawg » Do 7. Mai 2020, 20:18

Cookie hat geschrieben:
Do 7. Mai 2020, 07:16
Ich kann Deine frustrierten Punkte schon verstehen, sehe die Sache aber etwas anders. Ich bin seit etwa 30 Jahren dabei und es ist mühselig, das ist wahr, aber die Freiheit wird in rund 2 Jahren kommen, das halte ich für genau so wahr. Sie ist schon gekommen in so vielen Ländern in den letzten 7 Jahren, da werden die Konservativen es nicht schaffen, uns noch mal 10+ Jahre "aufzuhalten". Sie werden auch die Wahlen nicht "gewinnen", auch wenn das umfragemäßig so aussehen mag... Umfragen sind nur ein Stimmungsbild, mehr nicht.

Sei optimistisch. Das hilft und die Legalisierung kommt - wenn auch schrittweise (erster Schritt mit "Cannabis als Medizin" ist doch schon gewonnen)!


Deine Einstellung gefällt mir sehr! Danke für die Worte.
Wie gesagt, leider fehlt mir die politische Erfahrung und das Wissen, um besser abwägen zu können, was in der Politik möglich ist und was nicht.. daher wahrscheinlich auch der Frust;
Es sieht halt ständig so aus, als würden wir gegen Wände reden
Und ja, hätten sie den Gebrauch für medizinische Zwecke nicht freigegeben, dann hätte ich jetzt wohl gar keine Hoffnungen.

Benutzeravatar
Martin Mainz
Beiträge: 3143
Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Martin Mainz » Do 7. Mai 2020, 22:47

Ich hab allerdings das dumpfe Gefühl, das die Coronakrise die CDU eher stärkt. Wenn sich da noch ein passende/r Kanzler/in findet, dann gute Nacht.

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2702
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Cookie » Fr 8. Mai 2020, 07:56

Wenn sie die "Krise" noch sehr lange aufrecht erhalten (können / müssen / wollen), bin ich überzeugt, dass sie nicht mehr lange machen werden... der "Hype" ebbt doch schon wieder ab. Deswegen ja die "vorsichtigen" Schritte Richtung Freiheit, nicht weil das bei all dem Blödsinn sinnvoll wäre. Reines Chaos. Wenn das den Menschen bewusst wird, ist von "guter Führung" nichts mehr zu hören - was der Grund war für den Hype.

Aber selbst wenn es anders läuft und die CDU/CSU gewinnt, werden sie nicht umhin kommen, und nach dem Willen ihrer Wähler und Nichtwähler zu handeln, denn eine (knappe) Minderheit oder Mehrheit ist für die Legalisierung.

Wenn sie auch das nicht tun, bleibt nur die Option des Weitermachens, weil ein Aufgeben der größte Fehler wäre. Und wenn sie dann nicht vom BVerfG einen Rüffel kassieren, wäre ich mehr als überrascht.
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

waterkant
Beiträge: 1
Registriert: So 10. Mai 2020, 14:35

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von waterkant » So 10. Mai 2020, 15:09

Ob in den nächsten 10 Jahren oder überhaupt legalisiert wird, steht in den Sternen. Nur weil eine Handvoll Länder Cannabis als Freizeitdroge legalisiert hat, heißt das noch lange nicht, dass Deutschland da mitzieht. Vorallem wenn man sich momentan das Stimmungsbild anschaut. Laut Deutschlandtrend ist die Union seit der Krise bei ungefähr 40%. Die neue Drogenbeauftragte ist auch nicht wirklich besser als Mortler, höhstens verkauft sie sich als liberaler. Außerdem wird die Klage von Richter Müller sich jahrelang ziehen und selbst wenn die Klage nicht abgelehnt wird, was ich für unwahrscheinlich halte, heißt auch das nicht Legalisierung. Die neuste Reaktion vom Bfam auf Modellprojekte macht mir auch keine Hoffnung.

Trotzdem gibt es auch Dinge, die Hoffnung machen. Die Spd Bundestagsfraktion hat sich für eine kontrollierte Abgabe ausgesprochen. Damit sind nur noch Union und Afd gegen eine Legalisierung bzw. kontrollierte Abgabe. Und auch in der Union gibt es leise Stimmen, die für eine kontrollierte Abgabe sind. Aber natürlich noch längst nicht in der Mehrheit. https://www.vorwaerts.de/artikel/spd-wi ... galisieren
Zudem hat sich das Bild von Cannabis in der Gesellschaft ziemlich geändert. Die meisten traditionellen Medien berichten einigermaßen positiv und objektiv über Cannabis. Und im Internet scheint ja längst bekannt zu sein, dass die Legalisierung längst überfällig ist. Wenn man mal an die frühen 2000er Jahre denkt, wie da noch von Cannabis gesprochen wurde, als wäre es Heroin in Papier gewickelt. Mittlerweile ist es in vielen Staaten als Medizin erhältlich und einige haben es bereits als Freizeitdroge legaisiert und weitere ziehen nach. In Neuseeland wird dieses Jahr über die Legalisierung abgestimmt. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... n-Cannabis
Luxemburg hat als erstes europäisches Land beschlossen Cannabis für seine Bürger als Freizeitdroge zu legalisieren. In Italien ist der Anbau von Pflanzen mittlerweile erlaubt und auch in Mexiko tut sich etwas. Noch mal zu den Umfragewerten. Das sind Stimmungsbilder. Vor einigen Monaten hatten die Grünen zwischenzeitlich sogar die Union überholt. Ich glaube kaum, dass die Union stabil bei 40% bleiben wird. Die großen Volkspartein (Konserative und Sozialdemokraten) schrumpfen in allen europäischen Ländern zusammen. Genau sagen kann dass aber keiner. Außerdem kann man sagen, dass die Diskussion über die Legalisierung von Cannabis längst kein Nischenthema mehr ist wie noch vor 15-20 Jahren. Zudem gibt es auch Lobbygruppen, die sich für die Legalisierung einsetzen. Und die Umfragewerte darüber, ob Cannabis legalisiert werden sollte, sind besser als in manch anderen Ländern.

Abschließend plädiere ich dafür optimistisch zu sein, aber sich auch keine falschen Hoffnungen zu machen. Nächste Bundestagswahl 2021 wird es noch keine Legalisierung geben, höhstens eine Entkriminalisierung bzw. Abstufung zur Ordnungswidrigkeit. Vielleicht passiert es 2024 oder auch erst danach. Das hängt von der Union ab und wie stark die anderen Partein sich erstens für die Legalisierung einsetzen und zweitens wie viele Stimmen sie bekommen. Es gibt immer noch die Alternative auszuwandern, denn für junge, gut gebildete Menschen ist die deutsche Politik schon lange nicht mehr gemacht. Vertreten wird im Grunde nur die größte Bevölkerungsgruppe aufwärts der 60. Das erkennt man nicht nur an der Drogenpolitik.

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2702
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Cookie » So 10. Mai 2020, 16:02

waterkant hat geschrieben:
So 10. Mai 2020, 15:09
Vertreten wird im Grunde nur die größte Bevölkerungsgruppe aufwärts der 60. Das erkennt man nicht nur an der Drogenpolitik.
Darauf möchte ich eingehen, weil wenn das gemacht wird, ein grober "Fehler" begangen wird. Und zwar ist meine Mutter MS krank und bezieht - wie ich schon desöfteren hier sagte - Dronabinol, auch schon weit vor der Freigabe für medizische Zwecke. Meinen Vater hat das interessiert gemacht, so sehr, dass er mit 78 Jahren erste Erfahrungen gemacht hat :D. Durchaus positiv, "Marijuana ist gar keine Droge!" - "Hast recht, Papa.". Keine Details, aber worauf ich hinaus will ist, dass auch die ältere Generation lernfähig bleibt / ist, ohne dass ich darauf hingewirkt hätte. Die Meinung vertritt er schon seit etwa 15 Jahren, aber "probiert" hat er erst vor rund 2 Jahren. Ich fand das hoch interessant, zu beobachten ;). Es ist nicht so, dass er sagt, dass man das braucht, aber es ist (seit 15 Jahren) so, dass er sagt, man müsse den Blödsinn (der Prohibition) aufgeben bzw. sein lassen - "Ja Papa, ganz meine Meinung!". Er weiß auch, dass ich konsumiere, findet es aber nicht der Rede wert. So gesehen "geht mehr auf die Bevölkerungsgruppe jenseits der 60 ein".

Und da ich der erste bin, der Dir antwortet... herzlich willkommen ;)!
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

HabAuchNeMeinung
Beiträge: 411
Registriert: So 1. Jun 2014, 02:17

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von HabAuchNeMeinung » So 10. Mai 2020, 17:12

waterkant hat geschrieben:
So 10. Mai 2020, 15:09
... Vorallem wenn man sich momentan das Stimmungsbild anschaut. Laut Deutschlandtrend ist die Union seit der Krise bei ungefähr 40%....
Hallo Waterkant,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum.
Wie Du richtig schreibst ist dass das momentane Stimmungsbild aber auch nicht mehr.
Weiterhin ist dabei zu berücksichtigen, daß ein großteil der Zustimmung sich auf die Bundeskanzlerin und ihr Krisenmanagement bezieht.
Da sie 2021 nicht nochmal antreten wird, ist die Union da in einer loose-loose Situation.
Zwar ist Söder im Moment auch sehr beleibt, aber ob das bis Herbst 2021 reichen wird steht auf einem anderen Blatt. Weiterhin glaube ich nicht daß man seitens der CDU so einfach einen CSU Kanzlerkanidaten schlucken wird, da dieser Bundesweit nur schwer vermittelbar sein wird.
Und somit sind noch Röttgen, Laschet und Merz "im Rennen". Jeder von denen wird mit erheblichen Akzeptanzproblemen innerhalb seiner Partei und auch in der Bevölkerung zu kämpfen haben.
Des weiteren ist es auch unwahrscheinlich dass die Union eine absolute Mehrheit erreichen wird, sprich sie wird mit einer (oder sogar zwei) anderen Parteien koalieren müssen.
Da die AFD als Koalitionspartner ausfällt, wird es also auf eine oder zwei Partei(en) hinauslaufen die für eine Änderung des Status Quo sind.
Somit ist die Frage wie stark sich der/die potentielle(n) Partner für dieses Thema einsetzen,sprich darauf bestehen dass es in einen Koalitionsvertrag aufgenommen und auch umgesetzt wird.
Da kann man, egal wer der oder die Koalitionspartner werden, dann zwar Zweifel haben ob von denen das Thema dann als so wichtig erachtet wird aber zumindest besteht gegenüber den bisherigen Koalitionen zumindest (mal wieder) die Chance dazu. Es bleibt also spannend....
my2cents
HabAuchNeMeinung

Achso... Zum Thema 60+
Überleg mal wann ein heute 60 Jähriger geboren wurde.
Viele von denen dürften Konsumerfahrung haben, aber haben dann irgendwann mal damit aufgehört. Glaube nicht dass die wirklich dagegen sind (Ausnahmen bestätigen die Regel) aber denen ist das schlicht egal, da sie eben nicht (mehr) kosumieren....

Benutzeravatar
Vaporisator
Beiträge: 157
Registriert: Do 27. Feb 2020, 23:00

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Vaporisator » Mo 11. Mai 2020, 21:39

Willkommen im Forum!
aber was können wir denn außer Wählen tun?
Der Gedanke freie Wahlen = Demokratie ist grundfalsch, da hast du recht.
Aber: man kann zum Glück ganz vieles tun!
Der erste Schritt war sich im Forum anzumelden. Glückwunsch!
Lobbyorganisationen haben große Macht- proportional zum Geld das sie haben.
Ich hatte mal die spinnerte Idee: was wenn alle Dealer eine freiwillige Steuer an den DHV zahlen würden? Natürlich Quatsch.
Aber eins das man echt tun kann, ist Mitglied werden. Ich gebe dem DHV 30€/ Jahr, momentan habe ich nicht einmal ein Einkommen.

Sich aktiv informieren und mit Menschen diskutieren, sie aufklären (im direkten Umkreis) ist auch viel wert- ich habe sicher 3-4 Leute von der Legalisierung überzeugt die sonst nix damit am Hut haben. Stell dir vor das täten alle 4 Mio Konsument*innen.
Politikern hin und wieder Mails zum Thema schreiben. Bei Abgeordnetenwatch mit dem Thema nerven, nachbohren.
Grade Pro- Politiker anzumailen und nach konkreten Sachen (Antrag Modellprojekte, Erhöhung geringer Menge) fragen hilft.

Auf Demos gehen, oder bei denen sogar aktiv werden- ich habe z.B. für die Hanfparade die letzten Jahre je 60 Plakate, außerdem Sticker verteilt.
Andere Guerilla- Aktionen wären z.B. "Vögel füttern" (autonome Blumenkinder Göttingen)

Du kannst wenn der DHV- Shop wieder offen ist 10-20€ in die Hand nehmen, nen haufen Flyer kaufen und sie Leuten in die Briefkästen werfen! Mit nem Vapo, nem Freund, und Fahrrädern macht das bei gutem Wetter echt Spaß.
Oder einfach mal nen paar hundert Sticker "Schluss mit Krimi- Cannabis normal!" kaufen und überall stickern.
Es gibt nen Grund warum es einen riesigen Werbemarkt gibt: Das beeinflusst auf die Dauer unterbewusst!

Das krasseste was du tun kannst ist eine Ortsgruppe gründen. Einfach mal 3 Leute sammeln die auch dafür sind, den DHV kontaktieren, und los gehts!
Lokalpresse ist fast sicher.

Aktiv zu sein hilft auch gegen dieses Hilflosigkeits- Gefühl.
Ich habe wirklich keine Ahnung, wie eine derartige Realitätsverweigerung bei gebildeten Leuten überhaupt zu Stande kommen kann
Naja: Politik bedeutet Mehrheiten beschaffen. Wenn man in der CDU ist, sich mit Fakten beschäftigt und zum Schluss kommt es muss legal sein, ist diese poltische Nische schon von Linken, Grünen und FDP besetzt- sich pro auszusprechen würde möglicherweise Wähler*innen verschrecken, und eine Abgrenzung fällt.
Was man tun kann und muss, ist die Politiker*innen mit ihrem Quatsch höflich vorführen, möglichst mit Öffentlichkeitswirksamkeit.
Wenn sich die Meinung in der Bevölkerung ändert, z.B. durch Medienberichterstattung, Demos, Flyer, Social Media, Gespräche im persönlichen Dunstkreis, schwenkt die CDU ganz schnell hinterher: die Homo-Ehe ist so ein Beispiel.
weil die aktuellen TOP Probleme in der deutschen Politik Corona&Flüchtlinge sind
Stimmt. Auch diese Themen sind also wichtig zu bearbeiten. Mit Corona habe ich mich nicht viel beschäftigt, aber z.B. der Umgang mit Geflüchteten den die CDU hat, hat mit Christlich nichts zu tun und ist in höchstem Maße Menschenrechtswidrig!
Auch das Klimathema fällt ihr auf die Füße, wenn wir weiter daran arbeiten.
Einerseits finde ich viele Themen objektiv wichtiger als ne Legalisierung, andererseitshilft es auch einfach an vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen- meine Oma wählt bestimmt nicht CDU wenn sie weiß dass sie mit ihrer Politik dafür sorgt dass ich in ihrem Alter nix mehr zu essen habe weil die Böden vertrocknet und versalzen sind.
Wenn du also mit XR die Straße blockierst, ist das so absurd es ist auch was für die Legalisierung :mrgreen:
Nicht- Legalisierungs- Parteien sind auch generell häufig unvernünftiger, liegt möglicherweise daran dass sie schon in einem Bereich Dogmatisch agieren.

Ein anderer Punkt den man nicht vergessen sollte, auch wenn er mir eher unangenehm ist: irgendwann melden die großen Wirtschaftslobbys Interesse an.
Malboro hat sich ins Cannabisgeschäft eingekauft, und wenn die Giganten in den USA ihre Claims fertig abgesteckt haben springen sie sicher irgendwann übern Teich, auf der Suche nach neuen Märkten.
So weit dürfen wir es aber nicht kommen lassen, so eine Legalisierung will ich nicht!
LG :)
Ps: Ich hab schon Hoffnung, 10 Jahre passt. Die CBD- Gras- Thematik könnte auch noch was reißen, der von "hanfnah" will sich durchklagen, und dass jemand für nicht berauschende Substanzen ins Gefängnis soll wegen "Betäubungsmittelhandel" ist ja wohl der Gipfel der Verfassungswidrigkeit.
Das kriminelle an Hanf ist das Verbot.

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2702
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Cookie » Fr 12. Jun 2020, 06:53

Vaporisator hat geschrieben:
Mo 11. Mai 2020, 21:39
..., schwenkt die CDU ganz schnell hinterher: die Homo-Ehe ist so ein Beispiel.
Dazu möchte ich anmerken, dass sich die CDU nicht wirklich geändert hat und deshalb die Gesetze sind wie sie heute sind, sondern dass sie vom BVerfG dazu "gezwungen" wurde durch mehrere Urteile... nicht vergessen ;).
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

Hanfkraut
Beiträge: 868
Registriert: Mo 22. Dez 2014, 14:07

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Hanfkraut » Fr 12. Jun 2020, 20:18

@Stardawg,

Du Hast 100% leider Recht, meiner Meinung nach.

Ich frage mich persönlich warum Deutschland seit Generationen Familien Auseinander Reist

Wenn du dann alle Fälle bis Heute zusammen Rechnet sind die Zahlen sehr erschreckend!
Nicht nur das. Mit dem Verschwendeten Geld hätte wir sicherlich für die Umwelt einsetzen können.
Viele Häftlinge haben nach der Haft Probleme eine Arbeit zu bekommen. Sind dann sozial Fälle und hatten vorher ein Leben! gingen Arbeiten.
Viele haben heute Harz VI.

Das sind Millionen Betroffene Bürger Deutschland!
Das System wird von dem Steuerzahler finanziert.
Deutschland könnte Mehr Exportieren wenn wir weniger Steuern zahlen würden.
Dazu kommen noch viele Weitere Aspekte!

Wir wären Preislich auf dem Globalen Markt interessanter.

Das Hanf Verbot ist überhaupt nicht Gerechtfertigt!
Es schadet sogar unsere Infrastruktur!
Das weiß sogar jeder Frisör!
Dafür muß man nicht Studien um das zu verstehen!

Sie widersprechen sich selbst
Sie wollen das die Ärzte weniger Antibiotika verschrieben?

Aber sie geben keine Alternative dazu.
Es ist bewiesen das Hanf Antibakteriell wirkt und /oder das immunsystem Stärkt
Sprich Hanf hat Positive Eigenschaften.

ALKOHOL ist ein Nerven Gift und kann bei einer Überdosierung sogar zum Tod führen.
Alkohol greift die Leber an und vernichtet wichtige Vitamine und Schwächt das Immunsystem.
Vom Alkohol kann man Schwerst Abhängig werden, so dass der Körper Abbaut und die Leber Langsam zerfressen wird!

Wie um Himmelswillen kann das so Richtig sein. Das Menschen bestraft werden wegen Bio Graß.

Selbst Alkohol im Maßen wie eine Flasche Bier Pro Tag verkürzt das Leben um 4 Jahre?

Wenn jetzt nicht Vollständig Legalisiert wird
Und immer noch nicht ernst der Lage erkannt wird, dann weiß ich auch nicht.
Ärzte weigern sich!
Das cannabis Medizin Gesetzt hat versagt! Apotheken liefern nicht ! Kassen zahlen nicht!
https://hanfverband.de/files/normenkont ... 190910.pdf

Parade
Beiträge: 46
Registriert: Di 21. Aug 2018, 10:23

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Parade » Fr 12. Jun 2020, 22:29

Stardawg hat geschrieben:
Do 7. Mai 2020, 04:07
Erst wenn die CDU und CSU abgedankt haben, werden wir über eine Legalisierung ernsthaft nachdenken können,
Auch wenn CDU/CSU in den letzten Jahrzehnten scheinbar kaum Probleme damit hatte das Deutsche verfolgt oder kriminalisiert wurden weil die sich irgendwas in den Mund schieben wollten oder sonstwie konsumieren(erst recht wenn jemand nicht mal andere dabei schädigt). So mussten sie sich doch bestimmen Strömungen beugen z.B. Umweltschutz, Anfangs eher Hippie-Ecke. Ob eine Partei zu den überzeugten Umweltschützern gehört interessiert da weniger, aber als krasse "Umweltsau-Partei" dürfte man es schwer haben massentauglich zu sein.

Bei aktuell "Black-Lives-Matters", also Rassismus, dürfen sie kein falsches Wort sagen, sonst könnten sie wie die SPD nach unten schauen oder wie die AfD angesehen werden. Cannabis + Rassimus finde ich -hauptsächlich USA- kaum trennbar. Wenn die Cannabis-Prohibition Teil der Rassismus-Debatte werden würde könnte es schwer werden für "Hardliner".

Benutzeravatar
Vaporisator
Beiträge: 157
Registriert: Do 27. Feb 2020, 23:00

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Vaporisator » Fr 12. Jun 2020, 23:02

Stimmt, das Thema sollten wir vermehrt aufbringen- auch hier betrifft die Prohibition überproportional strukturell diskriminierte Gruppen.
Das kriminelle an Hanf ist das Verbot.

k3k3
Beiträge: 44
Registriert: Di 1. Okt 2019, 23:00

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von k3k3 » So 14. Jun 2020, 15:31

Und schon sieht es wieder so aus, als würde sich das Blatt um 180° wenden. Amthor sei dank ^^

Wer diese korrupte Bande noch wählt, der hat sie nicht mehr alle.

Antidemokraten von der #niemehrCDU

Wurlitzer1920
Beiträge: 300
Registriert: Mi 7. Feb 2018, 09:23

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Wurlitzer1920 » So 28. Jun 2020, 20:06

Bis zur Wahl ist Amthor vergessen. Schäuble war jahrelang der beliebteste
Politiker trotz seinem Schwarzgeldkoffer....

Die nächste Wahl wird jedenfalls wieder etwas spannender.
Zu möglichen oder warscheinlichen Kandidaten ist ja schon was geschrieben
worden. Merz, Söder und Scholz halten sich für geeignet... die CDU wird Merkel
bitten, nochmal anzutreten, aber so blöd wird sie nicht sein.

Kommt einfach drauf an, wie stark die Grünen werden.
Annalena Baerbock gefällt mir gut, hat eine klare Sprache, hat mir auch imponiert,
wie sie Parteivorsitzende wurde und bei diversen Auftritten im Fernsehen hat sie
Laschet und Söder ziemlich alt aussehen lassen.

Halte die Frau auch für geeigneter als Robert Habeck.
Ich finde es nicht unrealistisch, das Frau Baerbock spätestens in 5 Jahren
Kanzlerin wird und dann wird sich wohl auch bei Cannabis was ändern.

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2702
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Cookie » Mo 29. Jun 2020, 07:41

Ja, Annalena Baerbock ist ein super Aushängeschild für die Grünen und sicher auch ein Grund, warum sie so gut dastehen bei den Umfragen. Aber ob sie sich durchsetzt und die Cannabis Legalisierung/Regulierung wirklich nach Vorne bringt hängt auch vom potentiellen Koalitionspartner ab. Mit der CDU/CSU sehe ich da noch zu viel Ablehnung, mit den Linken und/oder SPD vermutlich null Chance... ich denke es läuft auf eine BVerfG Entscheidung in den nächsten Jahren hinaus. Aber lassen wir uns überraschen ;).
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

Wurlitzer1920
Beiträge: 300
Registriert: Mi 7. Feb 2018, 09:23

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Wurlitzer1920 » Mo 29. Jun 2020, 12:20

Ja, alles nachvollziehbar. Gerade gelesen. das die Grünen in Frankreich bei
den Kommunalwahlen von ihrem eigenen Erfolg überascht wurden.
Ich denke, wir werden noch länger mit diesem Virus zu tun haben und das
die ökologischen Probleme sich massiv verschärfen, bzw. von der "Masse"
als reale Bedrohung erkannt werden. Das ist ganz schwierig zu prognostizieren,
da können Stimmungen schnell kippen...
Annalena Baerbock wäre mir jedenfalls 100 X lieber, als Profilneurotiker wie
Söder, Scholz, Spahn usw. und andere Alternativen sehe ich nicht.

Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 2702
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: Legalisierung: Wird das in den nächsten 10 Jahren überhaupt etwas?

Beitrag von Cookie » Mo 29. Jun 2020, 12:37

Wurlitzer1920 hat geschrieben:
Mo 29. Jun 2020, 12:20
Annalena Baerbock wäre mir jedenfalls 100 X lieber, als Profilneurotiker wie
Söder, Scholz, Spahn usw. und andere Alternativen sehe ich nicht.
In der Konkurrenz eher 1000x lieber ;)... wenn es dazu kommt, vape ich darauf einen. Wenn nicht, dann auch (aus Frust) :P.
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa

Antworten

Zurück zu „Legalisieren - Wie soll das aussehen?“