Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Bin Kassenpatient...
Ich habe vor 17 Jahren damals meinen FS freiwillig abgegeben.
Habe die Sperrfrist abgewartet, Aktenkundig war somit nichts mehr.
Bei der Neuerteilung habe ich ein ärztliches Attest der Fsst vorgelegt, das ich Cannabis Patient bin.
Daraufhin kam die Anordnung zum ärztlichen Gutachten.
Habe um die 8-9 Wochen Zeit bekommen, ein positives Gutachten vorzulegen.
Wenn die Zeit nicht reicht, kannste die Fsst um Aufschiebung bitten, was kein Thema sein sollte.
Bei mir war die Fsst sogar 3 Mal insgesamt gnädig und bekam eine Aufschiebung.

Wie lange hattest du Zeit um das Gutachten vorzuweisen und wurde der Lappen so lange weg genommen?
Soweit ich weiß, den Lappen musst du erst abgeben, wenn du nicht das positive Gutachten zur genannten Frist vorlegen kannst.
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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Hi Lui und danke für den ausführlichen Bericht!

Mich würde interessieren, aber das wirst du wahrscheinlich nicht beantworten können, ob das auch so läuft (und so viel kostet) wenn man zum Kontrollzeitpunkt bereits Cann-Patient war. Das war bei dir ja scheinbar nicht der Fall, oder?
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Hi Martin,

es wird jedem Cannabis Patienten angeraten, sobald er med. Cannabis verschrieben bekommt, eigens vorab einen Leistungstest z.b. bei einem Verkehrsmediziner
zu machen. Das hat den einfachen Grund, das die Fsst sieht, das du verantwortlich mit der Medikation im Strassenverkehr umgehst und deine Fahrtauglichkeit mit dem Leistungstest, beweisen kannst.
Hat man als Can.Patient nicht diesen Leistungstest vorab selbst veranlsst und man wird von der Polizei angehalten ( z.B. wegen Auffälligkeiten)
und man legt dene das BTM Rezept vor, wird die Polizei einem dennoch in den meisten Fällen vorwerfen, das er auffällig im Strassenverkehr war.
Es ist die Pflicht der Polizei dies der Fsst zu melden, daß du Cannabis einnimmst, ob verschrieben oder nicht, spielt ersteinmal keine Rolle!

Sobald die Fsst Kenntnis darüber bekommt das man Cannabis Patient ist und du nicht diesen eigens vorab veranlassten Leistungstest vorlegen kannst,
kann eine MPU (ohne Abstinenznachweis und ohne Psychologischen Teil) angeordnet werden.
Andere Fsst fordern gleich eine MPU mit Psychologischen Teil an.
Bei einigen Fsst bekommst du ein Fragebogen was der Hausarzt ausfüllen soll.
Kommt auf's Bundesland eben an und wie drauf die Fsst ist.

Hätte ich bei meinem Antrag auf Neuerteilung nicht das ärztliche Attest vorgelegt, hätte die Fsst demzufolge auch keine Kenntnis darüber bekommen,
das ich Cannabis Patient bin.
Zu damaligen Zeitpunkt als ich den Antrag auf Neuerteilung gestellt habe, bin ich blauäugig an die Sache dran gegangen, sonst hätte ich bestimmt nicht 17 Jahre gewartet
um dann das ärtzliche Attest vorzulegen. Ich hätte also einen Leistungstest vorab selbst veranlassen müssen, was ich aber zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gewusst habe.

Die Kosten für die MPU können sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Fragestellung und je nach Begutachtungsstelle.

Nachtrag:
Durch das Vorlegen des ärztlichen Attestes wurde ich demzufolge, genauso behandelt, wie wenn ich zum Kontrollzeitpunkt bereits Cannabis Patient wäre,
der im Strassenverkehr angehalten wurde.
Der Unterschied liegt bei mir nur darin, daß beim ärztlichen Untersuchungsgespräch ich gefragt wurde, wieso ich damals meinen Fs freiwillig abgegeben habe.
Im meinem Fall habe der Ärztin auf diese Frage nur gesagt, daß ich nichts dazu sagen möchte, weil es schon so lange her ist.
LegalizeNOW
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von LegalizeNOW »

Lui hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 21:31
LegalizeNOW hat geschrieben: Mi 19. Mai 2021, 13:46Hat jemand irgendwo positive Erfahrung mit einer Mpu Stelle im Zusammenhang mit Cannabis als Dauermedikation gemacht und kann mir etwas empfehlen??
Ich kann dir die Avus in Frankfurt empfehlen.
Ich hatte meine verkehrsmedizinische Untersuchung dort im März 2021. Das bestandene Gutachten kam nach etwa 2-3 Wochen.
Die kennen sich auf jeden Fall mit dem Thema Cannabis als Dauermedikation aus.
Danke für diese Empfehlung und deine ausführlichen Posts Lui. Ich werde dort mal Anrufen, meinen Fall schildern und ein Angebot einholen.

Da ich aber aus der Nähe von Berlin komme wäre etwas hier in der Nähe schon praktischer.

Meinst du die AVUS in Berlin wäre auch zu empfehlen bzw. die könnten sich Infos aus Frankfurt holen wie zu verfahren ist und es ebenfalls so anwenden?

MfG

#LegalizeNOW
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung in Frankfurt erzählen.

Kann mir aber schlecht vorstellen, wieso die Avus in Berlin nicht wissen sollte, wie man mit Cannabis Patienten und einer Dauermedikation umgehen soll.

Lies dir die "Fahreignungsbegutachtung bei Cannabismedikation" gut durch, damit du vorbereitet bist auf das Gespräch.

http://dgvm-verkehrsmedizin.de/wp-conte ... 8.2018.pdf

Viel Erfolg...
Alexhh89
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Alexhh89 »

Danke, den Link hatten wir hier schon mal , der ist echt wertvoll.
Legalize it!
DaAnda
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von DaAnda »

Lui hat geschrieben: Mo 24. Mai 2021, 09:47 ...es wird jedem Cannabis Patienten angeraten, sobald er med. Cannabis verschrieben bekommt, eigens vorab einen Leistungstest z.b. bei einem Verkehrsmediziner zu machen. Das hat den einfachen Grund, das die Fsst sieht, das du verantwortlich mit der Medikation im Strassenverkehr umgehst und deine Fahrtauglichkeit mit dem Leistungstest, beweisen kannst.
...

Einen schönen guten Morgen,

Ich habe diese Woche mit jeweils:

MPU Beratungsstellen
MPU Stellen direkt
Verkehrspsychologen
Anwälten (ja, Mehrzahl) für Straf- & Verkehrsrecht
DHV
Und einem Patienten der einer der ersten war, der medizinischen Cannabis überhaupt bekommen hat, gesprochen.

Alle sagen einheitlich das selbe.

Du kannst weder einen Test, noch eine MU oder sonstiges machen um bei einer Verkehrskontrolle mehr als deine Rezepte und vielleicht deinen Patientenausweis vorzeigen zu können.

Fahre während deiner Einstellungsphase nicht, übertreib es nicht und kooperiere so wie wir es gelernt haben währen einer Polizeikontrolle, dann passiert am wenigsten.

Klingt für mich als auch sehr sicherheitsliebender Mensch auch blöd, nichts selbst schon vorab unternehmen zu können, aber leider hilft es wohl nix.
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Ich habe nicht gesagt das man vorab eine MPU machen sollte oder einen Patientenausweiß sich anschaffen soll.
MPU vorab ist sinnfrei, wie soll das gehen ohne das Fss davon was davon weiß!
Patientenausweiß bringt nichts, das sollte wohl jedem mittlerweile klar sein.

Wieso sollten diese Instituten dir sowas sagen können ? Die wollen doch an dir verdienen!
MPU Beratungsstellen
MPU Stellen direkt
Verkehrspsychologen

DHV: Da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren, wenn ich falsch liege!

Was Anwälte betrifft , da gibt es solche und solche, (auf Bewertungen solltest du dich nicht verlassen,
egal ob 100 oder 800 oder wieviele Bewertungen auch immer!)
Bedenke, nur der Betreiber einer Webseite, kann selbst darüber entscheiden welche Bewertung er freischaltet oder nicht.
Glaube mir, ich weiß wovon ich rede.

Es geht lediglich um den Kontrollzeitpunkt und nachdem die Polizei, die Fsst über deinen Cannabis Konsum informiert hat!

Ich habe das irgendwo mal gelesen und hatte es in den Favoritenliste gespeichert gehabt
mit dem Leistungstest vorab, also wenn man Cannabis Patient ist und Autofahren möchte, das man einen freiwilligen Leistungstest vorab
machen sollte, damit man der Fsst zeigen kann, das man 1.Fahrtauglich ist und 2.Verantwortung in Verbindung mit Med.Cannabis im Strassenverkehr zeigt.
Ich kann es auch nur so wiedergeben, wie ich es gelesen habe!

P.S. Wenn dem nicht so sein sollte, berichtigt mich bitte!
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Da ich hier keinen Link posten darf... googelt mal "Petra Dahl Antworten zu Dauermedikation und dem Führerschein"

So ziemlich in der Mitte der Seite steht:
Unter Punkt 9.2.1 ist die Fahreignung von Dauermedikation mit Cannabis eindeutig geregelt.
„Patienten“ können jedoch, vor der Anordnung einer Überprüfung, das Gegenteil durch ein FÄG mit Leistungstests unter Medikation beweisen.

Jetzt muss ich mich selbst ein wenig berichtigen und möchte hiermit klarstellen, das man vorab das Gegenteil durch ein FÄG mit Leistungstest seine Fahreignung beweisen kann und nicht wie von mir vorher dargestellt, nur mit einen Leistungstest.
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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Lui hat geschrieben: So 30. Mai 2021, 15:39 Da ich hier keinen Link posten darf...
Link sind nur verboten, wenn damit auf Verkaufsseiten verlinkt wird.

Von daher hier der (hoffentlich richtige) Link: https://petradahl.de/cannabis-als-medik ... rerschein/
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Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Danke Martin,
der Link ist richtig ... ;)
Asylant
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Registriert: Do 10. Jun 2021, 21:46

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Asylant »

Hallo, habe mich jetzt hier auf dem Forum registriert.

Ich muss nun eine MPU machen, da ich Cannabis Patient bin, wurde auch mit Rezept während des Auto fahrens kontrolliert, heißt, kein illegaler Konsum gewesen, vor der MPU Auflage.

Ich benötige dringend eine Stelle wo ich die Vorbereitung machen kann + wo soll ich die MPU am besten machen als Cannabis Patient?

Was wird dort alles von mir gewollt etc?

Bin euch dankbar für jede Nachricht diesbezüglich. (Komme aus Bayern)
GreenNature
Beiträge: 2
Registriert: Do 16. Jul 2020, 20:41

Begutachtungsstellen (MPU) Medizinal Cannabis

Beitrag von GreenNature »

Hallo Freunde,
ich muss bald eine MPU machen weil ich leider so ehrlich war und angegeben hab das ich doch Cannabis Patient bin.

Ich suche eine geeignete Stelle in München, die offen gegenüber dem Thema ist und bestenfalls schon Erfahrung damit hat.

Könnt Ihr mir eine Stelle in München und Umkreis empfehlen?
Vielen Dank !
Probek
Beiträge: 1
Registriert: Di 13. Jul 2021, 14:26

Führerscheinstelle stellt Fragen, was erwartet mich als Patient?

Beitrag von Probek »

Hi, ich bin der neue hier und hab ein Problem.
Vor circa 3 Monaten gab es in meinem Wohnhaus einen Polizeieinsatz wegen einer nächtlichen Ruhestörung, die von meiner Nachbarin ausging. Dabei stellten die Beamten vor meiner Wohnungstüre scheinbar Cannabisgeruch fest worauf Sie bei mir klingelten. Ich erklärte das Ich Cannabis Patient bin, belegte dies, und trotzdem wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das btmg, gegen mich eingeleitet. Dieses wurde zwar inzwischen wieder eingestellt (1000 Euro Anwaltskosten, haha), nun will die Führerscheinstelle aber Informationen von meinem Arzt zur Medikation und Diagnose.
Ich stand gerade kurz vor der praktischen Fahrprüfung, und seit dem Vorfall liegt mein Führerschein, auf Eis. Ich benötige den Führerschein für meinen Job, meine Chefin stellt fragen und ich hab keine Ahnung was ich der Frau sagen soll. Falls jemand Erfahrungen mit der Thematik hat, oder Tipps wie ich weiter vorgehen soll, wäre ich echt dankbar.
Lui
Beiträge: 16
Registriert: So 11. Feb 2018, 12:07

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Hi Probek,
natürlich will die Fsst jetzt von dir wissen, wieso du das med.Cannabis verschrieben bekommst.
Das die Fsst nun Informationen von deinen Hausarzt haben möchte, ist ersteinmal ein gutes Zeichen.
(Bedenke das manche Fsst, Cannabis Patienten gleich einen zum ärztlichen Gutachter schicken.)
Je nachdem, waren die Antworten auf die Fragen zufriedenstellend für die Fsst, könntest du
Glück haben und bräuchtest nicht mal ein ärztliches Gutachten, nur passiert das den wenigsten!
Jedenfalls sollte es dein Hausarzt ausfüllen, anderenfalls gehts gleich zum ärztlichen Gutachten.

Wie du weiter vorgehen solltest, ist ganz einfach, du machst genau das was die Fsst von dir will.
Einen anderen Weg einzuschlagen, ist mit viel Nerven und Geld verbunden und ist nicht immer erfolgsversprechend.

Viel Glück!
Antworten

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