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Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Mo 17. Apr 2023, 17:41
von FraFraFrankenstein
20.000 mal 3 Euro ist 60.000 Euro.
Die Zahlen sind eher die obere Grenze für Vereine mit 500 Mitgliedern.
Kleinere Vereine mit 50- 200 Mitgliedern hätten ein Anbauteam mit 4 oder 5 Leuten und das Cannabis würde etwas teurer verkauft werden. Geringere Mengen zu höherem Preis.
Ich rechne mal sehr Konservativ mit 4.000 Gramm pro Monat mal 4 Euro, sind 16.000 Euro Cannabisertrag plus Mitgliedsbeiträge und Samenverkauf.
Hups. Dann kann dem Anbauteam auch ein Gehalt gezahlt werden.
Bei 300 Mitgliedern, hat das Anbauteam etwa 8 Leute.
Bei 400 bis 500 Mitgliedern hat das Anbauteam 10 bis 12 Leute.
Jeder bekommt etwa 1800 bis 2200 Euro Monatlich.
Miete, Stromkosten, Gehälter, Heizung, Erde, Töpfe, Wasser, Dünger.
So große Vereine ab 400 Mitgliedern, bräuchten dann eigentlich auch keine Mitgliedsbeiträge mehr. Oder nur einen Symbolischen von 40 Euro pro Jahr.
FraFra
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Di 18. Apr 2023, 18:43
von Freno
Ein paar Anmerkungen aufgrund des "Eckpunktepapiers" vom April 2023 (siehe hier:
viewtopic.php?t=20025&start=20):
1) Die Vereine werden zur Diebstahlsicherung sowohl des Anbaus, als auch der fertigen "Produkte" verpflichtet. Dh zumindest, die Felder müssen massiv eingezäunt werden, ein entsprechend massiver Lagerraum wird auch verlangt werden. Denkbar sind weitergehende Vorschriften zB über Videoüberwachung, obligatorische Security-Streifen usw. Das alles ist schweinzisch teuer und verlangt Investitionen zumindest im unteren 6-stelligen Bereich und bei einer Verpflichtung zu Videoüberwachung etc. kann auch der Betrieb sehr teuer werden.
Ich könnte mir gut vorstellen, daß das Gesetz insofern eine Verordnungsmöglichkeit eröffnet, eventuell sogar für die "Cannabis-Landesbehörden". Wie eine Verordnung der Kgl. Bayrischen Cannabis-Landesbehörde dann aussiehen könnte, kann man sich dann ja leicht ausrechnen: jedes Pflänzlein muß bewacht und geschützt und kontrolliert werden, wie 1 Atombombe ! Schließlich ist Cannabis - in kgl-bayrischer Perspektive - ja genauso gefährlich ! (Naja, nicht ganz genauso, aber ganz genau so ähnlich !)
Unabhängig von diesen zu erwartenden Auflagen: ein offener Cannabisanbau MUSS objektiv ganz massiv geschützt werden. Der bisherige illegale Anbau geschieht - in diesem unserem Lande - im Verborgenen, unter UV-Lampen in der Wohnung, auf Balkons, in nicht einsehbaren Gärten und abgelegenen Plätzchen irgendwo da draussen in der Botanik ... und ist dadurch idR vor dem Zugriff Dritter geschützt - ein offener Anbau dagegen, am Ende noch mit einem fetten Schild "Eigentum vom Cannabis-Club e.V. - Hände weg !" wird geradezu zu einem Diebstahls-Sturm führen - machen wir uns doch nichts vor ! Gewiss - die überwiegende Mehrzahl aller Kiffer sind ganz normale, solide Menschen - aber die "schrägen Typen" kennt man doch schließlich auch zur Genüge ! (Brauereien, Weinkellereien und Schnapsbrennereien sind auch nicht umsonst bestens bewacht !)
2) Das Eckpunktepapier sieht auch eine penible Dokumentation der Weitergabe des angebauten Cannabis vor, die mit Sicherheit auch geprüft werden wird. Das wird weit über das simple "Kassenbuch" eines Karnickelszüchtervereins hinausreichen und nur durch einen ausgebildeten Buchhalter zu bewältigen sein. Auch die Kassenprüfung der üblichen Kleinvereine durch totale Laien wird nicht ausreichen. Die sieht nämlich so aus, daß der Kassenführer die Prüfer erst mal tüchtig besoffen macht und die dann "alles okay" unterschreiben. Ich bin in meinem Berufsleben rund 1/2 Dutzend mal zu Prüfern der Kassen solcher Kleinvereine bestellt worden und habe jedesmal blankes Entsetzen bei den Kassenführern ausgelöst, weil ich keinen Schnaps sehen wollte, sondern jeden einzelnen Beleg. Ein "Testat" habe ich niemals erteilt und in einigen Fällen Strafanzeigen gestellt, die in einem Fall auch zu einer mehrjährigen Haftstrafe geführt hatte.
Solche Zustände wird der Gesetzgeber kaum für einen Cannabis-Verein für ausreichend halten und eine professionelle Prüfung verlangen.
Diese Prüfung ist in der gewerblichen Wirtschaft inzwischen sehr weitgehend üblich. Dafür gibt es den Berufsstand des "Wirtschaftsprüfers" und "vereidigten Buchprüfers", dessen sich das Cannabis-Kontroll-Gesetz durchaus bedienen könnte. Die Folgen können Prüfungsgebühren im unteren bis mittleren 5-stelligen Bereich sein, je nach Umsätzen. Dazu kommen noch die Kosten für Jahresabschluß und Steuererklärung.
3) Aus dem vorigen ergibt sich für mich, daß ein solcher "Cannabis-Verein" keinesfalls von selbstverwalteten Alternativen mit geflilzten Haaren und Jesuslatschen zu stemmen sein wird, sondern nur von Leuten, die über entsprechende Kompetenz und Kohle für die hohe Anschubfinanzierung verfügen.
Meine "üblichen Verdächtigen" sind diejenigen, die ohnehin schon im legalen Cannabis-Bizz aktiv und "player" geworden sind: die Betreiber von CBD-shops und va die Apotheken wie Grünhorn. Apotheker wird ein Cannabis-Club ohnehin brauchen, um die "Sortenreinheit" und va die Obergrenzen für THC zu überwachen, die nur mit professioneller Labortechnik zu gewährleisten ist. Die Alternativen mit den gefilzten Haaren und den Jesuslatschen dürfen dann die Pferdeäpfel untergraben und das Unkraut jäten und damit dann ihren Konsum finanzieren ... aber viel mehr wird nicht drinn sein.
Dieses "Vereins-Modell" soll m.E. die mit den gefilzten Haaren und den Jesuslatschen, die "grünen Stammwähler" befriedigen, die ja so ihre Blütenträume von der Cannabis-SoLaWi träumen und daß die Realität dann ganz anders aussehen wird, interessiert ja eh keinen in der "postfaktischen Gesellschaft".
(Jaja, ich war schon wieder mal polemisch und bitte alle user mit verfilzten Latschen und Jesus-Harem um Vergebung !)
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Di 18. Apr 2023, 22:48
von Martin Mainz
Glaub ich nicht, daß das so ein Aufwand wird. Ich warte den Gesetzenwurf ab bevor ich hier anfange schwarz zu malen.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Mi 19. Apr 2023, 00:01
von FraFraFrankenstein
Wir bauen das Cannabis nur auf Gelände von Atomkraftwerken an. Die Castoren wärmen die Pflanzen und die Strahlung bekämpft gleichzeitig den Schimmel. win-win

Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Mi 19. Apr 2023, 17:59
von Martin Mainz
Martin Mainz hat geschrieben: So 16. Apr 2023, 08:36
geht schon los:
Cannabis-Legalisierung: Verein in Hannover erlebt großen Ansturm ...
Nachfrage dazu in der BPK zu einem Club in Berlin mit breits über 1000 Neuanträgen:
https://www.youtube.com/watch?v=Hoj48VF ... =3&t=1111s
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Mi 19. Apr 2023, 19:23
von pepre
Martin Mainz hat geschrieben: Mi 19. Apr 2023, 17:59
Nachfrage dazu in der BPK zu einem Club in Berlin mit breits über 1000 Neuanträgen
Da zeigt die Antwort, wie die ticken, à la "Ja, das ist problematisch, aber wir haben ja deshalb die Grenze von 500!".¹
Richtiger wäre: "Da sehen sie mal, wie dringend und bereitwillig die Menschen die Illegalität verlassen möchten."
---
¹ Wobei ich mich immer noch frage, was diese Grenze von 500 eigentlich für einen Sinn hat.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Mi 19. Apr 2023, 19:39
von FraFraFrankenstein
In und um Berlin wird es bestimmt einige 500er geben. So schlecht finde ich die Grenze eigentlich nicht. 500 Leute sind schon eine ganze Menge. Es muss auch irgendwie noch überschaubar bleiben.
Wenn die Grenze höher läge, könnte das Cannabis wohl noch günstiger angebaut werden, aber wenn monatlich 1000 Leute ihr Zeug holen, ist das eine Menge Verkehr und du brauchst einen guten S-Bahnanschluss oder einen sehr großen Parkplatz.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Mi 19. Apr 2023, 23:08
von Freno
Ich möchte nochmals versuchen, den Fokus auf den Diebstahlsschutz zu legen - unabhängig von den zu erwartenden diesbezüglichen Regulierungen.
Ich glaube, wir sind uns alle ziemlich einig, daß Kiffer in ihrer überwiegenden Mehrzahl "ganz normale Menschen" sind - aber es gibt leider auch nicht wenige ... tja ... sagen wir mal "haltlose Existenzen": Abhängige (weißgott nicht nur von Cannabis!), Kleinkriminelle, asoziale Randgruppen, die keine Hemmungen vor Eigentumsdelikten haben, sie ständig begehen. Sie klauen im Supermarkt, klauen Fahrräder, die hardcore-Versionen betätigen sich als Straßenräuber, sprengen Fahrkartenautomaten. Meine Wahlheimatstadt Leipzig ist leider auch eine Hochburg dieser Kriminalitätsformen und da bekommt man dann so einiges mit, wenn man regelmässig die lokalen Medien und den "Polizeiticker" verfolgt. Es gibt mehrere "no-go-areas" in dieser Stadt, die nicht nur von mir gemieden werden, erst recht nach Einbruch der Dunkelheit.
Kurz gut gut: diese "Randgruppen" (das ist eine politisch-korrekte Bezeichnung, meiner eigenen Meinung nach sind es schlicht assoziale Arschlöcher) werden von einem "offenen" Cannabis-Anbau angezogen werden wie die Motten vom Licht und alles kurz und klein schlagen, um was "zum vertickern" oder auch nur Gras für 1 paar joints zu bekommen. Der bisher illegale Privatanbau schützt sich durch Verbergung - wie der legale Anbau von medizinischem Cannabis sich schützt, weiß ich nicht.
Um die Cannabis-Felder werden massive Zäune errichtet werden müssen, die auch einem Bolzenschneider widerstehen können. Videoüberwachung und Security-Streifen könnten sich auch als notwendig erweisen. An den größeren Baustellen hier in Leipzig ist das schon der Normalzustand. Was das alles kostet, weiß ich auch nicht.
Erst recht die geernteten, getrockneten, "konsumfertigen" Cannabis-Blüten müssen vor Einbruchsdiebstählen jener "Randgruppen" geschützt werden. Eine Gartenlaube reicht dafür keinesfalls aus.
Hat jemand Ahnung, wie sich der Anbau von medizinischem Anbau in Europa schützt ?
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Do 20. Apr 2023, 08:14
von Martin Mainz
Wurlitzer1920 hat geschrieben: Do 20. Apr 2023, 00:03
Wird man ja mal sagen dürfen... Martin Mainz, merkst Du eigentlich noch was?
Auf was genau beziehst du dich bitte?
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Do 20. Apr 2023, 21:54
von FraFraFrankenstein
Martin Mainz hat geschrieben: Do 20. Apr 2023, 08:14
Wurlitzer1920 hat geschrieben: Do 20. Apr 2023, 00:03
Wird man ja mal sagen dürfen... Martin Mainz, merkst Du eigentlich noch was?
Auf was genau beziehst du dich bitte?
Schwierig da was zu sagen. Stichwort Forumtroll. Rechtes Auge blind.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Do 20. Apr 2023, 22:37
von Martin Mainz
Wurlitzer1920 hat geschrieben: Do 20. Apr 2023, 00:03
Wird man ja mal sagen dürfen... Martin Mainz, merkst Du eigentlich noch was?
FraFraFrankenstein hat geschrieben: Do 20. Apr 2023, 21:54
Stichwort Forumtroll. Rechtes Auge blind.
Wer hier sich über irgendwas beschweren will, soll den konkreten Beitrag melden und die Meldung begründen. Ich habs langsam satt hier so oberbescheuerte Kommentare mit halbgaren Andeutungen zu lesen.
PS: Es gibt eine übergeordnete Schiedsstelle für das Forum, wo ich gerne die entsprechenden Meldungen vorlegen und bewerten lasse. Nur falls ich gleich mit unter Naziverdacht stehe und mir keine neutrale Beurteilung zugetraut wird.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 06:54
von Hans Dampf
Also ich finde, dass du die Moderation hier ziemlich gut machst.
Lass dich von den Trollen nicht ärgern!
Grüße und ein schönes Wochenende!
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 07:58
von pepre
Freno hat geschrieben: Mi 19. Apr 2023, 23:08
Hat jemand Ahnung, wie sich der Anbau von medizinischem Anbau in Europa schützt?
Mir ist ein Feld auf den Balearen bekannt, recht abgelegen, auf dem neben Hanf auch noch etliche andere Heilpflanzen wachsen. Da ist ein ca. 2,5m hoher Zaun drumrum (nix Besonderes) und innen drin patroulliert ein Nachtwächter mit ein paar Hunden. Das war's auch schon. - Die Betreiber sind vor Ort gut vernetzt, weil sie ein wichtiger und fairer Arbeitgeber sind, d.h. die Dorfgemeinschaften außen rum sind sehr solidarisch mit dem Betrieb. Da diese - schon aus Tradition - nicht lange fackeln wenn's Ärger gibt, hat es bestimmt eine abschreckende Wirkung auf Diebe.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 10:16
von Freno
pepre hat geschrieben: Fr 21. Apr 2023, 07:58
Freno hat geschrieben: Mi 19. Apr 2023, 23:08
Hat jemand Ahnung, wie sich der Anbau von medizinischem Anbau in Europa schützt?
Mir ist ein Feld auf den Balearen bekannt, recht abgelegen, auf dem neben Hanf auch noch etliche andere Heilpflanzen wachsen. Da ist ein ca. 2,5m hoher Zaun drumrum (nix Besonderes) und innen drin patroulliert ein Nachtwächter mit ein paar Hunden. Das war's auch schon. - Die Betreiber sind vor Ort gut vernetzt, weil sie ein wichtiger und fairer Arbeitgeber sind, d.h. die Dorfgemeinschaften außen rum sind sehr solidarisch mit dem Betrieb. Da diese - schon aus Tradition - nicht lange fackeln wenn's Ärger gibt, hat es bestimmt eine abschreckende Wirkung auf Diebe.
Vielen Dank ! Die Frage der Übertragbarkeit balearischer Verhältnisse auf die BRD lasse ich mal dahingestellt. Aber alleine schon so eine 24-h-Bewachung ist ziemlich teuer. Security kostet meiner Einschätzung nach so ab 30 € / h - je nachdem, wielang man sie braucht, können das auch 6-stellige Beträge im Jahr werden.
Ich war selbst einmal als Anwalt für einen Jagdwaffenhersteller tätig gewesen. Die schussbereiten Waffen nebst Munition wurden ausserhalb der Arbeitszeit in einem tresorartig abgesicherten großen Raum, einer Art Bunker, im Untergeschoß aufbewahrt. Ferner gab es ein Alarmsystem, daß direkt bei der nächsten Polizeistation aufgeschaltet war. Zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens und am WE, Feiertagen etc. kam selbst der Inhaber nicht mehr in seine eigene Firma. So kann es also auch gehen, soweit es um die Aufbewahrung des "genießbaren" Cannabis geht. Die Kosten dafür sind mir allerdings nicht bekannt.
Das Problem bei der Aufbewahrung besteht darin, daß es alsbald allgemein bekannt sein wird, daß man beim Cannabis-Club e.V. zur Erntesaison "säckeweise" qualitativ hochwertiges Cannabis "abgreifen" kann. Das wird, wie schon gesagt, jede Menge Kriminelle anziehen und ist in diesem Land auch eine völlig neue "Sicherheitslage".
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 12:14
von pepre
Freno hat geschrieben: Fr 21. Apr 2023, 10:16
Aber alleine schon so eine 24-h-Bewachung ist ziemlich teuer.
In Südeuropa sieht das eher so aus: ein paar Rentner bessern ihre Rente etwas auf. Drohen Probleme, so rufen sie die Alarmkette zu Hilfe.
In D befürchte ich, dass ohne Passierschein A38 gar nix geht...

Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 15:40
von FraFraFrankenstein
pepre hat geschrieben: Fr 21. Apr 2023, 12:14
Freno hat geschrieben: Fr 21. Apr 2023, 10:16
Aber alleine schon so eine 24-h-Bewachung ist ziemlich teuer.
In Südeuropa sieht das eher so aus: ein paar Rentner bessern ihre Rente etwas auf. Drohen Probleme, so rufen sie die Alarmkette zu Hilfe.
In D befürchte ich, dass ohne Passierschein A38 gar nix geht...
Ja, genau! Die Bewachung ist viel zu teuer. Deshalb müssen alle Patienten bei der GH-Apotheke einkaufen. Ich hoffe, dass die nicht zu schweinzig teure Preise haben und genügend Toiletten für Diverse anbieten.
Der Passierschein A38, auch Propusk38 genannt.

Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 19:47
von Parade
Freno hat geschrieben: Fr 21. Apr 2023, 10:16
Das Problem bei der Aufbewahrung besteht darin, daß es alsbald allgemein bekannt sein wird, daß man beim Cannabis-Club e.V. zur Erntesaison "säckeweise" qualitativ hochwertiges Cannabis "abgreifen" kann.
Mit mehreren Sorten und verschiedenen Wachstumsstadien wird es wohl eher nicht die eine "Erntesaison" geben
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 19:53
von Freno
Apotheken sind auch - unabhängig von Cannabis - abgesichert wie Fort Knox, weil Apotheken nicht nur allerhand "weiße Pillen", die auch Suchtmittel sind, zB Tilidin, säckeweise dahaben, sondern je nach dem auch extrem gefährliche Giftstoffe wie Zyankali, das man zB in der Metallurgie zur "Cyanidlaugerei" braucht. Dabei wird das Zyankali von einem approbierten Apotheker in die Lauge gelöffelt - er darf es niemand anderem in die Hand geben, verständlicherweise. (Deswegen beschäftigt die chemische Industrie ganze Kohorten von hochbezahlten Apothekern, die nichts anderes machen, als hochgiftige Stoffe zu verwalten und irgendwo reinzukippen und solange zu bewachen, bisse durch den Fortschritt der Prozesse nicht mehr hochgiftig sind.) Die Apotheken selbst werden deshalb auch über die Polizei direkt gesichert, soweit ich weiß. (Auch 2 Apotheker gehörten mal zu meinen Mandanten.)
Was ich wirklich für "doppelplusungut" halte, ist: daß man mit den bislang vorliegenden "Eckpunktepapieren" den Fokus auf diese Vereine und den Privatanbau legt, statt das "Genuß-Cannabis" in professionelle Hände zu geben, wo man es gewohnt ist, mit hochgradig diebstahlsgefährdeten Gütern umzugehen und entsprechende Routinen hat.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 19:54
von Parade
Freno hat geschrieben: Fr 21. Apr 2023, 10:16Aber alleine schon so eine 24-h-Bewachung ist ziemlich teuer. Security kostet meiner Einschätzung nach so ab 30 € / h - je nachdem, wielang man sie braucht, können das auch 6-stellige Beträge im Jahr werden.
Derartige Bewachung würde bei der jetzigen Situation stimmen, wenn aber jeder zuhause seine Pflanzen haben kann dürfte das nicht mehr bei der jetzigen Situation bleiben, vielleicht in Grenzregionen z.B. zu Frankreich.
Das was vom Feld geklaut wird könnten auch manche Bauern bestätigen die Salate oder Kohl auf dem offenen Feld anbauen, und sowas gibt es für wenig Geld im Supermarkt.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Fr 21. Apr 2023, 20:30
von Freno
Parade hat geschrieben: Fr 21. Apr 2023, 19:54
Freno hat geschrieben: Fr 21. Apr 2023, 10:16Aber alleine schon so eine 24-h-Bewachung ist ziemlich teuer. Security kostet meiner Einschätzung nach so ab 30 € / h - je nachdem, wielang man sie braucht, können das auch 6-stellige Beträge im Jahr werden.
Derartige Bewachung würde bei der jetzigen Situation stimmen, wenn aber jeder zuhause seine Pflanzen haben kann dürfte das nicht mehr bei der jetzigen Situation bleiben, vielleicht in Grenzregionen z.B. zu Frankreich.
Das was vom Feld geklaut wird könnten auch manche Bauern bestätigen die Salate oder Kohl auf dem offenen Feld anbauen, und sowas gibt es für wenig Geld im Supermarkt.
Das Problem wird durch die Teil-Legalisierung geschaffen, die nur einem Bruchteil der Cannabis-Konsumenten die Teilnahme an diesem teil-legalisierten Cannabis-Markt ermöglichen wird, nämlich denjenigen, die kein Problem damit haben, als Kiffer registriert zu werden und in staatlich erzeugten Kiffer-Dateien zu landen, die legal oder illegal in allen möglichen Händen landen können. Seit jahrzehnten gehen solche Dateien durch die Presse und die Medien, von "Vatikan-leaks" bis zu "Panama-Papers". Wer seine Pflanzen zuhause haben kann, muß sie - wie schon ausgeführt - als Mitglied eines "Kiffer-Vereins" dort erworben haben und der Erwerb als solcher wird auch registriert werden.
Das Spektrum derer, die sich mit einem solchen "outing" schwer tun werden, reicht sehr weit: von Vorbestraften mit Bewährungsauflagen über die unterschiedlichen Milieus, in denen es eine Abstufung der Cannabis-Feindlichkeit gibt. Es gibt Kiffer eben auch unter Bankangestellten, Mitarbeitern des Gesundheitswesens, Lehrern, deren Berufsverbände sich vor Jugendschutz ja überschlagen, Mitarbeiter Kirchlicher Einrichtungen und last not least: dem Millionenheer des öffentlichen Dienstes, der aller offizieller Propaganda zum Trotz meiner Erfahrung nach das konservativste und restriktivste Milieu überhaupt darstellt. Am äussersten Ende steht die Justiz: ein kiffender Richter, Staatsanwalt, Rechtspfleger oder Polizist könnte es sich niemals erlauben, seinen "Konsum" durch Mitgliedschaft in einem Cannabis-Verein zu "outen". Man würde ihn durch "kalte Diskriminierung" alsbald entfernen.
All diese "Milieus" werden dem Schwarzmarkt erhalten bleiben - und denen, die den Schwarzmarkt beliefern, von den Minderjährigen ganz zu schweigen.
Und - um auf das ursprüngliche Thema der Diebstahlsicherung zurückzukommen - die "Dummenkriminalität" ist ein gesellschaftlich kaum beachtetes, aber ungeheuer bedeutsames Thema: es gibt Millionen von Grenzdebilen - nicht nur in diesem unserem Lande - die Straftaten begehen, deren möglicher Ertrag in keiner Relation mehr zu den möglichen Sanktionen steht. In Leipzig werden um den Hauptbahnhof herum fast jeden Tag irgendwelche Leute ausgeraubt. Raub ist ein Verbrechen, Mindestfreiheitsstrafe 1 Jahr - die Beute: regelmässig 1 smartphone und ein zweistelliger Geldbetrag. Und es sind gerade diese "Dummkriminellen", die natürlich auch keinen Zugang zu dem "teil-legalisierten Cannabis.Markt" finden werden, aber es absolut toll finden, daß es bei den Cannabis-Clubs was zu abgreifen gibt.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: So 14. Mai 2023, 16:07
von DanyB
Ich bin erstaunt wie häufig von den juristischen Fallstricken der geplanten Cannabis-Legalisierung die Rede ist und wie wenig stattdessen über die konkreten Möglichkeiten zur Realisierung der Cannabis-Produktion durch die CSCs die Rede ist. Neugierhalber habe ich deshalb mal ChatGPT die folgende Frage gestellt:
Wir wollen für einen Social Cannabis Club (CSC) eine Cannabis-Farm mit einem Gewächshaus gründen, in dem das Cannabis für 500 Personen hergestellt wird, die Mitglieder des Clubs sind. Jedes Mitglied des Cannabis-Clubs kann pro Monat 30g. Cannabis zum Herstellungspreis beziehen. Welche Investitition muss ich machen, um die Cannabis-Farm inkl. aller für die Aufzucht des Cannabis nätigen Geräte zu gründen?
Woraufhin ChatGPT mir folgende ernüchternde Antwort gegeben hat:
Um die Kosten für den Aufbau einer Cannabis-Farm mit einem Gewächshaus und allen notwendigen Geräten zu berechnen, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Die genauen Kosten können je nach Standort, Größe des Gewächshauses, Technologie und anderen Variablen variieren. Hier sind jedoch einige grundlegende Kostenaspekte, die Sie berücksichtigen sollten:
1) Gewächshaus: Die Kosten für ein Gewächshaus können stark variieren, abhängig von der Größe, dem Material, der Konstruktion und den verwendeten Technologien. Für eine professionelle Cannabis-Farm wird ein qualitativ hochwertiges Gewächshaus benötigt, das speziell für den Anbau von Pflanzen entwickelt wurde. Die Preise können zwischen mehreren tausend bis zu mehreren hunderttausend Euro liegen.
2) Anlagen- und Ausrüstungskosten: Dazu gehören Belüftungs- und Klimatisierungssysteme, Beleuchtung, Bewässerungssysteme, Nährstofflösungen, Überwachungssysteme, Samen/Klone, Töpfe, Substrate und andere Geräte, die für die Aufzucht von Cannabis erforderlich sind. Die Kosten können je nach Größe der Anlage und technologischen Anforderungen variieren. Eine grobe Schätzung für eine Cannabis-Farm mit 500 Mitgliedern könnte im Bereich von mehreren zehntausend bis hin zu einigen hunderttausend Euro liegen.
3) Lizenzierung und behördliche Anforderungen: Je nach Ihrem Standort und den geltenden Gesetzen müssen Sie möglicherweise spezifische Lizenzen und Genehmigungen für den Betrieb einer Cannabis-Farm beantragen. Dies kann zusätzliche Kosten für Rechtsberatung, Antragsgebühren und behördliche Auflagen mit sich bringen.
4) Betriebskosten: Neben den Investitionskosten müssen auch die laufenden Betriebskosten berücksichtigt werden. Dazu gehören Energiekosten, Wasserkosten, Arbeitskräfte, Düngemittel, Instandhaltung und andere variable Kosten. Die genauen Betriebskosten variieren stark je nach Standort, Größe der Anlage und den gewählten Anbaumethoden.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Schätzungen nur grobe Richtwerte sind und die tatsächlichen Kosten stark variieren können. Es wird empfohlen, eine detaillierte Geschäftsplanung durchzuführen und sich mit Experten auf dem Gebiet des Cannabisanbaus und der Unternehmensgründung zu beraten, um genaue Kostenschätzungen für Ihr spezifisches Vorhaben zu erhalten.
SOWEIT also die grobe Schätzung von ChatGPT. FRAGE ins Forum: Für wie realistisch haltet Ihr diese Kalkulation und kann irgendjemand von Euch sich vorstellen, dass die Mitglieder eines CSC diese Kosten stemmen können? Ich bin da extrem skeptisch. Viel viel besser, einfacher (und auch für den Staat besser kontrollierbar) wäre es sicherlich, wenn sich professionelle Cannabis-Produzenten um die Erzeugung kümmern und ihre Produkte zu einem vereinbarten Festpreis an die CSCs abgeben. Der Preis sollte m.E. deutlich niedriger sein sollte als der aktuelle Schwarzmarktpreis von ca. 7-10 EUR/Gramm. Dann klappt es auch mit der Austrockung des Schwarzmarktes.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: So 14. Mai 2023, 16:30
von Tictak
Keine Ahnung. Einfach machen!

Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: So 14. Mai 2023, 17:17
von Brian Basco
Hallöchen!
Also so schlimm ist das doch alles nicht... Das Jahr ist sicher ein Versehen, das "Suchtcannabis" ist ein sprachlicher Asrutscher, den muss man erstmal finden,...
Klar, die Strafen sind immer noch nicht so ganz nachvollziehbar, aber mal abwarten.
Führerscheinfrage wird auch ganz langsam angetrieben...
Schön wäre als klitzekleine Erweiterung, der Import nicht nur von Samen sondern auch von Stecklingen zum Eigenanbau. Ich könnte mir vorstellen, da auf wenig Widerstand zu treffen.
Zur finanziellen Planung von CSCs hab ich neulich ein ganz interessantes YTV gesehen, empfehlenswert, sollte sich finden lassen....
PS:
https://youtu.be/lB5ByfW88iw
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: So 14. Mai 2023, 20:20
von Freno
DanyB hat geschrieben: So 14. Mai 2023, 16:07
(...)
SOWEIT also die grobe Schätzung von ChatGPT. FRAGE ins Forum: Für wie realistisch haltet Ihr diese Kalkulation und kann irgendjemand von Euch sich vorstellen, dass die Mitglieder eines CSC diese Kosten stemmen können? Ich bin da extrem skeptisch. Viel viel besser, einfacher (und auch für den Staat besser kontrollierbar) wäre es sicherlich, wenn sich professionelle Cannabis-Produzenten um die Erzeugung kümmern und ihre Produkte zu einem vereinbarten Festpreis an die CSCs abgeben. Der Preis sollte m.E. deutlich niedriger sein sollte als der aktuelle Schwarzmarktpreis von ca. 7-10 EUR/Gramm. Dann klappt es auch mit der Austrockung des Schwarzmarktes.
Dazu habe ich mich schon woanders mal geäussert. Die beschriebene Kalkulation von ChatGPT halte ich für realistisch. Die Investionen für so 1 CSC - Anbaufläche, Gebäude, Absicherungsmaßnahmen, Gerätschaften, Saatgut - dürften im unteren bis mittleren 6-stelligen Bereich liegen. Dazu kommen die jährlich Betriebskosten, die ebenfalls 6-stellig werden können: 3-4 Vollzeitkräfte, Rechts- und Steuerberatung (gerade hier sehr wichtig !), "security", ...
So 1 Verein bräuchte dann also wirklich 500 Mitglieder, die je 1 Tausender als "Einstand" und 500 € Jahresbeitrag zumindest in der Anlaufphase stemmen können müssen. Dafür könnten die Mitglieder jeweils maximal 50 g / Monat = 600 g / Jahr an Cannabis erhalten, dessen Kaufpreis zumindest teilweise mit dem Einstand und Beiträgen verrechnet werden könnte ... aber hier verliert sich alles im Nebel der Spekulation.
Re: Cannabis-Clubs
Verfasst: Mo 15. Mai 2023, 14:32
von Tictak
Die Vereine dürfen monatliche Mitgliedsbeiträge erheben und sollen das Cannabis zum Selbstkostenpreis an Mitglieder abgeben können.
Der monatliche Beitrag wird wohl zwischen 10 und 100 Euro liegen. Je nach dem, wie groß der Verein ist und je nach dem, wie groß der Arbeitseinsatz im Verein ist.
Samen und Stecklinge dürfen wohl auch an Nichtmitglieder gegen eine "Aufwandspauschale" abgegeben werden.
Samen zu verkaufen ist nicht schwer, aber Stecklinge können wohl eher nur spezialisierte Vereine abgeben, da dies gewisse Fertigkeiten erfordert. Es wird wohl nicht jeder Verein anbieten können.
Ich würde mal schätzen, dass das Gramm Cannabis für etwa 3 bis 5 Euro abgegeben wird. Das legt der Verein selbst fest, je nach dem, wie hoch die Kosten sind. Strombedarf und Arbeitslöhne zum Beispiel.
Es ist derzeit auch nicht sicher, ob die Vereine tatsächlich junge Menschen bis 25 Jahren aufnehmen werden. Wenn die Vorgaben zu hoch sind, kann man sich den Aufwand auch sparen.
Kleine Vereine unter 50 Mitglieder wird es wohl auch nicht geben, da der Aufwand einen Verein zu gründen ja schon erheblich ist. Jugendschutz, Vorstand...
Es sollte versucht werden, die Vereine möglichst voll zu machen, um die Kosten für alle zu senken. Auf dem Lande wird dann wohl eher selbst angebaut.
Für 100 Mitglieder braucht man ca. 40 bis 100 qm Anbaufläche. Jeder qm muss mit 100 bis 300 Watt LED-Lampen beleuchtet werden. Vereine sollten nicht den Fehler machen jetzt noch in NDL oder Energiesparlampen zu investieren.
LED ist eindeutig der richtige Weg. Es ist aber auch nicht jede LED geeignet.

Die Effizienz muss stimmen. Also die Lichtabgabe pro eingesetzter Kilowattstunde muss entsprechend hoch sein.
Die Beleuchtung ist auch jetzt schon legal erhältlich. Da sollte vielleicht nicht unbedingt gewartet werden, bis alle anbauen dürfen.
Die Erstinvestition in Lampen für die 100qm wäre bei etwa 10.000 bis 30.000 Euro. Jeder fängt mal klein an.
So ein Verein mit 100 Mitgliedern könnte einen Mitgliedsbeitrag von 50 Euro pro Monat erheben. Das wäre schon mal eine Grundlage, um den Verein aufzuziehen. In folgenden Jahren kann dann der Beitrag gesenkt werden.
Die Vorlaufzeit, bis zum ersten Gramm Vereinsweed kann bis zu sechs Monate dauern. Geduld ist nötig.
Die Vorlaufzeit für Samenproduktion oder Stecklinge wäre bei einem so neuen Verein dann wohl bei ein bis zwei Jahren. Die Produktion von Genusscannabis hat da erst mal Vorrang.
Der Strombedarf bei 100 qm mit jeweils 100 Watt wäre dann bei 10KW das ist die Größenordnung einer Nachtspeicherheizung. Der Stromanschluss muss das auch liefern können!
Bei 300 Watt Lampen dann entsprechend 30 KW oder 30.000 Watt. Das ist dann wohl ein gewerblicher Stromanschluss.
Wenn Lampen mit 10KW für 18 Stunden leuchten, dann braucht das 180KWh Strom (Arbeit) pro Tag.
Das mal 40 cent ist 72 Euro pro Tag in der Wachstumszeit. Ca 2200 Euro im Monat.
In der Blütephase wird der Strom nicht billiger, da dann mit etwa 300 Watt beleuchtet werden sollte.
30 KW mal 12 Stunden ist 360 KWh Arbeit pro Tag. Das mal 40 cent ist 144 Euro pro Tag. Ca. 4400 Euro pro Monat.
Also so ein mittlerer Verein hat dann 15.000 Euro für Lampen ausgegeben und etwa 9000 Euro an Strom verballert, bevor das erste mal geerntet wird. Dann muss es noch getrocknet werden, bevor es verteilt werden kann.
Für die 300 Samen gehen auch noch mal ca. 1000 Euro drauf.