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Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 01:54
von Baltazar80
moepens hat geschrieben: Afaik wurde das in der Vergangenheit so gehandhabt, dass Patienten bei der MPU erst ihre Medizin einnahmen, dann folgten eine Blutprobe und die üblichen Tests.
Also d.h. eine MPU als Cannabis Patient würde anders ablaufen, als eine MPU wegen Drogenmißbrauchs?
Da wird dann quasi getestet, ob man noch in der Lage ist zu Fahren, wenn man die vom Artzt empfohlene Medikamentendosis eingenommen hat?

Wie sieht es denn aus, wenn ich gar nicht unter Medikamenteneinfluß fahren will, und nur Fahren will, wenn ich komplett nüchtern bin. Kann man da überhaupt so eine MPU bestehen?

Ich bin selber z.B. auch der Meinung, dass man nicht unter Medikamenteneinfluß fahren sollte, und würde das auch wirklich nie selber tun. Ich weiß, da sind bestimmt ein paar anderer Meinung, aber man sollte bedenken, wer am Verkehr teilnimmt, ist nicht nur für seine eigene Sicherheit sondern auch für die Sicherheit anderer Menschen verantwortlich, und da hört der Spaß auf, wenn es um die Gefährdung eigener und anderer Menschenleben geht. Es gibt aber bestimmt welche, die nach einer gewissen Zeit bei gleichbleibender Dosierung auch fahren können, aber bestimmt nicht nach 1-2 Wochen Eingewönungsphase, dazu braucht es schon ein bisschen mehr Zeit. Also bitte Leute vermeidet das Fahren, wenn Ihr der Meinung seid, dass ihr euch nicht nüchtern fühlt.

So jetzt schweife ich vom eigentlichen Thema ab.
Um auf den Punkt zu kommen, auch wenn ich so denke, wird das mir die MPU höchstwahrscheinlich niht abkaufen, weil bestimmte viele so reden würden. Das heißt meine Chancen würden bei einer evtl. MPU schlecht stehen, diese zu bestehen? Weil wenn es wirklich so ist, dass die die Tests durchgeführt werden, nach der Medikamenteneinnahme, da bin ich der Meinung das meine Reaktionen auf die Tests bestimmt dadurch beeinflußt sind, und die Ergebnisse schlechter ausfallen als wenn ich komplett nüchtern wäre.

Zusammengefasst heißt das, wenn man vom schlimmsten ausgeht und man wirklich eine MPU machen muss, gibt es nur die eine Möglichkeit den Führerschein zu behalten, und zwar die, wenn man auch unter Medikamenteneinfluß fahrtüchtig ist. Eine weitere Option, dass man den Führerschein behalten darf, aber nur im nüchternen Zustand fahren darf, gibt es nicht?

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 07:09
von moepens
Baltazar80 hat geschrieben:Also d.h. eine MPU als Cannabis Patient würde anders ablaufen, als eine MPU wegen Drogenmißbrauchs?
Absolut, Cannabis ist in unserem Fall anerkannte Medizin.
Baltazar80 hat geschrieben:Da wird dann quasi getestet, ob man noch in der Lage ist zu Fahren, wenn man die vom Artzt empfohlene Medikamentendosis eingenommen hat?
Da bin ich leider überfragt, ob das nur so machbar ist. Möglicherweise kommt es primär auf die gemessene Menge Wirkstoff im Blut an.
Baltazar80 hat geschrieben:Wie sieht es denn aus, wenn ich gar nicht unter Medikamenteneinfluß fahren will, und nur Fahren will, wenn ich komplett nüchtern bin. Kann man da überhaupt so eine MPU bestehen?
Wenn du täglich THC in relevanter Menge zu dir nimmst, dann wirst du wohl immer über 1ng/ml kommen. Nach der Definition wäre das bei "unerlaubtem" Konsum natürlich zuviel, da wäre ein Abstinenznachweis erforderlich.
Für die Feststellung der Fahrtüchtigkeit ist es aber eben entscheidend ob man die Tests besteht - und das ist afaik in der Vergangenheit Patienten problemlos gelungen.
Baltazar80 hat geschrieben:Es gibt aber bestimmt welche, die nach einer gewissen Zeit bei gleichbleibender Dosierung auch fahren können, aber bestimmt nicht nach 1-2 Wochen Eingewönungsphase, dazu braucht es schon ein bisschen mehr Zeit. Also bitte Leute vermeidet das Fahren, wenn Ihr der Meinung seid, dass ihr euch nicht nüchtern fühlt.
Wenn man sich nicht "nüchtern" fühlt bzw. Ausfallerscheinungen hat, dann sollte man selbstverständlich nicht fahren, und das wurde auch von der Politik so kommuniziert. Imo hängt der Effekt neben der Dosis aber auch von der Einnahmeform ab (sowie von anderen Faktoren).
Mit der richtigen Dosis oral eingenommen habe ich absolut keine Probleme. Im Gegenteil, meine Fahrtüchtigkeit verbessert sich deutlich, weil Symptome gelindert werden welche sonst Konzentrationsfähigkeit und Wahrnehmung beeinträchtigen können. Dasselbe gilt bei mir für die Inhalation direkt bei einem Anfall - es ist aber natürlich individuell verschieden.

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 08:48
von DrGreenthumb
Das würde mich auch sehr interessieren wie so eine MPU bei C Patienten abläuft!

Der Teil bzgl. Abstinenznachweis usw. fällt ja komplett weg.

Aber es macht natürlich einen enormen Unterschied, ob man die Tests direkt nach der Inhalation von z.b. 0,5g oder 6 Stunden danach macht!

Oder anders gesagt, man wäre ja sozusagen zum Dauerkonsum gezwungen oder wie soll sowas bei Patienten mit reiner Bedarfsmedikation funktionieren?

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 08:55
von Martin Mainz
Ich glaube nicht, daß man sich bei der MPU hinsetzt und erst mal seine Medizin vaporisiert um sich dann dem Reaktionstest zu unterziehen. Offiziell ist doch bisher sowie so noch nix, wie das genau funktionieren soll. Wie auch immer, wenn überhaupt geht es um den regelmäßigen Konsum und wie der sich auf die Fahrtauglichkeit auswirkt. Also nach Einstellung und im "nüchternen" Zustand.

Aber das ist alles nur Spekulation, bis man sich auf ein genaues Prozedere geeinigt hat, oder?

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 09:08
von Speedy-BW
Guten morgen,

jetzt wieder schlauer!. Gestern aus Schmerz Klinik entlassen worden, in meinem Bericht ist die Geschichte mit fahren draußen. Mir war wichtig das ich jederzeit meinen Bericht Versorgungsamt vorlegen zu können. Da kann mir keiner erzählen, wenn sowas drin steht, das die nicht zum Telefon Hörer greifen und das unerlaubter Weise der FS melden.

Sie haben jetzt für sich die Aufklärung gemacht und vermerkt.

Sie dürfen nicht offiziell das fahren verbieten wie littleganja (danke für seine unermüdliche Hilfe). Jetzt kommt aber das große aber!!! wenn Dir in einem Arzt Bericht drin steht, man sollte so nicht fahren und es passiert dann was oder dummer Zufall, wird Dir das dann als fahren ohne Fahrerlaubnis gewertet.
Bestes Beispiel bei Epilepsie Patienten, die sollten nach einem Anfall kein FZG führen. Weiß keine FS Stelle. Wenn da irgend etwas ist, ist es fahren ohne Fahrerlaubnis.

Ich denke das Thema wird uns alle 2018 verfolgen. Leider ...

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 09:10
von DrGreenthumb
Naja, es gibt/gab ja anscheinend schon Patienten, die eine MPU gemacht haben und diese auch bestanden haben.

Wenn so jemand hier im Forum aktiv ist, wärs echt super wenn er/sie was dazu erzählen könnte!

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 09:24
von Speedy-BW
Das wäre sehr gut, wen wir von anderen Patienten mehr erfahren könnten.

Ich habe jetzt noch im KKH noch zu einen Verkehrspsychologen und auch Rechtsverdreher Kontakt bekommen. Ich muss mich mit diesem auch mal noch austauschen. Habe da meinem Arzt gemeint wenn es zweihundert Euronen kostet, setzte ich mich gerne mit Ihm auseinander. Meine Ärzte wissen und glauben mir es auch, das ich ein klares Trennungsverhalten habe. Bin wirklich am überlegen das Geld dann zu investieren. Ist dann MPU light, aber ist dann ein rechtsverbindliches Dokument.

Was ist Eure Meinung dazu?

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 09:33
von DrGreenthumb
Was mir noch einfällt für die Zukunft nach der Empfehlung vom VGT...

Es wäre doch rechtlich kaum haltbar, wenn man C Patienten zu einer klassischen MPU zwingt auf eigene Kosten! Eine Begutachtung usw. zu Lasten der KK wäre ja in Ordnung. Ansonsten müssten auch alle anderen Patienten, die BTM Medikamente einnehmen ebenfalls zur MPU!

Dagegen sollte man sich auch gerichtlich wehren können, sollte es so kommen oder? Also von wegen Diskriminierung/Gleichbehandlung oder sowas in die Richtung.

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 09:40
von patient420
Mann kann normalerweise nüchtern am MPU-Leistungstest teilnehmen:

"Eine dosisabhängige Testdurchführung unter einem bestimmten THC-Spiegel ist i.d.R. nicht erforderlich.Die Aufgabe der Leistungstestung besteht im Ausschluss einer dauerhaften Reduzierung des psychischen Leistungsniveaus durch einen chronischen Konsum. Das Gutachten dient zudem der Eignungsüberprüfung und nicht der Prüfung der aktuellen Fahrssicherheit. "

http://www.dgvp-verkehrspsychologie.de/ ... kation.pdf

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 09:53
von littleganja
Mein Arzt hat laut eigener Aussage 16 Patienten mit Kostenübernahme, ich schätze zusätzlich 100 Patienten mit Privatrezept (ggf. auch mehr). Keiner von uns wurde irgendwie darauf angesprochen dass wir kein Auto fahren dürfen. Das einzige was meinen Arzt aufregt ist das Cannabis verboten ist und wir uns es nicht selbst anbauen dürfen.
Die Parkplätze vor der Praxis sind immer voll. Jetzt stellt euch mal vor der Arzt müsste sich auch noch nen Kopf machen wer wann und wie Auto fährt, irgendwo hört der Spaß auch auf!
Jeder Mensch ist für das was er tut selbst verantwortlich, sonst würden ja auch nicht die Menschen in Gefängnissen sitzen sondern deren Tatwaffen :roll:

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 09:59
von moepens
Hier ein paar Erfahrungswerte aus der Vergangenheit:

https://ausnahmemedizin.wordpress.com/2 ... elle-hamm/

In diesem Fall zog sich der Kampf mit der Führerscheinstelle noch hin, allerdings war das vor der Gesetzesänderung.

http://mpu-cannabispatienten-in-deutsch ... loses.html
-> https://4.bp.blogspot.com/-bFv4Yu0GjUw/ ... e%2B25.jpg

Populärer Fall eines Patienten, der durch seinen Einsatz bei der Hanfparade Ärger bekam (ebenfalls vor der Gesetzesänderung). Die Auseinandersetzung mit den Behörden scheint sich auch in diesem Fall hinzuziehen.

https://www.youtube.com/watch?v=CEkXYyZXjRg

Hier ebenfalls vor der Gesetzesänderung, aber anscheinend ohne Probleme.

Die Rechte von Patienten sind durch den Medikamentenstatus jetzt auch in Bezug auf den Führerschein gestärkt worden. Trotzdem ist Ärger mit den Behörden trotz bestandener MPU im Einzelfall nicht auszuschließen.
Sollte ein Cannabispatient also in eine Verkehrskontrolle geraten, muss er nicht gleich in Panik geraten: entspricht die Menge THC im Blut der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für den konkreten Krankheitsfall verschriebenen cannabisbasierten Arzneimittels und ist die Fahrtüchtigkeit NICHT beeinträchtigt, kommt es zu keinen Sanktionierungen gemäß des Straßenverkehrsgesetzes. Sollte jedoch eine missbräuchliche Einnahme nachweisbar sein oder die Fahrtüchtigkeit ist nicht sicher gestellt, kommt es nicht nur zu einfachen Geldstrafen, sondern zum Entzug des Führerscheins.

Wenn aber rechtlich eine Verkehrsteilnahme erlaubt ist, kann dennoch die Fahreignung von der Fahrerlaubnisbehörde in Frage gestellt werden und in der Praxis wird es für den Patienten schwer sein, eine angenommene Beeinträchtigung zu widerlegen. Letztes Wort für die Fahreignung hat schließlich die Führerscheinstelle (Fahrerlaubnisbehörde): Hat sie Zweifel an der Fahreignung eines Fahrerlaubnisinhabers, kann sie dies durch einen Gutachter (Medizinische Begutachtung oder Medizinisch-Psychologische Untersuchung) klären lassen.
Quelle: https://www.mpu-seminar.de/fahrtuchtig- ... -cannabis/

Lesenswert ist außerdem folgende Handlungsempfehlung:
http://www.dgvm-verkehrsmedizin.de/app/ ... 0+2017.pdf
patient420 hat geschrieben:Mann kann normalerweise nüchtern am MPU-Leistungstest teilnehmen:

"Eine dosisabhängige Testdurchführung unter einem bestimmten THC-Spiegel ist i.d.R. nicht erforderlich.Die Aufgabe der Leistungstestung besteht im Ausschluss einer dauerhaften Reduzierung des psychischen Leistungsniveaus durch einen chronischen Konsum. Das Gutachten dient zudem der Eignungsüberprüfung und nicht der Prüfung der aktuellen Fahrssicherheit. "

http://www.dgvp-verkehrspsychologie.de/ ... kation.pdf
Das ist aber eben nur eine Handlungsempfehlung. In der Zeit der Ausnahmegenehmigungen wurde definitiv zumindest der Urin oder auch Haare überprüft, ich meine mich auch an einen Fall mit Blutprobe erinnern zu können.
Jetzt ist die Situation zumindest rechtlich eine andere, ob und in welchem Umfang/Rahmen solche Tests nun stattfinden scheint aber dem Gutachter vorbehalten zu sein.

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 10:31
von patient420
Sie nehmen wahrscheinlich alle drei Proben. Es gibt nur keinen Mindest-THC-Wert, den man braucht, um den Leistungstest zu machen bzw. man wird nicht gezwungen direkt vor dem Leistungstest eine Dosis einzunehmen... in der Regel. :)

Seite 9 in der Handlungsempfehlung:
3. Laboruntersuchungen
• Toxikologisch ist i.d.R. ein Medikamentenscreening im Urin oder Haar incl. Cannabinoide durchzuführen(vgl.Mußhoff & Graw 2016)
. Dies gilt insbesondere, wenn
Hinweise auf Einnahme mehrerer fahreignungsrelevanter Medikamente vorliegen oder der Verdacht auf
einen zusätzlichen Missbrauch oder selbstverordneten Konsum anderer psychoaktiver Substanzen besteht
. Abhängig vom Einzelfall ist zu beachten, dass mit Hilfe der Haaranalyse ein längerer Zeitraum der Medikamenteneinnahme überprüft werden kann. Deshalb wird sie zumindest bei Fragestellungen im Rahmen der MPU zu bevorzugen sein.
• Sollte eine Überprüfung der aktuellen Einnahme von Cannabis oder anderen psychoaktiven Stoffen in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Untersuchung erforderlich sein, kann dies nur mit einer chemisch-toxikologischen Untersuchung des Bluts überprüft werden. Bei entsprechenden Fragestellungen können weitere toxikologische Untersuchungen zur Abklärung hinzugezogen werden:
• Bei Missbrauch in der Vorgeschichte bzw. wenn der Verdacht der Einnahme leistungssteigernder Stoffe (Amphetamine, Cocain) besteht, ist zusätzlich ein polytoxikologisches Drogenscreening erforderlich.
• Bei Verschreibung oral einzunehmender Fertigpräparate kann der Verdacht auf einen
möglichen Beikonsum von Cannabis durch eine Haaranalyse auf THC-Säure-A ausgeschlossen werden.
• Bei Hinweisen auf übermäßigen Alkoholkonsum oder problematischen Mischkonsum kann eine Haaranalyse auf EtG angezeigt sein.

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 12:57
von DrGreenthumb
Sollte ein Cannabispatient also in eine Verkehrskontrolle geraten, muss er nicht gleich in Panik geraten: entspricht die Menge THC im Blut der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für den konkreten Krankheitsfall verschriebenen cannabisbasierten Arzneimittels und ist die Fahrtüchtigkeit NICHT beeinträchtigt, kommt es zu keinen Sanktionierungen gemäß des Straßenverkehrsgesetzes. Sollte jedoch eine missbräuchliche Einnahme nachweisbar sein oder die Fahrtüchtigkeit ist nicht sicher gestellt, kommt es nicht nur zu einfachen Geldstrafen, sondern zum Entzug des Führerscheins.
Liest sich in der Theorie ja eigentlich ganz gut, aber wie soll sowas bitte in der Praxis funktionieren?!

Wie soll die Polizei denn erkennen, welcher THC Wert im Blut jetzt "bestimmungsgemäß" ist und ab wann ein Missbrauch vorliegt?! Die Sache mit der Fahrtüchtigkeit ist ja sowieso völlig schwammig bzw. willkürlich.

Dazu müsste ja tatsächlich bei jedem Patient einzeln ein gewisser THC Wert festgelegt und irgendwo dokumentiert werden.

Ich glaub ich lass demnächst mal meine THC Werte im Blut messen, würde mich echt mal interessieren in welchen Regionen ich mich da dauerhaft befinde. Kann sowas mein Hausarzt einfach machen eigentlich?

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 17:57
von crappy
In § 24a StVG steht es eigentlich sehr schön beschrieben.

2) Ordnungswidrig handelt, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt. Eine solche Wirkung liegt vor, wenn eine in dieser Anlage genannte Substanz im Blut nachgewiesen wird. Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.
Ein Grenzwert steht da überhaupt nicht drin für Patienten. Also begeht man sowieso keine Ordnungswidrigkeit.

Vor der Führerscheinstelle schützt das aber leider nicht. Die können jederzeit die Fahreignung prüfen. Mit Cannabis hat das auch erstmal nichts zu tun. Das können die auch machen wenn man 0,3 Promille pustet. Nur wird die über sowas niemand informieren. Aber bei Cannabis hat die Polizei nichts Besseres zu tun als erstmal nen Brief dahin zu schicken.

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 18:10
von tomOGwarrior
DrGreenthumb hat geschrieben: Dazu müsste ja tatsächlich bei jedem Patient einzeln ein gewisser THC Wert festgelegt und irgendwo dokumentiert werden.
jop und dass das korrekt durchgeführt wird halte ich für sehr unwahrscheinlich, vor allem da bei vielen der wert alles andere als konstant ist.

hat eigentlich schon jemand post von der führerscheinstelle bekommen ohne irgendwie auffällig zu werden?
das ist so die einzige paranoia, die ich noch hab. ansonsten kann ich mir gut vorstellen erstmal weiter "unter dem radar" zu fahren.

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 18:12
von littleganja
Leute ihr schreibt und diskutiert obwohl alles klar ist, was wäre wenn?! Warum sollten für Patienten die Grenzwerte zählen wie für nicht Patienten??? Bei Opiaten ist der Grenzwert vermutlich bei fast null und wenn man Opiate vom Arzt bekommt juckt dass niemand was für einen Grenzwert man hat, solange keine Ausfallerscheinungen offensichtlich sind.
Also wo hängt es eigentlich, soviel Text aus dem Internet kopiert und immer noch keinen Schritt weiter :shock:

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 18:30
von crappy
Mein THC Blutwert würde mich jetzt aber auch mal interessieren. Was hat man denn so etwa bei täglichem Konsum? 10 Gramm halten bei mir so ca. einen Monat. 1-2 Joints am Abend. Hat das unter den Patienten hier mal jemand testen lassen?

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 22:17
von Catwoman
crappy hat geschrieben:Mein THC Blutwert würde mich jetzt aber auch mal interessieren. Was hat man denn so etwa bei täglichem Konsum? 10 Gramm halten bei mir so ca. einen Monat. 1-2 Joints am Abend. Hat das unter den Patienten hier mal jemand testen lassen?
Ich hatte das mal testen lassen,nur so für mich weil ich mit diesen Zahlen auch nix anfangen konnte.Hatte ich hier im Forum an anderer Stelle geschrieben: viewtopic.php?f=52&t=7436&start=20
Die Werte werden aber mit Sicherheit bei jedem unterschiedlich sein,das kann man bestimmt nicht so pauschal sagen.
Ich hatte das vor ein paar Jahren allerdings mit Sativex getestet.Das waren 5ng THC/39,5ng THC -COOH Carbonsäure bei täglicher Einnahme.Mit Blüten sind die Werte bestimmt wieder anders.Auch treibe ich viel Sport (bin schlank) und ernähre mich gesund,das wird bestimmt auch noch eine Rolle spielen,da THC ja im Fettgewebe gespeichert wird,wenn ich mich nicht irre.
Einfach mal beim Arzt bei der nächsten Blutuntersuchung fragen,ob auch gleich auf THC mitgetestet werden kann.
Ob das jeder Hausarzt machen kann,weiß ich nicht,aber ich denke schon.Ich hatte damals Borrelliose und mußte auf Borellien getestet werden und da hab ich einfach gefragt ob man gleich auf THC mittesten kann.

Re: Med. Cannabis Problem mit Führerschein

Verfasst: So 11. Feb 2018, 22:38
von Duck
Klar kann das jeder Arzt die frage ist macht er es.

Re: Cannabis und Führerschein

Verfasst: Mi 14. Feb 2018, 04:04
von Baltazar80
Ich würde gerne nochmal auf meine Frage zurück kommen.

Und zwar gibt es da eine Möglichkeit eine MPU oder ein Gutachten selber zu machen, ohne dass man es von der Führerscheinstelle angeordnet bekommt?

Als eine Absicherung sozusagen, so dass wenn es mal tatsächlich dazu kommen sollte, ich mit dem Gutachten, den ich ja schon habe, der Führerscheinstelle widersprechen könnte.

Ich weiß, jetzt sagen bestimmt welche, dass ich das nicht brauche, weil Opiate Patienten das auch nicht brauchen usw. Aber mir ist mein Führerschein wirkich sehr wichtig, deshalb möchte ich alles mögliche tun, um das schlimmste zu vermeiden. Da zahl ich auch gern für einen Gutachten, wenn das mich gegen die Willkür absichert.

Re: Cannabis und Führerschein

Verfasst: Mi 14. Feb 2018, 07:12
von Duck
Ja das kann man bzw. Auch eine angeordnete MPU machst aleine DU.
Die Fragestellung kommt von der Führerscheinstelle, die mpu machst du für dich darum muss ein negativ bescheid der F.stelle nicht mitgeteilt werden.
Einfach neu machen bis positiv entschieden wird, oder man zuhoch verschuldet ist.

Ob dich das denn absichert ? Kann so oder so sein, Beamten Spielraum.

Cannabis als Medizin am Steuer - High Autofahren?

Verfasst: Di 20. Feb 2018, 15:04
von littleganja
Habe mir das Video eben komplett angeschaut und alles was er sagt stimmt! Schön wird hier auch auf die Ausfallerscheinungen hinweist und das Trennungsvermögen das Juristisch eine Rolle spielt im Bezug auf Berauscht gefahren ja oder nein. Speziell für die Zweifler unter euch denen immer noch unklar ist ob Cannabis Patienten am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, sollten der zweiten Hälfte des Video mehr Aufmerksamkeit schenken ;)

Here we Go

:arrow: https://www.youtube.com/watch?v=5AxZ9xMr03o

Lasst ein Daumen Hoch da, der hat es gut erklärt und kostet euch ja nix ;)

Re: Cannabis als Medizin am Steuer - High Autofahren?

Verfasst: Di 20. Feb 2018, 16:51
von PallMall
Danke für den Link... wenn es doch so einfach wäre...

Re: Führerschein noch in Gefahr?

Verfasst: Fr 23. Mär 2018, 07:44
von DennisEF
„Fahrtüchigkeit gewährleistet?
Nach der Freigabe von Cannabis freie Fahrt für Bekiffte?“

http://www.auto.de/magazin/nach-der-fre ... -bekiffte/

Fahreignung solle dringend überprüft werden

Die Juristen, Verkehrsexperten und Ärzte bezweifelten bei dem VGT im Januar 2018 in Goslar grundsätzlich, ob Patienten, die Cannabis auf Rezept einnehmen, fahrtüchtig sind. Die Zweifel blieben bisher ohne Echo bei den zuständigen Stellen in Politik und Verwaltung. Dabei begründete nach Ansicht der Experten in Goslar Zweifel an der Fahreignung, auch im Falle einer medizinischen Indikation, besonders bei der Verordnung von Cannabis-Blüten. Der mit dem Thema befasste Arbeitskreis V des VGT in Goslar empfahl daher dringend, aus Gründen der Verkehrssicherheit solle die Fahreignung von Cannabis-Patienten überprüft werden.

Gerade unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit erscheint es den Fachleuten nämlich unerheblich, ob das Cannabis aus medizinischen Gründen oder nur zum Spaß und „zur Entspannung“ konsumiert wurde. Die benebelnde Wirkung sei die gleiche, heißt es. Die Experten sehen daher auch keinen Grund – und keine Berechtigung – warum Cannabis-Konsumenten aus medizinischen Gründen einem „normalen Kiffer“ im Hinblick auf die Fahrerlaubnis vorgezogen werden sollten.

Re: Führerschein noch in Gefahr?

Verfasst: Fr 23. Mär 2018, 08:19
von littleganja
DennisEF hat geschrieben:„Fahrtüchigkeit gewährleistet?
Nach der Freigabe von Cannabis freie Fahrt für Bekiffte?“


http://www.auto.de/magazin/nach-der-fre ... -bekiffte/

Hier geht es nicht um Cannabis als Medizin sondern um Freizeitkonsum.