Freno hat geschrieben: Mi 11. Okt 2023, 22:37
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Selbstredend ist das Gelärme der Springer-Presse über Neuwahlen usw usw "populistisch" - aber man kann nicht darum herum, daß die Ampel und die von ihr gemachte Politik beim Wähler nicht gut ankommt.
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Diese Zeilen würde ich heute nicht mehr schreiben - denn das "Gerede" von Neuwahlen sehe ich inzwischen als einen Zaunpfahl-Wink an die FDP, die Ampel zu verlassen: "Die Springer-Presse steht dann hinter Ihnen!" (was immerhinque "eine Macht" ist.)
Ich bin mir ziemlich sicher, daß innerhalb der FDP auch schon darüber nachgedacht wird: bei einem Verbleib in der nicht funzenden Ampel muß die FDP nämlich damit rechnen, schon wieder mal aus der parlamentarischen Landschaft zu verschwinden. Ein "Platzen-lassen" der ungeliebten Ampel würde ihr dagegen mit gewisser Wahrscheinlichkeit vom Wähler, wenigstens "ihrem" Wähler, honoriert.
Es bräuchte nur einen halbwegs glaubwürdigen Anlass dazu, den aber die der politischen Realität völlig entrückten Grünen in ihrem "Echobunker" - wie prepre das gerne nennt - mit gewisser Zuverlässigkeit in kurzen, regelmässigen Abständen liefern werden. Irgendsoeine völlig taubblinde Grüne hat es sich nicht nehmen lassen, nur wenige Tage vor den LT-Wahlen das Wahlrecht für Flüchtlinge zu fordern - dümmer geht's nimmer, weil die dazu erforderlichen Grundgesetzänderungen weit jenseits jeder Realisierungschance sind. Diese Frau hat nur 1 gemacht: Wahlkampf für die AfD (und die FW in Bayern)! Als AfD-Wähler bin ich darüber nicht unglücklich.
Die Kanzler-Partei hätte nach einem Ampel-Exit der FDP die Qual der Wahl zwischen den Optionen:
1) als Minderheitsregierung mit den Grünen weiter zu wurschteln, oder
2) die FDP durch die Linken zu ersetzen (wenn es rechnerisch reichen könnte) oder
3) durch die Vertrauensfrage "den Weg zu Neuwahlen frei zu machen".
4) eine Neuauflage der "GroKo".
Nr. 1 + 2 dürften von vorneherein ausscheiden: eine rot-rot-grüne Koalition im Bund würde der AfD bei den nächstes Jahr anstehenden Landtagswahlen in Sachsen, S-Anhalt und Thüringen die absolute Mehrheit garantieren, eine Minderheitsregierung hat es im Bund noch nie gegeben.
Nr. 3 wäre für die SPD "politischer Selbstmord" - also liefe es wahrscheinlich auf eine "GroKo" hinaus, für welche die Union aber tüchtig "die Hand aufhalten würde".
Auch die Union könnte auf gute Chancen bei einer Neuwahl kalkulieren - eventuell auch nach einer Neuwahl in einer Koalition mit der bislang faschistischen AfD, weil man ja in der Verantwortung ist und so, siehe SPD-Ypsilanti in Hessen - und sich der "GroKo" entziehen. Eine rotgrüne Minderheitsregierung, die keine Chance mehr hätte, ein Gesetzesvorhaben durchzubringen, und von der Oppositionsmehrheit vor sich her getrieben würde, müsste alsbald kapitulieren und die "Vertrauensfrage" stellen.
Conclusio: die Position der FDP ist in der schwankenden Ampel enorm gestärkt worden. Sie hat wieder ihre Lieblingsposition eingenommen: das Zünglein an der Waage. Aber es ist eine "pool-position" mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum: die September-Wahlen 2024 (S, S-A, TH) setzen eine enge Grenze. Bis dahin müssen die Würfel gefallen sein !
Der neue Nahostkrieg schafft eine gewisse Pause zum Durchatmen und, Kalkulieren und Verhandeln, solange er "neu" ist und "in dieser Lage" die Regierung platzen zu lassen, nicht "darstellbar" wäre.
Sobald die Isrealis den Gaza-Streifen erobert, "gesäubert" und unter ihr Protektorat gestellt haben werden, wird es in Berlin ernst. Nach meiner Einschätzung der Israelis wird das höchstens einige Wochen dauern, bis sie die Lage im Griff haben. "Offiziell" könnte der Krieg noch etwas hinausgezögert werden, um alle bekannten und greifbaren Hammas-Mitglieder und -Sympathisanten im Rahmen von Kriegshandlungen "halbwegs anständig" liquidieren zu können - aber das sind Detailfragen.
Die israelische Armee ist die schlagkräftigste, erfahrenste und erfolgreichste Wehrmacht (diesen Ausdruck verwende ich sehr bewußt) der ganzen Welt. Nur noch die Fremdenlegion spielt in ihrer Liga mit, ist aber eine zu kleine Einheit, um sie als Wehrmacht bezeichnen zu können.
Diese Hamas-Typen sind nichts als eine Horde undisziplinierter Fanatiker, die obendrein von Geisteskranken geführt werden und der israelischen Armee auch waffentechnisch haushoch unterlegen sind: die Israelis können, wenn's drauf ankommt, mit Atombomben um sich schmeissen. Auch mit assymetrischer Kriegsführung sind die Israelis wohl vertraut.
Und, was sehr wichtig ist: die Isrealis sind völlig skrupellos. "shitstorms" von Menschenrechtsfaschos gehen denen Lichtjahre am Arsch vorbei.