Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Re: Jugendliche und Cannabis
Ja, hatte jetzt auch Gelegenheit, das Feature zu hören - eigentlich ganz okay. Thomasius... na ja
.
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- Martin Mainz
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Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Sucht in Zeiten von Corona
"Es hat sich alles nur um Cannabis gedreht"
600 Euro im Monat – so viel hat Adrian in den zwei Jahren seiner Cannabissucht für den Konsum der Droge ausgegeben. Das Geld hat der damalige Schüler noch von seinem Vater bekommen – eigentlich war es für seinen Lebensunterhalt gedacht, aber daraus wurde nichts. Seit mehr als einem Jahr ist Adrian mittlerweile clean. Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT erklärt der heute 19-Jährige seine Sucht und den Einfluss von Corona auf seine aktuelle Situation.
...
"Ich bin morgens aufgestanden und habe direkt vor der Schule einen Bongkopf geraucht. Dann bin ich zur Schule gegangen – aber auch da habe ich in den Pausen haben wir dann konsumiert. Nach der Schule ging es dann auch um nichts anderes mehr: Man hat sich in der WG getroffen und das einzige Thema war Cannabis. Das ging dann auch wirklich bis abends so. Andere Hobbys außer Cannabis konsumieren hatte ich in der Zeit eigentlich nicht."
...
"Ich finde, dass in den Schulen zu wenig aufgeklärt wird. In der 8. Klasse war ein Polizist da und hat ein paar Drogen mitgebracht, damit wir uns das einmal anschauen konnten. Er hat dann noch ein bisschen was zum Thema Sucht gesagt, aber damals war das Thema für mich einfach nicht präsent. Ich würde es besser finden, wenn das in den Schulen öfter gemacht werden würde.
Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen- ... e-100.html
600 € / Monat, das dürften so um die 50g und mehr sein. Und das in so jungen Jahren, das ist heftig.
"Es hat sich alles nur um Cannabis gedreht"
600 Euro im Monat – so viel hat Adrian in den zwei Jahren seiner Cannabissucht für den Konsum der Droge ausgegeben. Das Geld hat der damalige Schüler noch von seinem Vater bekommen – eigentlich war es für seinen Lebensunterhalt gedacht, aber daraus wurde nichts. Seit mehr als einem Jahr ist Adrian mittlerweile clean. Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT erklärt der heute 19-Jährige seine Sucht und den Einfluss von Corona auf seine aktuelle Situation.
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"Ich bin morgens aufgestanden und habe direkt vor der Schule einen Bongkopf geraucht. Dann bin ich zur Schule gegangen – aber auch da habe ich in den Pausen haben wir dann konsumiert. Nach der Schule ging es dann auch um nichts anderes mehr: Man hat sich in der WG getroffen und das einzige Thema war Cannabis. Das ging dann auch wirklich bis abends so. Andere Hobbys außer Cannabis konsumieren hatte ich in der Zeit eigentlich nicht."
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"Ich finde, dass in den Schulen zu wenig aufgeklärt wird. In der 8. Klasse war ein Polizist da und hat ein paar Drogen mitgebracht, damit wir uns das einmal anschauen konnten. Er hat dann noch ein bisschen was zum Thema Sucht gesagt, aber damals war das Thema für mich einfach nicht präsent. Ich würde es besser finden, wenn das in den Schulen öfter gemacht werden würde.
Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen- ... e-100.html
600 € / Monat, das dürften so um die 50g und mehr sein. Und das in so jungen Jahren, das ist heftig.
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Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Ich bin mit den aktuellen Preisen nicht vertraut, aber wer bei 50 g / Monat 12€/g zahlt, zahlt zuviel oder es stimmt sonstwas nicht.
- Martin Mainz
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Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Mal wieder eine reißerische Überschrift, aber ansonsten recht guter Artikel, deswegen hier rein:
Der fatale Effekt von Cannabis auf das Herzinfarktrisiko jungen Menschen
Laut einer aktuellen kanadischen Untersuchung verdoppelt sich das Herzinfarktrisiko nahezu bei jüngeren Cannabis-Konsumenten zwischen 18 und 44 Jahren – wenn auch auf geringem Niveau.
...
Ein Forscherteam wertete im Auftrag des medizinischen Netzwerks „Unity Health Toronto“ Daten von über 33.000 Erwachsenen im Alter von 18 bis 44 Jahren aus. Sie alle nahmen zwischen 2017 und 2018 an Umfragen der US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten teil. 17 Prozent gaben an, in den vergangenen 30 Tagen Cannabis konsumiert zu haben. Von diesen erlitten im genannten Untersuchungszeitraum 1,3 Prozent (61 von 4.610) einen Herzinfarkt. Bei den Nicht-Konsumenten betrug die Rate 0,8 Prozent (240 von 28.563). Daraus ergibt sich bei Cannabis-Konsumenten ein nahezu doppeltes Herzinfarktrisiko, heißt es in der im „Canadian Medical Association Journal“ veröffentlichten Studie.1
Quelle: https://www.fitbook.de/health/cannabis- ... rwachsenen
Der fatale Effekt von Cannabis auf das Herzinfarktrisiko jungen Menschen
Laut einer aktuellen kanadischen Untersuchung verdoppelt sich das Herzinfarktrisiko nahezu bei jüngeren Cannabis-Konsumenten zwischen 18 und 44 Jahren – wenn auch auf geringem Niveau.
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Ein Forscherteam wertete im Auftrag des medizinischen Netzwerks „Unity Health Toronto“ Daten von über 33.000 Erwachsenen im Alter von 18 bis 44 Jahren aus. Sie alle nahmen zwischen 2017 und 2018 an Umfragen der US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten teil. 17 Prozent gaben an, in den vergangenen 30 Tagen Cannabis konsumiert zu haben. Von diesen erlitten im genannten Untersuchungszeitraum 1,3 Prozent (61 von 4.610) einen Herzinfarkt. Bei den Nicht-Konsumenten betrug die Rate 0,8 Prozent (240 von 28.563). Daraus ergibt sich bei Cannabis-Konsumenten ein nahezu doppeltes Herzinfarktrisiko, heißt es in der im „Canadian Medical Association Journal“ veröffentlichten Studie.1
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Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Macht Ihnen das als Eltern Sorgen?
Trotzdem dürfte die Legalisierung von Cannabis bei vielen Eltern Ängste schüren: Was, wenn Kiffen durch die bessere Verfügbarkeit von Cannabis doch für Kinder und Jugendliche attraktiver wird? Oder wenn sich Hirnschädigungen und Psychosen häufen und ausgerechnet das eigene Kind betroffen ist?
Wir wollen von Eltern wissen, wie sie auf die Legalisierungspläne blicken. Sehen Sie in der Entkriminalisierung einen Schritt in die richtige Richtung? Welche Aspekte sollten dringend noch berücksichtigt werden? Wie sieht der Drogenkonsum Ihrer Kinder heute aus und wie würde er sich durch eine Cannabis-Legalisierung verändern? Wie sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Gefahren von Cannabis und anderen Drogen?
...
Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen über das Formular, in die Kommentare oder per Mail an community-redaktion@zeit.de. Ausgewählte Beiträge wollen wir auf ZEIT ONLINE veröffentlichen, auf Wunsch auch anonymisiert.
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-1 ... nder-droge
Trotzdem dürfte die Legalisierung von Cannabis bei vielen Eltern Ängste schüren: Was, wenn Kiffen durch die bessere Verfügbarkeit von Cannabis doch für Kinder und Jugendliche attraktiver wird? Oder wenn sich Hirnschädigungen und Psychosen häufen und ausgerechnet das eigene Kind betroffen ist?
Wir wollen von Eltern wissen, wie sie auf die Legalisierungspläne blicken. Sehen Sie in der Entkriminalisierung einen Schritt in die richtige Richtung? Welche Aspekte sollten dringend noch berücksichtigt werden? Wie sieht der Drogenkonsum Ihrer Kinder heute aus und wie würde er sich durch eine Cannabis-Legalisierung verändern? Wie sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Gefahren von Cannabis und anderen Drogen?
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Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen über das Formular, in die Kommentare oder per Mail an community-redaktion@zeit.de. Ausgewählte Beiträge wollen wir auf ZEIT ONLINE veröffentlichen, auf Wunsch auch anonymisiert.
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-1 ... nder-droge
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Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Deutschlandfunk Radio: 15.11.22 10:08 Uhr
Insgesamt hörenswert.
Zum Nachhören: https://download.deutschlandfunk.de/fil ... ec865c.mp3Sprechstunde
Kiffen und Co. – Die gesundheitlichen Folgen von Cannabiskonsum
Gast: Prof. Dr. med. Derik Hermann, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt Therapieverbund Ludwigsmühle
Am Mikrofon: Martin Winkelheide
Reportage: Cannabiserfahrung, Umfrage unter Berufsschülern
Interview: Cannabis in Elternhaus und Schule – Umfrage unter Berufsschülern
Prävention – Wie können Lehrer reagieren?
Interview mit Dr. Rufai Karakaya, Vorsitzender der Fachkonferenz Politik und Vertrauenslehrer am Berufskolleg Köln-Südstadt
Schwerkranke Menschen können Cannabis auf Rezept verordnet bekommen. Cannabis kann Schmerzen lindern, es kann Entzündungen hemmen, Muskelkrämpfe lösen und den Appetit anregen. Das ist die eine Seite. Die andere: Viele Menschen nehmen – auch wenn dies (noch) nicht legal ist – Cannabis als Rauschmittel ein. Es heißt, Cannabis sei eine „sanfte Droge“. Aber auch sanfte Drogen haben Risiken. Sie reichen von Abhängigkeit über Lern- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Psychosen.
Insgesamt hörenswert.
Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Folgende Passage gerade aus der FR rauskopiert: "Städtetag-Referatsleiter Michael Hofmeister sagte, die gesetzlichen Vorgaben des vor einem Jahr eingeführten Cannabisgesetzes führten zu erheblichen zusätzlichen Kosten für die Jugendhilfeträger. Werde ein Minderjähriger mit Cannabis angetroffen, dann seien die Jugendhilfe-Mitarbeiter verpflichtet, ein großes Verfahren der mutmaßlichen Kindeswohlgefährdung anzustoßen."
Heißt das wenn meine 17-jährige Tochter beim Kiffen erwischt wird, dann liegt eine "mutmaßliche Kindeswohlgefährdung" vor?? Ich meine, das würde ja erstmal voll zu Lasten der Eltern gehen und Kindeswohlgefährdung ist nicht gerade ohne...
Heißt das wenn meine 17-jährige Tochter beim Kiffen erwischt wird, dann liegt eine "mutmaßliche Kindeswohlgefährdung" vor?? Ich meine, das würde ja erstmal voll zu Lasten der Eltern gehen und Kindeswohlgefährdung ist nicht gerade ohne...
Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
IdR wissen die Leute von den Jugendämtern/Jugendhilfe sehr gut, dass bei "experimentierfreudigen" Pubertierenden die Eltern nur noch einen sehr begrenzten Einfluss auf ihre Sprößlinge haben. Die Keule, die der da auspackt, ist eine theoretische. Da muss jemand den Amtsschimmel schon mit aller Gewalt reiten wollen.
PS: ich lasse das in diesem Fred stehen, da der Post obendrüber die Bevölkerung verunsichern könnte.
@Martin, kannste aber gerne verschieben.
PS: ich lasse das in diesem Fred stehen, da der Post obendrüber die Bevölkerung verunsichern könnte.
@Martin, kannste aber gerne verschieben.
Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Als Elternteil verunsichert mich das gerade wirklich. Ich meine, ich habe selber mit 15 angefangen zu kiffen und trotzdem hatten meine Eltern sehr wohl einen erheblichen Einfluss auf mich (sogar bis heute und ich bin jetzt 45). Jetzt so zu tun als hätte ich angefangen zu kiffen, weil sich meine Eltern nicht gekümmert haben, würde vollkommen an der Realität vorbeigehen und wäre auch ziemlich ungerecht meinen Eltern gegenüber und gekifft haben meine Eltern auch nicht, so dass die wirklich gar nichts dafür konnten.pepre hat geschrieben: Do 3. Apr 2025, 20:17 IdR wissen die Leute von den Jugendämtern/Jugendhilfe sehr gut, dass bei "experimentierfreudigen" Pubertierenden die Eltern nur noch einen sehr begrenzten Einfluss auf ihre Sprößlinge haben. Die Keule, die der da auspackt, ist eine theoretische. Da muss jemand den Amtsschimmel schon mit aller Gewalt reiten wollen.
PS: ich lasse das in diesem Fred stehen, da der Post obendrüber die Bevölkerung verunsichern könnte.![]()
@Martin, kannste aber gerne verschieben.
Davon aber abgesehen, wer weiß was sich die Kids heutzutage reinballern - da wäre man am Ende froh wenn es nur Cannabis gewesen wäre. Ich bleibe dabei, wenn jemand zur Sucht neigt, dann am ehesten doch mit Cannabis. Alkohol, Kratom oder gar synthetisches Cannabis der ersten Generationen sind allesamt verheerend, wenn es denn einmal zur Abhängigkeit gekommen ist und genau davor muss ich meine Kinder doch schützen. Dass heißt natürlich im Umkehrschluss nicht, dass ich es unbedingt toll fände wenn eines meiner Kinder kiffen würde, könnte ich aber zur Not mit leben...
Scheiße wäre aber, wenn das "Kind" draußen beim Kiffen erwischt wird und das dann auf mich als Konsument/Patient zurückfallen würde, weil daraus könnte man viel böses konstruieren, aber wie gesagt meine Eltern hatten mit Kiffen so gar nichts am Hut...
@Martin: Wenn sinnvoll, dann bitte in den Laberthread verschieben. Danke...
- Martin Mainz
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Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Wenn das wirklich verpflichtend ist, wäre das schon ein Makel im Gesetz.nightcap hat geschrieben: Do 3. Apr 2025, 11:34 ...Werde ein Minderjähriger mit Cannabis angetroffen, dann seien die Jugendhilfe-Mitarbeiter verpflichtet, ein großes Verfahren der mutmaßlichen Kindeswohlgefährdung anzustoßen."
Re: Sammlung Cannabis/Drogenaufklärung für Jugendliche
Prävention für Jugendliche kaum gefragt:
Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/thuering ... n-100.htmlDrogen
Cannabis und Kinder: Warum Eltern das Gespräch suchen sollten
09. Januar 2026, 15:55 Uhr
Der Konsum von Cannabis ist für Erwachsene legal. Doch wie reden Eltern mit Kindern und Jugendlichen darüber? Ein Elternabend in Erfurt sollte Antworten geben, doch Interesse daran gab es kaum.
von Antje Kirsten, MDR THÜRINGEN
Wenn Sie Kinder haben, die so langsam erwachsen werden, fragen Sie sich sicher auch: Wie rede ich mit ihnen über das Kiffen, über Drogen überhaupt? Seit knapp zwei Jahren ist der Cannabis-Konsum in Deutschland teillegalisiert.
Zumindest Erwachsene dürfen seitdem das ein oder andere Tütchen rauchen. In Erfurt hatte das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung aus Hamburg am Donnerstag zu einem Elternabend geladen.
In der Petersberg-Kaserne in Erfurt läuft seit November vergangenen Jahres die Ausstellung "ONLY GOOD VIBES? - Cannabis, Rausch und Realität". Mit 15 Kunstobjekten und wissenschaftlichen Erkenntnissen nähert sie sich dem Thema Rausch und dabei auch dem Alkohol.
Das war der Rahmen für den Elternabend. Referentin Veronika Möller war aus Hamburg in ihre alte Heimat Erfurt angereist, hatte Klappstühle hin- und den Beamer angestellt.
Kaum Interesse an Cannabis-Elternabend
Nur: Es kam keiner. Oder besser: Es kam nur ein Vater und eine kleine Gruppe Mamas, die die Ausstellung eher per Zufall entdeckt hatte. Vielleicht liegt es am Winterwetter, mutmaßte Ausstellungs-Kuratorin Susanne Rockweiler.
Cannabis und wie man darüber mit den eigenen Kindern redet, interessiere normalerweise viele. In die Ausstellung sind seit November rund 2.300 Schüler und Schülerinnen aus ganz Thüringen gekommen.
"Innerhalb der Familie ist es wichtig, darüber zu reden, um das Vertrauen der Kinder nicht zu verlieren", sagt Michael Appel. Als Vater sei er wohl jahrelang ein eher abschreckendes Beispiel gewesen, räumt er ehrlich ein. "Ich habe früher viele Zigaretten geraucht. Meine Tochter hält das bis heute davon und auch von Drogen ab."
Der Elternabend wollte Strategien vermitteln, wie Eltern den Draht zu ihren Kindern behalten. Susanne Rockweiler hat selbst zwei Söhne, und als die ins kritische Alter kamen und das Reden schwierig wurde, hat sie begonnen, ihnen Briefe zu schreiben.
Veronika Möller: "Eltern sollten vermeiden, Cannabis zu verteufeln"
Es sei ein Spagat, sagt Veronika Möller, die den Elternabend mitinitiiert hat: "Eltern sollten vermeiden, Cannabis zu verteufeln." Bloß nicht dramatisieren, rät sie.
Aber mit dem Kind auf dem Sofa gemeinsam einen Joint rauchen, komme meist auch nicht gut an. "Da machen die Jugendlichen auch zu. Sie wollen auf Augenhöhe mit den Eltern reden und vor allem wissen: Was macht Cannabis denn, wenn ich das ausprobiere?"
Und dazu, sagt sie, brauchen Eltern Wissen. Und so wirft sie Fotos von Cannabis- und Haschisch-Päckchen auf die Leinwand, zeigt kleine Videos von Gesprächssituationen zwischen Kindern und Eltern.
Die studierte Kriminologin und Juristin nimmt sich an diesem Elternabend - ohne Eltern - dennoch die Zeit, mit Ausstellungs-Kuratorin, der MDR-Journalistin, dem Vater, der irgendwie als Polizist auch halbdienstlich da ist, zu diskutieren.
Mutter: "Mein Sohn ist willenstark"
Michaela Gillner ist an diesem Abend mit Freundinnen zufällig in die Ausstellung geschlendert. "Ich habe einen Sohn, der ist 15, und eine Tochter, die ist zwölf. Da interessiert das Thema schon. Allerdings ist mein Sohn so willenstark, dass ich mir da keine Sorgen mache.
Er lehnt Rauchen ab, wollte beispielsweise auch nicht vor Schulbeginn, wenn er noch auf den Unterricht warten muss, mit Kumpels um die Ecke eine rauchen gehen. Er hat uns gebeten, ihn doch lieber zur Schule zu fahren. Damit er diese Situation umgehen kann." Sie bummelt durch die Ausstellung "Welt der Versuchungen" - bleibt aber nicht zum Elternabend.
MDR (kir/sar)