Re: Woher kommt die Angst vor psychoaktiven Substanzen?
Verfasst: Do 1. Dez 2022, 22:18
Noch ein Nachsatz gefällig ? Es geht um ein in gewissen Kreisen sogar berühmtes "Ehrlichman-Zitat". John Ehrlichman war einer der wenigen Vertrauten des US-Präsidenten Richard Nixon gewesen, spielte eine zentrale Rolle im Watergate-Skandal, mußte schließlich sogar sitzen. Nach seiner Haftentlassung hatte er sich "vom Saulus zum Paulus" gewandelt und mit seiner und Nixons Vergangenheit "brutaltsmöglich" abgerechnet. U.a. hat er ein im Hinblick auf Cannabis höchst interessantes "Zitat" losgelassen, daß ich hier mal einkopiere - die Quelle ist Wiki "John Ehrlichman":
Worum es hier geht: Nixon war einer der bedeutensten Präsidenten der USA gewesen - in der Rückschau wird er jedoch in verzerrender Art und Weise nur auf "Watergate" hin betrachtet und verurteilt. Darüber hinaus war er derjenige Präsident gewesen, der den Vietnamkrieg beendet hatte, diplomatische Beziehungen zu China begründet hatte, das 1. Naturschutzgesetz in den USA unterzeichnet hatte und eine pragmatische Haltung im kalten Krieg eingenommen hatte, die den Weg zu den Rüstungsbegrenzungs-Abkommen unter seinen Nachfolgern geebnet hatte. Auch wenn Nixon heute nach wie vor "diabolisiert" wird - die "Nixon-Politik" hat sich zumindest bis zu den beiden G.W. Bush - Präsidenten fortgesetzt und jetzt kommt die mühsam aufgebaute Pointe: damit hat sich auch die Lüge über die Drogen, wie Ehrlichman sie beschrieben hat, "perpetuiert".
Eben weil Nixon durch Watergate dämonisiert worden ist, neigt man leicht dazu, die positiven und negativen Auswirkungen seiner Präsidentschaft im übrigen zu vernachlässigen. Watergate sollte man nicht allzu ernst nehmen - dergleichen ist buisness as usal in der real existierenden Demokratie. Es wird nur normalerweise sorgsam auf Diskretion geachtet.
Zu Ehrlichman und seiner Rolle in der Präsidentschaft Nixons kann man dem Artikel und denen zu Nixon recht einfach in Wiki folgen.“The Nixon campaign in 1968, and the Nixon White House after that, had two enemies: the antiwar left and black people. You understand what I’m saying? We knew we couldn’t make it illegal to be either against the war or black, but by getting the public to associate the hippies with marijuana and blacks with heroin, and then criminalizing both heavily, we could disrupt those communities. We could arrest their leaders, raid their homes, break up their meetings, and vilify them night after night on the evening news. Did we know we were lying about the drugs? Of course we did.”
„Die Nixon-Kampagne 1968 und die folgende Regierung hatten zwei Feinde: Die linken Kriegsgegner und die Schwarzen. Verstehen Sie, was ich damit sagen will? Wir wussten, dass wir es nicht verbieten konnten, gegen den Krieg oder schwarz zu sein, aber dadurch, dass wir die Öffentlichkeit dazu brachten, die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin zu assoziieren und beides heftig bestraften, konnten wir diese Gruppen diskreditieren. Wir konnten ihre Anführer verhaften, ihre Wohnungen durchsuchen, ihre Versammlungen beenden und sie so Abend für Abend in den Nachrichten verunglimpfen. Wussten wir, dass wir über die Drogen gelogen haben? Natürlich wussten wir das!“
Worum es hier geht: Nixon war einer der bedeutensten Präsidenten der USA gewesen - in der Rückschau wird er jedoch in verzerrender Art und Weise nur auf "Watergate" hin betrachtet und verurteilt. Darüber hinaus war er derjenige Präsident gewesen, der den Vietnamkrieg beendet hatte, diplomatische Beziehungen zu China begründet hatte, das 1. Naturschutzgesetz in den USA unterzeichnet hatte und eine pragmatische Haltung im kalten Krieg eingenommen hatte, die den Weg zu den Rüstungsbegrenzungs-Abkommen unter seinen Nachfolgern geebnet hatte. Auch wenn Nixon heute nach wie vor "diabolisiert" wird - die "Nixon-Politik" hat sich zumindest bis zu den beiden G.W. Bush - Präsidenten fortgesetzt und jetzt kommt die mühsam aufgebaute Pointe: damit hat sich auch die Lüge über die Drogen, wie Ehrlichman sie beschrieben hat, "perpetuiert".
Eben weil Nixon durch Watergate dämonisiert worden ist, neigt man leicht dazu, die positiven und negativen Auswirkungen seiner Präsidentschaft im übrigen zu vernachlässigen. Watergate sollte man nicht allzu ernst nehmen - dergleichen ist buisness as usal in der real existierenden Demokratie. Es wird nur normalerweise sorgsam auf Diskretion geachtet.