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Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Mi 28. Nov 2012, 16:51
von frihet
Hanfprodukte & Hanffachgeschäfte, falls du die Korrektur noch aufnehmen willst. Also kein neues Wort, sondern entweder mit Bindestrich (ist aber auch nicht so schön) oder als ein Wort. Im Deutschen kann man Komposita nicht wie im Englischen als Einzelwörter schreiben.
Nicht böse gemeint, ich kann bei sowas bloß nicht die Klappe halten. :)

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Mi 28. Nov 2012, 17:55
von His Master's Voice
Hallo Gerd,

habe diesen Fred erst jetzt entdeckt und finde das einen sehr guten Plan.

Zwei Korrekturvorschläge in Sachen Rechtschreibung habe ich auch:
In vielen lateinamerikanischen Ländern wird über
eine Legalisierung von Drogen nachgedacht.

Was hältst Du davon, die Begrifflichkeiten noch etwas anzupassen? Also statt in dem ganzen Text nur von Legalisierung zu sprechen, auch die Möglichkeit einer Entkriminalisierung als Zukunftsvision auszumalen. Sozusagen als demokratischen Kompromiss in der Mitte?

Aber das nur am Rande. Ansonsten tolle Idee.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Mi 28. Nov 2012, 18:54
von Gerd50
Deutsche Sprache, schwere Sprache - Rechtschreibung berichtigt :)

@HMV, ich schrieb ja, bin nicht ganz zufrieden. Dachte dabei aber eher an Jugendschutz,
der beim jetzigen radikal Verbot nicht einmal ansatzweise funktioniert und würde gerne
mal von 'meinem' Abgeordneten wissen wollen, ob ihm die Problematik klar ist.

Andererseits möchte ich gerne im Sinne von Ride the WACO Wave nicht allzuviel
vermischen für den Anfang. Nachlegen kann man immer noch, falls eine Rückmeldung
kommt.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Mi 28. Nov 2012, 19:36
von Mario Hana
Habe das soeben - leicht abgeändert - meinem Wahlmannsmensch im Bundestag geschickt.
Schauen, wie es reagiert.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Do 29. Nov 2012, 17:06
von Marshall
Sehr geehrter Herr Marshall,

Sie haben mich nach meiner Auffassung zur Legalisierung von Cannabis gefragt. Danke für Ihr Interesse!

Zur Klarstellung: Die Legalisierung von Cannabis in Colorado und Washington hat faktisch auch in den USA keinerlei Auswirkungen, da auch dort Bundesrecht Staatenrecht bricht. Und die Bundesgesetzgebung verbietet dann eben Cannabis in Colorado und Washington. Ihr Optimismus, dass sogar in den USA Cannabis legalisiert wird, ist daher unbegründet. Auch Ihre Zahl an regelmäßigen Cannabis-Konsumenten von 4 bis 6 Millionen möchte ich anzweifeln. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung geht mit etwa 2 Millionen von einer weitaus geringeren Zahl aus.

Cannabis kann gerade für den medizinischen Gebrauch nützlich sein und eine vergleichsweise günstige Therapie ermöglichen. Dies hat sogar die schwarz-gelbe Bundesregierung erkannt und in der "25. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften" Cannabis unter bestimmten Umständen für den medizinischen Gebrauch erlaubt. Die Praxis hingegen sieht anders aus, so ist die Anerkennung von cannabishaltigen Arzneimitteln bei den Krankenkassen noch problematisch. Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich deshalb an das Bundesgesundheitsministerium mit der Bitte um eine Bewertung gewandt. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für verbesserte Verschreibungsmöglichkeiten seitens der Krankenkassen ein.

Ich halte weder etwas von einer gänzlichen Legalisierung von Cannabis noch von einer Kriminalisierung kleinerer Mengen für den Eigengebrauch. Cannabis ist kein harmloses Genussmittel, es ist und bleibt eine Droge.

Mir und meinen Kolleginnen und Kollegen der SPD-Bundestagsfraktion geht es nicht darum, Cannabis-Konsumenten mit möglichst schwerwiegenden Repressalien zu drohen oder zu verfolgen. Wir setzen uns im Gegenteil für eine Entkriminalisierung der Konsumenten bei geringen Mengen ein, weil die bisherige Regelung nicht verhältnismäßig ist.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Michael Roth MdB
Also der kriegt meine Stimme nächstes Jahr schonmal nicht :cry:

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Do 29. Nov 2012, 18:10
von Gerd50
Der Herr scheint ja sehr zuversichtlich zu sein, das WA u. CO von Washington D.C. gebremst
werden, obwohl es bisher nur einen Appell eines UN Wachhunds an Generalbundesanwalt
Eric Holder gibt, das Hanf in den gesamten USA illegal bleiben soll:

http://www.boston.com/news/world/united ... story.html

Von irgendeinem Einsatz der Bundes SPD zur Entkriminalisierung bei geringen Mengen habe ich
bisher nichts bemerkt.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Do 29. Nov 2012, 19:49
von F.R.
Die Antwort habe ich leider nicht anders erwartet. Die SPD ist in ihrer Meinung sehr festgefahren und von der "Meinungsmache" der Medien und dem Druck der Lobby beeinflusst.
Selbst bei den Grünen bezweifle ich dass sie im Falle einer Regierungsbeteiligung viel bewegen werden. Es gibt Teile der Partei, vor allem in den oberen Reihen, die sehr zweifelhafte Aussagen zum Thema Cannabis-Legalisierung tätigen.

Dennoch sollte man nie aufhören das Thema unseren Politikern unter die Nase zu reiben, so entsteht Öffentlichkeit und vielleicht springen auch mal die etablierten Medien auf das Thema.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Do 29. Nov 2012, 19:55
von bushdoctor
Auch Ihre Zahl an regelmäßigen Cannabis-Konsumenten von 4 bis 6 Millionen möchte ich anzweifeln. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung geht mit etwa 2 Millionen von einer weitaus geringeren Zahl aus.
Wenn der wüßte, dass die Zahlen der Bundesregierung nur die Konsumenten bis zum Alter von 30 Jahren erfassen, dann würde er nicht so lapadar "von einer weitaus geringeren Zahl" faseln!

Die "wahre" Zahl der Cannabis-Konsumenten in der BRD liegt weitaus höher, nämlich bei 6 bis 8 Millionen. Wenn man davon ausgeht, dass wie in Frankreich etwa 10% der Bevölkerung ab und zu "hascht"...

"Wer hat uns verrraten? - Sozialdemokraten!"

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Do 29. Nov 2012, 20:54
von Blarto
Noch eine Quelle:
http://www.drugwarfacts.org/cms/?q=node/1190
Germany - Data

(2009 - Germany - drug use and drug death estimates) "In the view of the Federal Health Ministry, around 600,000 individuals in Germany consume cannabis and around 200,000 individuals consume other illegal drugs, such as heroin and amphetamines, through injection. The number of drug-related deaths in Germany decreased in 2009, bucking a recent upward trend. According to German authorities, a total of 1,331 people died as a result of consuming illegal drugs in 2009, down from 1,449 in 2008. According to German authorities, the most frequent cause of death was from an overdose of heroin, sometimes used together with other drugs. 18,139 hard drug users were newly recorded in 2009, a decrease of 6 percent compared to 2008. First-time use of crack cocaine (-48.3 percent ), LSD (-19.6 percent), heroin (-7.9 percent) and cocaine (-9.5 percent) decreased significantly in 2009, while the first-time use of amphetamines increased by 0.5 percent. The first-time use of crystal methamphetamines decreased by 18 percent."
Source:
"International Narcotics Control Strategy Report: Volume I Drug and Chemical Control," Bureau for International Narcotics and Law Enforcement Affairs (Washington, DC: United States Department of State, March 2011), p. 262.
http://www.state.gov/documents/organization/156575.pdf

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Mo 10. Dez 2012, 22:35
von Marshall
Hab mal was aufgesetzt als Antwort für "meinen" Bundestagsabgeordneten. Lest das mal bitte Korrektur, macht Vorschläge zu Sachen die ich vielleicht vergessen habe oder wo ich übers Ziel hinaus geschossen sein könnte.
Hier der Text:
Sehr geehrter Herr Roth,

Danke für ihre Antwort auf meine Anfrage bezüglich der Legalisierung von Cannabis.

Sie schrieben:
„Zur Klarstellung: Die Legalisierung von Cannabis in Colorado und Washington hat faktisch auch in den USA keinerlei Auswirkungen, da auch dort Bundesrecht Staatenrecht bricht. Und die Bundesgesetzgebung verbietet dann eben Cannabis in Colorado und Washington. Ihr Optimismus, dass sogar in den USA Cannabis legalisiert wird, ist daher unbegründet. „

Dazu möchte ich ihnen gerne 2 youtube-Videos schicken:

http://www.youtube.com/watch?v=OulWnd_7c3E

http://www.youtube.com/watch?v=EVtQbHce7ls

Ersteres belegt das die Legalisierung in Washington seit dem 06.12.2012 tatsächlich Einzug gefunden hat. Das zweite Video zeigt nochmal einen Ausschnitt aus den amerikanischen Medien dazu und wie es nun gehandhabt wird.
In Washington gilt demnach folgende Regelung:
- eine Ounze (ca. 30 Gramm) darf besitzt werden
- Konsum ist nur in den eigenen 4 Wänden legal
- Kauf und Verkauf von Cannabispräparaten ist weiterhin illegal

Letzterer Punkt gilt auch nur bis Dezember 2013. Bis dahin werden Anbau- und Handelslizenzen vergeben.

In Colorado ist zusätzlich noch der Anbau zum Eigenbedarf legalisiert. Das heißt maximal 6 Pflanzen von denen maximal 3 in Blüte stehen dürfen.

Sie schrieben:

„Cannabis kann gerade für den medizinischen Gebrauch nützlich sein und eine vergleichsweise günstige Therapie ermöglichen. Dies hat sogar die schwarz-gelbe Bundesregierung erkannt und in der "25. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften" Cannabis unter bestimmten Umständen für den medizinischen Gebrauch erlaubt. Die Praxis hingegen sieht anders aus, so ist die Anerkennung von cannabishaltigen Arzneimitteln bei den Krankenkassen noch problematisch. Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich deshalb an das Bundesgesundheitsministerium mit der Bitte um eine Bewertung gewandt. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für verbesserte Verschreibungsmöglichkeiten seitens der Krankenkassen ein. „

Das stimmt teilweise. Kranken Menschen die in Deutschland Cannabispräparate zu ihrer Behandlung nutzen wollen müssen einen sehr mühseligen Weg mit der Bundesopiumstelle gehen.
Es ist de fakto nicht so das ihr Arzt ihnen ein Rezept ausstellt und sich die Patienten das Medikament aus der Apotheke holen können.
Gerade Patienten mit sehr schweren Erkrankungen (z.B. Multiple-Sklerose, AIDS oder Krebs) haben weder die Zeit noch die Kraft sich auf einen langjährigen Streit einzulassen um ein Medikament bewilligt zu bekommen was ihnen hilft. Grade in diesem Punkt besteht dringend Handlungsbedarf!

Sie schrieben:


Ich halte weder etwas von einer gänzlichen Legalisierung von Cannabis noch von einer Kriminalisierung kleinerer Mengen für den Eigengebrauch. Cannabis ist kein harmloses Genussmittel, es ist und bleibt eine Droge. „

Das ist doch mal ein Ansatz auf dem wir aufbauen können.
Hierzu hätte ich einige Vorschläge, unter anderem auch aus den beiden US-Staaten Washington und Colorado, die grade eine sehr gute Vorarbeit leisten.
Mein Kompromissvorschlag wäre:

- Legalisierung geringer Mengen zum Eigenbedarf (z.B. 30 Gramm)
- Anbau (bis zu 5 Pflanzen) und Besitz (eine Erntemenge/ein Jahresbedarf) sollten von der Straftat zur Ordnungswidrigkeit erklärt werden
- Kauf und Verkauf von Cannabis weiterhin strafbar

Wäre das nicht ein Mittelweg mit dem beide Seiten leben könnten? Sie, und auch viele ihrer Parteigenossen, sind für die Entkriminalisierung von Cannabis. Das wäre hiermit gewährleistet.
Auch würde der Handel stark eingeschränkt werden weil sicherlich viele Menschen die Möglichkeit zur Selbstversorgung wahrnehmen würden. Der legale Anbau in kleinen Mengen würde somit auch die Möglichkeit von Cannabis-Social-Clubs geben. Damit wäre auch der Jugendschutz gewährleistet. Abgabe an Personen unter 18 Jahren sollte bestraft werden!

Mit freundlichen Grüßen
Danke schonmal im vorraus :)

Edith sagt: Dem Marshall ging es hauptsächlich darum einen gesunden Kompromiss zu finden. Wer ihn kennt weiss das er für die vollständige Legalisierung ohne Einschränkungen ist! Aber erstmal will er kleine Brötchen backen um einen gemeinsamen Konsens zu schaffen auf dem man dann aufbauen kann.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Di 11. Dez 2012, 00:29
von Gerd50
Hi Marshall,

was hast du dem Herrn Roth geschrieben, das der geantwortet hat? 'Mein' Abgeordneter der
SPD, Herr Holger Ortel, hält es leider nicht für nötig zu antworten. Auch 'meine' MdB der FDP,
Frau Angelika Brunkhorst, antwortete bisher nicht.

Bei deinem Antwortschreiben würde ich dieses:
Das ist doch mal ein Ansatz auf dem wir aufbauen können.
Hierzu hätte ich einige Vorschläge, unter anderem auch aus den beiden US-Staaten Washington und Colorado, die grade eine sehr gute Vorarbeit leisten.
Mein Kompromissvorschlag wäre:
ändern zu:
Hierzu hätte ich einige Vorschläge, unter anderem auch aus den beiden US-Staaten Washington und Colorado,
die eine sehr gute Arbeit leisten und würde gerne Ihre Meinung zu meinen Anregungen erfahren.

Mein Kompromissvorschlag wäre:
Viel Glück und ich glaub ich muss bei 'meinen' noch mal nach haken :roll:


Edith: ich habe nochmal komplett bearbeitet:
Sehr geehrter Herr Roth,

Danke für ihre Antwort auf meine Anfrage bezüglich der Legalisierung von Cannabis.

Sie schrieben:

„Zur Klarstellung: Die Legalisierung von Cannabis in Colorado und Washington hat faktisch auch in den USA keinerlei Auswirkungen, da auch dort Bundesrecht Staatenrecht bricht. Und die Bundesgesetzgebung verbietet dann eben Cannabis in Colorado und Washington. Ihr Optimismus, dass sogar in den USA Cannabis legalisiert wird, ist daher unbegründet."

Dazu möchte ich ihnen gerne 2 youtube-Videos schicken:

http://www.youtube.com/watch?v=OulWnd_7c3E

http://www.youtube.com/watch?v=EVtQbHce7ls

Ersteres belegt, das die Legalisierung in Washington seit dem 06.12.2012 tatsächlich Einzug gehalten hat.
Das zweite Video zeigt einen Ausschnitt aus den amerikanischen Medien dazu und wie es gehandhabt
werden wird.

In Washington gilt demnach folgende Regelung:

- eine Unze (ca. 30 Gramm) darf besessen werden
- Konsum ist nur in den eigenen 4 Wänden legal
- Kauf und Verkauf von Cannabispräparaten ist weiterhin illegal

Letzterer Punkt gilt nur bis Dezember 2013. Bis dahin werden Anbau- und Handelslizenzen vergeben.

In Colorado ist zusätzlich der Anbau zum Eigenbedarf legalisiert. Das heißt maximal 6 Pflanzen von denen
maximal 3 in Blüte stehen dürfen.

Sie schrieben:

„Cannabis kann gerade für den medizinischen Gebrauch nützlich sein und eine vergleichsweise günstige Therapie ermöglichen. Dies hat sogar die schwarz-gelbe Bundesregierung erkannt und in der "25. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften" Cannabis unter bestimmten Umständen für den medizinischen Gebrauch erlaubt. Die Praxis hingegen sieht anders aus, so ist die Anerkennung von cannabishaltigen Arzneimitteln bei den Krankenkassen noch problematisch. Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich deshalb an das Bundesgesundheitsministerium mit der Bitte um eine Bewertung gewandt. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für verbesserte Verschreibungsmöglichkeiten seitens der Krankenkassen ein. „

Das stimmt teilweise. Kranke Menschen, die in Deutschland Cannabispräparate zu ihrer Behandlung
nutzen wollen, müssen einen sehr mühseligen Weg der Antragstellung bei der Bundesopiumstelle gehen, in
viel zu vielen Fällen erfolglos.

Es ist de fakto nicht so, das ihr Arzt ihnen ein Rezept ausstellt und sich die Patienten das Medikament aus
der Apotheke holen können. Auch ist es für Ärzte sehr schwierig, Patienten bei der überaus komplizierten
Antragstellung behilflich zu sein. Patienten mit sehr schweren Erkrankungen (z.B. Multiple-Sklerose, AIDS
oder Krebs) haben weder die Zeit noch die Kraft auf sich allein gestellt ein langjähriges Antragsverfahren
durchzustehen, um ein Medikament bewilligt zu bekommen, welches ihnen hilft. In diesem Punkt besteht
dringender Handlungsbedarf!

Sie schrieben:

„Ich halte weder etwas von einer gänzlichen Legalisierung von Cannabis noch von einer Kriminalisierung kleinerer Mengen für den Eigengebrauch. Cannabis ist kein harmloses Genussmittel, es ist und bleibt eine Droge. „

Hierzu hätte ich einige Vorschläge, unter anderem auch aus den beiden US-Staaten Washington und
Colorado, die eine sehr gute Arbeit leisten und würde gerne Ihre Meinung zu meinen Anregungen erfahren.

Mein Kompromissvorschlag wäre:

- Legalisierung geringer Mengen zum Eigenbedarf (z.B. 30 Gramm)
- Anbau (bis zu 5 Pflanzen) und Besitz (eine Erntemenge/ein Jahresbedarf) sollten von der Straftat zur
Ordnungswidrigkeit erklärt werden
- Kauf und Verkauf von Cannabis sind weiterhin strafbar

Wäre mein Vorschlag nicht ein Mittelweg, mit dem beide Seiten leben könnten? Sie und auch viele ihrer Parteigenossen sind für die Entkriminalisierung von Cannabis. Das wäre hiermit gewährleistet.

Auch würde der Handel stark eingeschränkt werden, da sicherlich viele Menschen die Möglichkeit zur
Selbstversorgung wahrnehmen würden. Der legale Anbau in kleinen Mengen würde die Möglichkeit von
Cannabis-Social-Clubs bieten. Damit wäre endlich der Jugendschutz gewährleistet, den ein Schwarzmarkt
nicht interessiert.


Mit freundlichen Grüßen

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Di 11. Dez 2012, 06:44
von Marshall
Gerd50 hat geschrieben:Hi Marshall,

was hast du dem Herrn Roth geschrieben, das der geantwortet hat? 'Mein' Abgeordneter der
SPD, Herr Holger Ortel, hält es leider nicht für nötig, zu antworten. Auch 'meine' MdB der FDP,
Frau Angelika Brunkhorst, antwortete bisher nicht.
Leider habe ich den Originaltext nicht mehr, er kam dem Mustertext den wir hier ausgearbeitet haben sehr Nahe.
Offensichtlich scheint es Glückssache zu sein ob man Antwort bekommt oder nicht.

Danke für die Überarbeitung. Ich habe die Mail jetzt mal rausgeschickt. Sollte da Antwort kommen setze ich sie wieder hier rein.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Di 11. Dez 2012, 11:18
von bushdoctor
@Marshall: Der Vorschlag von Gerd gefällt mir persönlich sehr gut! Den könntest Du ohne weiteres so an Deinen "Herrn Abgeordneten" weiterschicken...

Die Herausarbeitung der Probleme, die kranke Menschen haben, wenn Sie Cannabis verordnet bekommen wollen, ist sehr wichtig, da der "Herr Abgeordnete" da wohl der regierungseigenen Propaganda auf den Leim gegangen ist.

Fakt ist: Es ist unheimlich schwierig legal an cannabis-basierte Fertigarzneien zu kommen und noch viel, viel schwieriger ist es, legal Cannabis-Blüten zu beziehen!

Vielleicht solltest Du diesen Herrn mal an das Selbsthilfe-Netzwerk Cannabis Medizin verweisen...

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Di 11. Dez 2012, 17:35
von Marshall
@ bushdoctor: Hab auch die überarbeitete Version einfach kopiert und abgeschickt.

Mal schauen ob eine Antwort kommt, und wenn ja, wie diese ausfällt. Sollte eine kommen und es liest sich Interesse heraus werde ich Herrn Roth sicherlich nochmal anschreiben und ihm einige Links schicken. U.a. auch vom DHV.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Di 11. Dez 2012, 18:43
von Vorarim
Falls ihr solche Briefe in Zukunft häufiger schreiben wollt würde ich vielleicht auch direkt auf Tatsachen hinweisen um die Lage von Patienten direkt zu untermauern.

Das Hajo hat dazu heute erst einen Bericht über die "überraschende Meinungsänderung" der AOK zur Kostenübernahme von Dronabinol und der Tatsache, dass aufgrund dieser das Gericht die Wegweisende Klage von Michael F. abgewiesen hat.

Stellt sich nun die Frage, ob das, nach Meinung der SPD, alle anderen Patienten auch so machen sollen..
  • erst Monatelang mit Ärzten usw rumärgern
  • danach mit der Krankenkasse, während einen das Überleben an den finanziellen Ruin führt.
  • Klagen zu müssen.. und hinterher nicht mal für Prozesskosten oder ähnliches entschädigt zu werden, weil sich ein Sesselwärmer bei Krankenkasse ABC "plötzlich" doch erbarmt das OK zu geben.
Link zur obigen News: http://hanfjournal.de/hajo-website/arti ... ienten.php

Sorry wenn das etwas polemisch rüberkommt, aber solche ungereimten, "plötzlichen Sinneswandel"...

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Di 11. Dez 2012, 21:43
von Gerd50
Das der Prozess von Herrn F. vor dem OVG Münster doch statt gefunden hat, nachdem
der Termin kurzfristig abgesagt wurde, habe ich erst heute durch das Hajo erfahren.
Die Klüngelei die gelaufen ist, die AOK als Helfershelfer für die Bundesregierung oder
Bundesopiumstelle oder beide, um in diesem Musterprozess Hanfeigenanbau von erkrankten
Menschen garantiert zu verhindern, finde ich eine Anfrage an die SPD wert.

Richten würde ich diese Anfrage zur Meinung der SPD diesen Vorfall betreffend gerne an den
oder die Drogenspezialisten/in der SPD. Weiß jemand, wer bei denen zuständig ist?

Ich sehe diesen Vorfall als 'Sonderfall'. Ursprünglich geht es ja darum damit zu beginnen,
jetzt schon zu möglichst vielen SPD Abgeordneten/Wahlkandidaten Kontakt aufzunehmen
und nicht erst nach den Wahlen. Für den Anfang halte ich zu viele Details für kontraproduktiv,
da die meisten Abgeordneten drogenpolitisch vermutlich nicht besonders gut informiert sind.

Edith: Hab rausgefunden wer für Gesundheit zuständig ist: Carola Reimann

http://de.wikipedia.org/wiki/Carola_Reimann

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Mi 12. Dez 2012, 23:41
von Gerd50
Ich habe ein Schreiben an Frau Reimann verfasst und bin bereit, es mit meinem
Klarnamen auf Abgeordnetenwatch zu veröffentlichen. Könnte bitte jemand das
Schreiben an die gute Frau, von der ich auf awatch nichts gutes gelesen habe,
an ihr Abgeordnetenbüro

http://www.carola-reimann.de/index.php? ... &Itemid=74

schicken? Bin neugierig, ob da womöglich unterschiedliche Antworten kommen.
Sehr geehrte Frau Reimann,

am 7. Dezember fand vor dem Oberverwaltungsgericht Münster die mündliche
Verhandlung im Verfahren Michael F. gegen die Bundesrepublik Deutschland statt.
Herr F. besitzt eine Ausnahmegenehmigung zur Verwendung von Cannabis durch
die Bundesopiumstelle, um damit Symptome seiner Multiplen Sklerose zu behandeln.
Wie viele andere Erlaubnisinhaber kann er sich Cannabis aus der Apotheke jedoch
in der notwendigen Dosierung finanziell nicht leisten.

Anträge vor dem VG Köln und OVG Münster auf einstweilige Verfügung für
den Eigenanbau von Cannabis wurden abgelehnt. Das OVG Münster lehnte mit
der Begründung ab, die Krankenkasse von Herrn F. hätte einer Kostenübernahme
(nach jahrelanger Weigerung) für das Fertigarzneimittel Dronabinol zugestimmt.

So wie Herrn F. ergeht es vielen kranken Menschen in Deutschland, die sich
von Cannabis als Fertigarznei oder Medizinalblüten eine Linderung der Symtome
ihrer Erkrankung erhoffen und in vielen Fällen durch Ware vom Schwarzmarkt,
Schmuggelware aus den Niederlanden oder durch illegalen Anbau erfahren haben.

Nach der ablehnenden Haltung durch das OVG Münster wird befürchtet,
das auch andere Patienten, deren Krankenkassen die Kostenübernahme
für Hanfmedizin verweigern, zunächst den mühevollen Weg über
Verwaltungsgerichte gehen zu müssen, bevor ihre Kassen zur Kostenübernahme
bereit sind.

Die Probleme, mit denen Herr F. und viele andere seit Jahren kämpfen, dürften
Ihnen bekannt sein:

- Mangel an Ärzten, die mit Hanf als Medizin vertraut sind.

- Ärzte, die nicht bereit sind, ihre Patienten auf dem mühevollen Weg
der Antragstellung für Hanfmedizin zu unterstützen und zu begleiten.

- Finanzieller Ruin von Patienten, die sich überteuerte Produkte aus
der Apotheke auf Dauer nicht leisten können.

- Prozesskosten für im Grunde unnötige Prozesse, die das Budget zusätzlich belasten.

- Eine Genehmigung für die Behandlung mit dem Naturprodukt Hanf zu erhalten
ist nahezu unmöglich, eine Antragstellung wird über Jahre verschleppt.

Wird die SPD, sollte sie im nächsten Jahr Regierungsverantwortung übernehmen, die
genannten Missstände beseitigen und Menschlichkeit statt Bürokratismus walten lassen?


Mit freundlichem Gruß

Edith: Für awatch hat der Text zu viele Zeichen, ich habe das Schreiben an das Berliner Büro geschickt.

Keine rede von Drogenpolitik

Verfasst: So 16. Dez 2012, 13:15
von Bayern
Hier kann man nochmal nachlesen,
welche Themen das Volk am meisten bewegen.

http://www.spd.de/aktuelles/84592/20121 ... A76BEAC615


Von Drogenpolitik oder Cannabis keine rede, obwohl der Vorschlag in der Übersicht die meisten stimmen erhalten hat.

Versteh ich hier was falsch oder verarschen die uns?
Wenigstens unsere Frau Merkel nam sich 3 Minuten zeit um Ihre Meinung zu sagen...

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: So 16. Dez 2012, 15:33
von CommanderSooS
Da läuft doch was extrem schief O.o
warum ist nirgendwo (nicht mal in den Kommentaren) was von legalisierung zu lesen?

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: So 16. Dez 2012, 15:37
von Vorarim
Wahrscheinlich wird auch dort fleißig weg-moderiert was unangenehm ist.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: So 16. Dez 2012, 15:53
von Gerd50
Den Zukunftsdialog der SPD kann man genauso wie den von Merkel in die Tonne kloppen.
Da ist alles gelaufen, Abschlussveranstaltung war im September im Bundestag. Jeder
Kommentierende bekam eine Einladung zu der Veranstaltung, bei der Drogenpolitik kein
Thema war. Ich hatte dazu ein Schreiben verschickt, welches nicht beantwortet wurde.

https://hanfverband-forum.de/viewtopic.p ... t=20#p6508

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: So 16. Dez 2012, 19:39
von Bayern
Das heißt aber dann auch das die Spd sich drogenpolitisch noch schlechter aufstellt als
die Cdu.

Im Dialog über Deutschland haben wir wenigstens eine ehrliche Antwort erhalten.

Die spd pickt sich ja dann nur die Themen raus die sie ohnehin in ihrem Programm haben.

oder liege ich falsch?

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: So 16. Dez 2012, 21:52
von Gerd50
Die spd pickt sich ja dann nur die Themen raus die sie ohnehin in ihrem Programm haben.
So siehts aus. Aber es gibt Hoffnung. Peer Steinbrück fängt langsam an zu begreifen, das er
mal in die SPD eingetreten ist.

Die drogenpolitische Aufstellung der SPD ist, soweit ich die verstehe:
Deutschland ist drogenpolitisch gut aufgestellt. Wir sehen keinen Handlungsbedarf.


Sprich sie stapfen in den Fußstapfen der CDU.

Re: Keine rede von Drogenpolitik

Verfasst: Mo 17. Dez 2012, 12:49
von His Master's Voice
@Bayern
Danke für den Link
Bayern hat geschrieben:Versteh ich hier was falsch oder verarschen die uns?
Wenigstens unsere Frau Merkel nam sich 3 Minuten zeit um Ihre Meinung zu sagen...
und ja ich denke, so kann man es inzwischen betrachten. Die SPD ist inhaltlich gelähmt. Mehr als sonst eine Partei in Dtl. Der schrödersche Thatcherismus und die Folgen haben denen das Herz zermalmt. Bei denen geht es in meinen Augen im Moment nur noch darum, selbst nicht unter zu gehen. Dort frisst man seit Jahren nur noch Kreide in der einzigen Hoffnung, um Gottes Willen irgendwie das Spiel der systemtreuen Volkspartei (sozial aber nicht radikal) weiterspielen zu können. Von der SPD erwarte ich persönlich inzwischen überhaupt nichts mehr. Und schon gar nicht unter den bis heute tonangebenden Köpfen in der Partei. Und damit spreche ich noch nicht mal vom entstandenen Vertrauensverlust unter Schröder, sondern allein von dem, was ich denen aktuell, jetzt, an zeitgemäßer Gestaltungskraft und Volksnähe zutraue. Die sind gelähmt vor Angst.

Und wie Bayern schon richtig bemerkte, die CDU traut sich wenigstens uns als Gegner gegenüber zu treten. Das spricht für deren innere Verfassung und politische Positionierungskraft. Damit kann man wenigstens irgendwas anfangen. Den "Sozialdemokraten" fällt zu unserem Thema nur Totschweigen ein.

Nur noch peinlich.

Re: Zukunftsdialog SPD - Legalisierung von Cannabis

Verfasst: Mo 17. Dez 2012, 19:20
von DrGonzo
Bayern hat geschrieben:Das heißt aber dann auch das die Spd sich drogenpolitisch noch schlechter aufstellt als
die Cdu.
Imho ist die SPD wenigstens noch redebereit. Während die CDU schon seit Jahren eine repressive Schiene fährt und von dieser auch nicht abweichen kann/will.
Aufgrund möglicher Koalitionspartner (die Grünen) empfiehlt sich die SPD auch mehr als die CDU.

Drogenpolitik im Sinne des DHV wollen imho die Linke, Piraten und auch ein großer Teil der Grünen.
Wobei hier nur eine Partei realisitische Chancen hat bei der Bundestagswahl in die Regierungsverantwortung zu kommen. :mrgreen: