Ein schwer kranker Remscheider kämpft vor dem Sozialgericht Düsseldorf seit Dienstag (18.07.2017) um das Recht, Cannabis als Medikament nutzen zu dürfen.
Der Mann leidet seit langer Zeit an Rheuma. Die Bundesopiumstelle hatte ihm als einem der ersten Schmerzpatienten bundesweit die Behandlung mit Cannabis genehmigt. Seine Krankenkasse verweigert aber die Kostenübernahme, obwohl das seit dem Frühjahr gesetzlich für Schmerzpatienten möglich ist. Ein Urteil wird zum Ende des Monats erwartet."
Cannabis in der Schmerztherapie: Dies ist derzeit ein Hype-Thema in den Medien. Dass das vermeintliche „Wundermittel“ oft überschätzt und mögliche Risiken unterschätzt werden, vermittelte eine Infoveranstaltung des Bergmannsheil am 11. Juli 2017.
Prof. Dr. Christoph Maier, Leitender Arzt der Abteilung für Schmerzmedizin im Bergmannsheil, bot einen kritischen, wissenschaftlich fundierten Überblick über den Nutzen und die Wirkungsweise von Cannabis bei verschiedenen Schmerztypen. Die ausgebuchte Veranstaltung im „Blue Square“ (Bochumer Innenstadt) war Teil der Reihe „Blickpunkt Gesundheit“.
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Aus wissenschaftlicher Sicht gebe es derzeit keinen Nachweis für die bisweilen verbreitete Annahme, dass Cannabisblüten und -extrakte einen therapeutischen Vorteil gegenüber Fertigarzneimitteln auf Cannabisbasis erzielen könnten.
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In der therapeutischen Anwendung von Cannabis plädierte der Schmerzexperte für einen rationalen Einsatz des Mittels. Eine vergleichsweise gute Wirksamkeit sei bei einigen Schmerzarten belegt, die oft mit Spastiken einhergehen, wie zum Beispiel bei Multipler Sklerose (MS) oder einer Verletzung des Rückenmarks. Im positiven Fall würden Schmerzen reduziert und die Spastiken gelindert.
„Allerdings ist die Ansprechquote dieser Patienten, die von der Cannabistherapie profitieren, nicht sehr hoch“, schränkte Prof. Maier ein. „In Einzelfällen haben wir in unserer Schmerzabteilung mit diesem Therapieansatz aber gute Erfahrungen gemacht.“ Bei anderen Schmerztypen, wie zum Beispiel Muskelschmerzen oder Polyneuropathie, gebe es derzeit keinen wissenschaftlichen Wirknachweis."
Die fassen das ja auch viel zu eng.
Ich hab ja keine Ahnung, wie das mit Schmerztherapie ist.
Aber bei mir z.B. wirkt C nicht direkt. Aber es hilft mir, besser damit umzugehen. Einfluss zu nehmen. Macht über die Abläufe. Und das hilft mir, die Sache an der Wurzel zu bekämpfen. Ein Booster. Ein wichtiger Baustein um andere Strategien wirksamer zu machen.
Messbar ist so etwas nur auf längere Sicht. Und wenn man das Gesamtbild betrachtet. Bei mir geht es seitdem steil bergauf. Aber eben nur, wenn man das als 6monatskurve betrachtet. Nicht so kurzfristig in ein Raster gepresst, wie es die Schulmedizin gerne macht. Cannabis wirkt anders. Es gibt sehr kurzfristige Effekte, bei Depression und ADHS als Doppeldiagnose z.B. Da schätze ich die kurzfristige "ausdemgedankenkreisel-raushau"-Effekt von thcreuchem Cannabis. Langfristig, über Monate, mit gewolltem Spiegel, hilft es mir, Situationen, die mich depri machen gar nicht erst stark werden zu lassen. ADHS bedingte Probleme abzumildern. Und es gibt mir die Ruhe und Kraft, Strategien zu entwickeln.
Also steht nicht immer in erster Linie die primäre Wirkung im Vordergrund.
Ich denke, es ist der falsche Ansatz, nur auf " Soforteffekt" zu forschen.
Die Verordnung von medizinischem Cannabis für schwer kranke Patienten ist zu kompliziert und muss verändert werden. Das haben die Delegierten des 120. Deutschen Ärztetages angemahnt. Das Verfahren zur Verordnung und Weiterverwendung zum medizinischen Gebrauch von Cannabis müsse „praktikabler, einfacher und rechtssicherer“ gestaltet werden, erklärte Dr. med. Erik Bodendieck, einer der beiden Vorsitzenden der Kommission Sucht und Drogen der Bundesärztekammer, in einem mit großer Mehrheit angenommenen Antrag. "
Im März feierte sich die Politik: Cannabis auf Rezept - ein Durchbruch! Doch viele Patienten sind unzufrieden. Die Kassen wollen die Kosten nicht übernehmen, die Apotheken kämpfen mit Lieferengpässen. Der Kampf um Hanf ist in vollem Gang.
Und das beim Staatsfernsehen. Jetzt müsste das noch in einer Talkshow dort behandelt werden. So dass auch die CDU Klientel bedient wird. Oder Stern TV.
Berliner Apotheker können Schmerzpatienten nicht mehr ausreichend mit Medikamenten aus Hanf versorgen. Für viele ein großes Problem.
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Mehrere Berliner Apotheken bestätigten auf Anfrage der Berliner Morgenpost, dass sie derzeit Schwierigkeiten hätten, Patienten mit medizinischem Cannabis zu versorgen. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sieht sogar einen bundesweiten Lieferengpass. Das liege an verschiedenen Faktoren, sagt Ursula Sellerberg, Pressesprecherin der ABDA. "Anders als chemische Wirkstoffe kann man bei pflanzlichen Arzneimitteln das Wachstum nicht einfach so beschleunigen", sagt sie. "Eine der 14 Sorten, die zugelassen sind, soll ab Ende Juli wieder verfügbar sein. Bei den anderen Sorten werden die Lieferengpässe noch bis September anhalten."
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Eine genaue Zahl der Patienten, die gegenwärtig Cannabis auf Rezept erhalten, gibt es allerdings nicht. "Wir ziehen aus Datenschutzgründen keinen Rückschluss auf die Anzahl der Patienten, die in Apotheken Cannabis erhalten. Die verschiedenen Schätzungen, wie viele Bundesbürger Cannabis benötigen könnten, sind reine Spekulation", sagt Andreas Kiefer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Arzneiprüfungsinstitutes und Präsident der Bundesapothekerkammer. Doch die Auswertung nach den ersten drei Wochen sei deutlich: Das Cannabis-Gesetz zeige im Versorgungsalltag Wirkung. Umso mehr leiden Schmerzpatienten unter den Lieferengpässen. "Für die Betroffenen ist das tragisch", sagt Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
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Dass die Nachfrage nach medizinischem Cannabis seit März enorm gestiegen ist, bestätigt auch Florian Holzapfel, Co-Geschäftsführer der Pedanios GmbH. Das Berliner Unternehmen ist der führende Importeur und Distributor für medizinisches Cannabis in der EU. "Wir haben im Mai fünf Mal so viel verkauft wie im Februar", so Holzapfel. Obwohl Pedanios sich auf die höhere Nachfrage vorbereitet hätte, käme man derzeit mit der Lieferung nicht hinterher. Das habe mehrere Gründe. Der niederländische Hersteller Bedrocan könne derzeit keine ausreichenden Mengen liefern, so Holzapfel. Pedanios importiert außerdem Cannabis aus Kanada. Hier hakt es unter anderem an der Bewilligung von Importanträgen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, auf die das Unternehmen wartet. Holzapfel rechnet damit, dass sich die Lage im Oktober entspannt. "
"550 Kilo Cannabis - Zoll zeigt zweitgrößten Marihuanafund
550 Kilogramm Marihuana hat der Zoll in einem Laster gefunden. Für die Ermittler nicht nur ein Erfolg - sondern auch Grund zur Sorge. Der geschätzte Marktwert der 550 Kilogramm Cannabisblüten liegt bei fünf Millionen Euro.
... Die Drogen hätten zudem eine gute bis sehr gute Qualität.
... «2017 werden wir eine weitere Steigerung haben», sagte Drude. «Dies ist zwar einerseits erfreulich, aber dieser Trend bereitet uns auch Sorge über die zunehmende Zahl potenzieller Konsumenten und eine mögliche Verharmlosung des Drogenkonsums.» ...
Bis zum Ende des Prozesses gegen den 61-jährigen Fahrer werden die Drogen in Hof aufbewahrt und anschließend verbrannt. "
"Zwischen März und Mai 2017 ist die Zahl der Verordnungen für medizinisches Cannabis um rund 80 Prozent angestiegen.
Seit dem 1. März 2017 ist Cannabis in Deutschland für schwerkranke Menschen auf Verschreibung erhältlich. Bereits in der ersten Woche nach der Neuerung im März sind allein in bei der DAK Gesundheit rund 600 Anträge und Anfragen auf Verordnung für medizinisches Marihuana eingegangen. Die hohe Nachfrage nach der Droge, die zum Beispiel bei chronischen Schmerzen Linderung verschafft, ist seitdem stark angestiegen: Zwischen März und Mai dieses Jahres ist die Zahl der Rezepte für Cannabis von rund 3.600 auf knapp 6.500 gestiegen, wie der Statistikdienstleister QuintilesIMS feststellte.
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Laut der QuintilesIMS-Analyse stammen 31 Prozent der Verschreibungen für medizinisches Cannabis von Neurologen, 23 Prozent von Allgemeinmedizinern und acht Prozent von Internisten. Aber auch andere Fachärzte sind dazu befugt, Cannabis-Verordnungen auszustellen."
Ehrenamtlicher Foren-Putzer
Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bitte einfach eine PN an mich
Bitte seid nett zueinander - die Welt da draußen ist schlimm genug
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Interview mit einem chronisch Kranken
„Die Schmerzen lassen durch Cannabis nach“
Heiko Lacher, der unter starken Rückenschmerzen leidet, spricht über Begegnungen mit der Polizei und warum er das Marihuana nicht raucht.
Schon seit seiner Kindheit leidet Heiko Lacher unter Asthma, einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sowie einer Allergie gegen Schmerzmittel. Die Cannabis-Therapie hat dem 49-Jährigen aus dem Breisgau sehr geholfen, dennoch musste er sie wieder abbrechen. - Herr Lacher, warum benötigen Sie Cannabis? Helfen Ihnen keine normalen Medikamente?
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Als Cannabis-Patient muss man vor der Polizei ja keine Angst mehr haben . . .
Von wegen. Obwohl ich bereits seit anderthalb Jahren eine Ausnahmegenehmigung habe, kam ich im Februar in eine Polizeikontrolle. Kurze Zeit später standen eines Morgens zwei Mannschaftswagen der Polizei vor meiner Tür. Zwei Stunden lang wurde mein Haus durchsucht. Seitdem habe ich kein Cannabis mehr konsumiert. Strafrechtlich kann mir nichts passieren, aber ich habe große Angst davor, meinen Führerschein zu verlieren. Als chronisch Kranker war es sowieso schon schwierig, einen Job zu finden. Ohne Führerschein wird es quasi unmöglich.
Werden Sie auf der Straße komisch angeschaut, wenn Sie sich einen Joint anzünden?
Ich rauche das Cannabis nicht. Vor einem Jahr habe ich generell aufgehört zu rauchen, darum möchte ich auch keine Joints rauchen. Ich löse das Cannabis in Olivenöl auf und trinke es wie Saft. Alternativ nutze ich einen Verdampfer und inhaliere den Wirkstoff. Beides mache ich über den Tag verteilt, so dass der „High“-Effekt ausbleibt. Und ich nehme das Cannabis in der Regel nur ein, wenn ich alleine bin.
Wie oft kommt es vor, dass Menschen Sie nach ein paar Gramm fragen?
Selten, zwei oder drei Mal bisher. Ich habe auch noch nie etwas weitergegeben, da ich das Cannabis selbst benötige für Schmerzspitzen. Außerdem wäre es für „Freizeit-Konsumenten“ auch unattraktiv, von mir etwas abzukaufen. Der Straßenpreis für Cannabis beträgt etwa sieben Euro pro Gramm. Ich bezahle in den Apotheken derzeit zwischen 30 und 35 Euro. "
In Amsterdam klingelt das Telefon, ein deutscher Beamter spricht mit einem Kollegen in den Niederlanden, es geht um die nächste Drogenlieferung.
So oder so ähnlich spielt es sich ab, wenn Deutschland versucht, Apotheken mit der nötigen Menge Cannabis zu versorgen.
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Gut vier Monate später zeichnet sich ab, dass Mediziner gern zu Stift und Rezeptblock greifen, um ihren Patienten einen Rausch auf Rezept zu verschreiben.
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Der politische Schwenk hin zur CannabisAbgabe auf Rezept ist richtig und es ist wichtig, dass Forscher den Versuch mit einer Studie begleiten. Dagegen fällt es kaum ins Gewicht, wenn es zu Beginn mit der staatlichen Cannabis-Lieferung etwas länger dauert."
Ein Kommentar, der Klischees und Wahrheiten vermischt. Was sollen da die Worte "Drogenlieferung" und "Rezeptblock für Rausch" ?! Das hätte der Autor auch anders ausdrücken können ud wirkt überhaupt nicht witzig.
Auch das Fazit mit "fällt kaum ins Gewicht" Wetten, das da Schmerzpatienten, denen nix anderes mehr hilft, eine andere Meinung haben !
"LINKE: Nicht alle Cannabis-Patienten erhalten Medizin
Bundestagsabgeordneter Tempel berichtet von Lieferengpässen und ausbleibender Kostenerstattung durch Krankenkassen
Die Versorgung schwer kranker Patienten mit Cannabis als Medizin kommt nach Einschätzung der Linkspartei auch vier Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes nicht in Gang. Der stellvertretende LINKE-Fraktionsvorsitzende Frank Tempel sagte der Deutschen Presse-Agentur: »Von Patienten mit Besitzerlaubnis weiß ich, dass die Krankenkassen nicht immer die Kosten für die Medizin erstatten.« Weiteres Problem seien Lieferengpässe bei den Apotheken.
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Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) wies Mitte Juli in einem Brief an Tempel und die Linksfraktion darauf hin, dass die Bundesregierung einen Bericht des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) über die Versorgungssituation angefordert habe. Tempel begrüßte dies, verlangte aber, dass der Bericht schnellstmöglich veröffentlicht wird.
Tempel lobte auch, dass künftig zur Reduzierung des Preises für Cannabisblüten gesonderte Regelungen gelten sollen. Leider habe das Gesundheitsministerium dem Apothekerverband und den Krankenkassen keine Frist zur Änderung der Preisbildung gesetzt. »Notfalls muss die Regierung die Preise per Rechtsverordnung im Sinne der Patienten senken«, und zwar kurzfristig."
"Weiter Probleme mit Cannabis-Genehmigungen der Krankenkassen
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Auch wenn Kassen jeden Einzelfall überprüfen müssen, geht Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Versorgung offenbar nicht schnell genug. Er wies Mitte Juli in einem Brief an Tempel und die Linksfraktion darauf hin, dass die Regierung nach Berichten über häufige Ablehnungen von Anträgen vom GKV-Spitzenverband einen Bericht über die Versorgungssituation angefordert habe.
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Für die medizinische Anwendung ist besonders reines Cannabis notwendig. Dies sei lizenziert derzeit vorwiegend in den Niederlanden und in Kanada zu beziehen. Der Hanfverband beklagt denn auch, die deutschen Patienten bekämen nur die Reste, die dort für die eigenen Programme nicht benötigt würden."
Drei bis vier Monate geben die Ärzte Karin Dollhopfs Bruder noch. Aber sie will dies nicht akzeptieren. Cannabis soll helfen, den Trevesener zu retten. Und das ganze Dorf hilft mit.
Trevesen. Diese Geschichte ist tief traurig und trotzdem voller Hoffnung. Es geht um einen Patienten, der sich wie der einsamste Mensch der Welt fühlen muss, aber auch um Freunde und Familie, die ihn nicht alleine lassen und mit ihm für sein Leben kämpfen. Rund sieben Wochen sind seit der Diagnose vergangen: Lungenkrebs, inoperabel. Mit Chemotherapie lasse sich der Tod drei bis vier Monate hinauszögern, erklärten die Ärzte dem verheirateten Vater einer 16-jährigen Tochter. Der 52-Jährige will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. Dafür spricht seine Schwester. Karin Dollhopf weigert sich, das Schicksal ihres Bruders zu akzeptieren. Und sie befasst sich als Laie schon lange mit Medizin.
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Weil in der Region kein Arzt den Wirkstoff verschreibt, besorgt Dollhopf das Rezept bei einem Spezialisten in Nordrhein-Westfalen. "Mein Bruder ist einer von 600 Deutschen, die Cannabis verschrieben bekommen." Die Hausärztin aus Weiden sei der Heilmethode gegenüber aufgeschlossen, hatte aber zuvor keine Erfahrung. "Die Ärztin ist sehr interessiert, hat sich nun eingelesen", sagt Dollhopf. Das gleiche gelte für den Apotheker, der zum ersten Mal mit dem Wirkstoff zu tun hatte.
Dank des Rezepts darf der Trevesener Hanf legal nutzen, die Kasse zahlt aber nicht. "Das liegt daran, dass es keine abgeschlossene Studie über die Wirksamkeit gibt." 1500 Euro koste eine Monatsration des Medikaments - viel Geld für einen kranken Mann, der nicht mehr arbeiten kann und gerade den Rentenantrag gestellt hat.
An dieser Stelle kommen die Freunde und Vereinskollegen ins Spiel: Von ihrer Hilfsbereitschaft ist Karin Dollhopf begeistert - "genau wie mein Bruder", versichert sie. Die Trevesener Feuerwehr wandelte das Fest zur Weihe des neuen Fahrzeugs vor einigen Wochen in eine Spendensammlung um. Sogar auswärtige Gruppen, wie die Jugendfeuerwehr Kötzersdorf, spendeten. Am Wochenende wird der SV Trevesen beim Sportfest sammeln. In beiden Vereinen war der Patient lange aktiv. Auch Privatleute stellten Geld zur Verfügung. Inzwischen ist die Versorgung mit den Wirkstoffen für die nächsten vier Monate bezahlt. "Wir sind allen Helfern sehr dankbar", sagt Dollhopf.
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Sie selbst ist derweil beschäftigt, sich über weitere Alternativen für die Behandlung zu informieren. Sollte THC und CBD nicht ausreichen, könne eine Behandlung mit Terpene, bestimmten anderen natürlichen Stoffen, eine Alternative sein. Ob diese Behandlung anschlägt, könne niemand wissen. "
Ist aber schon älter, oder ? Wenn das eine GKV in diesem Fall auch nicht über nimmt sollte man etwas tun, wozu ich hier jetzt nicht aufrufe. Den Laden anzünden ! (Selbstverständlich metaphorisch zu verstehen @Martin^^)
Aber jetzt mal ehrlich. So langsam muss etwas passieren. So dass einfach jeder sieht, was diese Sesselpupser da mit Mitmenschen abziehen. Man sollte die "Entscheider", die sich hinter ihren Leistungsabteilungen verstecken, öffentlich an den Pranger stellen.
Das geht nicht.
Ist mir klar.
Aber wie soll man sich sonst wehren ?
Die Politik, die ein Machtwort sprechen könnte, wenn sie wollte, hat sich in die Sommerpause und die anschließenden Wahlen gerettet.
Da wird nicht viel passieren.
Muss ich denn, wenn ich einen Brief von der DAK erhalte, wirklich alles unkenntlich machen ?
Das ist doch nicht das einzigste Gesetz, welches so schwammig (obwohl hier im Cannabis-Gesetz eigentlich einige Ausagen unmißverständlich sind) formuliert wurde, das Länder, Behörden und andere Einrichtungen das nach Gut (schlecht)dünken auslegen können. Wer weiss, wie es mit dem neuen Homo-Ehe-Gesetz noch weiter geht ...
Gröhe/Emmi Zeulner? sollen ja angeblich schon daran arbeiten (siehe Post von mir etwas weiter oben).
Zumindest Namen solltest Du schon wegen Datenschutz unkenntlich machen oder was meinst Du noch ?
Viele Schmerzpatienten haben ihre Hoffnung in das Gesetz "Cannabis als Medizin" gesetzt. Aber längst sind nicht alle Menschen zufrieden. Für sie ist die derzeitige Situation ein Bravourstück gescheiterter Gesundheitspolitik.
Alexandra Scheiderer sitzt auf Kohlen. Die 44-jährige Münchnerin ist schwer krank: Bandscheibenvorfälle, Operationen, Spastiken. Die letzten sieben Jahre hat sie Morphium genommen. Jetzt spielen Magen, Leber und Nieren nicht mehr mit. "Für mich bleibt nur Cannabis", sagt sie. Aber: Der Antrag bei der Krankenkasse ist immer noch nicht durch.
Franz Wolf hat die Genehmigung von der Krankenkasse. ... Nur: Dafür kriegt er in der Apotheke nicht genau das Produkt, mit dem er die besten Erfahrungen gemacht hat – sein Resümee nach gut vier Monaten "Cannabis als Medizin"-Gesetz: vernichtend.
"Die derzeitige Situation ist ein Bravourstück für gescheiterte Gesundheitspolitik. Die Versorgungssituation ist desolat. Es gibt viele, die nichts bekommen, da fühlt man sich sehr ernst genommen als Patient. Da muss man, da man wirklich sagen “Chapeau“, das hätte man nicht besser in den Sand setzen können."
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Die Menschen, für die das Gesetz ursprünglich gemacht wurde, hätten nicht alle was davon, sagt Wenzel Cerveny, Veranstalter der Münchner Hanfmesse. Momentan entscheidet letztlich der Medizinische Dienst der Krankenkassen, wer Cannabis bezahlt bekommt. Die Politik stiehlt sich aus der Verantwortung, findet er.
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"Wir Ärzte liefern alle Atteste, bergeweise Vorbefunde, und jeder vernünftige Mensch, der so einen Antrag dem Gesetz entsprechend beurteilt, müsste zum Schluss kommen, dieser Mensch verdient es, erstattet zu bekommen. Tatsache ist: In mehr als 50 Prozent wehren sich die Krankenkassen dagegen diesen Anträgen zu entsprechen, und die Patienten sind gezwungen vor Gericht zu gehen und sich ihr Recht zu erstreiten."
Rolf Müller, Arzt aus Seeshaupt
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50 Prozent bewilligt heißt aber eben auch: 50 Prozent abgelehnt. Gehen die Ärzte in den Augen der Versicherung zu großzügig mit Cannabis-Rezepten um? "Ich gehe immer davon aus, dass ein Mediziner sein Bestes tut und die beste Therapie auswählt. Man muss aber den gesamten Patienten mit seiner gesamten Krankengeschichte bewerten. Da gibt es halt auch mal Differenzen zwischen Medizinischem Dienst und behandelndem Arzt", sagt sie. "
Ja. Das meinte ich,
Nee. Internetpranger geht nicht. Ist mir schon klar.
Aber ich hätte schon Lust, so eine Abteilungsleiterin der DAK Heidelberg öffentlich mit ihren Aussagen und dem Sinn freien Argumentationskostrukt zu konfrontieren. Sie zwingen, Stellung zu beziehen. Und sie so bloßzustellen.
Die arbeiten dran ? Gröhe hat mal angefragt. Das ward aber auch schon.
Jetzt ist Sommerpause, dann Wahl, im November wird er, falls noch im Amt, anfragen, warum er noch keine Antwort bekommen hat und irgendwann nächstes Jahr bewegt sich dann ein bisschen was. Vielleicht. Unter Umständen...