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Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Do 11. Sep 2025, 10:17
von pepre
pepre hat geschrieben: Fr 22. Aug 2025, 08:22 https://www.sueddeutsche.de/bayern/cann ... li.3301602
... In der Frankenpost sprach Martin Pley, der Vorsitzende des betroffenen Vereins Franken-Cannabis, von einem „Lehrbuchbeispiel für eine Rechtsbeugung“, da das Baurecht herangezogen werde, um die Vereinstätigkeit zu unterbinden. ...
https://www.sonntagsblatt.de/artikel/ep ... or-dem-aus
Buttenheim. Der erste Cannabis-Anbauverein in Bayern gibt auf. "Wir legen unser Projekt auf Eis", sagte der Vorstand von Franken Cannabis ... "Ich rechne nicht damit, vor einem bayerischen Verwaltungsgericht Recht zu bekommen." Er spricht von "klassischer Behördenwillkür". ...
War klar: die bayerischen Gerichte - aus Tradition königstreu - tanzen nach Söders Pfeife.

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 16. Sep 2025, 09:56
von pepre
https://www.spektrum.de/news/drogenkons ... ko/2286852
Erhöht Cannabis das Diabetesrisiko?

... Neu auftretende Diabetes-Typ-2-Erkrankungen kamen bei Cannabiskonsumenten etwa viermal so oft vor wie bei Menschen, die drogenfrei lebten. In der Cannabis-Gruppe waren 2,2 Prozent der Personen von solchen Stoffwechselstörungen betroffen, in der Vergleichsgruppe nur 0,6 Prozent. Die Fachleute vermuten, dass dieser Effekt mit ungesunden Ernährungsgewohnheiten bei Cannabiskonsum beziehungsweise einem endokrinen (Drüsenzellen beeinflussenden) Effekt der Droge zu tun hat. Sie betonen aber, dass ihre Studie keine Aussagen über Ursache-Wirkungs-Beziehungen erlaubt. ...
Mal wieder eine der beliebten 49:51-Studie ohne Ursache/Wirkung-Fazit.

---

https://www.derstandard.de/consent/tcf/ ... vierfachen
Cannabiskonsum könnte das Risiko für Diabetes vervierfachen
Da 0,6% sowieso erkrankt wären ist der Faktor nicht 4, sondern 2,7. Kein journalistisches Meisterwerk, lieber Standard! Grundrechenarten sollte man schon beherrschen als Zeitung.

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 16. Sep 2025, 11:50
von M. Nice
Ich hab da genau gegeteiliges gehört.
Das ist aber schon länger her und ich weiß leider nicht mehr wo das war.

Da hab ich was gefunden :D
https://www.deutschesgesundheitsportal. ... es-risiko/

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 16. Sep 2025, 11:53
von M. Nice

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 16. Sep 2025, 12:23
von pepre
Das ist generell die Krux bei diesen 49:51-Studien: je nach Intention kann man dieses oder jenes herauslesen. Schlicht dadurch, dass man Kofaktoren anders gewichtet. Die sind halt weit entfernt von echter statistischer Relevanz.

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Do 18. Sep 2025, 20:16
von pepre
Evaluations-Zwischenbericht, aka Projektbericht:

Veränderungen für Konsumierende von Cannabis durch das Cannabisgesetz

https://www.frankfurt-university.de/fil ... ericht.pdf

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Sa 20. Sep 2025, 20:04
von pepre
Der evangelische Pressedienst hat bei den Bundesländern eine Umfrage gemacht:

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschl ... n-100.html

Fazit: nix Neues, unscharfes Geschwafel über Veränderungen (da darf mal wohl Verschärfungen hinein interpretieren) und ein unsägliches Herumreiten auf "Kinder- und Jugendschutz". Da weht der Geist "Verbot ist der beste Schutz" fast unisono durch die Statements.

Glauben die ernsthaft, dass Abstandsregeln irgendjemand vom Konsum abhalten? Oder Broschüren, Websites und Vorträge von Sozpäds, die ein keusches Leben propagieren? - Werte Politiker: bei der Jugend habt ihr in dem Moment verschissen, in dem ihr Doppelmoral zeigt. Und das tut ihr bei Alkohol permanent aufs Unerträglichste.

Interessant ist dies hier:
Drogenbeauftragter Streeck: Regeln für medizinisches Cannabis verschärfen

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, erwartet kein klares Ergebnis bei der Überprüfung der Cannabis-Teillegalisierung. Im ARD-Interview der Woche sagte Streeck, er erwarte ein gemischtes Bild. Zudem seien gesellschaftliche Veränderungen in der Regel erst nach fünf bis zehn Jahren verlässlich messbar. Streeck forderte zudem eine stärkere Abgrenzung zwischen medizinisch genutztem Cannabis und Konsum-Cannabis. Keiner wolle, dass es am Ende Dealer im weißen Kittel gebe. Um das zu verhindern, müssten die Regeln für medizinisches Cannabis verschärft werden, etwa mit Blick auf die telemedizinische Verschreibung.
"Dealer im weißen Kittel"?!? - Äh... Sinn und Zweck des KonCanG und MedCanG war und ist es (u.a.), dass die Leute keinen giftigen Dreck mehr vom Schwarzmarkt beziehen (müssen). Dieses Kriterium erfüllt die Cannabis-Tele-Medizin zu 100%. Also, um was geht's Streeck hier? Doch nur um die Ideologie, den Konsumenten so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen?

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: So 21. Sep 2025, 09:14
von pepre
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -930-64406
Berlin will strengere Grenzwerte für Autofahrer

Am Joint ziehen und dann ans Steuer setzen? Bis zu einem gewissen Grenzwert ist es in Deutschland erlaubt, Cannabis zu rauchen und trotzdem Auto zu fahren. Das Land Berlin sieht die bisherigen Grenzwerte allerdings kritisch, wie eine Sprecherin der Berliner Verkehrsverwaltung auf Anfrage mitteilte.
Also doch wieder das Konsumverbot durch die Hintertür via Fahrverbot.

Werte SZ: wer am Joint zieht und sich dann sofort ans Steuer setzt, der reißt den aktuellen Grenzwert bei weitem. 3,5ng/ml Serum ist gleichbedeutend mit nüchtern, aka keine Beeinträchtigung der Fahreignung nachweisbar. Dieser Artikel geht schon deutlich Richtung Prohibitionisten-Propaganda, neudeutsch Fakenews genannt.
„Insofern unterstützt das Land Berlin die vom Bund für diesen Herbst angekündigte Evaluierung zu strengeren Regeln und damit veränderter und deutlich niedrigerer Grenzwerte“, sagte die Sprecherin. ...
Für Berlin ist also Evaluierung = "strengere Regeln". Von "ergebnisoffen" keine Spur mehr.

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Mo 22. Sep 2025, 10:06
von nightcap
Ein vollkommen nichtssagender Zweizeiler, den anscheinend der Praktikant am Katzentisch verfasst hat...

https://www.hessenschau.de/politik/hess ... g-100.html

Ich habe der Richterin damals im Hinblick auf den Jugendschutz gesagt, dass die Blüten meinen Kindern ja nicht rauchfertig vor die Füße fallen und hätte ich den ganzen Esstisch mit Schnapsflaschen getäfelt, dann müsste ich hier (also bei Gericht) nicht sitzen und sich einzuschenken ist für die Kinder doch irgendwie viel einfacher als "mal eben" die Pflanzen zu ernten, die Ernte danach noch trocknen und fermentieren und dann noch Monate warten bis das Weed rauchfertig ist - Richterin und Staatsanwältin wären danach echt pissig. Aber ich bin ja eh doof, nicht wahr...? ;-)

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Mo 22. Sep 2025, 12:46
von pepre
Audio: https://www.ardaudiothek.de/episode/urn ... 7a29b9bea/
... Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung erwartet kein klares Ergebnis, wenn demnächst ein erstes Fazit zur Cannabis-Teillegalisierung gezogen wird. Er rechnet mit einem sehr gemischten Bild. Der Drogenbeauftragte plädiert für strengere Regeln für die Abgabe von medizinisch genutztem Cannabis. ...
Summa summarum: Streeck ist auf Warken-Linie; da geht es wohl um's Prinzip, aka "es kann nicht sein, was nicht sein darf".

Dass ein drastisches Einschränken des Telemedizin-Cannabis viele Konsumenten wieder in den Schwarzmarkt mit dem gestreckten, gefährlichen Dreck zwingt, scheint egal zu sein. - Dass er zwar die synthetischen Opiode als große Gefahr erkennt, dies aber bei den synthetischen Cannabinoiden schlicht ignoriert, erscheint mindestens verwunderlich.

Highlight: "Alkohol ist fest in die Kultur integriert" und deshalb etwas völlig anderes als Hanf. Äh... nein! Bis zum Verbot vor 100 Jahren hatte Cannabis einen festen Platz in der Medizin¹ als auch als Rauschmittel². Selbst nach dem Verbot gab es immer etliche Konsumenten, es gab schlicht keine Zeit, in der nicht konsumiert wurde. Dann gab es wieder ein "High" in den 60ern, und ab da ging es eigentlich auch kaum mehr zurück ("legal, illegal, scheißegal"). Hanf war immer da.

Das einzige, was sich tatsächlich sagen läßt: Alkohol wird von viel mehr Menschen konsumiert als Hanf.³ Das Fehlen einer "Hanf-Königin" - analog zu den von Streeck genannten Weinkönigin und bierseeligen Schützenfest - ist schlicht und ergreifend auf die Prohibition zurückzuführen. Das hat nichts mit "gewachsener Kultur" zu tun. Die Hanfkonsumenten wären über eine Sortenvielfalt wie beim Wein sehr erfreut. "Mosel, Bernkasteler Doctor, Amnesia Haze Photo, 1st Flush, Oktober 26" würden sich die Konsumenten auch einiges kosten lassen, - wahrscheinlich die einzige Sprache, die unsere Bundesregierung versteht. Nur mal so als Anregung...

--
¹ Schmerzmittel, Appetitanreger, Schlafmittel, Antidepressivum uvam.
² vornehmlich in den "Salons", aber auch im breiten Volk, denn es wurde viel Hanf für u.a. Seile und Textilien angebaut. Wer glaubt, dass die reifen Blüten alle entsorgt wurden, der ist bestenfalls naiv.
³ Das ist dem Mittelalter geschuldet, denn Bier war weitaus gesünder als das idR mit Fäkalien verseuchte Brunnenwasser. Wer es sich leisten konnte trank Bier. Ausnahme: die Oberschichten tranken lieber Wein. Daher kommt die "Verwurzelung des Alkohols in der Gesellschaft".

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Mo 22. Sep 2025, 17:19
von pepre
Audio: https://www.deutschlandfunkkultur.de/dr ... s-100.html

Interview Bernd Werse, Institut für Suchtforschung, Frankfurt.
Seit der Cannabis-Legalisierung 2024 boomt der Eigenanbau. Dadurch ist der Schwarzmarkt nach ersten Studien enorm geschrumpft.
Kurz:
  • Konsum bei Erwachsenen unverändert
  • Konsum bei Jugendlichen weniger (alle Drogen inkl Alk und Nikotin)
  • 49% Eigenanbau, 30% Apotheken, CSCs 2%, Schwarzmarkt 20%
  • mehr CSCs nötig
  • Menge beim Eigenanbau sollte erhöht werden ("Schieflage")

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Mo 22. Sep 2025, 18:02
von moepens
pepre hat geschrieben: Mo 22. Sep 2025, 17:19 Interview Bernd Werse, Institut für Suchtforschung, Frankfurt.
Hier der passende Projektbericht: https://www.frankfurt-university.de/fil ... ericht.pdf

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 23. Sep 2025, 09:18
von nightcap
pepre hat geschrieben: Mo 22. Sep 2025, 12:46 Audio: https://www.ardaudiothek.de/episode/urn ... 7a29b9bea/

... Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung erwartet kein klares Ergebnis, wenn demnächst ein erstes Fazit zur Cannabis-Teillegalisierung gezogen wird...
Zum Glück ist das Fehlen der Hanfkönigin kein valides Argument für eine strafrechtliche Verfolgung von Konsumenten. Der Rest aber auch nicht und zudem ist der Schwarzmarkt um rd. 80 % eingebrochen. Ich würde da erst mal abwarten, am Ende wird eh nicht alles so heiß gegessen wie gekocht.

Dass Streeck nichts über die Gefahren von synth. Cannabinoiden weiß oder wissen will, ist allerdings ein Armutszeugnis. Dennoch ist der rückläufige Schwarzmarkt bemerkenswert und daher wird es schwer für die Union dagegen zu argumentieren.

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 23. Sep 2025, 12:18
von pepre
https://www.bioeg.de/presse/pressemitte ... udie-2025/

Antworten, die vor 10 Jahren unter den Bedingungen der Prohibition staatlicherseits (!) erhoben wurden, dürften wohl kaum mit den ggw ehrlicheren Antworten der Konsumenten vergleichbar sein.¹

Schlagzeilen, die daraus gemacht werden:
  • Welt und EPD: Mehr junge Erwachsene konsumieren Cannabis
  • NTV: Cannabis-Konsum junger Menschen in Deutschland in zehn Jahren deutlich gestiegen
  • Stern: Junge Menschen konsumieren deutlich mehr Cannabis
  • BR: Cannabis-Nutzung hat bei Jugendlichen stark zugenommen
Wir dürfen getrost annehmen, dass die CDSU nur diese Schlagzeilen liest (statt dieser Evaluations-Studie) und "Haben wir doch immer gesagt!" plärrt und dem CanG die Schuld daran gibt.

Außerdem: bei der Fragestellung "mindestens einmal in den zwölf Monaten vor ihrer Befragung Cannabis konsumiert" kann man wohl kaum von Konsumenten sprechen. - Man stelle sich das bei Alkohol vor: ein einziger Probierschluck im letzten Jahr, und schon landet man in der Statistik für Alkoholiker.

Edit: wie man hier sieht, ist die Zunahme keine Folge des CanG, sondern bildet einen langfristigen Trend ab.

--
¹ Man lese hierzu bei Methodik. Vergleiche von Telefonumfragen über damals strafbare Handlungen mit Umfrage-Ergebnissen in der Teilentkriminalisierung halte ich nicht gerade für aussagekräftig.

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 10:29
von pepre
https://www.hessenschau.de/gesellschaft ... s-100.html
Frankfurts Cannabis-Pläne vorerst geplatzt

Frankfurt darf Cannabis vorerst nicht im Modellprojekt verkaufen: Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung lehnte den Antrag ab. Die Stadt wehrt sich mit einem Widerspruch.
War nicht anders zu erwarten. ("Das Amt des Bundesministers und Behördenleiters des BMLEH [die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist untergeordnet] bekleidet seit dem 6. Mai 2025 Alois Rainer von der CSU als Mitglied des Kabinetts Merz.")

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 11:09
von nightcap
...tollen Drogenbeauftragten haben wir da bekommen: "Das heißt: Wenn Jugendliche konsumieren – und wir wissen, wie schädlich das für sie ist –, bekommen sie seltener Hilfe, weil ihre Fälle nicht mehr beim Jugendgericht landen", erläuterte der Drogenbeauftragte.

Ich lasse das jetzt mal unkommentiert so stehen um jeden der selber Kinder hat nicht die Möglichkeit zu nehmen, das Gelesene mal in einem stillen Moment auf sich wirken zu lassen. Davon, dass so ein Lebensentwurf wahrscheinlich nach der "Hilfe" des Jugendrichters ruiniert ist, fange ich vorsichtshalber erst gar nicht an...

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Sa 11. Okt 2025, 14:30
von pepre
Hörbeitrag: https://www.deutschlandfunk.de/strassen ... s-100.html
Straßenverkehr: Die Fahrtauglichkeit unter THC/Cannabis-Einfluss
"Die Fallzahlen sind gestiegen". Ja, korrekt, genannt werden jedoch die absoluten Fallzahlen. Da gleichzeitig mehr Tests eingereicht wurden bleibt das Ganze ein Nullsummenspiel.

Leider wurde dies vom Autor nicht deutlich herausgestellt, sondern suggestiv anders formuliert. DLF, deine Berichterstattung war schon mal um Klassen besser.

Wenigstens die Wissenschaftlerin sagt am Schluss, dass die Zahlen keine validen Rückschlüsse erlauben. Sind wir mal froh, dass das nicht weggekürzt wurde.

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 14. Okt 2025, 20:56
von moepens
Stimmt der Bundestag den Verschärfungen zu?
Der Gesetzentwurf muss noch durch den Bundestag. Wann er auf die Tagesordnung kommt, ist bisher unklar. Für die Verschärfungen würde die Regierungsmehrheit von Union und SPD reichen. Allerdings gibt es bei den Sozialdemokraten viel Kritik an den Plänen. Carmen Wegge, rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, wird auf BR24-Anfrage deutlich: "In seiner aktuellen Form ist dieser Gesetzentwurf für uns nicht zustimmungsfähig."

"Besonders für chronisch kranke und mobilitätseingeschränkte Menschen stellt der Entwurf eine unangemessene Belastung dar", sagt Wegge. Aus ihrer Sicht sind telemedizinische Beratungen – bei Cannabis also die Online-Verschreibung – rechtlich zulässig und erfüllen moderne medizinische Standards. Das geplante Versandverbot würde Anbieter aus dem EU-Ausland erheblich benachteiligen und den freien Warenverkehr verletzen. Das Fazit der SPD-Abgeordneten: "In den nun anstehenden parlamentarischen Beratungen werden wir uns für grundlegende Änderungen einsetzen."
Quelle: https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... ungsfaehig

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Fr 17. Okt 2025, 12:08
von pepre
https://www.spiegel.de/panorama/cannabi ... 75c73a37b2

Streeck (sinngemäß):
  • das Gesetz an einigen Punkten nachschärfen
  • der durchschnittliche THC-Gehalt legaler Cannabisprodukte liegt über jenem des Schwarzmarktes
  • ein höheres Risiko für Psychosen, Angststörungen und Abhängigkeiten
  • drei Cannabispflanzen zu Hause züchten zu dürfen ist zuviel ... könnten bis zu ein Kilogramm Cannabis liefern ... hat mit Eigenbedarf wenig zu tun
  • Besitz von bis zu 25 Gramm Gras in der Öffentlichkeit ist falsch
Offensichtlich switcht Streeck von der Schadensbegrenzung für Konsumenten zur Schadensbegrenzung für seine Partei. Fakten, Auswirkungen und Praktikabilität scheinen ihn nicht mehr zu interessieren. Ebensowenig, dass 99,5% der Konsumenten nie klinisch auffällig werden und dass seine Forderungen einen Turbo-Booster für den Schwarzmarkt der organisierten Kriminalität darstellen.

Er sollte sich freuen, dass "der Markt" mittlerweile zu knapp 80% aus Eigenanbau und MedCan besteht. Schon allein deshalb, weil da keine hochgefährlichen Streckmittel drin sind. Aber irgendwie bläst er bloß noch ins Law&Order-Horn. - Schade, seine Äußerungen zu Vernunft und Wissenschaft ließen hoffen...

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Fr 17. Okt 2025, 12:41
von nightcap
pepre hat geschrieben: Fr 17. Okt 2025, 12:08 https://www.spiegel.de/panorama/cannabi ... 75c73a37b2

Streeck (sinngemäß):
  • das Gesetz an einigen Punkten nachschärfen
  • der durchschnittliche THC-Gehalt legaler Cannabisprodukte liegt über jenem des Schwarzmarktes
  • ein höheres Risiko für Psychosen, Angststörungen und Abhängigkeiten
  • drei Cannabispflanzen zu Hause züchten zu dürfen ist zuviel ... könnten bis zu ein Kilogramm Cannabis liefern ... hat mit Eigenbedarf wenig zu tun
  • Besitz von bis zu 25 Gramm Gras in der Öffentlichkeit ist falsch
Offensichtlich switcht Streeck von der Schadensbegrenzung für Konsumenten zur Schadensbegrenzung für seine Partei. Fakten, Auswirkungen und Praktikabilität scheinen ihn nicht mehr zu interessieren. Ebensowenig, dass 99,5% der Konsumenten nie klinisch auffällig werden und dass seine Forderungen einen Turbo-Booster für den Schwarzmarkt der organisierten Kriminalität darstellen.

Er sollte sich freuen, dass "der Markt" mittlerweile zu knapp 80% aus Eigenanbau und MedCan besteht. Schon allein deshalb, weil da keine hochgefährlichen Streckmittel drin sind. Aber irgendwie bläst er bloß noch ins Law&Order-Horn. - Schade, seine Äußerungen zu Vernunft und Wissenschaft ließen hoffen...
Wenn die Brandmauer fällt wird Streeck eh zum Boomerang für seine Partei, denn die Affende-Fraktion in DE hat die "Coronaschwurbelei" des sog. Virologen bestimmt noch sehr gut in Erinnerung behalten. Dass das auch noch niemand beanstandet hat, oder kam diese parteipolitische bzw. ideologische Ausrichtung des Herrn Streeck etwa erst nach Corona und zuvor war es halt "nur" ein Mann der Wissenschaft? Ein wenig betrogen fühle ich mich da von den Medien auch, weil nie mit einer Silbe erwähnt wurde dass Streeck eben auch Politiker ist und die CDU ja federführend in der Verantwortung war...

Und was wenn die Expertise des Herrn Virologen damals in etwa gleichhoch mit der Expertise in Bezug auf Cannabis heute war, weil das oben gesagte lässt irgendwie eher auf einen ideologisch geprägten Blindflug als auf Expertenwissen schließen? :shock:

Nur mit der Logik bleibt ja gar nichts anderes übrig als die Legalisierung einzustampfen, wenn selbst "der durchschnittliche THC-Gehalt legaler Cannabisprodukte liegt über jenem des Schwarzmarktes" und "drei Cannabispflanzen zu Hause züchten zu dürfen ist zuviel ... könnten bis zu ein Kilogramm Cannabis liefern ... hat mit Eigenbedarf wenig zu tun." und die Clubs laufen ja eh unter "ferner liefen".

Und jetzt soll ich kleiner unbedeutender Furz dem großen Mann der Wissenschaft erklären, dass die "legalen Produkte" immer über einen angemessenen CBD-Gehalt verfügen und die Wirkung somit trotz eines hohen THC-Gehalts entsprechend moduliert wird, um eben keine Psychose oder dgl. zu bekommen und dann wäre ja da zudem noch die Sache mit der Abwesenheit von Streckstoffen, etc. pp.???? Von dem gärtnerischen Aspekt im Hinblick auf die Kilos die angeblich gerade auf meinem Fensterbrett im Wohnzimmer gedeihen, fange ich erst gar nicht an.

Aber ja, rein theoretisch dürften Männer dann auch keine Ehefrauen mehr haben, weil sie diese ja theoretisch im Suff vergewaltigen könnten und wer soll das denn bitte kontrollieren...

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 21. Okt 2025, 09:15
von pepre
https://www.deutschlandfunk.de/drogenbe ... n-104.html
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Streeck, fordert eine teilweise Rücknahme der Cannabis-Legalisierung.

Die derzeitige Regelung berücksichtige nicht, dass Konsumenten unter 25 Jahren langfristige psychische Probleme entwickeln könnten. Zudem sei die erlaubte Mitführmenge von 25 Gramm Cannabis viel zu hoch, sagte Streeck der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Medizinisches Cannabis solle darüber hinaus nicht mehr zum Rauchen angeboten werden. Der CDU-Politiker kritisierte, Cannabis werde als Medikament für alles Mögliche angepriesen, wofür es gar keine Evidenz gebe. Fassungslos mache es ihn, dass Cannabis oft über das Internet ohne Arztkontakt geliefert werde.
Die CDSU wird das CanG zurückdrehen um dann vollmundig zu behaupten, dass der Schwarzmarkt kaum zurück gegangen ist. Qed.

Das Interview in der FAZ: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaf ... 40558.html (Bezahlschranke)
Streeck: "Eigentlich müsste es Rauschgift heißen."
Nein, es müsste Rauschmittel heißen. Die Dosis macht das Gift. (Alkohol als Zellgift lassen wir mal beiseite.)
Ich halte das Gesetz für nicht gut durchdacht, es muss nachgebessert werden. Es übersieht zum Beispiel, dass Jugendliche unter 25 Jahren durch den Konsum von Cannabis langfristige psychische Probleme entwickeln können.
Können! Nicht müssen! Das ist der entscheidende Unterschied. Denn mehr als 99,6% der Konsumenten werden wegen Cannabis nie klinisch auffällig.
... aber die Indikation von psychischen bis hin zu schizophrenen Krankheiten, die nach dem Cannabisgebrauch das Leben von Jugendlichen dauerhaft verändern, haben wir bei Alkohol nicht.
Nee, nur Leberzirrhosen, Demenz und solche Kleinigkeiten, s. Wikipedia, die u.a. auf Alkoholpsychosen verweist. Und die 47.500 Toten pro Jahr sind dann ja gar nicht mehr krank!

Es wird immer offensichtlicher, dass Streeck nicht der Mann der evidenzbasierten Wissenschaft ist, zu dem er sich selbst adelte. Er ist ein treuer Parteisoldat im Law&Order-Eck, der wider alle Vernunft handelt.

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 21. Okt 2025, 09:49
von nightcap
...ich glaube eher der Streeck verbrennt sich gerade selber. Der Typ muss weg und zwar schnell - ich kann dieses Gesicht nicht mehr sehen.

Kann man solche Leute eigentlich nicht wegen bewusster Falschaussagen strafrechtlich belangen?*

Wer heute bei google "Cannabis" eingibt, braucht echt starke Nerven und ich gleich nen Schnaps...

Boah, alter ey... ich flippe hier gleich echt aus - "med. Blüten nicht mehr zum rauchen": What about sicherer Dosierung im Vaporizer durch rantasten an die gewünschte Wirkung vs. orale Einnahme = Glücksspiel ob die Dosis passt oder zu wenig oder gar zu viel oder Mageninhalt passte nicht für die gewünschte Wirkung?

Alter Verwalter: Meine Steuergelder gehen für so einen Scheiß drauf, ich meine wer bezahlt diesen asdv%xeb"!zkgfk eigentlich? Wie war das noch mit Koch und Kellner????

* falls ja: Ich tue einen oder zwei Hunderter dabei!

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 21. Okt 2025, 11:00
von nightcap
Hier ein etwas brauchbareres Interview mit Streeck - also die Fragen sind gut, die Antworten in weiten Teilen jedoch vollkommen unterirdisch. Alkohol ist super wegen Culture und so, aber der pöse Hanf ist und bleibt eher die Droge der XXXXX...

https://www.tagesspiegel.de/politik/dro ... 09453.html

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Di 21. Okt 2025, 13:40
von nightcap
Ich werde aus dem Mann irgendwie nicht schlau, aber die Nummer mit dem "Rauschgift"* die wird ihm ewig nachhängen...

https://www.boerse.de/nachrichten/Droge ... n/37969250

* die scheiß FAZ faselt in Bezug von Cannabis auch andauernd was von Rauschgift - ich möchte gar nicht wissen aus welcher Zeit dieser so absolut auf Schnaps und Bier zutreffende Begriff stammt (vermute ja fast 1930er?)

Re: Sammlung Legalisierung in Deutschland

Verfasst: Mi 22. Okt 2025, 10:06
von pepre
https://www.merkur.de/politik/cannabis- ... 98051.html
Streeck: „Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland konsumieren regelmäßig Cannabis, diese Menschen müssen wir vom Schwarzmarkt wegführen – nicht dorthin zurückdrängen“.
Das wiederholt er zwar gebetsmühlenhaft, aber wie das - ohne ausreichend CSCs, Telemedizin und Modellprojekte - funktionieren soll, darüber verliert er kein Wort.
Auch die erlaubte Menge von 25 Gramm, die jeder Erwachsene mit sich führen dürfe, sei überzogen.
Und wie soll man den Monatsbedarf transportieren? Soll man täglich 1g irgendwo abholen? Aber wo überhaupt?
Für bedenklich hält der Mediziner und Politiker auch den sogenannten Social Supply, also die Weitergabe von selbst angebautem Cannabis unter Freunden oder Bekannten. Das sei nicht erlaubt und falle ebenfalls unter den Schwarzmarkt, merkte Streeck an.
Ohne Bezugsmöglichkeiten (s.o.) bleibt nur der Schwarzmarkt der organisierten Kriminalität, Herr Streeck.
Früher seien Minderjährige, die beim Kiffen erwischt worden seien, automatisch in Kontakt mit dem Suchthilfesystem gekommen.
Die kamen deshalb "in Kontakt", weil sie von Gerichten dazu verdonnert wurden. Für Minderjährige gilt das nach wie vor, denn für diese ist es nach wie vor verboten. Wo also ist das Problem? Dass nicht mehr bei jeder noch so kleinen Menge das große juristische Besteck ausgerollt wird? - NB: den größten Schaden hat die Kriminalisierung verursacht, nicht der Konsum selbst.¹

Streeck faselt, ohne Lösungen parat zu haben. Er will nur mehr Law & Order und alles noch komplizierter und aufwändiger machen, als es ohnehin schon ist.

Man könnte meinen, dass hier der Masterplan dahinter steckt: das CanG auf allen Ebenen torpedieren, damit man am Ende sagen kann: "Die Evaluation hat ergeben, dass der Schwarzmarkt nach wie vor dominiert!".

--
¹ Verlust des Führerscheins, der Arbeitsstelle, gesellschaftliche Ächtung ("drogensüchtiger Straftäter"), Zwangskontakte in die organisierte Kriminalität bei Haft, Zwangskontakte in die harte Drogenszene durch Mitpatienten in der Drogentherapie.