Laberecke

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pepre
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Tictak hat geschrieben: So 11. Jun 2023, 17:15 Wenn du so schlau bist, dann erleuchte mich mal, wie das mit der Analyse der Kräuter geregelt werden kann.
Extern. Alles andere wird eh vorerst keine Genehmigung bekommen. Entweder kommt jemand und zieht Proben, oder man muss homogenisierte Proben einreichen. Das wird jedoch nicht der Verein entscheiden dürfen, sondern wird im Gesetz stehen. Stichproben, ob alles korrekt zugeht und zugegangen ist, wird es sowieso geben.

Nach einigen Jahren, wenn die Hysterie sich gelegt hat, geht es vielleicht dann doch via Testkits.

PS: es wird kein Konzept à la "eine Probe muss aus 10 Blüten der Normgröße 2A bestehen, die in einem Umluftofen bei 100 Grad 40 Minuten zu trocknen ist. Anschließend muss diese mit einer 'Mulinex 5000 Superior' exakt 50 mal zerhackt und dann durch ein 500µm Sieb gestrichen werden. Von diesem Endprodukt sind 1,00g abzuwiegen und einzuschicken." geben. Scnr... ;)
Zuletzt geändert von pepre am So 11. Jun 2023, 17:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Tictak
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Re: Laberecke

Beitrag von Tictak »

pepre hat geschrieben: So 11. Jun 2023, 17:22
Tictak hat geschrieben: So 11. Jun 2023, 17:15 Wenn du so schlau bist, dann erleuchte mich mal, wie das mit der Analyse der Kräuter geregelt werden kann.
Extern. Alles andere wird eh vorerst keine Genehmigung bekommen. Entweder kommt jemand und zieht Proben, oder man muss homogenisierte Proben einreichen. Das wird jedoch nicht der Verein entscheiden dürfen, sondern wird im Gesetz stehen.

Nach einigen Jahren, wenn die Hysterie sich gelegt hat, geht es vielleicht dann doch via Testkits.
Geht es vielleicht noch etwas ausführlicher? Die Blumen sind geerntet und getrocknet. Bevor sie im Verein ausgegeben werden dürfen, müssen sie analysiert werden. Kommt da jemand in den Verein und untersucht die Probe mit seinem mitgebrachten Labor oder wie? Extern ist jetzt etwas kurz.
Das Gehirn reift bis zum 20. Lebensjahr. Zitat aus Rauschmittelkonsum_im_Jugendalter.pdf von DHS aus 2018
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Tictak hat geschrieben: So 11. Jun 2023, 17:29 Geht es vielleicht noch etwas ausführlicher?
Nein. Der Verein erfüllt die gesetzlichen Vorgaben. Punkt.

Niemand wird kommen und dich fragen, wie du das am besten lösen würdest. Du verzettelst dich in kleinsten Kleinigkeiten...

Vielleicht wird jemand kommen und Georg fragen. Aber der wird schon allein aus taktischen Gründen eine praktikable Maximalforderung stellen (Testkits zB), die dann eh nicht umgesetzt wird, sondern irgendein halbgarer Kompromiss. So wie das halt immer läuft.
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bad guy
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Re: Laberecke

Beitrag von bad guy »

Irgendwie würde ich gerne schon jetzt anbauen auf dem Balkon. Wenn ich erwischt werde kriege ich ziemlich wahrscheinlich sowieso Amnestie in 2024. Oder?

Nur wegen dem Führerschein hatte ich Angst weil ich den jetzt nach 15 Jahren erst wieder habe. Und meine Frau wäre auch nicht begeistert weil noch nicht legal.
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

In Bayern komplett die Finger davon lassen, solange das nicht in trockenen Tüchern ist. Er wäre ihnen zuzutrauen, dass sie Standgerichte und die Wiedereinführung des Prangers planen. Zumindest bis die Wahlen vorbei sind. ;)

Zum Führerschein: es ist noch komplett unklar, wohin die Reise geht. Der Status "Kiffer = zum Fahren generell ungeeignet" ist noch in Kraft und es steht in den Sternen, ob sich da etwas gravierend ändern wird. Wenn du den Schein brauchst: Finger weg vom Konsum.
Und meine Frau wäre auch nicht begeistert...
Damit hat sich das Thema doch eh erledigt, oder?! ;)
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Freno hat geschrieben: Mi 21. Jun 2023, 22:06 Immerhinque wissen wir jetzt positiv, daß pepre "auch so einer" ist !
a) Leider völlig daneben getippt. b) Lies mal Plenk
Freno hat geschrieben: Mi 21. Jun 2023, 22:06Über Sozialwissenschaftler sagt nämlich niemand was Gutes...
Generell ist zu sagen: a) Feindbilder bringen uns als Gesellschaft nicht weiter. b) Es gab mal eine Statistik zum volkswirtschaftlichen Nutzen² von Arbeit, aufgegliedert nach Berufen. Lehrer, Sanitäter, Krankenpfleger, Müllwerker etc lagen da - verständlicherweise - ganz weit vorne. Größenordnung 50€ Gewinn pro Stunde pro Nase. Am anderen Ende lagen Hedge-Fond-Manager³ mit -8000€. Ja, richtig gelesen, da steht ein Minus davor, also verursachen die einen gesellschaftlichen Schaden. Man könnte auch sagen, dass sie parasitieren.

Jetzt rate mal, wo da a) die Sozialarbeiter und b) die Anwälte eingeordnet waren. ;)
Freno hat geschrieben: Mi 21. Jun 2023, 22:06Bei den Juristen ist es natürlich auch nicht anders - aber sie werden deutlich besser bezahlt von denen, die über sie lästern.
Da wäre ich nicht stolz drauf. Zumal die wirklich großen Umsätze bei den Juristen anfallen, die Probleme lösen, die es ohne sie gar nicht gäbe.

---
¹ Merkwürdigerweise findet sich das häufig in juristischen Schreiben. Ist das irgendeine "Tradition"?
² Summe aus: welchen Mehrwert erarbeiten sie und welchen Schaden wenden sie ggf durch ihre Arbeit ab?
³ Das kommt daher, dass sie Gelder aus der Realwirtschaft abziehen und in die Hochfinanz transferieren, wo das Geld keinen gesellschaftlichen Nutzen mehr generiert (Trickle down funktioniert eben nicht).
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Re: "Cannabis: Alte Arzneipflanze, moderne Forschung"

Beitrag von Freno »

pepre hat geschrieben: Sa 1. Jul 2023, 13:57Man kann das natürlich ebenso auf alle anderen psychoaktiven Drogen anwenden: nachdem erstmal alle Forschung de facto jahrzehntelang verboten war, sind jetzt von Big Pharma riesige Summen aufzuwenden, um das alles nachzuholen (bei weiterhin höchst brisanter Gesetzeslage). Und ohne diese Forschung wird das Wissen um die Substanzen auch nicht in den Elfenbeinturm einziehen.
"Mit der Schule ist es wie mit der Medizin: sie muß bitter schmecken, sonst nützt sie nichts!" lassen Spörl/Reimann den Prof. Crey / "Schnauz" in der legendären "Feuerzangenbowle" sagen und damit wird eine tiefenpsychologische Wahrheit zum Ausdruck gebracht: die mittelalterliche Vorstellung von der Krankheit als Strafe Gottes ist immer noch - im (kollektiven) Unbewußten ! - sehr lebendig und "virulent". Sie ist noch nicht einmal "richtig falsch", weil tiefenpsychologisch der monotheistische Gott unter anderem auch beschrieben werden kann als Projektion des Über-Ichs ins Kosmologische. Aus diesem Über-Ich kommen eine Reihe von pathologischen "Impulsen" auch bei Leuten, die von der Bewußtseinspsychologie als "psychisch unauffällig" beschrieben werden und diese Impulse äussern sich sehr leicht in psychosomatischen Induktionen von allerlei Krankheiten bis hin zu Unfällen. "Wir sehen es jeden Tag in den Kliniken: es sind immer dieselben Leute, die sich die Knochen brechen." sagte mal ein psychiatrischer Emeritus zu mir.

Weil also Krankheit eine Strafe ist - wofür weiß natürlich heute auch keiner mehr so richtig - muß Buße getan werden, die Heilbehandlung muß mit Entbehrungen, Verzichten, Schmerzen ... "Unlust" schlechthin verbunden sein, "sie muß bitter schmecken".

Cannabis schmeckt nun eben überhaupt nicht bitter, ist nicht "unlustvoll" sondern eine höchst lustvolle Angelegenheit: der Konsum macht Laune, man ist gut drauf, man nimmt es gerne, freut sich darauf, genießt es. Und weil genau das aus o.g. Gründen nicht sein darf, kann es keine "nützliche" Medizin sein und das Unbewußte von vielen Ärzten, Apothekern, Pharmakologen legt daher ein Veto gegen Cannabis ein, daß mit "den üblichen verdächtigen" Argumenten "rationalisiert" wird: Sucht, Kriminalität, Jugendschutz etc etc.

Auch ich bin der Meinung, daß sich dieses tiefenpsychologische Modell zur Ablehnung von Cannabis durch "das Gesundheitssystem" - erfreulicherweise ist es ja nur ein Teil des Systems, die Anti-Cannabis-Front bröckelt meiner Wahrnehmung nach heftig - nicht nur auf weitere psychoaktive Substanzen übertragbar ist.

Es gibt eine große Reihe von hochgradig gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen, die als solche nur höchst ungerne zur Kenntnis genommen werden, eben weil sie lustvoll sind, Spaß machen. Schon Sebastian Kneipp hat die therapeutische Wirkung von "FKK" (den Ausdruck gab es zu Kneipps Lebzeiten noch nicht) beschrieben, "Luftbäder" nannte es Kneipp und regte an, daß jede Gemeinde solche "Luftbäder" (FKK-Gelände oder -Gelegenheiten) einrichten solle ... es ließen sich endlose Beispiele weiter anreihen.
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Freno hat geschrieben: Sa 1. Jul 2023, 19:58 Weil also Krankheit eine Strafe ist [...] muß Buße getan werden, die Heilbehandlung muß mit Entbehrungen, Verzichten, Schmerzen ... "Unlust" schlechthin verbunden sein, "sie muß bitter schmecken".
  • "Das Leben ist Mühsal und Plage, Erlösung findet man nur durch Gott". Um die Ausbeutung der Volkes aufrecht zu erhalten, bediente sich die Allianz aus Adel und Klerus dieses Glaubenssatzes. Lustvolle Dinge wurden dem Volk vorenthalten, Ausnahmen davon gab es nur als herrschaftliche Belohnung.
  • Die Ärzteschaft entwickelte sich aus den Alchemisten. Diese (und folgend die Pharmakologie) hantierten mehr mit "Reinsubstanzen", die Volksheilkunde hingegen mit Heilpflanzen und deren Veredelungen. Es ging um's Geschäft: der Ärzte-Stand und die Klöster verdienten mit ihren Mittelchen nicht schlecht und wollten die lästige Konkurrenz weg haben.
Beide Faktoren zusammen führten zu einer "unlustvollen Heilkunst". Ob man das nun "historische Entwicklung" oder "das kollektive Unbewußte" nennt ist nur eine Frage der Interpretation, bzw wie es ins eigene Weltbild passt.

Mit dem Einzug der industriellen Pharmakologie ging dann die Monopolisierung der Heilkunst erst richtig los. An die Stelle der moralischen Diskretitierung der Heilkundigen aus dem Volk trat deren strafrechtliche Verfolgung, insbesondere bei hochwirksamen Mitteln (BTM u.a.).

Summa summarum ging und geht es immer nur um Macht und Profitgier, aka Verteilungskämpfe. Und das Volk bekommt immer gerade soviel Brosamen, dass es keinen Aufstand gibt. Früher parasitierten Adel und Klerus, heutzutage ist es ein etwas komplexeres Geflecht aus Hochfinanz¹, Politik und Medien.

---
¹ Es liegt in der ggw grundlegenden Struktur der Hochfinanz begründet, dass sich Kapital immer akkumuliert: die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer. (Man könnte diesen Automatismus aber relativ leicht mit ein paar neuen/geänderten Regeln außer Kraft setzen. Aber eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, befürchte ich.)
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Re: Laberecke

Beitrag von Parade »

pepre hat geschrieben: So 2. Jul 2023, 11:46Mit dem Einzug der industriellen Pharmakologie ging dann die Monopolisierung der Heilkunst erst richtig los. An die Stelle der moralischen Diskretitierung der Heilkundigen aus dem Volk trat deren strafrechtliche Verfolgung, insbesondere bei hochwirksamen Mitteln (BTM u.a.).
Vermengt mit politischer Verfolgung, und gerade bei Cannabis auch mit Rassismus. Gerade Cannabis-Konsumenten in den USA hatten in der öffentlichen Wahrnehmung zu oft eine nicht-weiße Hautfarbe, ein Verbot konnte zu Zeiten der Rassentrennung kaum mit Widerstand rechnen, auch weil man nicht "Hanf" verfolgte sondern einen mexikanischen Begriff nutzte, "Marijuana".
pepre hat geschrieben: So 2. Jul 2023, 11:46Summa summarum ging und geht es immer nur um Macht und Profitgier, aka Verteilungskämpfe. Und das Volk bekommt immer gerade soviel Brosamen, dass es keinen Aufstand gibt. Früher parasitierten Adel und Klerus, heutzutage ist es ein etwas komplexeres Geflecht aus Hochfinanz¹, Politik und Medien.

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¹ Es liegt in der ggw grundlegenden Struktur der Hochfinanz begründet, dass sich Kapital immer akkumuliert: die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer. (Man könnte diesen Automatismus aber relativ leicht mit ein paar neuen/geänderten Regeln außer Kraft setzen. Aber eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, befürchte ich.)
Der Klerus wurde abgelöst von den Medien, Bildschirm statt Kanzel (kein Widerspruch,"glauben"), und von denen die heutige Kathedralen bauen(z.B. Hochhäuser statt üblicher Bürogebäude).

Ob Cannabis kriminalisiert, entkriminalisiert, "Einstiegsdroge", oder legalisiert ist, bestimmen auch unsere großen Medien, also heutiger Klerus, mit. Die könnten die Politik vor sich her treiben
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Parade hat geschrieben: Mo 3. Jul 2023, 01:12 Vermengt mit politischer Verfolgung ... Rassismus.
Klar gibt es mehr Faktoren. Die Welt ist komplex. ;)

Parade hat geschrieben: Mo 3. Jul 2023, 01:12 Der Klerus wurde abgelöst von den Medien, Bildschirm statt Kanzel ... Die könnten die Politik vor sich her treiben ...
Sie könnten nicht nur, sie tun es! Insbesondere die privaten Medien sind idR in der Hand von superreichen Familien (oder über Bande via Investmentfonds). Diese Reichen wollen natürlich weiter parasitieren und das System zu ihren Gunsten manipulieren.

Das passiert über "teile¹ und herrsche": wenn Springer mal wieder "Zerstrittene Pampel-Ampel regierungsunfähig!" und "Der Heizungswahn wird uns alle töten!" titelt, dann kann sogar der ÖR nicht mit "Es gab erwartbare Meinungsdifferenzen innerhalb der Ampel, aber es wurden vernünftige Kompromisse ausgehandelt" daher kommen, sonst bekommt er gar keine Klicks mehr: er muss auch auf eine übertriebene Sprache zurückgreifen. Was beim Volk natürlich schlußendlich Wut, Angst und Schrecken induziert, was es umso leichter manipulierbar macht. — Die Hysterisierung der Berichterstattung ist ein Herrschaftsinstrument der Reichen. Und es wird exzessiv genutzt.

---
¹ Das Teilen funktioniert - wie man an den Zahlen für die AfD sieht - ganz ausgezeichnet. Da diese Zielgruppe idR nur die hysterisierenden privaten Medien konsumiert, wird dieser Trend sich fortsetzen (und die CDU wird auf den fahrenden Zug aufspringen [falls nicht CDU/FDP möglich wird]). Es ist völlig pervers, dass der ÖR als "Lügenpresse" gebrandmarkt wird, den offensichtlich dreist lügenden privaten Medien wird jedoch jedes Wort geglaubt, solange es gegen "die da oben" geht. Chapeau! Ich hätte nicht gedacht, dass man eine solch' aberwitzige Verdrehung der Realität so effizient hinbekommt.
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Beitrag von pepre »

bad guy hat geschrieben: Fr 7. Jul 2023, 17:03 Von mir aus Rauchen verbieten wenn Dritte in der Nähe (und nicht einverstanden) sind. Auch Zigaretten. Freiheit endet wo die Freiheit andere anfängt. Verdampfen in der Öffentlichkeit aber erlaubt.
Äh... ein typischer St. Florian. :lol:

Und was ist mit den (weil permanent vorhandenen) weit höheren Feinstaub-Belastungen durch Reifenabrieb und Dieselabgase?

Außerdem: haben wir nicht alle gelernt, dass Verbote bzgl Drogen nur wenig effizient sind?
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Martin Mainz hat geschrieben: Fr 7. Jul 2023, 22:39 Den straffreien Eigenanbau und Besitz können auch die nicht so einfach zurück drehen. Stell Dir vor, die würden versuchen die gleichgeschlechtliche Ehe zu anulieren. Da bin ich recht zuversichtlich.
Dein Optimismus in allen Ehren, aber wenn man sich ansieht, was in den USA alles gerade zurückgerollt wird... :roll:

Auch ist zu bedenken: 20% Wählerpotential für die AfD! Jeder fünfte Wähler! Und die AfD punktet ausschließlich durch Populismus¹. So ein Rollback wäre für die ein Medien-Highlight sondersgleichen ("Recht und Ordnung! Gegen Drogen! Prost!"). Und die CDU steht mMn schon in den Startlöchern für eine Koalition mit den Faschisten (falls es mit der FDP alleine nicht klappen sollte). Von der CDU hätte sicher keiner etwas gegen einen Rollback, solange nur Posten in der Regierung winken und die Rechtfertigung "unser Koalitionspartner bestand darauf" steht.

Wobei natürlich auch die AfD genau weiß: ihre bewaffneten Sturmtruppen sind Drogen- und Gewaltexzessen durchaus nicht abgeneigt. Aber die Verlockung via Hanf Gegner zu kriminalisieren dürfte dennoch sehr groß sein. Ganz im Sinne Anslingers.

---
¹ Was die erzählen und was sie tun/zu tun gedenken könnte diametraler nicht sein. Wie bei allen faschistischen Parteien: Akkumulation von Macht und Geld in den Händen einer Elite zu Lasten des Volkes, während man von "für das eigene Volk" faselt. So läuft es immer.
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Martin Mainz hat geschrieben: Fr 7. Jul 2023, 17:30 Ich hoffe, daß wenn es erst mal eine Weile "legal" ist, normalisiert sich das und Gesetze kann man anpassen.
Vgl §218:
  • 1871 stellte der Paragraf 218 des Strafgesetzbuches Abtreibungen grundsätzlich unter Strafe.
  • 1927 Abtreibungen aus medizinischen Gründen erlaubt
  • 1974 Fristenmodell, medizinische/kriminologische Indikation
  • 2023 sollen Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafgesetz verschwinden.
Wenn das ähnlich schnell geht ... Wobei Hanf ja erst seit 1928 verboten ist... dann wären wir analog bei 2080... 🤪 Scnr...
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Grünzeugs hat geschrieben: Mi 12. Jul 2023, 17:45 Mich packt nur noch die nackte Wut, wenn ich "Europäische Kommission" lese. ... Die EU-Kommission und die Postenvergabe ist etwa so demokratisch wie Rot-China.
Du musst das aus Sicht der Lobbyisten sehen: zentralistische Regierungen lassen sich mit kleinem Aufwand manipulieren. Diese Regierungen wiederum entsenden die Kommission. Ergo ist die Kommission quasi ein Extrakt aus der Einflußnahme der Lobbyisten. — Und wenn du dir die Realpolitik der Kommission ansiehst (Stärkung der Hochfinanz und des Großkapitals; Ausweitung der Law & Order Prinzipien), so ist diese Einflußnahme der Lobbyisten äußerst effektiv.

Du stehst halt leider nur auf der falschen Seite der Reichtumsverteilung. ;)

Ich gehe nicht einmal von einem "bösen Plan" oder gar einer "Verschwörung" aus. Es ergibt sich einfach so: jeder optimiert seinen Bereich. Die Reichen wollen ihren Reichtum behalten, also beauftragen sie Fachleute, die Strategien entwickeln, um die Privilegien zu sichern. Etabliert hat sich als Strategie: halte die Politiker in einer Blase aus Empfängen, Vorträgen, Tagungen usw gefangen, so dass sie sich dort wohl fühlen und "gefeiert werden".¹ Vom Volk und dem politischen Gegner kommt eh nur Gemotze, das macht es leichter. Der Mensch ist Mensch, und er folgt denen, die ihm "wohlwollen". Eine simple Ausnutzung psychologischer Mechanismen ist das. — Da die Reichen naturgemäß viel mehr Geld (aka 'Peanuts') in diese Manipulation stecken können, liegt es auf der Hand, dass deren Einflußnahme auf die Politik immens stärker ist, als die der (armen und wenigen) Lobbyisten aus anderen Gesellschaftsschichten.

In Ost-Europa, Afrika und Südamerika macht man es anders: man hält den Regierenden die goldene Karotte vor die Nase. Die sind (bzw werden) gierig und etablieren einen Staat, in dem Korruption das treibende Element ist. Das macht sie besonders leicht manipulierbar.

Und es erklärt den Zustand der Welt: aus dem an sich simplen Auftrag "Sichere unseren Reichtum" wird im Endeffekt eine Akkumulation von Kapital bei den Reichen. Solange bei diesen nicht die Erkenntnis einsickert, dass auch ihr Reichtum sie nicht (langfristig) vor den Auswirkungen ihres Tuns schützen kann, wird es wohl oder übel so weitergehen.

Was hat das nun mit dem Hanfverbot zu tun? Es ist Teil des Law & Order-Prinzips. Die aufmüpfige Bevölkerung muss kontrolliert werden, sonst drohen Szenarios wie bei der französischen Revolution. In den Köpfen hängt drin: "Kiffer = Revoluzzer"; eine Nachwirkung der 68er Aufstände. Wenn man die - wenn nötig - einfach wegsperren kann, dann ist das ein Vorteil, den man nur ungern aufgibt.

Zudem gilt: "never change a running system". Hanf hat das Potential u.a. die Petrochemie zurückzudrängen. Da viele Gelder der Reichen dort traditionell 'investiert' sind, wäre eine breite Freigabe und wirtschaftliche Nutzung von Hanf nicht in ihrem Sinne. Neue Investitionen sind immer risikobehaftet. Warum sollte man das also tun, während doch die Petrochemie hohe und sichere Renditen einfährt? — Ein langsamer, risikoarmer Umbau hingegen ist schon eher etwas, auf das man sich einlassen kann. Und das ist genau das, was wir gerade erleben.²

Die Reichen stört das Verbot eh nicht: aufgrund ihrer Stellung können sie quasi tun und lassen, was sie wollen. Brandmauern aus Beziehungen, Bestechung und Juristen schützen sie nahezu hermetisch von jeglicher Strafverfolgung ab. Nur exorbitant dummdreiste Exemplare (zB Trump) bekommen Probleme.

tldr: die Habgier ist an allem Schuld.


---
¹ Probiere es selbst aus: stelle dich auf ein Podest o.ä. und lasse dich nur eine Minute lang völlig grundlos, jedoch (halbwegs) ernsthaft von einer Menge (10 Leute reichen, aber je mehr desto besser) bejubeln ("Klasse!", "Gut gemacht!", "Bravo!", "Ausgezeichnet!", usw). Obwohl dir und allen Beteiligten dieser Fake völlig klar ist: dein Gehirn reagiert mit der Ausschüttung von Endorphinen. Du wirst dich super fühlen. ;)

² S. z.B. Lauterbachs Gesetz: das ist keine Legalisierung, es ist ein Verbot mit ganz wenigen, sehr speziellen Ausnahmen. Er ist auf FUD der Lobbyisten reingefallen, und hat eh seinen sehr speziellen ärztlichen Tunnelblick, der ihn das immense Potential von Hanf in Landwirtschaft und Industrie nicht wirklich sehen lässt.³

³ Man müsste eine unübersehbare Kampagne fahren, die darlegt, wie effizient Hanf CO₂ bindet: 8 mal effizienter als Wald und 4 mal effizienter als Moore. Das wäre zumindest ggw ein medialer Hebel, an dem man nicht vorbei kommt. - Harzreiche Sorten könnten dann als Dämmung verbaut werden. Durch das Harz sind die weit länger haltbar als zB Styropor. Additive braucht man gar nicht: sie sind selbstklebend und Schädlinge mögen das Harz auch nicht. Und danach wären sie Dünger statt Sondermüll. Viel Wasser brauchen sie beim Anbau auch nicht. Win-win-win!
Das alles ist bekannt. Es müssen wirklich sehr starke Interessen dahinter sein, wenn das nicht als schnelle und hochwirksame Maßnahme umgesetzt wird. Statt dessen legt die EU Milliardenprogramme auf, um Moore und Wälder zu renaturieren, was Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Nicht falsch verstehen: es heißt nicht Hanf oder Moore/Wälder. Es muss alles gleichzeitig gestartet werden.

PS@Grünzeugs: wenn du Lust hast, dann sieh dir mal den Stammbaum von UvdL an, da gehen dir die Augen über: etablierter Teil der Elite. Somit passt sie perfekt auf diesen Job. Vielleicht erinnerst du dich noch an die Manöver, die gefahren wurden, um sie dorthin zu bringen und die "Spitzenkandidaten" aus bürgernahen Milieues zu verhindern.
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Re: Laberecke

Beitrag von Parade »

Hab ein Video von Joe Biden gesehen welche Einstellung der betreffs Crack hatte: https://www.youtube.com/watch?v=NylTKobMUiE

Wikipedia über seinen Sohn: "Biden has abused drugs and alcohol throughout his adult life, which he has detailed in his memoir Beautiful Things."
https://en.wikipedia.org/wiki/Hunter_Bi ... ohol_abuse
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Re: Laberecke

Beitrag von Parade »

pepre hat geschrieben: Do 13. Jul 2023, 08:06 Was hat das nun mit dem Hanfverbot zu tun? Es ist Teil des Law & Order-Prinzips. Die aufmüpfige Bevölkerung muss kontrolliert werden, sonst drohen Szenarios wie bei der französischen Revolution. In den Köpfen hängt drin: "Kiffer = Revoluzzer"; eine Nachwirkung der 68er Aufstände. Wenn man die - wenn nötig - einfach wegsperren kann, dann ist das ein Vorteil, den man nur ungern aufgibt.
Sehe ich auch so.
In den USA kam im Jahr der Aufgabe der Rassentrennung das Einheitsabkommen, jetzt konnten nicht nur Menschen mit nicht-weisser Hautfarbe verfolgt werden, hauptsächlich aber waren weiterhin Menschen mit nicht-weisser Hautfarbe dran.
Für viele Menschen war der war on drugs eine Fortführung oder gar Erweiterung des Rassismus, nur das die den Vorwurf des Rassismus von sich weisen konnten, es ging ja jetzt um drugs.
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Grünzeugs
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Re: Laberecke

Beitrag von Grünzeugs »

Parade hat geschrieben: Do 13. Jul 2023, 20:10 Hab ein Video von Joe Biden gesehen welche Einstellung der betreffs Crack hatte: https://www.youtube.com/watch?v=NylTKobMUiE

Wikipedia über seinen Sohn: "Biden has abused drugs and alcohol throughout his adult life, which he has detailed in his memoir Beautiful Things."
https://en.wikipedia.org/wiki/Hunter_Bi ... ohol_abuse
Habe ich auch von gehört und das ist ein wunderschönes Beispiel für die Bigotterie der Oligarchen:
Geiles Foto:

Joe Bidens Sohn raucht bewaffnet Crack: Wieso wird darüber kaum berichtet?
https://www.berliner-zeitung.de/politik ... -li.246060
Argumentationshilfen für eine Legalisierung von Cannabis
viewtopic.php?f=11&t=113&p=95634#p95634
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Grünzeugs hat geschrieben: Di 25. Jul 2023, 22:07 Joe Bidens Sohn raucht bewaffnet Crack: Wieso wird darüber kaum berichtet?
Weil es für die seriöse Presse nicht relevant ist. Das ist bestenfalls Material für "Das goldene Blatt", die "Bild" u.ä. Boulevardblätter. Zudem geht das stark Richtung "Sippenhaft". Geht also gar nicht. — Damit "Bigotterie" greift müssten sich die Amtsträger schon selbst "Verfehlungen" leisten.
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Re: Laberecke

Beitrag von Parade »

pepre hat geschrieben: Mi 26. Jul 2023, 07:56Zudem geht das stark Richtung "Sippenhaft". Geht also gar nicht. — Damit "Bigotterie" greift müssten sich die Amtsträger schon selbst "Verfehlungen" leisten.
Sippenhaft? Ein Politiker der öffentlich für jahrelange Haftstrafen für kleinste Mengen einer Droge(Crack) stand. Dessen Sohn, der seine "history of substance abuse" (Wikipedia) in Memoiren selbst öffentlich machte, im Höhepunkt seiner Drogennutzung "smoking crack every 15 minutes."
Da sind einige Richtungen möglich, entweder wusste dieser Politiker der für harte Drogenbestrafung stand nichts von der jahrelangen Drogennutzung seines Sohnes, oder ...
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Re: Laberecke

Beitrag von Freno »

Mir ist da neulich ein Gedanke gekommen, der mir zunächst als Schnapsidee (korrekter: Rotwein-Idee) vorkam, aber mir langsam als "möglicherweise Ernst" vorkommt:

In diesem monströsen Gesetz zur Legalisierung von CSC gibt es unscheinbare, aber sehr bedeutsame Regelungen für den einzelnen Konsumenten - ich hoffe, daß ich sie richtig wiedergebe:

Jeder darf - unabhängig von einer CSC-Mitgliedschaft - bis 25 g Cannabis erwerben, besitzen, "mit sich führen". Lediglich der Verkauf durch Einzelne soll illegal bleiben. Auch darf jeder 3 Pflanzen aufziehen und ernten. Das ist ein sehr bedeutsamer Fortschritt zur gegenwärtigen Rechtslage, wonach Cannabis - vom medizinischen Cannabis abgesehen - komplett illegal bleibt, lediglich die "Geringfügigkeitsverordnungen" der Bundesländer führen zu einer Verpflichtung der Strafverfolgungsbehörden und Gerichte zur Einstellung nach §§ 153, 153a StPO. IdR wurden 6 g als geringfügig normiert.

Derzeit bleibt also auch der Besitz von zB 3 g Cannabis eine Straftat, die Einstellung - die uU bei hartleibigen Strafverfolgern und Gerichten - mit Rechtsmitteln erstritten werden muß, bleibt ein Makel im Bundeszentralregister, die zT erheblichen Verfahrenskosten (va Gutachten und Kosten der Verteidigung) können eine "uneigentliche" Geldstrafe bedeuten, die je nach Umständen sehr schmerzhaft sein kann. Last not least wird das evtl. aufgefundene und beschlagnahmte Cannabis entzogen.

Wie gesagt: die obigen Regeln des Entwurfs stellen dagegen eine gewaltige Erleichterung dar.

Wermutstropfen: die davon begünstigten Konsumenten werden zwar nicht mehr zu "Beschuldigten", aber zu "Zeugen" von weiterhin illegalen Verkäufen von Cannabis (wenn es sich nicht um Cannabis-Abgabe von CSCs an Mitglieder handelt) und haben idR kein Aussageverweigerungsrecht mehr, dh sind verpflichtet, über den Verkäufer - ihren dealer - Auskunft zu geben. Spätestens bei einer gerichtlichen Zeugenvernehmung wird es ernst: auch uneidliche Falschaussagen vor Gericht sind Straftaten, Mindeststrafe: 1 Jahr !

Aber dieser Wermutstropfen kann hingenommen werden - in Cannabis-freundlichen Regionen wird man kaum noch weitere Nachforschungen anstellen, wenn bei Kontrollen weniger als 25 g aufgefunden werden. Man hat schließlich besseres zu tun. Und obendrein muß man damit rechnen, daß der Zeuge Aussagen über seinen "dealer" machen wird, die nicht "zielführend" sind: anonymer Verkauf "auf der Straße", schlechte Personenbeschreibung - "es war ja schon dunkel" usw. (Für den illegalen Verkäufer von dem Samen für die 3 "Balkonpflanzen" gilt entsprechendes.) Schließlich wird fast jeder, bei dem nach Inkrafttreten jenes Entwurfes, 20 g "legales" Cannabis aufgefunden wird, auch entsprechende illegale Erfahrungen haben, in der Kunst der Konspiration mehr oder weniger bewandert sein ...

Auch die "Führerschein-Problematik" bleibt ungelöst - aber trotzdem: "ein großer Schritt in die richtige Richtung", der jedoch in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle spielt, regelrecht unter gegangen ist in einer Kakophonie über Detailfragen der völlig überregulierten CSC, wie etwa die "Bannmeilen" um Schulen, Kindergärten und was weiß ich, was man sich noch ausdenken wird: Jugendzentren, Sportvereine, Einrichtungen der Jugendhilfe ... n = n + 1.

Möglicherweise sind die Verfasser jenes monströsen Entwurfes schlauer, als ich gedacht hatte: möglicherweise geht es überhaupt nicht um die Etablierung von CSCs, wie offiziell "getan" wird, sondern im wesentlichen um diese beträchtliche Ausweitung des Schutzes von Cannabis-Konsumenten vor Strafverfolgung; nur mußte man einsehen, daß man gegen mächtige politische Widerstände gegen jedwede Cannabis-Legalisierung nur mit einem Trick ankommen konnte: also hat man den Legalsierungs-Gegnern mit den CSC und deren monströser Regulierung einen gewaltigen Knochen zum drauf-rum kauen hingeworfen und nimmt sehenden Auges und wohlweisslich schweigend in Kauf, daß aus CSCs nach diesem Entwurf "nichts vernünftiges werden kann", die Vereine, die evtl. gegründet werden, und auch deren Mitglieder in einem Wust von juristischen Schikanen erdrückt werden können.

Ist dieser Gedanke wirklich so abwegig ?
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