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ARD (18.11.14) 23:50 Maischberger

Verfasst: So 16. Nov 2014, 10:30
von Sabine
Thema " Alkohol, Kokain oder Crystal Meth – Welche Droge ist am gefährlichsten?"


"9,5 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form", sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Hinzu kommen 120.000 bis 150.000 Opiatabhängige (z. B. Heroin) und 600.000 Menschen, deren Cannabiskonsum gesundheitsschädigend ist."


Mit dabei
Prof.Dr.med. Thomasius Bild

http://www.daserste.de/unterhaltung/tal ... n-100.html

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mo 17. Nov 2014, 14:55
von bushdoctor
Christian Rätsch ist auch dabei...

Das könnte in der Tat lustig werden! Vielleicht schau ich mir nach mehreren Jahren Talkshow-Abstinenz mal wieder so eine Sendung an... ;-)

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mo 17. Nov 2014, 23:31
von overturn
Das wird sogar mit ziemlicher Sicherheit eine lustige Sendung ;D In dieser speziellen Runde scheint mir Herr Rätsch wieder mal, aber diesmal ganz besonders die Rolle des "Außenseiters" einzunehmen.

Thomasius wird folgendermaßen zitiert:
"Nur ungefähr 30 Prozent der Abhängigen schaffen es nach einer Therapie, abstinent zu bleiben", berichtet der Suchtexperte und Psychiater.
Aus welchem Jahrhundert stammen eigentlich die Vorstellungen, die sich hinter dieser Aussage maskieren? Nicht, dass die Zahl (grob) nicht stimmt, aber die Logik dahinter ("Nicht-Abhängig" gleich und ausschließlich pure Abstinenz) ist erheblicher Blödsinn. Zumal alternative Ansätze ("Harm Reduction") hierfür komplett ausgeblendet werden müssen. Und dabei repräsentiert diese Quote vielmehr ganz einfach die mangelhafte Wirkung der meisten therapeutischen Angebote, weil diese in der Mehrheit auch leider keineswegs klientenzentriert ausfallen - was bereits an der irrigen und strikten Dichotomie Abstinenz <-> Sucht durchscheint. Ob Thomasius mal ausnahmsweise näher auf die tatsächlichen und ähnliche Fakten eingehen wird -> http://www.aerzteblatt.de/archiv/156413 ... -die-Regel ? Ich bezweifle es.

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Di 18. Nov 2014, 15:50
von NorthernLight
Eine verlagerung einer Sucht wäre ja auch schon ein riesiger schritt zur wiedereingliederung von vorher schwer abhängigen- Heroin --> Cannabis z.B.
Sowas will Thomasius sicher nicht hören.

Wie war das, von 100 000 Konsumenten (cannabis) erkranken 2 an einer psychose, die vermutlich schon vorher vorhanden war, nur halt im verborgenen. Leider wird diese Zahl nie genannt... Dann wäre die Wirkung dieses gegenarguments schon eine ganz andere...

Vielleicht ist das hervorbringen einer vorhanden psychose durch cannabis ja auch ein vorteil. so kommt etwas ans licht, das dringend behandelt werden muss und nun auch behandelt werden kann. Gleichzeitig wird dadurch verhindert, daß ein mensch mit einer verborgenen psychose irgendwann einfach durchknallt und schlimmeres anrichtet. mal so als These..

gibt ja schließlich auch die meinung, das nicht menschen die zu cannabis neigen eine pschose bekommen, sondern das menschen die zu psychosen neigen ebenfalls zu cannabis als selbstmedikation neigen. klar, dass eine selbstmedikation nicht immer gelingt..

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 07:28
von Sabine
"Spiegel"artikel zu der Sendung mit Forum :

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 03667.html

Und ein Super-Artikel in der "Faz" :

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 74090.html

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 08:40
von overturn
Dass Abhängigkeit das Produkt eines Mangels sein soll, ist irgendwo, irgendwie richtig, wurde in der Sendung aber ziemlich abstrakt und stark vereinfacht. Am ehesten handelt es sich hierbei, wie Rätsch treffend feststellt, um einen kulturellen/gesellschaftlichen, und weniger um einen individuell-defizitären Mangel (wie Thomasius andeuten möchte). Das wird deutlich, wenn man sich klar macht, dass es nicht nur "schlechte Abhängigkeiten" gibt. Wenn jemand in einer anderen Person, seiner Religiosität oder seiner Arbeit vollständig aufgeht, teilweise womöglich ebenfalls mit problematischen Zügen, wird dies in aller Regel keineswegs pathologisiert. Die Nachfrage an Thomasius, wieso Methamphetamin und ähnliche, heute tabuisierte Substanzen denn vor Jahrzehnten frei verfügbar waren, aber ohne weitreichende Konsequenzen, wird nur oberflächlich begründet. Vor allem wird ignoriert, dass ganz sicher nicht nur Piloten zu den Konsumenten gehörten. Man denke einfach an die amerikanische Situation vor 1914. Außerdem ist Methamphetamin offenkundig sicher genug, um es noch heute bereits Kleinkindern als Medikament zu verabreichen. Dass zusätzlich die "Heroin-Panik" von Thomasius auf sämtliche Opiate ausgeweitet wird, ist einfach nur noch beschränkt. Offensichtlich hat der Herr noch nie etwas von einer sogenannten "opioid phobia" gehört, die besonders unter Ärzten grassiert? Oder sich über die Konsequenzen für Schmerzpatienten, vor allem in der dritten Welt, Gedanken gemacht. Um mal den starken Kontrast hervorzuheben, hier ein Zitat vom amerikanischen Sozialpsychologen und Soziologen Charles Winick (zitiert nach Peele 1975): "Opiates usually are harmless, but they are taken under unsatisfactory conditions." ,) Dass sich die Injektion als populäre Konsumform überhaupt erst richtig verbreiten konnte, liegt maßgeblich an der Prohibition. Wenn Thomasius diesem Punkt widersprechen würde, hat er einfach noch weit weniger Ahnung als bisher bereits angenommen.

Ansonsten war ich von Rainer Meifert höchst positiv überrascht! In seiner Sendung sollte man viel öfter ihn selbst, und seltener die selbsternannten "Experten" zu Wort kommen lassen.

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 12:11
von Gerd50
"Wo bekommt man das denn her, das ist ja illegal?"

http://www.morgenpost.de/vermischtes/ar ... legal.html

"In Sandra Maischbergers Talkshow berichten Schauspieler, Sänger und Bundesliga-Profis über ihre
Drogensucht. Aktuelle politische Diskussionen über die Legalisierung von Cannabis kommen dabei
zu kurz."

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 15:21
von bushdoctor
Danke, Gerd, für den Link auf die Zusammenfassung der Sendung!
Da hab ich ja nix verpasst... das war mir gestern einfach zu spät. Für das nachträgliche Anschauen in der Mediathek sehe ich nach diesem Bericht keinen Grund mehr.

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 17:47
von NorthernLight
Was ist denn mit Dr.T passiert? hat er ne imageberatung hinter sich? Hatte er ne erscheinung? irgendwas muss da passiert sein! der mann kann ja sogar objektiv sein, wenn man ihn nicht ausschließlich zu gras befragt!

und unglaublich, wenn ich das richtig verstanden habe, befürwortet er eine entkriminalisierung!!

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 19:24
von Doc_A
Das mit dem Thomasius ist mir auch aufgefallen.

So um 01:04:20. Geringe Menge für Erwachsene entkriminalisieren. Bundesregierung etc.

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 19:57
von Gerd50
Thomasius und Patzak scheinen schon vor der Sitzung des Gesundheitsausschusses
„Beabsichtigte und unbeabsichtigte Auswirkungen des Betäubungsmittelrechts überprüfen“
zu dem Schluss gekommen zu sein, dass sie nicht mehr komplett gegen den Strom notwendiger
Reformen schwimmen können.

http://www.bundestag.de/blob/341314/567 ... s-data.pdf

http://www.bundestag.de/blob/338704/8b3 ... k-data.pdf

Im Papier von Patzak findet sich folgendes:
§ 31a BtMG-Entwurf

Hat das Verfahren ein Vergehen nach § 29 Abs. 1, 2 oder 4 zum Gegenstand, so kann die
Staatsanwaltschaft von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering
anzusehen wäre, kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht und der Täter die
Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt,
einführt, ausführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt.

Von der Verfolgung soll abgesehen werden, wenn sich die Tat auf bis zu 6 Gramm Haschisch oder
Marihuana oder 1 bis 3 Cannabispflanzen, die ausschließlich dem Eigenkonsum dienen,
bezieht, es sei denn die Tat

– wurde von einer Jugendlichen/einem Jugendlichen oder einer Heranwachsenden/einem
Heranwachsenden, auf die/den Jugendstrafrecht Anwendung findet, begangen,

– könnte Anlass zur Nachahmung geben,

– wurde in Schulen, Jugendheimen, Kasernen, Justizvollzugsanstalten oder ähnlichen
Einrichtungen begangen oder

– lässt nachteilige Auswirkungen auf die Sicherheit des öffentlichen Straßenverkehrs
befürchten.
Diesen Entwurf unterstützt Thomasius in seinem Papier.

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 20:05
von DrGonzo
Ja, das ist für mich der Thomasius schon früher erlebt hat ein unglaublicher Fortschritt.
Das was Thomasius ab 01:03:30 sagt wird ist schon eine Annäherung. Und wirklich gut!
Wen will die Bundesregierung denn demnächst als Experten einladen? 8-)

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 20:09
von Doc_A
Man windet sich.

Es wird sich zeigen, ob die jetzige konservative Regierung dieses heiße Eisen noch anfaßt.

Eine konsequente (!) Entkriminalisierung, die nur groben Unfug unterbindet, wäre für mich akzeptabel. Das auch weil die Bevölkerung nicht vorbereitet ist.

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 20:10
von Deew
Wenn Thomasius jetzt anfängt eigenständig zu Denken und auf Argumente hört, dann wäre vllt dieser Kerl der Richtige für die nächste CDU Anhörung:

"Ay ya yai, Hanf muss Verboten bleiben, sonst verdienen meine armen Bosse doch kein Geld mehr. Und wer soll euch dann noch schmieren? "
Bild

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 21:08
von bushdoctor
§ 31a BtMG-Entwurf
Von der Verfolgung soll abgesehen werden, wenn sich die Tat auf bis zu 6 Gramm Haschisch oder
Marihuana oder 1 bis 3 Cannabispflanzen, die ausschließlich dem Eigenkonsum dienen,
bezieht, es sei denn die Tat

– wurde von einer Jugendlichen/einem Jugendlichen oder einer Heranwachsenden/einem
Heranwachsenden, auf die/den Jugendstrafrecht Anwendung findet, begangen,

– könnte Anlass zur Nachahmung geben,

– wurde in Schulen, Jugendheimen, Kasernen, Justizvollzugsanstalten oder ähnlichen
Einrichtungen begangen oder

– lässt nachteilige Auswirkungen auf die Sicherheit des öffentlichen Straßenverkehrs
befürchten.
WOW! Soweit sind die also schon...!
Es geht wohl schneller als wir alle noch vor ein paar Monaten dachten. Ich sehe große Chancen, dass diese Regelung schon in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden wird.

Ein erster Schritt also Richtung "Lagalisierung"!

Sollte das mit den Pflanzen drinstehen, dann könnte man sofort CSCs aufmachen...

An die Polizei hat bei diesem Vorschlag aber niemand gedacht! Die müssen dann weiterjagen obwohl der Staatsanwalt einstellen wird.

Aber es ist zumindest ein Anfang!
Ich denke, dass kurz nach dem (anstehenden) Gesetzesvorschlag der Grünen, Bewegung in die Sache kommen wird...
Freut Euch, es geht voran!

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 21:18
von Deew
Hast du dafür ne Quelle? (edit: Oha, hab Gerds Kommentar irgendwie übersehen. Schon geklärt :mrgreen: )
Finde es immer schwierig ne kleinstmenge Cannabis zu entkriminalisieren und 1-3 Pflanzen.
Also ich finde Selbstanbau super und bin auch der Meinung, dass es definitv entkriminalisiert werden sollte, aber wenn ich eine fette Aufzuchtsanlage mit 3 Pflanzen habe, hol ich da bei der Ernte um ein vielfaches von 6g raus. Hoffentlich wird das bedacht...

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 21:42
von Doc_A
Ich hoffe, daß es darauf hinausläuft, daß man machen kann, wenn "es keine Wellen schlägt".

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Mi 19. Nov 2014, 22:05
von ADent
Die Quelle würde mich auch brennend interessieren.

Aber ich kann mir eine zeitnahe Verabschiedung irgendwie nicht vorstellen. Das wär zu schön um wahr zu sein. Was macht euch so optimistisch? Das Klima in der Bevölkerung und den Medien ist zwar positiv, aber ich kann einfach nicht dran glauben, dass die konservativen Betonköpfe sich "so schnell" geschlagen geben.

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Do 20. Nov 2014, 15:06
von NorthernLight
@Deew ich würde das jetzt mal so interpretieren, daß dir nach dem entwurf keine strafverfolgung droht, wenn du mit bis zu 6 gramm auf der straße angetroffen wirst.

wenn du zu hause die ernte von 1 bis 3 planzen hast und auch das entsprechende equipment vorhanden ist und nicht auf mehr als die drei erlaubten pflanzen deutet, dann wird es vermutlich auch nicht weiter verfolgt werden.

ich sag mal der normale, vernünftige mensch würde bei so einer regelung dann eben so anbauen, daß die erntemenge im rahmen bleibt. wer so eine regelung maximal ausnutzt und dann von diesen drei pflanzen am ende 1 kilo erntet, der kann dann davon ausgehen dass das nicht mehr als eigengebrauch gewertet wird und somit wieder bestraft wird. wobei natürlich zu berücksichtigen ist, daß eine pflanze die 300 gramm liefert auch ne entsprechend lange aufzucht hinter sich hat. insofern würde es sich wieder relativieren. ob man nun 4 mal im jahr ne kleinere menge erntet, oder 1 bis 2 mal im jahr ne große menge, ist ja im endeffekt das gleiche.

bei ner ernte von unter 100 gramm nach 3 bis 4 monaten "arbeit" wird kaum jemand handel unterstellen.


Ich sag mal es ist ja schon sinnvoll, wenn so ein gesetz auch an die gesundheitserhaltung ausgerichtet ist und es nicht gleich fördert, dass jeder nun in der lage ist jeden tag 5 gramm zu konsumieren. Wenn die Gesetze so ausgelegt werden, daß ein moderater Konsum, also zum beispiel der tägliche feierabendjoint (besser Vaporizer) möglich ist, dann sollte das doch annehmbar sein.


Für Patienten, die nachweislich und attestiert eine größere dosis benötigen wird es mit sicherheit entsprechende, angepasste regelungen geben, wie z.B. von der krankenkasse bezahltes Apothekengras.

hanfige Grüße

vielleicht kann bei der cannabislegalisierung ja das gemacht werden, was man beim alkohol versäumt hat:
einen rahmen schaffen, der sowohl erlernen von drogenmündigkeit, eigenverantwortung und staatlichen schutz vereint.

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Do 20. Nov 2014, 19:22
von bushdoctor
Immer cool bleiben...!
Noch ist gar nichts beschlossen!

Dass aber der olle Patzak schon so einen Gesetzes-Anpassungs-Entwurf, mal "eben so" (ohne Not!) in die Menge wirft, deutet wirklich darauf hin, dass man hinter den Kulissen schon soweit ist, in das BtmG eine echte "Geringe Menge"-Lösung einzubauen... Zeit wird´s ja schließlich... Das BVG-Urteil war ja "erst" 1994!

Lassen wir uns aber nicht Täuschen: Diese 6-Gramm-Regel heißt aber nicht, dass man dann nicht mehr "verfolgt" wird und sogar "sein Gras" behalten dürfte im Falle des Erwischtwerdens...
Nein: Die Polizei muss genauso weiter machen, wie bisher, mit dem einen Unterschied, dass es dann eben (im Regelfall!) nicht zu einer Anklageerhebung durch den Staatsanwalt kommt... vermutlich wird man aber trotzdem eine "Strafe" bezahlen müssen: "Einstellung gegen Geldauflage"... auch eine Möglichkeit auf Cannabis eine "Steuer" einzuführen. :twisted:

Man wird sehen, was nach dem Gesetzesvorschlag der GRÜNEN passieren wird...

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Sa 29. Nov 2014, 16:38
von DrGonzo
Zusammengefasst:
Ich finde das ist ernsthaft ein Zugeständnis und darf doch in der Diskussion nicht untergehen.
Ich habe die beiden "Experten" nicht zum ersten mal gehört und auch wahrscheinlich nicht zum letzten Mal. Das sind für mich aber neue Töne.

Von Patzak:
Von der Verfolgung soll abgesehen werden, wenn sich die Tat auf bis zu 6 Gramm Haschisch oder
Marihuana oder 1 bis 3 Cannabispflanzen, die ausschließlich dem Eigenkonsum dienen,
bezieht, es sei denn die Tat...
http://www.bundestag.de/blob/338704/8b3 ... k-data.pdf

Von Thomasius:
Oberstaatsanwalt Patzak macht in seiner Stellungnahme zu dem hier zur Diskussion gestellten Antrag
(BT-Drs. 18/1613) einen Vorschlag für die Änderung des § 31a BtMG, welchen der Verfasser mit
Nachdruck unterstützt.
http://www.bundestag.de/blob/341314/567 ... s-data.pdf

Re: ARD 18.11. 23:50 Maischberger

Verfasst: Sa 29. Nov 2014, 18:00
von Doc_A
Die seit Jahrtausenden medizinisch und kulturell genutzte Hanfpflanze hätte niemals verboten werden dürfen!

Dies geschah trotzdem. Jetzt dämmert den Menschen, was da gelaufen ist. Auf der ganzen Welt beginnen Diskussionen, die in verschiedenen Ländern in den unterschiedlichsten Phasen sind und in den meisten Fällen in einer LEGALISIERUNG enden werden. (in Saudi-Arabien z.B wohl eher nicht ;) )

Bezüglich der Gefährlichkeit von Hanf wurde jahrzehntelang gelogen und übertrieben. Und diejenigen, die mit solchen "Argumenten" weiter Prohibition betreiben wollen, merken, daß diese Unwahrheiten nicht mehr verfangen und unterbreiten einen faulen Kompromiß.

Ich erwarte von der konservativen Regierung nicht, daß sie eine Reformierung des BtMG in Angriff nimmt, da dies politisch nicht ihrem Wählerauftrag entspricht. Was ich erwarte, ist eine sofortige effektive Entkriminalisierung des Hanfkonsums (Besitz geringe Menge) und die sofortige Legalisierung einer breitgefächerten medizinischen Anwendung und sofortigen Abbau jeglicher Hürden für den Zugang zu medizinischem Cannabis. (Es ist eine Schande, was da von unseren Oberchristen mit leidenden schwerkranken Menschen veranstaltet wird. Wenn man dann noch von Dr. Hans-Günter Meyer-Thompson in der "Bundes-Anhörung" erzählt bekommt, daß Unionspolitiker offiziell gegen jegliche Legalisierung kämpfen und hintenrum auf dem Schwarzmarkt Cannabis für krebskranke Angehörige kaufen, fällt einem sowieso nichts mehr ein.)

Die angesprochene "Änderung" im BtMG muß sofort erfolgen, um übergangsweise weiteren sinnlosen Schaden abzuwenden. Und danach muß weiter über den gesellschaftlichen Umgang von allen Drogen insbesonders Hanf gesprochen werden.