Hanf hat geschrieben:Sieh dir dort mal die Erfahrungsberichte an,KEINER der Patienten hatte einen einfachen Weg
Kann ich nur noch mal betonen! Will auch nicht deswegen noch meine Lebensgeschichte erzählen, obwohl auch diese selbst unter vorher Eingelesenen "den Kiefer fallen lassen" wird.
,leider muß oft der Patient den Arzt aufklären,manchmal mit Infomaterial.
o.O
Kann ich bezeugen! Manchmal muss man sich wirklich selbst über Medikamente etc. informieren. Bei mir wurden so 19 Medikamente ausprobiert, größtenteils Neuroleptika. Erst die letzten 2-3 haben so funktioniert, dass ich nicht nach 2 Wochen wieder in die Klinik muss. Grund: Selber ausgesucht! (...und trotzdem nicht perfekt...)
Auch als Dexamfetamin als Fertigpräperat auf dem Markt kam, musste jeder AD(H)Sler seinen Arzt selber darauf aufmerksam machen. Bis dieses sich so wie in den USA durchgesetzt hat, wird erst einmal eine Weile dauernd. (Wobei die Pharmavertreter schon alle Hände voll zu tun haben, so wie ich es gehört habe...) Zwar gab es Amfetamin schon länger als Rezeptur, aber darauf muss auch erst mal ein Mensch kommen und dann ein Arzt finden, der es erlaubt.
Ich weiß aus eigener Erfahrung wie niederschlagend es ist bei etlichen Ärzten gewesen zu sein,und kaum einer hört wirklich zu.
*Flashback-von-den-6-Klinkaufenthalten* omg, ich war dort nahezu der einzigste Jugendliche/Kind, der
freiwillig mit den Therapeuten dort sprechen wollte. Trotzdem war nie einer da, wenn man einen brauchte.
Immer wieder wollen viele Ärzte einen "ruhigstellen",einfach mit etlichen Medikamenten zuschmeißen ohne das dir damit wirklich geholfen wäre,oft im Gegenteil (Nebenwirkungen,Organschädigungen).
Im Bereich Jugendliche (v.A. zeitweilige Psychosen oder Cannabis): Neuroleptika.
Im Bereich Schmerztherapie: Tilidin(+Naloxon)?
Wenn man sich das BtM anschaut finde ich es ja so spannend, wie viele "Downer" dort mit Ausnahmen eingetragen sind, dass sie nicht auf ein BtM geschrieben werden müssen. (z.B. bei Benzos) Natürlich wäre ich für die Abschaffung des ganzen BtM aber manche Ärzte übertreiben es auch mit diesen Ausnahmen, dass man schon Glück haben muss, einen Arzt zu finden, der auch gut auf den Patienten eingeht. Ich will jetzt nichts verallgemeinern, oftmals haben die Ärzte auch keine andere Möglichkeit (viel Arbeit, wenig Personal), aber Homöopathen und Heilpraktiker scheinen dieses richtig ausnutzen zu wollen und stellen Ärzte erst recht dadurch ins schlechte Licht.
Auch ist das typische schnelle Verurteilen einiger Ärzte als Abhängiger scheinbar "standard".
Meine Erfahrungen (aus Umfeld & Co.) - Bereich Jugendpsychiatrie:
Neuroleptika: "Jaja, kein Problem..."
Antidepressiva: "Jaja, kein Problem, aber vorsichtig..."
Rauchen: "Jaja, kein Problem, am besten aber zuerst weiter Rauchen, damit man nicht 2 Krankheiten auf einmal bekämpfen muss"
Benzos: "Auf keinen Fall! - Nicht einmal 1 Tablette in niedrigster Dosis, macht abhängig! Zwar nicht sofort, macht aber abhängig! Lieber Neuroleptika! (Empfehlung mancher Prof.)"
Psychedelika: "Man bekommt Psychosen*! Macht Hirn kaputt = Psychose* [...]" (*Definition fehlt)
MPH bei (AD(H)S) + andere Stimulanzien : Da scheint es 2 Gruppen zu geben: Die eine Gruppe von Patienten scheinen wirklich Ritalin in Massen zu bekommen, zwar müssen sie eine AD(H)S-Ausbildung (Kinderärzte, Psychiater etc. haben generell die Erlaubnis für MPH) haben, scheinen aber keine direkten AD(H)S-Spezialisten zu sein. Das bringt natürlich Munition für die Ritalinkritiker. Die andere Gruppe von Patienten haben es jedoch sehr schwer MPH verschrieben zu bekommen. Ob es an der Ritalinkritik liegt oder einfach daran, dass es ein "pöses BtM-Medikament" ist wird mir nicht so ganz ersichtlich. Auf jedenfall haben diese Patienten oft sehr viele Therapien hinter sich, bis sie das gleiche nochmal mit MPH machen müssen, weil es vorher einfach zurückgehalten wurde obwohl es eindeutig nötig war.
Bei Amfetamin ist es noch schwieriger. Manche Kliniken verschreiben
OHNE AUSNAHME kein Amfetamin. Suchtgefahr zu groß! Missbrauch zu groß! Eindeutig drogenpolitisch! Vor 2012 gab es Amphe zudem nur als Rezeptur. Das konnten dann nur noch eingefleischte Profis unter Ärzten und Apotheker hinbekommen. Ab 2012 habe ich das Fertigpräperat "relativ" leicht und schnell bekommen,obwohl ich das überflüssige 2.000te Atomoxetin+MPH-Versuch kurz mitmachen musste. Ob ich als Rezeptur bekommen hätte kann ich nicht genau sagen. Jedenfalls hätte ich sicher ca. 1 Jahr mich nicht mit MPH ärgern müssen und Schule verloren, hätte damals schon - wie in den USA - Amphetamin genau so durchgesetzt.

Eine Rechnung die ich mit der repressiven Drogenpolitik zu begleichen habe!
Unter anderen AD(H)Sler, die mit MPH genau so wenig geholfen wurde, scheint auch eine große Jagd nach legalem Amph in Deutschland gestartet zu sein. Ohne, dass der Missbrauch seitdem steigt (jedenfalls war es so in den USA). Geht doch!
Cannabis: Da scheint es eine Wende zu geben. Während alte-konversative Ärzte sowie "normales Betreuungspersonal" richtig schlecht darüber reden, wie wir es von Dyckmans kennen. "Scherzen" manche Ärzte indirekt darüber und sagen: "Es gibt tasächlich sogar Menschen, die nehmen einmal nur Cannabis und bemerken schon, dass sie Psychotiker sind. Fast alle anderen Menschen auf der Welt, bräuchten erst einmal LSD um zu kapieren, was überhaupt eine Psychose ist."
Mir kam es oft so vor,wenn die nicht weiter wissen oder sich mit Cannabinoiden auskennen,bekommt man oft den Stempel aufgedrückt.
Oh ja, ich frage mich wie ich da dann das Thema ansprechen kann. Die Ärztezeitung vom 27.07. muss erst einmal verstanden werden. Zudem habe ich schon so viele Sachen gehabt (wenn auch fast alle unfreiwillig), dass es schon einem so vorkommen könnte, als würde man nur alles "ausprobieren wollen" , obwohl eine Medikamenten-Odysee jeder Cannabinoid-Patient hat - oder etwa nicht?
Den gleichen Stempel bekommt man nach Forenberichten z.T. aufgedrückt, wenn man nach Morphin , Opium etc. fragt, weil man mit hohen Tilidindosen nicht zufrieden ist, bzw. eine Abhängigkeit "annehmen" könnte, aber wenn , dann garantiert keine Tilidinabhängigkeit mit Organschäden haben möchte, was bei Morphin nicht der Fall wäre...
Alles im BtM = "pöse!"
Alles andere = "harmlos und wirkungsvoll wie Homöopathie! Viele Deutsche schwören auf die Wirkung. Warum nicht Sie? Was interessieren Studienergebnisse und weniger "Nebenwirkungen" bei BtM?"
Mal ganz davon abgesehen das einige Ärzte es in ihrem Selbstbewußtsein scheinbar nicht ertragen können wenn ein Patient mehr über bestimmte Medizin weiß als er selbst.
Beim o.g. Fall empfahl der Arzt eine Entzugsklinik, nur weil telefonisch so viel über Opiate geredet wurde.
Ja das kann tasächlich ein Grund sein. Informieren über Drogen (insbesondere Medikamente und Pflanzen) ?? In Deutschland ?? Ohne Ausbildung ?? Der kann nicht gesund sein...
In einem Bereich mehr zu wissen als der Arzt kann durchaus als Beleidigung, als "nicht-empfehlenswert" oder als "nicht-erlaubt" gewertet werden - aber irgendwie frage ich mich schon woher das kommt. Beim restlichen Klinikpersonal kann das auch passieren.
Und über Cannabis mehr wissen als andere? Dür die Antwort braucht man nicht mal einen Arzt zu sprechen, da reicht auch der Nachbar.
Das sind jedoch nur meine Erfahrungen die man nicht verallgemeinern sollte.
Will ich auch nicht. - ich hasse es sogar noch mehr falls ich mit meinen Erfahrungen zur "Verallgemeinerung der Ärzten" unbeabsichtig mitwirke! Zum Glück hatte ich gleich am Anfang einen Therapeuten erwischt, der auch ausgiebig helfen möchte. Aber leider haben das nicht alle Patienten.
Wenn dir Cannabinoide wirklich helfen,und du mit anderer Schulmedizin nicht klarkommst,bleib dran.Es ist deine Gesundheit.
Von mir auch! Ich werde übrigens auch dranbleiben!
Wenn es dir, Thomas, hilft und medizinisch-ärztlicher-nachweisbar ist, dass du unter der Behandlung Erfolge zeigt. Dann spricht KEIN Medikament, und sei es noch "soetwas wie" THC, dagegen es nicht auch als Behandlung zu benutzen.
Natürlich ist der Weg Cannabinoide schwer, wesentlich schwerer als andere Medikamente, aber an diesem Problem arbeiten schließlich alle Hanf-Aktivisten, weltweit. Trotzdem, kann es sich lohnen.
Es ist blöd, dass Cannabis erst als allerletzte Option in Frage kommt! Man muss täglich darüber fluchen!
Mitlerweile bin ich seid längerem Mitglied beim ACM,dies kann ich nur empfehlen zwecks Erfahrungsaustausch.Es tut sehr gut wenn Leute denen es fast immer ähnlich ging sich mit dir austauschen.
Genug geredet,schau dir die Seiten mal an...
Und im Gehirn gebongt.
btw: Hübsche Linkliste! Habe sie mir kurz angeschaut. Bei den ersten 3 Foren bin ich mir sicher, dass dort über THC (fast) genau so als Option geredet wird, wie über andere Medikamente wie Amphe.
Viel Erfolg!