Seit Herbst letzten Jahres stehe ich in Kontakt mit der MS-Selbsthilfegruppe in meiner nächstgelegenen Kleinstadt. Anfangs war das Thema heikel und von Skepsis geprägt. Es waren allein zwei Telefonate nötig, um einen "Fuß in die Tür" zu bekommen...
Vorgestern war es aber soweit: Ich wurde zu einem Treffen der Selbsthilfegruppe eingeladen und durfte mich kurz vorstellen. Es handelte sich lediglich um ein informatives Gespräch (1 Stunde) mit den anwesenden MS-Patienten. Es dauerte aber nicht lange und das "Eis" war gebrochen und ich wurde eingeladen am 15.03.2013 einen Vortrag bei dieser Gruppe zu halten. Das Interesse war zu meinem Erstaunen SEHR groß! Jeder bekam von mir dann noch eine DIN A4-Seite mit den nötigsten Informationen zum Thema "Cannabis als Medizin" und das Buch "Hanf als Medizin" von Franjo Grotenhermen lies ich herumgehen. - Am Ende musste ich es einer Frau förmlich aus der Hand reißen... sie hat sich die ISBN aber aufgeschrieben.
Ich möchte hier noch kurz meine Eindrücke dieses ersten Treffens schildern:
Das Durchschnittsalter der anwesenden Personen dürfte weit über 50 gewesen sein.
Von den ca. 15 Anwesenden waren die meisten SEHR aufgeschlossen und drei Personen (2 Frauen, 1 Mann) hatten schon relativ fundiertes Wissen über Cannabis.
Eine Frau berichtete von Leuten, die sie kennt und erfolgreich Dronabinol anwenden.
Eine andere Frau war und blieb aber sehr skeptisch was Cannabis angeht. Die Illegalität müsse ja schon "irgendwie" ihren Grund haben und man hört ja auch sonst nichts gutes über Cannabis. Gott sei dank waren diejenigen in der Überzahl, die meinten, dass es doch bitteschön jedem Menschen selbst überlassen sein sollte, was er zu sich nehmen will, um seine Krankheiten zu behandeln. (!)
Eine Frau dieser Gruppe bekommt bereits Sativex. Diese war aber an diesem Abend nicht da, da es ihr z.Z. nicht gut geht. War mir aber logisch, da man schon sehr "am Ende" sein muss, um in der BRD Sativex verschrieben zu bekommen! Auf diesen Umstand angesprochen kochte doch eine ziemliche Wut in der Gruppe auf die aktuelle Gesetzeslage hoch! Die "Führerscheinproblematik scheint für die meisten das Hauptproblem zu sein, warum sie bisher noch kein Cannabis ausprobiert haben...!
Das WISSEN, dass es Cannabis bei ihrer Krankheit als Alternative gibt, haben bereits jetzt schon die meisten!
Fazit:
Etwa die Hälfte der Anwesenden waren VOLLKOMMEN der Meinung, dass Cannabis als Medizin möglich gemacht werden sollte und nur eine Anwesende war dagegen!
Die anderen sind dem Thema gegenüber aufgeschlossen und möchten unbedingt den Vortrag hören.
Bin jetzt bei den Planungen meines (ersten) Vortrags... Es wird eine Powerpoint-Präsentation sein. Die Vorsitzende des Selbsthilfegruppe möchte in der Zeitung "groß werben", damit möglichst viele kommen. Der angedachte Saal könnte ca. 100 Leute fassen, wobei sie mit etwa 50-60 Gästen rechnet... naja, immerhin!
Ich habe mich erdreistet und "unseren" Bundestagsabgeordenten von der CSU dazu eingeladen!
So wie´s aussieht, wird er nicht kommen. Er hat mit aber schriftlich zugesichert, dass er mich zu einem persönlichen Gespäch einläd, in dem ich IHM das Thema "Cannabis als Medizin" vorstellen dürfe. ER hat davon wohl nach eingenem Bekunden NOCH NIE davon etwas gehört! (wenigstens ist der Mann ehrlich!)
Ich kann alle nur auffordern, diesen Schritt zu wagen und auf die alten und kranken Menschen in diesem Land zuzugehen... Bei diesen Menschen ist aus meiner Sicht der "Same schon gesät" und man muss nur noch "gießen". Dieser Teil der Bevölkerung ist "schlauer" als man es sich vielleicht vorstellen mag. Die sind durch ihre Lebenserfahrung wirklich nicht mehr sehr von der "Anti-Hanf-Propaganda" indoktriniert. Wenn man diesen Menschen nun das Wissen über die medizinischen Hintergründe näherbringt, dann können dort wirklich "schlafende Hunde" geweckt werden. Die Politiker der konservativen Partein sollten schonmal das Zittern anfangen!
WIR sollten eine "Silver Tour auf deutsche Art" machen!!!