Laberecke

Hier könnt ihr euch vorstellen, Ideen, Vorschläge, Kritik oder Lob zum DHV und zu diesem Forum anbringen und in der "Laberecke" kann frei über den Hanfgott und die Welt diskutiert werden.
pepre
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Offtopic: https://www.tagesschau.de/inland/gesell ... a-100.html
Social-Media-Nutzung: Streeck plädiert für gestaffelte Altersfreigaben
...
CSU-Chef Markus Söder hingegen argumentierte: Ein Verbot mache TikTok, Instagram und Co. eher noch interessanter für Jugendliche und Kinder.
Ach?! Der Söder hat was begriffen! Ob er das bei Hanf genauso sieht? - Oder es ist Teil von Söders Plan "(Flüssiges) Brot und Spiele!"
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Hans Dampf hat geschrieben: Sa 15. Nov 2025, 05:15
... Der Arzt wundert sich...
... Was wirklich helfen würde wären neutrale Studien zu diesem Thema. ...
Quasi alle direkt psychoaktiven Substanzen (außer Opiate, da hat[te] man keine Alternative) wurden über Jahrzehnte als Teufelszeug abgetan, das ausschließlich negative Wirkungen hat und keinesfalls (per Definition) eine Medizin sein kann. - Von daher bin ich schon froh, wenn die Substanzen auch wieder in anderen Kontexten erwähnt werden.

In anderen Ländern werden die Halluzinogene gar als Gamechanger betrachten, da brummt die Forschung. Bis das in D bis in den Elfenbeinturm und die Ärzteschaft vordringt, das kann leider dauern und dauern und dauern... :roll: Sieht man ja jetzt bei Cannabis: einige wenige progressive Ärzte sind aufgeschlossen, aber bei den konservativen Ärzten und Funktionären in den Kammern bleibt das Teufelszeug-Denken bestehen. Die müssen wohl erst wegsterben, bis sich da etwas grundlegend ändert.
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LaMaria
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Re: Laberecke

Beitrag von LaMaria »

Warum ist Cannabis verboten?
Weil es eine illegale Droge ist!!
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

pepre hat geschrieben: Do 27. Nov 2025, 09:38 https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/ ... k-cannabis
IMK: Anbauvereinigungen sollen gestoppt werden ... weil sie nur 0,1% des Marktes stemmen ...
So langsam aber sicher bin ich der Ansicht, dass Politiker jährliche Tests bzgl ihrer kognitiven Leistung machen sollten. Da sind mir eindeutig zuviel Leute fernab jeglicher Logik und Realität unterwegs. Altersstarrsinn und Demenz tun ein übriges dazu... :roll:

Im Ernst: wenn die das wirklich glauben, und es nicht nur verlogenes populistisches Geschwafel ist, dann wäre ihr kognitiver Zustand höchst bedenklich. Und wer das Volk kackdreist anlügt, der hat in der Politik auch nichts verloren.
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Hans Dampf
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Re: Laberecke

Beitrag von Hans Dampf »

pepre hat geschrieben: Do 27. Nov 2025, 09:48
pepre hat geschrieben: Do 27. Nov 2025, 09:38 https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/ ... k-cannabis
IMK: Anbauvereinigungen sollen gestoppt werden ... weil sie nur 0,1% des Marktes stemmen ...
So langsam aber sicher bin ich der Ansicht, dass Politiker jährliche Tests bzgl ihrer kognitiven Leistung machen sollten. Da sind mir eindeutig zuviel Leute fernab jeglicher Logik und Realität unterwegs. Altersstarrsinn und Demenz tun ein übriges dazu... :roll:

Im Ernst: wenn die das wirklich glauben, und es nicht nur verlogenes populistisches Geschwafel ist, dann wäre ihr kognitiver Zustand höchst bedenklich. Und wer das Volk kackdreist anlügt, der hat in der Politik auch nichts verloren.
„… der sollte in der Politik nichts verloren haben“, denn die Realität weltweit zeigt, dass selbst offensichtliches Dauer-Lügen die Dauer-Lügner nicht vom Weiterregieren abhält.
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Re: Laberecke

Beitrag von LaMaria »

Ich erinnere an die Maskenaffäre: Dobrindt und Spahn.
In Spanien gab es exakt den gleichen Fall, nur ist der vor Gericht gelandet. Staatsanwaltschaft hat 25 Jahre gefordert!
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Der Streeck hat schlicht keine Ahnung von Hanfkultur. Und er hat keine Lösungen, sondern preist nur diffus "Maßnahmen zum Gegensteuern" an.

Bei Alkohol sieht er kein Problem, gehört ja zur "Kultur". Aber alle anderen Drogen sind für ihn ein No-Go, und "es geht darum, dass die [Konsumenten] an Hilfe angebunden werden." Vom Gericht angeordnete Therapien scheinen dabei sein Mittel der Wahl zu sein. Dass viele Gelegenheitskonsumenten erst während solcher Therapien in Kontakt mit der Hardcore-Szene kommen, das scheint ihm völlig unbekannt zu sein. Gerade bei Jugendlichen stellt dies ein erhebliches Problem dar.

"... man darf 50 Gramm Cannabis, was sehr, sehr viel ist, zu Hause haben ... aber aus 50 Gramm hat man eben natürlich dann über 100 Joints". Das klingt jetzt erst mal nach viel, aber dass an einem Abend auch mal etliche Joints in geselliger Runde geraucht werden ist nicht gerade selten. - Ich glaube, Streeck hat da das Bild einer Opiumhöhle vor Augen, wo die Leute nach einem Zug an der Pfeife stundenlang apathisch rumliegen.

"... jeder kann zu Hause drei Pflanzen haben und selber Cannabis anbauen. Und das hat zum Beispiel auch die Evaluation gezeigt, dass solche drei Pflanzen bis zu einem Kilo, sogar die höchste Menge bis zu 2,5 Kilo Cannabis produzieren kann. Und das ist im Widerspruch dazu, was man zu Hause eigentlich haben darf." D'accord. (Obwohl alles über 1kg schon absoluter Premium-Master-Grow ist.) Aber was will er damit sagen? Dass drei Pflanzen zuviel sind? Ich befürchte das. Er positioniert sich nicht klar dazu.

Das eigentlich Ziel des CanG, den Konsum des hochgefährlichen Drecks des Schwarzmarktes zu vermeiden, das steht überhaupt nicht auf seiner Agenda. Statt dessen reine Ideologie: keine "Dealer in weißen Kitteln", und ansonsten strikte Enthaltsamkeit, außer bei Alkohol. Weniger Eigenanbau, weniger erlaubte Mengen, keine MedCan-Verschreibungen, und lächerlich wenige CSCs, denen absurde Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. — Ja bitte, wo soll das Zeug denn dann herkommen, wenn nicht vom Schwarzmarkt?

Das einzig Positive, was man ihm zugestehen muss, sind seine Einsichten zu Konsumräumen und Drugchecking. Aber auch da stellt er sich nicht hin und fordert das ein.
Natürlich wird die Evaluation erst 2028 abgeschlossen sein, aber wenn man gesellschaftliche Veränderungen für so ein Gesetz sehen will, dann sieht man die nicht sofort. Dafür braucht es eine längere Zeit. Die Frage ist: Wollen wir die gesellschaftlichen Veränderungen schon haben, oder wollen wir vorher schon gegensteuern, bevor gesellschaftliche Veränderungen passieren? Gleichzeitig hat das Gesetz an sich, ohne dass wir die Evaluation anschauen, viele Problemstellen, und es muss geändert werden, so oder so.
Das ist die glasklare Ankündigung, die Evaluation nicht abzuwarten, sondern sofort wieder zu verschärfen. Hoffen wir, dass die SPD im Bundestag nicht jeden Rollback mittragen wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

https://www.nn.de/nuernberg/hebelt-nurn ... 1.14928923 (Bezahlschranke)
Hebelt Nürnberg das bundesweite Cannabis-Gesetz aus?

... Die Stadt will rund um den Hauptbahnhof die zum Teil legalisierte Droge verbieten. Doch dieses Vorhaben steht im Widerspruch zur Bundesgesetzgebung - das finden jedenfalls einige Stadträte. ...
Das zeigt mal wieder schön die Denke der Prohibitionisten: wir brauchen einen Schuldigen, und da bietet sich doch das Teufelskraut Cannabis an. L'État, c'est moi! Was interessieren schon Gesetze?! Und eine Nummer größer: wie die USA in Mittel- und Südamerika unter dem fadenscheinigen Vorwand "Krieg den Drogen" ihre Vormachtstellung ausbauen. Das etablierte "Drogen"-Argument ist politisch einfach zu wirkmächtig um es aufzugeben.

Edith:

https://www.mittelbayerische.de/lokales ... g-20092153
Das Thema Sicherheit rund um den Hauptbahnhof steht in Nürnberg seit Jahren auf der Tagesordnung weit oben. Vor zwei Jahren hatte die Verkehrsdrehscheibe nach einer Anfrage der AFD-Fraktion im Bundestag für besonders unrühmliche Schlagzeilen gesorgt. Demnach gehörte der Nürnberger Hauptbahnhof laut Erkenntnissen der Bundespolizei zu den drei Bahnhöfen mit den meisten Diebstählen, Gewaltverbrechen und Sexualdelikten in der gesamten Republik.
Aha! Klar, an dem ganzen Elend muss Cannabis schuld sein! 🤦

Zufällig kenne ich den Nürnberger Hauptbahnhof. Könnte es sein, dass die unmittelbare Nähe zum Glasscherbenviertel auf der Südseite als auch die unmittelbare Nähe zum Rotlichtviertel auf der Nordseite (inkl des Frauentorgrabens = Treffpunkt für die harte Drogenszene), eine größere Rolle spielt als die paar Kiffer, die sich da zufällig auch herumtreiben?
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

https://www.thueringer-allgemeine.de/ku ... ktive.html
Kunst trifft Cannabis
Bubatz und Wissenschaft: Erfurt beleuchtet Cannabis aus einer neuen Perspektive
Erfurt. Glückshormone oder Risiken? Die Ausstellung auf dem Petersberg wirft ein neues Licht auf Ritual und Realität von Cannabis. ...
Könnte ganz nett sein. Jedoch:
Junge Menschen bis ins Alter von 25 Jahren sind die größte Risikogruppe, weil das Gehirn noch in der Entwicklung ist und Cannabis Struktur und Funktion des Gehirns nachhaltig verändern kann. - Die Folge: Defizite im Lernen, im Denken, in der Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung und in der Steuerung von Emotionen. Dieser Verlust ist irreparabel. Das müssen junge Menschen wissen. Deshalb sind Prävention und Austausch auf Augenhöhe so wertvoll.
Die Wissenschaft hat keine signifikanten Belege dafür, dass dies "irreparabel" ist; die Gelehrten streiten noch. Sicher ist, dass die Gehirnentwicklung in einigen Hirnregionen beeinflusst wird: weniger Volumenwachstum, dafür aber stärkere Vernetzung. Aber das auch nur bei exorbitantem Konsum (aka "dauerbreit" über Jahre hinweg). Was diese Veränderung de facto bewirkt ist auch noch unbekannt.

Und ob es unbedingt ein "Verlust" sein muss, ist auch noch unklar. Gerade bei instabilen Menschen, die schnell in psychische Krisen geraten, könnte diese Dämpfung überschießender Emotionen ein Heilmittel sein; das Kiffen somit eine Selbstmedikation. Leider steht die Forschung hierzu noch ganz am Anfang. Die Prohibition hat auch hier ganze Arbeit geleistet. :(
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Re: Laberecke

Beitrag von moepens »

pepre hat geschrieben: Mo 8. Dez 2025, 15:39
Junge Menschen bis ins Alter von 25 Jahren sind die größte Risikogruppe, weil das Gehirn noch in der Entwicklung ist und Cannabis Struktur und Funktion des Gehirns nachhaltig verändern kann. - Die Folge: Defizite im Lernen, im Denken, in der Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung und in der Steuerung von Emotionen. Dieser Verlust ist irreparabel. Das müssen junge Menschen wissen. Deshalb sind Prävention und Austausch auf Augenhöhe so wertvoll.
Die Wissenschaft hat keine signifikanten Belege dafür, dass dies "irreparabel" ist; die Gelehrten streiten noch. Sicher ist, dass die Gehirnentwicklung in einigen Hirnregionen beeinflusst wird: weniger Volumenwachstum, dafür aber stärkere Vernetzung. Aber das auch nur bei exorbitantem Konsum (aka "dauerbreit" über Jahre hinweg). Was diese Veränderung de facto bewirkt ist auch noch unbekannt.

Und ob es unbedingt ein "Verlust" sein muss, ist auch noch unklar. Gerade bei instabilen Menschen, die schnell in psychische Krisen geraten, könnte diese Dämpfung überschießender Emotionen ein Heilmittel sein; das Kiffen somit eine Selbstmedikation. Leider steht die Forschung hierzu noch ganz am Anfang. Die Prohibition hat auch hier ganze Arbeit geleistet. :(
Falsch. Tatsächlich hat man in Zwillingsstudien keine signifikanten Unterschiede in der Entwicklung von Gehirnen mit bzw. ohne Cannabiskonsum gefunden, das gilt für die strukturelle Entwicklung sowie für den IQ.

Allerdings gibt es bei der Entwicklung von Schizophrenie starke Hinweise auf genetische Risikofaktoren, bei denen ein Einfluss auf die Entwicklung wahrscheinlich wäre. Insbesondere betroffen wären davon (männliche) Personen, die eine Blutsverwandtschaft ersten Grades zu einer an Schizophrenie erkrankten Person aufweisen.

Abgesehen davon weiß man um den moderat schädigenden Einfluss von chronischem Cannabiskonsum auf die Sprachverarbeitung, was sich in etwas häufigeren Verwechslungen von Begriffen äußert. Diese Entwicklung ist allerdings reversibel.

Allgemein sind ein schlechter Bildungsstand, prekäre soziale Verhältnisse, schlechtere schulische Leistungen und riskantere Lebensstile bzw. Drogenkonsum eng miteinander verknüpft, umso mehr bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dies führt häufig zur Meldung von Korrelationen aus wissenschaftlichen Studien in den Medien, die aber einer eingehenden Betrachtung kaum standhalten. Es ist eben sehr schwierig so etwas heraus zu rechnen unter Realbedingungen, siehe auch die weiter oben genannte Zusammenhänge.
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... el-161236/
Preis warnt im »Focus« vor Versandhandel

Arzneimittel über den Versandhandel zu beziehen, birgt nicht nur ein Missbrauchsrisiko, sondern kann Engpässe bei wichtigen Präparaten zusätzlich verschärfen. Davor warnt ABDA-Präsident Thomas Preis im »Focus«. ...
Mal zur Einordnung: die ABDA agiert mitnichten im Sinne der traditionellen Einzelapotheken.¹ Das ist eine Lobby-Maschine für die Big Player, inkl Pharmariesen. Also ganz auf Linie des Turbokapitalismus. Interview im Neoliberalismus-Blatt "Focus" spricht auch Bände.

Nochmal zur Erläuterung: die Apothekerschaft ist bei Cannabis genauso gespalten wie die Bevölkerung. Es gibt die Betonköpfe mit "never ever!" und Aufgeschlossene.

Problem: Cannabis als Blüten ist eine Rezeptur, die erheblichen Prüfungsaufwand mit sich bringt. Bei jeder Charge muss eine Identitätsprüfung durchgeführt werden, die mehr Kosten verursacht, als an Gewinn durch das Rezept hereinkommt. Das ist der Hauptgrund, warum viele Apotheken - wenn überhaupt - nur wenige Sorten führen.

Deshalb gibt es einige spezialisierte Apotheken, die große Mengen pro Sorte umsetzen, - was die Kosten der Prüfung relativiert. Natürlich brauchen diese dann aber den Versandhandel, damit sie ihre Mengen zu den Patienten bringen. Es mag einige wenige Apotheken geben, die in Ballungsräumen genug Laufkundschaft für eine breite Sortenauswahl generieren können. Aber das ist die absolute Ausnahme.

Die Linke im BT fordert die Abschaffung des Versandhandels für Medikamente², - außer für Cannabis! Die haben das Problem erkannt.

---
¹ Der Preis hat allen Ernstes vorgeschlagen, dass die Apotheken am Mittwochnachmittag (wenn sowieso viele Ärzte nicht praktizieren) als Zeichen der Unzufriedenheit mit der ggw Politik ihre Lichter für eine Stunde aus machen sollen. Wtf?! Wenn eine Sack Reis in China umfällt hat das eine ebensolche Wirkung auf die Politik.
² Weil zB ausländische Versand-Apotheken Rosinenpickerei betreiben: nur lohnende Medikamente mit hoher Gewinnspanne, keine Rezepturen, und schon gar keine Notdienste. Die inländische Politik reagiert darauf nicht, weil "Das ist eine ausländische Apotheke! Wir können denen nichts vorschreiben!". Und die ausländische Politik reagiert nicht, weil "Die versenden nur nach Deutschland! Geht uns nichts an!". Fazit: rechtsfreier Raum.
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Re: Laberecke

Beitrag von moepens »

Vermutlich ist wenigen Entscheidungsträgern bekannt, dass es unter dem BtmG bereits einige Apotheken mit offizieller Versanderlaubnis für Blüten gab, die nichts mit den heutigen, kritisierten Praktiken zu tun haben, bzw. dass es in diesem Bereich einen seriösen Markt gibt.
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

moepens hat geschrieben: Mo 15. Dez 2025, 17:58 Vermutlich ist wenigen Entscheidungsträgern bekannt, dass es unter dem BtmG bereits einige Apotheken mit offizieller Versanderlaubnis für Blüten gab, die nichts mit den heutigen, kritisierten Praktiken zu tun haben, bzw. dass es in diesem Bereich einen seriösen Markt gibt.
Für die CDSU ist Cannabis nur ein Ideologie- und Wahlkampfthema. Fakten interessieren da überhaupt nicht, die Patientenversorgung schon gar nicht.

Es ist ja alles noch schlimmer: die Warken verspielt gerade mit der Apotheken-Reform unsere kritische Infrastruktur (und da zähle ich die dezentrale Versorgung mit Medikamenten dazu). Das Apotheken-Fixum wurde seit 2013 (sic!) nicht erhöht. Gleichzeitig sind durch Tarifverträge und Inflation die Kosten um 60% gestiegen. Das ist der Hauptgrund für das Apothekensterben: die gehen schlicht pleite, weil sie die laufenden Kosten nicht decken können.

Es geht mitnichten nur um die Cannabis-Apotheken. Es hat ganz den Anschein - obwohl das niemand aus der Politik frank und frei so zugibt, obwohl alle Weichen in diese Richtung gestellt werden -, dass das ganze Apotheken-System abgewickelt werden soll.¹ Ganz im Sinne einer BWL/VWL-Optimierung hin zu einer just-in-time-Versorgung durch ein paar Big-Player, die das mit normalen Lieferdiensten ersetzen wollen. Wie gut just-in-time bei schon leichten Störungen der Lieferketten funktioniert wissen wir ja. :roll: Auf der Strecke bleiben dann individuelle Rezepturen, die schnelle Notversorgung vor Ort und die (zumeist kostenlose) Beratung durch Apotheken, die ihre Patienten und ihre Problematiken kennen. Statt dessen entstehen Quasi-Monopole, die dann zügig in ein amerikanisches System driften werden.

Neoliberalismus halt: Geld ist genug da, aber statt zurück in die Wirtschaft zu fließen wird es von den Reichen in der Hochfinanz gehortet, um die Aktiengewinne in immer neue, absurde Höhen zu treiben. Selbst die Lobbyisten der gesetzliche Krankenkassen setzen auf "Beiträge für die Mittel- und Unterschicht erhöhen", statt das Geld da abzugreifen wo es liegt. Es wäre legislativ ein Leichtes alle in die GKVs einzahlen zu lassen, inkl Beamten, Freiberuflern und Selbständigen. Aber der Wille fehlt komplett; es würde ja auch die Privilegien der Reichen schmälern.

Sorry für's Auskotzen. 🙈

---
¹ Die Haus-und-Hof-Postillen der CDSU - FAS/FAZ und Handelsblatt - blasen schon unverblümt zum Sturm.
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Re: Laberecke

Beitrag von moepens »

pepre hat geschrieben: Do 18. Dez 2025, 10:12 Für die CDSU ist Cannabis nur ein Ideologie- und Wahlkampfthema. Fakten interessieren da überhaupt nicht, die Patientenversorgung schon gar nicht.
Das sehe ich nicht so. Emmi Zeulner (CSU) hatte sich bei der Gestaltung des Cannabisgesetzes 2017 (unter alleiniger CDU Regierung) sehr für Patienten eingesetzt.

Sicherlich war die primäre Intention den Eigenanbau zu verhindern, aber darüber hinaus wurde mehr als das ermöglicht. Frau Zeulner hatte sogar den Kassen gedroht, als bekannt wurde dass die Ablehnungsquote sehr hoch war.

Aktuell scheint sich nach einem Pressebericht Widerstand in der CDU gegen Warken zu formieren, es bleibt natürlich abzuwarten was daraus wird.
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Re: Laberecke

Beitrag von LaMaria »

pepre hat geschrieben: Do 1. Jan 2026, 12:26 https://taz.de/Forderung-von-CSU-Ministerin/!6141973/ uvam...
Bayern will Cannabis-Legalisierung zurückdrehen
Motivation? Profilierungsgetöse, klar. Aber da muss doch mehr dahinter stecken...

Unterstützung für das Grundnahrungsmittel Bier? Denn wer erfahren hat, dass es auch ohne Kater geht, der überlegt sich ein Besäufnis zweimal... Hmmm... Eine geheime Einflussnahme der Lobbyisten für Rollmöpse und saure Gurken?

Oder gar die existentielle Angst der Eingeborenen auszusterben? Denn nicht abgefüllte holde Maiden sind nicht so willig ggü den Paarungswünschen der Burschen. Die bayerischen Exzesse bei Kirchweihen, zu Fasching, Silvester, u.ä. sind ja berühmtberüchtigt...
Da fällt mir spontan dicht & ergreifend mit wandadoog ein:

Egal in welchm Kaff, jeda sauft bisa schlafft
Ohne Saft hod koana a Kraft
....„Hoch lebe der Lebaschon",,,,


https://m.youtube.com/watch?v=GgGF_oSDFr0
Zuletzt geändert von LaMaria am Mi 14. Jan 2026, 10:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Laberecke

Beitrag von LaMaria »

pepre hat geschrieben: Di 13. Jan 2026, 11:42 https://www.spiegel.de/wissenschaft/men ... c4cb9e7be3
Am sichersten ist es, kein Cannabis zu nehmen. Für diejenigen, die trotzdem konsumieren, schlagen Forschende nun Schwellenwerte vor, die sich am THC-Wert orientieren ... Im Fachjournal »Addiction« schlagen sie vor, dass Erwachsene acht THC-Einheiten pro Woche nicht überschreiten, also nicht mehr als 40 Milligramm THC konsumieren sollten. ...
»Der einzig wirklich sichere Umgang mit diesen Studien ist der Verzicht diese zu lesen!«
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Re: Laberecke

Beitrag von JoMedic 64658 »

nightcap hat geschrieben: Mi 11. Jun 2025, 10:35 Bis jetzt war ich mit dem Cannabis aus der Apotheke immer sehr zufrieden.
Dir ist bekannt das es für PGR s auf Apothekenweed keine Vorgaben für GMP Importe gibt? Apoweed kann auch mit so US-PGR Dünger gezüchtet worden sein und geht trotzdem durch, obwohl es Krebs und so auslösen würde. Quali ist nicht unbedingt Apogras, Hab schon um Welten besseres Homegrow gesehen.
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

https://www.drugcom.de = Projekt des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Ist das die versprochene "ehrliche Aufklärung"? Das sieht mir eher wie "Finger weg von dem Teufelszeug" aus. Mit Grafiken, die direkt aus dem Büro von Anslinger stammen könnten. Alle genannten Studien werden immer schlimmstmöglich interpretiert, wobei konsequent Henne/Ei (Korrelation/Kausalität) mißachtet wird. Man man man... So gewinnt man aber nicht das Vertrauen des jugendlichen Zielpublikums. :roll: :(
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Re: Laberecke

Beitrag von LaMaria »

Shivaratri
Die Nacht Shivas
15.2.2026

Bild

https://www.discoveraltitude.com/blog/m ... i-festival
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Re: Laberecke

Beitrag von LaMaria »

Deutsches Weltmeister-Duo verdient wohl Millionen bei Verkauf von Cannabis-Start-up


https://www.fr.de/sport/fussball/up-mar ... 77238.html
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Heute, Di 17.3.26 10:08, Deutschlandfunk, Sprechstunde
Kiffen und co:
Die gesundheitlichen Folgen von Cannabiskonsum

Gast:
Prof. Dr. med. Michael Kölch, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Universitätsmedizin Rostock
Am Mikrofon: Martin Winkelheide

Reportage:
Umfrage unter Jugendlichen

11:05 Uhr-Gespräch
Cannabis: Gefährlich auch für Erwachsene?
Interview mit Prof. Dr.med. Thomas Hillemacher, Ärztlicher Leiter und Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität am Klinikum Nürnberg, Co-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie

Hörertel.: 00800 4464 4464
sprechstunde@deutschlandfunk.de

Viele Menschen nehmen Cannabis als Rauschmittel ein. Für Erwachsene ist das inzwischen legal. Es heißt, Cannabis sei eine „sanfte Droge“. Aber auch sanfte Drogen haben Risiken. Besonders groß sind diese für Jugendliche. Sie reichen von Abhängigkeit über Lern-, Motivations- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Psychosen.
Bei der Auswahl an Fachleuten wird mal wieder hinten runterfallen, dass
  • 99% der Konsumenten deswegen niemals klinisch auffällig werden
  • die meisten Patienten Polytoxer sind
  • oft Streckmittel in der Schwarzmarktware verantwortlich sind
:cry:

---

Edith: war gar nicht mal ein einziges Bashing. Relativ sachlich und informativ, wenn auch natürlich primär der Fokus auf "Mißbrauch" lag.

https://www.deutschlandfunk.de/kiffen-u ... m-100.html
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Re: Laberecke

Beitrag von LaMaria »

pepre hat geschrieben: Die "Konservativen" zeichnen sich echt nur noch durch Blockade von Reformen aus, - außer es nützt der Börse und der Hochfinanz.
reaktionär schon immer gewesen....
....und in Konkurrenz mit der AFD artikuliert man jetzt auch was früher tabu war zu sagen, latent aber natürlich schon vorhanden gewesen.
"hochdekorierte" Politiker wie Strauss, Kohl und Schäuble usw.
einfach nur Schwerstkriminelle
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Re: Laberecke

Beitrag von moepens »

pepre hat geschrieben: Di 17. Mär 2026, 09:08 Heute, Di 17.3.26 10:08, Deutschlandfunk, Sprechstunde
Mich hat gestört, dass am Anfang Cannabis als Medizin vom Experten vor allem im negativen Kontext (Zshg. mit Online-Verschreibungen, Nebenwirkungen, fehlender Nachweis der Wirksamkeit bei psychiatrischen Indikationen) dargestellt wird, ohne den enormen Nutzen (vor allem bei Patienten ohne therapeutisch wirksame Alternative, die aber in üblichen Statistiken weniger relevant sind) oder den Unterschied zu herkömmlichen Medikamenten (z.B. hinsichtlich der Nebenwirkungen) angemessen darzustellen. Auch fehlt im Zusammenhang mit der Studie zu psychiatrischen Erkrankungen die fachliche Kritik und Einordnung (siehe https://biermann-medizin.de/kaum-nutzen ... rankungen/).
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Re: Laberecke

Beitrag von pepre »

Kurzes googeln:
Auf ein Bier mit Manuel Hagel

... Anschließend durfte er noch ein Bierfass anstechen und das Freibier wurde unter den vielen Gästen ausgeteilt. ...
Uvam...

Wenn Doppelmoral stinken würde... 😷
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